Gomez Carillo, ein Freund Wildes, veröffentlicht als Vorrede der kürzlich erschienenen spanischen Salome-Ausgabe seine Ei>§ innerungen an die Zeit, in der die Gestalt der Salome das Sebert ihres Dichters erfüllte. Die Münchener ,,Freistatt" bringt bte von A. Dann egg er besorgte deutsche Nebersctzung dieser inter-- eff ernten Salome-Vorrede, die ernsten Siteraturfreunden yur Leb- türe empfohlen sei. — Zu den eigenartigsten Veröffentlichungen, die uns die letzten Jahre gebracht Reiben, darf man ohne Zweckel die Kunstzeitschrift! „Mei st er der Farbe" (Leipzig, E. vl. Seemann) rechnen, die, uns durch unmittelbare Anschauung mit den bedeutendsten Malerw Europas nach und nach vertraut macht. In dem neueften Hefte 15 wird nur nordische Kunst vorgesührt, Dänen und Schweden. So. wenig man durch Beschreibung eine Vorstellung von der Wirkung eines Musikstückes machen kann, ebensowenig ist dies bei der Malerei möglich. Eine Greisin in schwarzem Kleide, die auf einem« schwarzen schlichten Sofa sitzt und strickt; an der gelbweisten Wand ein paar Bilderrahmen und neben dem Sola ein Stuhl: dies ist das „Reale" eines Bildes von V. Hanunershöi. Das Gemälde ist viel schlichter unb anspruchsloser als die Jnnenräume Pieter be Hoochs und doch wirkt es wie ein Volkslied. Dian sollte nicht glauben, daß ein solches Blatt in Dreckarbendruck (gelb, rot unb blau) ausgeführt werden könnte: alle Lebhaftigkeit der Farben ist ausgelöscht unb nur ein paar gedämpfte gelbliche ttnb braune Töne» die sehr zart abschattiert sind, bleiben übrig. Erst mit der Lupe kann man konstatieren, daß diese Wirkung wirklich durch blaue, rote- und gelbe Punkte hervorgebracht wird. Aehnliche zarte Wirkungen^ weist das zweite Bild von Fjaestad: „Reif auf dem Eise" auf. Eine frappant naturwahre Schneefläche, auf der ein paar bichtbereifte Sträucher stehen; ein vereister See mit beschneiten Steinen; im Dmtergrunde ein bläulicher Beraeszug, barüber ein gelblich strahlender Himmel, der seine Restere dem Eise mitteilt. Man weist nichts von der Poesie des Bildes, wenn man weist, was daraus abgebildet ist. ES wäre daher auch müstig anzugeben, was Wilhelmson, Johanson, Liljefors, Zorn gemalt haben. Es sei genug zu sagen, daß die Nachbildungen die Originale einfach abspiegelm rind dast die neue Zeuschrist eine Art Enzyklopädie der modernen Malere: zu werden verspricht. Gedruckte Gedichte kann man immer wieder lesen, gedruckte Musik kann man immer wteder erklingen laffen: nun baden nur glich gedruckte Malerei, die weder Stetn- zelchnung noch Photographie ist. Man kann dadurch den malerischen Eiildruck, ben der Künstler mit feinem Gewerbe beabsichtigte, jeden Augenblick Hervorrufen, ihn jedermann mitteile,l. Einige Texlblälter geben Bericht von den -ebensschicksalen uui> der Entwickelung der Künitler. Außerdem hat das Helt noch eine Tertbeckage mit einer trefsllchen Wiedergabe des charaklerisilschen KopieS Menzels, ferner Nachrichten aus dem Gebiete der bildenden Kunst. Ä'Erunqs.. per 1b. Mai! . ----2u. auch tatsächlich erreicht worden ist. An dem Eifer der Behörden und ihrer Organe hat es jedenfalls nicht gefehlt; doch es lag außer ihrer Macht, den für die Schwierigkeiten^ entscheidenden Punkt, die schlechten Verkehrsverhältnisse^ zu beseitigen. Aus Kapstadt meldet der „Cape Argus", daß das 93er* bot der E i n fuhr von Ochsen und Schafen aus! der Kaptolonie nach dem Tamaraland über Angra Pequena aufgehoben worden sei. Das Verbot werde auch für die Einfuhr über Swakopmund in Wegfall kommen, wenn bis zum 27. April kein neuer Fall von Vieherkrankung vorkomme. Man nehme an, daß keine Fälle von Rinder- p e st mehr vorliegen. ..... II ....... »'■ । ■ HU ————MIM' Zer H'orzessanaröeiler-Streik in ^Limoges. Man meldet aus Limoges vom 18. April: Berittene Gendarmerie bewacht das Gefängnis, deffe^ Türen eingeschlagen wurden. Die Zahl der Toten beträgt zwei, von denen der eine auf der Stelle getötet wurde; der andere, der verwundet wurde, erlag zu Hause seinen Verletzungen. Drei Verwundete blieben im Krankenhause. 22 Verhaftungen wurden vorgenommen. 6Ofsiziere und 63 Soldaten wurden durch Eisenstangen, Pflaster» steine und Flaschenscherben usw., mit denen die Ausständigen warfen, mehr oder weniger schwer getroffen. Die von den Behörden angestellten Ermittelungen ergaben, daß ein* zc-lne Schüsse von den Manifestanten auf die Truppen abgegeben wurden. Eine Verstärkung der Truppen wird erwartet. Tie Flagge am Rathaus ist aus Halbmast gehißt und mit einer Trauerschleife versehen. Ein Erlaß des Munizipalrats erhebt Einspruch gegen die Anwesenheit des Militärs in den Straßen und sagt: »Die Soldaten schossen auf eine harmlose Menschenmenge^. Der^ Erlaß ermahnt die Bevölkerrrng, ihren Zorn zu bemeifteat und eine Wiederholung der traurigen Vorkommniffe zu verhüten. — Der heutige Tag ist ohne Zwischenfall verlausen. Es sind Truppen- und Gendarmerie-Verstärkungen eingetroffen. Die Eisenwarenläden werden militärisch bewacht. Unter den Schuhwaren-Arbeitern, deren Zahl ungefähr 2000 beträgt, herrscht Erregung. —Die Ausständigen durchziehen in kleinen Trupps schweigend die Straßen. Die Schuh* Warenarbeiter bcschloffen weiter zu arbeiten, die Ausständigen aber mit Geldmitteln zu unterstützen und dafür 5 Proz. ihres Lohnes zu opfern. Die arbeitswillige Be^ völkenmg heißt diesen Beschluß willkommen, weil man fürchtete, aus dem Ausstand der Schuhmacher könnte eiw allgemeiner Ausstand entstehen. In der französischen Kammer interpellierte Reille (Kons.) wegen der Vorgänge und erhob gegen die Regierung den Vorwurf, daß diese sie ganz unvorbereitet getroffen haben. Ministerpräsident Rouvier unterbricht den Redner und sagt,i übertriebene Maßnahmen hätten viel schwerere Störungen herbeiführen können. Gauthier (Rat.) wirst der Regierung vor, den Arbeitern nichts als leere Versprechen gegeben zu haben. Man müffe sich nicht wundern, wenn sie sich zu Gewaltmitteln hinreißen ließen. Der Redner verlangt, daß eine Untersuchung eingeleitet werde, um festzustellen, wer verantwortlich zu machen sei. Vaillant (Soz.) sagt, daß die Verantwortung dem Ministerium zugeschrieben werden müffe, welches die Arbeitgeber gegen die Arbeiter in Schutz nehmen Vaillant tadelt das Verhalten der Arbeitgeber, von benett einer, wie er sagt, die Schamlosigkeit gehabt hat, eine fremde Kleines Keuillelon. Man schreibt uns aus Frankfurt a. M.: Ein Sieb -om verabschiedeten Offizier und seinen Kämpfen um die Eristenz im bürgerlichen Leben war die Novität der Montagsvorstellung: „A u ß e t ® i c it ft7' von Waah (Abkürzung des Namens Wangenheim. D. Red. des „Gieß. Anz."). In einer ungewöhnlich ausgedehnten Exposition mit einer Menge von Leuten, die wir später nicht wieder zu Gesicht bekommen, erfahren wir endlich, daß der verabschiedete Hauptmann von Friese eine gut bezahlte Vertrauensstellung an der Seebank erhalten hat. Im 2. Akt erweist sich diese Pommersche — wollte sagen Seebank, als Schwindel-Unternehmen. Der vertrauensselige Friese wül sich .erschießen, wird aber durch seinen alten Regimentskameraden Dörflin, jetzigen Dizekonsul in China, vor dem übereilten Schritte bewahrt. Von dem bürgerlichen und dem Ehrengerichte als Ehrenmann an-rkannt, will er sich mit Hilfe seines Freundes in China eine Existenz gründen; aber seine Frau, die ihm rn all den schweren Tagen fremd geworden rst, hat bte Absicht,, sich von ihm zu trennen. Der prächtige Sohn, der seine Osfizlers- karriere opfert, um mit dem Vater zu gehen, heilt am Schluß den Riß glücklich wieder. Die Damen Boa) und Harnisch- fener, die Herren Bauer (Fries-e), Ziegler (Sohn^ und Diegelmann Dörflin) suchten der ziemlich zerfahrenen Handlung so viel Leben als möglich einzuhauchen. Ihre Bemühungen wurden vom Publikum dankend anerkannt. — Um ben Abend zu füllen, begann die Vorstellung mit der Erstaustubrung einer einaktigen „Plauderei" von Fr. Wangenherm DieAr fcerr Mannheim ist der verstorbene Intendant des Großh. Theaters in Oldenburg Major v. W., wohl em Ohe.m des Herrn Wagh" D. Red.) „Z e b n t a u f e u d F u ß h o ch". In enter Schutzhülle des Groß-Venedigers trifft Kurt vvn Golm zufällig mit der Witwe seines Vetters zusammen,, mit dem er wegen seiner Mesalliance mit der stiiheren-Schauspielerin den Verkehr abgebrochen hatte. Sie bezaubert ihn so, daß er tote aus den Wolken gefallen ist, als sie sich zu erkennen gibt Er bekennt, daß sie ihn gestraft, wie er es verdient. Der leider störte söhnun-gskuß läßt feie Fortsetzung ahnen. Jyri, ©ebtotö L a n.ge und Herr Bauer führten das, neckische L^ortgeplankel gewandt nnb launig durch. Auch die Dialektrollen waren durch die Herren Vayrhammer, Schwarz rmd D a n e b o r g gut besetzt • — Frl. Donecker vom Mannheimer Hoftheater, die für Pie nächste Spielzeit bekanntlich an das Gießener Stadt- Theater engag ert ist, hat dieser Tage am Heidelberger Stadt- Theater die Marie, die Schwester der Magda, in nm ermann. „Heimat" gespiell und bei Publikum und Preise Beifall gesunden. — Zu Ehren des berühmten Jenerffer Professors und Naturforschers Ernst Häckel, der seit einigen Tagen in Bersin weilt, fand dort int Zoologischen Garten ein Kommers statt. Der Prediger der Berliner freireligiösen Gemeinde Dr. Bruno Wille begrüßte Prof. H. mit einer Ansprache. Er zog einen Stamm märchenhafter Südsee-Jnsulaner heran, bei welchem die Männer alle Jahre auf die Palmbäume klettern müffen, worauf die Weiber versuchen, sie herabz-uschütteln, um sie dann vor Liebe aufzufressen. Ein Mann, bei dem alle Abschüttelungsversuche nichts nutzten, sei Emst Häckel. Bald erhob der also begrüßte Forscher sich, um für die ihm erwiesenen Ehrungen zu danken. Zu der hünenhaften Gestalt des 71 jährigen Gelehrten steht seine seine Stimme, die wie geschaffen ist zu sarkastischen Pointiemngen, in auffallendem Gegensatz. An manche Anspielungen Willes knüpfte der streitbare Herr an, um in allerhand hübschen Anekdoten seine Stellung in den Kämpfen der Gegenwart zu kennzeichnen . Von seinem einjährigen Aufenthalt in Berlin vor Jahren wußte er zu rühmen, daß er in dieser Zeit als Arzt kein einziges Menschenleben sich aufs Gewissen geladen habe. Das lag daran, daß er als Mann der Theorie keinen rechten Sinn für die Praxis gehabt und daher seine Siwechsllrnden auf die Zeit von morgens 6 bis 7 angesetzt hat. Drei Patienten, Hausgenossen, habe er in diesem Jahre an Unfallverletzungen behandelt, und alle drei seien am Leben geblieben. Weiter erinnerte Häckel an den einzigen Orden, dessen er sich rühmen kann. Der verstorbene 6sioßherzng von Weimar, ein jovialer Herr, habe sich einN einige Tierbilder, darunter das eines weißen Falken, bei einem zufälligen Besuch von ihm ausgebeten, und als Gegenleistung habe er dann den Orden vom weißen Falken bekommen. Pietätvoll gedachte Häckel dieses Fürsten. Bebel möge recht gehabt haben, als er im vorigen Jahre im Reichstage gesagt habe, da5 ein Naturforscher seines Kalibers längst aus einer preußischen Universität hinausgeflogen wäre. Hierauf feierte Wilhelm Völsche dm Naturforscher und Kämpfer Häckel in einer gehaltvollen Rede. In der zwölften Sllmde erhob sich Häckel zu einer zweiten Rede, in der er rühmend der Gastfreundschaft gedachte, die er hinter Klostermauern gen off en. als er vor Zeiten auf einer dalmasinisch-en Insel wissmschaftlich tätig war. Der Prior sei nicht allein ein feiner Weinkenner, sondern auch ein vorurteilsfreier Mann gewesen, der feinen Goethe verehrt. — DasgrößteTheater derWelt, das Newvorker „H i p p o d r o m", wurde dic'cr Tage eröffnet. 6000 Sonic waren anwesend: jeder Platz hatte 100 Mk. gebracht. Das Gebäude hat einen Aufwand von 6 Mill. Mk. erfordert; es soll als ZirsilS und für Balletts, Melodramen, lebende Bilder und Wafferschau- spiele dienen. — „W i e Oskar Wilde s i ch Salome träumt e"., Fahne zu hissen, in der Hoffnung, das; man diese nicht beleidigen würde. Der Minister des Innern, Etienne, beklagt die Vorgänge. Die Negierung wünsche die Lage der Arbeiter zu verbessern, aber sie sei entschlossen, die Ordnung aufrechtzuerhalten. (Beifall.) Bei der weiteren Verhandlung verlangt Poulain (Soz.) Einleitung einer Untersuchung über die Ursachen des Ausstandes und wirft den Arbeitgebern vor, auf die gerechtfertigten Beschwerden der Arbeiter gegen einen Werkmeister nicht eingegangen zu sein und dadurch den Aus- stand veranlaßt zu haben. Iaurös (Soz.) erklärt, die Negierung dürfe nicht zu Gunsten der Arbeitgeber einschreiten. Die Beschwerden der Arbeiter gegen den von Poulain erwähnten Werkmeister seien begründet gewesen. Die Regierung hätte für die Arbeiter eintreten müssen. Ministerpräsident Nouvier widerspricht der Beschuldigung, Truppen in den Dienst der Arbeitgeber gestellt zu haben. Das Heer stehe nur im Dienst der öffentlichen Ordnung. Erst als das Gefängnis bedroht worden sei, habe man die Truppen einschreiten lassen. Die Truppen hätten erst von der Waffe Gebrauch gemacht, als nut Steinen usw. gegen sie geworfen wurde, und ohne Befehl geschossen, nachdem 60 Mann verletzt waren. Es sei weder die Schuld der Negierung, noch die des Präfekten, daß Truppen herbeigerufen werden mußten, denn der Präsekt habe bei der Plünderung des Gefängnisses nicht untätig bleiben dürfen. Die erste Pflicht des Bürgers sei, die Ruhe nicht zu stören. (Beifall.) Aus Stadt und Land. Gießen, 19. April 1905. — Verkauf der Aktienbrauerei. Zwischen der Aktiengesellschaft Aktienbrauerei Gießen und dem Brauereibesitzer G. Bichl er haben in letzter Zeit Verhandlungen wegen Verkaufs der Aktienbrauerei an Herrn Bichler stattgefunden. Dem Vern hmen nach sind sie nunmehr insofern zu einem Abschluß gelangt, als Herrn Bichler sämtliche Aktien der Aktienbrauerei Gießen übertragen (Derben sollen. h. Friedberg, 18. April. In der vergangenen Nacht wurde hier an drei verschiedenen Stellen eingebrochen, bei Geschwister Meyer, bet Trebes n. Wagner und bei Schreinermeister Heinrich Möller, wo das Werkzeug, welches zum Einbruch gebraucht worden war, mitgenommen rourbe Bis jetzt fehlt von den Tätern jede Spur. Gestohlen wurde Held, fertige Anzüge usw. § Friedberg, 18. April. In der gestrigen Stadt- Verordneten-Versammlung wurde der Anschluß an das zu Bad-Nauheim bestehende staatliche Elektrizitätswerk endgiltig abgelehnt. Nach fachmännischem Urteil ist das Unternehuten für Friedberg nicht rentabel. Auch besitzt Friedberg seit ea. 30 Jahren ein eigenes Gaswerk, welches vor etwa drei Jahren bedeutende Vergrößerungen erfuhr und von jeher gut rentierte. — Eine Schillerfeier ist auf den 100.Todestag Schillers geplant. Auf der Warte nach Ober-Wöllstadt zu soll abends ein Höhenfeuer abgebrannt werden. Auch die Aufführung von Gesamtchören der hiesigen Gesangvereine und eine Beleuchtung der Burg sind beabsichtigt. Die höhere Töchterschule, die am 2. Mai eröffnet wird, erhalt den Namen „Schiller- schu le". Darmstadt, 18. April. Die ,Darmst. Ztg.^ schreibt /m amtl. Teil: Dem Dienstbezirk des Königl. spanischen Berufs-Konsuls Jose Meana y Martine in Köln ist das Gro ßherzogtu m Hessen, das nach wie vor den speziellen Amtsbezirk des Königl. spanischen Wahl-Konsulats in Mainz bildet, angeschlossen worden. O f f e n b a ch, 17. April. Großfeuer wurde heute früh i/48 Uhr aus der chemischen Fabrik von K. Oehler am Ostende unserer Stadt gemeldet. Um 7 Uhr 12 Min. war in einem der weit nach hinten gelegenen Betriebe des ausgedehnten Fabrikkomplexes eine Oelretorte geplatzt, wahrscheinlich infolge Verstopfung eines Dampfabzuges. Durch das herausspritzende brennende Oel wurden zwei in der Nähe der explodierten Retorte beschäftigte Arbeiter schwer verbrannt; auch zwei andere Arbeiter, die etwas entfernter in dem hallenartigen Gebäude arbeiteten, erhielten Brandwunden an Gesicht und Händen. Alle vier wurden, nachdem ihnen durch den Sanitätsmcmn der städt. Feuerwehr Notverbände angelegt worden waren, in das Krankenhaus verbracht. Ein fünfter Arbeiter erhielt eine Wunde am Kopfe durch einen her ab fallen den Dachziegel. Durch den Luftdruck bei der Explosion wurde nämlich das Dach der Halle teilweise abgedeckt: auch die Fenster wurden zertrümmert. Von den Verletzten sind drei verheiratet. Der entstandene Brand war durch die Fabrikseuerwehr mit mehreren Schlauchleitungen in etwa 20 Minuten gelöscht; die rasch herbeigeeilte Bereitschaft der freiwilligen Feuerwehr wurde nicht in Anspruch genommen. Die zahlreichen Neugierigen, die herbeigeeilt waren, kamen nicht auf ihre Kosten, da von der Obermainstraße aus von dem Brande nichts zu sehen war. (O. Ztg.) Frankfurt, 17. April. Dieser Tage wurde der Gastwirt Palm in der Schnurgasse verhaftet, weil er durch Inserate bei der Polizei den Verdacht erweckt hatte, daß er bei Verbrechen wider das keimende Leben gewerbsmäßig Hilfe leiste. Tie Untersuchung ergab bis jetzt viel Belastungsmaterial gegen Palm. Eine Anzahl von Personen, die mit ihm in Verbindung gestanden haben, wurden verhaftet. Bis jetzt sind es deren acht. Mehrere Verhaftungen stehen noch bevor. — Der 19 Jahre alte Rangierer Willy Höhfeld, Hafenstraße 42, unterhielt seit Weihnachten ein Verhältnis mit einem in der Brönnerstraße bediensteten gleichaltrigen Mädchen. Da das Mädchen das Verhältnis lösen wollte, s ch 0 ß s i ch der junge Mensch gestern vor ihren Augen vier Revolverschüsse in den Leib. Tie ^Ser* letzungen gefährden das Leben. (Kl. Pr.)__________________ vermischtes. ♦ Schiller und die Rekruten. Der Breslauer Stabsarzt Dr. Ernst Rudenwaldt veröffentlicht in der Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie statistische Untersuchungen über die geistigen Fähigkeiten von 174 Rekruten, denen er verschiedene Fragen vorgelegt hat. Im Literarischen Echo stellt nun Dr. Emil Neißer dre Ergebnisse dieser Fragen zusammen, soweit sie sich auf Schiller beziehen. Für die Popularität des großen Nationaldichters spricht eine Antwort auf die Frage, was ein Dichter sei. ,Ein Dichter ist ein Schiller". Fünfmal wurde Schill statt Schiller gesagt. Goethes Namen hatten 2.5 Proz. nie gehört. Spillers Namen dagegen kannten 154 von den 174 Rekruten. Pus die Frage, wann lebte Schiller- nannten 13 ein Jahr, das in seine Lebenszeit fällt, 64 gaben eine falsche Antwort, 97 blieben jede Antwort schuldig. Unter den falschen Antworten nannten 22 das 16. Jahrhundert, 9 die Befreiungskriege, 4 um 1700, 2 bie Zeit des Großen Kurfürsten, 2 den 30jährigen Krieg, 2 die Zeit Luthers. Andere Antworten lauteten: 1870/71, gestorben 1888, vor mehreren Jahren, im Mittelalter, dann wahllose Jahreszahlen. Einer sagte: „Ter hat auch beim Militär gedient." Schiller war für den einen ein Offizier, für einen anderen ein Buchdrucker. Tie Frage: „Nennen Sie mir Werke von Schiller" wurde mit 21 richtigen, 30 falschen Angaben beantwortet, während 123 gar nichts zu sagen wußten. 20 nannten die Glocke. Unter den falschen Antworten seien folgende herausgehoben: 5 sagten „Kirchliche Lieder", 5 „Lesebücher"; dann „Es braust ein Rust', „Tannhäuser", „Fabeln", „.Heiß war der Tag", „Heil Dir im Siegerkranz", „Ter Glockenguß zu Breslau", „Eine feste Burg ist unser Gott", „liebct allen Wipfeln ist Ruh", „Schwäbische Kunde", „Jestts, meine Zuversicht", „Gebet während der Schlacht", „Ich hab' mich ergeben", patriotische Lieder, Volkslieder, Lesestücke. Die Arbeitszeit in kaufmännischen Betrieben. Das Kaiserliche Stallst isck)e Amt, Abteilung für Arbeiterstatistik, hat das Ergebnis der Erbeb:mg über die Arbeitszeit in den Kontoren des Handelsgewerbes und kaufmännischen Betrieben, die nicht mit offenen Verkaufstellm verbunden sind, im Truck en deinen lassen. Im Gegensatz zu irr 1901 ausgeführten ersten Erhebung dieser Art sind die Erhebungen diesmal , auch c '.f die Haudelshilfsat beiter, wie Hausdiener, Geschäftsdiener Markthelfer, Packer und dergleichen, ausgedehnt worden. Tie Fragen, die den .Handelskammern und Kaufmännischen Verbänden und Vereinen gestellt wurden, beziehen sich auf etwaige nachteilige Folgen der Arbeitszeit, auf .Mißstände bei der Regelung der Mittagspause und bei der Leistung von Ueberstnnden, sowie auf die Sonntagsruhe im Handelsg^werbe. Die Auswahl der Be- rickiterstatter erfolgte in der Absicht, sowohl Prinzipale wie Gehilfen als auch Arbeiter in gleicher Weise ausreichend zu. Worte kommen zu lassen, auch alle Teile des Reiches, ferner nicht, bloß die großstädtischen, sondern auch die m'llell und kleinstädtischen Verhältnisse zu berücksichtigen. Im ganzen liegen irr Veröffentlichung 213 Berichte zu Grunde, und zwar: 90 von Handelskammern, 92 von kaufmännischen Verbäudnr und Vereinen, 31 von Verbänden und Vereinen der Harrdelshilfsarbeiter. Aus den Ergebnissen der Erhebung hinsichtlich der Handels- angestelltcn ist als besonders hervorstechend die Tatsache zu konstatieren. daß zwischen dm Auffassungen der Handelskammern und denienigen der kaufmänniscl^en Verbände und Vereine, soweit in ihncii der Einfluß der Gehilfen überwiegt, in den meisten Fragen, welche die Erhebung behandelt, ein bedeutender Gegensatz zutage tritt. Wahrend zum Beispiel die Handelskammern fast uneingeschränkt eine Schädigung der Gssundlsttt auch sirr weibliche und jugendliche Personen verneinen, find die großen kaufmännischen Verbände ganz überwiegend anderer Ansicht. Ferner erblicken die meisten Handelskammerii mit wenigen Ausnahmen in der Tauer der Bureaustunden der kaufmännischen Angestellten keine Schädigung des geistigen und sittlichen Lebens, insbesondere keine Behinderung des Besuchs der Fortbildungsschule, während die kaufmännischen Verbände und ein erheblicher Teil der Vereine auch hierin der gegenteiligen Ansicht sind, wie auch von dieser Seite auf eine Schädigung des Familienlebens durch die lange Arbeitszeit und sonstige Nachteile hingewiesen wird. Tas Vorhandensein von Mißständen bei der Leistung von Ueberslunden und Entschädigung für Ueberstnnden wird von den Handelskammern mit einer Ausnahme verneint, von den Vertretungen der Angestellten etwa zur Hälfte bejaht. Die praktisch wichtigste Frage, welche an die Berichterstatter gestellt wurde, ist die, ob eine allgemeine Regelung bet Arbeitszeit einerseits geboten, andererfetis durchführbar erscheint. Mit einer Ausnahme verneinen die Handelskammern das Bedürfnis nach aesetzlick>er Regelung: genau die Hälfte der Kammern halt eine solck^e Regelung selbst für gänzlich undurchführbar oder doch nur mit den schwersten Schädigungen, die eine, solche Maßnahme unmöglich machen würden, für erreichbar. Tie kaufmännischen Verbände dagegen treten einmütig für eine allgemeine Regelimg der Arbeitszeit ein. Die kaufmännischen Verbände und Vereine schlagen meist die Einführung einer Höchstarbeitszeit, und zwar überwiegend von 9 Stunden vor. Im Falle einer gesetzlichen Beschränkung der Arbeitszeit wünschen die Handelskammern und die Mehrzahl der kausinännischien Vereinigungen allgemeine Ausnahmen und Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse einzelner Betriebe. Nahezu mit derselben Einmütigkeit, mit welcher^ die Handelskammern eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit überhaupt verwerfen, treten sie auch jedem Gedanken einer Beschränkung der Arbeitsdauer der jugendlichen Personen entgegen. Bei den Verbänden und Vereinen gehen die Meinungen darüber erheblich auseinander. Tic Regelung der Mittagspause und die Ausdehnung der Sonntagsruhe wird von den Handelskammern meist für überflüssig gehalten, von den kaufmännischen Vereinigungen fast ausnahmslos gewünscht. Tie Frage nach den Arbeitsverhältnissen der Hillsarbeiter ist von den Handelskammern und kaufmännischen Verbänden und Vereinen fast durchweg als nebensächlich behandelt worden. Dagegen haben die Vertretungen der Hilfsarbeiter zum größten Teil ausführliche Berichte geliefert,rin denen über die lange Arbeitszeit, mangelhafte Arbeitsräume, ungenügende Pausen rc. Klagen vorgebracht werden. (Dankbeamten-Ztg.) KeriHlslaal. (th.) Gießen, 19. Aprll. Am 6. März d. I. verurteilte das Schwurgericht in Gießen die Ww. Anna Marie F a i tz von Ilbeshausen wegen Meineids zu IV2 Jahren Zuchthaus. Die Frau hatte, um ihren eigenen Schwiegersohn, der eine rechtskräftig ersttittene Forderrmg in Höhe von 100 Mark gegen sie hatte, nicht zu seinem Geld^ kommen zu lassen, einen Offen- barungHeid geleistet: wobei sie verschwiegen hatte, daß sie noch für 1200 Mark Wertpapiere befaß. In dieser Verhandlung gegen Frau Faitz schien es so, als wenn deren Sohn sie zu dem falschen Eide angestiftet hätte. Die Untersuchung gegen den Sohn, welcher als Gelegenheitsarbeiter in Gießen wohnte und ein übel beleumdeter Mensch ist. hat aber ergeben, daß dieser nur die Absicht betätigt hat, seine Mutter zum Meineide zu verleiten. Deswegen stand er gestern vor der Strafkammer. Er suchte sich damit heruszuhelfen, daß er einen in Gießen wohnenden Winkelkonsulenten beschuldigte, daß dieser der Veranlasser des Meineids sei. Der Angellagte wurde aber überführt und von der Strafkammer zu 2 Jahren Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt. —, Drei junge Burschen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren von Klein-Lrnden, sämtlich unbestraft, wurden gestern aus der Untersuchungshaft der Strafkammer vorgeführt. Es handelte sich um gemeinsam begangene schwere Körperverletzung, deren auch die Angellagten, sich 'gegenseitig belastend, geständig waren. Die Beweisaufnahme ergab, daß am Abend des 12. März zwei Altersgenossen der Angellagten von Großen-Linden nach Klein-Linden gekommen waren, von denen der eine Bursche mit einer dortigen D 0 rfschön e n ein Verhältnis anbandeln wollte Als die Großen-Lindener in Begleitung von einigen Mädchen im Begriffe waren, nach Hause zu gehen, wurden sie plötzlich mit Steinen geworfen. Infolgedessen stellten sie sich unter den Schutz des Polizeidieners und des Nachtwächters, welche die zwei bis vor das Dorf begleiteten, von wo man sie allein nach ihrem Heimatsort ziehen ließ, well mait, auch nach Ansicht der Burschen, jedes weitere Zusammentreffen mit Klein-Lindener-Burfchen für ausgeschlossen hielt. Die Gegner harrten jedoch im Dunkel des späten Abends im Wäldchen zwischen Großen-- und Klein-Linden und überfielen die jungen Leute aus der Nachbar gemeinde, von denen der eine vom andern abkam. Den Angeklagten wurde nachgewiesen, daß sie mit einer Latte, a uS der die Nägel hervor sahen, mit einer Peitsche und mit einem starken Knüppel noch auf den zurückgebliebenen Menschen, als er wehrlos, halb ohnmächtig auf der Straße vor ihnen lag, unbarmherzig losgeschlagen haben, wobei die Rede gefallen ist, „nur fest drauf los und wenn wir ihn tot schlagen". Zwei der Angellagten behaupten, sie seien angetrunken gewesen. Als der Staatsanwalt am Schluffe seiner Rede beantragte, die jungen Angellagten mit 1 Jahr, mit 11 und 10 Monate Gefängnis zu bestrafen, b-a fingen sie wie die Gassenbuben am, hell aufzuweinen. Die Kammer erkannte auf 9, 7 und 6 Monate Gefängnis, Wobei bei jedem der Angellagten 14 Tage Untersuchungshaft in Abrechnung kommen. Das Urteil wurde damit begründet,' daß die Angellagten die rohe Tat, ohne jeden Grund ausgeführt und daß es immerhin dabei zu erheblichen Verletzungen gekommen ist. Strafmildernd kam in Betracht die Jugend der Angeklagten, deren Unbestraftheit, ihr alsbaldiges Geständnis und daß sie wohl am Abend auch etwas getrunken haben mögen. (n.) Gießen, 18. Avril. Die Strafkammer bestätigte heute ein von dem Arbeiter Heinrich N. zu Friedberg angefochtenes Urteil des dortigen S ch ö f f en g e r i ch t s. R. hatte sich am Bahnhof in unangmchmer We'se bemerkbar gemacht, sodaß er durch einen Schuhmann auf die Wache sistiert werden mußte. Bei bi rr Gelegenheit schimpfte er in gröblichster Weise auf den Schutzmann und erg'ng sich in Beleidigungen auf die Friedberger Polizei. Das Schö'f'naericht tieirr'-C'lte ihn zu 14 Tagen Gefängnis, wogegen er Berufung erhob. Seiner Bitte, um Erkennung auf eine milde Geldstrafe, konnte mit Rücksicht auf feine vielen Vorstrafen wegen Gewalttätigkeiten nicht stattgegeben werden. (*) Mainz, 18. Avril. Der katholische ViarrerWenland in (A it n b h e i m bat eine Klage wegen Beleidigung gegen den Redakteur der Mainzer Volksztg. imb den der Wormser Volks zig. bedingungslos zu r ü ck g e z 0 g en »nachdem der Verhandlungstermin vor der Manner Strafkammer am Donnerstag ftattfiui'en sollte. D''e beiden Blätter halten gerügt, daß der Pfarrer in seinem Wirkungskreise allzu lebhaft für seine politische P a r t e i u n b Presse agitiert habe: eine große Anzahl der Gläubigen machten eine Eingabe an den Bischof von Mainz und verlangten die Versetzung des Pfarrers. Der Pfarrer u. a. bei Gläubigen, die sich nicht feinen politischen Ansichten anschlossen, die (Srtethmg von Absolutionen, ja sogar der Sterbesakramente verweigert. Einem Austräger der „Wormler Volkszeitung", eines bürgerlich- demokratischen Blattes, hat der Pfarrer nut der Verweigerung der Absolution für sich und seine Angehörigen gedroht, wenn er weiter füll' die genannte Zeitung tätig fei. Bei der letzten Gemomderals- mahl machte der Pfarrer Versuche, Wähler zur Wahlurne zu bringen. Es entstand dadurch ein großer Auslauf. Viele Wähler sagten dem Pfarrer: Gehen Sie doch in die Kirche, anstatt aus der Gasse herumzu laufen. Aus diesen Vorgängen bei der Gemeinderatswahl ging eine Klage des GundH ermer Bürgermeisters und des Erhebers gegen denPfarrer hervor, die vom Staatsanwalt, aufgegriffen nun aber gleichfalls fallen gelassen wurde. Breslau, 18. April. Gegen den Direktor des hiesigen Stadttheaters, Dr. Löwe, sowie den Belenchtungs-Jn« fvektor Münder ist das Hauptverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingelestet worden. Es handelt sich um ein Branduuglück vom 13. Januar 1902, bei dem vier Tänzerinnen schwere Brandwunden erlitten. Eine von ihnen ist ihren Verletzungen erlegen. München, 18. April. Der berühmte verstorbene Maler Prof. Franz v. Lenbach hatte am 13. März 1903 ein T e st a- m ent gemacht, worin er feine zweite Gemahlin als Erbin ein* fetzte und feine Tochter Marion aus erster Ehe 1111b feine Tochter Gabriele aus zweiter Ehe je mit einem Vermächtnis bedachte. Seine Tochter Erika ans erster Ehe, welche bei ihrer Mutter, der nunmehr verehelichten Fran Prof. Dr. S ck> w e n i n g e r, lebt, wurde auf den Pflichtteil gesetzt. Ein Vierteljahr vor feinem Ableben hat Lenbach durch Ehenacksiragsvertrag feiner zweiten Fran sem diesiges Palais in der Luisenstwaße nebst der Gemälde- und Altertumssammlung als Vorbehallsgut zugeschrieben, damit diese einheitlich erhalten blieben. Ter Vormund Erikas erhob nun Anfechtungsklage gegen diese VorbehallsgutSerllämng und verlangte Ergänzung des Pflichtteiles der Erika auch auf den Wert des Vorbehaltsgutes. Die Zivilkammer des Landgerichts bat heute Deweisbeschluß dahin erlassen, daß Sachverständige über den Wert des Palais und der Sammllmg vernommen werden sollen. Ferner hat das Gericht die Einholung der Hinterlassen- sckussts- und Vormundschaftsakten angeordnet. Die ursprüngliche Privatschätzung des Nachlasses Lenbachs hatte 819 919 Mark betragen. Der Vormund der Erika hatte auch 'die Zurechnungsfähigkeit Lenbachs bei Abschluß des Ehenachtragsvertrags in Zweifel gezogen. Diese Fragen sind im Vormundschaftsverfahren entschieden worden und es in gerichtlich konstatiert, daß Lenbach bis znm letzten Augenblicke seines Lebens vollständig flaren Geistes war. Seine erste Gemahlin war bekanntlich Mnc Gräfin Moltke, die nach erfolgter von Lenbach 'berbeigeführter Ehescheidung, den Professor Dr. Schweninger, den Leibarzt Bismarcks, heiratete. Kandel und AerKei-r. Solaswirishaft Reichsbankausweis. Auch in der zweiten Aprilwoche war der Rückfluß zur Bank ein recht kräftiger. Der Wechsel- bestand zeigte diesmal eine weitere Abnahme um 77,61 Mill. Mark, im Vorjahre hat die Verringerung um die gleiche Zeit 109,24 Mill. Mark betragen. Auch der Lombard ist um 9,48 Mill. Mark zurückgegangen gegen 47,6 Mill. Mk. i. V. Bemerkenswert ist, daß trotz der in der vorigen Woche erfolgten Begebung der neuen Neichsaulcihe der Effektenbestand der Bank, der schon in der Vorwoche 39,61 Mill. Zuwachs zeigte, auch diesmal um fast den gleichen Betrag, 39,02 Mill, zugenommen: hat, gegen nur 6,14 Mill, vor einem Jahr. Die Notenreserve enthält jetzt 148,91 Mill, gegen 215,20 Mill. Mk. t V. Goldfelder in Deutsch-O st asrika. Die von Haupd» mann Schlosser entdeckten und untersuchten Goldfelder in Deutsch- Ostafrika sollen nunmehr rationell ausgebeutet werden. Von dem organssatorsschen Ausschuß einer neu zu gründenden Kolonial- ges.'llschaft ist der Prvspell der Zentral-Afrikanischen Bergwerks- Gesellschaft herausgegeben worden. Auf Grund des vom Kgl. Geologen Dr. Toman, der im Auftrag des kaiserlichen Gouveme- mentS die der Zentral-Afrikanischen Seen-Gesellschast zugehören- den 67 Goldfelmw untersuchte, der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes erstatteten Berichtes sollen diese 67 Goldlagerstätten, auf benen bereits ausgedehnte Schürfungen vorgenommen mürben, von der neuen Kolonialgesellschaft erworben und ausgebeutet werden. Es wird seitens der amtlichen Gutachter dem Unternehmen ein überaus günstiges Prognostikon gestellt. — Es märe das jedenfalls eine sehr schöne Sache, wenn die gehegten Hoffnungen und Errnartunaen sich erfüllten, und aus manchem Kolvnialfeind mürbe ein Koloniaffreund werden. Neue innere japanische Anleihe. Wie verlautet, beabsichtigt Japan schon wieder die Ausgabe einer neuen inneren 6 proz. Anleihe von 100 Mill. Den zum Zwecke der Tilgung der durch die Kriegsausgaben entstandenen Notenvermehrung. Di^ Nachricht hat an der Londoner Börse stark verstimmt, und einen nicht unerheblichen Rückgang der japanischen Staatsfonds herbev- geführt. 4g. Die Hälfte Lalle erspart Wser Hrener'r (affe-Surrogat \ eil cs der feinste und ergiebigste Caffe-Zusatz ist. Dififlarten t« jeder deitedtgen Schriftart und Uanom forte, sowie mit Zirkeln aller flntzentssckeir Vereinigungen, liefert zu mäßigen Preise« örühl'sche Univerfitärs-Vrucrerei, $d)ul$traße 7 " Wen 1 •Jte ffiF ün .4s? i4 *• *8 m'"SiL «tfv,* 'ft?Ä sstzSL Ä L- auf ^tgegrben ZK gÄ ’^Meinnn l ^Partei l( derGlm,biqe,l ""d verlanqien bei ©läubiqen - dke Erteilung l,le verweigert, "es bürgerlich, "weigening der wenn er weiter 1 ^emeinderats» " Dablnrne au l M VSbler W, mvtatt auf 1 bei der Gemein- ^er Bürger- ?arrer hervor, ichialls fallen ge- lor des hiesigen Belenchtiings^n- egen lghrlafüger ein Brandunglück i schwere Brand- lehungen erlegen, erstvrbene Maler 903 ein Tefta« n als Erbin ein» und feine Tochter Minis bebaute, ei ihrer Mutter, icninget, lebt, r dot feinem W« ner iweiten fttau t $emä(b> vnd bnt, banut diese las erhob nun Herklärung und auch auf den Landgerichts 'Lachveritandiye ^nrommen werden dn tzinterlaffen- 2ie ursprüngliche $19919 Mark be- die Zurechnung^- ^verttags in Zwei- ndfchgflsverfahren tiert, H Lerbach joHflänbig ntM tinetohn »tt ibarzt Bismarcks, fi M' * >** btl inrrol31 ittfflaft- weiten SM M 11Ä «t d>' M 9 8 «**Ä“ ffSS s, es» US in Dentsu ?£-S SSg¥ Gingen yjtb ®£*& -s°L "g*?5 ife* "rn*uS ein« gl.» Mk Pfd. 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