Nr. 18 Zweites Matt. 155. Jahrgang Samstag 21. Jamrar 1905 Grjchetnr a-N- mit Ausnahme btt Sonntags, Die „•Usenet LamilienblSNer" werden dem e91nüetflet viermal wdd)entiid) beigelegt. Der ^helstlche tftBöwUF «tchemi aumatUch etnmoL Gießener Anzeiger RotatttmSdruck and Vertag der Brühl'fchea UnwerluLtSdruckeret. 9L Lange, Gretz«. Redaktion, Lxpedttwn cl Druckerei Schulftt-K. XeL 91t. 6L Xeitcgu- Ädc. t An-erg« GretzeH, General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen. Li Sera le ‘gfkofoflie. Aus Anlaß des seltscnnen Vorgehens des Konsistoriums der Provinz Brandenburg, das den tiberalcn Prediger D. Fischer von der St. Markus-Gemeinde wegen eines liberalen Vortrages gemaßregelt fycrfte, war zu Mittwoch abend eine Protest Versammlung in Berlin einberufen, die von mehr als 2000 Personen besucht war. Unter den Anwesenden bemerkte man auch den Oberbürgermeister Kirschner, den Stadtverordneten Dr. Langerhans und eine größere Zahl Stadtverordnete. Reichs tags ab g. Schrader, der den Vorsitz übernommen hatl-e, wies kurz auf die Bedeutung der Versammlung hin und erteilte das Wort dem Professor D. Pfleiderer. Dieser führte, vielfach: von Beifallskundgebungen unterbrochen, im wesentlichen folgendes aus: Wir hatten in jüngster Zeit vielfach gehofft, daß der Ernst der Zeit, die Not des Protestantismus unsere Kreise zusammen- scbweißen werde unter Beiseitesetzung der kleineren Differenzen. Daß diese Hoffnung aber irrig war, lehrt die gegen den Pfarrer D. Fischer erhobene Anklage, die ja nicht so ganz unerwartet kam. Mir hat D. Fischers Vortrag, der zur Anklage führte, sehr gut gefallen, denn ick fand darin Glanbensüberzeugung, gehaart mit aründlicber wissenschaftlicher Dur^bildung. Es ist verdienstlich, daß D. Fischer nicht bloß an die praktischen Arbeiten unserer Zeit gedacht, sondern daß er auch die Wahrheitsseite der Religion beleuchtet hat. Dabei bewies er den vollen Mut der Wahrhastigkeit, indem er mit Recht betonte, daß wir manches von den religiösen Ueberli"ferrmgen fallen lassen müssen, wenn wir den Kern retten wollen. Solche Männer aber brauchen wir in der evan- aelifchen Kirche. (Bravo.) Um so größer war mein Erstaunen über das Schreiben des Konsistoriums an D. Fischer. lRebner »erliest das Schreibend Daß hier einem fast sechzigiabrigen, notorisch tüchtigen Geistlichen mit wissenschaftlicher Durchbilduna von der vorgeievten Behörde ,.Unreife" vorgeworfen wird, ist stark. Die Behörde hätte den Mann schützen sollen gegen das Nebelwollen einzelner Gemeindemitglieder und hätte den Unverstand zur Vernunft bringen sollen. (Lebhafter Beifall.) Aber der Vorgang mit D. Fischer ist zum Anlaß genommen, um, der modernen theologischen Wissenschaft e-twas om Zeuge zu sticken. Ob dieser Zweck erreicht werden wird, erscheint indes fraglich. Es ist ein frischer Zug in die Tbeologievrofessoren gekommen, und sie werden sich den Mund nicht so leicht wieder schließen lassen, bravo.) Es gilt für uns, den alten Geist, die alte Wahrheit in neuen Formen darzubieten. Was Delitzsch über Babel und Bibel sagt, bat zwar in weiten Kreisen große Austegung bervor- »erufen, doch blieben dabei die Theoloaievrofessoren vollständig kühl, weil sie von der Wahrheit jener Mitteilungen längst überzeugt waren. Daß sie sich nicht in den damals entbrannten Streit mischten, geschah einmal, um kein Aergernis zu erregen, und tarnt sagten sie sich auch, daß es besser sei, wenn weite Volksschichten die geschichtliche Wahrheit von anderer als von. theologischer Seite erfahren würden. Die Zeit des Schweigens ist für uns Professoren aber jevt vorüber, die Zeit des Redens ist gekommen. (Anhaltendes Bravo.) Eigentlich müßten wir das in Berlin errichtete Schlei ermacher-Denkm al wieder niederreißen, weil ja jener Mann die a^chen religiösen Anschauungen versuchten hat wie jetzt D. Fischer. Der Vortragende kritisiert hierauf in scharfer Weise einen Vortrag, den der orthodore Pfarrer Lasson in einer Versammlung in der neuen Philharmonie gehalten und zu heftigen Ausfällen gegen D. Fischer sowie gegen die kirchlich-liberale Richtung benutzt hat. Zum Schluß ging Redner auf den angefochtenen Vortrag des D. Fischer selbst ein und erläuterte dessen Hauptsätze Was dort gesagt ist, — führte er aus — ist eigentlich längst Eigentum und Ueberzeugung denkender Christen. Fischers Ansichten sind sehr modern^ aber durchaus nicht unchristlich, 'sondern modernes evangelisches Christentum. Bedenken könnte man höchstens gegen seinen praktischen Vorschlag haben, schwierige, theoretische Religionsfragen im gewöhnlichen Gottesdienste von der Kanzel herab vorzutragen. Im öffentlichen Gottesdienst soll die Erbauung, nicht der Verstand vorherrschen. Der Vortragende schloß mit dem Hinweise, daß sich unser Vaterland gratulieren könne, wenn es möglichst viele Prediger vom Schlage l). Fischers hätte. (Anhaltender Beifall.) Zur Annahme gelangte folgende Resolution: ,,Wir erffären, daß durch die maßlose Agitation der Positiven und die Entscheidung des königlichen Konsistoriums dem Pfarrer D Fischer schweres, völlig unverdientes Unrecht angetan ist. Wir fordern für die ebenso fromme wie freie Auffassung des Christentums, wie sie D. Fischer in seinem Vortrage vertreten hat, volles Recht in der evangelischen Kirche. Wir verlartgen vom Kirchen- regiment. daß es die kirchlich liberalen Glieder der Gemeinde in gleicher Weise schütze und fördere wie die orthodoxe. Wir fordern, daß den evangelischen Geistlichen in ihrem Amt volle Freiheit auf dem Grunde des Evangeliums gegeben werde. Wir bitten D. Fischer, im Verträum aus die allgemeine hohe Anerkennung, die er in den großen Kreisen freigesinnter evangelischer Christen findet, festzuhalten an seinem Amte, das er zum Segen seiner Gemeinde verwaltet hat, und in dem er hoffentlich noch lange stehen wird." Das rsburfler Kreignis. Kaum irgendwo finden die a m t li ch en ru s s i s ch e n Meldungen Glauben, da^; «ein „Zufall oder ein Unfall" schuld sei an der Kanonade auf das Winterpalais. Alle Umstände weisen auf einen sorgsam vorbereiteten Anschlag hin. Unsere Milif'rs schütteln den Kopf über die krampfhafte und unwahr-cheinliche Erklärung von dem „aus Versehen" stecken gebliebenen Geschoß. Die „Nr.. A. Ztg." cikzeptiert zwar höflichermaßen die russische Deutung „Unfall", bemerkt aber diplomatisch: „Einer glücklichen« Fügung ist es zu danken, daß die Folgen nicht weit ernster gewesen sind." Als nahezu gewiß muß man annehmen, daß hohe Militärs mitbeteiligt sind. Anders würde der Anschlag nicht ausführbar gewesen sein. Die „Nationalztg." nwähnt die Möglichkeit, daß den Reaktionären, den Verteidigern des Msolutismus, der Gedanke gekommen sei, den Zaren durch eine ganz unerhörte Demonstration ein* zuschüchtern, um ihn dadurch von weiteren Zugeständnissen nn die freiheitliche Bewegung zurückzuhalten? Auch diese Vermutung hat manches für sich aber die „Einschüchterung" hätte doch leicht den Träger des Absolutismus töten und dadurch erst recht die Revolution in Rußland sntsesseln können. Uebcr den Vorfall in Petersburg meldet Reuters Korrespondent: Gleichzeitig mit den Salutschüssen der Geschütze, die den Schluß bet Zeremonie des Segnens der Newa durch den Zaren ankündigten, krachte ein Schuß, und eine Kugel schlug duckch die Fenster des Winterpalastes. Niemand wurde durch sie verletzt: sie Maß einen Zoll im Durchmesser und bohrte glatte, je z-wei Zoll große Löcher durch die oberen Doppelfenster des Nikolai-Saales, wo eine Gruppe von Offizieren die Zeremonie beobachtete, ©ie zerschmetterte dann die elektrische Lamve auf der anderen Seite des Saales und fiel zu Boden. Ein Offizier hob das Geschoß auf. Bald daraus kehrte der Zar in feierlichem Zuge in den Palast zurück. Der Monarch war von dem Vorfall benachricytigt worden, und ein Offizier zeigte ihm beim Vorübevschreiten die Löcher in den Fensterscheiben. Der .Herrscher schien vollkommen unbewegt und streifte die .Spuren des Geschosses kaum mit' seinem Blick. Großfürst Wladimir stellte sofort Nachforschungen an und vernahm die Augenzeugen. Die Kugel kam, wie die Löcher beweisen, aus der Richtung der Börse. Nach einer Version soll das Signalgeschütz zufällig mit Schrapnells geladen gewesen sein, doch wurde dies von der Peter Paul-Festung abgefeuert, die in der entgegengesetzten Richtung liegt. Bedeutsam ist, daß: nach der Richtung der Löcher zu schließen, die Kugel dicht über dem Pavillon, in dem der Kaiser mit seinem Gefolge stand, vorbeigegangen sein muß und daß sie ungefähr in der Höhe einschlug, in der die Fenster liegen, von denen aus die Kaiserin, die Großfürstinnen und die Damen des Hofes und diplomatischen Korps die Zeremonie beobachteten. In demselben Auaenblick, als die Kugel in den Palast drang, tötete ein zweiter Schuß einen Polizisten. General Hitrowo leitete sofort die Untersuchung ein. Die Batterien, die heute dm Salut abgaben, gehören der reitenden 'Artillerie au. Tie Mannschaften wurden sofort in st r e n g st e n Arrest genommen. In der Stadt herrscht große Aufregung über den Vorfall. Daß ein Anschlag auf den Zaren geplant war, ist in Petersburg bereits feststehende Ueberzeugung geworden, so ungeheuerlich die Vorstellung auch ist, daß gegen den obersten Kriegsherrn aus den Reihen seiner eigenen, in der Residenz stationierten Truppen heraus sich eine Mörderhand erhoben haben soll. In die Petersburger Garnison pflegen doch nur als unbedingt zuverlässig geltende Elemente ausgenommen zu werden, und wenn bei der Verwechselung der Geschützladung kein unglückseliger Zufall obgewaltet hat, so kann man kaum glauben, daß der Schuldige nur unter den das Geschütz bedienenden Artilleristen gesuch-t werden müßte. Das Fe st der Wasserweihe wird am 6. Junuar alten Stils in der ganzen morgenländischcn Kirche begangen zum Andenken an die Taufe Jesu Christi im Jordan. Es liegt dabei die Vorstellung zu gründe, daß durch diese Taufe nicht Jesns Christus, sondern das Wasser geweiht wurde. In solchem., an diesem Tage geweihten Wasser wurden früher Heiden und Inden getauft, und in Erinnerung daran wird daZ Fest in Petersburg auch jetzt noch unter Entfaltung großer Pracht in Anwesenheit der ganzen Garnison und unter Assistenz zahlreicher Geistlichkeit begangen. Tas geweihte Wasser wird zu gottesdienstlichen Zwecken, zur Einweihung von Wohnungen usw. benutzt. In Petersburg wird das Fest an der Nenm begangen, in deren Eis eine kreisförmige Oeffnung geschlagen wird; in diese taucht der Metropolit, der höchste geistlich«? Würdenträger der Residenz, das Kreuz, wodurch die Weihe als vollzogen gilt. Ter Zar wird mit dem ins Wasser getauchten Kreuz besonders gesegnet. Aus Stadt und Kanö. G i e ß e n , 21. Januar 1905. •* Von der Post wird uns folgendes geschrieben: Jeder Landbriefträger führt auf seinem Bestellgang ein Annahmebuch mit sich, in das er einzutragen bat: 1. die von ihm angenommenen Telegrannne, Einschreibsendungen, Sendungen mit Wertangabe, Postanweisungen, gewöhnlichen Packete und Nachnahmesendlingen, sowie Zeitungsbestellungen, 2. die zur Frankierung der Sendungen, zur Bestellling von Zeitungen imb zur Beschaffung von Wertzeichen ihm über* gebeneil Beträge. Gleiche Annahmebücher führen die m Landorten bestehenden Posthüsstellen. Der Einlieferer oder Auf- traggeber ist berechtigt, sich das Annahmebuch vorzeigen zu lassen, um sich von der Richtigkeit de- " mtragungen zu über* Streik in Anhand. Die Arbeiter haben in Petersburg auf allen Werken und Fabriken der Stadt die Arbeit niedergelegt; morgen werden alle Unterftfyriften für die Petition an den Kaiser gesammelt. Tie Versammlungen dauern fort. Ter Priester G a pon halt Ansprachen an die Arbeiter. Man ist überall entschlossen, Sonntag auf den Platz vor dem kaiserlichen Palais zu marschieren, selbst bei jedem nur denkbaren Widerstande, sogar wenn Truppen die Wassen gebrauchen sollten. Man hat sich entschlossen, keine Waffen mitzunchmen und sich der Gewalt nicht zu widersetzen. Die Arbeiter wünschen, daß der Kaiser selbst ihre Petition höre, sie tocigem sich, sie Beamten zu übergeben. Der Priester Gapon hat ver- sprock"en, vor «den Arbeitern in der Soutane mit dem Kreuz zu marschieren. Die Arbeiter erklären: wir sind bereit auf dem Platz vor dem Palais zu sterben. Wir verlangen ausdrücklich, daß der Kaiser erfebeint und 'uns anhört. Gestern Freitag früh nach 8 Uhr drang eine aus Ar- heitern verschiedener Fabriken bestehende Menge in die Druckerei der Akademie der Wissenschaften ein, um die dortigen Sckiriftsetzer und andere Arbeiter zum Anschlüsse an den allgemeinen Ausstand zu zwingen. Da auf der Straße eine tausendköpsige Arbeiterschaft des Verlaufes der Dinge harrte, ordnete die Polizei, um Ausschreitungen boriubeugen, die Einstellung der Arbeit in der Druckerei an. — Eine Arbeitermenge zog von der Druckerei der Akademie der Wissenschaften nach verschiedenen Fabriken in dem Stadtteile Wassili-Ostrow und veranlaßte, daß do-rt die Arbeiten emgestellt wurden. Die Polizei enthielt sich der Einmischung. (Das berührt bei den russischen Zuständen recht neu und merkwürdig. D. Red.) Tie T a b a k f a b r i k S ch a p s h a l erbat eine Kompagnie Soldaten z u m Schutze, als 500 Arbeiter vor der Fabrik erschienen und die Einstellung der Arbeit forderten. Tie Fabrik wurde geschlossen, die Arbeiter gber vereinigten sich mit der Menge, welche in das Etablissement eiudrang und die Arbeits- Einstellung erzwang. Tie Truppen machten von ihren Waffen Feinen Gebrauch und kehrten in ihre Kasernen zurück, als sich die Menge entfernte. Eine ams 200 Arbeitern bestehende Abordnung begab sich heute nachmittag in alle Werkstätten, Fabriken und Druckereien und forderte die dort brschästigten Arbeiter auf, die Arbeit n i e b e i" 3 u i e g c u , widrig?ufalls sie Gewalunaßregeln anwenden würden. Alle kleineren indußrieften Betriebe in Petersburg befinden siel) bereits im Ausstande. Tie Truckereien werden geschlossen MendS wird eine Arbeiter-Versammlung stattfinden, in der man sich über die zu stellenden Bedingungen schlüssig machen will. ____ zeugen: auch kann er die Eintragung selbst bewirken. Dem Publikum wirb empfohlen, von dieser Berechtigung Gebrauch zu machen. ** In der Gemäldeausstellung am Brand ist ein Gemälde von N. Scholz-München, „Alm im Winter"^ neu hinzugekommen, welches nur acht Tage, einschließlich zweier Sonntage, ausgestellt bleibt. Die Kollektion von R. Kaiser-München, ist nur noch morgen, Sonntag, ausgestellt. •• Bürgerverein Gießen. Die Mtgliederzahl hak sich in erfreulicher Weise vermehrt, ein Beweis, daß man in der Begründung de§ Vereins einem langjährigen Wunsche der für das Wohl und Wehe der Stabt sieh inter-ssierenben Mitbewohner entgegen gekommen ist. Es ist nun aber auch Recht und Pflicht, baß alle Mitglieder am Dienstag, den 24. Januar, abends, in Steins Saalbau erscheinen, um die Statuten definitiv festzulegen und einen Vorstand zu wählen, der der Würbe und dem Ansehen des Vereins entspricht. Eine Liste zum Einzeichnen ist am Dienstag in der Versammlung aufgelegt, damit vor Eintritt in die Tagesordnung noch Jedermann die Mitgliedschaft erwerben und sein Stirnmreeht betätigen kann. Der Beitrag für ein Jahr mit einer Mark kann gleichzeitig erlegt werben. Da aus allen Stadtteilen Vertreter in den Vorstand entsandt werden, so dürften jede Frage und alle Jntereffen gleichmäßig und unparteiisch behandelt werden. *• Das Promenadenkon zert findet morgen, Sonntag, um V212 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre „Frau Luna", von Lincke. 2. Valse bleue van Margis. 3. Potpourri aus der Operette „Der Vogelhänbler", von Zeller. 4. A.-M. Nr. 206 von Trenklec. fc. Darmstadt, 20. Jan. Die beiden russischen Hofopernsängerinnen Emilie und Gabriele Christ-> mann, die am Darmstädter Hoftheater ein zweimaliges Gastspiel absolvierten, fangen heute bei einer Soiree im Lichev Schloß vor dem Großherzog und seiner Braut. R -B. Darmstadt, 20. Jan. Der erste Ausschuß bet Zweiten Kammer hat heute mittag seine Etats- beratungen endgiltiq zum Abschluß gebracht. Die schriftlichen Berichte der Aiisschußreferenten über den zweiten Teil betz Haushaltsetats wurden definitiv genehmigt und werben schon in ben nächsten Tagen beni Finanzausschuß der Ersten Kammer gebrueft vorliegen. Von ben schon früher erwähnten beanstandeten Forderungen wurde die Posttion von 16 800 Mk. zur Erwerbung eines Bauplatzes für die Errichtung von Gendarmerie-Wohnungen in Offenbach endgiltig abgelehnt, die gleichfalls beanstandet gewesene Forderung für bas Am tsgerichtsg ebäu be in Bübingen, als erste Rate für bie Errichtiing eines DienstwohngebaubeS für den bienstauffichtführenben Richter: a. 5000 Mk. für Grunberwerb imb b. 18 000 Mk. für ben Rohbau, wurde bewilligt; die Gesamtkosten des Baues sind auf 28 300 Mk. berechnet. — Die Finanzausschüsse beider Kammern dürften am Donnerstag der nächsten Woche zu ihrer gemeinschaftlichen Beratung über den Etat zusammentreten. Wie wir weiter hören, beabsichtigt Präsident Haas, die Zweite Kammer in der zweiten Woche des Februar zur Etatsberatung zusammenzubernfen, die dann, da wesentliche Schwierigkeiten bezüglich des Etats zwischen Regierung und Kammer nicht vorhanden sind, noch im Laufe des Februar zu Ende geführt werben dürfte. Geschähe das wirklich, so bliebe bis Ostern, das diesmal erst auf den 23. April fällt, immerhin eine schöne Zeit für die Erledigung: anderer legislativer Aufgaben zur Verfügung. fc. F-ranksurt a. M., 20. Jan. Auch auf bet Strecke Fran kfurt — Gießen verkehren infolge bes Berg-' arbeiterau§ftanbc§ täglich zwei Güterzüge weniger. Nnlverfltäts-Aachrichir'N. hc. B erl i n , 20. Jan. Zu w i ss e n s cha f H i ch ciiU n t e r* nehinungenhat die preußische Akademie derWinen- schäften durch die phvsikaliscki-mathematische Klasse be w i ll i g t: dem Oberbergrat und Mitglied der Großh. Oberen Bergbehörde, Privatdozenteu für Mineralogie und Gesteinslehre an der technischen Hochschule in Darmstadt, Pros. Dr. Karl Chelius zur Fortsetzung seiner g e a l o g i s ch-p e t r o ar a p h i s che n Bearbeitung des Odenivaldes 10 0 0 Mark; dem PHvsivlogen, a. o. Professor Dr. Otto Cohn beim in Heidelberg zur FortftiHrung seiner Arbeiten über Glpkolpse in den Muskeln 1000 Mark; dem a. o. Professor der Anatomie an ber Universität Erlangen, Dr. med. et phil. Arnold Spuler zur ^■•ortfehimg seiner Bearbeitung der Schmetterlinge Europas 1000 Mark: dem Zoologen a. o. Professor Dr. Robert Lanterborn in Heidelberg zur Fortsetzung seiner Erforschung der Tier- und Pflanzenwelt des Rheins und seiner Zuflüsse 1000 Mark; dem o Professor der Pspchiatrie und Direktor der Zrrenkliuik an der Universität Gießen Dr. med. et phil. Robert Sommer zur Fortsetzung seiner Studien ü b c r A usdr u ck s b e w eg - ungen 500 Mark; dem Landeögeolvgen, Privaldozenten ftir Bodenkunde und Lehrer für Mineralogie an der Technischen Hock)- schule zu Darmstadt. Dr. Gustav Klemm zur Fortsetzung seiner geologischen Untersuchungen im Tessintal: Herrn Heinrich Friese in Jena zur Herausgabe einer Monographie ber Melivonen 1200 m?nrf und dem Pharmakologen, a. o. Professor Dr. Rudolf M a g ii n s in Heidelberg zur Fortführung seiner Versuche an glntter Muskulatur, speziell am überlebenden Darm 300 Mark. Die Akademie hat ben Professor an der Universität Rom Jgnazw G u i d i zum k o r r e s p o n b i e r c u b c n Mitglied der philosophisch-historischen Klasse gewählt. Darmstädter Möbelfabrik. Großh. Heff. HofiMöbellieferanten Darmstadt. Bedeutendstes Einrichtungshaus Mitteldeutschlands. — 200 Zimmereinrtchtungeu stets lieferfertig vorrätig. — Rian verlange Preislisten und Abbildungen. b14/ •V 4'.^ Lollar, Oberbiel, den 20. Januar 1905. Rm. Kreisstraße Stephan. 419 0378 Heuchelheim, den 21. Januar 1905. 198 fm. 144 100 15 Diehin, Baurat. r ä m e r. 9lai)el= Wellen Buchen Reifer. > w Eichen „ । Kiefern und Fichtenreiser. Rm. Buche, Elche, Kiefer und Fichten Stock. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Schwalbenwald Grogh. Burgernieisterei Ober-Bessingen. Kühn. Garn dach, den 19. Januar 1905. Grogh. Bürgermeisterei Gambach. h Reuhl. Stück Eicheustämme von 16—20 cm Durchmesser, I 5 4Uöj vdjoiie ö- nung, 2. tn I. Äpnl evll. iv::< 12 m Läilge nut 5,80 fm. Stück Kiesernstamme von 17—31 cm Durchmesser, teilung 16. Leihgestern, den 21. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. Holzversteigeruug im Gambacher Gemeiudewald. 1. Donnerstag, 26. Januar. — Brennholz. 6 Rm. Buchen-, 28 Rin. Elchen-, 2 Rm. Birte- u. 20 Rm. Kiefern-Schelt, 51 Rm. Buchen-, 20 Rm. Eichen, 2 Rm. Birke- u. 36 Rm. cdjillenirüB* :ai. iitke, mit allem flWm 'Jlc.-Jür ju öHimeitn. i'l la-e 21, van. Lobersir 6(61t>;lLnir. Holz-Versteigerung. Donnerstag, 26. Januar l. Js., vorm. 9^ Uhr beginnend, sollen im Leihgeslerner Gememdewald m den Diurüten Sattel und Suhl versteigert werden: Stämme: 29 Fichten von 13—15 Zmtr. Durchm.12—15 Mtr. Länge — 4,09 Fstm., Derbstangen: 712 Fichten = 44,25 Fstm., 2. 16 1b m Länge nut 8 tui. rm Kiejerutuüppel 3,5 m Länge, zu Pfosten geeignet. Der Anfang uno die Zusamuirukunft morgens 10 Uhr am Feriiewatd zunächst der Kretssltaße Steinbach—Annerod. Bemerlt wird noch, dag sich die Kiefernstämme außer dem Schnittholz mci|iemcild zu Pumpen stocken eignen. Stetnoach, den 20. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. und Stangenholz zuerst zur Versteigerung. Sta u jeii berg, am 20. Junuar 1905. Grouh. Bürgermeisterei Staufenberg. Holz - Ver stenzer urrg tm Sieinbachcr ^AemriudewaLd. Mittwoch, den 25. Januar l. Js., soll in hiesigen Geuieindcwald Distrikt Heegheck, ^meijenlopj Lootenzipjen folgendes Holz verstetgerl werden: Rm. Kiesern-Oiutzlnüppel 3 Mlr. lang. Zusammenkunft an beiden Tagen vormittags 10 Uhr am Jagdhaus. Eiche Stämme mit 25,47 Fstm., worunter Schnittholz bis 65 Enn. Durchmesser. Fichte Stämme nut 102,17 Fstm., worunter Schnitt* holz bis zu 38 Ctm. Durchmesser. „ -Knüppelholz, , -Stoctholz, „ -ReiNg. ist aut der Grünberger-Straße an 1905. inermeifterei Gießen. Küferholz eignet), Buche-, Eiche- und "Radel-Knüppel, , , - » Stöcke, „ „ w Wellen. Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr auf der diesseits der Tiejenbach und kommt das Stamm- Danksagung. Für die gütige Anteilnahme an dem so schweren Verlust der uns betroffen, sagen herzlichen Tank Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Rinn 11. Vergebung von Wasserieitungs- arbeiten. Die sämtlichen, zur Herstellung einer Quellwasserleitung für die 6) e ni e i n d e Trohe bei Gießen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Submljsions- wege vergeben werden. Schriftliche Angebote sind bis Montag, den 6. Februar l. Js. vormittags 9 Uhr aus der Grofzh. Bürgermeuterei Trohe abzugeben, wo alsdann die Eröffnung der Angebote in Gegenwart dec erschienenen Bewerber stattfindet. Die Pläne und Bedingungen liegen auf dem Bureau de§ Unterzeichneten (Landgraf Philipp-Platz 3) zur Einsicht offen und es können dort Angebotsforniulare gegen Erstattung der Selbstkosten entgegen genommen werben. Gießen, den 17. Januar 1905. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Tie Zujammenkuntt 5. Schneise. Gießen, 19. Januar Kiefern-Knüppel, Stück Buche-, 2550 Stück Eichen-, 2650 Stück Kiefern- und 800 Stück Fichten-Wellen, Rm. Buchen-, 37 Rm. Eichen-, 36 Rm. Kiefern- u. 10 Rm. Fichten-Stöcke. Freitag, 27. Januar. — Bau- und Nutzholz. Eiche-Stämme von 40—51 Zmtr. Durchm. 5—14 Mtr. lang 20 Fstm., Eiche-Stamme von 20—39 Zmtr. Durchm. 7—17 Mtr. lang 112 Fstm., Buche-Stämme von 36—38 Zmtr. Durchm. 10—11 Mtr. lang 2,25 Fstm., Kiesern-Stämme von 18—44 Zmtr. Durchm. 6—15 Mtr. lang 115 Fstm., hierunter 65 Fslm. Schnittholz, Fichten-Stämme 18—44 Zmtr. Durchm. 10—23 Mlr. lang 24,83 Fstm., Fichten-Derbstangen 8—12 Zmtr. Durchm. 6—12 Mtr. lang 3,14 Fstm., Jagd-Verpachtung. Mitl,v0ty oen 15. Februar l. I., nachmittags 3 Uhr, wird aus hiesigem Rathause die Jagd der Gemarkung Butzbach, 611 Hektar Feld und 414 Hektar Wald, zusammen auf 8 Iahte vom 15. Februar d. Js. an, öffentlich verpachtet. Die Station Butzbach hegt mt Jagdbezirk und ist von dieser auf guten Wegen in einer Viertelstunde der Wald zu erreichen, in dem sich em zahlreicher Rehstand, ebenso Fasanen und Haselhühner vocfinden. Der Wald grenzt nut seiner Rückseite an große Waldbestände und kommen dadurch auch manchmal Hirsche in demselben vor. C21/' Butzbach, 18. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei. Küchel. Holzversteigerung. Mittwoch, fcut 25. Januar o. IS., von vormittags 9 Uhr an soll im Grotzen-Busecker Gemeindewald, Distrikt Schivalbenwald nachverzelchnctes Holz versteigert werden: 37 , 82,5 , 115 „ 2850 Wellen btS 17 m Länge nut 86 Stück Fichtenstämme von 16—39 cm Durchmesser, bis 18 m Länge nut 63 un. Fichtendervslangen von 8—12 cm Durchmesser, bis Scheiter: 17 Rm. Buche, Knüppel: 31 Rm. Buche, 39 Rm. Eiche, 1500 Buchen-Wellen, 2050 Eichcn-Wellen und Holzversteigeruug im Gießener SradLwald. Donnerstag, 26. Januar 190a, vormittags 0*/2 Uhr beginnend, sollen im Gießener ^ladiwatd in den Distrikten Haingcs- bodcn und Reuhege veviieigert werden: 2U oichten-Derdstangen mit 2,12 Festen, 3 Rmtr. Birten-Scheitholz, mit 6,51 M 0,36 , 13,85 » 0,29 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen Sohnes, Bruders, Enkels und Urenkels sagen wir unseren innigsten Dank. 411 Die tieftrauerndcu Hintcrblicbcneii. Jagd-Verpachtung. Mittwoch den 1. Februar l. Js., nachmittags 2 Uhr, soll Die der Gemeinde Ober-Bessingen zuslehende, zirka 500 Hektar große Wald- und Feldjagd unter den vor Beginn der Versteigerung betannt gegebenen Bedingungen auf hiesigem Rathaus, auf weitere 6 Japre verpachtet werden. Ober-Bessingen am 17. Januar 1905. uenmti(p„ Pauerir".^ j mieten, bciiür pc;: 'S«»*“*. gSjüüJÜ?! lotiwigslra Holz-Versteigerung. Donnerstag, den 26. Januar 1905 sollen in den Waldungen der Stadt Staufenberg in den Distriken Birken und Schivalbengraben versteigert werden: Birkenstänime 1,37 Fstm., Eichenstämme bis 62 Zmtr. Durchmesser 56,65 Fstm. (darunter 40 Stämme Schnittholz, die anderen Stämme eignen sich zu Wagnerholz), Fichten-Reisslangen, Eichen-Rutzscheit, v Slutzknüppel 2,/a Meter lang, r Scheit (darunter vieles, welches sich zu JLpul 5 Äraul =>. w- -jiiBer» -Ml. ...r • i»’1 *! 1- - sv'on 111*1 fliieifl M ^5^^713 Rm. Buche Scheit. , Eiche „ „ Buche Knüppel. „ Eiche, Kiefern und Fichte Knüppel. mu tiartcnaiutu“' wrMgraaide^ kN penn. (i’iuiL cioa ötuubetyVM jgftioSjnuiui, 6 Zud.. L Lioci, P< nennieitiu Mühlenbrink Reinhard Focken W Verlobte. Allendort a. d. Lda. 1U8 Sh" Ä VN-, Nutz- iinii BreNtzlslz-VersleigerNg her Fürstl. Soims-^rauusels^cyen ^berförsterci Hungen in den Distrikten Schweinahl und KlostcrschLag. ^Es sollen versteigert werden: Dteusrag Sen 31. Jan. 1905 von vormittags 10 Uhr an 17 Eichenpämme 1 bis 13 Mtr. lang, 27 bis 49 Emtr. Durchm. = 8,62 Fftmtr., 5 Buchenstämme 4 bis 7 ÜJlir. lang, 36 bis 58 Emtr. Durchm. — 4,69 Fstmtr., 252 Fichtenslamme 12 bis 21 Mir. lang, 12 vis 25 Emtr. Durchm. — 67,72 Fstmtr. zu Sparren, Leiterbäume und Rünstangen geeignet, 2 Aspenstämme 3 bis 4 Mtr. lang, 27 bis 21 Emtr. Durchm. = 0,54 Fstmtr., 1 Birkenstamm 7 Altr. lang, 23 Emir. Durchm. = o,32 Fstmtr., 484 sichten - -^erbstangen 10 bis 16 Mtr. lang 9 biö 12 Emtr. Durchm. ---- 43,03 Fstmtr. als Baumpiähle ujw. sehr geeignet. 1 J Ferner Mittwoch den 1. Februar 1905 von vormittags 10 Uyr an 101 Rmtr. Buchen-Lcheitholz, 63 Rmtr Buchen-Stockholz, 121 Rmtr. Buchen-Prügelholz, 22 Rmtr Eichen-Prügelholz, 460 ^Rmtr. Buchen-Reisig, 40 Rmtr'. Eichen-Retsig, 60 Rmtr. Fichten-Reisig. Ferner 20 Rmtr. Fichten-Bohlienitangen. Die Zusammenkunft ist am ^angsdors-2lonnenrölherwea Hungen, den 19. Januar 1905. ; 221/ Fürstliche Oberförsterei. 1 Die Verlobung meiner Nichte Olga Mühlenbrink aus Braunschweig mit uem prakt. Arzt Dr. med. Reinhard Focken in Aliendorf an der Lumua beehre ich mich an- $ zuzeigen. 401 A Frau Major Ella Mühlenbrink, geb. Koch. Garbenteich. Grüningen, den 19. Januar 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Grüningen. Gilbert. 414 Bekanntmachung. der ^uiiut) uno Mm u j\oi)4eiinaiuis*schcitcr Km: Buche 277 I. Klasse (worunter 18 Km Wertholz) I 0 d) ro a l b. 4io 1 11. Klane, Eiche 1 I. Klasse, 2 11. Klasse, Aspe 4 (worunter . 2 Km Ruudscheu), Knüppel Km: Vuche 89, Eiche 33 1. Klasse, * 7 11. Klaue, Aspe 2, Hie,em 1, Fichte 1 1. Klasse, 4 II. Klasse, JL a 'Jicqcr Km: Buche 398, Eiche llu, Aspe 6, Fichte 4, Stücke Km: I V ‘ v Buche 76, Eiche 9, Fichte 7. _ Dienstag, den 31. Januar d. Js., nachm. 4 Uhr, Juiammenkumt vormittags 10 Uhr aus der Straße Allerts- ^ll im allen Rathaus dahier die hiesige Gemeinde-Jagd, be- ^U|9il^«eT5tunU enedt° Sorftniart L-yerer-Climbach. flehend aus ca. 650 Hektar Wald Feld Wiesen usw. auf Londorf den 18. Januar 19 5. weitere 6 Jahre zu den un Termin bekannt gegeben werden- Freiherrtlche Oberjörsterei Rabenau. ben Bedingungen verpachtet werden. Jni Wald ist ein reger _________________________RlcoIaus.______________________B?1/1 Wechsel von Rehwild zu beobachten. Die Feldjagd bietet, Stiiirtiito WlshvNgsmEiveis Gietzeil. «artcnstratze 2, Zimmer «».14. (Geschästsstmiden von 8—1 und von 3 6 Ilyr.) 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