Dienstag 2Z. August 1905 Nr. 196 155 Jahrgang Zweites Blatt Ursthetrtt KZSch axtt vuSnahms bei Sonntags. General-Anzeiger, Amts- und AnzeigeblaLt für den Mir Eietzen. s Laufmädchcu ob. t auf jof. geg. hohen iUer~ir.ll,II. [05513 der vor einigen Wochen bei einem Brandei unter eigener Lebensgefahr aus Hause rettete, wurde gestern durch die ihm verliehene Rettungsmedaille Die »Wietzener SawlfienMätter* werden dem ^Anzeiger viermal wöchenllich betgelegt. Der «tzelßlchn Lml-vttt- erscheint mouaMch einmal. Ortes, Herrn Bin, zwei kleine Kinder einem brennenden Kreisrat Böckmann überreicht. Frankfurt, zsr tc9 tvrau 6üi„T üen «7 Vllei>- keine Neubelebung, sie werde jetzt eher zahlreicher begangen als früher. Damit eirbeten am Sonntag nachmittag die Beratimgen, an die sich noch ein gemeinsames Mittagsmahl anschloß. Ans Htaöt und KastS. Gießen, 22. August 1905. ** Besitzwechsel. Das Besitztum des Schlossers Gg. Ferber, Steinstraße 43, ging für 14 000 Mk. in den Besitz des Architekten Karl Nesselträger aus Heuchelheim über. •* Die Fleischbeschau. Das Großh. Ministerium des Innern hat unterm 2. ds. Mts. an die Großh. Kreisämter wegen der Ausbildung der Laienfleischbeschauer für ländliche Beschaubezirke folgendes Ausschreiben erlösten: Es ist wiederholt darüber geklagt worden, daß es ost schwer falle, geeignete Personen für den Fleischbeschau- dicnst in ländlichen Beschaubezirken zu gewinnen, in denen das aus Gebühren bestehende Einkommen der Fleischbeschauer den Kosten für deren Ausbildung gegenüber zu gering fei., Die Gemeinden zur Deckung dieser letzteren Kosten heran- zuziehen, fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage, überdies würde der Weg der Ausbildung von Fleischbeschauern auf Gemeindekosten nichts weniger als empfehlenswert erscheinen. Da die direkte Uebernahme der Kosten der Ausbildung der Fleischbeschauer unter die nach Art. 7 u. ff. des Ausführungsgesetzes vom 4. April 1903 zu deckenden Kosten gesetzlich nicht zulässig ist, ermächtigen wir Sie, für alle diejenigen kleineren Beschaubezirke, deren Zuteilung zu größeren wegen ihrer isolierten Lage untunlich erscheint, die Kosten der Ausbildung der Fleischbeschauer auf die Kreiskaste vorlagsweise anzuweisen und dieser durch Abzüge an den den betreffenden Fleischbeschauern zu bewilligenden Gebühren in einer im Einzelfall von Ihnen festzusetzenden, nicht zu kur; zu bemessenden Zeitdauer wieder ersetzen zu lasten. Die betreffenden Fleischbeschauer wären in solchen Fällen vertragsmäßig zum Rückersatz der noch rückständigen Ausbildungskosten zu verpflichten, wenn sie aus eigenem Antrieb ihre Stelle aufgeben oder die Nachprüfung nicht bestehen oder wegen mangelhafter Dienstführung entlassen werden. Je nach den gegebenen Verhältnissen können für die hier in Betracht gezogenen Beschaubezirke, damit infolge der zu machenden Abzüge das Einkommen der Fleischbeschauer nicht allzusehr verringert wird, die Gebühren auf Grund des § 23 Abs. 6 der Fleischbeschauordnung entsprechend erhöht werden. B. Treis a. d. Lumda, 21. Aug. Als in allen seinen Teilen wohlgelungen kann das Fest bezeichnet werden, das der Gießener Zweigverein der Gustav-Adolf- Stiftung gestern bei uns gefeiert hat. Feststimmung lag auf der ganzen Gemeinde, die Häuser und Straßen beS Dorfes hatten Festschmuck angelegt. Diese hatte sich denn auch, als kurz nach 2 Uhr die Glocken zum Festgottesdienst riefen, in solchen Scharen eingefunden, daß die Kirche sie nicht alle fassen konnte. Den Gottesdienst eröffnete nach' einem prachtvollen Orgelpräludium der hiesige Kirchengesang» verein unter der Leitung des Lehrers Gödtel mit einem Chorr „Lobet den Herrn", der exakt ausgeführt die Festgemeinde in die rechte Festesstimmung versetzte. Die formvollendete^ packende Festpredigt hielt Pfarrer Groth-Rödgen übev Röm. 1, 15 u. 16. Nach einem weiteren Chor des Kirchengesangvereins: „Rüstet euch, ihr Christenleute" erstattete der Schriftführer des Vereins, Pfarrer Euler-Gießen den Rechenschaftsbericht über daS abgelaufene VereinSjahr. Punkt 4 Uhr luden die Glocken zur Nachversammlung ein, welche, da der Himmel sich inzwischen wieder aufgeheitert hatte, auf dem großen freien Platz bei der Kirche abgehalten werden, konnte, wo sich bereits mehrere Hunderte von Zuhörern eingefunden hatten. Der hiesige Männergesangverein eröffnete den Reigen der Vorträge mit einem Chorlied, worauf Pfarrer Büchner von hier die Anwesenden willkommen hieß unbi der Hoffnung Ausdruck gab, daß das schöne Fest die altem Freunde und Helfer des Gustav-Adolf-VereinS mit neuer Liebe zu demselben erfüllen und ihm neue erwerben möge^ Nach einem weiteren Liede des Gesangvereins hielt Psarrep Gußmann von Kirchberg einen sehr anregenden Vortragi über die Verbreitung des Evangeliums in dem 'Lande der Mönche und Nonnen, Spanien. Zum Schluffe seiner Ausführung schlug er eine Tellersammlung zum Besten der Evangelisation in Spanien vor- die den schönen Betrag von 38 Mk. ergab. Leider setzte der inzwischen eingetretene Regen der schönen Feier ein frühes Ziel, sodaß nach einem weiteren Chor des Gesangvereins der Vorsitzende des Vereins, Dekan Strack-Leihgestern das Fest unter herzlichen DankeSworten an die Anwesenden und alle, die zum Gelingen beigetragen hatten, gegen 51/, Uhr schloß. Die Kollekte nach dem Fest-^ gottesdienst betrug 93.66 Mk. und wurde von dem hiesigen Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde Rockenberg für den Bau einer Kapelle zugewiesen. Außerdem wurden noch für etwa 15 Mk. Gustav-Adolf-Schriften verkauft. 8. Geißnidda, 20. Slug. Dem Bürgermeister unseres für einen löjähnaen Siede als '■Lehrling 19. AuM E enamt 21. Aug. Im hiesigen Rangier-^ bahn Hof ist man einem fortgesetzten Massendieb st ahv Ichen * - Ms !Npj. sich im !kaj-Herr m.LMoriir.6[E । Tlrtmn mit guter Haudjchnst den Herren Arzte« l Heransichreiben brr _ ©efl. Slörenen unt. rt die (.ftvcdil. b. Äl. 10000 itt an erster Stelle Zinszahler ge|i# lelbungen unter 4359 ^nerAiMttbelrn. IsHSielle aus Lpruna Objekt M Zinszahler es 1. Mai als Weltfeiertag llarlegt. Dieselbe ist allen Wahl- >ereinen an Orten mit starker Jndustriebevölkerung zur Verteilung «m Morgen des 1. Mai unentgeltlich zu liefern." Begründet vurde der Anttag damit, da^ man dem weiteren Abflauen der Begeisterung dadurch entgegentreten wolle. Demgegenüber wurde reitend gemacht, daß die Behauptung mancher Gewerkschaftsführer -zorr einer Abnahme der Maifeier nicht richtig lei. Diese brauche (05477 Ichen )as willens ist, «äs g. hohen Lohn unb t) London zu gehvi. GoethefN.W. tpl wirb ein tücht. in gejucht. [4334 Neuen Laue 27,'. 52. Keneralverfammsung der Katholiken Deutschlands. H.F. Straßburg L Els., 21. Arm. Heute vormittag gegen 9 Uhr war nach dem großen Saal des Sangerhauses, in dem die erste geschlosseneVer- sammlung abgehullen wurde, ein förmlicher Ansturm wahrzunehmen. Der Vorsitzende des Lokalkomitees, Dr. med. Burau- b u r u - Straßburg, eröffnete die Versammlung mit dem katholischen Gruß: „Gelobt sei Jesus Christus". Dr. Bur- gnburu führte alsdann aus: Der Kulturkampf ist zu Ende, aber ein neuer, versteckter Kulturkampf droht unserer heiligen Kirche. Man sucht durch, offene und versteckte Angriffe unsere Glaubenseinheit zu'stören. Wir aber bleiben fest im Glauben und wissen alle Angriffe mutig zurückzuweisen. Dieser Kampfesmut soll sich aber durchaus nicht betätigen gegen Andersgläubige. Wir wollen unsere heilige Kirche verteidigen, aber die Ueberzeugung Andersgläubiger achten. Auf Veranlassung des Dr. Burgubuml wurde danach das Antwortschreiben des Papstes an das Lokalkomitee in lateinischer und alsdann in deutscher Sprache verlesen. Das Schreiben, dessen Verlesung stehend entgegen» genommen wurde, schließt mit deut Segen für die Ver- sammlung. Dr. Burguburu schlug danach vor, zum ersten Präsidenten der Generalversammlung den Erbprinzen Alois zu Löwenstein zu wählen. Der Antrag wurde angenommen. Erbprinz Alois zu Löwenstein, mit stürmischem, nicht endenwollendem Beifall empfangen, bemerkte: Angesichts des Umstandes, daß in jüngster Zeit Universitätsprofessoren Angriffe gegen unseren heiligen Glauben unternommen haben, ist es hoch erfreulich, daß sich an dieser Generalversammlung sieben Universitütsprofessoren beteiligen. Wir wollen unsere protestantischen Brüder nicht bekämpfen, sondern mit ihnen imb, wenn sie es erlauben, für sie kämpfen. Danach wurden Reichstagsabgeordneter, Oberlandes- gerichtSrat W e l l st e i n (Frankfurt a. M.) unb Graf A n b l a u (Stotzheim, Elsaß) zu Vizepräsibenten, Rechtsanwalt Hugo Steinhardt (Straßburg), Oberlehrer Kinzinger (Metz), Verlagsbuchhänbler Buß (Esten a. b. Ruhr) und Rechtsanwalt Dr. SchwönbenS (Köln) zu Schriftführern gewählt. Im weiteren würben bie Vorsitzenden der verschiedenen Kommissionen gewählt unb beschlosten Huldig ungs- telegramme an den Papst unb an ben Kaiser zu senben. Die Drahtung an ben Kaiser lautet: „Euer Kaiserlich Königliche Majestät bittet die 52. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ben einmütigen Ausdruck tiefster Ehrfurcht und untertänigster dankbarster Huldigung darbringen zu dürfen. Den Worten des Apostels gemäß, daß es keine obrigkeitliche Gewau gibt außer von Gott, legt die Generalversammlung das auf tiefster Religiosität ruhende Gelöbnis unerschütterlicher Treue aufs neue vor Euer Majestät Thron nieder. Geleitet von dem Wunsche, daß es im Geiste christlicher Liebe geschehe, wird sie zum Heile des geliebten Vaterlandes ein einträchtiges Wirken mit allen, die unter Euer Majestät erhabenen Szepter Gott und Vaterland dienen, nach besten Kräften fördern." Die Drahtung an den Papst lautet: „Sr. Helligkeit dem Papst Pius X., der als oberster Hirt in allen Ländern weise nnd gütig für das Heil der ihm von Christus anvertrauten Herde sorgend waltet, versichert die 52. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in Straßburg ehrerbietigst ihre Gesinnung ehrfurchtsvollsten Gehorsams und kindlicher Liebe und erbittet als Unterpsand ihrer natürlichen Zuneigung und zur Erlangung der göttlichen Hilfe von Sr. Heiligkeit inständigst den geistlichen Segen." Ein weiteres Huldigungstelegramm wurde an den Statthalter Fürsten Hohenlohe-Langenburg gesandt und darnach auf den Papst und den Kaiser ein dreifaches Hoch ausgebracht. Alsdann wurden eingetroffene Begrüßungsdrahtungen von dem Herzog Max von Sachsen und mehreren katholischen Arbeitervereinen verlesen. Justizrat Dr. Porsch (Breslau) befürwortete darnach die Annahme folgenden Antrages: „Die 52. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands kann es, wie alle ihre Vorgängerinnen, nicht unterlassen, Einspruch zu erheben gegen die Lage des Heiligen Stuhles in Rom seit dem Jahre 1870. Die deutschen Katholiken wie alle übrigen Katholiken der ganzen Welt können nicht das Verlangen aufgeben, daß ihr höchstes Oberhauvt, der Papst, eine volle und wirkliche Unabhängigkeit und Freiheit genieße, welche die unerläßliche Vorbedingung für die Freiheit und Unabhängigkeit erst dann als verbürgt anerkennen, wenn ein Zustand hergestellt sein wird, welchem auch der Papst selbst seine Zustimmung bat geben können. Die Generalversammlung bittet alle deutschen Katholiken um nachhaltige und reichliche Unterstützung des P e t e r s p f e n n i g s, damit der Heilige Vater in der Lage ist, den Bedürfnissen der Kirche in möglichster Unabhängigkeit und in vollem Umfange gerecht zu werden." Der Antrag Porsch gelangte einstimmig zur Annahme. Die erste öffentliche Versammlung beginnt heute nachmittag in der Festhalle. Ztz «** «lwaelSv von Stückgütern aller Art auf bie Spur gekommen., Bahnbedienstete hatten, so wirb bem „Jntellig.-Bll^ ge-< melbet, auf bem Bahnkörper eine große Kiste ver-j graben, in ber sie aus bem Bahnwagen entwenbete Waren, verbargen. Wenn sich bie Diebe sicher fühlten, schleppten, sie ihren Raub fort. Haussuchungen, bie bei mehreren ber Beteiligten abgehalten wurden, förberten gestohlenes Gut zutage, so baß schon am Freitag mehrere Verhaftungen, vorgenommen werben mußten. Im Laufe ber letzten zehn Monate soll ein Spebiteur burch berartige Diebstähle um mehrere hunbert Mark geschäbigt worben fein, ba er für bie entwendeten Waren ersatzpflichtig gemacht wurde. Internationaler Kongreß des Weröandes zum Studium der Aeryaltniffe des Wittelftaudes. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) in. (Schluß.) Lüttich, TB. Mg. Die heutige Volksversammlung, in der die Berichte der drei Sektionen erstattet werden sollen, wird pünktlich um 10 Uhr durch den 1. Vorsitzenden, Wirkt. Geh. Oberregiermrgsrat Dr. Mdicker aus Berlin eröffnet. Der Besuch war ungefähr derselbe, wie am ersten Tage. Der Vorsitzende teilt mit, daß wieder ein Bep7 d /k ▲ . Rotationsdruck und Verlag der H pH. ch UnwerfttätSdruckeret. «. 8aW. «t-d»» wL K vk M zn. Ü B vK i^«* tyrannisieren zu lassen. Im dumpfen Speisesaale cinc-3 Hotels, ... - Hf O J C * a*«-» a h a au । J < »irr tr .h'X/ih I i ’ r »nm ah a X F i i k m n »» stiegt aus der hintersten Ecke des Saales ein Kellner herbei rum weil es einer Dame (ebenso häufig ist es aber auch ein altes Weib in Mannskleidern) ziehe. Und die gebildeten Europäer gehorchen wiederum unbedingt und leiden insgesamt von der Suppe bis zum Dessert unter der druckenden Atmosphäre, damit ein Einzelner einer wirklichen oder vermeintlichen Erkältungsgefahr entrinne. Steht denn die moderne Gesundheitspflege nicht auf dem Standpunkt, daß für den Körper das Einatmen verbrauchter und verdorbener Luft unbedingt schädlich ist? Können durch eine Versündigiing gegen dieses Naturbedürfnis nicht BeklcmmungSzustäiide, Kopfschmerzen und andere Nebel entstehen, die zum mindesten ebenso unangenehm ind als ein Katarrh, den man sich überdies bei eingeschlossener Luft (zumal im Eisenbahnkupce durch den in den Polstern itzenden Staub) viel leichter zuzicht als bei zirkulierender? Es handelt sich meist nur um veraltete Vorurteile einer Minderheit, denen zulieb die Mehrheit wirkliche Beschwerden ertragen muß. Hier ist es ein wahres Verdienst, zu scheinbar rücksichtsloser Selbsthilfe zu greisen und den bisherigen im menschlichen Herdenverkchr giltigcn Anllandskodex in einer Weise umzugestalten, durch die das Recht auf frische Lust der Menschheit zurückerobert wird. * Die unleserliche Handschrift. Man schreibt • Eine wunderhübsche Geschichte macht fn Berliner Blättern die Runde: Grobes Aussehen erregt in Berliner Künstlerkreisen die Verlobung eines jungen Porträtmalers, die eines romantischen Beigeschmackes nickt entbehrt. Dor etwa Iahressrist erschien bei dem Künstler, befielt Atelier im Westen der Stadt liegt, ein etwa zwanzigjähriges Mädchen, das sich ihm al? Modell anbot. Ter Kopi gefiel dem Künstler, und mehrere seiner letzten Porträts tragen die Züge des Modells. Das junge Mädchen, das firG Frieda v. S. nannte, erzählte dem Dialer, das; cs aus einer vornehmen, aber verarmten, adeligen österreichischen Familie stamme. Co verstrick ein halbes Jahr, als eines Tages das Modell nickt mehr im Atelier erschien. Dafür trai aber ein Bries ein, in dem Fränlei: v. C. ihr Fernbleiben mit einer kurzen Reise nach Oesterreich emichuldigtc. Von dieser Zeit an war die junge Dame svurlos verschwunden. In diesem Sommer weilte der Maler im Bade Kissingen. Als er zum ersten Male mittags den Speisesaal seines Hotels betrat und an der Table d’liote Platz nahm, sah er sich zwei elegant gekleideten Damen gegenüber, deren jüngere dem verschwundenen Modell sprechend ähnlich war. Tas liefe Erröten des jungen Mädchens bewies dem Künstler, das; er sein Modell vor sich habe. Bald war der junge Maler der älteren Dame, Frau Baronin v. C., durch ihre Tockter vorgestellt. Ter Grund der plötzlichen Abreise von Berlin war die Nachricht gewesen, das; der Mutter unerwartet eine große Erbschaft zugefallen war. Dem Wiedersehen des Malers mit seinem Modell ist nun die Verlobung des Paares gefolgt — und so ist zu hoffen, das; noch manche der Bilder des glücklichen Bräutigams die anmutigen Züge der österreichischen Ari0okratin tragen werden. * Das Recht auf frische Luft. Wenn in einem vollgepfropften Eisenbahnkupce von acht Insassen sieben Bedürfnis nach frischer Luft haben, aber der achte aus Angst vor Hals-, Zahn- oder sonstigem Weh erklärt, daß die Fenster geschlossen bleiben müssen, so hat sich die Majorität nach den internationalen Höflichkeitsregeln unfehlbar von der Minorität Familitn-Uachriösten. Gestorben. Herr Johannes Theis, Butzbach; Fräul. Auguste Frank, Lehrerin in Friedberg. entlassen können. | Dann erhält das Wort zu dem Bericht der 2. Settivn Professor Dr. Schwindland von der Universität Wien. Auch dieser Redner hält gleichwie Dr. Geßmann die Errichtung von geeigneten Wvhnräumen und besonders von geeigneten Werkstätten für den Mittelstand sehr wichtig. In Paris z. B. hätte man schon ganze Straßenzüge mit Werkstätten eingerichtet. Er beantrage ebenfalls dieser Frage besondere Aufmerksamkeit zu schenken und hoffe, daß eine Anzahl Herren des Kongresses auf eigene Kosten an Ort und Stelle diese Einrichtungen studieren. Weitere Redner sind zu dem Bericht der 2. Sektion nicht gemeldet, es erhält daher das Wort Herr Dr. Karl H e i l i g e n st a d t, Präsident der Preußischen Zentralgenossenschastskasse aus Berlrn zum Bericht der 3. Sektion über die F ö r d e r u n g d e s Kreditwesens für den Mittelstand in Stadt und Land. Der Redner fühlst aus: Es sei zunächst eine Geschäftsordnungsdebatte dartiber eingetreten, ob man die zu dieser Frage aus Italien, der Niederlande, Oesterreich, Frankreich usw. vorliegenden, teils sehr wertvollen Berichte, mit zur Erörterung heranziehen Jone. Eine Verhandlung über die Berichte wurde nicht gewünscht, Der Redner führt dann weiter aus, daß die dritte Sektion bei der außerordentlichen Bedeutung der vorliegenden Frage selbst in drei ausgedehnten Sitzungen nickt mit der Arbeit fertig werden konnte. Immerhin ließen sich als Ergebnis der Arbeit die folgenden 6 Punkte feststellcn: 1. Der Mittelstand ist bis in die jüngste Zeit hinein Dort einer allgemeinen Benutzung des organisierten Kredits und damit von dessen Vorteilen ausgeschlossen gewesen. Jir manchen Ländern bestehen allerdings schon Einrichtungen, die dem Mittelstand eine bessere Ausnützung des Kredits ermöglichen. So haben in Oesterreich viele Angehörige des Mittelstandes Kredit zur Produktion der ermöglicht wird durch gemeinnützige Wohltätigkeitseinrichtungen. Der Kongreß war nun der Meinung, daß nickt,Wohltätigkeit genüge, sondern daß eine planmäßige Arbeit geleistet werden müsse. Dabei muß aus eine möglichst einfache Form der firmten Einrichtung besonderes Gewicht gelegt werden. 2. Da der Mittelstand besonders geartete Kreditbedürfnisse hat, so müssen zur Herbeiführung gesunder Kreditverhältnisse. auch besondere Einrichtungen geschaffen werden. In einigen Staaten bestehen allerdings sckon Einrickstungen, die aber niegt ausreichen, so in Holland, intb die italienischen Notenbanken müssen Wechsel für "Angehörige des Mittelstandes unter dem üblichen Zinssatz diskontieren usw. In anderen Staaten aber ist es für den Mittelstand sehr schwer, einen entsprechenden Kredit zu erlangen So sind in Belgien bei der Bank National für Wechsel drei Unterschriften erforderlich und auch sonst noch Schwierigkeiten vorhanden, die es verhindern, dem Kleingewerbe zu dienen Allerdings ist die Arbeit außerordentlich schwierig, weil Kleinhandel und Handwerk veranlaßt durch 'Warenhäuser usw sich gerade in einer fortwährenden Umbildung befinden. Wie soll nun dieser Uebergangszeit Rechnung getragen und eme Verbesserung der Kreditverhältnisse fnr den Mittelstand bewirkt werden. In Deutschland bestehen bei der Beantwortung dieser Frage zwei Richtungen: die erste Richtung erwartet alles von der privaten Hilfe. Sie gelangte auch hier zumAus- druck durch den Anwalt des auf Selbsthilfe behenden Erwerbs und Wirtsgenossenschaften. Landtagsabgeordneter, Berlin Die andern sagen, auch der Staat muß Mithelfcn. Für beide Ansichten sind in der Sitzung der Sektion Grunde vorgebracht worden. Im wesentlichen war die Ansicht der Sektion, daß es vhm staatliche Mitwirkung nicht ginge. Es inurbe MonbeT» au die Aufgabe des Staates gehen. Auch darüber bestehen noch verschiedene Ansichten. Der Vertreter der italienischen Regierung erklärt sogar, daß seine Regierung dafiir Fein Geld hergeben könne. Mgemein herrschte die Ansicht, daß die Unterstützung nicht so weit gehen darf, daß dadurck die eigene Initiative des Mittelstandes untergraben wird. Die Selbstverantwortlichkeit muß nicht nur erhalten, sondern noch gestärkt werden. Mehr kommerzielle Bildung ist ebenfalls notwendig. 3. Die Organisation des Kredites für den Mittelstand kann nur auf dem Prinzip der Kooperation vor sick gehen, da das einzelne Individuum kein genügend starker Faktor int wirtschaftlichen Kampfe ist. Die Sektion befaßte sich dann,weiter mit den Fragen 4. Welches ist die g e g e n w ä r t j g c S itu a- tion des Genossenschaftswesens hinsichtlich der gesetzlichen Lage in den einzelnen Ländern, und 5. Welches ist die gegenwärtige Situation des Genossenschaftswesens hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Tätigkeit in den einzelnen Ländern? Das zu diesen beiden letzten Fragen vorliegende Material wird demnächst veröffentlicht werden. Dann beschäftigte sich die Sektion mit der Frage zu Punkt 6: Welches sind die geschäftlichen Tätigkeiten der Kredit-Organisationen in den einzelnen Ländern. Dabei kam man zu dem Ergebnis, daß Kreditgenossenschaften allein, nicht aber mit Verkaufs-- oder Produktivgenossenschasteit zusammen gegründet werden sollen. Es soll aber empfohlen werden, daß die verschiedenen der Förderung des Mittelstandes dienenden Genossenschaften möglichst die Geschäfte mit einander erledigen. Eine weitere Frage war die: „Sollen die verschiedenen Berufe auch verschiedene Berufs-Kreditgenossenschaften haben. Die Sektion kam zu dem Schlüsse, daß die Landwirte zweckmäßig fi'ir sich bleiben, daß aber der städtische Mittelstand zusammengehen könne bei,den Kreditgenossenschaften. Damit schließt der Redner unter großem Beifall die interessanten mit großer Sicherheit vorgetragenen Ausführungen. Es nimmt dann das Wort der erste Vorsitzende und erklärt, daß der vorliegende Arbeitsstoff jetzt bewältigt sei. Er freue sich, feststellen zu können daß eine gewaltige Snmme von wirklicher Arbeit geleistet worden sei. Man sei nicht zusammengekommen, um eben einen Kongreß zu haben, sich einmal wieder zu sehen und sonst sich zu amüsieren, sondern um wirklich auf streng wissenschaftlicher Grundlage über die Förderung eines so wichtigen Standes, wie ihn der Mittelstand darstellt, zn beraten. Er gebe dem Wunsche Ausdruck, daß es immer so bleiben möge und daß die Herren, die etwa verschiedene Anschauungen hätten, wohl in der Sache Gegner, in der Person aber gute Freunde bleiben mögen. Dann würde es immer so gehen, wie bei dieser Tagung, in der der einzelne Besucher mehr in sich ausgenommen hätte, als wenn er dickleibige Folianten dnrchstudiert hätte. Damit schließt der 1. Vorsitzende die arbeitsreiche Tagung. Darauf dankt der anwesende belgische Minister dem Präsidenten unter lebhaftem Beifall für die vorzügliche geschäftliche Leitung des Konaresscs. Er habe wie ein guter Kapellmeister die cnmaeu anw- senden Herren dirigiert. der „F. Ztg.": Die Uebelstäude, die sich aus undeutlich ge- chriebenen ärztlichen Rezepten ergeben, sind schon häufig erörtert worden. Lassen Sie sich dazu eine kleine Geschichte erzählen. In Budapest wirkt ein Schriftsteller von Rus und Talent, doch leider führt er eine wahrhaft groteske Kralle. Ein Sinologe, der einst eine Probe davon zn Ge- icht bekam, erklärte sie zögernd für „wahrscheinlich südtibetanisch", den Dialekt für ausgestorben und das Günze über- )ic§ für chiffriert. Ein einziger Setzer in Budapest vermag ;ei günstiger Witterung besonders langsam geschriebene Worte zu entziffern, wobei persönliche Freunde und Fami- ienangehörige des Autors assistieren. Dafür bezieht der Setzer eine Zulage, hat zwei Nachmittage in der Woche frei und wird auf drei Schritte Distanz mit „Mein lieber Maroschi" angesprochen. Von der Möglichkeit seines Scheidens aus der Offizin spricht der Metteur nur mit gedämpfter Stimme. Da begab es sich eines To.g.-s, daß der Schriftsteller im Cafe eine politische Nachri. . von großer Wichtigkeit erfuhr. Ans Telephon konnte er nicht gehen, — das wäre der Gesellschaft aufgefallen. Er verlangte also vom Oberkellner einen jener schmalen Zettel, die den Kellnern zur Berechnung der Zeche dienen, v warf einige Zeilen darauf: „Fejervary zum Ministcrp.'.A identen designiert!" und schickte das Ding mit der mündlichen Botschaft „Aeußerst wichtig!" ans die Redaktion. Dort hielt man's zuerst für einen schlechten Spaß; doch erkauiue man zum Glück bald den Schreiber. „Na, dann ist ja leicht geholfen, wir lassen unfern lieben Maroschi rufen," sprach der Chef. — O Verhängnis! Maroschi hatte seinen freien Nachmittag. In die allgemeine Ratlosigkeit, die daraufhin entstand,' Platzte der jüngste Redakteur und schlug vor, das Zettelchen in die — Apotheke zu schicken, wo sich die Herren ja aus den diffizilsten Handschriften einen Reim zu machen wüßten. Gesagt, getan. Und als eine Viertelstunde vergangen war und noch eine Viertel, da kam der bang erwartete Bote aus der Apotheke zurück. Er stellte stumm eine Flasche Mandelmilch auf den Tisch. — Roda Roda. Nebcreaschend schnell und gründ- f arbeitet das eckte Dr. Thompsons Seisenpulvcr, Marke ***■•/ Schwan. Dasselbe macht die Wäsche blendend weiß, ohne sie anzugreifen, und gibt ihr einen frischen, angenehmen Geruch. — Ueberall gu haben. bs*\ ftdtr bet belgkschet« anwesend sei, die damit ihr hvheS Interesse an den zur Crörcerung stehenden Fragen bekunde. Es wird dann bekannt gegeben, daß eine Einladung zur Abhaltung der nächsten Generalversammlung (nicht zu verwechseln mit dem Internationalen Kongreß) aus Nürnberg vorliegt. Der Vorsitzende hebt hervor, daß wohl keine andere Stadt ztir Mhaltung einer solchen Tagung so geeignet sei, wie Nürnberg, könne man dort doch die Geschichte des Mittelstandes geradezu an der Quelle studieren und die Wahrnehmung dabei macken, daß alle Knlttir, vor allen Dingen auck alle Kunst sich nur mit und durch den Mittelstand entwickelt habe. Zu der nächsten Tagung des Internationalen Kongresses haben die Städte München und Wien Einladungen ergehen lassen. Er dankt auch dafür utld gibt bekannt, daß das Bureau wahrscheinlich feine Entscheidung für Nürnberg und Wien treffen wird. Dann erhält das Wort Ministerialrat B r e y ch a aus Wien alS Vorsitzender der 1. Sektion zu deren Bericht über das Gewerbliche Unterrichtswesen. Der Redner weist znnäckst hin auf die verschiedensten Berichte, die aus Luxemburg, Frankreichs den Niederlanden, Italien usw. vorliegen. Es sind von der Sektion fünf Berichterstatter ernannt worden aus den verschiedensten Ländern, deren Berichte der Redner in den betr. Landessprachen wiedergibt. Besonders verweist der Redner auf den Berickt des Geheimrats Dr. v. See feld-Berlin. Die Sektion tritt in erster Linie ein für die entschiedene Entwicklung des Fort- bildungssckulwesens, besonders aber für eine weitere Entwicklung und Stärkung der schon jetzt vielfach bestehenden Fachschulen. Besonders verweist der Redner, gleichwie am ersten Tage der erste Vorsitzende auf die von den Oestreichern gebrachten Referate und empfiehlt diese zum gründlichen Studium. Aus Deutschland seien drei Anregungen gekommen, die auch in der Aussprache kurz zur Erörterung gelangten. Es wird darin gefordert: 1. der Staat soll für eine genügende Anzahl Elementarschulen sorgen, in denen gleichzeitig eine geeignete sachliche Ausbildung vor sich gehen kann: 2. der Staat soll nach dem Muster der Meisterkurse für die Handwerksmeister, Kurse für die selbständigen Kaufleute einrichten, in denen diese einen gründlichen Unterricht in Buchführung, Wechsellehre usw. erhalten können und 3. der Staat soll Handelsrealschulen schaffen. Geheimrat v. Seefeld-Berlin erwähnt zu diesen Forderungen, daß die sweußische Negierung nicht mit allen Wünschen einverstanden sei. Weitere Redner haben sick nickt gemeldet, es' erhält daher Herr Stevens aus dem belgischen Ministerium zu einem kurzen Berichte über die Verbesserung des Werkzeuges für das Kleinhandwerk und über Maschinen für das Kleinhandwerk das Wort. In der Aussprache nimmt zunächs Dr. Geßmann (Oestreich) das Wort unb betont, er mochte die Aufmerksamkeit des Kongresses und der Regierungen besonders auf die Beschaffung geeigneter Wohnräume und Werkstätten für die Angehörigen des Mittelstandes richten. Bisher beschäftigten Regierungen und Ver- unb bittet den Verwegenen, das Fenster wieder zuzumachen, einigungen sich fast ausschließlich mit der Frage der Sckaffiing geeigneter Wohnräume für die Angehörigen des Arbeiterstandes. Hierin müsse Wandel geschaffen werden, denn eine der wichtigsten Aufgaben zur Hebung des Mittelstandes wäre die Schaffung von für diesen Stand geeigneten Wohn- und Arbeitsräumen. Er bitte diese Frage für den nächsten Kongreß zur Anssvrache zu stellen. Der Redner hält es weiter für einen Mangel bei dem Reglement, bafj nichts vorgesehen sei, eine bestimmte Mittellinie für die verschiedenen Anschauungen zum Ausdruck zu bringen und er bittet darin für die nächste Tagung eine Aenderung vorzusehen. Der f. Vorsitzende Dr. Bödicker sagt: Eine Mittellinie ist für die verschiedenartigsten Anschauungen schwer zu finden. Es gibt kaum zwei Personen im Saale, die in allen einzelnen Punkten, m - ..... . r, . . . gleicher Meinung sind. So sagt z. B. um nur einen Fall her- t wo 200 Personen abgesultert werden, faßt jemand den kühnen auszugreifen, bei der Besprechung der Verbesserung der Kredits Entschluß, einen Fensterspalt zu öffnen, und aus vielen Kehlen Verhältnisse Dr. Hans Krüger, die Genossenschaften sotten alles d ^ich ertönt ejn unwillkürliches „Ah!" der Erlösung. Da allein machen, während andere Mitglieder des Kongresses den i ° b .... - . ~ - - - - - ■ Staat mit eingreifen lassen wollen. Wo z. B. in diesem Falle der Kongreß die Mittellinie finden solle, sei ihm und auch wohl emberen Teilnehmern an bert Beratungen nicht klar. Die Festlegung bet vom Vorrebner gewünschten Mittellinie gibt auch •gar nicht den Wert bes Kongresses. Wir wollen eine sachlich handelnde unb behandelnde Gesellschaft bleiben und von rechts und links Material saurmeln, das von den Regierungen wegen des darin enthaltenen Wertes einfach beachtet werden muß. Ob diese Beachtung des Materials nun zunächst in Preußen, oder in Belgien, oder in Frankreich ober andern hier vertretenen und nicht vertretenen Staaten zu praktischen Maßnahmen der bett. Regierungen führen wird, sott ims volls inbig gleichgiltig fein. Das Bureau werde sich daher auf beu Wunsch des Herrn Dr. Geßmann bezügl. Schaffimg einer Mittellinie nicht rtschaft. Schinkenpreisbewerb auf der l a u d w i r t s ch a f t - licken Landes- unb Jubiläums-Ausstellung. Der hessische Landwirtsckastsrat bittet uns um Ausnahme folgender Zeilen: Mit der Ausstellung wird auch ein Schinkenpreisbewerb verbunden sein, an den; nur Aussteller aus dem Großherzogtum Hessen teilnehmen könne,;. Obermeister F a l k von der Metzger« Innung zu Mainz hat sich bereit erklärt, das Amt eines Preisrichter- Vorsitzenden und Leiters dieser Veranstaltung zu übernehmen. Es find 8 Preisbewerbsklassen für die Sckinkenausstellung vorgesehen, 4 für rohe, und 4 für gekochte Schinken. Tie Preisgerichte werden vom Landwirtschaftsrat aus der Ausstelluugsleitung ernannt; sie sollen aus je 3 Vertretern des Metzgergewerbcs und je 1 Landwirte und 1 Vertreter des eonfumierenden Publikums zusammengesetzt werden. Tie Handwerkskammer für das Großherzogtum Hessen ist von; Landwirtschaftsrat gebeten worden, Vorschläge für die Wahl der Preisrickter zu machen. Als Llussteller werden hauptsächlich hessische Metzger in Betracht kommen. Anmeldungen sind beim Hessischen Landwirtsckastsrat in Tarmstadt, der auch Anmeldebogen und die näheren Bedingungen des Schiiikenpreisbewerbs versendet, bis zum 1. September einzureichen. — D i e finanzielle Lage der uom 14.—18. in Mainz zu veranstaltenden landwirtschaftlichen Landes- und Jllbiläuinsausstellimg ist nach dem soeben beschlossenen Hauptvoranschlag keine sehr günstige. Es bleiben von einer Gesamt-Ausgabe von 162 000 Mk. noch 14 950 Mk. ungedeckt. Unter den Ausgaben bilden die Kosten für die Bauten (50 000 Mk.) und die Prälniierlmgsbeträge mit 31 500 Mk. die Hauptsummen. Infolge der in mehreren Abteilungen angemeldeten über Erwarten großen Beschickuna wird der Prämiierungsfonds voraussichtlich auch erhöht werden inüffen. (Hsrichlslaal Heidelberg, 19. Aug. Vor der hiesigen I er i e n - S t r a f» kämm er hatte sich ein 14jähriges Mädchen wegen z w e i f a ck e u Al o r d v e r s u ch s zll verantworten. Die 14 Jahre alte Eva Brandt au§ Reichartshausen war Ostern d. I. als Kindermädchen in den Dienst des prakl. Arztes Dr. Lange-Hermstädt in Meckesheim getreten. Es gefiel ihr aber nicht, angeblich, weil sie von den beiden Buben ihrer Dienstherrschaft schlecht behandelt wurde. Ta sie sick aus ein Jahr verpflichtet hatte, ihre Dienstherrschaft sie aber nicht vorher entlasten wollte, faßte sie Ende Mai den Entschliiß, das l8/4 Jahre alte Kind des Dr. Lcmge- Öernistädt bei Seite zu schaffen. Ende Mai, als sie daS Kind zu Bett gebracht batte, wickelte sie ihm eine Vorhangschnur um den Hals, die sie dann am Bettpsosten sestband. Die Angeklagre dachte, das Kind werde nachts unruhig und sich so selbst den Hals zuschnüren. Tie Dienstherrschaft werde aber annehmen, das Kind habe im Bett mit der Schnur gespielt und sich so selbst getötet. Die Tat mißlmig jedoch. Vier Wochen später schlick sie sich Alorgens 6 Uhr in das Kinderzimmer, legte dem Kinde die Vorljangsscknur um den Hals und zog etwa eine Minute lang dem Kinde den Hals zu. Noch bevor das Kind erstickt war, wurde sie durch Erwacken des älteren Bruders an der Vollendung der Tat gestört. Die deshalb des zweifachen Mordversuchs angeklagte Eva Brandt gibt die Tat zu; sie habe sich gedacht, das Kind könne sterben, bestreite aber die Absicht, den ernsten Willen gehabt zu haben, das Kind zu töten. Ter Sachverständige Dr. Kürz glaubt, daß bei der Angeklagten Anzeichen von Schwachsinn vorhanden seien, daß ihr die nötige Einsicht gefehlt habe und daß sie gemeingefährlich fei. Ter Vertreter der Anklage beantragt Freisprechung der Angeklagten und Ueberroeifung an eine Erziehungs- ober Besserungsanstalt. Ter Verteidiger beantragt Verurteilung wegen erschwerter Körperverletzung unter Berücksichtigung des Straf« inildernngsgrundes der Jugend und allgemein mildernde Umstände. Der Gerichtshof beschloß jedoch, zunächst noch ein Gutachten deS Direktors der hiesigen Jrrenklinik über den Geisteszustand und die Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten zu erheben. — Die Uebersüllung der Eisenbahnwagen an Sonntagen dürste demnächst in einem Zivilprozeß gründlich beleuchtet werden. An einem schönen Sonntag dieses Sommers war bei der Berliner Nordbahn wieder die übliche Unzulänglichkeit der Verkehrsmittel zu beobachten. In einem Abteil zweiter Klaffe eines nach Berlin fahrenden Zuges, in dem ein Herr F. mit seiner Tochter sich befand, waren schließlich nicht weniger als 27 Personen Ulsanuneugefercht. Bei vielen stellten sich Beklemmungen und Uebelkeit ein. Am schlimmsten erging es dem Herrn F.; er wurde ohnmächtig und mußte bei der Station Gesundbrunnen bewlltztlos aus dem Wagen gehoben werden. Er war auch in der Folge arbeitsunfähig, und bei einer ärztlichen Untersuchung wurde bei dem früher ganz 'gesunden 48jährigen Mann eine schwere Herzaffektion festgestellt, die nach ärztlichem'Befund lediglich ans den Aufenthalt in dem mit verdorbener Luft angefüllten Eisenbahnwagen zurück« geführt werden muß. Der so in seinem Erwerb behinderte und in »einer Gesundheit geschädigte Herr hat jetzt bei der königlichen Eisenbahndirektion Schadenersatz-Llnsprüche geltend gemacht. Ob und in welcher Höhe die Eisenbahndirektion dem Verlangen nachkommen wird, steht noch dahin. In voriger Woche hat der Vertrauensarzt der Eisenbahnverwaltung Dr. N. den Herrn F. untersucht. Von seinem Glckachten wird es abhängen, ob die Behörde freiwillig die Ailsvrüche befriedigt ober ob sie es erst aus einen Prozeß ankommen lassen will. handel tsitb Aerkek?r. MolKsrvirlschaft. Kleine F i i; a n z ch r o n i k. Bei der Akt.-Ges. für Seil- Industrie in Mannheim-Neckarau wird die Dividende für das mit dem 30. Juni abgelaufenen Geschäftsjahre die vorjährige von 4 °/0 nicht übersteigen. In Verwaltungskreisen der Chemischen Fabrik Hönningen uorin. Walther, Feld & Co. Akt.-Ges. wird die Dividende auf 8l/20/0 geschätzt; (i. V. 10 °/p). — Die Mühlenfirma Gebr. Rohnnann in Hildesheim hat die Zahlungen eingestellt. Insbesondere sind Kleinbauern stark geschädigt. g>- tzboch. 0 ^erien-Straf» Mädchen wegen den. Die 14 John : Eltern d. I. als ^r.Lange-Sermstäbt bt, angeblich, weil ft schlecht behanbeli hatte, ihre Dienst- faßte sie Ende Mai d des Dr. Lange- Ma/, a/s fit bc' ine Worhancrf&m. !. Die Angeklagre \o \M nehmen, das Rmb sch \o selbst getötet, ter schlich sie sich >e dem Kinde die ne Minute lang dem ickt war, wurde sie Vollendung der Tal nchs angefiagte Eva hf, das Kind könne tt Willen gehabt zu eDr.Kürz glaubt, lachsinn vorhanden mb daß sie gemein- .tragt Freisprechung ! Erziehungs- oder Verurteilung wegen itigung des Straf« mildernde Umstände, i) ein Gut ach en ^ Geisteszustand imd uelluna. Der Smc Sender oon der Mekler. °!''-sPreisriT übernehmen. Es l°u»ng vorgesehen, °>sgerichte werden "'fl, enmnnt; fte i6,1 Landwirte ;S zusammengeseh, ^ogtum Hessen ist luge für die Wahl rden hauvtsächlich Zungen sind beim uch Anmeldebogen lewerbs versendet, 1 l-nanzielle /enden landwirl- nach dem soeben Es bleiben von iO Mk. nngedec/k. ulen M M M.s ne dauptsummen. ■en über Erwarten voraussichtlich auch ^!Ä5 ; i»*“’ rbeben. ibahnwagenn'' & W- 'enb^FSimbin ®Sy* c untet' be" Wie'^3tbe jyt fn "'Mit? ®’*S -rZb chischen Ä-L°" d.» ZN -LLZ ird d>e orange co co C£> CO Co «i -r p — 095 CO to o SS cy D CO es CO o er 3 S= 3 _ CO CO CO Cv 2 ■ « «saft er CD 3 O 3 er § .tt ° 3= Cb CO $5co cSTcO S 2 sn $= CO 5 2 co o ü — o 3- e o.c3~ ro 3r r» cl, Cv 3 o* CO 3. ' CO ti er e o B.CO o o’W S'E er 3- •cr ctom 3 toS O 75? r> _CV ZZS 2-2 2 C3 «75 (2) r> 5 2’ re> co f. o «-«- 3. —ro e> CO « co § 2 1 So er 3 es <3T CO « § rg. co 3 3 CO <5 3 3 -ö ~ P er co cr_ Ox Ot o 75? er co e. er co 3 3'CO w o co o co es co u LS l es o" er co’ty». —- co <» co er r> n u er o o t-t 3 O*UÖ o ~o‘ « & 3 Z- : CD r es 3 o- <0 «’ 2. o 5. 3*. 2 co S5 § 5 8 2 o 3 -* tO C< CD er »- 2 -£r " ro" 3 « cr^p o ^3 R !§3 CO ö 37« er 3 2. S> 3-: 3~ ra*C a o 3 =R 2 203 3^0 ^^-5 co ß' to 2 e 3-CO 3 o CO 2_ 2 3 -T5 co er g^c 2 « S' W® 3 <-t 3 er « 2 SS 2 3 er 3 ' ' ro LSe o 3 = 2 3 0-2 ^35^ 0 0 3 3-3-3 2 o"5 « 3 f 3 3-0 J2.3'rt 3 er er 3 ST .2, <-'• co Ä-’S' ß er 3- CÖ o ''» 3 2. o’c« 1 2 3^ o H 3» CT’'3"' o CO CT' 3 0 C ro 2, 2. 3 3'^2 3". 0 S5 » s Ä? l-t rs G V< e rs rs S' 3 3 o" CO L) S 3 8 W.' o pW 9 3 © » 3 8 Z CO <5- 5 o^co CO Q co 3 :s & 5 2 er to bo 8 5 = 3 3 CO 3 er cö? co £' 3 M 3 3 3 CO 3 ow co: CD R. o 38 3 8 35 3 0D05Üxrfx ■s- SS: er «ty» •e= ä •1 —. D ~ o-1 Cti « " er 3 H1 8- - -S S 2 ZK <5 M § S- Nk- e a c^=* n co CD CV » 3 Q-. er er er « o ' 3' CO 3 CO »f B 030 3 CD « 3 8 er 2 «JT'Ö* 3 3 2-CO5 ^05 53 s Z A § Ä er r- o P (X> *■*" o CO @5 er 0^2 Co er er Ä- s? o & 3 8 3 _ £500 Z 8 er S3 CD P 3 CD Co er 3 rt Ox 3. O 3 O Co O 8 CsQ "C53- 2 er 3 CO e» §r o" 2 3 er « I.® ,«-r n (S? 8 <2 er P p' 3 Z er ^§.3 p 3 co ' o O g* «5 5'isg.S 2.P G t'f'I eop ■r o s>—. 3 3" 3 LM SZr-2'<7 2 2 c^ 3 - er 2 2— 3 «-4- O 63 es ’ 2,3 8 3C4? 2 g 8 q" 3= o es 3 C-7 —. et Aktien-Kapital 154 Millionen Mark. Reserven 27 Millionen Mark. Bankgebäude: Johannesstrasee L Der Branddirektor: Traber. B'7. Bank für Handel und Industrie ist in Hessen Die sagen wir Allen innigen Dank. 05542 melnesSchuhwaren-Ausverkaufs Todes-Anzeige Franz Beasmesei* Karollne Habenlcht Sonnenstrasse 20/22. Sonnenstrasse 20/22. 4180 Von der Reise zurück Wetzlar. Giessen, 22. August 1905. Die Beerdigung findet auf dem alten Friedhof Mittwoch in aller Stille statt. 4363 Äutomobilfahrer dadurch wird mancher Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. August, nachmittags hütet Erfahrene Sportleute gebrauchen daher nur Uhr in Wieseck statt. 4 4360 W Marktplatz 18 G GOSS 6 RI Marktplatz 18 Bedeutendstes Werk dieser Branche in Mitteldeutschland. >1 M Chem.Wasclianstalt 6ebr. Räver.Fä rberei. 05 CC PoftpaKt-Adrefftn mit Kma liefe, billigst vrühl'sche AniverWts-Druckerei» Sieben. nachm. Samstags bis 4 Gestern abend 11 Uhr entschlief sanft nach langjährigem Leiden, im eben vollendeten 86. Lebensjahre, unsere geliebte Schwester und Tante Die trauernden Hinterbliebenen Familie Ludwig Kinn III. Heuchelheim, den 22. August 1905. Hirsch-Apotheke und Universitäts- Apotheke in Glessen. >' X sollten ihr Hauptaugenmerk auf eine absolut zuverlässige Bereifung ihrer Wagen richten, denn Scheden und Unfall ver- Die trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 22. August 1905. Die trauernden Hinterbliebenen i. d. A.: Friedrich HabenicM. Todes-ffinzeige Gestern abend entschlief nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Grossvater, Schwiegervater, Bruder uud Onkel Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Tochter Helene Zimmers-Sne K4Ä zu jederTageszeit bei mir abgeholt und geliefert werden. 4215 August Helfenbein Zimmergejchäft, Schottstraße 19. zur Anlage von Mündelgeldern geeignet erklärt worden. Bekanrttmachrmg. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß daS von dem Schwurgericht der Provinz Oberhessen am 8. Juni 190b gegen Oskar Hudde von Schalke erlassene Todesurteil heute vormittag um 6 Uhr im Hofe des Großh. Provinzial-Arresthauses dahier vollstreckt worden ist. Gießen, den 22. August 1905. ß«/e Großherzogliche Staatsanwaltschaft beim Landgericht der Provinz Oberheffen. Theobald. Eine Schachtel frei HeMel Mi Bhemnalisinas und Qiehi Wenn Sie mit Rheumatismus oder Gicht geplagt sind und Heilung von Aerzten aufgegeben ist, schreiben Sie mir einmal, und ich werde Ihnen ganz kostenlos eine Schachtel m eines wunderbaren Heilmittels senden, welches mich und tausende Andere vollständig geheilthat. Darunter befanden sich Leute, welche schon 40 Jahre lang, mit dieser Krankheit behaftet waren. Dies ist die volle Wahrheit, und Beweis dafür sind die zahlreichen Dankschreiben, welche ich Ihnen mitsende. Schreiben Sie daher heute noch eine Welt- Postkarte an John A. Smith, 50 Montagne House, Stonecutter Street, London, E. C. ss’°/8 Flechten nSss. und trockene Schuppenflechte, ekroph. Ekzema, Hautausschläge, offene Füsse Beinechäden, Beingeschwüre, Aderbeine, böse Finger, alte Wunden sind oft hartnäckig; wer bisher vergeblich hoffte geheilt zu werden, mache noch einen Versuch mit der bestens bewährten RINO-SALBE frei von Gift u. Säure, Dose Mk. 1.—% Dankschreiben gehen täglichem. Wach«, Napbtolan Je 15, Walrat SS, BetHoefetl, Venet. Terp.. Kampterpflaeter, Ferebaleam Je 5, Eigelb *0, Chrjiarobln O,k Zu haben in den Apotheken. MWk WHisellmchr Dienstag, den 29. August d. I., abends 8 Uhr auf dem Brandplatze am Turmhause: Appell aller alten und neuen Mannschaften. Versäumnisse werden gemäß Art. 13 der Landesfeuerlöschordnung und nach § 368 Ziffer 8 des Reichs-Strafgesetzbuches geahndet. Die zur Entlassung kommenden Mannschaften haben Binde und Ortsfeuerlöschordnung abzuliefern. Peter’s Automobil-Pneumatik „Simplex“ der unerreicht an Konstruktion und Qualität ist Man frage Fachmänner und fordere illustrierte Prospekte von der Mitteldeutschen Gummlwarnn« fabrik in Frankfurt am Main oder deren Filialen. » 2 „ 5% „ Uhr. In meine« Neubauten an der West-Anlage find mehrere schön eingerichtete elegante Wohnungen zu vermieten und per 1. Oktober ev. früher beziehbar. Durch Zusammenlegen von 2 Stockwerken mittels Verbindung einer separaten Treppe können die schönsten herrschaftlichen Wohnungen von 10—11 Zimmern mit allem Zubehör hergerichtet werden. 3252 Näheres Baugeschäft Winn, Hofmannstr. 14. Beim Einkauf achte man gefl. auf nebenstehende Schutzmarke und weise minder- wertige Nachahmungen zurück. Abteilung för Spareinlagen Zinsfuss 3*/z %■ Kassastunden: Täglich vorm. von 8 bis 12 Uhr. Da». Haase. Ba ik für Handel und Industrie Depositenkasse Giessen (DARMSTÄDTER BANK) vorteilhafte Bezugsquelle für solid ausgestattete und äusserst dauerhafte Pianos Billigste Preise. n________ Beste Konstruktion. Kreuzsaitig. Eisenrahmen etc. etc. Garantie bis 20 Jahre. Monatliche Teilzahlungen von Hk 10 an. Gebrauchte Pianos = —— stets am Lager. Jeder verlange Katalog gratis. L. Lichtenstein & Co. Frankfurt a.M., Zeil 48/50. ö Vielfache Lieferanten an 1 deutsche Fürstenhäuser etc. £ __4* höh. Musiklehranstalten etc. - Herr Ludwig Schmidt II Zigarrenfabrikant im 67. Lebensjahre. MdodeimW Bernsteinlackfarbe lose gewogen, Pfund 90 Pfg., über Nacht trocken, 4223 Spirituslackfarbe lose gewogen, Pfund 80 Pfg., sofort trocken, sowie Oelfarben, Lacke, Pinsel usw. Gustav Walter, Mäuöburg 13. Telephon 386. absolut sicher. Flasche 50 Pfg. Adler-Drogerie Seltersweg 39 Otto Schaaf. 4172