feta HauP«probi ornuUigs 11 ühr lntwann, Berlin Wilhelm (2. GI0lsh. Ha *•Tan Beethoren (177U-1827) I unnummeriert Mk.i, iowe Konzertführer »md , für btudieieude auch k Zu Hauptprobe 1k i &U. S >ü>ä gelbe Karten. November statt, leiden. eie i'i, •M M. prim aeMi ;hwarz Grösse 42-< 'AM „ farf"« «* * »*•. *6'n; " »rrichtS eqolge»» 19U61^ Dorste r* riiiflp* wart ihans. Nr. 258 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag 2. Skovember 1905 LrfcheiM tSglld) mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Siebener ZamiUenblStter" werden dem ,Anzemer viermal wöchentlich beigelegt. Der Lauvwirt" erlcheuu monalluh einmal. Giehener Anzeiger Roianonsdruck und Verlag der Brühl'schem Uinversuätsdruckerei. 9L Lange. ©t«Bov Redaktion, Exvedition u Druckerei: Schulstr. K. Lei. 9lu 5L lelegt.-910r,; Anzeiger «Ltetzea. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. Oldenburgische Steuerreform. ,Steuerreform' — so nennt man im Grosrh. Olden- durg eine umfangreiche und bedeutsame Vorlage, die eine Gesundung der oldenburgischen Staatsfinanzen anbahnen soll. ES handelt fich in dem Entwurf um weit mehr als um eine Abänderung der Einkommensteuergesetze, eS handelt fich darum, den Staatsfinanzen ganz neue Grundlagen zu geben und da§ Verhältnis vom Staat zu den Gemeinden auf teilweise neuer Grundlage zu ordnen. Die Staatskasse soll entlastet werden von verschiedenen Ausgaben in Schulsachen. Als vor noch nicht sehr langer Zeit in Oldenburg das Schulgeld für Volksschulen ausgehoben wurde, verpflichtete fich der oldenburgische Staat, für jede? eine Volksschule besuchende Kind zu der betreffenden Schulachtskaffe einen Jahresbeitrag von drei Mark zu zahlen. Außerdem zahlte der Staat bisher die AlterSzulagen der Volksschullehrer. Der Antrag der Staatsregierung geht dahin, der Staatskasie diese Lasten abzunehmen. Hingegen sollen die Zuschüsse an überlastete Schttlgemeinden auch künftig auS der Landeskafie gezahlt werden. — Die Kosten der Unterhaltung der Staatschausseen sollen in Zukunft von den AmtSverbänden getragen werden. Diese werden "io nach der Gesamtsteuer auf die einzelnen Gemeinden urnzn- legen haben, so daß also die Chausseebaukosten in Zukunft nach der Einkommensteuer, der Grundsteuer und der Gebäudesteuer erhoben werden, während eS bisher wesentlich die Einkommensteuer war, aus der diese Lasten gedeckt wurden. Neu eingeführt wird eine Vermögenssteuer, die die Höhe von 1 Mark pro Mille erreicht. Die Staatsregierung schätzt die Belastung deS Grundbesitzes durch die Vermögenssteuer auf 385 000 Mark, durch die Neuordnung der Chausieekostendeckung auf 115 000 Mk. Wenn diese Schätzung zutrifft, so würde der Gnmdbesitz durch diese Reform weder eine Belastung noch eine Entlastung erfahren. Die Rechnung wird stimmen. — Erfolg gehabt hoben die großen Anstrengungen der Grundbesitzer gegenüber einer Grundstückslimsatzsteuer: die Staatsregierung stimmt ihrer Einführung nicht zu, obwohl in den olden- burgjschen Fürstentümern Lübeck und Birkenfeld solche Gemeinde-Umlagen seit Jahrzehnten gehoben werden, im Fürstentum Lübeck sogar schon als Staatssteliem zur Hebung gekommen sind. Dagegen hat sich das Ministerium für die Gemeindegrund st euer nach dem gemeinen Wert entschieden, und die Gemeinden werden von der Er- mächtigung zur Einführung dieser Steuer sicher Gebrauch machen. Die Einkommensteuer wird noch dem neuen Entwürfe etwa 50 000 Mk. weniger bringen als bisher. So schätzt die Staatsregierung. Sie begründet dies daulit, daß die Erleichterungen und Ermäßigungen, die der Entwurf zu- gestehen will, einen Steuerausfall zur Folge haben. Es werden die Einkommen unter 400 Mk. ganz freigelaffen und die Steuer für Einkommen bis 1200 Mk. ermäßigt. Außerdem werden allerlei Erleichterungen und Ermäßigung^ für Einkommen bis zu 3600 Mk. zugestanden, so daß allerdings ein Steuerausfall wahrscheinlich ist. Auf der anderen Seite aber wird daS Veranlagungsverfahren viel sicherer, viel bester. Die Grundlagen für die oldenburgische Steuerveranlagung waren bisher gar zu mangelhaft. — Weiter ist eine abermalige Erhöhung der Stempelsteuer und der Gerichts ko st en geplant. Wir wollen den Oldenburgern wünschen, daß es ihnen nicht so geht wie unS in Hessen, sondern daß die Vorlage dec dortigen Großh. Regierung möglichst glatt durchgeht. Im Grobherzogtum Oldenburg gibt eS keine „Crrfte* Kammer, an deren Widerstand unsere Steuerreform gescheitert ist, sondern überhaupt nur eine Kammer! I,u1lch--frikatiisch S Ein schweres Gefecht gegen Moreng« in SLdwestafrika. Gestern nachmittag erhielten wir folgendes Telegramm, -as wir alsbald durch Aushang bekannt gaben: Berlin, 1. Rov, Generalleutnant von Trotha be- lichtet über ein schweres Gefecht gegen Morenga, daS nm Oranfefluß llattgefnnden Hal nab bei dem auf deutscher Seite 3 Offiziere und 18 Mann getötet, 3 Offiziere und 18 Mann schwer, sowie 13 Mann leichter verwundet worden lind 5 Manu werden vermißt. Tie Verwundern wurden nach einer Mission gebracht. Eine Verfolgung dcS Leindes war wegen der Erschöpfung der Truppen und wezen Prov ant und Munitionsmangel nicht möglich. Deshalb waren die Verluste de» FeiodeS nicht fcstznstelleu. Heute liegt eine ausführlichere amtliche Meldung vor, die diese Nachricht bestätigt und hiuzusügt: Oberstleutnant v. S e m m e r n ist mit der Abteilung floppn am OrmigestuK östlich von HariebcesMrund 20 flilometcr südlich von her Homsdrist mif einen lehr starten (Senner von mindesten- 400 Mann unter Morenqa, Morri» und Johannes Eimrstian in verschanzter Slelluna gestoßen. Es kam zu einem äußerst schweren Kampfe, der bis zur Dunkelheit locibrie. Am AI argen räumte der sieind nach kurzem ftenertie’edit leint Stellung und zog in westlicher Richtung ob. Die englische Polizei bot nach Beobachtungen vom Südustr des OrangellusseS angegeben, daß der Feind starke Verluste gehabt habe, besonders habe die Artillerie gut gewirkt. Am 24. wurden die Verwundeten westlich von Pelladri't nach der Misston über den Oranqelluß gebracht, v. S. begiebt sich mit der Abteilung floppt) über Rendoin nach Warmbad, wo er om 31. einzntrefsen gedenkt. Die Truppe hat in Ueberwindung außergewöhnlicher Schwierigkeiten und in unerschütterlicher Tapferkeit im Gefecht großartiges geleistet. Außerdem wird gemeldet, daß Hendrik W i l b o i nach vergeblichen Versuchen, durch Angriffe onf die besetzten Wasserstellen von Aminuis und Kiriis-Ost Wasser zu befommen, 350 Weiber und Kinder, darunter seine nächsten Angehörigen, holb- verdurstet zurück!ieß. Sie liefen den deutschen Truppen zu und werden nach fleclntouShooD gebracht. Aus der Gegend von fliriis-Ost ist Hendrik Wilboi über Bluinpuetz Garinais in nordwestlicher Richtung geflüchtet. Moor v. Estorfs ging am 25. Oktober mit einer Kompagnie, 2 Geschützen und 2 Maschinengewehren von Mukorob und mit 80 Reitern und 2 Geschützen von Fahlgros aus ihin entgegen, wahrend Major „oon Vengerfe mit einer Kompagnie und einer Batterie ihm übe» Giaube folgt. Die Postierungen am Fischlluß und oin Auob fallen das Entkommen Hendrik Witbovei Toten westwärts ab und wandte sich sodann noidöstlich über Blutvuets-Remmbohe nach Scbwarz- rand. Hauptmann v. Lettow mit 3 Kompagnien wurde mit seiner Verfolgung beauftragt, bei welcher die Stationsbesatzungen des Bezirks von Nordbethanien mitwirken werden. General v. Trotha ;nrb nach den neuesten Bestimmungen mit seinem Stabe am 12. Dezember in Hamburg zurück erwartet. Verstärkung der osiasrlkanischen Schuhtrnppe. Tie „Nordd. Allg. Ztq" schreibt: Zur Niederwerfung des Aufstandes im ostasrik. Schutzgebiete ist neben der Aussendung von Marinetruppen eine Verstärkung der dem Gouverneur zur Verfügung stehenden Machtmittel (Schutz- und Polizeitruvpe^ erforderlich geworden. Bei Beginn des Aufstandes ließ sich nicht übersehen, auf welche Stärke die Truppe gebracht und welche Mittel über die im Etat für das laufende Rechnungsjahr bewilligten hinaus für die Unterdrückung der Unruhen etwa bereit gestellt werden mußten. Dem Gouverneur Graf Götzen war zunäclpt in Anbetracht bieder Sachlage freie Hand für die zur raschen Niederwerfung des Aufstandes notwendigen und dringlichen Maßnahmen gegeben. Zugleich wurde er im telegraphischen Wege beaustragt, mit der tunlichsten Beschleunigung die für die Aufstellung eines Nachtragsetats erforderlichen Unterlagen einzureichen, um die Negierung instand zu setzen, bei den gesetzgebenden Körperschaften die Bewilligung der zur Niedertverfung des Aufstandes nötigen Mittel nachzusuchen. Nach dem in den letzten Tagen eingegangenen Berichte deS Gouverneurs ist eine Verstärkung der Schutztr nppe und Polizeitruppe um je etwa 1000 Mann auf rund 4200 Mann erforderlich. Den größeren Teil der neuen Mannschaften liefert das Schutzgebiet, für den kleineren Teil find Anwerbungen in den neueren Territorien vorgesehen, und zwar sollen neben den in Massauah angeworbenen, inzwischen bereits im Schutzgebiete eingetroffenen Mannschaften, je 150 Mann, in Bougainville (Schutzgebiet von Neu-Guineas und Togo angeworben werden. Auf Grund dieser nunmehr vorliegenden Berichterstattung des eine schwere, ihn ermüdende ttufoabe stellt. Wir laden zu reinem Genüsse ein, und wer unserem Stufe folgt, wird, neubelebt und voll der angenehmsten Eindrücke, den Kvnzertsaal wieder verlassen. Kleines Aeuilleton. Ter Gießener Konzertveret«. Unser Avnzertverein hat keine Anstrengung und keine Kosten gescheut, um auch im kommenden Winter dem Publikum das Beste zu bieten. Mit Absicht bringt er zur Eröffnung der Saison ein klassisches Programm, nachdem das letzte Orchesterkonzert des vorigen Winters uns ganz in die moderne Musik versetzt hatte. Mit einem Beethoven-Abend will er unS erfreuen. Die Ouvertüre zu dem Trauerspiel Kvriolan von fivllin, dessen Namen man in den KonversationÄepicis vergeblich suchen wird, ist um ihres einfachen, durchsichtigen Aufbaues willen stets als ein Meisterstück gepriesen worden. „ES gibt kein Derk, das Beethovens männliche und künstlerische Energie in engem Raum so voll bewährte, als der Kvriolan", schreibt Marr. Die Ouvertüre entstammt der Zeit zwischen der 4. und 5. Symphonie, die 1808 zum ersten Male aufgeführt wurde. Die 8. Symphonie, die zweite große Orchesterdarbietung unseres Abends, 1815 vollendet, ist nicht die imponierendste, roo# ober die graziöseste unter ihren Schwestern. Man muß sie lieben, denn alles an ihr weckt eitel Entzücken: „nichts als lautere Findigkeit, Glückseligkeit, übermütig aufrauschend bald, bald frühlich und leichtsinnig, dahintanzend in jauchzender Suft": nur selten huscht ein Schotten über das liebreizende Antlitz. Und zu solcher Stimmung wßt das wundervolle ES-Dur, Konzert, deffen Entstehung in die Mitte zwischen Ouvertüre und Symphonie fällt, fast bis in die Einzelheiten. Den pompösen Eingang kennen kennen wir alle, und Iväre es nur in der Gestalt, die er als oft gespielter „Triumphmersch" gewonnen hat. Dann ein überaus stimmungsvolles Adaaio und ein Hinreinendes Finale. Frau Therese Carreno, die weltbekannte Pianistin, deren erstes Auftreten bei uns im vorigen Jahr ihr alle Herzen eroberte, n/irb uns das Konzert „interpretieren", wie man in der modernen Sprack-e sagt, d. h. sie wird cs uns spielen, rote es gespielt werden mutz. Glaube niemand, daß ihm dieser Deelhovenabend . Frankfurt a. M., 1'. Nov. Ein eigenartige-G a st s p i e l wird am 3. und 4. November im Residenz-Theater flott» finden. Der schwedische Dichter Adolf Strindberg hat für sein Doppeldrama „Totentanz" Anhänger gefunden, die eS sich zum Ziel gesetzt h'ben, ihn in den ständigen Spielplan ein- zufüfwen. Die darstellenden Kräfte sind von ersten Bahnen individuell für die betreffenden Charaktere auSgewählt und die Regie bringt mit ihrer Herautorbeitung des Totentanz den Stil, in dem nach ihrer Ueberzeilgung der Dichter allein zum Worte kommen sollte. — Der bekannte Schauspieler Friedrich Laase feierte nm 1. d. M. in Berlin seinen 80. Geburtstag. Unter den zahlreichen Glückwunschtelegrammen b-finden sich viele von Fürstlichkeiten. Im Auftrage des Kaiser- erschien General- intendant v. Hülsen und überreichte dem Jubilar eine höhere Ordensauszeichnung. Die Stadt Berlin beabsichtigt, wie verlautet, noch ihm eine Straße zu benennen. — In der neuesten Nummer der „Schaubühne", einer neuen. Berliner Wochenschrift von ungeschminktester Tonart, in der die heut'gen deutschen Büfm en zustande sowie die moderne dramatische Produktion mit erfreulicher Frische, Gründlichkeit und eindringlichem Verständnis von einer Reibe theaterbegeisterter ji-naer B-rliner Jour- nalisten besprochen werden, wird Hacses Bedeutung auf das reckte Maß zurückgcfübrt. Er wird da charakterisiert als ein bloßer Virtuos von elegantesten und geschmeidigsten Formen obw? Temperament, ohne Geist, ohne Intelligenz und ohne echtes Kunstgefühl, als ein mühsamer Erfinder lächerlicher kleiner Mätzchen. „ , t, _ Stephen PhtllivS. Heber den neuerdings viel ae- nannten englischen Dramatiker, um dessen Stücke sich in jüngster Gouv.-rneurs wird die Aufstellung eines Nachlragsetctts für das Schutzgebiet Ostafrika so gefördert werden, daß der- selbe dem Reichstag bei seinem Zusammentreten sofort vor- gelegt werden kann. In Deuts ch-O st asrikr bat sich unter den Negern, die am Süduser deS Viktoriasees wohnen, ein neuer Ausstand ersieh cn Graf Götzen telegraphierte unter beut 30 d. M.: Aus Mnanza wird gemeldet, daß ein Einschreiten gegen den Sultan Makongo'a zwei Stunden von Muanza notwendig geworden sei. Die cmSgesandte Abteilung, bestehend ans 12 Europäern und 24 ASkariS, stieß auf Wider» stand, wobei dcr Feind 25 Tote hatte. Der Sultan soll auf der Flucht ertrunfen sein. ToS britische Mitglied für die Grenz-Absteckung iwischen Deutsch- und Britisch-Ostafrika, Oberst »hnutt, ist in Mombassa einaetroffen, nachdem er zwanzig Monate im Innern geweilt hatte. Die Kommission hat ihre Arbeiten zwi'chcn dem Victoria ßchandsa- und dem Südende deS Tschipe-SceS aus dem Wege über den Kilimandscharo zu Ende geführt. Mo st.uert Außtand Oin ? Bei Beurteilung der Entwicklung der Tinge in Rußland muß an Kem G^s'^tSpunit festgehalten werden, daß daS Tun und Lassen des Grafen Witte über die Zukunft entscheidet. Gelingt es diesem nicht, der Lage Herr !•: rscn, dann sieht sich Rußland der Anarchie auSgelicfcTt, d.nn es fehlt ihm an weiter-n staatsmännischen Persönlichkeiten. Schon aber werden Zweifel laut an einem Erfolg des Grafen Witte, d'nen sich Berechtigung nicht absprechcn laßt. Man meint, die gegenwärtige Zeit brauche weniger einen verschlagenen und schmiegsamen Diplomaten — ein solcher aber sei Graf Witte —, als einen Mann der Tat, der der Masse imponiert. Tie Gewaltmittel.werden vielleicht sehr bald wieder Anwendung finden, denn die Masse bemchigt sich nicht bei den ihr gewälzten ober vielmehr versprochenen polit. Rechten, und der extremradikale Geist des au9 den Ruinen des absolutist scheu Rnsland erblühenden Lebenwird sich in voller Starke erst geltend machen bei den Ver- Ixmblungen der Reichsdi'ma. Kaum jemals, solange es eine Geschichte gibt, bat ein Staatsmann vor einer schwierigeren Aufgabe gestanden, als jetzt Graf Witte. Selbst wenn eS ihm gelingt, der Lage ^err zu werden und der Staats- gemalt Geltung zu verschaffen, lassen sich Bedenken nicht abweisen wegen der Beziehung-en des DerfassungsstaateS Rußland zum Ausland, besonders zu Deutschland. Di« Reichsduma wird auch hier Einfiutz zu erlangen suchen aufs Maßhalten ist der russische Charakter nicht angelegt — und wie man auch über die Kreise der vielgerühmten ruffi* fdjen Intelligenz, diese Träger liberaler Ideen, urteilten mag, sicher ist, daß bei den Intellektuellen ein slawische- Jakobinertum zum Durchbruch kommen wird, wenn sie in Die gesetzgebende Volksvertretung einziehen. Auf das V haltnis Rußlmrds zu Deutschland, das gegen das Slawen-» tum Front zu machen genötigt ist, müßte das ung-ünftig einwirken, zumal anzunehmen ist, daß die panslawistischen Agenten im Auslande alle .Hebel ansetzen werden, um in der Reichsduma gegen Deutschland Stimmung zu machen. Auch daraus erhellt, welch- ungeheuren Schwierigkeiten Graf Witte noch zu überwinden hat, ehe das von Leidew» schäften und Agitationen durchwühlte Rußland beruhigt und in die Reihe der zuverla'''iger. Verfassungs- und Rechtsstaaten eingeführt fein wird. Tie Ereignisse fcheinen ru beweisen, daß der Zar sich zn spat zum Liberalismus bekannt hat. Sein Manikeft hat, anstatt die Bevölkerung zu beruhigen, Überall Anlaß zu erneuten kümpfin gegeben. Die bereits p"fährliche Lage ist durch den Ausbruch eines Kvnsliktes zwischen den gemäßigt Liberalen und den extremen Demokraten noch verschärft worden. Tas Organ des Streikausschusses kündigt an, daß der allgemeine polittsche Ausstand fortdauern müsse. Gleichzeitig verkünden die revoluttonären Führer, daß die Massen rm richttgen Augenblick zu den Waffen greifen werden. Am Abend des 31. v. M. empfing Witte die bürgerlichen Demokraten Pontileimon, Roditchow und Fallberg. Er er Härte ihnen, daß er bei den Ministern und Beamten bezüglich der Frage der Neuorganisatton der Regierung auf große Schwierigkeiten stoße. Es herrsche absolutkeineEinigkeitinirgendeinerFrage. Tie bürgerliche Temokrat'e ventiliert die Frage wegen Zeit drei grt>fk rheinische Bühnen gestritten haben, teilt int „Literarischen Echo" ein Essai von Tr. Max Meyerfeld einiges Bio- gr. phische mit. Wie die Hälfte dcr englischen Dichter stammt Phillips, der 1866 geboren wurde, ans einem Pfarrhause. Der Kn'bc kam in bief-tbe Lateinschule zu Stratford am Avon, wo dereinst Shakspeore £ "tein und Griechisch erlernt hatte. Er eiferte seinem großen Vorgänger auch darin noch, daß er nach Beendigung feiner Studien den bürgerlichen Beruf, den er ergreifen sollte, im Stiche ließ und Schauspieler wurde. Dann war et Lehrer an einer militärischen Erziehungsanstalt und widmete sich später g'nz der Schriftstellerei. Anfangs ganz Lyriker, wurde Phillivs 1899 durch einen Londoner Tl^aterdirektor, der ein Drama bei ihm bestellte, der Bühne zugeführt. ES entstand „Paolo und FranceSea", noch heute sein bestes Stück: diesem folgten „HerodeS" lkürzlich in Tartnnind und Esten aufgesührt), „Ulysses", „Die Sünde TovidS" (kürzlich am Düsseldorfer Stadt- th>ater ausgeführtX Mit „Paolo und Francesca" sollte ursprünglich das neue Schauspielhaus Luise Dumonts in Tüsteldorf eröffnet werden. — Die „Nordd. Ma Ztg." meldet: Zn neuerer Zeit sind din kcisettichen Generalkonsulate in Rio de Fcmeiro mehrfach rnfr gm über die Prämie zugegangen, die angeblich von dcr br-silianischen Rcctzerung für die Erfindung eines wirksamen Mittels zur Heilung der Tuberkulose oder d-s KrebseS ausgesetzt worden sei. Nach den vorliegenden Nachricknen ist vor ertva drei Monaten in der brasilianischen De- tnttiertenk mmer allerdings ein Antrag eingebracht worden, der die Aussetzi ng einer G-Zdprämie für den Fall herbeiführen will, d'ß ein wittsamcs M'ttel g"gcn Schwindsucht, fitebS und einige andere i.i Brasilien l»esonders verbreitete Krankheiten gefunden rr^rben sollle Es ist jedoch nicht zu übersehen, wann dieser An'rrg zur Beratung kommen und ob er zum Gesetz erhoben wird. Etwaige Bewerbungen um die PrLmie sind daher zur Zeit völlig zwecklos. -Schaffung einer provisorisch en Regierung unter ^Wittes Leitung. Ter Verband der Verbände in Petersburg, /»essen Sitzung am 31. v. M. die Polizei schließen sollte, weil sie der Polizei nicht cmgenreldet war, schickte gegen Mitternacht eine Abordnung zum Grafen.Witte, die klipp und klar die Frage wegen der Amnestie stellte. Witte antwortete, die Amnestie sei als wünschenswert anerkannt worden, die Entscheidung über dieselbe hänge aber nicht von ihm ab. Tie Universität wurde auf Anordnung der Polizei von den. abwesenden Studenten geräumt und geschlossen, wobei zwei Studenten von Kosaken mit blanken Waffen schwer verwundet worden sein sollen. lieber die Konferenz, die Graf Witte mit ben t» tretern der Presse gepflogen hat. nm deren ^Ettlchtzung zu erbitten, liegen ergänzende Nachrichten t»or Graf Witte ließ erkennen, daß der Zar noch zwischen Reform und Reaktion schwanke, und für den voll, daß die von ihm gemachten Konzessionen nicht befriedigen, sia? der Rcaltwn in die Arme werfen könnte. Tie Z e i t n n g s be r a u s g c b^e r neh- men die Worte des Staatsmannes sehr kühl auf. ^auworm drückte sein Mißtrauen aus und verlangte Bewerie der Aufrichtigkeit der Regierung. Graf Witte versprach , die Preßfreiheit „demnach ft" prakttich duvoHufuhren. Augenblicklich arbeite er an der Erweiterung des Wahlrechts Er persönlich begiinstige das allgemeine Wahlrecht. Tic Zusammenstellung des neuen Kabinetts ist folgendes: Inneres: Karabazew, bisher Chefredakteur des „Ruß"; Finanzen: Romanos Kossitsch, 'früher liberaler Gouverneur von Saratow; Unterricht: Senator Konst Ihre Portefeuilles behalten der Minister des Aeußern Graf Lambsdorff, der Marineminister M i r i l e w und der Verkchrsminister Fürst Chilkow. Ferner wird durch kaiserlichen Ukas der M in i st er r a t Reorganisiert. Ter Präsident desselben wird vom -Kaiser unter den Ministern oder anderen Würdenträgern gewählt. Tic Berichte der Chefs der Verwaltungen an den Kaiser müssen vorher dem Präsidenten des Ministerrats mitgeteilt werden, der Mitteilungen über die von allen >Chefs der Verwaltungen ergriffenen allgemeinen Maßnahmen erhält. Die hohen Beamten aller Verwaltungs- -zweige mit Ausnahme der des Hofes, des Heeres, der Flotte 'und der Tiplomatie können nicht ohne vorgängige Ge- !nehmigung des Minijterraies ernannt werden. Alle von den Ministern der Duma und dem Reichsrat vorgelegtcn Gesetzentwürfe müssen zuvor durch den Ministerrat gehen. Tie Folgen des Zaren-Manifestes im Reiche. Zn Moskau rottete sich am 1. d. M. eine vieltausendköpfige Menge zusammen und zog zum Palais des Generalgouverneurs und befestigte an dem Gebäude eine rote Fahne. Ter Gouverneur trat heraus und meinte, das Volk bezeuge durch sein Verhalten, daß es der erwiesenen Gnade unwürdig sei. 6000 Menschen begaben sich nach dem Buthrki- Gefüngnis, wo politische Verbrecher interniert sind. Eine Deputation wurde zu dem Gouverneur entsandt. Dieser erklärte, er habe soeben mit Witte telephonisch gesprochen, und sei ermächtigt worden, die auf administrativem Wege Verhafteten sofort zu befreien, während die gerichtlich Verurteilten nach drei Tagen begnadigt werden sollen. Tie Tore des Gefängnisses öffneten sich und die Freigelassenen wurden mit Freuden- igeschrei begrüßt. In Petersburg wurden die wüsten Ausschreitungen bis kn dne späte Nacht fortgesetzt. Es wurde mit Steinen geworfen, tovdurch ein Offizier und ein Kind, nach andern Meldungen noch mehrLeuteerschlaqen wurden. Auf der Fahrt befindliche Droschken wurden angehalten. In der kaiserlichen Oper erhob sich währenb der Lohengrin -Vorstellung ein Student und rief laut: „Nieder mit dem Zaren, es lebe die Republik!" (£r wurde ergriffen und von einigen Offizieren unbarmherzig durchgeprügelt. Die Polizei hatte Befehl, dem Volk auch 'bei Ausschreitungen nicht in den Weg zu kommen, jetzt aber soll die Taktik geändert werden; die Regierung ist entschlossen, energisch einzugreifen, um der Anarchie auf den Straßen ein Ende zu machen. Auch in Odessa fanden bedeutende Straßenkundgebungen statt. Die Kosaken erschienen plötzlich zu einer Versammlung auf offener Straße. Ein verkleideter Polizist feuerte einen Revolverschuß ab, wodurch das Pferd eines Kosaken verwundet wurde. Dies war für die Kosaken das Zeichen zum Ungriff, wodurch viele Personen verletzt wurden. Die Gemeindebehörden erhoben beim General-Gouverneur Einspruch. Dieser erklärte iedock», er könne es unmöglich dulden, daß die Truppen ungestraft beleidigt würden und fügte hinzu, er werde am Tage des Begräbnisses der Studenten keine Truppen entsenden, aber b"r erste Schuß, der von der Menge abgefeuert würde, werde ernste Folgen haben. Während der gleichen Zeit durchzogen 50 verkleidete Polizisten, denen eine Bande berüchtigter Personen folgte, die Dalnitzkajastraße und begannen die Ge- s(chä ftsl ä dc n zu zerstören. ES folgten ihnen Kosaken, die nach einem Schuß ans der Menge diese angriffen und ein 'förmliches Blutbad anrichteten. In der ganzen Stadt herrscht "infolgedessen eine große Panik. 900 Studenten beschlossen einen Angriff. Die Hälfte der Studenten begab sich bewaffnet nach -dem Ort der Unruhen, während die andere Hälfte Wachtposten 'ausstellte. Tic Unruhen dauerten bis in die späten dlbendstunden fort, besonders in der Dalnitzkajastraße, wo vier Personen !g e t ö t e t und 92 s chw er verwundet wurden. Jü Kiew dauert ebenfalls trotz des Manifestes der allgemeine Streik fort. Die Streikführer erklärten, die Arbeit solange nicht aufzunchmen, bis die allgemeine Amnestie durchgcführt ist. Es wurden aus der Menge wiederholt scharfe Schüsse auf Soldaten abgegeben. Diese erwiderten mit Salvenfeuer, sodaß viele Tote und weit mehr Verwundete die Straßen bedeckten. Die „schwarze Bande" griff unter dem Schutze der Nacht fortgesetzt bessere Passanten und Juden an. An der Peripherie der Stadt und besonders im Stadtteil Podol Tarn cs zu rohen Ausschrcitunaen gegen dic Juden. Tic Aerzte sind überall mit den Verwundeten beschäftigt. Genau das gleiche Bild bietet die große poln. Fabrik- stadt Lodz. Auch dort ereigneten sich mehrfach Zusammenstöße, bei denen es Tote und Verwundete gab. Zn der Konstantinowskastraße wurden drei Salven auf Demonstranten abgcfenert. Auch gegen eine Versammlung kaufmännischer Angestellter, dic behördlich genehmigt war, schritt die Polizei ein. Auf den Straßen ist nur Militär zu schm. Auf bAx Bahnlinie zwischen Battim und Tiflis überfiel eine aus 150 Köpfen bestehende Tatarenbande einen Zug, brachte ihn zum Entgleisen und plünderte einen Waggon mit Waffen. Ein in dem Waggon befindlicher Soldat nmrbc tödlich verwundet. Das Kronstadter Blatt „Kotlin" dementiert auf Grund einer bei dem Marinestab cnigcjogenen genauen Erkundigung das Gerücht, daß das Panzerschiff , . Gießen, 2. November 1905 . — Fünf akademische Vorträge, wie sie in früheren Jahren der Tirektor der Bibliothek zu deren Besten veranstaltet hatte, sollen nut seiner freundlichen Zustimmung diesmal von den Vertretern der Altertumswissenschaft an unserer Universität gehalten werden, um aus dem Ertrage den Studenten wistenschaftliche Reisen zu ihrer Ausbildung in archäologischer Heimatkunde zu ermöglichen, zu deren tätiger Förderung die künftigen Oberlehrer vor andern berufen sein werden. Am 17. November wird Professor Wünsch beginnen und in Lichtbildern eine Wanderung durch Athen veranstalten, am 24. Professor Bethe ein Adonisfest in Alexandrien, am 1. Dezember Professor Sauer klassische Ungeheuer vorführen. Am 12. Januar will Professor M. L. Strack über das Geld im Altertum sprechen und Münzen und Medaillen in Lichtbildern zeigen, und am 26. Januar versprechen Aufführungen aus antiker Musik und Poesie unter gefälliger Mitwirkung des Musikdirektors Trautmann einen besonders interessanten eigenartigen Ab- schluß. Dem jetzt umgehenden Zirkular, das zum Abonne- ment für 4 (1 Person), 5 und 6 Mk. (2 und mehr Personen derselben Familie) auffordert, glauben wir schönen Erfolg verheißen zu dürfen. •• Professor Dr. Sticker schreibt uns heute aus Münster i. W., daß er seit dem Tage seiner Anstellung als Direktor des ClemenShospitals in M. am 1. Oktober mit voller Arbeitskraft und Freude in seinem neuen Verusskreise tätig ist und daß daS falsche Gerücht wohl auf eine rheumatische Schultererkrankung zurückzuführen ist, die er im Sep- tember bestanden und beinahe wieder vergessen hat. Mit den Worten: ,Guten Freunden meinen Gruß" schließt der Brief, der die altbekannten klaren Schriftzüge des vortrefflichen ArzteS und Gelehrten zeigt. ** Oderberg rat Professor Dr. CheliuS ist, wie »nS jetzt auS Darmstadt mitgeteilt wird, von Hof he im zurück und in das Darmstädter Untersuchungsgefängnis gebracht worden. Die Aerzte des Landeshospitals sollen ihr Gutachten dahin abgegeben haben, daß CheliuS geistig minderwertig (?) sei. Dadurch ist er zwar nicht straffrei, aber immerhin nur bis zu einem gewissen Grade für seine Handlungen slrafrechlltch verantwortlich. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Aus das morgen stattsindende zweite Gastspiel von Frl. Jüngling vom Darmstädter Hostheater sei nochmals besonders hingewiesen. Bekanntlich hatte die erste Aufführung von .Marn zelle Ritouche" mit Frl. Jüngling und Herrn Reimer in den Hauptrollen einen ganz außerordentlichen Erfolg zu verzeichnen. •* Das Mitglied des StadttheaterS Reinhold Luttjobann wurde, wie er uns mitteilt, nach einem erfolg- rcidjen Galtspiel als Hans Rudorf in .Rosenmontag" und als „Don CarloS" von Herbst 19o6 auf drei Jahre an das etabttbeatcr in Stettin engagiert. L a m b o r g s h u in oristische8 Konzcrt am Montag Albend in Steins Saal dürfte eines guten Besuches sich erfreuen. Wir lesen über seine Vortragskunsi im .Berliner Tagblatt" : Gtn AllerwclMüustlcr ganz eigener Art produzierte sich im votel de Nome. Lamborg nennt sich „Klavier", ®c(ang§- und DeklamationS-Humor.ist* und ciiuoidelt in dem knappen Zeitraum Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Freitag, ben 3. November, nachmittags 4 Uhr, im Kon» firmandensaal, Liebigstraße 56: MissionSkranr der Lukgsgemeinbe. Pfarrer Euler. Israelitische Neligionsgemeinde. SottesdienN in der Synagoge (Südankage). Sa ms teig, den 4. November 1905. Vorabend 4.45 Uhr. Morgend 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbalhausgang 5.45 Uhr. Israelitische Neligionsgescllschaft. Gottesdienst. Sabbat ft feier am 4. November 1905: Freitag abend 4.30 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbachausgang 5.45 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends 4.30 Uhr. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 2. Nov. (Teiegr. Orig.-Bericht deS , Gieß. Anz.".) 2lmtlicftc Notierungen der heutigen Viehma r k t- preise. Zum Verkaufe standen: 43 Cchfen, 0 aus Cefterrpictj 2 Bullen, 00 aus Oesterreich, 51 Kühe, Ferien, Stiere und JRinöcr, 0 aus Oester., 410 Kälber, 480 Schafe und Hämmel, 00 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Psd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 81 bis von nicht ganz zwei Stunden in buntem Durcheinander die per* chiedenften Kunstfertigkeiten und Talente. Jetzt parodier^ er sehr gelungen die Prodiiktionen einer „musikalischen ymmlic , dann läßt er einiae Dutzend der heterogensten Melodien, wie fie aus der Mine des Auditoriums aufs Keradewohl verlangt werden, mit einer phänoinenglen Fingerfertigkeit burcheinauberschwirren. Fetzt wiederum trägt er mit einer ungemein voluminösen, geschulten Stimme einige Lieder in österreichischer Muiidgrt mit Klavier« begleitnng vor und gibt zwischendurch mit schwindelerregender Zungenaeläustgkeit eine pudelnärrische Sentenz zum Besten. Auf voller Höhe seiner Leistungsfähigkeit zeigt sich Hr. Lamborg bei der Aiistührung eines grotesken OpernstnaleS; er stellt dabei m einer Person nicht weniger als Priiiiadonna, 9Uiiftiit, Koloratursängerin, Bariton, Tenor, Baß und beide Chöre dar. Alles bcis und noch einiges Andere, was wir saheil und hörten, ist außerordentlich amüsant unb amüsierte denn auch die zahlreich erschienenen Zuhörer aufs Beste. .. 8 Ulrichstein, 1. Roo. Rach längerer Zett ist das Komitee des Eisenbahnpr oj ektes Ulrichstein—Mücke wieder in Tätigkeit getreten. Am verflossenen Sonntag hielt dasselbe eine recht zahlreich besuchte Versammlung hier ab. Neun Orte, die deni Projekte ihr Jntereffe entgegenbringen, hatten Vertreter geschickt. U. a. würbe Oberförster Schütz hier als neuer Vorsitzenber gewählt, ber die Wahl annahm. Frankfurt a. M.» 1. November. Auf den Wiesen in der Nähe der Frauenhofschule in Niederrad fand man gestern hinter einem Weidenbusch.die Leichen eines jungen Mädchens und eines jungen Mannes. Beide hatten Schußwunden in der rechten Schläfe, im Munde be§ MäbchenS stak ein zusammengeballteS Tascheittuch. Der junge Mann ist ber 22 Jahre alte Schloffergeselle Robert Dieß- ncr ans Böhmen, dos Mädchen die 15 Jahre alte Tochter des Höchsterstraße 68 wohnenden Wirts Burkhard. Dießner wohnte bis vor einigen Togen bei Burkhard, der ihm die Wohnung kündigte. Allem Anschein nach ist die blutige Tot Dienstag abend verübt worden; das Mädchen wurde feit diesem Tag vermißt. Es hat zu Hause einen Zettel hinter- lassen, aus dem hervorgeht, daß eS freiwillig aus dem Leben scheiden will; einen Zettel ähnlichen Inhalts fand man bei der Leiche. Vermutlich hat Dießner zuerst daS Mädchen mit deffen Einverständnis und dann sich selbst erschaffen. (Franks. Z.) * Kleine Mittelungen aus Hessen unb ben 9t a ch b a r ft a a t c n. Die Ma in zer Stabtoerorbneten geil eftmigten bic Verlängerung ber Gültigkeitsbauer bes T ft eatev- Vertrages mit Direktor Schrenb bis zum 1. Zuni 1909. JnAlle'nborf a. b. L. zeitigte bic Vergebung ber Wasserleitungs- arbeit eine schöne Submissionsblüte. Tas niebrigfte Gebot betrug 17 000 Alk., bas höchste aber 50 000 Mk. Die Koftenanschlagssmnme betrug 19 200 Mk. — Zn ber Arbeiter-Kolonie Neu - Ulrich - ft c i n würben int Oktober 39 Stellenlose neu ausgenommen unb 15 entlassen. Am Enbc bes Monats befanben sich 65 Arbeitslose ^-Kleine Ta gcschr Dn i t. Zn Moesbach (Badens finb bei einem Zimmerbranbe bic brei Kinbcr eines Zimmei- manlis erstickt. Die Eltern nahmen an einer Hochzeit teil und hatten bic Kmber allein zurückgelassen; eines von ihnen warf die Petroleumlamve um. — Zn Witten stürzte der bereits vier Stockwerke hoch errichtete Bottermannsche W a l ft a l l a - 91 e u b a n zusammen. Vier Maurer wurden unter ben Trümmern begraben. Ein Maurer unb ein Maurerpolier sinb tot, zwei Maurer wurden schwer verletzt. Durch ftcrabstürzendc Steinmassen würbe auch ein qegeniiberltegenbe§ Haus stark beschäbigt. — Auf dem Wege von P l o s ch c n ' nach Kajow (Posen) würbe die Leiche dcS Arbeiters Sablowski aus Ploschen gefunben Nach bem Sachbcfunb liegt unzweifelhaft Morb vor.' — Bei Dresden wurde der hantier Rracaer auf berZaab, vermutlich infolge einerllrworfiditiqt’cif, erschossen. — Zn Plauen i. V. unternahm ber 21 jährige Drogist Wurnckc, Sohn achtbarer Eltern, in ber Nacht in seiner Wohnung einen Morbvcrsuch gegen seine 16 jährige Geliebte, inbem er bem Stäbchen eine Kugel m ben Kopi swotz unb dann sich selbst io schwer verletzte, baß er kurze Zeit daraus ftnrb. Das Mädchen wurde schwer verletzt nach bem Krankenhause gebracht. — Zn Eam enz brannte bie große Tuchiabrik von Müller, an ber 12 Fabrikcmten beteiligt sinb, nicber. Es wird Selbstenzünbung angenommen. — Bei bem Spar-- unb Vorschuß- Verein von Königswalb (Böhmen) sinb große Unterschlagungen burch einen Kassierer vorgekommen. Die veruntreute Summe beläuft sich auf 100 dis 150,000 Kronen. — Zn Bochum wurde der Kassierer des Verbanbswasserwerkcs der Laiidkreisgemeinden wegen Unterschlagung von 6000 Alk. verhaftet. Das veruntreute Gelb hat ber Kassierer in P'erbewetten verloren. — Der Knecht Bergemann unb sein« Geliebte, bie Dienslmagb Vieth auS Wnthenow, haben sich in einem Nebenarm bes Lepvehner Kloppsccs (Pommern) ben T o b gegeben.' Ngch burchtanzler Nacht unb uachbem Bcrgeinann noch bie Pferd« s.ines Tienstherrn besorgt hatte, ist er mit seiner Braut zur Aus- uihrung ber Tat geschritten. Kerichlslaal. Dresben, 1. 9!vv. TerD i sziplinargerickitshof verkündete heute Mittag das Urteil gegen ben bisherigen Direktor bes zoologischen Museums, den Geh. Hofrat Tr. Meyer. Das Urteil lautete auf D i e n st en t la s s u n g unb Tragung bet Kosten. In ben UrteilSgrunden heißt es: Meyer hat sich io diensllichen Angelegenheiten eines Beamten umviirbig verhalten. An birs Museum hat er eigene Gegenstänbe verkauft unb sich babei von Dritten Rechnungen ausstellen las'en, um die Herkunft der Sachen zu verschleiern. Bon Lieferanten hat er sich Provisionen zahlen lassen, ebenso einen vom Hamburger Museum gezeichneten Bettag von 1000 Marl nickt verre chn e t, angeblich, um sich damit für Leistungen an bas TreZbener Museum bezahlt zu machen. Auch seine Behandlung ber MuseumÄiegmten sei unzulässig gewesen. Meyer, ber 30 Zehre im Dienste war, will Berufung einlegen. 5<, o. euo • 6Loo - Cun!;,0 9 Quöllt Ö0-M ß’o—64-^ (iw ISW,.1“ 2% Aekl'"' ‘ Pr-a. K iS»”*"-** Tie «ariS, 2.M 2 htfl gemelbet M « 18 Stcnbtn eine l tn * *en Jnippen müßten emscht inbmt'irercn Tan Kasan, 2. Nov. herrschen schrecklich beamten wird gesc Ecküsse abgegeben, bes Isthas gewogene B tpunbef. Petersburg, 2. Monbere Rostow un bei ber Bevölkern! eigen bie Iuden ’,i vaterlandsfcindlich Hafion Erregung i ).xn gehörende Höu Iteilweise in Bra gdiiet, bezw. verir Aarschau, 2. rrtfflmhingen statt, vinki wurden 7 ls :mnbet. Später 'ü-bald ’ogen große i Es wurden unter all Aufrufe veckiß. Po ftN« Mrid n uuf Merbrochm und ho Theaters. Be M Gär il8i Für die sowie für die ouf diesem W ^L'gebim ,905 W19* "Jb,i| lieben iverd,? Art rnufjfe . Bedn Stabt. der ltzciben "'""eu i lleihiqe,, 2^, "osseu, j» linö"i1n,erir,ne °n 3] 5on Sammlerinnen hat sich freundlichst bereit erklärt, die Erhebung Ler Gaben für 1905 zu übernehmen. — Im Jahre 1904 wurden für Vie Zwecke des Vereins, zur Linderung mannigfacher Not bei armen SKlanbensgenossen, in unserer Gemeinde 1380 Mk. durch unsere Meißigen Sammlerinnen und das Wohlwollen der Gebenden zusammen- «ebracht und durch Vermittlung des Verwaltnngsrats in Darmstadt «n 31 hilfsbedürftige Gemeinden und Anstalten verteilt. Indem iwirkallen Gebern und Geberinnen auf diesem Wege nochmals unseren »erzlichsten Dank alissprechen, bitten wir, auch in diesem Jahre »ufere Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung »reichlicher Gaben die gute Sache unserer evangelischen Kirche -fordern zu wollen. Gießen, den 1. November 1905. D2/u Für bcu Vorstand deS Gustav-Adols.Frauenvereins: Die Vorsitzende: Der Schriftführer: Luise Wortmann, Fritz Schmoll, Oberlehrer. 4.30 1^ 0, abends---- . 144.25 . 136.70 . 276.50 (r)nsiinaf-Drat-imesdunsien. (fb.) Darmstadt, 2. Nov. Die Strafkammer derer t e i l t e heute den 37 jährigen Lehrer Karl Kirn ans Kocher- lach im Odenwald wegen Mißff"ndlung von Schulkindern in 15 Fällen zu 150 Mark Geldstrafe. Berlin, 2. Nov. Der . Deutsch. Tages^tg." zufolge wird im reuen Etat die Einrichtung eines vollständig unabhängi- bie Seicbe bti Hvbeiti ch dem Sachbchmb b den ro\\T^t o(a,e tixxttMxworii- mierxxahvn der 21p m, rn der Nacht m en seine 16 jäl:- me Kugel in den Ropi , dah er kurze Zeil tos letzt nach bem KrankrÄ.! die nroße 2ud)iabrif n ligt sind, nieder. B Jj i dem Spar- und BonM i sind große Unters -kommen. Tte verunn - iO Kronen. - I" Aov bandswasserwer! ,eaen Unterschlagur reite Selb M* iechi Beraemann und F fen.w.b-benMw- ommem ^$.0L9E Serqemnnn nod> 61! k mi“ feiner S-U"'® eigener Bereitung, empfiehlt irrj vorzüglicher Qualität s5436s Emil Fischbach. Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie T . Portugiesen „ III der Bitte, die wegen politischer Vergehen Verhafteten freiui- lassen. Es wurden 4 00 Personen freigelassen. Die Menge verlangte aber die Freilassung aller und nahm eine drohende Haltung ein. Plötzlich erschienen Kosaken und drangen mit blanker Waffe auf die Volksmenge ein. 16 Personen wurden getötet, 23 schwer und mehrere leicht verwundet. Durch diesen Abschluß des Tages wurde die Festesstirnrnung gänzlich verdorben und große Erbitterung heroorgerufen. Petersburg, 2. Nov. Wie eine amtliche Erklärung besagt, ist unter der in dem Manifeste des Kaisers erwähnten „Freiheit des Wortes* natürlich auch die Freiheit der Presse zu verstehen. Kasan, 1. November. Tic PeterSb. Telegr. Agentur meldet: Plünderung und Blutvergießen herrschte auf der WoSkresenSkasastraße. Es wurde gegen daS Bezirksgericht und ben Schachklub ges chossen, wobei eine Anzahl Personen verwundet wurden. Auch viele Gymnasiasten wurden verwundet. Blutlachen bedecken ben Schnee, hauptsächlich vor bem Priesterseminar. Milbe Verwüstungen, benen bie Läben zum Opfer fielen, fanben spät abcnb§ statt, als nur noch bie Polizei unb Kasaken auf ben Straßen waren. Telephonische Hilferuse der Labeninhaber an die Polizeiverwaltung blieben ohne Erfolg. Ein Augenzeuge bestätigt, daß die Soldaten selbst plünderten und daß der Gehilfe des Polizeimeisters auf ihn zu schießen drohte, als er dazwischentrat, um den Unwesen Einhalt zu tun. Viele Läden und Privathäuser, selbst öffentliche Gebäude sind von Kugeln durchlöchert. Es ist unmöglich festzustellen, wer die Bewegung geleitet hat, doch besteht die Gewißheit, daß man bie Polizeimannschaften unb bie Kosaken ohne Plan und bestimmte Weisung vorgehen ließ. Sie schossen blindlings ohne jede Herausforderung auf friedliche Fußgänger in den Straßen. Im Semftwohispital liegen 25 Verwundete. Die Entrüstung des Publikum? ist allgemein, selbst bei ben überzeugten Konservativen, bie das Vorgehen der Polizei am schärfsten verurteilen, bei der keinerlei Autorität vorhanden sei. Die Mitglieder deS Gemeinderats begaben sich zu dem Gouverneur, dieser erklärte, daß der Polizeimeister seine Entlassung eingereicht habe. Die gerichtliche Untersuchung gegen ihn sei eingeleitet. Die Truppen und die Kosaken sind auS den Kasernen fortgebracht. Die Gemeindeverwaltung konnte eine Miliz organisieren. Die Verhafteten wurden wieder in Freiheit gesetzt. Eine große Menschenmenge begab sich nach der Polizeistation, nahm die dort befindlichen Waffen weg und brachte sie nach dem Nathause. Odessa, 2. Nov. Seit 9 Uhr morgens fallen verstreute Schüffe in den Straßen und gegen Mittag nahm da? Feuern zu. Ueber hundert Personen sollen getötet sein. Auf dem Domplatz und anderen Straßen wird allgemein geschossen. Alle Augenblicke ertönte daS Gebrüll des Mobs: Keine Stadtregierung für uns, keine Polizei, keine Truppen! Die Tumultuanten denken nur an allgemeine Plünderung. Die Bürgerwehr ist unvorbereitet. Die Studenten feuern zwar tüchtig auf den Mob, sind aber hoff- mmgSloS in der Minderzahl. Das Publikum hat sich in seinen Häusern verbarrikadiert. Von Balkonen und Fenstern wird auf die Plünderer geschaffen. Nachmittags wurde teilweise die Ordnung wiederhergestellt. Kiew, 2. Nov. Der Mob beherrscht die Stadt und plündert und terrorisiert die Bevölkerung, besonders die Studenten und Juden. Ein Hau?, 200 Schritt vom Schloß . «AHO der heUl B n (tu? \ lOr . p Franks. Z.) I !|5 Reifen unb bti-.'. 1 r Etabloerorbneten ■- eilsdauer des Theater I b's zuin 1. ffuni 1909. - c>cbunq der Wasserleitung as niedrigste Gebot betnr- 2ie Kosienanschlagrsunnri r-RoIonie Neu-lUrit> ie neu miigtnommen urJ esanden sich 65 Ärbeitslci Xianb - * Dä)cn eines jUn(1„ 1 ^.nc§- Beide hg„ ’Ä 'm Munde l Terjunci era-selle Robert Dietz. ' 15 We alte 2o*tc N^hard. Diesig der ihm fe "0^ >st die blutige Tc as Mädchen wurde fa j Jufe einen Zettel hint«. üein),a'9 aus dem Lebv-"! Inhalts sand man t- zuerst da? Mädchen nr sktdst erschoßen. (1*1 e'nai,berln?etfeei’- KLLrr Grösste AuswsihS aller Neuheiten 5ie? Reparaturen und modernisieren 22 M3rk( 22 A. 41^°/0 rnss. Staatsanl. 1905 4X°'n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel, und Industrie. 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Ltundcn das fto < Ltunden im naß! siluge hergehen. Woc! bedeckt, hat der Bauer Ehrend der Bcstellz Ebenso deutlich er [:it kommunistischer L* tmdigkeit der russisö h der Tatsache, daß eiten. Man vergib te'dje die Einsührun rfttt Bauern ausül id Interesse, so Die: ^-tüschasten, so spa -li miverten und se ixil tt jede Brachlässi ."tiialt verspürt. : ' a’ ein krankes R .--ieniich den Gcwii ; -i einer kommunistr !'s oder Nachteil aus Archen TvrM s ' -M drohenden ' ' ium MM <äe\: die sinkende ^achi die Ernte trväen einer kommunistisc Egoismus bedingt fehlen eben Leid federn, zur Arbei eigenen Tüchtigke demokratischen @r; uugen derartig zu mögsichkeit des B: Ten, gegeniibl Frau und der So tung ach . »ESar es de den lehten ne c13 -,u berviersacl Einmal verdoppel „okinj anders Getobt bl ihr-» SV9'*!*™ lemmuniM 8cb*" h°!i»« «lernt 20 80K i *£«6 Ma “It e «rb-il- —-liünlitfif. ‘r mit! Hl |r — Of,.s ' 1 ir Uler St-» - .Zn:tnen r'fMich^ch^öri rö;niZt.9»en 1 Ö??' -r o ■ ?rich, (VJl ..ir