Nr. 66 Erscheint »-Nch mit Ausnahme bei Sonntags. Dir ^fttzrnn ZamMrnblSttrr" werden dem ^Anzeiger oiermal wöchentlich beigelegt. Der *W1Ud)i Laubs tN" erjchemt monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Brühl siche» LbiroerfUätßbrucfereL 5L Lange, Gieße». Redaktion, Expedition tu Druckerei: Schulstr.U. TeU ölt. 6L Lelegr.-Ädr. i Anberg er Gieß«. Zweites Blatt. 155. Jahraarrg Samstag 18. Mär , 1905 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Deutsches Reich. Berlin, 17. März. Der Kaiser begab sich heute abend zu einem Diner bei dem französischen Bot- schafterBihourd. __ Als der Kaiser am Dienstag in Berlin von seinem gewohnten Spazierritt zurückkehrte und die Wilhelrnftraße kreuzte, sprang ein junger Mann mit einer Bittschrift vor, die Oberstallmeister Graf Wedel an sich nahm. Der junge Mann wurde zur Feststellung seiner Person sistiert. _ Aus Anlaß der Vermählung des Kronprinzen soll eine Medaille geprägt werden, die die Bildnisse des Kronprinzen und der Herzogin Cäcilie zeigt. Braunschweig, 17. März. Der Prinzregent verlieh dem Staatssekretär Grafen Posad^wSky das Großkreuz deS Ordens Heinrichs des Löwen. Stuttgart, 17. März. Heute begab sich der König nach Friedrichshafen, um dem früheren Ministerpräsidenten v. Mitt nacht zu dessen 80. Geburtstage persönlich seine Glückwünsche zu überbringen. Der Reichskanzler hat telegraphisch seine Glückwünsche ausgcdrückt, ebenso der bayerische Ministerpräsident v. Podewils. Plauen, 17. März. Die Handelskammer fordert die Städte ihres Bezirks auf, mit ihr gemeinschaftlich eine Eingabe gegen die Schiffahrts-Abgaben an die sächsische Regierung zu richten. Rustand. London, 17. März. (Unterhaus.) Das Gesetz betr. die Einführung des achtstündigen Arbeitstages für die in Kohlenbergwerken beschäftigten Personen unter 18 Jahren wurde in zweiter Lesung angenommen. Brüssel, 17. Mürz. Ter Zentralausschuß der Kammer beschäftigte sich mit dem deutsch-belgischen Handelsverträge. Von der Regierung wurde eine vergleichende Tabelle hinsichtlich der in den letzten fünf Jahren auf die hauptsächlichsten Handelsartikel erhobenen Zölle verlangt. Auf eine Frage antwortete die Regierung: Bezüglich der Anwendung der Arbeiter fürsorgegesehe auf die belgischen oder deutschen Arbeiter, die in dem einen der vertragschließenden Länder beschäftigt werden, müsse die Regierung für jedes einzelne Gesetz besondere Abmachungen treffen. Augenblicklich fänden dahingehende Verhandlungen zwischen beiden Regierungen statt. Die delaische Regierung hoffe, der Kammer schon während der jetzigen Sitzungsperiode einen deutsch-belgischen Vertrag bezüglich der Arbeiterunfälle vorlegen zu können. P^griS, 17. März. Die gestrige ReichStagSrede Bülows hat nach dem „TempS* die sichtbare Tendenz Rußland die Freundschaft Deutschlands anzubieten. Das sei bemerkenswert, wenn auch bisher nichts vorliege, waS auf ein Entgegenkommen Rußlands schließen lasse. Für Rußland sei der Krieg ein genügender Grund, gute Beziehungen mit Deutschland zu unterhalten, aber von da bis zu einer Aenderung der russischen Allianzverhältnisse gebe es noch eine markante Abstufung. — Die Kammer nahm mit 519 gegen 32 Stimmen die Vorlage betr. die zweijährige militärische Dienstzeit in der vom Senat beschlossenen Fassung an. — „Eclair" will aus Madrid erfahren haben, in dortigen diplomatischen Kreisen verlaute, daß am 26. oder 27. März in Vigo eine Zusammenkunft zwischen dem deutschen Kaiser und dem Könige von Spanien stattsinden werde, während der Kreuzfahrt deS Kaisers nach Gibraltar. Die Verhandlungen hierüber seien sehr heikler Natur gewesen wegen des von Kaiser Wilhelm geäußerten Wunsches, in Vigo nicht mit dem Herzog von Cumberland zusammentreffen zu wollen. Wien, 17. März. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses beantwortete Ministerpräsident von Gautsch die Interpellation über die weitere Haltung der österreichischen Regierung gegenüber Ungarn dahin, daß die Interessen Oesterreichs auf den vollsten Schutz der Regierung rechnen könnten. Die österreichische Regierung stehe auf dem Boden der zwischen beiden Staaten abgeschlossenen Vereinbarungen, welche der wirtschaftlichen Ko-Existenz beider Reichshälsten am besten entspreche. Auch werde die Regierung ihre aus die gemeinsamen Angelegenheiten gleich, berechtigten Einflüsse zu wahren wissen. Was die Armeefrage betreffe, so bestehe bisher keine Gefahr einer Erschütterung der erprobten Grundlage der Armee, welche ein Bollwerk des europäischen Friedens sei. — Nach dem Ministerpräsidenten sagt Ellenbogen (Soz.), es sei eine eminente Aufgabe des Parlaments, das mit Ungarn bestehende Band zu lösen, bevor O esterreich? Industrie, Landwirtschaft und Finanzen vernichtet sind. Wenn der Ausgleich einmal beseitigt ist, wird sich aus den wirtschaftlichen Interessen beider Reichsbälften eine wirtschaftliche Einheit ergeben. Eine militärische Einheit ist überflüssig. Wolf (parteilos) betont die Schädlichkeit des Ausgleichs mit Ungarn, welcher die besten Kräfte gelähmt habe. Der Redner meint, das Allerbeste was der Deutsche in Oesterreich den Aspirationen der Tschechen entgegensetzen könne, wäre die Auslösung der Zollunion mit Ungarn und die Bildung einer Zollunion mit Deutschland. Sofia, 17. März. Eine von dem Revolutions- chef Apostol geführte 38köpsige brckgarische Bande wurde gestern bei der Ortschaft Smoll von einer Kompagnie Gendarmen überrascht. Rach sofortigem Eintreffen von Ver- stärkungen wurde die Bande umzingelt und nach dreistündigem heftigem Feuergesccht vollständig aufgerieben. Auch Apostol ist gefallen. Saloniki, 17. März. In Prizrend hat das 2. Bataillon deS 72. Nizam-Regimeuts gemeutert. Die Offiziere wurden mißhandelt und verwundet. Konstantinopel, 17. März. Die bulgarische Regierung stellte den Antrag, über die jüngsten, von türkischer Seite erhobenen Beschuldigungen betreffend die angebliche Verfolgung von Mohantmedanern in Bulgarien eine internationale Untersuchung zu veranstalten. Die bulgarische Regierung beschwert sich über die fortdauernden Verhaftungen im Wilajet Adrianopel, deren Zahl bereits einige Hundert betrage, ferner über die Mißhandlungen der Verhafteten, weshalb viele Dorsemwohner fluchteten. Aus Stadt und Land. Gießen, 18. März 1905. ** Landw. Landes- und Jubiläums -Ausstellung. Nach dem Beschluß des HauptauSfchusseS der landlv. Landes- und Jubiläums-Ausstellung zu Mainz wird nunmehr, so wird uns vom hessischen Landwirtschaftsrat geschrieben, diese Ausstellung auf einem durch den Rhein getrennten Platz tommen. Und zwar werden die Erzeugnisabteilung, die wissenschaftliche Abteilung, die Bienen-, Geflügel-, Fisch- und Forstabteilung, ferner die landw. Maschinen lind Geräte in die Stadlhalle und auf den anschließenden Meßplatz und Brückenplatz mit Anlage und einem Teil der Nheinpromenade und des Rheinquais gelegt werden. Die Ausstellung von Rindern, Pferden, Schweinen, Schafen und Ziegen mit der Festtribüne und dem großen Vorführungs- ring samt Rennbahn kommt auf die am anderen Rheinufer gegenüber gelegene Maarau zu liegen. Die beiden Ans- stelliingsplätze werden mit Restaurants ausreichend versehen und durch einen eigenen flotten Schiffsverkehr verbunden werden, so daß sie eine einheitliche Ausstellung bilden und mit einer Eintrittskarte zusammen besucht werden können. Alle anderen sonst in Betracht gezogenen Plätze erscheinen als zu weit von der Stadt abliegend und ohne ausreichende Verkehrsgelegenheit wesentlich ungünstiger. ** Landesuniversität. Dem 1. Assistenten am pathologischen Institut der Landesuniversität Dr. Johann Georg Mönckeberg aus Hamburg wiirde bie venia legendi für das Fach der allgemeinen Pathologie und pathologische» Anatomie erteilt. Seine Habilitationsschrift handelt über! Die Tumoren der Glandula carotica. ** Eine vollständig neue Schnellzugsverbindung zwischen Berlin über Gießen nach Metz ist, tote wir schon kurz mitteilten, im ersten Entwurf für den Sommerfahrplan vorgesehen. Sie erhält durchgehende Wagen erster und zweiter Klasse, kann aber auch, wenn man einmal um steigt, in der dritten Wagenklasse benutzt werden. Von Berlin bis Gießen benutzt man den neuen 0-Zug über Kassel ab Friedrichstraße 9.35 abends. Von Gießen an wird ein zweiter neuer Schnellzug nach Metz eingelegt: ab Gießen 5.53, ab Koblenz 8.38, ab Trier 10.3fy an Metz 12.12. Ter Gegenzng geht von Metz 3.58 nachm. und ist in Koblenz 8 Uhr abends, in Gießen 12.15 nachts, in Berlin Friedrichstraße 7.50 früh. Eine zweite Schnellzugsverbindung Berlin-Metz wird beschleunigt. Sie geht vom Potsdamer Bahnhof 10 Uhr abends über Magdeburg. Von Gießen geht der Zug 8.10 morgens, von Koblenz 11.5, von Trier 1.12 und ist 3 Uhr in Metz. Der neue Schnellzug Gießen-Metz erhält in Koblenz ab 8.38 früh Anschluß von Frankfurt a. M., Köln, Bingerbrück und Remagen, in Niederlahnstein von Wiesbaden und in Trier von Luxemburg. ** Ein Riesen-Ma st tier wurde gestern von dem Viehhändler Karl Dorn hier im städtischen Schlachthof geschlachtet. Es war ein Bulle, der von der Gemeinde Allen- d o r f a. d. Lda. gemästet worden war und ausgeschlachtet mehr als 10 Zentner wog, ein Gewicht, welches in unserem Schlachthof äußerst selten beobachtet. —o— R e i ch e l s h e i m i. W., 16. März. Die Errichtung einer elektrischen Zentrale, die auf ungefähr 10 bis 15 Km. im Umkreis ausgedehnt werden soll, ist hier geplant. Nächsten Sonntag findet im Gasthaus zur Post hier eine Versammlung aller Interessenten statt. —o— Glauberg, 17. März. Bei der kürzlich hier stattgehabten Verpachtung eines Teils unserer Gemeindejagd wurde ein Starr Stern aus Frankfurt mit 754 Mk. Meistbietender. Der Gemeinderat versagte jedoch seine Genehmigung. Stern legte hierauf Beschwerde bei dem Kreisausschuß ein. Dieser gab der Beschwerde statt und erklärte die Versteigerung für giltig. Er wies darauf hin, daß der Gemeinderat seine Genehmigung nun dann versagen könne, wenn er zu der Annahme berechtigt sei, bet der zweiten Versteigerung bedeutend mehr zu lösen. Dies sei aber, wie die Beweisaufnahme ergeben habe, nicht der Fall gewesen. Unsere gesamte Jagd rst für 1200 ML verpachtet. Taxiert ist sie auf ca. 400 Mk. Mainz, 17. März. DaS Landeskomitee bet hessischen Zentrum Spa rlei tritt am nächsten Donnerstag zu einw Beratung zusammen. Außer Fragen der Parteiorganisation, die nach dem Vorbild der rheinischen ZentrmnS- partei eraänzt werden soll, wird sich die Versammlung auch mit der Veranstaltung eines allgemeinen h essischen Ra*1 t h o l ikenta g es beschäftigen. Derselbe soll im Herbst stattsinden. — In einer Versammlung des Vereins der 3en* trumSpartet erstattete Landtagsabg. Prof. Schlenger Bericht über die letzten Schuldebatten im Hessischen Landtag. Der Vorsitzende, Abg. Molthan, besprach dabei die von dem Abg. Dr. David heraufbeschworene Affäre Schädel. Allgemein kam dabei die Auffassung zum Ausdruck, daß die Sozialdemokraten sich in dieser Frage keineswegs mit Ruhm, bedeckt haben. *♦ Kleine Mitteilungen aus Hesse n und betr Nachbarstaaten. In Schott en ist eine gemeinnützige Bau- genossenschast gegründet worden. Zum Vorsitzenden des AussichtS- rats wurde Bürgermeister K r o m m gewählt, während für den Vorstand die Beigeordneten C e l l a r i u s als Vorsitzender, Fabrikant Heß als Schriftführer und Brauereibesitzer D u ch a r t als Kassirer bestimmt wurden. Die Genossenschaft wird noch in diesem Jahre mit der Bautätigkeit beginnen. — Die» Eheleute Fritz in Höchst wurden wegen Mißhandlung ihres 6 jährigen Kindes verhaftet, das so schwere Verletzungen bei den fortgesetzten Mißhandlungen erhalten hat, daß es schwerlich mit dem Leben davon kommery dürfte. Die Frau hatte das Kind in die Ehe gebracht und es kam deßwegen häufig zmn Streit zwischen den Eheleuten. Kukstverern. Gießen, 17. März. Die gegenwärtige Ausstellung kann sich Mar nicht rühmen, so stimmungsvoll intb von so einheitlicher Wirkung zu fein, wie ihre Vorgängerin, die Sonder-Ausstellung von F. D. Lange-Detakcnm sie ist aber recht besuchenswett und entbehrt nicht einiger besonderer Anziehungspunkte. Gleich das Elesan- tenbfid des befamitcn Tiermalers W. Kunert, der auch ein paar kleinere Tierstudien ausgestellt hat, ist vortrefflich, und die Landschaften mehrerer hier wohlbekannter Künstler, F. Wucherer, C. Weinett, W. Hambüchen, denen sich mit Capreser Bildern M. v. Stuckrad zugesellt, werden Mer gefallen imo verdienen es auch, während allerdings von M. R ü d i s ü h l i's pllnnpen Farben effekten weder des eine noch "das andere gelten dürfte. DaS Genrebild vom alten Schlag vettritt mit zwei liebevoll gemalten, aber nicht recht stimmungsvollen holländischen Interieurs E. Kirberg, neben dem die resolutere Darstellungsweise $X Giebel's („Schwälmer Bauer") viel erftenlicher rtrirft. Dramatisch bewegt und von glücklicher Wirkung sind A. Holz' „ans- sahrende Fischerboote": E. Brunkells „Heimatlos" und „Wahr- ttch, ich sage Euch" dagegen, gut gemeinte, aber nur znm Teil jut gemalte TendenzbiBer, werden sich kaum Sympathien gewinnen. Im Potträtsach "herrscht diesmal H. O n ck e n allein, mit den gediegenen Leistimaen in Oel und Pastell, die wir von der Künstlerin gewöhnt sind. Schade nur, daß sie ihr Selbstbildnis gar so bescheiden und mit ängstlicher Vermeidung aller Effekte aufgefaßt hat; treffend bemerkte eine Kunstfreundin, der Spiegel habe es mit der Malettn incht gut genug gemeint. Als auserlesene Zugabe bittet die Ausstellung noch ergötzliche, keck irnd geistreich genullte Karisirturen von E. PreetoriuS, die sich n^ben den besten fer „Jugend" und des „SimpliMmus" selM lassen können. Endlich stt auf einige schön ausgestattete Probenh-fte der rühmlich bekannten Rudbardffchen Sckriftgik'ßerec m Offenbach (Inhaber K. imb W. Klingspor) hingewiesen, die mü ihren charaktervollen Typen, besonders den Eckmannsschen und Peter Behrens'schen, und mit den reifenden Druckzieratcm, dw Heinrrch Vogeln-Worpswede entworfen hat, vortrefflich bie heutigen Be- iWmwu! M künstlerischer Gestaltung von Druckwerken vor Augen führen. Wer zu würdigen weiß, was geschmackvoll gedruckte Werke — Zeitungen und Plakate nicht minder wie Bücher — in unserem Leben bebeuten, welche Fülle künstlerischer Bildung sie unmerklich selbst in die kunstsernstei: Gebiete tragen, der wird auch solche Zugaben nicht ungern in unserer Kunstausstellung begrüßen. * B. S. — Der Kai ser in der Schauspielprobe. Eine in- ter-ffsante Leseprobe fand Dienstag nachmittag beim Generalintendanten von Hülsen in Berlin statt, wie das „Kl. Journal" zu berichten weiß. Im 93eifern des Kaisers wurde das Kleistsche Sckausviel „Der Prinz von Öomfarrg", mit dem das renovierte Schauspielhaus am Dienstag eröffnet werden soll, mit verteilten Rollen attesen. Der Kaiser, der die Probe persönlich leitete, griff wiederholt verbessernd ein und gab verschiedenen Darstellern bezüglich der Auffassung ihrer Rollen wertvolle Winke. Be- merkensw<^t ist nach dem „Kl. Journ.", daß der Kaiser den Hanptnachdrnck seiner Korrekturen darauf legte, daß das gesprochene Wott mit möglichster K'acheit und Deutlichkeit Mm Ausdruck käme. — Wie der „Zfft" berichtet wird, besicht'gte Kaiser Wilhelm neulich den Umbau des Berliner Schauspielhauses und bemerkte: „Der ganze Bau ist so gelungen anSge- sühtt, daß die Berliner sich ein ganzes Jahr ärgern werden." London, 17. März. Zu Etaen Manuel Gareias ivgl. den Artikel in den gestrigen „Gieß. Familumbl.") fand anläßlich feines 100 Geburtstages in der Larpngologischen Gesellschaft eine Seier statt zu der sich eine erlesene Gesellschaft eingeftluden hatte Sir Felix Scmon teilte mit, daß der König Garcia heute im Buckinghampaiast empfangen unb ihm das Kvmmandenrkreuz des StTtoriaorimiS Dn crsy Sekretär der v--n>. scheu Botschaft Marcmts KfflakSar überreichte Am den Ctbtm wrfona 19 Vroftffor Fttnkel-Derlm verlas einen Glückwunsch des deutschen Kaisers, der Garcia die goldene Medaille für Wissenschaft verliehen hat. Bon vielen gelehrten Gesellschaften werden Adr assen ütarreicht worunter sich die preußische Akademie tat Wissensclxiften, die Universität Königsberg und die medizinische Fakultät .Heidelbergs befanden. Dann, wurde Garem sein von John Sargent gemaltes Pottrat Überrest __ Diana vom Kreuzweg. Von George Meredith. Deutsch von Fel ft Paul Greve. 2 Bände in 1 Wand, drosch. 4.50 Mk. I. C. C. Bruns' Verlaa Minden i. W. — Dimra vom Kreuzweg ist ein außnordentlich aktuelles Buch, es behandelt eine der markantesten Erscheinungen unserer Beit: die Frauenfrage. Der Roman ist daS Buch der modernen!! Frau. Die „Diana vom Kreuzw^ ist eine Dichtung Gedankenkraft und dramatisch-mächtigem Lebensgehalt. Meredith schöpft sein Ttama bis in die Tiefen aus. In breitem Flusse > sttömt der Roman dabin, rauschend in seiner sprachlichen ^chön-, heit und dichterischen Kraft, blendend in seinen glitzernden Spiegel-- ungen. Ein großes, gewaltiges Bild erhebt sich vor uns: Der Kampf der Frau um ihre Befreiung, um ihre geistige und fozrale' Erlösung, der Kampf gegen Jahrb«ntarte alte Borutt^le, bte, die Svhäre der Frau einacengt "nd niederdruckt, die sie zur Sllavm des Mannas genmcht taten. Diesen großm Kampf kämpft Drana: vom Kreuzwege, die Heldin deS Buches, ein prachtvoll gezeichneter Frcnrencharakter, ein Rchlseirmensch reinster Art, im Rahmen enter Erzählung, der der Mer in großer Spannung folgt — Das neue Stadttheater tn Freiburg l Br. Man schreibt uns aus Freiburg: In unserer mächtig aufblühentan Drttsamstadt wird demnäM nach den Planen des Baurats Seeling-Berlin ein neues Theater erstehen, das m Südtautfch- land nicht so leicht seinesgleichen fintan dürfte. Mit dem? Monnm-!Nt des ZiffchauerraumeS zur Gesamtfläche w'rd nicht leicht ein anderes Theater aufweiftn, indem sich die Größe dieser beiden Flächenräumc tote 1:12 verhält. Da»? Theater wird 1236 Sitzplätze fassen. Nach dem Kostcuvoransch. * kommt der Bau auf 3 802 000 Matt zu stehen, gewiß eine ganz bedeutende Leistung für eine Stadt von 70000 Einwohner». Vermischtes. * Neuwied, 16. März. Wie die ,Neuwied. Ztg." hört, ist die im Jahre 1860 vor dem hiesigen Schwurgericht wegen Teilnahme an Gattemorde zum Tode vec* urteilte und später zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigte Fra u Witwe Joh. Meder aus Ehrenbreitstein durch Erlag des Königs im Gnadenwege aus dem Zuchthause Siegburg entlassen worden. Die Verhandlung, m der die Witwe 2)1 verurteilt wurde, sand 1860 vor dem Schwurgericht in Neuwied statt. Gleichzeitig wurde mit ihr wegen desselben Verbrechens der Privatlehrer Jos. Keller aus Koblenz zum Tode verurteilt. Beide hatten m der Nacht vom 24. zum 25. Februar 1860 den Wirt und Fuhrunternehmer Joh. Meder, den Gatten der Verurteilten, erschlagen. Auch bei Keller wurde die Todesstrafe in lebenslängliche Zuchthaus- strafe umgewandelt. ,Er ist vor mehreren Jahren im Zucht- hause in Aachen gestorben. * Brenien, 16. März. Am 19. Februar wurde die Witwe des Apothekers Jahn ermordet. Gegen 7 Uhr morgens haben Nachbarn sie furchtbar schreien hören. Einige Stunden später bei der amtlichen Besichtigung des Tatortes wurde sie nur mit Hemd bekleidet mit durchschnittener Halsschlagader tot auf dem Fugboden ihrer Schlafstube liegend gefunden. Geraubt wurde nichts, auch nichts .-durchsucht. Am Tage vorher abends wurden zwei Männer -in unmittelbarer Nähe des Tatortes beobachtet. Der eine «trug einen schwarzen Ueberzieher und einen schwarzen Schlapphut. Er hat in der Veranda vor dem Hause der Ermordeten auf einer Bank gesessen und in gebückter Stellung die vor dem Kellerfenster befindlichen Eisenstäbe betrachtet. Durch dieses Kellerfenster ist der Täter eingestiegen. Der zweite Mann trug einen braunen Schlapphut, er hat sich schräg vor dem fraglichen Hause aufgehalten. Für Ergreifung und lieber* führung des Mörders hat die Staatsanwaltschaft zu Bremen eine Belohnung von tausend Mark ausgesetzt. "Für die Gräfin Montignoso, der, wie gemeldet, die Apanage und die Zinsen ihres Vermögens gesperrt worden sind, soll nach einer Meldung der „Sachs. Arbeiterztg." in bürgerlichen Kreisen eine Sammlung veranstaltet werden. * Zur Mannheimer Mordaffäre wird gemeldet, daß sich der Ausläufer Oehlrich am Vormittag des 4. März (dem Mord tage) auf dem Wege zu Stabsarzt a. D. Dr. Müller befand und dabei einen Mann bemerkte, der ein Packet unter dem Arme hatte und auf der Straße auf und abging. Bei der Konfrontieung mit Decker will Oehlrich mit aller Bestimmtheit den Mann wiedererkannt haben, den er gesehen hat. Schon vor der Gegenüberstellung hat ihn Oehlrich in so auffälliger Weise beschrieben, rote Becker tatsächlich aussieht. *K'leineTageZchronik. In Toulon explodierte in einem Cafö ein Acethlen-BehLlter, wodurch die beiden Eigentümer des Cafes getötet und 12 Gäste verletzt wurden. Das Cafö wurde vollständig demoliert. — Ein orkanartiger Sturm, der an der bretonischen Käste wütet, zerstörte das franko- cnglische Kabel. Der Seegang ist hoch. GS werden zahlreiche Schlfisunfalle befürchtet. — Zwischen Bütow und P o m e i s k e (Pommern) wurde der Landwirt Naumann mit seinem Fuhrwerk vvn einem Zuge erfaßt. Das Fuhrwerk wurde zertrümmert und Naumann so schwer oerletzt, daß er alsbald starb. Die Pferde waren vor dem herannahenden Zuge scheu geworden. — Bei einer Skitour stürzte ein Bahnbeamter im Ampezzo-Tale (Tirol) 100 Meter tief ab, konnte indes gerettet werden. — In Rixdorf (bei Berlin) hat in der vergangenen Nacht eine SchuhmacherSsrau, weil ihr eine Klage wegen einer alten Schuld drohte, ihr zweijähriges Söhnchen und dann sich selbst durch Erwürgen ums Leben gebracht. — In Leipzig hat im Jähzorn ein Rohrleger seine F-rau nach voraufaegangenem Streit in den Keller hinabgeworfen, wobei sie das Gknicf brach. Er wurde verhaftet. — In Beckingen ist in der P o st a n st a l t eingebrochen worden. Es sind 4500 Mark an Wertbriefen gestohlen worden. Der Einbruch geschah vom Keller aus. Der Postverwalter sowie der Postgehilfe schliefen im Nebenzimmer, haben aber nichts voff dem Einbruch bemerkt. ^andwlrtjchast. D a§ V o l u m g e w i ch t d e s hessischen Getreides vorjähriger Ernte. Ter Hessische Landwirtschaftsrat Hal in der letzten Nummer der „Hess, landw. Zeitschrist" das Ergebnis der Ermittelung des Volumgewichts der 4 Hauptgetreideanen im Grobherzogtum Hessen für das Jahr 1904 veröffentlicht. Tie Bolumgewichte betragen hiernach im Durchschnitt aller Proben und für das ganze Großherzoglum Hesten pro 1 hl 76,1 kg bei Weizen, 73,9 kg bei Roggen, 67,6 kg bei Gerste und 45,8 kg bei Haier. Tie Hektolitergeivichtszahlen von Weizen, Roggen und Gerste können hiernach als gute und normale bezeichnet werden. Dagegen bleibt das Hekto.lllergcwicht des Hafers un vergangenen Zahre hinter den normalen Zahlen zurück, was mif die für Hafer ungünstige Witterung des vorigen Sommers zurückzuführen ist und übrigens für die anderen Gegenden Deutschlands ebenso und sogar in verstärktem Maße zulrifsl. und Uerliehr. Volküwirlschafl. Anleihe der ta b t Bingen. Man schreibt unS: Die Nationalbank für Deutschland in Berlin und die Bankfirma Hermann Wartl-eim in Maiümrg übernahmen durch Vermittelung her Danksirma Jacob Wolff u. Co. in Frankfurt a. M. 2 Mill. Mark 3Vl> Proz. Anleihe der Stadt Bingen, unkündbar bis 1910, freihändig behufs Konversion 4proz. alter Anleihen. Märkte. Gießen, 18.März. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0.95-1.05 Alk., Hühnereier 1 Ct. 6-7 Big. 2 Slck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 7—0 Pfg^ Häfe vr. Stck. 6—8 Ps., Käsemalle 2Stck. 5—6 Psg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter32 Pfg., Taubenvr.Paar0,80 — 0,90Mk., Hühiier pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stiick 0,80—1,80 Mk., Eliten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse vr. Pfd. 55—65 Psg., Ochsenfleisch pr. Pfmid 70—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pfund 60—72 Psg., Schlveinefieisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Psiiiid 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—6,50 Mk., Ziviebeln pr. Ztr 8,00—10,00 Alt., Milch per Liter 18 Psg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 Alk., in Korben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg. Zwetschen per Zentner 0.00-0.00 Alk. Birnen per Zelitner 6 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 8—2 Uhr. Butzbach, 17. Mürz. Der gestrige Fasel markt bewies wieder seine alte Anziehungskraft, indem der Auftrieb an schönem prämiierungswürdigcm Vieh well stärker war als in den Vorjahren. An Rindvieh mögen wohl annähernd^600 Stück zur Schau gestanden haben. Die hier so beliebte Simmentaler Rasse war bei iveitem vor herrsch vertreten. Gehandelt wurde ziemlich. Besonders wurde besseres Zuchtvieh sehr begehrt. Auch der Sch weine markt war gut befahren. Hier waren die Presse in die Höhe gegangen. Bezahlt wurden für das Paar Ferkel 45—55 Mark, für Cinlegeschwerne 85—110 Mark das Paar. Trotz dieser hohen Preise blieb wenig Ware überständig. (B. Z.) w. Frankfurt a. M., 17. März. Heu- u )i b Stroh- ma r k l. Heu kostete heule Alk. 3.20-3.50, Stroh Alt. 2.10 bis Alk. 2.30. Alles per 50 Kilo. Tendeiiz: fest. Kriefluisten der Redaktion. Z. Iv. Tas gesetzliche Güterrecht ist seil bem Znkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches grundsätzlich das der sog. Verwaltungs- gemeinschafl; darriach hat die Ehefrau an dem, was in der Ehe errungen wird, kemen Anteil. In Hessen galten bis zum Jahre 1900 im Ganzen 17 verschiedene Güterrechte, welche durch das Hess. Ausf.-Ges. z. B. G.*B. in verschiedener Weise in das Recht des B. G.-B. übergeleitet ivorden sind. Für eine vor 1900 ge» schloffene Ebe bleibt gemäß Art. 200 des Eiuführungsgesetzes zum B. G.-B. das bisherige Recht niaßgebend, nach welchem Die Ehe geschlossen worden ist. Diese Bestimmung kann aber durch die Ausführungsgesetze der einzelnen Bundesstaaten gemäß des er» ivähnten Art. 218 geändert »verden, wie es auch in Hessen geschehen ist. Ta Sie uns nicht mitgeteilt haben, wann mid ivo Sie geheiratet haben, so sind wir nicht in der Lage, Ihnen eine nähere Aus- junft geben zu können. Rheinisches Technikum Bingen für Maschinenbau und Elektrotechnik. „»J PrQ9r kostenfrei Schluss s Worauf es ankoinmt! Wenn es noch keute gibt, denen Malzkaffee nicht schmeckt, so liegt das einfach an zwei leicht zu vernreidenden Fehlern. Entweder hat man nicht den richtigen Alalzkaffee eingekauft — der echte „Kathreiners Walzkaffee" kommt nur in geschloffenen Paketen mit dem Bilde des Pfarrers Kneipp zum Oerkauf — oder man hat ihn falsch zubereitet, wird Kathreiners Malzkaffes richtig zubereitet, so ist er nicht nur das gesündeste, sondern auch das angenehmste tägliche Getränk, sei es, daß man ihn als vollkommenen Kaffee-Ersatz trinkt, sei es, daß man ihn als Kaffee-Zusatz, oder, was immer mehr Anhänger findet, als Zllsatz zum Kakao genießt. Kathreiners Malzkaffes muß aber auf eine ganz bestimmte Art gekocht werden, wenn er seinen ausgesprochen feinen Geschmack voll entwickeln soll, nämlich f0 ♦ zu fein mahlen. — Einen grossen Topf nehmen. — gl Nicht überbrühen, sondern mit kaltem Wasser ansetzen. — || Langsam zum Kochen bringen. — Zeitweilig umrühren und I 3—5 Minuten langsam kochen lassen. — Vom Teuer rücken | und einige Löffel kaltes Wasser zugiessen. — Hierauf noch | ~ Minuten ruhig stehen lassen; dann abgiessen. — Gekochte, | gute Milch, möglichst Saline, dazu nehmen. wenn man Kathreiners Malzkaffes genau nach dieser Vorschrift kocht, dann wird jeder, der ihn trinkt und bisher falsch znbereitet hatte, hochbefriedigt sagen: „3a, das ist freilich etwas ganz Anderes!" Anmerkung: 5lls Kaffee-Zusatz verwendet man den ^Kathreiner", indem man den ge- mablenen Bohnenkaffee mit dem wie oben zuberelleten kochenden Malzkaffes überbrüht. Beste Mischung: halb und halb. — Hls Kakao-Zusatz verwendet man den „Kathreiner", indem man in eine Tasse xj4 Kaffeelöffel Kakao und etwas Zucker tut und beides mll dem wie oben zubereiteten und abgegossenen Malzkaffee moglichll heiß verrührt. WSL Wtsslhtr Wen. Garteustraße 2, zimmer Nr. 14. (Geschäflsslunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Cs sind zu vermieten: 3 Wohnungen von 6 Zimmern, 3 Wohmmgen von 5 Zimmern, 3 Wohnungen von 4 Zimmern, 5 Wohmmgen von 2 Zimmern, 5 unmöbl. und 4 mobl. Zimmer. Zn mieten gefucht: 72 Wohnungen von 1—8 Zimmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Alk. einschließlich 0,20 Alk., von nrehr als 300 Alk. bis 500 Alk. ein- fchliestlich 0,50 Alk., und von mehr als 500 Mk. 1,00 Mk.; außer» hetn i!t für jede Wohuuugsaumelduug 1,00 Alk. zu hinterlegen. Für die Wohirungsjuchenden erfolgt die Bermlltelung un- entgelllicd. 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