-ord Curzons ist on Indien ernannt 'UNM Äd^üßung«. Nnten s “?* ,unb Rei5s, Auslände Ns a. b. Ruhr be- Quf ber Fcilni noch der ^°d.er, bestehend au? d einem Sorbebote Jen. borgen kommen rveboboote on. Für ine Ehren des Geschwaders 3 Post' meldet ans inq besagt: China ' 12 Mill. Frctz. für n e»Nel (U. r ^'"ttlei :i? um w -tIe«, ol? W CZ f-^ zu ■ womit ?.Ssa eines solche^R^" BetterdienftT^ ben ^fterfortp1 c nadunitraq brannte nieder. Vinnen einer ans die Mehl-, Deizen- i mebr als eine Viertkl- Meblmagazin brannte ch 45 benachbarte, Säufer gerietet im, drei wurden tödli.' ttcr? ift nicht bekam firmten. ser Dffr;tc^^ festyesteXtt der Ui^ern're be- 336. rtwtrtabf Sun* mve die wohlhabenden e. Der Vest des Staats- innen Rubel ist M Nussaat angewiesen wor- einc Million Rubel fit Sozialdemokraten ne geheime Berat- Fasten und verhafteten > iber das Dach zu ent* 1 Schüsse ab und mamte . schsalls verhaftet. W ass Kundgebung gegen t d-n allgemeinen sbericht A., 21. August 1905- ik»ner . . • • g linesen • ■ • • Schuckert , . • , „i , . 13d.w y 1 ' ,210.60 *en • ' 193.10 yKommtndit - ■ g() idtcr Bank , • ■ ier Bank . ■ • • • Handels?« • ‘ Sfaatebabn. ■ ■ der...... dbahn . • ■ 263.00 Otte • • 1 ' ' 250.00 i . • - ' 223.00 er . 10070 iatzscbeiue - • tion: W Dienstag ÄS. August 1S0Z Erstes Blatt «chalftrah« 1. Adresse fflt Depeschen: «uzetger Dietzen. ^ernsprechanlchliißNr 61 155. Jahrgang GiehenerAnz ei;ei General-Anzeiger u Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen m onatltch7d fJL xrterid- jährlich Mk. LLO: durch QIHboIe- u. Kwetgstellen monailich 65 Ps.; durch die Post Mt.2.— viertel- jährt auöschl. Bestellg. ^mahme oon Snjetun ,r bie 3> aSr-rtTniet 3 vo ontttiqa 4' "Jit; Jc^armtetS: air^würtS iC'J Varantwarii'ch pbr ben polst, und Ujebi. Teil! P. Wittlo- fite .Stadt und Land' und .GerichtSsaal': August Goetz; für den An- qeiqenteil: Han 8 Beck. Nr. 196 teette außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit. dem Sesflschen Landwirt die Gießener Kamiiten. Wttet viermal in der Woche beigelegL Rotationsdruck il Der- lag der B rÜ hl'schen Natverf^Buchm. Stein» bniderti. 8L Laag«. Pie keutige Dummer umfaßt 8 Seiten Aeuisch-Afrika. Die längst angekündigte Personaländerung in der Leitung des südwestafrikanischen Schutz- gebietcs ist nun ein getreten. Aus Berlin wird gemeldet: Der Kaiser bewilligte dem GouverneurLeutweiu den erbetenen Abschied und ernannte den Generalkonsul v. Lindequist zum Gouverneur des südwestafrikani- scheu Schutzgebietes, v. Lindequist trifft voraussichtlich im Oktober im Schutzgebiet ein. Der neue Gouverneur, der bisherige Generalkonsul in Kapstadt v. Lindequist, ist mit den Verhältnissen des südwestafrikanischen Schutzgebietes aus eigener Anschauung vertraut. Er war nach seiner Ernennung zum Regierungsassessor im Jahre 1892 in die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes eingetreten und im Februar 1892 als juristischer Hilfsarbeiter nach Südwestafrika gesandt worden, wo er bis zum Jahre 1900 wirkte, seit 1895 als Stellvertreter des Landeshauptmanns. In dieser Zeit hat er sich unter den ansässigen Deutschen viele Sympathien erworben. Im Jahre 1900 wurde er mit der Verwaltung des Generalkonsulats in Kapstadt betraut. In der öffentlichen Erörterung der Unruhen in Ostafrika zeigt sich eine wiederholt beobachtete Erscheinung: es ergreifen „bewährte Kenner" der Verhältnisse das Wort, die schon seit langem vorausgesehen haben wollen, daß der Aufstand kommen würde, und nun der Hoffnung Ausdruck geben, es werde endlich zu einer gründlichen Reorganisation der Schutztruppe geschritten werden. Im „Berliner Lokalanz." rät einer dieser Kundigen der Regierung, kriegerische Eingeborene Deutsch-Südwestafrikas als Soldaten in Ostafrika zu verwenden, falls es nicht gelingen foHte, Neuanwerbungen von Sudanesen durchzuführen. Hiergegen dürfte mit Fug einzuwenden sein, daß es bei der heutigen Lage der Dinge nicht unbedenklich erscheint, Schwarze gegen die schwarze Gefahr aufmarschieren zu lassen. Das hieße am Ende den Teufel durch Beelzebub austreiben. Den Eingeborenen im dunklen Erdteil ist das Solidaritätsgefühl nicht mehr so ganz fremd. Doch Deutschland ist auf die Neueinstellung schwarzer Soldaten keineswegs angewiesen. Es erscheint allerdings zweifelhaft: ob daS zur, Unterstützung der ostafrikanischen Schutztruppe bestimmte Detachement Seesoldaten sich als ausreichende Verstärkung erweisen wird. Die Unruhen können sich ausbreiten und langwierig werden. Vor optimistischer Auffassung sollte in dieser Hinsicht jedenfalls die Erfahrung schützen. Wie wäre es deshalb, wenn Deutschland den in Ostasien verbliebenen Rest der Besatzungsbrigade dort zurückzöge und nach Ostafrika überführte? Die Mannschaften sind im überseeischen Waffendienst geübt und int fernen Osten abkömmlich, werden sie doch dort eingestandenermaßen nicht aus militärischen, sondern aus politischen Gründen zurückbehalten. Mir ihre Verwendung in Ostafrika liegt aber zweifellos ein zwingenderer Anlaß vor, und die bedeutenden Kosten, die die Unterhaltung der Truppen über See dem Reich auferlegt, könnten in Ostafrika zu einem praktischeren Zweck verausgabt werden. Gerade aus politischen Gründen würde es sich empfehlen, das militärische Aufgebot in der Provinz Petschili auf die ('esandtschaftswache in Peking zu beschränken. Die klimatischen Schwierigkeiten bei der Ueber- führung der Ostasiaten nach dem dunklen Erdteil wären aUerdings nicht abzuleugnen. Mer sie bestehen kaum minder bei der Verwendung der Seesoldaten im heißen Afrika und kommen schließlich auch in Frage für die Mannschaften der aushilfsweise nach Ostafrika beorderten Kreuzer. Von anderer Seite wird uns aus Berlin geschrieben: Bei den Debatten über den Aufstand in Ostasrika wird der Re ichstag nicht lediglich auf die Mitteilungen der Regierung angewiesen sein. Sein zweite. Vizepräsident, Mg. Dr .Paasche (ntl.), dürfte dann von der in eine bewegte Zeit fallenden Jnformationsfahrt nach Ostafrika zurückgekehrt sein und dem Parlament über seine persönlichen Beobachtungen und Ansichten Vortrag halten. Es ist allerdings anzunehmen, daß auch die Regierung des Referats des Herrn Paasche sich versichert, muß ihr doch besonders daran liegen, das Urteil eines Unparteiischen kennen zu lernen und als wesentliche Grundlage pir die dem Reichstag zu unterbreitenden Forderungen zu verwenden. Herr Paasche hat die bisherige Kolontalpolitik der Regierung unterstützt. Vielleicht kommt er aus Ostafrika mit der Ueberzeugung zurück, daß Mißgriffe begangen worden sind, und hoffentlich macht er dann aus solcher Ueberzeugung kein Hehl. Das deutsche Volk sieht sich vor die Notwendigkeit gesteUt, immer neue Opfer für die Kolonien zu bringen. Da ist es wünschenswert, daß diejenigen Volksvertreter, die in die Lage kommen, sich an Ort und SteUe ein Urteil zu bilden, so kritisch wie möglich verfahren und namentlich der Bureaukrutie auf die Finger jehen. * Berlin, 21. Aug. Ein Telegramm des Generalkonsuls kn Kapstadt meldet, daß nach den Berichten der englischen Behörden vom 6. Aug. der Hererooberhäuptling Samuel Mahahero mit drei Söhnen und mehreren Unterhäuptlingen, darunter Traugott, Justus, Kayata und Julius, sich unter englischer Polizeikontrolle noch am Ngamisee in Britisch-Betschuanaland befindet. Die Gesamtzahl der dortigen .H e r e r o f l ü ch t l i n g e einschließlich der Frauen und Kmder beträgt 730. Alle sind entwaffnet. Hiernach stellt sich die in der letzten Zeit durch die Presse verbreitete Nachricht, daß Samuel Mahahero mit einigen Getreuen zu den Ovambos im Norden des füdaftikanischen Schutzgebietes geflüchtet sei, als unrichtig heraus. Berlin, 21. Aug. (Mitteilung des kgl. Kriegsministeriums über die Fahrt der Truppentransport- fchiffe): Dampfer „Silvia" ist mit den abgelösten Mannschaften der ostasiatischen Besatzungsbrigade am 19. August in Colombo au gekommen und hat am 20. August die Heimreise fortgesetzt. Die Ariedensmiterhandlungen. An das Scheitern der Friedensunterhandlungen glaubt, so schreibt man uns aus Berlin, die Börse nicht. „Russen" und „Japaner" stiegen heute (21. Aug.) im Kurse. Man setzt besonderes Vertrauen auf die Gewandtheit des Präsidenten Roosevelt, für den persönlich es jedenfalls sehr unangenehm wäre, hätten seine Bemühungen als ehrlicher Makler keinen Erfolg. Daß Rußland sich sträubt, daß Minister v. Witte stolze Worte gebraucht über die Festigkett des Zaren gegen „beleidigende" Bedingungen, daß auch das Telegramm her im Felde stehenden Generale — „des Sieges sicher!" — nicht fehlt, das alles gehört zu der Spiegelfechterei des Unterlegenen, der von seinem Ansehen rettet, was zu retten ist. Rußland bleibt gar nichts anderes übrig, als schließlich die japanischen Bedingungen anzunehmen. Denn es hat von keiner Seite Geld zu erwarten zur Fortsetzung des Krieges. Die fianzösische Regierung warnt andauernd die Großfinanz, eine neue Anleihe zu vermitteln, ausgenommen eine Friedensanleihe Rußlands. Das ist der stärkste und der wirksamste Druck, der auf Rußland ausgeübt wird. Auf dem Weg der inneren Anleihe lassen sich die erforderlichen Riesensummen nicht auf» bringen. Die „Nationalztg." bemerkt heute abend: „In ernsten politischen Kreisen hält man die Situation in Portsmouth für gespannt, aber keineswegs für kritisch. Man glaubt nach wie vor, daß in den Ver. Staaten der Friedensschluß zwischen den beiden Großmächten zustandegebracht werden wird." ♦ Newcastle, 21. Aug. Ob Roosevelts Intervention von Erfolg sein wird, läßt sich noch nicht beurteilen. Falls er oder die Russen ein Schiedsgericht Vorschlägen, ist die Ablehnung desselben durch die Japaner fast gewiß. Aussicht auf Annahme hätte nur ein Kompromiß, das die Geldentschädigung unter anderem Titel, wie Entschädigung und Verköstigung her Gefangenen, fest- setzeu würde. Von einer Einigung über diese Frage hängt das Schicksal der Konferenz ab. — Baron Rosen übernachtete aus dem Landgut Magniola und kehrte heute morgen hierher zurück. Newcastle, 21. Aug. Die Meldung der ,/Associated Preß", daß Präsident Roosevelt ein Schiedsgericht vorgeschlagen habe, ist durchaus unwahr, und der Korrespondent Der Fr. Ztg. kann auf eine Information von authentischer Seite versichern, daß zwischen dem Präsidenten Roosevelt und Baron Rosen von einem Schiedsgericht überhaupt nicht gesprochen worden ist. Zur Fleischverteuerrmg. Die „Nordd. Allg. Ztg." beschäftigt sich in längeren Darlegungen unter Bezugnahme auf bie neuerdings mehrfach ausgestellte Behauptung, daß infolge.der Erhöhung der Fleischpreise eine starke Unterernährung des deutschen Volkes eingetreten sei, mit den tatsächlich dorgenonmteuen SHla chtungen, und kommt aus Grund der amtlichen Statistik vom 1. Juli 1904 bis 30. Juni 1905 aller derjenigen Schlachtungen, die der Schlachtvieh- und Fleischbeschau unterlagen, zu dem Ergebnis, daß von einem Rückgang der Rinderschlachtung überhaupt nicht die Rede sein könne. Der zu verzeichnende Rückgang der Schweineschlachtung, bezüglich deren das zweite Vierteljahr 1905 allerdings der Stückzahl nach das schwächste ist, sei bei dieser Jahreszeit durchaus nicht ausfallend, keineswegs bedenklich für die Dolksernahrnng und fein Beweis für den SchweinemcMgel. An Schafen rmd Siegen fei eine erhebliche Steigerung der Schlachtungsziffer zu verzeichnen. Unter Zugrundelegung der einzeln mitgeteilten Stückzahlen und unter Berücksichtigung der mit etwas niedrigerem Durchschnittsgetvicht in Ansatz gebrachten Hausschlachtungen berechnet die „Nordd. Mlg. Ztg.", daß für den Kopf der Bevölkerung in den 12 Berichtsmonaten über 50,4 Kilogramm Fleisch verzehrt worden sei, ohne Schlachtgeflügel, Wild und Fische, ein Resultat, wie es bisher in dieser Höhe nicht für möglich gehalten wurde. Das Blatt schließt: Bis nti die neueste Zeit war der tatsächlich vorhandene Fleifchvorrat also ganz erheblich größer, als bisher angenommen wurde: es kamt von ungenügender Fleischproduktion nicht gesprochen toerben. Wer hat sich nun da zum Wort gemeldet, der Reichskanzler oder Podbielskr? Desrtßches Reich. Wilhelmshöhe, 21.Aug. Das Kaiserpaar unternahm heute vormittag einen mehrstündigen gemeinsamen Spaziergang. Spater gewährte der Kaiser dem Maler Cope eine Sitzung. Flügeladjutant v. Neumann-Cosel übernahm den Dienst für Oberstleutnant v. Chelius. Hamburg, 21. Aug. Wie die Direktion der Kommandit- Gesellschaft Blohm u. Voß mitteilt, beruht die Meldung eines Berliner Blattes, daß der Bau eines Schwimmdocks von 35000 Tonnen Tragfähigkeit nicht beschloßen worden sei, auf freier Erfindung. Die Direktion erklärt ausdrücklich, daß der Bau eines neuen Docks von 35 OOO Tonnen' Tragfähigkeit sofort in Angriff genommen wird. Stettin, 21. Aug. Wie die „Ostseezeitungmeldet, beschloß die Swinemünder Stadtverordneten-Ver- sammln ng einstimmig, für die Festlichkeiten aus Anlaß des Besuches der englischen Flotte 3000 Mk. zu bewilligen. __ Ausland. Paris, 21. Aug. Die »Agence Havas" veröffentlicht folgende Note: Ministerpräsident Rouvier, welcher unverzüglich von der Verhaftung des algerischen Untertanen in Marok.ko unterrichtet wurde, billigte vollständig die Forderung einer Genugtuung, wie sie Saint Nen4- Taillandier beim Maghzen aufgestellt hat. Rouvier hat den Vertretern Frankreichs im Auslande vorgeschrieben, über den Vorfall den Signatarmächten der Madrider Konvention Bericht zu erstatten und ihnen mitzuteilen, daß c8 Absicht der französischen Negierung sei, Genugtuung dafür zu verlangen. Uebrigens erfordere das gemeinsame Jntereffe, welches alle Nationen in ihren Beziehungen zu Marokko hätten, daß die Verträge und Gewohnheiten, welche die Stellung ihrer Untertanen und Staatsangehörigen regeln, berücksichtigt würden. London, 21. Aug. Die Morgenblätter bringen lange Artikel zu Curzons Rücktritt von dem Posten des Vizekönigs von Indien. Der ,Daily Graphic^ befürchtet, die indische Krisis sei damit nicht beendet. Der „©tanbarb" glaubt, körperliche Leiben haben Curzon reizbar gemacht. Seine Leistungen seien, bie Tibet-Expedition ausgenommen, großartig gewesen. Die ^Morning Post^ bezeichnet den Rücktritt wegen der Meinungsverschiedenheiten in der Verwaltung als ein Unglück. Balfours Negierung habe es an Aufrichtigkeit gegen Curzon fehlen lassen. Der »Daily Telegraph" erklärt, der Rücktritt sei für Indien in gewiffem Sinne ein irreparabler Verlust. Die „Times" bedauert den verletzenden Ton Brodricks gegen Curzon. Die »Daily News" glaubt in dem Rücktritt Milners und Curzons ein Anzeichen dafür entdecken zu können, daß der Imperialismus der letzten zehn Jahre an seiner eigenen Schwäche eingehe. Die »Daily Chronicle" spendet Curzons Leistungen mit Ausnahme der Tibet-Expedition Lob. Curzon habe gegen die Etablierung einer Militärautokratie gekämpft. Mit au, 21. Aug. (PeterSb. Telegr.-Agentur.) Uebet ganz Kurland wurde der Kriegszustand verhängt. Dio Befugniffe des ®eneratgouoemeur§ wurden dem Kommandierenden des 20. Armeekorps übertragen. Warschau. 21. Aug. Die Weichselbahnen haben den Betrieb unterbrochen. Viele Fabriken stehen still. Für morgen wird eine Betriebseinschränkung auch auf dev Warschau-Wiener Bahn, sowie der allgemeine Ausstand hier, in Lodz und in anderen Städten erwartet. Warschau, 21. Aug. In Mloz iny bei Warschau fand zwischen Kosaken und einer 80 Mann starken Gruppe der terroristischen Kampforganisation ein Zusammenstoß statt, bei welchem 10 Mann der letzteren getötet wurden. Konstantinopel, 20. Aug. (Wiener Korr.-Bureau.> Die in Smyrna aufgedeckte armenischeVerschwörung rief nicht nur in Iildis, sondern auch in diplomatischen Kreisen Beunruhigung hervor, da sie ein Anzeichen dafür ist, daß das JildiSattentat nur ein Teil einer weitverzweigten Verschwörung war. Man ist auch deshalb beunruhigt, weil Anzeichen vorhanden sind, daß hier und an anderen Orten noch bedeutende Mengen von Explosivstoffen verborgen sind, welche zu Maffenanschlägen am Thronbesteigungsfeste am 1. September verwendet werden sollten, um. durch Wirren eine internationale Intervention herbeizuführen. Alle wegen Verschwörung verhafteten Personen wurden nach Smynra verbracht. Die KinrichLung des Raubmörders Kudde. Gießen, 22. Aug. Ein prächtiger Morgen, ein friedsames Erwachen in bet Natur, das uns die schönsten und glücklichsten Triebe weckt, hinzunehmen das erquickende Geschick, daß wir in Gottes Hand stehen, daß jeden neuen Morgen die aufsteigende Sonne un§ so warm und friedenstrahlend in die Seele bringen kann. Draußen ruht Walb unb Wiese im Morgennebelschleier, kein Laut antwortet auf unseren Tritt burch die träumenden Gräser und Blumen, und die Vogel, die langsam erwachen, beginnen leise und vorsichtig ihre Stimmen zu erheben. Es ist un§, als seien die kleinen Sänger mit Trauer erfüllt, als könnten sie ahnen, daß, indeffen der jubelnde Tag über die Fluren gezogen kommt, hinter den hohen Mauern des dunklen Gebäudes ein Licht tiefer und tiefer brennt, das flackernde Lebenslicht eines Menschen, deffen Gedanken nicht mehr in dieser Welt weilen. Hudde's letzte Stunde hat geschlagen. Aber vielleicht weilen seine Gedanken doch noch auf dieser schönen Erde, vielleicht gedenkt er der Tage, da auch er, der Entgleiste unb Verworfene, unter lachenbem Sommerhimmel noch harmlos fröhlich war. Dann würbe er bie bachantischen Glückstaumel vergessen haben, in die er unter dem Druck des Verbrechens und seines hart gewordenen Gewiffens sich gestürzt hatte, sehnsuchtsvoll würde er nach den kleinen Freuden zurückblicken, die er in seinem sinnlosen Streben nach Genuß verächtlich beiseite geschleudert hat. Doch wenn auch in dieses hartverschlossene Gemüt solche milderen und menschlichen Regungen eingezogen wären — es möchten in diesem Falle bet dem Starrsinn, der fortgeschrittenen Verrohung dieses Menschen nur ganz vorübergehende Wallungen gewesen sein — es ist vorbei — zu spätl Punkt unter Leutnant Goedicke Aufstellung genommen. Aus Stadt und Kaud. 0 Bad Salzhausen, 20. Aug. Der letzthin gemeldete Brand imKurhauS, durch unvorsichtige Hantierung mit Petroleum entstanden, hat einen Mobiliarschaden von mehreren hundert Mark verursacht. Die Niddaer Feuerwehr, welche schon zum Ausrücken bereit stand, brauchte fördert werden. . ** Der findige Pfarrer. Aus 5) i l l s ch e t b (Nassau) wird dem „Mainz. Anz." geschrieben: In unserem Dörfchen bestand, wie auch anderwärts auf dem Lande, die Unsitte, daß die Burschen sich jeden Sonntag morgen, etwa jedoch nicht mehr auszurücken. w. Nidda, 20. Aug. Heute wurde in der hiesigen Kirche die Gedenktafel zum Andenken an den Stifter der Krugschen Stiftung, Herrn Carl Wilhelm Krug v. Nidda feierlich eingeweiht. Der ev. Pfarrer Werner hielt die Predigt über den „Barmherzigen Samariter" und zeigte be- dem religiösen Beistand doch eine große Erleichterung gefunden haben. Und er hatte ja darum gebeten. Seine Angehörigen hatten ihn schließlich im Stiche gelassen. Dor einiger Zeit hatte er von seiner Schwester noch einen Brief erhalten. Und in der letzten, schweren Nacht bekam er — ein Telegramm, einen „letzten Gruß". Nacht bekam er — ein Telegramm, einen „letzten Gruß". ^>on wem? Von einem Frankfurter Zuhälter, derselben „edlen" Persönlichkeit, von der die Briefe stammten, die zur Auffindung des unbekannten Willy Fingerzeige geben wollte. Natürlich Schwindel, und die Anteilnahme nichts weiter als eine Art Prahlerei: Seht, uns Märtyrer! Hudde mag für derlei Regungen kein Interesse mehr gehabt haben. Und nun der letzte, schwere Gang. Der von hohen Mauern umgebene Gefängnishof zeigt zur Linken einen großen Holzschuppen; davor stand die Guillotine, ein nenn Treppenstufen hohes, braun gestrichenes Brettergehäuse, über welches das Gerüst mit dem Fallbeil, welches hinter einem schwarzen Tuche hoch oben verborgen war, hinausragte. Vor dem schrecklichen Gerüste stand in kurzer Entfernung ein schwarz gedeckter kleiner Tisch. In weiterer Entfernung standen die als Zeugen des traurigen Aktes Zugelasienen, in feierlicher Kleidung, wohl 80 an der Zahl, darunter der Rektor der Landesuniversität Geheimrat Prof. Dr. Vossius, Polizei- I nmtmann Herberg, verschiedene Stadtverordnete, ~ 1 " ' ► Seit- gruß. Ernst Ludwig." Der Verein hat 107 aktive und 41 passive Mitglieder. Das Vermögen hat trotz der aus- Hudde verbrachte die Nacht völlig ruhig und gefaßt I * Gestern abend um V29 Uhr erhielt er den Besuch des ■ Pfarrers Schwabe, dem er erklärte, daß er ait] die Hm- . richtung sich vorbereitet habe und daß es ihm nun recht I sei, daß alles so gekommen. Pfarrer Schwabe betete mit ibm und sprach ihm tröstend zu, imb Hudde — zeigte sich empfänglich für die religiösen Betrachtungen.! Allem ein Geständnis über seine letzte und schwerste ~at legte er nicht ab. Auf das Zureden des Geistlichen, zu bekennen und zu bereuen, damit er innerlich ganz frei werde, hatte er nur die Antwort: D a müßte ich lügen, wenn ich sagte, ich allein sei es gewesen. Vielleicht hat Hudde sich so fest in seine Angaben hineingedacht, daß er schlwß- lich selbst nicht mehr davon ablassen konnte und wollte. Es ist psychologisch verständlich, daß er, der ein willens-! starker, klar denkender Mensch war, dachte, bei einem Geständnis etwas von dem Mitgefiihl einzubüßen, das man ihm zeigte. Vielleicht sagte er sich, daß es eines ausdrücklichen Geständnisses nicht mehr bedürfe, da er sich so völlig auf Tod und Sühne gefaßt gemacht hatte. Sem Benehmen während der Haftzeit hat nie zu Klagen Anlaß gelben; er zeigte sich als verständiger, überlegender imb intelligenter Mensch, der mit seiner Bewachung Gespräche fuchue, wobei er allerdings nur auf seine Diebstähle und Einbrüche, aber nicht auf den Mord des Pfarrers zu sprechen kam. | Mit keinem Wort beriihrte er den Gendarmen gegenüber, die ja ständig bei ihm waren, die ihm bevorstehende Hinrichtung, er äußerte in dieser Beziehung weder Furcht noch erkundigte er sich über die Art seines Todes. Von 2/4!^ Uhr bis 2 Ühr schlief er mit Unterbrechungen, d. ßv es hatte so den Anschein. Wer mag es sagen, ob er wirklich schlief! Speise und Trank verschmähte er von abends an, nachdem er zuletzt noch zwei Flaschen Bier getrunken hatte. Um 5 Uhr morgens besuchte ihn wieder Pfarrer Schwabe, immer noch war Hudde sehr gefaßt. Die Worte des Geistlichen hatten Wirkung; nur teitnahmvolle, aufrichtende -»orte, die tröstende Religion, verscheuchten ihm om gut Ten^des Grausens, das er denn doch vor seinem entsetzlichen ^ode gehabt haben muß. Dieser ichwere Bervr sicher nie religiöse Bedürfnisse gezeigt; Todes, ' ■----- - v ~ ausdruckslos. Er ging langsam, — die Hände waren eine Stunde vor dem Beginn des Gottesdienstes aus der ibm auf den Rucken geschlossen — und war sichtlich niedrigen Kirchhofsmauer plazierten und dabei die Zungen ihm auf oen eueren 9och auf Kaiser itad) über die LieberhersteKung Zemstenheii und . aus das Vater- mgvereine trugen isliedem sehr zur Beispiel!" Bänder zu Haufe ständen." 4% 4«/ 4 °o 30/ 1% populi" unterzeichnet, denn schon wieder?" das mit derselben Gewiffenhastigkeit geschehen, wie etwa bei Arsenik, Opium und Strychnin. Der Alkohol sei ein ganz besonders heimtückisches Gift; denn er rufe Wirkungen hervor, die anscheinend nur durch erneuten Alkoholgenuß wieder beseitigt werden könnten (gerade wie bei Morphium und Opium), und die Aerzte seien von dessen Verwendung am Krankenbett in den letzten 25 Jahren immer mehr zurückgekommen. Man sage oft, daß Alkohol ein ausgezeichneter Appetitmacher sei; aber unser Appetit brauche keine künstliche Nahrung. Wenn der Körper Nahrung bedürfe, so verlange er von selbst danach. Nicht verdaüungsfördernd, wie man glaube, sondern schon in kleinen Mengen verdauungshemmend wirke er. Alkohol stärke auch nicht; im Gegenteil könne niemand zu physischer Vollkraft und Ausdauer gelangen, der sich auch nur im geringsten an Alkohol gewöhne. Das alkoholische Anregungsgefühl gehe schnell vorüber, um verminderter Leistungsfähigkeit Platz zu machen. Der Alkohol führe alle Neservekräfte des Körpers auf einmal ins Gefecht und vergeude Energie, anstatt sie zu erhalten. Völliger Bankrott der Kräfte sei die häufige Folge. Truppen, die Alkohol zu sich nehmen, können nicht marschieren. Bei den von ihm begleiteten Entsatztruppen von Ladysmith seien diejenigen Leute, welche Alkoholika zu sich nahmen, schnell abgefallen. Das habe sich so deutlich wahrnehmen lassen, als ob sie Zettel auf dem Rücken getragen hätten. So sei Alkoholgenuß auch absolut unvereinbar mit der Arbeit eines Chirurgen oder mit irgend einer anderen Arbeit, welche schnelles und klares Urteil verlange. In dieser Erkenntnis habe eine große Anzahl seiner Spezialkollegen den Genuß von Alkohol während des Tages ganz aufgegeben. Die Annahme, daß ein junger gesunder Mensch Alkohol nötig habe, sei einfach ungeheuerlich; im Gegenteil, er könne, solange er Alkohol zu sich nehme, nicht auf die Höhe seiner Leistungsfähigkeit kommen („cannot be fit“). Am besten werde er sich befinden, wenn er selbst Spuren dieses Giftes vermeide. Als Operateur sage er mit James Paget, daß die einzigen Menschen, die zu operieren er sich fürchte, die Trinker seien. Zum Schluß spricht Sir Frederick Treves die Hoffnung aus, daß durch das Gesagte seine Hörer gelernt haben möchten, so grundfalsche Än- sichten zu widerlegen, wie: „Ein Glas Portwein kann Ihnen nichts schaden." • Humor des Auslandes. Das kleine Mädchen: „Ach, mein Herr, wollen Sie mir, bitte, die Tur aufmachen?" — Der Herr ist so freundlich, sie zu öffnen und fragt dann das kleine Mädchen: „Aber warum machst Du sie Dir nicht selbst auf?" — Das kleine Mädchen: „Weil sie frisch gc- -0-. Hirzenhain, 21. Aug. Als der gegen 4 Uhr nachm. hier von Stockheim eintreffende Personenzug sich der hiesigen Station näherte, kam ihm in voller Fahrt ein Materialienzug entgegen. Nur durch den Umstand, daß der Personenzug wegen der Steigung sehr langsam fahr, gelang cs, die Zuge auf 'eine Entfernung von ca. 30 Meter zum Stehen zu bringen und so einen Zusammenstoß zu vermeiden. Büdingen, 20. Aug. Bei der heute hier aus den meisten Ortschaften der Bezirke Altenstadt und Büdingen stattgefundenen Vertrauensmänner-Versammlung wurde Herr Landtagsabg. Bähr-Herrnhaag einstimmig als Landtagskandidat für die bevorstehende Landtagswahl wieder ausgestellt. Herr Bähr hat die Kandidatur angenommen. p. Braunfels, 21. Aug. In feierlicher Weise wurde gestern die ,,Ka i ser - W il b c l m - W a r t e" ein geweiht. Auf einem schönen Platze erhebt sich der über 12 Meter hohe Aussichtsturm, dem Baumeister Seiler, dem Maurermeister Lin fi und allen Mitbetätigten große Ehre machend. Prinz Friedrich zu Solms, Fürst Georg Friedrich, sowie noch mehrere andere bobe Persönlichkeiten und viele auswärtige Gäste wohnten deut Festakte der Einweihung bei. Eingeleitet wurde dieser durch Jntonierung des Liedes: „O Täler weit, 0 Höhen" seitens der 11. Jäger zu Marburg. Dann trug der hiesige Männergesangverein ein Lied vor, und Baumeister Seiler hielt in poesievoller Weise eine Ansprache. Nach diesem „Spruch der Bauleute" folgte die Festrede, gehalten von Sanitätsrat Dr. Gerster. Die prächtige Rede endete in einem Kaiserhoch, das begeistert aus vielen hundert Kehlen ins schöne Lahn- tal hineinchallte. Nun beglückwünschte in kurzer Ansprache der Stellvertreter unseres Bürgermeisters den hiesigen Verschönerungsverein, dem das herrliche Bauwerk zu verdanken ist. Mit einem Vaterlandslied, gesungen von einem Mädchenchor, schloß der Weiheakt. Hanau, 21. Aug. In der heutigen Versammlung des Vereins der Milchhändler für Hanau und Umgegend wurde einstimmig beschlossen, vom 1. Sept. d. I. ab den Preis der Haushaltungsmilch von 18 auf 20, den Preis der Flaschenmilch von 20 auf 22 Pfg. pro Liter zu erhöhen. Der Landrat des Kreises Hanau erläßt im Amtsblatt eine mit Zustimmung des Magistrats der Stadt Hanau und des Kreisausschusses entworfene Polizeiverordnung, welche für den Handel Mit Milch jeglicher Art scharfe Bestimmungen aufstellt. Zuwiderhandlungen gegen die 27 Paragraphen umfassende Verordnung werden mit Geldstrafen von 5 b30 Mk. oder entsprechende Hast bedroht, sofern nicht nach den allgemeinen strafgesetzlichen Vorschriften höhere Strafen zu erwarten sind. Tie Polizeiverordnung tritt am 1. Oktober in .Kraft. Wiesbaden, 21. Aug. Die 35jährige Witwe Muß •u§ der Schwalbacherstraße wollte vor einem auf der steil ab- fahrcnden Straße rasch daherkommenden Automobil die Chaussee überschreiten. Dabei wurde sie erfaßt, etwa 50 Meter weit geschleift und so schwer verletzt, daß ihr Tod nach wenigen Minuten eintrat. Der Automobilbesitzer, den, wie Augenzeugen berichten, wohl kaum eine Schuld treffen dürfte, nahm die Leiche mit nach Wiesbaden. Mannheim, 21. Aug. Auf den Bankier Dr. August Hohenemser aus Mannheim, der gegenwärtig in St. Blasien zur Kur weilt, wurde gestern vormittag dem „Mannh. Generatanz." zufolge ein frecher Raubanfall verübt. Ein Individuum gab vier Revolverschusse auf ihn ab, von denen drei glücklicherweise ihr Ziel verfehlten, während der vierte ihn am Arme verletzte. Als Täter wurde der 23jähr. Matrose Eberle aus Konstanz verhaftet. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Langenlonsheim kehrte in der Familie Secklcr der Klapverstorch aus alter Gewohnheit zum achtzehnten Male ein. — Die Freiwillige Feuerwehr in Offenbach konnte am Sonntag ihr sechzigjähriges Bestehen festlich begehen. Kunst und Wissenschaft. Berlin, 21. Aug. Ter Genremaler Karl Emil Döpler (der Aeltere) ist Sonntag früh nach kurzem Leiden im Alter von 81 Jahren gestorben. Bremen, 21. Aug. Professor Heinrich B u l t h a u v t ist gestern abend nach langem Leiden, das seine Tätigkeit feit Jahren lähmte, gestorben. Bremen verliert in ihm eine Persönlichkeit, die lange Jahre der Mittelpunkt der literarischen und künstlerischen Interessen gebildet hat. Paris, 21. Aug. Ter Orientalist Prof. O p p e r t ist im Alter voll 80 Jahren gest 0 rben. — Die Entwicklung unserer Kunst. Dor kurzem hat die Firma A. Wertheim in Berlin eine Ausstellung neuer Wohnräumc und neuer kunstgewerblicher Gegenstände eröffnet, die dank ihrer Reich, haltigkeit und Gediegenheit allgemeine Bewunderung erregt. Unter Professor Curt Stoevings Leitung ist nach Entwürfen unserer bedeutendsten Künstler, wie Professor Behrens, S. Kaiser, W. v. Debschitz, R. 11. F. Wille, Professor A. Grenander, W. Thiele, P. H. Berlage, M. Baillic Scott, R. Riemerschmid, P. Troost, A. Huber, H. Haas, A. Koernig 2c. hier eine Reihe geschmackvoller Zimmer ausgeführt worden. Diese sämtlichen Räume sowie die besten Stücke der mitausgestellten kunstgewerblichen Gegenstände, wie Silberarbciten, Schmucksachen, Standuhren, Lampen, Porzellan- und Glasservice, Stickereien rc. sind in dem Augustheft der Darmstädter Kunstzeitschrift „Deutsche Kunst und Dekoration" (Verlagsanstalt Alexander Koch, Darmstadt. Einzelpreis des Heftes Mk. 2.50) abgebildet. Direktor E. Högg, ein Kenner moderner Kunst, sagt in der dieser Veröffentlichung beigcgebenen Besprechung: Ich möchte auf den Leser die Freude und Zuversicht binüberleiten, die mich durchströmt, wenn ich die neue Wohnkunstabteilung des Warenhauses A. Wertheim durchwandere, die Freude an so viel Schönheit und Fortschritt, an so viel Wagemut und an so viel Gelingen; die Freude, als Zeitgenosse miterleben zu dürfen, wie unter unfern Augen, neben uns, mit und durch uns, und doch uns selbst ein Wunder, eine neue Kunst nach langem Winterschlaf sieghaft elastisch, gleich einer Blume aus dem Moderboden der Traditionen hervor zum Lichte eines neuen Kunstsrühliug ° bricht: — und die Zuversicht, daß wir das Spiel gewonn-n habe», daß nichts uns mehr zurückwerfen kann in die „was mein Ahne Adam sagte, als er Eva zuerst traf." — „War er ein Ahne von Dir?" — „Gewiß." — „Dann wird er sie wahrscheinlich gebeten haben, ihm zehn Schillinge zu leihen." Arbeiterbewegung. Nürnberg, 21. Aug. Tie hiesigen Portefeu illet schlossen mit den Arbeitgebern einen dreijährigen Tarifvertrag, woburcki neben Mindestlöhnen bie Arbeitszeit von 571/3 Diener (zum Arzt): „Es ist ein . 68.76 . 96.70 . 137.40 . 136.90 . 211.00 193.25 . 147 30 . 166.40 . 171.60 . 145.10 . 19.10 Stummer im Wartezimmer, der Sie sprechen möchte." — Arzt: „Ein wirklich Stummer?" — Diener: „Ja, er sagt aber er kann mit einer derartigen Summe nicht bequem verheiratet bleiben." — — Redakteur: „Hier ist schon wieder ein Brief von dem Spektakelmacher, der sich immer mit „Vox Wöll!kMk!'t M?rM der ^nbrüfalls* in btt Sfnbt fließen 19. Woche. Vom 7.—13. Mai 1905. Einwohnerzahl: angenommen zu 28 000 linkl. 1600 Mann Militär. Sterblichkeitsziffer: 11,14 nach Abzug von 4 Ortsfremden: 3,71 °/w. . 89.85 . 101.30 . 89.90 . 100.50 . 99.50 . 101 80 . 101.45 . 97.65 . 106.50 . 69.00 . 68.50 . 89.60 . 135.00 Originas-Iralilmesdnngen. Berlin, 22. Aug. Der berühmte Physiker Professor Franz Reuleaux ist im Alter von 76 Jahren in seiner Wohnung in Charlottenburg gestorben. Christiania, 21. Aug. Die norwegische Re» gierung hielt eine Konferenz ab. Wie verlautet, ist die Regierung der Ansicht, daß man auf die Anfrage der schwedischen Regierung dahin entgegenkommend antworten müsse, daß man Schweden ersuche, die Aufhebung der Reichsakte anzunehmen und durch Verhandlungen zu einer ersprießlichen Lösung der unionellen Frage mitzuwirken. Wien, 22. Aug. In Czernowitz in der Bukowina wurde der Hofrat im Ackerbauministerium Friedrich v. Wazl bei einer Automobilsahrt durch einen Unfall getötet. Petersburg, 22. Aug. Die Eröffnung der Reichsdunta wird im Februar in Gegenwart des Zarenhauses, der Minister und de§ ganzen diplomatischen KorpS stattsinden. Zwei Wochen vor der Eröffnung werden die Mandate der Abgeordneten geprüft werden. Für die erste Sitzung ist die Vorlage über Reform der Kommunal-Ver- waltung vorgesehen. Nachher sollen die Berichte der Minister und die Interpellation der Abgeordneten angehört werden. Moskau, 22. Aug. Gorki ist hier eingetroffen, um mit einem Theater wegen der Erstaufführung seines Dramas ,,S 0nnenkinder" zu verhandeln. Portsmouth (New Hampshire), 21. Aug. (Reuters Minister Witte dementiert die Meldung, daß Roosevelt ein Schiedsgericht für die Entscheidung der Streit- rafgen der Friedenskonferenz vorgeschlagen habe. | 41/90/n Chinesen . . FJectric. Schnckert . Nordd. Lloyd . . Krnditoktien . . . Diskonto-Kommandit. Darnistüdtor Bank . Dresdener Bank . . Berliner Hondelages. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden , . , Gotthardbahn « , , Laurahfltte , , , Boehnm . . , . Ilarponer . . . . St» atschatzscheine . . 263.00 251.00 . 222.30 Vermischtes. * Breslau, 21. Aug. Bei der heutigen Benzinexvlo- sion in der Adalbertstraße wurden außer dem Geschäftsinhaber vier Ingenieure und ein Chemiker der Rützerswerke- Berliu getötet. * Nicht weniger als 907 Kilo Wurst wurden am Samstag als verdorben oder wegen Fäulnis in den Berliner Markthallen polizeilich beschlagnahmt und der Mdeckerei zur Vernichtung überwiesen. Um einer Anklage zu entgehen, hatten die Eigentümer der Wurst, Händler, selbst die amtliche Untersuchung beantragt. 6-egen deren Lieferanten ist das Strafverfahren eingeleitet worden. * Mord und Totschlag. Auf einem Gut bei Zalesie fn der Nähe von Labischin lagen Husaren des zweiten Leibregiments einauartiert. Zwei Husaren gerieten in Streit. Ein Rekrut schlug ent eit im zweiten Jahre Dienenden ins Gesicht: dieser ergriff seine Lanze und durchbohrte den Rekruten, der sofort tot war. * Bekämpfung der Bleigefahr. Die internationale Verein>"na für gesetzlichen Arbeiterschutz hat zur Bekämpfung der Altefähr in gewerblichen Betrieben, in denen Blei und Bleif'br-k't" ht größerem Maße zum Verbrauch kommen, zwölf Preise im Gesamtbeträge von 27 000 Mark ausgeschrieben. Die Verk'"'nbig'.mg des Urteils ist für spätestens den 15. Oft 1906 vorgesthen. * Der Verbandstag der deutschen Touristen- und Gebirgs-Vereine, der seine vorjährige Hauptversammlung in Heidelberg abhielt, wird in diesem Jahre in Detmold, der wunderbar in nächster Nähe des Teutoburger Waldes gelegenen Residenzstadt des Fürstentums Lippe, stattfinden. Der Verband zählt 53 Vereine mit 130000 Mitgliedern. Samstag, den 9. September, ist die Hauptversammlung; Sonntag und Montag find Ausflügen in die herrliche Umgegend gewidmet. • Neue Senkungen in Staßfurt. Wiederum macht sich in der Stadt Staßfurt die Einsturzgefahr geltend. Im Zentrum der Stadt im Bereiche des feit Jahren außer Betrieb gesetzten v. d. Heydt-Schachtes finden fortgesetzt Erdbewegungen statt. Der Schacht gehört dem Fiskus. Dieser hat bereits neun Häuser ankaufen müssen, die sämtlich abgetragen werden. * Der Alkohol. Großes Aufsehen selbst im tem- perenzfreundlichen England erregte die Entschiedenheit, mit velcher Sir Frederick Treves, der Blinddarm-Operateur des Königs Eduard, sich öffentlich gegen den Mkohol aussprach \n einer Versammlung des abstinenten Frauenbundes der Thurch of England am 4. Mai 1905 (vergl. „British Medical Journal" vom 13. Mai 1905, S. 1053). Der 'wrühmte Chirurge bezeichnete den Alkohol als ausgesprochenes Vift. Gleich anderen Giften könne auch dieses in gewissen Fällen mit Nutzen vom Arzte ve^rdnet werden, doch müsse Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. Gießen, 22. Aug. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkr kosteten: Butter pr. Psd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Psg, 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Psg., Käse pr.Stck. 6—8 Pf., Käscmatte 2Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Psd. 55-65 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,00—8,00 Mk., Zwiebelnpr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel ver Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00 Psg Kirschen pr. Psd. 00—00 Pfg., Zmetschen per Zentner 0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15 Mk. Marktzeit 7—1 Uhr. Tfirkenloso .... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4°/0 äussero Arpentiner Chef-Redakteur: „Was will er Redakteur: „Er schreibt, ob wir s Pferd ■r" nachmittag lb verletzte sich norden mußte; ? davon. Die l'lcr nach den Mendorf be. also keine Sympathie für die Armen?" sagte der Mann mit dem Sammelbogen. — „Ich?" entgegnete der alte Knicker; „nanu, ich habe nur Sympathie für sie." — — Sie hatten sich über Ohren, Augen und Nase des Babys unterhalten. „Und ich glaube, er hat seines Vaters Haare," sagte die glückliche junge Mutter. — „O, er hat die also? Es fiel mir schon auf, daß sie fehlten", sagte das junge Mädchen, das sie kannte, ehe sie verheiratet war. — — Hill: „Also Fräulein Gadabout ist verlobt? Himmel, die ist ja wohl bald mit jedem Narren in der Stadt verlobt gewesen. Wer ist denn der letzte Idiot, den sie sich geangelt hat?" — Jinks: „Ich selbst." — — Sparsame Gattin: „Henry, wir müssen uns diesen Monat etwas einschränken. Kannst Du mir nichts sagen, das wir ganz gut entbehren könnten?" — Henry: „Nun, da ist Deine Mutter zum 1. Lebensjahr: 2.—15. Iah» 1 — — Tuberkulose der Lungen Lebensschwäche Gehirnentzündung Geisteskrankheit Apoplexie ____ Summa: 6 (4) 4 (3) 1 1 (1) A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie oiek der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach 3’/2% Hessen 3*/2 % Oborhessen Kinder Zusammen: Erwachsene: im vom 1 (2 SÖ Frank la Tt «. Tfff., 22. Augast 1905. . 101.10 | 3% Mexikaner nicht so gut sein wollten, ihm zu sagen, was „Vox populi" heiße."--„Macht Dein Mann Dich immer zu seiner Vertrauten?" — „Ja, er erzählt mir alles von sich, von dem er fürchtet, daß ich es schon selbst herausgefunden habe.-- „Schuhbänder, Herr? Einen Penny das Paar." — Können Sie denn nicht sehen, daß ich Knöpfstiefel trage?" — „Gewiß, Herr; darum dachte ich mir gerade, daß vielleicht Ihre Schnürstiefel ohne 8 tollt Ach,. °°' 8™« bes 5 scheinend einen die b Achten ihn ^sten 60nn, KeriÄtslaal. Berlin, 20. ?tug. Eine allgemein interessierende Entscheidung hat das Ob?rverwaltunasgericht in der berannten^Rechts- streitigkeit eines M arbu r g er Vür g ers gegen dk? Stadt- verordneten-Versammlung zu Marburg wegen Anfechtung der S t a d t v e r 0 r d n e t e n w a h l e n gefällt. 91^ gesehen von anderen bei den Wahlen nach Meinung des Klägers vorgekommenen Unregelmäßigkeiten, aus bie sich bie Anfechtung des Klägers stützte, batte der Kläger die Stadtverordneten- wablen in der dritten Mteiluna auch wegen Wahlbeeinflussung durch den Oberbürgermeister angegriffen. Dieser hatte nämlich kurz vor der Wahl in einem Zeitungs-Eingesandt öffentlich erklärt: Wenn her Kläger als Stadtverordneter gewählt werbe, lege er (ber Oberbürgermeister^ fein Amt nieber. Tas Ober- Verwaltungsgericht findet in dem Verhalten des Oberbürgermeisters keine M->blbeeinflussuug. Em Oberbürgermeister sei durch seine amtliche Stellung durchaus nicht verhindert, sich öffentlich vor der W"hl für einen bestimmten Kandidaten auszusprechen. Dasselbe müsse selbstverständlich auch dann gelten, wenn er sich öffentlich gegen eine bestimmte Wahl ausspreche. Die Erklärung des Oberbürgermeisters, daß er int Falle der Wahl des Klägers sein Amt niederlegen würde, möge auf den Ausfall der Wahl von Einfluß gewesen sein, doch liege eine unerlaubte Beeinflussung nicht vor. Von einer solchen könne erst dann die Rede feht, wenn zur Herbeiführnna gewünschten Wahlergebnisses unlautere Mittel angewendet 'r- Mittel nach freier richterlicher " 'h^rrena"i'"7 hnn o<-vrtefrn wären. )C in der hiesigen f in den Stifter der Krug v. Nidda Lerner hielt die 1 er' und zeigte be- >fem Gefühls * fi«s 1* An dein Gottes I ;e teil | i. . 200.®Ä Gotteshaus. c i(ten Friedhof : i * * i * ' Md! f' tbio»«8; !,ne pu einging. j nd den , ßjqung§* I 1 1 Lon*”' b«. corP°re L rf“6 , irf Ah 31 i BB Ausverkauf ■ Beim Elsoffer’schen Brande hat ein Teil unseres Warenlagers durch das Wasser leicht gelitten. Diese nass gewordenen Waren unterstellen wir xu Spottpreisen E einem ■ Ausverkauf ■ Gebrüder Baer, Marktstrasse 29. Mittwoch, den 23. August er., nachmittags 2 Uhr versteigere ich im Bickerschen Saale Möbel aller Arten, 1 vollst. Ladeneinrichtung, 1 Ladentheke, 10 Mille Zigarren, 1 Metalldrehbank, 50 lHMtr. Glas, 1 neues Fahrrad, 1 Partie Regen- und Sonnenschirme, Stöcke, Bierkrüge, 1 vollst. Bett a. a. m. [4350 Geißler. Gerichtsvollzieher. Bulle Freitag den 25. August L I., -vormittags 10'/a Ichr, wird aus hiesiger Bürgermeisterei ein abgängiger, gut genährter Gemeinde- Bulle versteigert. Allendors a. Lumda, am 21. August 1905. Gr. 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