155* Jahrg Nr. 294 Grneral-Änzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen von Abg. Zimmermann (Hntif): brau''' 1 5 Verhältnis geändert, worden. 'Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Siebener KamilienblSlter" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Reifliche Landwirt' ericheuu monatlich etnmaL Ötoiaiion8bru(f und Verlag der Brühl'fchen Unwersitälsdruckerei. 9L Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Echulstr.7. Tel. Nr. 5L ‘ Lelegr.-Adr.: Anzeiger Dieb«. Vertretu« Massiger Häuser |u» tiriaer flauimmtn. ®efL Liierten um« I L4 au «ubolfW itt a. M. ttbdtii. einzelte Mitglieder, darunter Abg. Graf Reventlow (toirtfä. Vgg), stimmen dafür. LS wird sofort in die zweite Lesung eingetreten. Abg. Graf Reventlow swirtsch. Vgg.) hat hierzu zwei Anträge eingebracht, von denen der eine daS Pro- visorium nur auf e i n Jahr und der andere nur für die englischen Kolonien bewilligen will, die unS das Meistbegünstigungsrecht gewähren. vttB6tt Man« aus gui j sucht ib. Umgtflb, öirilr <üs' n iemet !' > E. A. 42 iiabtpoitLV 08262 Abg. Graf v. Schwerin (!onf.) erklärt, daß seine Freunde heute nicht mehr für die Kommissionsberatung gestimmt hätten, weil die von ihnen gewünschten Aufklärungen in der Budgetkommission heute gegeben worden seien. Sie würden für den ersten Antrag Reventlow, aber nach Ablehnung für daS Provisorium stimmen. Abg. Graf Reventlow swirtsch. Dgg.): Die Erklärungen, die der Staatssekretär in der Kommisiion abgegeben hat, können unsere Haltung in keiner Weise beeinflussen. Wir werden gegen daS Gesetz auch dann stimmen, wenn unsere Anträge angenommen werden. (Heiterkeit.) Wenn der Staatssekretär in einem gewissen hohen Tone faßte: «S gehörte nicht viel Prophetcngabe dazu, um vorauSzusehen, daß das Provisorium abermals verlängert werden würde, so bedeutet das, daß die Regierung gar nicht die Absicht hatte, in ernsthafte Verhandlungen mit England einzutreten. Ich will keinen Zollkrieg (Gelächter links), wohl aber Verhandlungen. Staatssekretär Graf Posadowsky: Deutscher Reichstag. 11. Sitzung vom 13. Dezember. 1 Uhr. DaS HauS ist g u t besetzt. Am BundeSratötisch: Graf PosadowSkh, Frhr. Stengel, von Tirpitz, von Köller u. a. Bor Ltntritt in die Tagesordnung macht Gchatzsekretär Frhr. von Stengel Parlamentarische Verhandlungen. «-chdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet. Ich bitte dringend, die Anträge abzulehnen. In unserem ’ ’ zu den englischen Kolonien hat sich seit 1903 nichts Und damals ist uns die Vollmacht anstandslos erteilt E, sdtttwiA Wtzv WB r (lernen Haushalt y 114 Sauzleidtt LteUeuverrm ='Seltersweg b Licht., mit.best. ZulL verkäuserm'uchü''- sd.etnschi.SAstrd-' -MMädSs gehta.mResiaur.°^ Srau Weißens - kommen. . Es folgt die Abstimmung über die Ueberwersung deS Ge- 'setzes betreffend die Handelsbeziehungen zum br rt t- 'schen Reiche an eine Kommission. Der Antrag, den Entwurf in die Kommisiion zu überweisen, jörirb *mit überwältigender Majorität abgelehnt. Nur ver». Ä. Ä?* ÄS- rinnen. .. Der 8 6 des Flottengesetzes steht sicher nn Wider,pruch mit -en neuen Steuern. Auch Herr von Bennigsen hat ihn so auS- gelegt, daß die minderbemittelten Klasien nicht belastet werden dürsten, wenn neue Mittel für die Flotte nötig seien. Die politische Bedeutung des § 6 geht für uns weit über den Rahmen deS Flottengesetzes hinaus. . r, , In dem § 6 steht ausdrücklich, daß Massenartikel nicht belastet werden sollten, und Bier und Tabak sind sicher Massenartikel. Für die flotte müßten zuerst die Wohlhabenden herangezogen werden, und dann diejenigen, die Vorteil von der Flotte haben, zum Beispiel die Seestädte. Redner verliest einen gleichlautenden Satz aus einem Buche. Und wenn Sie wissen wollen, wer dies gesagt hat, so will ich Ihnen das auch sagen. Es war der heilige Ignatius von Loyola. (Stürmische Heiterkeit.) Große und schwere Opfer sind nöttg, wir sind bereit, sie zu bringen, aber man soll vor allem die Leistungsfähigen heranziehcn. Eme Wiedergeburt Deutt'chlands kann aber nur auf der Grundlage religiöser uni) bürgerlicher Freiheit geschehen. Unser Vereinsgesetz muß reformiert werden, die Reste des Polizeistaates müssen fallen, die Rechte der religiösen Minderheit müssen geachtet werden. Leiter der Kolonialverwaltung Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg: In den kolonialen Fragen, die hier berührt worden sind, ist eine von so dringlichem Eharatter, daß ich ihre Beantwortung sogleich vornehmen zu muffen glaube. Es handelt sich um den Fall des Herrn v. Puttkamer, über den sich die Akivaleute beschwert batten, welchen Fall der Abg. Gröber besprach. Tie Angelegenheit ist dem Gouverneur zur Aeußerung zugeschickt worden. Ein Bericht darüber ist noch nicht eingegangen, was sich wohl aus der weiten Entfernung und auS der schlechten Verbindung erklärt Dagegen kam ein Telegramm deS Herrn von Putttamer, wonach di« Be- schwerdeführer durch Richterspruch zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt seien. Eine Begründung des UrteilSspruches liegt noch nicht vor: Bericht wird erwartet. Schon mein Amtsvorgänger hatte über verschiedene andere Angelegenheiten einen Bericht des Hmm von Puttkamer eingefordert. Nachdem nunmehr die Sache der Be- sttafung bet Akwaleute vorliegt, ist alsbald Herr von Puttkamer beauftragt worden, sich zur mündlichen Berichterstattung hier em- zufinden, sobald sein Vertreter Herr von Müller die Geschäfte übernommen haben wird. Wir sehen der Ankunft des Herrn von Puttkamer sobald wie möglich entgegen, und ich hoffe, daß dann die ganze Angelegenheir die genaueste und gründlichste Prüfung erfahren wird. (Beifall.) Abg. Paper (Deutsche Volksp.): Deutschland ist jetzt ein föderattver Staat, ein EinhcitBstaai ist nur dann möglich, wenn er im preußischen Geiste regiert wird. Dafür werden aber viele Bundesstaaten sich bedanken. Denn das innere polittsche Leben in Preußen befindet sich_ in einer fortwährenden Stagnation. In den anderen Staaten ändert man daS Wahlrecht nach freiheitlichen Grundsätzen ab, nur in Preußen bleibt daS elendeste Wahlsystem unverändert bestehen. Anfangs gab das Reich seine großen Ueberschüsse den Einzelstaaten ab. Die Erfahrung hat gezeigt, daß mit dem so leicht erworbenen Gelde nicht immer gut und weise gewirtschaftet ist. Wie gewonnen, so zerronnen. Und was ist das für eine Art, dem Reichstag andauernd die Diäten zu verweigern? Tas Beste wäre, wir ant, warteten darauf, indem wir eS einfach ablehnen, die Reichsfinanz- reform zu beraten I Die meisten BundeSratsmitglieder sind von : der Notwendigkeit der Diäten selber überzeugt. Graf Posadowsky meinte, die Abgeordneten leien heute durchschnittlich wohlhabend genug, sie brauchten keine Dkäten! Bei den Herren von der Rechten . mag das zutreffen: sie sind nicht umsonst so lange „notleidend ; gewesen I (Heiterkeit.) Was der Staatssekretär über den Wert ■ unserer rhetorischen Leistungen ausgeführt hat, war recht unge- - wöhnlich — sagen wir, offenherzig! (Sehr gut!) Redner ver- i breitet sich sodann über die Steuervorlagen. Er bekämpft die , Bier- und die Tabaksteuer, die den Konsum der großen Masse be- Abg. Gräber (Ztr.): Die verbündeten Regierungen haben dem Reichstage ein überreiches Pensum vorgelegt, darunter nicht weniger als 24 Gesetze. Dabei ist nichts geschehen, was und die Arbeit erleichtern konnte. Weshalb hat man uns nicht früher etnberufen? Was Graf Posadowsky gestern sagte, war nicht schlüssig. Die meisten Gesetze, die fielen, waren fast fertig, man darf nicht bloß nach den Paragraphen rechnen, sondern nach der Wichtigkeit und der Schwierigkeit der Materien, und über die Hauptfragen waren wir unS schon einig. Gras Posadowsky machte sogar die DiSkonttnuität au einem Rechte der Krone. DaS ist doch eine sehr gewagte Behauptung, eL handelt sich doch nur um eine Bestimmung der Geschäftsordnung, die der Reichstag jederzeit selbst ändern kann. So kann der Reichstag ruhig beschließen, seine Tagung von einem Jahre zum anderen fortlaufcn zu lassen, der Bundesrat würde da nichts anderes tun können, als seine Vorlagen zurückzuziehen. Die Klagen über den Absenttsmus sind fast ebenso alt, als der Reichstag selbst. Redner belegt diese Behauptung durch einen historischen Rückblick. Die Tiätcnlosigkeit bringt Mißstände schwer wiegender Art. Vor allem bringt sie eine Privilegierung der preußischen Abgeordneten, (sehr richtig!) Gerade der dcursäre Reichstag hat den deufichen Reichs- gedanken am meisten gekräftigt. Und daher wäre es au^m erster Linie Sache der Regierung, dafür zu sorgen, daß den Süddeutschen die Teilnahme am Reichstag nicht erschwert wird. Man verweist uns auf Parteidiaten. Es ist aber nicht jeher» manns Sache, au5 einer Parteikasie zu nehmen, und gerade die bürgerlichen Parteien legen Wert darauf, daß ihre Abgeordneten selbständig sind, nicht Parteifunkttonäre. (Lebhafte Zustimmung.) Durch die Diätenlosigkeit werden aanze Berufsstände au8 dem Reichstag ausgeschlossen. Wo sind denn die Vertreter der Arbeiter, schäft? Die Herren dort (zu den Soz.), die früher einmal dem Arbeiterstande angehört haben und jetzt Redakteure und Z'gmwen- bändler sind, sind keine Vertreter der Arbeiterschaft. Wir wollen wirkliche Arbeiter. Ebenso wollen wir den Handwerkersta^, der auch fast ganz hier fehlt. ES handelt sich hier gerade um ein ReichS- interesse und den Regierungen kann ich zurufen: Tua res agiturl Graf Posadowsky sprach sich gestern sehr wegwerfend über den fug, gestiven Wert der ReichstagSreden überhaupt aus. Nun, ich möchte nicht behaupten, daß niemand überzeugt ist. So hat z. B. der Abg. Bassermann 1897 sich auf daS heftigste gegen den sog. Neinen Befähigungsnachweis erklärt und ihn auch damals in der Komnnssion zu Fall gebracht. Neulich aber erklärte er sich für diesen. Er ist inzwischen durch die Reden aus dem Haufe überzeugt worden. (Heiterkett ) Der Staatssekretär hat den Vorwurf der RucknchtS- lofigfeit gegen den Reichstag nicht enthaften können. Wie soll du Reichstag jetzt mit all feiner Arbeit fertig werden? An Initiativ- anträgeu finS bis jetzt 86 eingelaufen. Graf Posadow-ky scheint freilich nicht viel davon zu halten. Und doch sind sie das wichtigste Ventil, durch das du Volkswille sich Luft macht und du Bundesrat über die berechtigten Wünsche des Volker aufgeklärt wird. Freilich darf der BundeSrat bei diesen 6' •vatungen nicht durch Abwesenheit glänzen! (Zusfimmung l Ter Reichstag ist wirklich bescheiden genug, wenn er von 6 Arbeitstagen in der Woche sich nur einen einzigen für seine eigenen Dünsche reserviert. , Zur Finanzreform ein paar Worte: An den Mattikula^ei- tragen halten wir fest. Sie sind der Ausdruck deS föderativen Tha- raktuS deS Reiches. Wenn ihre Höhe limitiert wird, wird daS Budgettecht deS Reichstages geschmälert. Auch oarf das Interesse du Einzelstaaten an der Finanzgebarung des Reichs nicht gemindert werden. Es ist hier der Wunsch ausgesprochen worden nach selbständigen Reichsministerien! Der Abg. Müller-Tc^an wollte wenigstens den Schatzsekretär zu einem selbständigen Minister machen, damit er noch mehr in seinem Ressort gefräftigt werde. Wir danken dafür. Der Amtseifer des SchatzsekretaiÄ läßt schon jetzt wirklich gar nichts mehr zu wünschen übrig. (Heiterkeit.) Noch mehr wäre wirklich zu viel des Guten! Nun zur Kolonialpolitik Cs liegt im Interesse der Oesjent- lichkeit, daß hier im Hause Auskunft gegeben wird über das gegenwärtige Stadium deS AufitandeS in Südwcstafrila. Im .Ham- fnirger Korrespondenten" stand neulich die Nachricht, die Dualla« häuptlinge, die sich beim Gouverneur beschwert hätten, seien ver- hastet und zu m/rjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. (Reichskanzler Fürst Bülow betritt den Saal.) Ist das wahr? Das klingt ja einfach unglaublich! Auch sonst haben wir Nach- richten erhalten, die dringend einer Aufklärung bedürfen. Da soll dem famosen Samuel Maharero Land abgekauft worden sein, daS gar nicht ihm, mdern dem Stamm gehörte! Die Landsrage soll jetzt dort ziim Stammeöruf geworden fein. Die Weiber ziehen hinter den Männer ' her und fingen mit monotoner Stimme: gehört Hereroland? UnS gehört Hereroland!" (Zuruf: Mutz daS schön klingen! Heiterkeit.) Die Thronrede hat eine Fortführung der Sozialpolitik an* gekündigt. Aber sie enthält keinen Satz, der Maßnahmen zum Sckutze des Mittelstandes verspricht. Erwünscht wäre eme Enquete über alle den Mittelstand betreffenden Fragen: Konkurrenz der Warenhäuser, Ausbildung der Lehrlinge usw. Wir vermissen ferner eine Vorlage über den sog. kleinen Befähigungsnachweis. Man bringt uns neue Steuern, die dem Mittelstand nichts njemger als angenehm sind. Da vergißt man ihn nicht, man vergißt ihn mir. wenn es gilt, ihn zu schützen. Die Berufsvereine-Vorlage ist hoffentlich großzügig und freiheitlich gedacht. Ferner lollteman schleunigst folgende zwei Dinge gesetzlich festlegen: die Errichtung von Arbeitskammern und den Zehnftundentag für Fabnkarbeite- tmter großer Aufmerksamkeit deö Hauses die folgende Mitteilung: AuS der erst kürzlich in diesem hohen Hause beendeten ersten Lesung 1k8 zweiten Nachtragöetats für das südwestafrikansicheSchutzgebiet ist Ahnen allen bekannt, daß die Verhältnisie im nördlichen Teile dieses Schutzgebiets, dem fogenamiten Tamara-Land, sich nach und nach im allgemeinen befriedigend gestalten, während bedauerlicherweise hn Enden deS Schutzgebiets, dem fogenannnten Grotznama-Land, He militärische Lage noch reckt viel zu wünschen übrig läßt. Es 1-ängt dies in erster Linie mit der Schwierigkeit der Proviants- und Munitionsbesckraffui-g für unsere braven Truppen zusammen. Ich brauche hieraus nicht näher einaugehen. Tie Ausführungen des Oberst von Deimling haben sie Ihnen auf das lebhafteste geschildert. Insbesondere infolge dieser in solcher Größe ungeahnten und nicht t-orbnzusehenden Schwierigkeiten ist die Belastung deS für daS krufenbe Rechnungsjahr durch die gesetzgebenden Körperschaften bewilligten Etats eine derartige geworden, daß die Einbringung t t n e B weiteren NachtragSetatS nicht zu umgehen 'st. Keine Ausarbeitung innerhalb der Reichsverwaltung ist beendet, er Hegt zur Absendung an den Bundesrat bereit. Aber nach den biS xetzt bekannt gewordenen Dispositionen dieses hohen Hauses ist es imtgegen der ursprünglichen Absicht leider unmöglich, ihn noch vor k'eainn der Weihnachtsferien an Eie gelangen zu lasten. Da ich nicht tn der Lage bin, der Beschlußfassung der verbündeten Regie- nungen vorzugreisen, mutz ich mich tn dieser Beziehung heute auf bie Ebenso kurze tote bedauerliche Mitteilung beschränken, daß der N a ch- iragSetat voraussichtlich mit einer Forderung ton rund 80 Millionen Mark abschlietzen wird. Die eingangs berührten Verhältnisse im Süden deS Echutz- aebiets haben sich nun aber inzwischen infolge des AuSbruchS der Rinderpest noch weiter ungünstig entwickelt. ES fehlt nicht nur an Ltrobiani, es fehlt nicht nur an Munition, sondern cs fehlen jetzt cnid) die Tiere zu ihrer Herbeischaffung. Unsere Truppen sind dadurch bedauerlicherweise zu einem Stillstand gezwungen, der den aufrührerischen Banden nicht unbekannt geblieben ist, und deren an» sriffSweiscm Vorgehen den bedenklichsten Vorschub leistet. Es ist (phnen aus den neuesten veröffentlichten Telegrammen bekannt geworden, daß die Ueberfälle seitens der Hottentotten sich mehren, daß rirfere Truppen nicht tn der Lage sind, diesen Angriffen erfolgreich «mtgegenzutreten, ja daß derartige Angriffe mehrfach sogar mit pmpfuidlicken Verlusten an Pferden für unsere Schutztruppe geendet haben. Genug, die Verhältnisie haben sich dort derart entwickelt, Itiff die militärischen Instanzen sowohl des Schutzgebiets wie hier in k'erlin jede Verantwortung für die Weiterentwicklung ablehnen, wenn nicht sofort mit den erforderlichen Maßnahmen vorgeaangen wird. ES handelt sich dabei erstens um die Entsendung zweier ErgänzungstranSvorte von zusammen 700 $1 a n n gur Ausfüllung der Lücken bet den Truppenteilen im Süden dtS Schutzgebiets, zweitens um die Beschaffung von 2600 Ls er den zur Auffüllung der stark gelichteten Pferdebestände, drittens um die Beschaffung von 1000 Dr o Hieb ar c n zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Etappenlinie Windhuk-Keet- rianShoop. Um nun die Ergänzungsmannschaften etwa Mitte Januar bezw. Ende Februar abgehen lasten zu können, müsten die ihrer Ausbildung im Reiten erforderlichen Pferde etwa am d Januar bei der Sammelstelle Münster eintreffen. Der Ankauf muß deshalb sofort eingeleitet werden. Ebenso dringlich ist die Beschaffung der Dromedare, da nach dem Ausbruch der Rinderpest aus Kem Bcnwege die Truppe im Süden für den Nachschub wesentlich auf die Etappenlinie Windhuk-Kcctmanshoop angewiesen 'st und Hefe Linie, wenn nicht ein direkter Mmgcl an Proviant und Mu- Eon im Süden cintretcn soll, tn ihrer Lcstungsfahigkett sofort ttrftärft werden muß. Die Di.rchführung d'H Maßnahmen die nach der Auffastung des Reichskanzters tatsächlich unauffch ebbar geworden ist, läßt sich ohne eme Inanspruchnahme eine- Teils der fachen erst durch den von mrr angekundigten Nachtragsetat anzu- Iforbernbcn Mittel nicht erledigen. . m Die Neichsverwaltung ist daher abermalB zu etnem V o r * «riff auf noch nicht bewilli g t e M i t te I durch die Un» Junft her Verhältnisse genötigt Der Reichskanzler bedauert diese Zwangslage aufs lebhafteste; aber er vermag siH'hr nach seiner »flichtmäßigen Ueberzeugung nicht zu entziehen, ba jeder Tag der Verzögerung Zustände im Süden des Schutzgebietsi , R b 'v Einze staaten ein. Eine Bor eneesetzre'orm ist k!'e dem Markt, haben immer das Dor' nimer sind wir bestrebt, da? Aufsehen der Welt zu erregen. ' v find nickt nur gereckt und webe, sondern wir sagen es so oft selbst, daß es keiner mehr mit anhören mag. Das fällt eben den anderen Nationen ans die Nerven. Was könnte sick unsere auswärtige Politik für einen Verdienst erwerben, wenn sie für ein Vierteljahrhundert auch mal den andern Nationen das Wort ließe. (Beifall links.) Abg. Zimmermann (Antis.): Die Reichserbschaftssteuer ist das Schmuckstück des ganzen Steuerbuketts, unter der die übrigen Steuern versteckt werden. In bezug auf die Brausteuer nehmen wir dieselbe Stellung ein wie im Jahre 1893. Wir müssen diese Steuer ablehnen, weil wir nicht glauben, daß die kleinen Brauereien dabei bestehen können. Auch der Tabakssteuer können wir nicht zustimmen. In Sach'en gibt es viele kleine Leute, die ihren Unterhalt au5 der Tabakverarbeilung ziehen. Sie würden eine Reihe von diesen kleinen Existenzen zu Grunde richten, wenn Sie die Steuer annähmen. Die Zigarettensteuer könnte etwos Bestechendes haben, aber man muß bedenken, daß besonders die Arbeiter darunter zu leiden haben, die in der blühenden Zigarettenindustrie angestellt sind. Die Aulo- mobilsteuer trifft sicher nur leistungsfähig" Scknltern, dafür sind wir zu haben. Anstatt die Stempelsteuer zu erhöhen, sollte der Völker ruhig zu sein, (rnglanb und Deutschland gleichen den zwei Reisenden, die im Eisenbabnkoupee sitzen, von denen jeder den andern für einen Räuber hält. Beide find energische Männer und jeder nimmt sich vor, dem andern Räuber zuvorzukommen, ehe ei ihn angreift, und die in diesem Bestreben ans^hren Ecken sich immer näher rüden, sich schließlich an den Hals fasten und dann erst erkennen, daß sie ganz gute Freunde sind. Allerdings, ivenn er;t einmal Deutschland und England sick am Halse haben, dann gebt das nicht so glimpflich ab, dann nimmt das Unheil, seinen Lauf. In diesem Sommer ist wahrlich mit dem Feuer io gespielt worden, daß es beinahe gezündet hätte. Es ist doch fast unglaublich, daß zwei Länder, die beide den Frieden wollen, dnrck das Ränkefpiel Zwangsversteigerung. Die nachstehend bezeichneten Grundstücke, die zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen 1. des Gastwirts Christoph Schneider II zu Birklar, sowie 2. des Christoph Schneider II und seiner Ehefrau Katharine geb. Müller zu Birklar im Grundbuch eingetragen waren, sollen Mittwoch, den 7. März 1906, vormittags 10 Uhr durch das unterzeichnete Gericht in dem Gemeindehause zu Birklar versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollstreckung. Der Versteigerungsvermerk ist am 30. November 1905 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung de? VerstcigerungSoermcrks aus dem Grund- buche nicht ersichtlich waren, sind sie spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung de§ VersteigerungSerlüses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstchendes Recht haben, werden auf- qefordcrt, vor der Erteilung des Zuschlag? die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für daS Recht der Versteigerungserlös an die Stelle gesctz z»t bnrdblötficrn. Ick persönlich bcbaiicrc auch bic jüdischen Opfe. bev rr.iiii<. Revolution. Aber Sie müssen bedenke.i baß bic V1. land die ärgsten Blutsauger sinb und bei der Revo Mion intmtil den elften Reihen stehen. Was nun bi" Sammlungen fiit russischen Juden betrifft, so glaube irt baß sie zum großen nicht .den bedürftigen Juden zukomu. sondern wieder Streik- und Korruptionssassen fließen. Inch bei uns hat laste. Ob es sick um „Nahrungsmittel' ober „Genußmittel" bandelt — das ist ja dock nur ein Spiel mit Worten. Die Erbschaftssteuer mürb.: ich als eine zweckmäßige und gut gewählt Steuer bezeichnen, wenn es gelänge, uns die Verfassung-- und budgetrcchtlichen Bedenken dagegen zu nehmen. Die ganze Finanzreform hätte man aber viel früher ein- bringen müssen. Tann wäre die Schuldenlast des Reiches nicht bis zur jetzigen Höhe gewachsen. Was die Flottenvorlage betrifft, so kann ich ja nicht leugnen, daß die Stimmung im Lande der Flotte gegenüber heute eine andere geworden ist, als vor Jahren. Bedauerlich ist nur die Bindung, von der man sehr wo bl abgehen könnte. Man braucht jetzt doch dem Reichstag gegenüber wirklich kein Mißtrauen mehr zu haben. Wir sind bereit, in der Budget- kommistion jetzt in eine Prüfung von Forderungen einzutreten, die wir früher ohne weiteres als nickt dringlich abzulchncn bereit gewesen wären. Unserer Kolonialvolitik können wir freilich bis jetzt feine gute Seite abgewinnen. Es ist doch eine sehr merkwürdige Tatsache, daß der Schatzsekretär heute vor Eintritt in die Tagesordnung uns plötzlich eine Fordcrimg von 30 Millionen in Aussicht stellt. Da kommt einem unwillkürlich der Gedanke, daß auf unseren Kolonien ein wahrer Fluch liegt und daß dieser unsererseits nickt ganz unverschuldet ist. Ich glaube, ich kann der Kolonialverwaltung kein größeres Entgegenkommen beweisen, als wenn ich bis zum Eintreffen der Aufklärungen, die uns gemacht werden sollen, mich enthalte, alles das zu sagen, was mir auf dem Herzen liegt und was wohl berechtigt wäre. Da sagt man, wir hätten bei unseren Kolonien eine übertriebene Sparsamkeit walten lasten, die andere Nationen nicht kennen. Dieser Vorwurf ist doch wirklich unverdient und ich möchte die Natton sehen, die hunderte und hunderte von Millionen fort und fort in Kolonien steckt, von denen sie sagt, daß sie einen materiellen Wert nicht besitzen und einen ideellen Wert nur deshalb, weil sie gerade uns gehören und nicht anderen. ES läßt sich nicht leugnen, daß in der auswärtigen Presse viel gegen Deutschland gehetzt wird. Aber auch in der deutschen Presse wird manches gegen andere Staaten geschrieben. Und wenn felb-t ? • der Staaten nervös werden, da ist es erst recht Pflicht lwl senntafl6- öU£ re'nH'^-ccE irerbfrVli fanf®1 bem®r .sanM b e t'tyy in d- Vii**. Lang* W1- pie s-nittgk „i: m «• »■ % Ui* die wnt ö. «<■ । rr’b.-kn bin M , Unter dem 26 I eW den Wuns l’S JU bese.tn I jti niclst W E B Jf br mit st^bra in Frank y diliourd vont rJ Riii^cruiM gegeber rib Epantm II ü gibt d nn bte ttit 10. Juli mebt üt ---d f-t 1. Aug st strÜ 11 irrtm der lonfere Biofiinrnte über I jenuHion für die I ’i Inlciheverh-ndlnnge B|tlagur I h i-L oalle Rriitbe I '^1.7° fr ief I SiiK £ ^t’fb fufc müsse -;niflfr Mrbt. ■ Ip-,"fngt, ehe • liste Ifc^ ■ tr lkbhak. sx. ^ler ■ 2'n Ä« I ! M u »fr. Xgtnh.bt I ^'Lugest,, iiid>e Pm'chest un tflftilTß ermiberte, •rieben, und es se 5 b'!in machte sod denen ton einem P rakko die Rede 1 dem T?crte „Tret, den T grrien und Z tien bciifr und ben luier -u liegen. F M'NN ist sich über 19)4 madn Tckcas eir.tr Uutencbtmg, h'.be und in her bcrc.’ii abjiele, in b tt n. aber ibn zr i . • r Äihourd, br a!tniete unb f S. ■’ gibt cm 6. fr' t;öfifdi.(6att Erstes Lpezialhaus jur Achime unii stölke empfiehlt als praktische Weihnachtsgeschenke Dainen-R<1g;eiischirme IlerreibRegeuschirme ""«S- Mädchen-, Knaben- und Schulschinne in allen Preislagen - Puppenschirme Spazierstöcke Tie Auswahl ist sehr groß und enthält die letzten Neuheiten der Saison. 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Wiese im obersten Boden 6 IX 83 Acker auf den Gackerten 7 X 24 Acker auf der bösen Seite 8 x 112 Acker auf dem Gänshang 9 X 129 Acker in den Kreuzäcker 10 XI 52 Acker auf den Pfuhlen 1 I 485 Acker vom Grotberg bis an den Geisbcrq 1231 430 Mark 2 IX 55 Acker in der Wanne 2 569 600 ,, 3 XII 127 Acker zieht durch den Klosterpfad 3 037 650 w 4 5 II VIII 25 79 Acker Wiese zwischen dem Kratzcrt und dem Dorse in den Sauerwiescn 656 981 160 400 n 6 V 237 Acker neben dem Hallenpfad 2188 700 M 7 II 269 Acker am Betcenhäuser Weg 650 250 ff 8 XII 16 Acker auf den 20 Morgen 413 125 H 9 vm 125 Wiese in den Srrauchwiesen 162 50 rt 10 V 203 Acker auf der Halle 644 260 u 11 VI 94 Acker beim kleinen Kist 1 494 520 H 12 i 63 Hofreitc im Ort 406 3 500 M 13 VIII 30 Wiese in den Rabcnwiesen 444 140 M 14 VIII 60 Wiese in den Sauerwiesen 344 125 M 15 II 2783/lQ Acker am Bettenhäuser Weg 1850 750 H 16 T 544 Acker am Gralberg: 844 380 n 17 I 545 Acker daselbst 1487 670 ff 18 VIII 59 Wiese in den Sauerwiesen 350 125 H 19 X 111 Acker auf dem GänShang 637 175 c. 1 Grundbuch für V»U 1 vii 1 17«. G^'ttarkung Brr/tar. Band IV, Blatt 361: 1 Duchenhochwald 1 der Vltrtroefb T 62 737 Mark 2 | VII Anteil l7 l 17i. />.° = 7. Vuchenhochwald Mark der Marttvald 590 513 12 820 Mark