Nr. «8 ernennt tegtie außer SomUagS. ®em ® ie&ener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Sietzener Kamilien» llttttcr viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck n. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Stein- druckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchnlstratze 7. Rdresie für Devescheir: Anzeiger «tetze«. Frrnsprechanschluß Nr. 51. Grftes Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag 2. Februar 1905 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Gietzener Anzeiger ° General-Anzeiger & Ä M 4 •B k 1 I - RH ■w Ä vezugSpreigr monatlich7b Pf., vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mt. 2.—Vierteljahr!. ausfchl. Bestellg. Annahme von Luzei'eD ii die Tr 2Srn,rnmer 's vormittags J'll«. Zc 'ennrers: arrswärtS "0 -ä'z. Verantwortlich für den polit und (J ,2, u Teil: P. Wittko: für »Stadt und ßcmb* und -Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die -eutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Bekanntmachung. B etr.: Das Abhalten von landwirtschaftlichen Vorträgen. In nächster Zeit werden im hiesigen Kreise folgende Vorträge auf landwirtschaftlichem Gebiete abgehalten werden: 1. In Steinbach am 5. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Gasthaus zum grünen Baum. Gegenstand: Die Anwendung künstlicher Düngemittel. Referent: Herr Landwirtschaftslehrer Neichelt-Alsfeld. 2. In Klein-Linden am 5. Februar, nachmittags 3 Uhr, in der Wirtschaft „Zur Burg". Gegenstand: Das Zuchtziel bei den Bestrebungen zur Hebung der Vogelsberger Rindviehzucht. Referent: Herr Landwirtschaftslehrer Schwarz-Alsfeld. 3. In Staufenberg am 12. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Burgsaale. Gegenstand: Welche Mittel stehen dem Lanwirt zur Ertragssteigerung der Grundstücke zur Verfügung? Referent: Herr Landwirtschaftslehrer Neichelt-Alsfeld. 4. In Reinhardshain am 12. Februar, nachmittags 3 Uhr, bei Gastwirt Weißensee. Gegenstand: Die Grundlagen einer gedeihlichen Viehzucht. Referent: Herr Landwirtschaftslehrer Schwarz-Alsfeld. ö. In Weitershain am 19. Februar, nachmittags 3 Uhr, bei Heinrich Theiß V. Gegenstand: Züchtungsgrundsätze. Referent: Herr Landwirtschastslehrer Schwarz-Alsfeld. 6. In Beltershain am 19. Februar, nachmittags 3 Uhr, in der Wirtschaft von Max Becker. Gegenstand: Der Einfluß des Saatgutes und der Sorten auf die Steigerung der Erträge. Referent: Herr Landwirtschaftslehrer Neichelt-Alsfeld. Gelegentlich der Versammlungen in Steinbach, Staufenberg und Beltershain wird eine Kollektion der besten Samengetreidesorten ausgestellt werden, wobei Anmeldungen zum Bezug der ausgestellten Sorten durch Vermittelung des Hessischen Landwirtschaftsrates entgegengenommen werden. Gießen, den 30. Januar 1905. Der Vorstand des landw. Bezirksvereins Gießen. I. V: Hechler Die Kochzntsfelüaqe in Darmstadt, n. R. B. Darmstadt, 1. F-br._ Ter heutige Vorabend der Vermählungsfeier des Groß- herzogs ließ sich nach dem I)eiteren Himmel des gestrigen Abends leider wieder recht trüb und düster an. Durch den Wald von Fahnen und Guirlcmden wehte ein unangenehmer Sturmwind und bleiern und regnerisch blieb auch die Phh- siognomie während des ganzen Tages. Daher kam es, daß trotz des starken Fremdenbesuchs aus dem Odenwald, der Bergstraße und besonders aus Oberhessen die Straßen am Vormittag nicht stärker belebt waren. Auch im alten Palais, wo die Prinzessin-Braut und ihre Licher Anverwandten Wohnung genommen haben, herrschte in den Morgenstunden nach den Strapazen des gestrigen Tages, von denen besonders die fast zweistündige Rundfahrt durch die Stadt während der Illumination das fürstliche Paar ermüdet haben soll, allgemeine Ruhe. Spater erschienen der Großherzog, Prinz Heinrich von Preußen, der um halb 8 Uhr vom Prinzen Ludwig von Battenberg am Bahnhos abgeholt worden war, sowie die übrigen Fürstlichkeiten zum Frühstück im alten Palais. Dort stellte sich in den Anlagen auch um 12 Uhr die Kapelle des 23. Leibdragoner- Regiments zur Abhaltung von Festmusik zu Ehren der Prinzessin-Braut ein und lockte schnell viele Hunderte von Zuhörern herbei. Im Laufe des Vormittags waren auch fast sämtliche beim hiesigen Hvfe beglaubigte Gesandte der anderen Staaten eingetroffen, so der österreichische Gesandte in Stuttgart, Frhr. v. Pereira, der belgische Gesandte in Berlin, Baron v. Gründl, der württembergische Gesandte in München, Frhr. v. Soden, der sächsische Gesandte in München, Frhr. v. Friesen, sowie der hessische Gesandte in Berlin, Wirkt. Geheimrat Dr. v. Reidhardt. Der Großherzog empfing die Herren am Nachmittag in besonderer Audienz. Zur morgigen Festtafel sind auch Geheim rat Vossius aus Gießen, sowie Bürgermeister Heller, ein Beigeordneter und Forstrat Diefenbach aus Lich geladen. In den Prunkräumen des R e s i d e u z s ch l o s s e s fand abends 9 Uhr eine Festgesellschaft, ein sogenannter Rout statt, zu welchem sämtliche hier weilenden Fürstlichkeiten, die Gesandten der befieundLten Höfe, die Minister, die Generalität und die Hofchargen, sowie die ersten Adels- samilien des Landes Einladungen erhalten harten; es iwaren zirka 250 Personen versammelt. — Bald nach 9 Uhr betraten in geschlossenem Zuge die Mitglieder der 29 hiesigen Gesangvereine, etwa 500 Köpfe stark, den mittleren Schloßhof, um dem fürstlichen Paar eine Hul- digungs-Serenaide darzubrrngen. Nachdem die große Sängerschar längs des mittleren Flügels des Schlosses Aufstellung genommen hatte, ertönte unter der Leitung, des Dirigenten der Humcmitas, Müll Fuhr, m mächtigen Akkorden Beethovens „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" durch die Nacht. Bald darauf erschien der Groß- herzoa mit der Prinzcssm-Braut, deren Schwestern mtfr Zahlreiche Festteilnehmer an den teMoers geöffneten Fenstern, um den erhebenden Klängen zu lauschen. Zum Vortrag kam noch das bekannte stimmungsvolle Lied von Musikdirektor Ackermann: „Es steht ein Baum im Oden- I Wald", dann ein Volkslied aus dem 18. Jahrhundert: „Das stille Tal" und zum Schluß: „RosenLeit" von Ludwig Liebe. Ms das Lied verhallt war, nahm der Ausschußvorsitzende, Herr Schramm das Wort, um namens der vereinigten Sänger Darmstadts dem Fürstenpaare zur morgigen Vermählung die herzlichsten Glück- und Segenswünsche ans- zusprechen, welche die Sänger mit einem dreimaligen begeisterten Hoch auf den Großherzog und die Prinzessin- Braut bekräftigten. Der Großherzog mit der Prinzessin zur Rechten hatte inzwischen das Fenster ganz geöffnet und erwiderte nach wiederholter dankender Verbeugung, die Sänger hätten ihnen heute abend eine große Freude bereitet. Er danke ihnen allen sowohl für die Serenade und die schönen Lieder, wie auch, besonders für die Empfindung, mit der diese zum Vortrag kamen. Mit dem dreimaligen musikalischen Hoch der Sängerschaft fand dann die schöne Sangeshuldigung ihren Abschluß. * R. B. Darmstadt, 2. Febr. (Eigener Drahtbericht.) Se. K. Hoheit der Großherzog hat mittels Entschließung vom 31. Jan. die Schlüsseldame Frei in von Senarelens-Graney zur Oberhofmeisterin I. K. Hoheit der Großherzogin Eleonore ernannt. Der Hofprediger Ludwig Ehrhardt wurde zum Oberhofprediger ernannt, der Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmusik Emil Werner erhielt das Ehrenkreuz, der Leibarzt Dr. Friedrich Happel das Ritter- kreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philivvs des Großmütigen. sd. Darmstadt, 1. Febr. Prof. Roll hier hat I. Durchl. der Prinzessin-Braut einen Hochzeits- Marsch, den .Eleonoren-Marsch", gewidmet, welcher den großen Beifall des Großherzogs fand, so daß er ihn dem Musikdirektor Hilge zum Instrumentieren übergab. Der Marsch wird morgen zum ersten Male zu Beginn der Hochzeitstafel von der Kapelle Hilge, welche die Tafelmusik stellt, zum Vortrag kommen. Die von Hilge geschriebene Partitur ist bei Schott Söhne in Mainz verlegt. Das Titelblatt zu der Prachtausgabe tst von dem Mitglied der Künstlerkolonie, Prof Cissarz, gezeichnet. )(AusdemVogelsberg,l. Febr. Tie Kriegervereine veranstalteten dieser Tage Sammlungen von Beiträgen durch Sammellisten. Tic Summe dieser Beiträge soll zur Gründung einer Stiftung dienen, deren Einkünfte zu Gunsten solcher bedürftiger jüngerer Kameraden verwandt werden, welche sich einen eigenen Hausstand gründen wollen. Insbesondere sollen die Angehörigen aus dem Arbeiterstand, der Landwirtschaft und Industrie berücksichtigt werden. Die Stiftung soll die Hoch- zeitsgabe der „Hassiä" m ihren Protektor, S. K. H. den Großherzog Ernst Ludwig sein. Die Sammellisten werden gebunden Sr. Kal. Hobbit überreick^_________________ Graf Wnlorv über die Kandeksv-rl äqe. Wenn es noch eines Beweises fiAi-rhe, haß d'e neuen H-ni- delsverttäge auf den besonderen Swutz der Landwirtschaft hinauslaufen, so war er gegeben in der langen Rede, mit der Graf Bülow gestern die Ueberreichung der Verträge an den Reichstag begleitete. Wie ein roter Faden zog sich durch die Rede der Hinweis, daß die Regierung bei den Vertragsverhand- lungen sich von dem Bestreben habe leiten lassen, der Landwirtschaft zu dem Recht zu verhelfen, das,ihr bfi den bisherigen Handelsverträgen verkürzt worden sei. Graf Bülow sprach meist zur Rechten hin, die agrarischen Pointen seines Vortrags durch Handbewegimgen unterstreichend. Aber der Beifall von dort kam weniger häufig und weniger kräftig, als der Kanzler erwartet haben mochte. Von der linken Seite des Hauses blieb der Beifall aus. Das kennzeichnet besser als alles andere die Richtigkeit der Behauptung, daß das H a n d e l s v e r t r ag s- werk weder die Rechte noch die Linke befriedige. Graf Bülow verschließt sich dieser Erkenntnis nickt ganz, worauf eine resignierte Bemerkung am Schluß seiner Rede hindeutet. Wer er ist gleichwohl der Zuversicht, daß der Reichstag die dem Zolltarif enisprvstenen Verträge ebenso akzeptieren werde, wie seinerzeit diesen Tarif selbst. Im Tone des Bedcmerns, wie eine Bitte um Entschuldigung, war die Bemerkung gehalten, daß die Regierung auch aus dem Gebiete der Agrarzölle sich zu K o n z e s s i o n e ir habe verstehen müssen, bei Futter- g erste inth Holz. Dann wurde aber in hohen Tönen das Lob ter Seuchenkonvention gesungen, von deren Handhabung durck „seinen lieben Freund", dm preußischen Landwirt- schastsminister. Graf Bülow sich den größten Nutzen verspricht. Dem gichtgeplagten und deshalb auf einen Stock sich stütze^dm Herrn v. Podbielski lachte bei diesem Worte das Herz im Leibe, und die konservativen Schutzbefohlenett im Parguet lachten mit. In der Rede des Kanzlers fehlte es nicht an historischen Exkursionen. Auf einer solchen gelangte Graf Bülow zum Meinunas- austausch zwischen dem Fürsten Bismarck und dem dantaligen Gescnckten v. Barnbüler über den alten Zolltarif, eine Reminis- z^nz die ersichtlich den jetzigen Vertreter Württembergs, H^rn v' Barnbüler, interessierte, dessen hohe Gestalt aus der dickt-n Schar der Bundesratsbevollmächtigten hervorragte. Die agrarische Richtlinie, in der sich die Kanzlerrede bewegte, ftlhrte am Ende zur Frage der N i ch t kün di g u n g der Handelsverträge, die in der Landbündlerpresse ganze Wolken Staubes aufgewirbelt hat. Bom Standpunkt des Entgegenkommens gegen die Agrarier war es nur konsequent, daß Graf Bülow hier eine milde Belehrung cinfließen ließ, ans welchen Gründen die Regiemmg eine Kündigung für nicht angezeigt erachtete. Hatte derart Graf Bülow für die Vertreter der Lmrdwirtschaft ganze Scheffel an Wohlwollen übrig, so vergaß er nicht, einige Löffel davon ftir Industrie und Raubet zu reservieren. „ES tst uns «mch g e t u tt fi e n , die Interessen dieser Erwerbszwezgc entsPr e chend ivahr zu n ehmen." Lnergegen pr ot c sti ertc die Linke durch ironische Zürnst. Tod) Graf Bülow hat eilte sv hohe Meinung von der Elastizität der deutschen Industrie, daß es ihm als gewiß gilt, die Jndust.rielleir würden sich unschwer in die neuen Verhältuisst schicken. Und vom Handel scheint der Kanzler das als selbftverstündlid> anzunehmen. Bewegung auf allen Seiten rief die Bemerkung hervor, Die Verträge könnten vom Reichstag nur im Ganzen angenommen oder verworfen werden. Eine offiziöse Auslassung lMte allerdings kürzlich darauf hingewiesen — insofern bedeutete die Aeußerung keine Ueberraschnng. Trotzdem wirkte sie durch di- Bestimmtheit des Tones, mit der sie abgegeben wurde. Zum Staunen manches Tribünengastes, der nach der Rede des Reichskanzlers gleich eine ansck^'eßende Erörterung aus dem Hause erwartete, wendete sick die Beratung wieder dem Thema „Südwestafrik^ zu. .Im Parquet und auf den Tribünen erfolgte ein rascher Aufbruch. * Wie zur Illustrierung der Tarlegung des Grasen Bülow erscheinen in den Berliner Abendblättern weitere Urteile aus Jndustriekreisen über den Wert der Verträge. Als Hauptleidtragende meldet sich die Konfektion. Tie Verschlechterung des Absatzes nack dem Auslande werde zunehmen.. Infolgedessen müßten die niedrigen Löhne, die gerade hn der Konfektion feit langem zu Klagen Anlaß geben, beibehal- ten werden. Der Handelsvertragsverein nennt kurz und bündig eine „weitgehende Verschlechterun g der Absatz-Bedingungen ftir die Industrie das Charakteristikum der neuen Vertrage". Selbst die „Kreuzztg.", die nunmehr mit einer Kritik der Verträge begnmt und vorweg aussetzt, daß „ein ansehnlicher Teil berechtigter landwirtschaftlicher Wünsche nicht ode r nicht voll befriedigt worden ift", selbst die „Kreuzztg." gibt zu, daß speziett im deutsch-ruffischeni Vertrag die Eisenindustrie und diechemischeJndustrie am schlechtesten weggekommen zu sein scheinen. Richt besser steht es beiläufig um den Vertrag mit Oesterreich- Ungarn imt) mit Rumä nien in dieser Hinsicht. Nur kommen hier noch die elektrotechnische, die Papier-, die L e d e r-, die Textil-Jn du strie als „Ctfcr" hinzu. Jetzt, nach der Ausaabe des vollständigen Testes der Verträge, wird der Chor der Enttäuschte nrasch sich verstärken. Doch, daß wir's nicht vergessen: Auch der K o n s u m e n t e n hat der Reichskanzler ged-ackt. Es sei auf sie die gebotene Rücksicht genommen worden, darüber dürfte das Publikum eine andere Auffassung hegen. In der Generaldebatte über die Handelsverträge wird auch biefe Meinunast"nscki«>d''nl>'rt *”m Wrshrnfl fomm-n. Die Erregung in Kuhland. Eine Arbeiterdeputation beim Zaren. Kaiser Nikolaus empfing am Mittwoch nachmittag eine aus 34 Mitgliedern bestehende Abordnung der Arbeiter der Fabriken von Petersburg. Dieselbe war geleitet von dem Petersburger Generalgouverneur Trepow. Die Arbeiter kamen auf der kaiserlichen Bahn in Zarskoje Sselo an. Am kaiserlichen Pavillon wurden sie von Wagen erwartet, die sie nach dem Alexander-Palais brachten, wo Die Arbeiter in einem der Säle des Palais eingelassen wurden. Um 3 Uhr nachmittags erschien der Kaiser, begleitet von dem Großfürsten Georg Michaelowitsch, dem Hofminister und dem Palastkommandanten. Die Arbeiter verneigten sich vor dem Kaiser, welcher sie ansprach: „GutenTag, meine Kinder!^ Die Arbeiter riefen: „Wir wünschen Eurer Majestät gute Gesundheit!" Darauf richtete der Kaiser folgende Ansprache an die Arbeiter: „Ich hiüe Euch berufen, damit Ihr meine Worte von mir selbst vernehmen und sie Euren Genossen Mitteilen tonnt Die beklagenswerten Ereignisse mit den traurigen aber unvermeidlichen Folgen der Unruhen sind eingetreten, weil Ihr Euch von Verrätern und Feinden unseres Vaterlandes habt verführen und täuschen lassen. Als sie Euck Qinrorb^rten. eine Bittschrift über Eure Bedürfnisse an mich zu richten, haben sie Euch zur Revolte gegen mich und meine; Regierung aufgewiegelt, indem sie Euch zwangen. Eure ehrliche Arbeit in einem Zeitraum zu verlassen, in dem alle wahren Russen unaufhörlich arbeiten müssen, um unseren hart- nädiqen Feind zu besiegen. Ausstände imd aufwieglerische .Kgmdg*»bungen führen die Menge stets zu Ruhestörungen, die die Behörden immer gezwungen haben, und auch in Znkunfr zwingen werden, das Militär zu verwenden, was unschuldige Opfer zum Ergebnis hat. Ich weiß,, das Los der Arbeiter ist nicht leicht. Es müssen viele Tinge organisiert un d verbessert werden. 9Iber habt Go-, duld! Ihr begreift jetzt, daß es notwendig ist, gerecht gegen die Arbeitgeber zu sein und die Verhältnisse unserer Industrie zu berücksichtigen. Aber mir Eure Bedürfnisse in Gestalt einer aufwieglerischen Menge ausei n ander zusetzen, ist ein Verbrechen. In mehrer Sorge für die Arbeiter werde ich Maßregeln ergreifen; um alles Mögliche z u tun, um bereit Sage zu verbessern- und ihnen gesetzliche Wege zur Prüfung ihrer Forderungen zu sichern. Ick glaube an die ehrliche Gesinnung der: Arbeiter und ihre Ergebenheit für mich, und verzeihe ihre ^revel- tat. Kehrt an Eure' Arbeit zurück und erfüllt Eure Aufgabe, mit Euren Genossen i Gott helfe Euch!" Dann bemerkte der Kaiser, sie müßten die Ansprache ihren Kameraden mrtteilen, und versprach, daß ihnen später seine Worte gedruckt übergeben werden würden. Als die Arbeiter das Palais verlassen hatten, begaben sie sich in die Kirche, wo sie Gebete verrichteten, die Heiligenbilder küßten und geweihte Kerzen niederlegten; hierauf wurden sie in ein Haus geführt, das ftüher das Lyeeum war, wo ihnen ein Frühstück gereicht wurde. Ein Arbeiter trank unter dem Hurra seiner Kameraden auf das Wohl des Kaisers. Um 41/, Uhr wurden die Arbeiter im Wagen zu dem kaiserlichen Pavillon gefahren und begaben sich dann nach Petersburg zurück. Die Arbeiterdeputation bestand aus Arbeitern von 32 der größten Etablissements, darunter der baltischen Werft, der franko-rusflschen Werst, der Putilowwerken und der Gummi- manusaktur. Behufs einheitlicher Gestattung der Maßnahmen -ue Sicherung der staatlichen und sozialen Ordnung hat der Kaiser befohlen, daß für die Zeit, in der die Funktionen des Generalgouverneurs von Petersburg zur Ausübung kommen, dem Generalgouverneur die Polizei und alle Institutionen sämtlicher Departements des Ministermms und des kaiserlichen Hofes in Zarskoje L>selo, Peter Hof, Gatschina und Pawlowsk unterstellt werden. Der Kaiser, die Kaiserin und die Kaiserin-Mutter an la gen der Gelsenkirchener Bergwerksaktiengesellschaft das Wagennullen nicht geübt. Die meisten Betriebssichrer und Tirektoren halten aber an dem Wagennullen fest. In 18 Bergwerksrevieren des Oberbergamtsbeziirks Dortmund fuhren von der Gesamtbelegschaft von 245 957 Mann der streitenden Zechen unter und über Tage 52 089 freigelassen worden. Berlin, 1. Febr. Der Verein „Berliner Presse" nahm in einer außerordentlichen Versammlung den Antrag an: Der Verein drückt angesichts der Verhaftung ein. Mithin fehlten 193 868 gegen 194 045 Mann in der Schicht am 31. Jan. Das ist eine Abnahme der Ausständigen um 177. Die. Zeche Krone im Härder Revier konnte wegen Kohlenmangels die Wasserhaltungsmaschine nicht im Betrieb halien. Jnjolgedesien ist die 6. Sohle ersoffen. Wasser- den tun a sein. Lissabon, 1. Febr. Tie Schriftsteller, Künstler und Studenten bereiten eine Sympathiekundgebung für Gorki Heer und Älotte. Budapest, 2. Febr. Nach einer Meldung aus Kaschau ernannte der König den Prinzen Eitel Friedrich, bisher Oberleutnant im 34. Infanterieregiment, zum Hauptmann des Regiments, dessen Offiziere dein Prinzen anläßlich dieser Ernennung ein Glückwunschtelegramm sandten. Kirche und Schule. Osnabrück, I.Febr. Das Kommando des 7. Armee- korps leitete eine Untersuchung ein gegen den evangelischen Divisionspfarrer Bachstein aus Minden, einen früheren katholischen Geistlichen, wegen eines hier in Osnabrück gehaltenen antiultramontanen Vortrags. Außerdem soll von privater Seite Anklage gegen Bachstein wegen Beschimpfung der katholischen Kirche erhoben werden. ökonomische Ursache in die gegenwärtige Bewe-st gung hineingezogen worden sind. Dann wurde einstimmig festgestellt, daß eine gegenseitige Erbitterung nicht vorhanden sei und es wurde beschlossen, den Arbeitern in folgenden Punkten entgegenzukommen: Strafbestimmungen über die versäumte Arbeit gegebenenfalls! nicht anzuwenden, keine Maßnahmen zu treffen, dieI Anstifter und Führer des Ausstandes ausfindig zu machen, ebenso keine besonderen Maßregeln! gegen dieselben anzuwenden, sowie Mittel zu sammeln zur Unterstützung der am 22. Januar geschädigten Arbe'terfamilien und hinsichtlich dieser Maßnahmen keinen I Unte.-schied zu machen zwischen den Arbeitern, welche aus I freie ft Stücken in den Ausstand getreten sind und denjenigen, I die hiezu gezwungen wurden. 4. Die Versammlung beschloß, um keine Präzedenzfälle zu schassen, den Arbeitern für die! Zeit des Ausstandes keine Löhne zu zahlen, jedoch den Hilfsbedürftigen eine nicht zurückerstattende Unterstützung zu gewähren. Die Demission des Fürsten Mirski. Diesmal hat es seine Richtigkeit. Aus nicht anzufechtender | CueUe — der „Rufs. Telegraphenagentur" — kommt die Kunde, daß der Zar das mit „zerrütteter Gesundheit" motivierte Demissionsgesuch des rusiischen Minillers des Innern angenommen hat. Fürst Mirski zählte schon längst nicht mehr. Die Aera durchgreifender Refortnen, die er anbahnen zu wollen schien, ist nicht eingetreten. Schon im November, als er nicht durchsetzen konnte, daß der Semstwokongreß in Petersburg ofsiziell zusammentrat, offenbarte sich des Fürsten Ohnmacht gegenüber der reaktionären Partei in Hof- und Regierungskreisen. Und seitdem ist sein /Iber den letzten Arbeiterausstand abgegebenes Gutachten __ besagt: 1. Die allgemeinen Punkte der Forderungen der Maxim Gorris den dringenden Wunsch aus, daß Gorki Arbeiter betreffend den 8stündigen Arbeitstag, Teil-' ------ " ~ ’ *------ nähme der Arbeiter an der Festsetzung des Lohnbetrages und an der Regulierung der inneren Ordnung in gewerblichen Unternehmungen sowie Abschaffung der Strafen für das Fernbleiben von der Arbeit und für das Streiken unterliegen keiner Besprechung. Sie sollen aber dem Finanzminister vorgelegt werden zur möglichst baldigen Erledigung auf gesetzlichem Wege. 2. Was die Sonder- mrderungen betrifft, so wird für zweckmäßig befunden, Unter- L-ebung'en mit den Arbeitern vor der Wiederaufnahme 5er Arbeit zu beginnen. 3. In der Versammlung wurde unerkannt, daß die Arbeter durch äußere, nicht durch auch nur eine gewiss- persönliche Bedeutung, insofern sie zu beroerfen scheint, daß der Minister fein Pseudoliberaler war, wie aus seinem passiven Verhalten gegenüber den jüngsten Ereigniffen verschiedentlich gefolgert worden war. Die Obliegenheiten des Ministers des Innern übernahm der Gehilfe des Ministers, Durnowa. Es verlautet, daß das Portefeuille deS Ministers des Innern dem früheren Gehilfen des Moskauer Generalgouverneurs, Buligin, an- geboten worden sei, dieser habe jedoch die Annahme des Postens ab gelehnt. In Warschau kehrt nach ossizielleii Mitteilungen die Ordnung wieder. Durch einen Säbelhieb int Gesicht leicht verwundet wurde ein russischer Untertan, der als englischer Vize- kansnl hin giert und sich unter der Volksmenge ohne ein äußeres Mzeichen seiner Stellung befand. Der Ausstand der Arbeiter dauert fort. Die Läden und die Kontore sind nur zum Teile geöffnet. Zeitungen sind mit Ausnahme des „Warschawski Dnewik" und der Polizeizeitung nicht erschienen. — Nach Priv atmeldun gen soll der Warschauer Polizeichef Baron W o l ken -ernt o r b c t wor- > den sein. Die Regierung versuche die Tatsache zu vertuschen und die Ermordung als einen Unglücks fall hinzustellen. Eine Bestätig ung der Meldung von der Emtord- ung des Grafen Wolken ift bisher noch von keiner Seite eingetroffen. In Petersburg soll allerdings vom Tode des Grafen Wolken gesprochen werden, jedoch Heißt es dort, daß ein Unfall vorliegt. Die Lage im Lande. Odessa, 1. Febr. (W. 23.) Heute früh 10 Uhr wurde int Zentrum der Stadt in der Nähe des Polizeibureaus aus den Polizeichef Golowine ein Anschlag verübt. Als der Wagen Golowines auf dem Polizeiplatz an kam, feuerte eine unbekannte Person in Arbeitertracht auf den- Wagen eine Kugel ab und traf Golowine in das rechte Schulterblatt. Der Täter eilte davon, wurde jedoch verhaftet. Der Zustand des Polizeichefs ist nicht gefährlich; die Kugel ist noch nicht entfernt. Petersburg, 1. Febr. Ein Matrose, welcher während der Unruhen in Petersburg einen Offizier der ! Marine mit seinem Dolch erstach, wurde nach kurzer Verhandlung von einem rasch zusammenberufeneu Kriegsgericht zum Tode verurteilt und auf gehenkt. Seine nächsten Verwandten waren in den Petersburger Unruhen teils e r s ch offen, teils niedergeritten worden und der Matrose erstach den Offizier mit der Absicht, die ©einigen zu rächen. Ka'lisch, 1. Febr. Seit heute mittag ist in allen Fabriken die 2tobcit eingestellt. Djie Zeitungen erscheinen .nicht. Sam ar a, 1. F-ebr. (W. 23.) In sämtlichen Buchdrucke- reien herrscht der Ausstand. Jr ku rs k, 1. F-ebr. (W. 23.) Es wird beabsichtigt, die Lehranstalten, die Gerichtsbehörden, den Bürgerksub und' den Kommisklub zu schließen. Mau erwartet die Ver- I hängmrg des Belegerungszustandes. Gorki. Petersburg, 1. Febr. Die Freilassung Gorkis wird stündlich erwartet. Auf Befehl des 'stiren ist bereits eine I Anzahl in beit letzten Tagen verhafteter Arbeiterführer Aie Kergarbeiterbcwegrmg. Seilfahrt und W a g e n n u l t e n sind in den letzten Wochen in weiten Kreisen bekannte Ausdrücke geworden; es mag darum geftattet fein, kurz ihre Bedeutung darzulegen. Die Aufzuge in den Häusern sind allgemein bekannt, in ähnlicher Weise geschieht auch die Beförderung der Bergleute und der Lasten in die Grube und aus ihr heraus, nur daß das Gehäuse, in dem die Bergleute heraus und herunter gezogen werden, au einem sehr starken Seile hängt, das über eine haspel läuft. Es ist klar, daß das Hinablassen und Heraufziehen immer nur kurze Zeit dauert: da aber jedesmal nur eine bestimmte, von der Polizeibehörde festgesetzte Zahl an der Seilfahrt teilnehmen darf, so dauert die gesamte Ein- und Ausfahrt doch je nach der auf den betreffenden Schacht angewiesenen Belegschaft eine längere Zeit. Wird die Belegschaft, die durch, den Schacht ein- und aussahren muß, vermehrt, so gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder die Zahl derjenigen, die die Seilfahrt jedesmal benutzen dürfen, zu erhöhen, das hat natürlich sehr schnell an sicherheitspolizeilichen Gründen seine Grenze, oder aber die Zeit der Seilfahrt zu verlängern. Hier besteht nun eine alte Differenz zwischen dem bergbaulichen Verein und den ihm angeschlossen', u Zechen einerseits und andererseits den Bergarbeitern. Das Wagennullen ist int Ruhrrevier nicht allgemein üblich, eine Anzahl von Zechen haben es schon jetzt abgeschafft und wenden statt dessen Geldstrafen an; selbst .. . . innerhalb der Zechen derselben Gesellschaft besteht keine Einfluß immer geringer geworden, wogegen auch nicht der Einheitlichkeit, so wird beispielsweise auf drei Schacht- Reformerlaß des Zaren vom 25. Dezember spricht, der ja die Hauptforderung der Reformer, die Einführung einer Verfassung, unberücksichtigt ließ. Das Petersburger Blutbad am 22. Januar mit der sich daran schlteßenden Verhängung der' Militärdiktatur stellte den Fürstin Mirski völlig kalt. Die neue alte Zeit wird charakterisiert durch Vorgänge wie die vemeldete Verhaftung des Fürsten Trubetzkoi, dieses, trotz der Zugehörigkeit zur höchsten Aristokratie, trotz ehrlichster Loyalität gegenüber dem Zarentum, unerschrockenen Anwalts der auf eine Gesundung Rußlands zielenden Bestrebungen. Die Demiffion des Fürsten Mirski überrascht also nicht; sie hat vor. Der Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratie stellte für die Opfer der rusiischen Straßenunruhen 10 OOP Mark zur Verfügung. der Weltliteratur zu weiterem Gül)affen erhalten bleibe. In der Protestversammlung zu Gunsten Gorkis am Sonntag werden Friedrich Nau mann, Baron v. Berger- Hamburg und Ludwig Fulda sprechen. Ferner erwartet man Reden von Professor Simmel und Ernst v. Wilden- bruch. Aus die Anfrage, bei welck>er russischen Behörde zurzeit ein Eintreten für Gorki auf Unterstützung rechnen dirrte, hat Minister v. Witte geantwortet, daß bie^Peti- tion an das Ministerium des Innern zu richten sei. Seine, Wittes, Befugnisse erlaubten ihm keine Einmischung, auch könnte sein eigener Einfluß nur von geringer B e- massen brachen ferner auf der 3. Sohle in Schacht 3 bet' Zeche Rheinpreußen durch und setzten die Sohle unten Wasser. ... ,T, Der Stahlwerksverband hat, wie die „F. Z. mitt eilt,, bis jetzt trotz der Kohlennot mit den ihm cmgeschlosseneni Werken seinen Verpflichtungen nachkommen können. Die Gefahr, daß eine Eiuschränküng eintreten müßte, sei durch die Ueberuahme der Betriebstätigkeit der Werke infolge Zufuhr fremder Kohle bis auf weiteres vermieden. Demgegenüber N>ird aber andererseits gemeldet, daß außer dem Phönix in Ruhrort und der Westfälischen Union in Hamw bereits in den nächsten Tagen weitere große rheinische westfälische Werke, sowie solche des Siegerlandes zunt Stillstand gekommen. Auch in der Bergischen Kleinindustrie liegen zahlreiche Werke still. Die Friedrich-Wilhelmhütte wird in der nächsten Woche den Betrieb eüistellen, da die Beschaffenheit und der Preis der ausländischen, Kohlen; eine weitere Aufrechterhaltung des Betriebes nicht zw- lassen. Oberpräsideut Nasse und Regierungspräsident Schrei- ber fuhren mit Regierungsräten nach Lorbeck und Essen zur Zechenbesichtigung. Darauf fand eine Konferenz statt. Eine Korrespondenz verbreitet die Nachricht, daß die preußische Regierung mit der Verstaatlichung be§| gesamten Kohlenbergbaues vorgehen wolle und, es gibt Blätter, die ihr das wirklich Nachdrucken. Eins solche Msicht besteht natürlich nicht. Die „Köln. Ztg." chreibt: . Wie wir frören, ist die aus einem ungarischen Blatte in btt deutsche Presse über gegangene Nachricht, die preußische Regierung beabsichtige den Ankauf von Kohleuberabau- seldern in Lothringen, durchaus unzutr essend. Anerbietungen zum Ankauf solcher Kohlenbergbaufelder sind dem Ministeftum für Handel und Gewerbe allerdings ohne Augorder- ung zugegangen, sie finden jedoch die gering)te Beachtung. An sich erscheint es jedenfalls höchst sonderbar, der preußuchen Regierung, die nicht abgebaute Kohlenbergbaufelder in Preutzcn selbst noch in größerem Umfange besitzt, den Ankauf von Bergbaurechten in Lothringen zuzumuten, wo die Wahrung der staatlichen Interessen in dieser Beziehung doch nur dem elsaß-lothringischen Landesfiskus obliegen kann. Tie bei den Verbänden ein gegangenen Betrage für b te Streikenden belaufen sich bisher auf über dversprachen den Familien der während der Unruhen am I < 22. Januar m Petersburg Getöteten und Verwundeten I ihr dieses Beileid au5 und überwiesen dem General- i gouüernenr 50000 Rubel zur Unterstützung an bedürftige ' Mitglieder dieser Familien. Reformbestrebungen. In AnbeEacht der beoorstehenden Eröffnung der G o u v e r n e m e n t s a d e l 8 v e r s a m m l n n g zirkulieren unter dem Lldel zwei Anträge, ein konservativer mit 22 Unterschriften, der auf der vollen Erhaltung bei Selbstherrschaft besteht, und ein liberaler, der die aktive Organisation der politischen Freiheit Rußlands, die auf den 2lnsängen der Volksvertretung beruht, verlangt, jedoch könne die Regierung nicht früher Bolls-! -Vertreter berufen, ehe nicht vorläufig Grundsätze aufgcficnt seien, ivelche Zusammensetzung, Einrichtung und Vollmacht der Volksvertreter bestimmen. Hierzu ist eine bedeutende vor-1 bereitende Arbeit erforderlich. Andererseits sei c5 nicht möglich, dab Land länger in einer unbestimmten Lage und zunehmender Erregung zu laßen. Eine unverzügliche prinzipielle! Kundgebung deS Thrones in Form eines Manifestes ober allerhöchsten Reskripte? sei wünschenswert, worin der Wille des Monarchen ausgebrückt würbe, die StaatSorbnung zu änbem und erwählte Volksvertreter zu benifen. Wichtig wäre die Zeitangabe, wann der Kaiser bic Volksvertreter berufen wolle, damit sich Rußland auf die Annahme neuer Einrichtungen vorbereite. Gleichzeitig sei die 2luSarbeitung der Grimdprinzipien für die Volksvertretung sowie der nächsten daraus folgenden Refornien notwendig. Mit der Ausarbeitung könnte eine besondere Regierungskommission beauftragt werden. Nur eine allerhöchste Meinungsäußerung und Einsetzung der erwähnten Kommission könnten Beruhigung herbei- führen, das Vertrauen zu der Regierung stärken unb alle Untertanen mit Dankbarkeit und Hoffnung auf eine bessere Zukunft erfüllen. In der Sitzung der Moskauer Duma am 1. b. M. gaben 42 Stabtverorbnete folgenbe Erklärung ab: „Heber die außerordentliche Dumasitzung am 2 7. Januar berichtet keine Moskauer Zeitung, weil Blätterniel- düngen zufolge solche Berichte der Zensur des Gouverneurs oder Stabthauptnianns unterliegen. Es ist aber weiteste Verbreitung der von der Duma beschlossenen Maßnahmen zum Schutze der städtischen 2lnsialten und de§ Lebens der Bürger erforderlich, um der Duma den Vonvnrf der Untätigkeit zu erfparen. Die Unterdrückung solcher Meldungen beraubt die Bevölkerung der Möglichkeit der Kontrolle über die Tätigkeit der Duma und stört den Zusammenhang zwischen den Wählern und ihren} Vertretern. Mrßerdem berechtigt bas Preßgesetz ben Mi-! nister des Innern, den Blättern die Versprechung wichtiger, Staatsftagen zu untersagen. In Anbetracht solcher Erwägungen muß die Duma bei der Regierung beantragen, daß die Zensur über Zeitungsberichte betreffend die Sitziingen der Duma unverzüglich aufgehoben werde und bei der angeordneten Revifsion der Preßgesetze das Vorstehende in Betracht gezogen wird. Rußlands Reformbestrebuugen. Ein von dem Verein Petersburger Fabrikanten viertel Millionen Mark. Der ,,Reichsanzeiger" schreibt: Auch Niedevschle- 'ien scheint von dem Ausstande nicht imberührt zu bleiben. Am 31. Jannar fuhren auf der Gvube konsolidierte Karl Georg Viktor der schlesischen Kohlen- unb Kokswerke nt Gottesberg in der Frühschicht 84, in der Mittagsschicht) 27 Mann nicht an. Am 24. Januar stellten die Vertrauensmänner der derselben Gesellschaft gehörigen Grube kombinierten Gustav bei Rosenbach eine Anzahl Forderungen: 10 Prozent Lohnerhöhung, achtstündige Schicht einschließlich der Ein- und Ausfahrt, bessere Deputatkohlen, gleich große Fördergesäße. Von der Mrwalttmg wurde eine wohlwollende Prüfung der Forderungen zugesagt, womit die Vertrauensmänner sich einverstanden erklärten. Am 26. Januar in der Sitzung des bergbaulichen Vereins 2V-alden- burg wurde von ben DergwerkSverwaltungen beschlossen,, am 1. Februar eine etwa -5 Prozent betragende Lohnerhöhung eintreten zu lassen, und dies am 28. bekcmntzugeben. Inzwischen fanden auf 2lnregung der auswärtigen Agitatoren Versammlungen statt, in denen folgende Forderungen auf gestellt wurden: Festsetzung eines Mi-- nimaNohnes, Verkürzung der Arbeitszeit, Verbot der lieber* schichten, Einfiihrung einer Arbeitskontrolle. Obwohl die Forderungen den Grubenverwaltungen noch nicht zugestellt waren, trat ein Teil der Belegschaft der Grube Karl Oteorg Viktor in den 2lüsstand. - Bezüglich der Arbeiterbewegung auf der staatlichen Königlichen Kömgm Lusie- Grube ift mitzuteilen, daß am 30. Jan. eine Versammlung der Vertrauensmänner dieser Grube stattfand, an der der Bergdirektor teilnahm. Die Vertrauensmänner stellten folgende Forderungen auf: Verkürzung der Schichtzeit auf acht Stunden, Lohnerhöhung, Erhöhung der Deputat kohlenmenge, humane Behandlung und Wahl neuer Vertrauensleute. (Genaue Prüfung der Forderungen ist zugescuft^ worauf die Vertrauensmänner sich einstweilen für zufrieden erklärten. Das verhinderte jedoch eine weitere Ausdehnung des Streikes nicht. Auf der Königin Luise-03rube fuhren^ unter Tage bei der Frühschicht 2387 Mann ein. Auf brt benachbarten, gleichfalls dem Fiskus gehörigen Guidogrube traten etwa 200 Schlepper und Wogenstoßer in ben Ausstand. * In dem Kohlenbecken von Eharleroi, dessen Gruben^ leitungen ebenfalls beschlossen, die BewiNigung von Lohnerhöhungen abzulehnen, sind ganz vereinzelteTeiL- ausstände ausgebrvchen. 2lus dem Borinage sind keine Nachrichten eingegangen, welche die an die Wlehnung der Lohnerhöhung geknüpften Befürchtungen eines allgemeinen Ausstandes in diesem Becken bestätigen. Die große Mehrheit der Grubenarbeiter ist also offenbar gemißt, ber ersha. (m kommenden Sonntag vom 2lusschuß des Landes- bergarbeiterverbcmdes zu beschließenden 2Zerhaltungslimq zu folgen. Volttische Tagesschau. Das Pariser Bombenattentat. Die Untersuchung im Pariser städtischen Laboratorium ergab, daß die in der Avenue de l'opera gefundene Bombe nur Kohlen enthielt; die schwarz gefärbte Schnur markierte eine Zündschnur. Der in der Avenue de la Republique verhaftete Italiener Barbi wurde wieder entlassen. Die ; Haussuchungen, welche bei ben Verhafteten unb einigen Ruffen r ftattfanben, blieben ergebnislos. Man fanb zwar etliche , anarchistische Schriften, aber keine chemischen Produkte. Fürst ; Trub etzloi behauptet, der Attentäter muffe mit seinen Ge- [ wohnheiten vertraut gewesen sein. K «itbej ,nMe L7b oge N'L Äii?K gfen.«»Ä J "* N> 3°“«^ 7.und NI« $te"iK dnx die ’tt,un9 des C w°Ni mA bt±- Ein« "®°h. Kg» ?lEe in bi* '^iiche Re. '^nberabau. vAA An. A OrltlL- . ^"unordn- ■ ^Lötung. An ?? .preußiscken V .m Nutzen ton Berg. -rning der. staat- : elsaß-lotz. Wfürbie über drei- ?leberschle* -hrt >u bleiben, molibierte M ’’ 'wlswerke m ■ Magsschichd die Vertrauens, icn Grube kom- it "yorberungeit: *t emsKlieM en. gleich große erbe eine wohl- inqt, womit die 1 arten. Am 26. Vereins Zalden, 15m beschlossen, betragende mb dies am 28. regimg der ans» n denen folgende ■puThj eines Mi* T^or -er lle-er> i. Obwohl dir och W W ich bet ÄE» i Königin «M** ne Serlantmhmg fanb, an der der rjrner stellten W t ^chickzeit auf 5 T-pulatkoM' Vertrauens- »en ist >uaesG {en für ^ufrieber. v-^rc Ausdehn- -ubemhm m em d? {Qen GuidogrM ;n in den W" dessen °w L°b«' ' " ftnd keine 1 int i‘|LV u— .. Ablehnung oer »ffleS allge n bestätigen- ™ g^NNlstn '^valtung^^ ,5fk 7. Ärm^ fptin9c* 'den- 8^' Schnur «1<,ltl^ RfpU^I“* p 1iioMen- ,nd iicar jrf nw»» %, Modem biet m il^erdem ’.n wegen erhöbe« der F. G. S ßinbenftruUr M W 5?;.*^: 1 K • "M^ÄsSsK'FK Gießen, 2. Februar 1905. =• e» Giessen, den 2. Februar 1905. Schirme , Bfd. 48 P £.5tciflhä«$er, Neuen Baue 17. 3ßi Heinrich Sack, 19 Marttßrche 19. der (S. F. F. Wigandt. ton Schellfisch Neberzieheu und Reparaturen schnell und billig in eigener Werkstätte. f. Bratheringe f. russ.Kronsardinen., f. Bratschellfisch f. Heringe in Ho«atnl-Sauce , s. Delikateß-Fisch- kotelettes in großer Auswahl voll den billigsten bis zu den feinsten. ”cs groß ohne Kops. Mittwoch Abend, Donnerstag und Freitag früh cm- treffend in feinst., lebendfrischer Nordseewaare. Morgen Schwemefleifch 45 Pfg,' B3/*» ___________) Kunst und Wissenschaft. Berlin, 1. iW. Nach melMjährigen, mit wechselndem Erfolg, in Togo betriebenen Versuchen zur Bekämpfung der Tsetsc- krankheit berichtet der RegieruUgsarzt "Tw. Schillmg ernt 3 Jan., daß die I mm uu isi eru ug der Ninder gegen ^setfe- ftaukbeit einwandsfrei gef un aen Jet._____________ Günstige Offerte für Wirte, Wiederverkaufes und Private. Marinaden. \ Seelig’5 feinste Kaffee-Essenz. 50% Kaffee-Ersparnis. ss4/ Vorzfiglichster Kaffeezusatz. und die Absendung eine? offenen Briefes an den Kultus Minister Studt, in dessen Vorgehen die Versammlung einen Eingriff in die akademische Freiheit erblickt, beantragt und mit Mehrheit angenommen. — Der sozial- liberale Verein hielt eine öffentliche Volksversammlung ab, um zu den jüngsten Ereignissen in Rußland und derevi Rückwirkung auf Deutschland Stellung zu nehmen. Als erster Redner forderte der russische Professor von Reißner das deutsche Volk zur Erlösung und Befreiung der russig scheu Religion, Kunst und Wissenschaft ouf; Weitere Redner waren Handelsredakteur Wiener, Dr^ Barth und Pfarrer Dr. Frdr. Naumann. Es wurde eine! Resolution angenommen, in welcher die Versammlung den Bestrebungen nach Einführung konstitutioneller Rechtsverhälts nifse Erfolg wünscht. Wien, 2. Febr. Die industriellen Vertreter des Abgeordnetenhauses gaben ihrer Meinung über den Handelsvertrag mit Deutschland dahin Ausdruck, daß die Industriellen nicht unangenehm enttäuscht würden. Sie hätten weit schlimmeres erwartet. Dagegen be-i sorgen die agrarischen Abgeordneten schwere Beein^ !trächtigungen der Viehausfuhr und Viehzucht m den Alpenländern. Der neue Vertrag bedeutet im Ganzen I eine Verschiebung der Handels-Bilanz zu Unguusten t. Wetzlar, 2. Febr. Gestern konzertierte hier im Klostergarten zum ersten Male das von dem Inhaber dieses Etablissements auf einen Monat engagierte österreichische Damen-Orchester Alt-Wien. Sämtliche Vorträge des gut erwählten Programms, wöbet die Solovorträge der Violin-Virtuosin Frl. Th. St ar eck noch ganz besonders heroorzuheben sind, fanden allgemein den lebhaftesten Beifall. Der Besuch dieses ersten Abends war sehr gut und es wäre dem Veranstalter zu wünschen, daß drese Konzert- Abende, die täglich 8% Uhr ihren Anfang nehmen durchweg ein volles Haus erhalten. Se. K. Hoh. der Großherzog mit hoher Ge- 1 mahlin wird heute nachmittag 5.28 Uhr auf der Durch- । reise nach Schloß Romrod den hiesigen Bahnhof — Bahn- • steig 3 — mit einer Minute Aufenthalt postieren. — Bet der vorgestrigen Durchfahrt derPrinzessin Eleonore nach Darmstadt haben, wie wir nachträglich hören, zwei junge Domen von hier der hohen Reisenden bei ihrem kurzen Aufenthalt im Bahnhof Gießen ein Blumenbukett in den Hoswogen gereicht, wofür die Prinzessin in äußerst liebenswürdiger Weise sich bedankte. '"Personalien. S. K. H. der Großherzog haben oem Pfarrverwalter Otto Pa bst zu Nieder-Beerbach, Dekanat Eberstadt, die evangelische Pforrstelle daselbst übertragen. — Dem früheren Bürgermeister C urschmann zu Dautenhetm und dem früheren Bürgermeister Rau zu Meiches wurde das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem früheren Dienstboten Katharina Bindewald zu Darmstadt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen. — Uebertragen wurde dem Schullehrer Müller zu Schlitz, im Kreise Lauterbach, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Groß-Gerau. —Dem Ober- sürster der Oberförsterei Rothenberg, Stifel zu Hirschhorn, und dem Oberförster der Oberförsterei Schaafheim, Block zu Babenhausen, wurde der Charakter als Forstmeister erteilt. *’ Provinzial-Ausschuß. Am Mittwoch, den d. Februar l. Js., vormittags >/29 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provinzial-Ausschustes der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Reklamation gegen die Ergänzungswahl des Gemeinderats in Nödgen. 2. Zustand der Hofeinfahrt des Philipp Göbel III. m Laubach, hier Rekurs des Genannten gegen emen Polizeibefehl des Großh. Kreisamts Schotten. 3. Klage de§ Ortsarmenverbandes Marburg gegen die Gemeindekrankenkasse Rieder-Ofleiden wegen Ersatz von Pflegekosten für den Schreinergehilfen Wilh. Pfeiffer von Groß-Braschen. 4. Gesuch des Heinrich Weimer II. zu Daubringen um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft, hier Zeugenvernehmung. ** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Da Professor Dove auf der Reise nach Gteßen erkrankt ist, so muß der für heute angesetzte Vortrag leider aus- Äpök KriegkcknmaWasl Wen. Von dem am 1. d. Mts. erfolgten Hinscheiden unseres Mitgliedes Herrn Philipp Michael Diehm Kaserueuwärter i. P. setzen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung stndet Samstag den 4. d. M., nachm. 3'/ Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Kreii» Omnibusfahrt vom Marktplatz nach dem Fried- 6of unb zurück. Wahrt 3 Uhr PÜW Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Aettag den 3. Februar 1905: Zeitweise heiter nur noch geringe Niederschlage, (meist Schnee), Wind abflauend, kälter. Strenger Frost in Aussicht. Näheres durch die Kießener Wetterkarte. __ "Berlin, 2. Febr. Der Kaiser hat bestimmt, daß Prinz Adalbert ans seiner Heimreise an? Ostasien auch den Gewässern von Deutsch-Ostafrika einen Besuch ab- (taflet — Eine allgemeine Akademiker-Versammlung wurde in der Tonhalle abgehalten, deren Tagesordnung Akademisch- Freiheit- lautete. Dte bekannten längsten Vorkommnisse an der technischen Hochschule zu Hannover gaben die Unterlage für die tetlwet,- sehr sturnnschen Verhandlungen. Es wurde die Annahme einer chesolutton Oesterreichs. Die Vorgänge in Rußland. Petersburg, 2. Febr. Es waren schwerwiegend^ Gründe, die den Fürsten Swtatoipolk Mirski ver--, anlaßten, plötzlich und ganz den Staatsdienst zu verlassens und auch keinen Sitz als Mitglied zum Reichsrat auzu-s ! nehmen. Sein fester Eirtschluß, aus dem Amte zu scheid«^ i wurde durch die furchtbaren Katastrophen in den letztem Wochen und die damit verbundene Schaffung des Generals aouverneur-Postens in Petersburg bedingt. Fürst Swta- topolk Mirski hatte als ein Staatsmann von lrveraiertz und humanen Ansichten und Bestrebungen eine enorme I Partei gegen sich und diese macht ihn unmittelbar verantwortlich für die blutigen Vorgänge. Ein Zusammen arbeiten mit dem neuen Generalgouverneur Trepow wav für ihn unmöglich, da beide Männer entgegengesetzte Zrel^ und Mittel verfolgen. Petersburg, 2. Febr. Hrerrst alles ruhrg. Geruchs !weise verlautet, daß General Fullon und Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unfern braven, innigstgeliebten Gatten, Vater, Großvater, Onkel und Schwager Hem PhiliD Michael Diehm Kasernenwärter i. P. in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stille Teilnahme bittet Familie Diehm n. Schenk. Gießen, den 2. Febr. 1905. Die Beerdigung findet Samstag, 4. d.M., nachmittags 31/. Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 615 KeriÄlssaal. Braunschweig, 1. Febr. Tie dritte Zivilkammer des hiev gen Landgerichts wies heute die Klage des Uut n ant s a. D. Bits- gegen seinen Verleger Sattler wegen des Vertriebes seines bekanni-en Romans in ^ftn-re-nb kostenvstichita^b._____ Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Kameraden Sem OH Müller1 geziemend in Kenntnis zu setzen. v [- Wir ersuchen um allseitige Beteiligung an der Frei- taa ben 3 b Mts., nachmittags 3 Uhr stattfindenden Beerdigung. Zusammenkunft 2lA Uhr in der „Stadt Marburg . Das Kommando Danksagung. Für die Beweise herzlicher Anteilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir besten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Auguste Hahn, geb. Kauf. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Freitag, den 3. Februar, nachm. 5'/- Uhr, im Konfirmandensaal der Lukasgemeinde, Liebigstraße 56: Vereinigung der konfir- mierten Mädchen. __________ Harrer Euler. Israelitische Religionsgemeinde. chottesdiena in der Synagoge (Sudanlage). Samstag, den 4. Februar 190o. Vorabend 5 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Predigt. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 6.10 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft, «holtesdienff. Sabbathieier a m 4. Februar 1905. Freitag abend: 4.50 Uhr. Samstag vormittag: 8.30 Uhr. Samstag nachmittag: 3.30 Uhr. Sabbathausgang 6.10 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends 5.00. -- Obst!! Zwetsche« p. Pfd. 15, 30, 40 und 50 Pfg» ,, ohn.Steinp.Pf 50 r Birnen, neue, p. Pfd. 20^ ’ 55 und 65 *< Krauzfeigerr, nette, P-P^.25 „ j Datteln, neue, p. -8 AePfel, neue amerik. p.Pw. j 30 und 40 Brünetten, „ » Mischobst, ferne Msichung, Eingesandt. /Für den Inhalt der unter dieier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Rublikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 2. Februar. In einem hiesigen Hotelrestaurant, in welchem Studierende verschiedener Fakultäten zu Mittag zu essen pflegen haben einige Angehörge der theologiichen Fakultät den Wirt veranlaßt, den ,,SimPlizii''imus", derbis dahin^ regelmäßig im Lokale offengelegen hatte für die Gastodes Hawesabzuschaffen. Bedauerlich ist, daß der Wirt dickem Anträge FolM gelckstet und nicht nur sich selbst wt hmblrck auf seine anderen Gäste geschädigt, sondern auch einer so törichten und ungerechtfertigtem Gewissensmeinung die Schleppe getragen hat. Hoffentlich werden andere Gcptwirte sich zu solchen Maßnahmen incht berg eben! ________________________________________ ff. Seeforellen gebr. „ » 2.2 von Bots^m Wiem SSS-ä"- N. Ä ftiÄ*“ von dem Grasen Reinhard von Solms - Ltch yesuhrt Bom Kriege. mürbe Nachdem das hohe Brautpaar vor dem mit reichem Petersburg, 2. Febr. Nachrichten vom Kriegsschauplatz Blumenschmuck versehenen Altar Platz genommen hatte, mto- zufolge hat Kurv patkin ^0 ffensive wie^r er neuer« nierte der Hofchor einen vom H°stapellmelster de Haan etg>ens der crfte^trifF^ Feindes znrückzMlag« komponierten Psalm. Dann hielt Pralat Walz die Trauredc MEer^v fische linke Flanke ist nicht cngamert, dagegen über Psalm 121: «Ich hebe meine klugen auf zu den Bergen. &rt,§ Griepenberg und KulbaN v°Ustandig. — Enmn^lo^ Tas hohe Paar sprach darauf vernehmlich das übliche Ja- I g^mm aus Tienling zufolge Ä die Schlacht auf der ganzm -Ä=^gS®=ES«Ä=K=S-®?S3ä höchsten Herrschaften in bte Assemblezrmmer. Um 1 U^c be« ©enerat?. erfolgte unter dem Vortrrtt des Groß^rzogo und den »c^e g „Daily Telegrapb" nnrd ans Großhe^ogrn der feieEch« Zug durch dre Räume der ersten 31 S(Qt berichtet: Bei den letzten Kämpfen am schahÄ Etage in den Kaisersaaft Mo bte Hochzertstasel st^ttfand. die IavaNer 1500 Gefangene. ---- Der Vorstand. v3/, Kluß- und Seefische Fl. 75 Pfg^ V, Fl. 50 Pfg., 5 ÖL i 70 Pfg. 196 LouiS Beil. Baugeschäft Wiun. 88 Schellfische Wohnung (6 Zimmer) per 1. April zu oermieten. 186 in Eis 249 7i Fl. Mk. 1.70, 7. Fl. Mk. L- Wachholder 27 Bahnhofstraße 27 a2Ä empfiehlt 509 Licht ist vorhanden. 294 Familienangehörigen verabfolgt. Eine fast neue 583 Alle Freunde der Narretei ladet hierzu ein 0587 Neuenweg 18. 0576 sofort zu vermieten. 204 Näheres Frauisurterjtrabe 20. sucht Haare »••eeaeeeeeaeeweeeeti .. p.ii ucrinirtcit Zu verkaufen Mielaelu Kan^Geftrche e Samo* „ Ausbruch Stephanstr. 36 schöne Zimmerwohnung mit Zubehör und Gattenanteil per L April 05 zu vermiet. 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Einführungen sind ohne Erlaubnis des Vorstandes nicht gestattet, auch werden die Geheimkartett nur für die engsten Wellenbudschankel billig zu verk. Bleichstraße 6, II. Gebr. Singer-Nähmaschine unter Garantie billig zu verkamen verbunden mit Konzert und Tanz statt. Eintritt frei. Gäste find willkommen. Anfang 4 Uhr. DerVorstaud. Karmval Gesellschaft Sonntag den 5. Februar 1905 zum Ostend, Grünbergerstraße: Grotzc närrische Damenfihung Programm: Von 3 Uhr ab: Konzert und Tanz. Von abends 8 Uhr ab: Wärrische Jlnteryattrrvg und Tanzkränzchen«» Echt holländische Liköre Sherry Brandy, Surasao, Half und Q -n Half, Dnbb. Kümmel, Eiskumnrel, ö1- ^./U Gebrüder Berdux EttttrtttSpreise im Vorverkauf: Herrenkarten 1 Mk. (an der Kaffe 1,20 Mk.), Damenkarten 50 Pfg.