Krftes Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag Ä. März 1 SOS Nr. 5Ä erfeti*t tLgrich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Eietzener Familien. Waltet viermal in der Woche beigelegL Notattonsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u. Stein* druckerei. R. Lange. Nedaktton« Exvedttton unb Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernfvrechanschluß Nr 51. M A «e-ag»pr-t»r WäSBiSB V »SBfek W W monatlich75Bf-,viertel« GießenerAnzeiaer« w General-Anzeiger » Amir- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WM« zeigenteil: Hans Beck. Iie ßeutiflc Mummer umfaßt 8 Seiten. Iie «Lad,mische Areiheit. Einem Berliner Blatte zufolge ist die Beilegung der Differenzen an der Hochschule zu Hannover auf direktes Eingreifen des Kaisers zurückzuführen, der unzweideutig zu ernennen gegeben hat, daß er die schleunige Erledigung der unerquicklichen Angelegenheit in dem erfolgten Sinne wünsche. Der Rektor der Technisch enHoch schulezuChar- llottenburg erläßt jetzt folgende Bekanntmachung: „Auf Grund der zwischen Rektor und Senat einerseits und dem Ausschuß der Stierenden andererseits gepflogenen Verhandlungen sind an den Ausschuß am 20. und 24. Januar ergangenen Sonderbestiminungen von nur aufgehoben worden. Es ist dies mit der Zuversicht geschehen, daß, wenn demnächst die Frage der konfessionellen Verbindungen noch einmal zur Sprache kommen sollte, dies jedenfalls nur in einer Weise geschehen wird, durch welche die akademische Ordnung und der Friede innerhalb, der Studentenschaft unserer Hochschule in keiner Weise gestört und gefährdet wird." Aus Marburg Mrd uns geschrieben: Am Mittwoch nachmittag um 2 Uhr brachten etwa 1000 S t u- deuten dem dirigierenden Rektor der Universität, Professor Tr. H o r s ch e l t, eine imposante Ovation. Von der Ketzerbach aus zogen die Studenten, alle Korporationen bunt durcheinander gemengt, die ganze Straßenfront einnehmend, die Roser- straße hinauf nach der am Berge dort befindlichen Villa des Rektors, ohne daß dieser eine Ahnung von der ihm am Semesterschluß zngedachten Ehrung hatte. Unter Musikbegleitung sangen die Studenten dann „Deutschland, T«eutschland, über Alles", worauf Stud. Weiß in längerer Ansprache an den Rektor des nunmehr- siegreich beendeten Streites um die a k a d e m i s ch e Freiheit gedachte und im Namen der Studentenschaft dem Rektor für sein warmes Entgegenkommen, das er bei den Verhandlungen den Studenten gegenüber bewiesen, dankte. Marburg, in dem die Wogen des Kampfes hoch gegangen, solle ein Hort der akademischen Freiheit, die hier so glänzend verteidigt worden sei, sein und bleiben. Ter Redner endete seine Worte mit einem brausend aufgenommencn Hoch auf den Rektor. In seiner Erwiderung versicherte der Rektor, daß er es für seine Pflicht^ gehalten hätte', für die Studentenschaft einzutreten. Der Erfolg, den man hier errungen habe, käme der gesamten deutschen Studentenschaft zu Gute. Er freue sich der Einigkeit der Studentenschaft und des guten Einvernehmens mit dem Lehrkörper. Sein Hoch galt der Universität Marburg. Nachdem das Hoch verklungen war, sangen die Studenten „Stoßt an, Marburg soll leben!" und zogen dann zum Marktplatz, wo von einem Wagen aus ein Redner nochmals der Freude über den Sieg der Studentenschaft Ausdruck gab. Der durch die Straßen der Stadt flutende Studentenzug in seinem bunten Durcheinander gewährte ein farbenprächtiges Bild. Der deutsch-nationale Hochschulausschuß sämtlicher Wiener Hochschulen sandte an die Studentenschaft zu Hannover, Braunschweig und Eharlottenburg eine Sympathiekundgebung zu deren Kampfe für die akademische Freiheit. „Burschen heraus!" ist der Titel einer im Vertage von Hermann Walther, Berlin, erschienenen Denkschrift zum Kampf um die akademische Freiheit. Die Broschüre ist herausgegeben von der Studentenschaft der Technischen Hochschule in Hannover mit Ausnahme der konstitutionellen Korporationen. Interessanter und lebendiger geschriebeni ist ein von dem Stud. rer. techn. Frhrn. v. Buttlar veröffentlichtes Schriftchen „Frei ist der Bursch" (Concordia-Verlag in Berlin), an dem alle alten und jungen Burschen ihre Freude haben dürsten, sofern sie nicht im philiströsen Bureaukratismus verledert sind. Geistliche und Universitäten vor dem preußischen Abgeordnetenhause. ,a Berlin, 1. März 1905. Von frei konservativ en unb konservativen Abgeordneten ist der Antrag eingelaufen, im nächstjährigen Etat eine erhebliche Erhöhung der Titel „Zu Unterstützungen für Geist- liche aller Bekenntnisse" herbeiMführen. Der Antrag wird an die Budgetkommimon verwiesen. Es folgt das Kapitel „Universitäten". Abg. v. Arnim (kons.): In Halle soll eine Volkslesehalle errichtet werden, die mit 2000 Mark aus städtischen Mitteln unterstützt werden soll. An der Svitze der Lesehalle steht ein Professor der Universität. Dort sollen auch sozialdemokratische Zeitungen ausgelegt werden. Redner habe Bedenken dagegen, baß mit Unterstützung städtischer Mittel und unter Mitwirkung eines Universitätsprofessors die niederen Volks- klassen mit sozialdemokratischem Gift versorgt werden. Ter Minister des Inneren habe zu seinem lebhaften Bedauern auf eine Beschwerde erklärt, daß nichts dagegen zu erinnern sei, wenn in einer solchen aus öffentlichen Mitteln unterhaltenen Volkslesehalle sozialdemokratische Zeitungen aufliegen. Ferner weist Redner auf den Aufruf hin, welchen der Kurator der Universität Bonn v- Rotten bürg, dessen Verhalten in sozialpolitischen Fragen mehrfach das Bedenken feiner Freunde erregt habe, zur Unterstützung der streikenden Bergleute im Rn hr r e v i er erlassen hat Im Halleschen Falle vermisse Redner ein energisches Einschreiten des Ministers des Innern gegen die städtischen Verwaltungen, während er im Falle Rottenburg eine entschiedene Stellungnahme des Kultusministers vermisse, wenn er auch anerkenne, daß zu einem disziplinarischen Einschreiten kern Anlaß vorliege' Jedenfalls muß bei allen Maßregeln der inneren Politik der leitende Gesichtspunkt der K'amvf gegen die Sozialdemokratie sein. Minister S t n d t führt aus, daß es sich in dem Hallescheu Falle um eine kommunale Angelegenheit handle, die bereits von der Ministerialinstanz entschieden worden sei. Der Professor, der hier in Betracht komme, sei von der Unterrichtsverwal-tung sehr geschätzt, der bei der Lesehalle nur in privater Weise tätig fei, und da , einzugreifen, habe die Unterrichtsverwaltuirg kein Recht. Es liege kein Anlaß vor, gegen Herrn von Rottenburg vorzugehen. Bei dem Aufrufe habe es sich' lediglich um einen Akt der Menschenfteuridlickikeit und der Mildtätigkeit gehandelt. Herr von Rottenburg habe in einem Briefe erklärt, das; er weit entfernt fei von einseitiger Parteinahme. Was Redners Stellung zur Sozialdemokratie 'angehe, so habe er il a. in dem Falle Arons und bei Gelegenheit des. Berliner Schulkonfliktes, diese bewiesen. Abg. Eickhoff sfrs. Vp.s verteidigt Warna das Verhalten des Herrn v. Rottenburg. Redner wurde es für einen schweren Fehler gehalten haben, gegen Herrn v. Rottenburg unb gegen die Professoren auch nur im Aufsichtswege vorzugehen. Haben denn der Reichskanzler Graf Bülow, Graf Posadowsky im Reichstag unb Minister Möller im Abgeordnetenhaus nicht eine ähnliche Meinung zum Ausdruck gebracht? Redner habe sich über die Erklärungen des Ministers gefreut, beim er sei der Meinung, die Regierung sollte niemals Schritte gegen Herrn v. Rottenburg unternehmen, weil dies mit dem Wesen einer vorurteilsfteien unb aufgeklärten Regierung nicht im Einklang stehe. Ten andern Fall, den Arnim vorgebracht habe, betrachte er durch die Rede des Ministers eigentlich für erledigt. Von feiten der Konservativen werde jetzt versucht, eine Sammlungspolitik gegen die Sozialdemokratie zu inszenieren. Im Namen sämtlicher Gruppen der Freisinnigen habe er zu erklären, daß seine Freunde eine solche Politik nicht mitmachten. Abg. Dr. Krüger (kons.1 bittet den Minister, diejenigen P»ro f e ss oren, die für die Sozialdemokratie eintreten, von der Universität zu entfernen. Abg. Frhr. v. Zedlitz (ff.): Der Hallesche Fall sei allerdings rein kommunal. Aber nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts sei keinerlei Förderung der Sozialdemokratie durch Beamte gestattet unb Redner bedauert, daß nicht gegen die städtische Verwaltung eingeschritten worden fei. Herr v. Rottenburg fei als ein Mann der. reinen Theorie und der extremen Sozialpolitik bekannt, und werde von den Männern des politischen Lebens kaum ernst genommen. Tie Freisinnige Volkspartei sei das Urbild deriMückständigkeit, sie vertrete noch heute die Anschauungen, die sie vor 30 Jahren vertreten habe, sie habe in der ganzen Zeit nichts gelernt, auch nicht die Gefahr der Sozialdemokratie erkannt. Tie ganze Entwicklung dränge dazu, daß alle staatserhaltenden Elemente sich zusammen tun um für das Kaiser- und Königtum unb gegen diejenigen Elemente zu kämpfen, die die Wurzeln oer Monarchie und Staatsordnung untergraben. Abg. Savignh (Ztr.) glaubt, was die Fälle in Halle und Bonn betreffe, so könne man sich mit den Erklärungen des Ministers begnügen. Wenn man gegen Herrn von Rottenburg ein Einschreiten verlange, so habe er bisher nicht gehört, daß gegen die städtischen Behörden ein Einschreiten verlangt worden wäre, die auch Gelder für die Bergarbeiter bewilligt hätten. Herr von Rottenburg habe sich auf einen parteiischen Standpunkt gestellt, unb es wäre unverantwortlich gewesen, wenn die Regierung gegen ihn eingeschritten wäre. Abg. Rosen ow (frs. Vp.) eriuibert dem Mg. Zedlitz, daß die Sozialdemokratie auch der größte Feind seiner Partei sei, er glaube aber nicht, daß es möglich fei, sie durch Gewaltmaßregeln zu unterdrücken. Redner bittet, daß die jungen Mediziner mehr als bisher in die soziale Gesetzgebung ein geführt werden. Ministerialdirektor Alt ho ff erwidert, daß die Anregung des Vorredners in Erwägung gezogen werden solle. Abg. Schmieding (nl.) nimmt lebhaft gegen das Auftreten des Herrn v. Rottenburg Stellung, der alle Ursache gehabt hätte, vorsichtiger zu fein und statt zur Herbeiführung des Friedens zur Störung des Friedens beigetragen habe. Abg. Tr. Keil weist die Angriffe v. Zedlitz und von Amim gegen die Hallenser Stadtverwaltung und den Hallenser Professor Conrad zurück. In der Lesehalle seien Zeitungen aller politischen Richtungen ebenso wie im Lesezimmer des Abgeordnetenhauses vertreten. Mg. Friedberg (nl.) stellt im Namen seiner Partei fest, daß Herr v. Rottenburg berechtigt gewesen fei, feiner Meinung Airsdruck zu geben. Herr v. Arnim habe das Verhalten mehrerer Professoren bei den letzten Wahlkämpsen kritisiert. Er mache aber darauf aufmerksam, daß auch von konservativer Seite Verhand- lungen mit der Snziasdem^^r^tie in gepflogen seien. AarlamkNiarisches aus Kesseu. Eine Regierungsvorlage Betrifft die Bewilligung von Staatshilfen zu Ausstellungszwecken. Dazu wird im wesentlichen folgendes ausgeführt: . Nach satzungsgemäßer Vorschrift und aus Anlaß der Feier des 75 jährigen Bestehens der landwirtschaftlichen Vereine des Großherzogtums soll von diesen im-Sommer l. Js. in Mainz eine landwirtschaftlicheLandes-undJubilänms-Aus- ft e H u n g abgehalten werden, zu der vom Landwirtschaftsrat ein Staatszuschuß von 10 000 Mark erbeten worden ist. Tie Regierung erachtet dieses Gesuch für begründet. Sie ist mit dem Landwirt!chaftsrat der Ansicht, daß größere landwirtschaftliche Ausstellungen, die in gewissen nicht zu kurzen Zwischenräumen und unter Ausdehnung des Wettbewerbs auf das ganze Land abgehalten werden, einen steigenden Wert für sich in Anspruch nehmen können. Sie bedeuten die Rechenschaftsablage der hessischen Landwirtschaft gegenüber der Allgemeinheit zu der Frage, ob und inwieweit die seit 1897 bewilligten erhöhten Staatsmittel zur Förderung der Viehzucht, d"s Ackerbaus, des Wein-, Obst- und (Gemüsebaus und sonstiger Zweige der landwirtschaftlichen Produktion in dem erwarteten Maße nutzbringend verwendet worden sind und welchen Anteil die drei Provinzen an Bern Gewollten und Erreichten haben. Es sind bereits früher landwirtschaftliche Landesausstellungen mit außerordentlichen Zuschüssen aus Staatsmitteln unterstützt worden, so die in Gießen 1895 mit 10 416 Mark. Ein unterstützendes Eingreifen des Staats erfordert noch ein anderes Unternehmen. .Hat es schon früher an hessischen Namen von gutem Klang in der deutschen Kunst nicht gefehlt, so ist Hessen von der neueren Entwicklung des vaterländischen Kunstlebens doch hervorragend erfaßt worden. Auf dem Gebiete des K u n st g e w c r b c s mit der Tätigkeit der Darmstädter Künstlerkolonie einsetzend, Bat sich diese erhöhte Teilnahme basischer Kräfte aus dem ganzen Lande au dem gewerblichen Schaffen der Neuzeit rasch auf alle diejenigen Zweige desselben erstreckt, die künstlerischem Einfluß überhaupt zuaäiml'<' sind. . Mit wachsendem Erfolg bewies das hessische Kunstgewer' 1 im internationalen Wettbewerb auf ben Ansstellimgen in Paris, Turin und St. Louis steigende Leistunasfähigkeit. In ben älteren Heimstätten des deutschen Kiinstgewerbes ist man auf die neue Konkurrenz aufmerksam geworden, die in letzter Zeit abgehaltenen und noch in Vorbereitung befindlichen Ausstellungen in Tüsseldorf, Dresden, München, Nürnberg usw. bezwecken zu einem guten Teil dem heimischen Gewerbe den von Hessen bedrohten Markt zu sichern. Diesen zu gewinnen, muß aber mit aller Kraft versucht werden, wenn daS für die künstlerische Erziehung des Volkes und die Tüchtigkeit unseres Handwerks Erreichte lebensfähig bleiben und wirtschaftlich nutzbar gemacht werden soll. Es kann nicht mehr bestritten Werden, daß jetzt schon die Stellung unserer Künstler und Industriellen im Knnstgelverbe: auch reichen finanziellen Nutzen gebracht hat, der anfängt, selbst kleinsten Handwerkern! des Landes zuzufließen. Tiefer Nutzen kann noch sehr wesentlich gesteigert und dauernd gesichert werden und zwar beides in dem Maße, in dem es gelingt, den hessischen Erzeugnissen innerhalb Deutschlands wie auf dem Weltmarkt, der mit ihnen bestens bekannt geworden ist, neue Absatzgebiete zu erschließen. , Hieran mitzuhelfen, ist eine dankbare Aufgabe des Staates, die ihm aus seiner Pflicht erwächst, der höchsten Entfaltung aller im Volksleben wirksamen, geistigen wie wirtschaftlichen .Kräfte zu bienen. Aus solchen Erwägungen erachtet es die Großh Regierung für geboten, in wesentlich größerem Maße als bisher ben im Lande sich geltend machenden künstlerischen Bestrebungen auf den Gebieten von Industrie und Handwerk direkte Beihilfen zu gewähren. Nachdem die vor kurzem in Darmstadt in kleinerem Umfange abgehaltene Ausstellung des Verbands der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein gezeigt hat, welch achtunggebietenden Platz Hessen auch in der hohen Kunst entnimmt, ist in weiten Kreisen der Wunsch rege geworden, in einer allgemeinen Landes-Ausstellung für Kunst- unb Kun st g e werbe ein umfassendes Bild unseres gegenwärtigen Könnens auf beiden Gebieten zu geben. Die eigene Erfahrung wie das Vorbild anderer Länder lehren, daß in einer solchen Ausstellung, wie sie für 1906 oder spätestens 1907 in Darmstadt geplant ist, eine besonders wertvolle und geradezu unumgänglich notwendige Maßregel erblickt.werden muß, um die erwähnten geistigen und wirtschaftlichen Vorteile und Ziele zu erreichen. Selbstverständlich erfordert ein derartiges Unternehmen bedeutende Mittel.. Für seine staatsseitige Unterstützung kommen Zuschüsse namentlich zu den Kosten der Bauten in Betracht. Tie Regierung bat als Zuschuß für das Unternehmen einen Betrag von 60 000 Mar? in Aussicht genommen. Tiefe Summe bildet nur einen Bruchteil derjenigen Zuschüsse, die von S. K. H. dem Großherzog unb von sonstigen Interessenten, besonders von der Stadt Darmstadt, zur Verfügung gestellt werden sollen. Ebemv bleibt der genannte Betrag noch sehr erheblich hinter den Summen zurück, die den landwirtschaftlichen Vereinen seit einer Reihe von Jahren allein für Schauen und Ausstellungen gewährt worden sind und sich auf jährlich 30—32 000 Mark 'berechnen. Es enrpfiehlt sich, je 10 000 Mark für das Jahr 1905 zu verrechnen und die restlichen 50 000 Mark mit je 10 000 Mark unter der letztgenannten Stelle des Staatsvorauschlags für die Rechnungsjahre 1906—1910 in Ausgabe zu stellen. Eine weitere neue Regierungsvorlage betrifft den Entwurf eines Gesetzes über die R ä um unigs fristen bei der Wohnungsmiete. Der einzige Artikel lautet: Eine Gemeinde, auf lvelche die Städteordnung Anwendung findet, kann durch Ortsstatut Vorschriften über die Fristen erlassen, bis zu deren Mlause bei der Wohnungsmiete gemietete Räume im Falle der Beendigung des Mietverhältniffes zu räumen sind. Eine längere Vorstellung der Registratoren an den Großh. Amtsgerichten betrifft die Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse. Sie sprechen die Bitte aus, daß ihr Gehalt zum m i n d e st e n dem der Kanzlisten an den Landgerichten gleichgestellt, auch den älteren unter ihnen ein Teil ihrer langjährigen Dienst-zeit als Besoldungsvordienstzeit in An^ rechnung gebracht werde. "Mayern und die Kandelsverträge. Der Prinzregent von Bayern hat dem Staatssekretär Grafen Posadowsky als Zeichen seiner Anerkennung der Verdienste des Grafen um das Zustandekommen der neuen Handelsverträge fein Reliefbildnis in Bronze von Professor Hildebrand verliehen. Ferner sind zwischen' dem bayerischen Staatsministet Frhrn. v. Podewils und dem Reichskanzler Schreiben gewechselt worden. In dem Schreiben des Freiherrn von Podewils: „Hochgeborener Gral! Mit auirichtiger Freude ist aUent* halben die Kunde von der Eurer Exzellenz durch den Kaiser zuteil gewordenen außerordentlichen Anerkennung Ihrer Verdienste um das Zustandekommen der neuen Handelsverträge begrüßt worden. Daß die erzielten Erfolge in Bayern nicht minder als anderweitig im Reiche gewürdigt werden, hat Euere Exzellenz dem Handschreiben meines allergnädigsten Regenten entnehmen können. Aber auch die bayerischen Minister fühlen sich gedrungen, ihrer lieber- zeugung Ausdruck zu geben, daß das gewaltige Vertragswerk, welches den ökonomischen Interessen Deutschlands auf lange Jahre hinaus den unschätzbaren Vorteil ruhiger, gedeihlicher Entwicklung zu sichern bestimmt ist, ohne die unermüdliche Tatkraft und die weise, von großen Gesichtspunkten getragene Leitung Euerer Exzellenz schwerlich hätte zur Vollendung gelangen können. Zugleich! ist es uns tiefgefühlte Pflicht, unserem innigsten Danke dafür Ausdruck zu geben, daß Euere Erzellenz neben den allgemeinen Interessen auch den Sonderinteressen des bayerischen Landes stets volle Beachtung und tunlichste Förderung haben angedeihen lassen. In dem Antwortschreiben des Grafen B ü low lieft man : „Hochverehrter Herr Baron! Euere Exzellenz haben mich durch das nach der parlamentarischen Verabschiedung der Handelsverträge zugleich im Namen der bayerischen Minister übersandte Schreiben tief verpflichtet Von der mir zu dem Abschlüsse der neuen Verträge gütig ausgesprochenen Anerkennung muß ich das Verdienst abrechnen, das dem Zustandekommen des Werkes dem bayerischen Staatsministerium gebührt. Insbesondere bekunde ich Ihnen meine aufrichtige Erkenntlichkeit für das bundestreu e Z u s a m m e n w i r k e n, dessen ich während der schwierigen ttnterbandlungen bei Eurer Erzellenz versichert sein konnte. Die Arbeiten für das Vertragswert haben im Zeichen der uns von einem großen Vorbilde überkommenen Einsicht in die Bedingungen gestanden, unter denen im Reich Nord und Süd, Bayern und Preußen, neben einander leben, beide berechtigt in ihrer Eigenart und notiu \g zum Bestände des gemeinsamen deutschen Vaterlandes Auf ein Handschreiben des Prittzregenten an den Reichskanzler ist ein Dankschreiben des Grafen Bülow nach München gesandt worden, in dem es heißt: Wenn eS gelungen ist, für den Güteraustausch zwischen dem deutschen Reiche und einer Reihe von europäischen Staaten die vertragsmäßigen 65rimblagen so zu erneuern, daß Euere königliche Hoheit das Werk durch huldvolle Worte hoher Anerkennung haben- auszeichnen wollen, darf ich hervorheben, wie viel zu dem Ergebnisse der Unterhandlungen von Anbeginn bis zum Abschlüsse die bundessreimdliche Unterstützung der bayerischen Regierung beigetragen hat. i rückgeworfen. General Stöffel Das heißt auf Mensur stehen, das biflimfl ihrer Ideale ergriffen! Sine, sine, affe Hochachtung! war eine moralische Konrrahage. spieler und ein Schweizer. König Friedrich August traf herite nachmittag zu inehrtägigem Aufenthalte hier ein. hpr Antwort aus die Bearüßimasansprache, die Ober- gan;e Negierungs^eit fein wird. 2t Hdlötli) gerichtSI sand heute die Erpr-esserasfäre gegen den Breslauer Landgerichtsdirektor Hasse ihr gerichtliches Nachspiel. Unter der Beschuldigung, ihr Opfer nach und nach imt über 40 000 Mk. erleichtert und in der schamlosesten Weise t der Konditor 5 russische Kompagnien auf jeder Seite der Eisenbahn vor und umzingelten die Vorpostem Ein Teil der Nüssen stürmte schließlich in die japanischen Besestig- ungen hinein, wo sich ein heftiges Handgemenge entwickelte; es endete damit, daß die Russen um 3 Uhr morgens gänzlich geschlagen wurden. Sic ließen 6 0 Tote auf dem Platze. Einige Gefangene gerieten in unsere Hände. Kleinere Abteilungen des Feindes wurden bei Manchicchuantzatun, Sanch.iatzu und Lapatai zu- Vom Kriegsschauplätze. Petersburg, 1. März. General Kuropatkin meldet vom 27. Febr.: Ter Feind ging gegen unsere Abteilung bei Ubenepusa vor und wurde zurück geschlagen ; ebenso wurden die Japaner bei K a o t u l i n und Beigaolin zurückgeworsen. Unsere Schützen beunruhigten den Feind auf der gairzen Front und warfen Handgranaten auf die Linie Baisaiße-Sandepu, wo sie Aufregung hervorriefen. Ein um 10 Uhr abends eingegangener Bericht meldet die Einnahme des Brückenkopfes am Schaho; es wurde viel Material erobert. — Vom 28. Febr. meldet Kuropatkin, unsere Avantgarden bei Kandaza hielten ihre Stellung, nach erbittertem Kampfe wurden die Japaner bei Kaotulin zurückgeworsen. Petersburg, 1. März. Die „Petersb. Telcgr.-Ag." meldet aus S a ch e t u n : Das Artilleriegefecht gangen: Der Beschwerde über polizeiliches Einschreiten acaen das öffentliche Verbreiten und Ausrufen der Nununer 1 der Woebern schritt „D e r R e t t e r aus d e r I n d e n n o t" kann ich n i ch t st a t l g e d e n. Namentlich der Arnkel in der Beilaae ift bemüht, aeiviffe Klassen der Bevölkerung ui Gewalttätigkeiten gegen d i e indische Bevölkerung ci u f z u - reizen, ja er schließt mit der Aufforderung zur A u s p l ü n d c- r u n g und Zerstörun g der Läden der jüdischen Kani- leme, deren Eigentum zu v e r n i ch t e n. Die Polizeibehörde war daher verpflichtet, gegen das öffentliche Verbreiten dieser Flugblätter gemäß § 10 Teil 2 Titel 17 des allgemeinen Landrechts zur Erhaltung der öffentlichen Ordnung eiitzuschreiien. — Die Stadthäupter der Städte unter 2 5 0 0 0 Einwohner hielten hier eine Versammlung ab, um über ein gemeinsames Geschenk für den Kronprinzen 511 beraten. Es wurde beschlossen, bei der königlichen Porzellan- Manufaktur 80 Dessert-Teller, eine große und _ zwei kleine Blumenschalen, vier große und vier kleine Aufsätze zu bestellen, die einen Gesamtwert von 18 000 Mk. erreichen sollen. Außerdem wird eine Adresse überreicht werden. — Bekanntlich wird dem preuß. Landtage demnächst eine Novelle über Llenderung der Landtagsmahlkreise ztlgehen. Dem Vernehmen nach sollen in dieser Novelle einige wenige Niesen-Wahlkreise eine verstärkte Vertretung erhalten. — Der Führer der freisinnigen Vereinigung und Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhause, Abg. Brömel, wird durch seine angegriffene Gesundheit voraussichtlich gezwungen sein, sich noch während der Session für längere Zeit von den parlamentarischen Arbeiten zurückzuziehen. — Eine Liste von 34 aus Berlin a t: s g e w t e, e n e n, lästigen Ausländern wird wiederum im Zentralpolizeiblatt veröffentlicht. 17 davon sind russische Staatsangehörige, unter denen sich ein Kind von 7 Jahren befindet. 14 Personen sind Oesterreicher, 2 Italiener, beide Drehorgel- . . . . Wie gesagt, die katholischen Korvorationen haben einen guten Tag gehabt, sie sehen, sie sind bereits zu einer Macht geworden, vor der ihre Gegner ängstlich knieschnackeln. Darum nur feil drauf los. Tie Charakterfestigkeit 1 bie nur beim katholischen Teil etwas gilt), das ist das Schöne, das Prachtvolle. Das katholische Deutschland darf mit Cwlz auf seine katholischen Korporationen zeigen, als auf die von Jahr zu Jahr wachsenden Neservebataillone eines kathol. gebildeten Laientums. Daher die Wut der Gegner; sie sehen, es ist nichts mit ihi er Hoffnung auf die Berpaganisierunq der katholischen Kirche, im Gegenteil, gerade in dem Nachwuchs des gebildeten katholischen Laienstandes zeigt sich eine der schönsten Erscheinungen des modernen Katholizismus. Diese Tatsache muß einen jeden treuen Katholiken mit innigster Freude erfüllen und deshalb brause durch die katholischen Reihen als Antwort nuf das Brüllaffengeheul der Mehrheit im Löwenbräukeller ein donnerndes Vi ant, floreant, crescant unsere herrlichen katholischen Korporationen!" Hie Krieg, hie Fried-n! Tokio, 1. März. Ter Miniper des Aeußern Baron Komura hielt an die zurzeit hier versammelten Gouverneure eine Ansprache, in der er den Friedens- gerüchtenentgegentrat. Der Mini'ter bestritt ferner, daß in den Beziehungen Japans zu England eine Abkühlung eingetreten sei, intb erklärte, die übrigen Mächte tunden ui 5Gvan ben^-e f-onndlicber als je zuvor. Chemnitz, 1. März. betr. die Verstaatlichung der Eisenbahnen eingebracht, der viele Vorteile ausweist, die auch dem Eisenbahnperjonal zu gute komnten würden. Bezüglich des Obstruktionismus erklärt der Minister, daß er mittels derselben Bestimmungen besiegt werden könnte. Eine Besserung sei schon eingetretern Die Eisenbahngesellschaften hätten ungeordnet, daß die Beamten die Verfügungen des Reglements ausführen, und sie wollen diejenigen bestrafen, welche das Reglement in böswilliger Weise ausführen. Er' wiederhole, die Regier- nng wache darüber, daß die Gesellschaften das Reglement voll und ganz aufrechterhalten. Nach heute eingegangenen Depeschen scheine das Personal von dem Obstruktionismus abzulassen. Mau rechne auf die allmähliche. Wiederherstell- ung des Dienstes. Tic Regierung halt- cs nicht für notig, zu A u s n a h m e r e g e l n zu greifen, da die gewöhnlichen Gesetze für diesen Zweck ausersehcu stien. in Slnrm und Drang In Petersburg werden im königlichen Palast Gemächer für die Großfürstin Elisabeth und ihre Kinder bereit gehalten. Die Nachricht, daß der Mörder des Grogfürsten Sergius aus dem Gefängnis entk0mmen sei, entbehrt jeder Begründung. Eine am 1. März in Petersburg stattgehabte Volksversammlung zur Wahl von Ärb ei terd elegierten in die Schidlowski-Kommission beschloß, vor der Delegiertenwahl an SchidlowSli folgende Forderungen zu stellen: Die 11 Abteilungen des seit dem 22. Januar geschlossenen russischen Arbeiterverbandes sind wieder zu eröffnen. Die Arbeiterdeputiert-en sollen den anderen Kommissionsmitgliedern gleichberechtigt sein. 2;c Komuussions- sitzungen sollen öffentlich sein. Die Berichte hierüber ,ollen. zensursrei g-.edruckt werden. Tie persönliche Unantastbarkeit der Arbeiterdeputicrten soll garantiert werden. Alle seit dem 1. Januar festgenommenen Arbeiter sollen f r e i g e l a s s e n werden. Tie Ar- beitervertreter kleiner Betriebe sollen an der Kommission teilnehmen. Falls bis zum 3. März diese Forderungen, unerfüllt bleiben, werden keine Deputierte in die Schid- l vws k '.--Köm mi f'' 0 n »nrrbrn._________ Aus Stadl und £nnd. Gießen, 2. März 1^05. •• Sc. Kal. Hoheit der Großherzog haben dem Kabinettskassediener Engel die Goldene Verdienstmedaille des Ludewigs-Ordens „Für 50jährige treue Dienste" verliehen. ** Einjährigen - Prüfung. Wiederum hat ein Schüler der hiesigen Gewerbeschule, Willy Hahn, Sohn des hiesigen Schreinermeisters Karl Hahn, die Prüfung für den einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund des § 89 der deutschen Wehrordnung bestanden. ** Aus dem B 11 r e n u d e s S t a d t t h e a t e r s. Ein sehr liebenswürdiges Lustspiel hat die diesjährige Saison noch zum Vorschein gebracht: Gustav Kade Iburgs „Familientag". Das heitere Werk hat den Weg über fast alle größeren deutschen Bühnen gemacht ober ilt zur Aufführung angenommen worden und hat sich überall als Schlager erwiesen, der fortdauernd ausverkaufte Häuser erzielt. Das Personalverzeichnis stellt große Anforderungen und es hat denn auch das gesamte Personal unserer Bühne ohne Ausnahme zur Mitwirkung heran'gezogen werden müssen. Zweifellos wird das Werk auch hier bei der sorgfältigen Vorbereitung seine Anziehungskraft ausüben. Alsfeld, 1. März. Die gestrige Sitzung des Gemeinderats beschäftigte sich mit der Schlachthaus-Er- rtchtung. Der Voranschlag dafür betrug 111 500 Mk., er wird auf 113 800 Mk. erhöht. Das Mehr von 2300 Mk. rührt daher, daß die Fundamente ursprünglich nicht tief genug gedacht waren. Der Nachtrag von 2300 zum Voranschlag wurde bewilligt. sd. Darmstadt, 1. März. Gestern vormittag wollte der bei der Bahn beschäftigte Arbeiter Bechtold von hier, der als Weichenwärter ausgebildet werden soll, mit dem Frühzug nach Egelsbach fahren, wohin er zur Aiiehulfe kommandiert war. Er sprang aber aus Verse hm t in den früher abgehenden Schnellzug, der in Egelsbach nicht h^li- Als B. dies' in Egelsbach' merkte, sprang er aus dem in voller Fahrt b cs in dl ich en Zug, sie! aber uu- glücklich und verletzte sich so schwer, daß er alsbald ms Krankenhaus uach Darmstadt gebracht werden mußte. Eine Lebensgefahr ist anscheinend nicht vorhanden. Mainz, 1. März. Ter Provinzialansschuß wies in seiner gestrigen Sitzung den Regreß des freireligiösen Predigers Freiherrn v. Zuccv und Euccagtta gegen die Entscheidung des Krcisausschus.es wegeu seiner ?•'td}t^ bestätigung als Stadtverordneter ab und entschied, daß der Sanitätsrat Dr. Müller (Zcutr.), der nach ihm die meisten Stimmen erhielt, als Stadtverordneter an dessen Stelle zu treten hat. — -Der städtische. Finanzausschuß t)<>. den Voranschlag für die elektrische Str aßen b ahn mit 719 760 Mk. in Einnahme und Ausgabe für das erste Beiriebsjahr festgest?ll!. Oiu Ucberschuß zu gunstep der Sm.dtkasse ist noch nicht vorgcjehen. — Die städtische Eingemeindungskommission nahm den Vertrag betreffeub die Eingemeindung lo 0n Ginsheim- Eharleroi, 1. März. Eine Dynamitbombe wurde heute in dem Hofe des von dem Vcrwalruttgsrate des Kohlenbergwerks bewohnten Schlosses in Gill y. geworfen. Der Ma!ericlschaden ist beträchtlich. Ein anderer Dch n a m i t a n s ch l a g wurde in Eourcelles, gegen die Behausung eines nicht ausständigen Arbeiters verübt. Auch dort ist der Materi -lstbaden groß. Rom, 1. Märzu (Senat.) Beantwortung zweier Interpellationen betr. die Obstrnrtion des Eisenbahn p e r s 0 n a ls erklärt der I knister der ösfentlichen Arbeiten, um nur einen Teil der F0 r d er un geu dieses Personals zu befriedigen, lniüßte man 100 Die katholischen Stndentenvkrbindunqen spielen jetzt in der klerikalen Presse, namentlich in Bayern, eine große Rolle. Tagtäglich erscheinen Verhimmelnngs- artikel. Den Vogel schießt dabei das „Bayr. Vaterland" ab, das in Ausdrücken über die „Feinde" der katholischen Studenten, wie „heulende Derwische." „Reichsphrasendrusch", „verkübelte Weisheit", „Lackelakademiker", „Reichsraufch", „mit Feuerwasser gewässerter Apachenstamm", rhetorischer Bandwurm" u. s. w., seiner Bewunderung für die katholischen Verbindungen Ausdruck verleiht, und von ihnen aus Anlaß der auch von uns erwähnten Münchener Akademiker-Versammlung erklärt: „Hut ab vor den tapferen Herren aus den katholischen Stubentenfreifen, die in dieser Gesellschaft das Wort zur Bertei- dehnte sich über die ganze Front aus in einer Länge von 120 Werst. Eine im Osten stehende Abteilung bei Kudiasa wars die Japaner zurück. Die Javaner wurden aus dem Tunsiliailin-Patz-in der Gegend des Gutulin-Pusses zu- rückgeworfen, wo sich ein Jnfauteriekamps entspann. Die Gegend beim Putilofs-Hügel wird mit elszölligen 6)e- schützen beschossen. Die russischen Batterien erwiderten das Feuer. An der Sch ah obrücke ist ein erbitterter, Kampf im Gange. Der in der Nähe befindliche kleine Wald ging in die Hände der Japaner über, die ihn end- ailtig besetzten. Es geht das Gerücht, daß eine auf dem äußersten Flügel der rechten russischen Flanke auf dem Marsche auf den Liaosluß befindliche japanische Division in Kalama angekomnien sei. Die Verluste sind nicht bedeutend, weil die Angriffe von wenig zahlreichen Truppen ausgesührt wurden. Tokio, 1. März. Nach einem Telegramm aus dem Hauptquartier der japanischen Armee vom Schaho von gestern haben die russischen Batterien bei Tung^oshen und auf der nördlichen Höhe bei Tengehuatan um? 4 Übri morgens mit Schießen an gefangen. Die Japaner antworteten nicht. Montag nacht konzentrierten die Russen das Feuer ihrer Felda-'schütze bei Syupangtai und das der schweren 0-eschütze bei Wenchengpao aus die japanischeu Vorpostenstcllungcn in der Nähe Der Eisenbahnbrücke. Um; 1 Uhr morgens gingen In der Antwort auf die Begrüßungsansprache, die Oberbürgermeister Dr. Beck an ihn richtete, sagte der König: Es freut mich qam besonders, an bieder Stelle missprecheu Ut können, daß ich gefunden habe, das; in unserer e Tat für unser gewerbliches Leben, welche steh gleich zii Aiifang meiner Regierung ereignete, ein günstiges Prognostikon für meine nebst Gemahlin ist am Mittwoch in Petersburg ein- getroffen. Er wurde am Bahnhof vom Kriegsminister und dem Chef des Generalstabes empfangen. Der Gemahlin des Generals wurden von den Damen des Port Arthur-Komitees Blumen überreicht. Stössel begab sich unter Hurrarufen in das Fürstenzimmer, wo General Bogdanowitsch eine Ansprache au Stössel hielt, in der er darauf hinwies, daß der General ein durch den Mißerfolg im Kriege wie durch innere Wirren bedrücktes Rußland wicderfiude. Stössel gab in seiner Erwiderung der Uebcrzbr"m Erfchemm durch die B:r. ner Po^zei von S ra^cnv. ckauf ausgesdstossm. Auf die hiergegen eingelegte Beschwerde beim Öbe.Präsidenten üjt jetzt sclgcuber Bescheid einge- Pdlitifdjc Tagesschau, griffe auf Es ist jetzt im Reichstag Gclcgcnlieit, zu beobachten, wie wenig Sympathie en tnt Grunde Graf P o s a- dowstu bei den Konservativen und Agrariern besitzt Als ber Staatssekretär mehrmals m ben Hanbels- vertragsbebatteu ber Landwirtschaft sich aimahm und wohl das Besir und Durchdachteste über ihre Wunsche und Klagen sagte, da freilid) leuchteten rechts dre Mienen aller, und begeisterter Beifall dankte den Ausfuhrungem Mau konnte in den Waubclgäugen die Bemerkung hören, sttr diese glänzende Leistung sei dem Grafen vieles verziehen. Aehn- lid) lobte die „Krettzztg." den Staatssekretär, an dem sie sonst tadelt, daß er im sozialpolitischen Eifer der äußersten Linken zu weit entgegenkomme. Nun aber hat cs Graf Posadon^sky mit der Rechten wieder verdorben, weil ec sich mit größter Bestimmtheit gegen die allgemeine Em- ührun« ves Befähigungsnachweises iw Handwerk erklärt. Konservative und au.stjemitijche Redner die letzteren mit der gewohnten Derbheit, fassen diese Ablehnung wie eine Kriegserklärung auf und benutzeu den Anlaß, die ganze Art der Sozialreform, wie sie Graf Posadow^ki) vertritt, als „übertrieben" zu charakterisieren. Mit weniger Berechtigung ist ein Angriff gemacht worben. Tenn es hanbelt sich speziell bei der Stellungnahme gegenüber dem Handwerker-Befähigungsnachweis nicht um die persönliche Auffassung des Staatssekretärs, sondern um eine ein- rnütiae Beschlußfassung ber verbündeten Regierungen. Noch mehr, Graf Posabowsky konnte baranf Hinweisen, baß die meisten Hanbwerkerkammern, die südbeut- scheu Kammern ohne Ausnahme, birekt eine Schäbignng von ber Einführung bes Befähigungsnachweises befürchten. An bieseu Gutachten ist boch Graf Posabowsky un- schulbig. Ueberbies kann auch nicht etwa ber Vorwurf erhoben werben, die Eröfstiung sei überraschenb erfolgt. Wiederholt stellten unzweifelhaft offiziöse Auslassungen — in ben „Berl. Polit. Nachr.", in ber „Norbb. Allg. Ztg." uftv. — fest, baß ber allgemeine Befähigungsnachweis für die Regierung erledigt ist. Der Liberalismus konnte mit den Wegen nicht einverstanden fein, die GVrnf Posadowskv in der Handelspolitik eingeschlagen hat. Aber die Gerechtigkeit hat man ihm auf feiten der Linken widerfahren lassen, daß man seine Sachkenntnis und seine Hingebung rücklialt- los anerkannte. Der Ton selbstgefälliger, spöttischer Ueber- legenheit rmd Belehrung, wie er zurzeit im Reichstag von etlichen Rednern der Rechten angeschlagen wird, erscheint so unangebracht wie mögliche, und erklärt sich allenfalls aus dem Verdruß über fehlgeschlagene Erwartungen. Gustavs bürg an. Frankfurt, 1. März. Vorgestern nacht stürzte unterhalb der Untermainbrucke der SchisfSheize.r Heinrich Kupfer in den Main und ertrank. Er hatte, nut zwei Kollegen in ber Wirtschaft von Engler am ^stmkai. gezecht. Kupfer war ein 32 Jahre alter lediger Nceusd)-. — An der alten Mainbrücke sprang gestern inorgen eine ältere JKau in bett Maiii und ertrank. Die Leiche ist noch nicyt jarelünbet. — Der Teilhaber der Baumwollwarenfirma Eckstein und Joseph, Hermann Eckstein, Por- zellanhofstraßc 10, ist in Untersuchungshaft genommen worben. Er soll einen Wechsel über 700 Mk. gefälscht haben. Er behauptet, er sei berechtigt gewesen, bic frembe Unterschrift nurer Den Wechsel zu setzen. (K. Pr.) ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a eh b a r st a a t e n In H a n a u erhöhten b;e S*adwerordn''ten bic Gchaltsbezüc.e des Oberbürgermeisters Gebeschus von 12000 auf-1-1 000 Mark, ber darauf hin seine Bewerbung um den Altoiia<'r Bosten znrückzog. Der Fall des Landgerrchtsdirektors Hasse vor Gericht. S. u. H. B e r l i n, 1. März. Vor der dritten Strafkammer des hiesigen Land- Millionen verausgaben. (Bewegung.) D-ie Regierung zur Verzweifluug getriebeu zu haben, faßen habe die Forderungen geprüft und einen Gesetzentwurf Bruno Lächel aus Hamburg, der H-anolungsgehilfe Willy ö* uf «:..N die Und s^nt in i§ » Nier» iÄent r'ut->e*t -i'dev?2">s "t <» to*I< (b,. tl1 »"d ih^ .^°Drsten cn 1«, ent. * «oll». Delegier. ' v°r der gerungen ;V-.^nuar Mer zu GHoeren .^om- . .^onuniffiong- neruber sollen Uuantast. 011 Garantiert uomnieuen den. Tie Ai- -r^ommission . "crbcrangeni w die Zchid- März W, oa haben bem cnnmcbnille bc§ tc' verliehen, 'mim hat ein Willy Hahn, in, die Prüfung ib des § 89 6« nun 8^ OM :orm mi: ’OO -1 -,slA hin, ■ M dtthea/ttS. kGhri^ ediion den Ley über hl cto iit zur sich überall al§ üiirte Sanier er* ?/nwrberunacn innerer Online oerben innffen. zfättigen Äor- daN« ”*t 0tk . ■i’, ,«£*?, - uii!» acnöH1* 700 ’J^-C rtcinb« ?*"' (t. $r\ KrK Hl KW M., c von 2300< ,ch richt tir flf' $cqeljett -etl v/n‘cä' nicht '/erausde^ # i>e!cb1 8' i» Tjctben muptr. D^anben. . . «Lr le/ Ü^jverock ° Ler MW r.aettrii*; •' /' unb * ■ -'STstt« , •# Ö f. O'- Hier MeiA ■ .nett ein* tf«Äid)e Jj* Familien-Nachrichtcn. i ® e ft o r b e n: Herr Hugo Cantor in Mainz. — Herr Julius! Kellner in Wetzlar. Gießener Landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in .Hessen für Freitag den 3. März 1905: Meist trüb, starkwindig, kälter und Frost; Schnee- fälle, besonders im Süden und Osten Heftens. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Zum Kommandierenden rtdwS3’ Myrrholinglycerin- Telephonischer Kursbericht. 2. te 41/. % äussere Argentiner Tendenz : fest. D7ä Malachow, der bisherige Gehilfe des Kommandierenden, ernannt. ___________ Aufsehen hervor. Petersburg, 2. März. Gorki begab sich der Festungshast die Schauspielerin Generalgouverneur 37e% 3V- 31128 3°ZimmerwohnilNg zu vermiet. 01219s Schiffenbergerweg 39. Schöne 3-Zimmeriv. zu verm. Näh. Löbers Hof 3, III. [01232 01225] 3-Zimmerw. p. 1. April zu Perm. Müller, Wolkengasse 23. Schöne 3-Zimmer-Wohuu»lg zu vermieten. 961 Bleichstraße 31II. Stube mit Küche zu vermieten. 01216 Gründergerstraße 29, II. 1045] Etn leeres Zimmer per sofort ztl verm. Kirchstraße 2. I^öbl.ZiniTn er j 01222] Ein schön mobl. Zimnr. zu vermieten. Wallthorstr. 16, II. oml] 2 möbl. Zimmer sofort zu vermiet. Bahnhofstraße 12. Alöbliertes Zimmer zu uernüet. 01233_______Marktplatz 18, II. Möbl. 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