wr. 144 Erstes Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag 22. Juni 1905 außer 6U Trennung der skandinavlsHen Union. Stockholm, 31. Juni. Die außerordentliche Tagima des Reichstages wurde von dem König mit einer Thronrede eröffnet. In dieser erhebt der König zunächst Einspruch gegen die Beschuldigung, durch Verletzung der Verfassung. oie Maßnahmen Norwegens hervorgcrufen zu haben. Die Union sei die O p f e r n i ch t w e r t, die Z w a n g s m a ß n a h m e n nötig machen würden. Von wenig Wert würde für Schweden eine Vereinigung sein, zu der auf solche Weise Norwegen gezwungen werden würde. Das schwedische Volk möge sich von dem Geiste der 8tube und Einsicht leiten lassen. Gott möge ihm Kraft und Gmigkeit geben, damit es innerhalb der eigenen Grenzen wiedergewinn-e, was es durch die Aus- — Aus Frankfurt a. M. wird uns unterm 20. ds. Mts. geschrieben: ...... Der Schwank »Telephonaehermnisse" von Max Reimann und Hermann H a u s l e i t e r hat das Publikum außerordentlich amüsiert und einen großen Lacherfola erzielt. Diese Wirkung ist nicht etwa aus Konto des TokalpatriotiSmus zu setzen (beibe Venasser gehören dem hiesigen Bülmenverband an), sondern dos Stück ist wirklich gnt gemacht. Die Ver'afser sind offenbar bei den französischen Cclnuankdichtsm in die Schule gegangen, sie haben auch bei anderen Lustspieldichtern gelernt, z. B. bei Shakespeare Falstaff im Waschkorb, der Liebhaber als Musiklehrer «Wider- jpcnftiflc]) oder auch bei Beaumarchais (des Klavierunterricht Das Glanzftück beS Wertes bildet sinnreich die OrchestralwirknnH der Bestattungsszene; entzückend i st auch der Kinderckwr der erste» Wiedergabe des Werke- durch Orchester, Thor und Solisten war eine erfreulich gute- der »ielge-lagte Dirigent wie die Mitwirkendm dürfen mit ^^nuahiung auf He Aufführung zurückblicken. Der Chor des Ärudemischen Gesangvereins leistete im Gesamtchor tute in den Männer- und Franen-Tinzelchören wieder Vonügliches: auch doS Orchester hielt sich, trotz der tropischen vitze, auf guter Höhe. Von bat Solisten waren Frau Schmidt und Frl. Buslä0er unS schon woblbckannt; alles, was sie von warmer Aner-ennmig hier früher schon sich erworben hatten, haben sie eufS neue befestigt. Herr Otto Süße- Wiesbaden war ein prächtiger Dritter tm Bunde, sowohl was stimmliche Mittel wie was GesangS^mst unb musikalisches Ausdrucksvermögen anlangt. So war alles aufs Veste bestellt- über die auffallend laue Saltung deS, für die Hitz? ziemlich zahlreich erschienenen, V''blikums haben sich DirisenL imd Künstler hoffentlich zu trösten gewußt. Möge an das schöne Ende im Winter ein gleich schöner Anfang sich anreihen: mit dem Verlauf dieses KvnsertjahreS können wir alle. Bietende wie Genießende, wohl zufrieden sein. —r— durch den ©raten Almcwiva). Auch Anklänge an minder wuchtige Namen finden sich, z. B. der täppische Zivilist tn der Leutnants- tracht auS ^Ktte« im Frieden". Aber das Stück ist nicht langweilig und die Figuren, obgleich sie viele Vorlahren und Paten haben, muten unS doch ganz menschlich an. ES bat aber auch einen ganz ehrlichen Beitall erzielt und bis zum Schluß interessiert. Eine ganz brillante Leistung bot Herr D i e g e l m a n n all der noch in späten Fahren auf Abenteuer gehende Familienvater; auch Fraulein König, seine gefährliche Ehehälite, die Damen Jemen und S a n g o r a, sowie die Herren A. M e n e r, Pleil und Rudolph waren sehr gut. DaS Stück ist kein literarisches Meisterwerk, aber in seiner Anspruchslosigkeit eine ganz gute Arbeit und vor allem luftig. * S.-8-t. Die Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins hat unlängst in Duisburg ffattaefunbeiu In der Festsitzung sprach Prot. Tr. WUmanns aus Bonn über ^Schriftsprache und IQ ii n b a r t". Zum Schluß wies er auf bie von ben Forschern betriebene Sammlung von Munbarten hin unb sprach ben Wunsch auS baß ber Allaemeine Deutsche Sprachverein sich btesen Bestrebungen annehmen möge. Ter Vorsitzenbe Geb. -uberbaiirat Sarrazin versicherte, ber Sprachverein werbe seinerseits alles tun. um bie Mnnbart-Sammlnngen zu unterstützen; er habe schon seit langem eingesehen, daß die Äiunbart ein Jnnqbrimnen sei, auS bem man immer und immer wieder schöpfen könne, und deshalb beschlosien, eine Zeitschrift in seinen Verlag Alt nehmen, nm die Mnnbart ut pfiegen. Hierauf verkündete der Schritfführer Professor Dr. Paul Pietsch-Verlin den PreiSrichtersprnch über das 11. Preisausschreiben deS A. D. Sprachvereins: „9Bie ist die Sprach- Verderbnis im d ents ch en Han d els stand e zu b ek a in- p t c n ?" Prof. Dr. Pietsch gibt hierauf eine Preisaufgabe des Vereins bekannt über „D i e An s ch a u un g e n G o e t h esv on der d e u t s ch e n S p r a ch e". Für die 2 ersten Lösungen der gestellten Ausgabe ist ein Preis von 1000 Mk. und einer von ÜOOMk. ausgesetzt. scheinen gänzlich überrumpelt worden zu sein. EinTele- grarnrn der w$£ime§* vom 20. Juni schildert die Lage der Russen in der Mandschurei als verzweifelt. Die Japaner rücken längs der russischen Front vor. Mußland in Sturm und Irang. Nach der offiziösen Petersb. Telegr.-Ag. berichten aus Twer und Moskau ciugegangene Telegramme über den freudigen Eindruck der Worte des Zaren an die Deputation der Eemstwovertreter. Das Twersche Gou- vernementssemstwo beschloß anläßlich des ersten unmittelbaren Empfanges von Vertretern des Landes bei dem ^Kaiser eine Adresse an diesen zu richten. Die Vertreter der Selbstverwaltung werden demnächst in Moskau wieder zusammentreten. — Am 28. Juni findet ein Kongreß der Stadthäupter, am 1. Juli ein solcher der Semstwovertreter und am 3. Juli ein Kongreß der Adelsmarschälle statt. Die Beratungen über die Grundlagen der Organisation der Volksvertretung in der Moskauer Stadtduma haben auf Anordnung des Stadthauptmanns mit Ausschluß der Oeffentlichkeit zu erfolgen. J 1 1 Ganz anders lauten die Priv atnachrichten. Danach ruft das Ergebnis des Empfanges der Moskauer Semstwodeputation beim Zaren allgemeine Enttäuschung hervor. Die Antwort des Kaisers wird nach allgemeiner Uebereinstimmung dahin gedeutet, daß zwar eine neue Korporation, aus Vertretern des Volkes bestehend, gebildet werden soll, aber man ist überzeugt, daß diese Körperschaft zu absoluter Einflußlosigkeit verdammt sein wird. Die gesamte russ. Presse widmet dem Empfang der Semstwoabgeordneten und der Rede des Zaren umfangreiche Artikel nnd zeigt sich, entgegen den Privatmeldungen, voller Hoffnung. Der Vorgang wird als historisches Ereignis bezeichnet, mit welchem die Geschichte der russischen Volks- .vertretung beginne. Es verlautet, die Absicht, die Juden vom Wahlrecht auszuschließen, sei fallen gelassen worden. Man spricht bereits von einer bevorstehenden Reorgani- sationdesReichsratesin dem Sinne, daß der größte Teil der darin sitzenden Beamten pensioniert und durch gewählte Vertreter ersetzt werden solle. Die Unruhen im Reiche nehmen indes kein Ende. In der Kirche zu Stawropol (Kaukasus^ kam es zu einem Streit zwischen Mtgläubigen und Rechtgläubigen; letztere mußten wegen Lärmens von der Polizei aus der Kirche entfernt werden. Tie Rechtgläubigen waren auf den Straßen in so großen Massen, daß Militär herbeigerufen werden mußte, das einige Salven abgab. Elf Personen wurden getötet, ungefähr 40, darunter Fr auen und Kinder, verwundet. Die Verwundeten blieben mehrere Stunden ohne Hilfe auf der Straße liegen, weil den herbeigeeiltcn Aerzten gedroht wurde, es werde auf sie geschossen, wenn sie den Verwundeten Hilfe leisteten. — In Lodz machte ber einem Zusammenstoß zwischen Demonstranten und Militär letzteres von der Waffe Gebrauch. Acht Personen wurden erschossen, fünf schwer und 30 leicht verletzt. 50 Verhaftungen wurden vorgenommen. Bei der Beerdigung von fünf Getöteten kam es zu großartigen Trauerkundgebungen. Ungefähr 50 000 Personen mit roten Fahnen folgten den Leichen, ohne von der Volirei aebindert au werden._______ Kirche und Schule. — Zu unserer neulichen Notiz über die kirchlichen Zustände in Großalmerode geht uns von anderer Seite eine Zuschrift zu, worin iinicrm dortigen Berichterstatter der Vorwurf der Parteilichkeit gemacht wird: ob mit Recht oder Unrecht, können wir nicht entscheiden. Unseres Gewährsmannes soziale Stellung spricht jedenfalls aber fiirseine Darstellung. Immerhin sei mitgeteilt, daß nach der Ansicht des heutigen Einsenders die sittliche Haltung der Gemeinde und auch ihre Berufstreue sich seit dem Einsetzen der gegenwärtigen religiösen Bewegung gehoben haben soll. Besonders wird auch auf den Rückgang der Steuern für geistige Getränke um etwa 500 Mk. pro 1904 verwiesen. Ausland. London, 21. Juni. Aus Newyork kommt die Meldung, daß die Allgemeine Friede ns liga von Amerika den bekannten amerikanischen Milliardär Andrew Carnegie ausgefordert hat, 12 0 Mill, herzugcben, um einen festen Bund zwischen Deutschland, Amerika, England und Frankreich zu fördern. Die amerikanischen Friedensapostel glauben, daß ein solcher Bund den Weltfrieden garantieren könnte. Die Friedensliga schlägt vor, große Friedensinstitute in Berlin, Washington, London und Paris mit dem Gelde Carnegies zu begründen. Die Institute sollen eine eifrige Wirksamkeit für die Verbreitung freundschaftlicher Gesinnungen zwischen den vier Ländern entfalten. Später könnten andere Mächte dem Friedensbund beitreten. Nom, 21. Juni. Die Deputiertenkammec genehmigte in geheimer Abstimmung die Vorlage betreffend die Vermehrung der Ausgaben für die Kriegsmarine. (Unsere Ausland-Notiz in Nr. 141 von der Vermehrung der Flotte war nicht aus Paris, sondern aus Nom zu datieren.) Budapest, 21. Juni. Die heutige Sitzung des Abgeordnetenhauses, in welcher sich das Ministerium Fejervary vorstellte, nahmeinen beispiellos stürmischen Verlaus. Nach einem äußerst heftigen Zusammenstoß zwischen der Negierung und der Parlaments-Majorität und nachdem dem Kabinett Fejervary auf Antrag Kossuth ein Mißtrauensvotum erteilt worden war, wurde das Parlament mittelst königlichen Neskripts bis zum 15. September vertagt. Trotz der Vertagung setzte das Haus aber die Beratung fort. Baron Banffy hielt eine längere Rede, in der er das Land aufforderte, der Negierung keine Steuern zu zahlen. Die Liberalen unter Führung des Grafen Tisza entfernten sich aus dem Saale. Es herrscht eine unbeschreibliche Aufregung. Washington, 21. Juni. Präsident Roosevelt empfing den bisherigen Gesandten in Carracas, Bowen, und teilte ihm mit, daß die Verwaltung auf seine diplomatischen Dienste verzichte, da seine Anklagen gegen den Unter- staatssekretär Loomis, den er der Bestechung beschuldigt hatte, unerwiesen seien. — Nachdem schon der Gouverneur des Kanaldistriktes Panama infolge Erkrankung an Fieber hierher zurückgekehrt war, hat auch der Haupt-Chefingenieur Wallace, der Leiter des Kanalbaues, der Negierung ohne Angabe von Gründen seine Heimkehr angekündigt. Seit Wochen sind Beamte wie Arbeiter aus Furcht vor dem gelben Fieber nach den Vereinigten Staaten geflüchtet. Nach einjähriger Arbeit sind bisher nur wenige Schaufeln Erde ausgeworsen und l'-'ute steht das Werk total still. Kus Stadt und Kand. Gießen, 22. Juni 1905. •• Versetzung. S. K. H. der Großherzog haben den Hauptsteueramtsrendanten bei dem Hauptsteueremt Gießen, Rechnungsrat Leonhard Petry, in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptsteueramt Mainz mit Wirkung vom 1. Juli versetzt. ** Der Grotzyerzo g und die Presse. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog empfing, wie wir in der „D. Ztg." lesen, gm 21. d. M. den Vorsitzenden des Darmstädter Journalisten- und Schriftstellervereins Oberstleutnant a. D. Ga d, den Vorsitzenden des Verbandes deutscher Journalisten- und Schriftstellervereine und des Delegiertentags, Chefredakteur Dr. H. Diez-Hamburg, und den Obmann der Pensionsanstalt W. Prager -München. Nachdem Sberr Gad die auswärtigen Herren vorgestellt hatte, überreichte Dr. Diez die Geschichte des Verbandes, Hr. Prager den letzten Jahresbericht der Pensionsanstalt. Der Landesherr nahm beide Aktenstücke mit lebhaftem Interesse entgegen und erkundigte sich dann bei den Vorsitzenden eingehend nach der Größe, der Zusammensetzung und den Aufgaben des Verbandes. Besonders beifällig begrüßte er neben den standesrechtlichen und standespolitischen Bestrebungen die Bemühungen um Hebung des Standesbe- wußtseins und der St an de seh re. Jeder Journalist, führte der Großherzog aus, müsse von sich sagen können: ,Zch bin ein Gentleman und verlange als solcher behandelt zu werden." Es sei verkehrt, daß man der Presse noch so vielfach die notwendigen Auskünfte an erster Stelle versage und ihr dadurch die richtige Information erschwere. Aber das Mißtrauen, das sich darin zeige, sei ja auch nicht immer ganz unverdient. Und so erwerbe sich der Verband ein großes Verdienst, wenn er an der Beseitigung dieses Mißtrauens arbeite. Mit huldvollen Wünschen für die Erfolge ihrer Arbeit entließ der Großherzog darauf die Herren. ** Unserer Unioerfitat, sowie namentlich der Stadt Gießen steht wiederum ein schmerzlicher Verlust bevor. Der außerordentliche Professor der inneren Medizin Dr. Georg Sticker ist nach Münster i. W. als Leiter des städtischen Clemens-Hospitals berufen worden und hat den Ruf angenommen. Prof. Sticker ist nicht nur ein hochgeschätzter und beliebter akademischer Lehrer, sondern er genießt auch als Arzt in weitesten Kreisen das größte Ansehen und Vertrauen, und die Zahl seiner unbedingten Verehrer ist außerordentlich groß. Man wird den Verfasser des vortrefflichen, auch pädagogisch höchst wertvollen Buches „Gesundheit und Erziehung" aus seinem langjährigen und an schönen Erfolgen reichen Wirkungskreise mit lebhaftem Bedauern scheiden sehen. ** Revision Huddc. Herr Rechtsanwalt Dr. Jung hat die Güte uns mitzuteilen, daß die von dem zum Tode verurteilten Raubmörder Hudde eingelegte Revision als gerechtfertigt erkannt und weiter verfolgt werden wird, da Verstöße gegen das Verfahren in der Hauptverhandlung vorlägen. •• Tollwut. Ein hiesiger Einwohner mußte seinen Hund wegen tollwutverdächtiger Erscheinungen töten. Die aestern auf Veranlaffung des Großh. Polizeiamts stattgehabte Sektion bestärkte den Verdacht, daß Tollwut vorliegt. Der Kopf des Hundes wurde zur weiteren Feststellung dem Kaiserlichen Amt für Infektionskrankheiten in Berlin zugesandt. E§ ist also Hunden und Katzen gegenüber immer noch Vorsicht geboten. Die sorgsame Befolgung der polizeilichen Vorschriften ist dringend anzuraten. ** Zum Nadfahrfest am 1., 2. und 3. Juli wird uns Folgendes mitgeteilt: Dem festgebenden Gießener Radfahrer-Verein 1885 ist die Ehre geworden, daß S. Durchlaucht der Fürst Karl von Solms-Hohen- solms-Lich das Protektorat über die Feier des 20jährigen Bestehens des Vereins in huldvoller Weise übernommen hat. Es dürste dies ein erneuter Ansporn für die wettbewerbenden Vereine sein, die in dem selten gebotenen Schul- und Kunstreigenfahren in Konkurrenz treten, und in dem Fest für unsere Stadt wohl eine sportliche Veranstaltung ersten Ranges bevorstehen. In liebenswürdiger Weise haben zu diesem Fest die Mitgliedschaft in den Ehren- Ausschuß angenommen, die Herren Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Vossius, Rektor der Landes-Universität, Geh. Rat Dr. Breid ert, Oberst von Lindenau, Landgerichtspräsident Kullmann und Oberbürgermeister Mecum. Der Fest-Ausschuß hat sich unter dem Vorsitz des Beigeordneten Cur schm an n ebenfalls konstituiert, und die Arbeits-Ausschüsse sind in fieberhafter Tätigkeit, um das Fest zu einem recht glänzenden zu gestalten. ** Das erste Abonnementskonzert unserer Militärkapelle findet heute abend 8 Uhr im Garten des „neuen Saalbaues" unter der persönlichen Leitung des Musikdirektors Krauße statt. Es ist vorauszusehen, daß zu den beliebten Sommerkonzerten wie gewöhnlich ein zahlreicher Besuch sich einfindet, besonders wenn das Weiter so schön ist wie heute. ** Der Darmstädter De le gierten tag des Verbandes deutscher Journalisten - und Schriftstellervereine. Rach dem vorgestrigen offiziellen Festmahl im städt. Saalbau in Darmstadt, bei dem Bürgermeister Gläßing den Gruß der Stadt entbot, Dietz-Hamburg das Hoch auf den Großherzog und Leher-München den Toast auf Darmstadt ausbrachte, waren die Teilnehmer des Delegiertentages unter den Buchen des idpllisch gelegenen Oberwaldhauses abends die Gäste der Stadt. Gestern früh vor Wiederaufnahme der Verhandlungen wurde, wie wir schon berichteten, auf der Mathildeuhöhe ein Denkmal für den vor einigen Jahren verstorbenen Darmstädter Bürger Gottfried Sch w a b enthüllt, dessen Dichtungen viele Freunde fanden. Der Feier wohnten auch das Großherzogspaar und die Witwe Schwabs bei. Das Monument selbst, das auf einem mit dem Medaillon Schwabs geschmückten Sockel die ideale Gestalt eines betenden Jünglings zeigt, ist eine hervorragende Arbeit des Bildhauers Prof. Habich. In der gestrigen Sitzung wurden interne Angelegenheiten behandelt. Ein Antrag Hamburg-Frankfurt lautet: Der Verband erachtet eS für dringend wünschenswert, daß der Austrag der zivilrechtlichen Streitigkeiten auf schiedsgerichtlichem Wege erfolgt, und beauftragt den Vorort, sich darüber mit dem Verband ins Benehmen zu setzen. Der Antrag wurde angenommen. Ter Hamburger Verein wurde wieder als Vorort und Hamburg zum Ort der nächsten Tel gicrtenversammlung gewählt. ? Mücke, 21. Juni. Das früher so kleine Mücke toirb1 immer größer, sodaß der „Elefant" doch noch aus ihr wer> den wird. Das schon im vorigen Jahre geplante Hotel- Restaurant gelangt jetzt zur Ausführung. Seine Grundmauern stehen bereits, und der Bau schreitet so rüstig vorwärts, daß noch in diesem Jahre seine Vollendung zu erwarten steht. Das Hotelrestaurant kommt der Post gegenüber zu stehen. Mit dieser neuen Gastwirtschaft sind dann sechs Gasthäuser in Mücke vorhanden. Lindheim, 19. Juni. Zwischen einem gewissen Kötter aus Oberau und einem hiesigen Burschen Korphimer kam es gelegentlich unseres Kirchweihfestes zu Tätlichkeiten, wobei dieser dem Kötter ein Glas auf dem Kops zersplitterte. Ein Splitter drang dem in der Nähe stehenden A. Sommer ins Auge und durchschnitt dieses vollständig. Sommer wurde in die Klinik nach Gießen verbracht. S. Borbach, 19. Juni. Der Sohn des Landwirts Faßbender stürzte von einem Baum, auf dem er nach Vogelnestern suchte, und blieb sofort tot. fj Niederwalgern, 21. Juni. Auf dem hiesigen Babnhof wurde heute nachmittag ein bei den Bahnarbeiten beschäftigter Maurer aus Fronhausen vom Zuge erfaßt und geiötct. [] Marburg, 21. Juni. Die Bismarckfeier be- ziehungsw. das Sonnenwendsest, welches die Marburger Studentenschaft jetzt alljährlich bei der Bismarcksäule feiert, konnte heute, vorn prächtigsten Wetter begünstigt, stattfinden. Um 5 Uhr zogen die Studenten korporationsweise mit Musik durch die Stadt nach der einen herrlichen Ausblick auf Marburg und das Lahntal bietenden Bismarcksäule. Bis gegen Eintritt der Dunkelheit wurde hier in den unweit davon gelegenen Anlagen der Weinkautseiche fröhlich gezecht, und dann begann der Festakt an der Säule. Die Festrede hielt stud. phil. Seelheim von der Arminia. Alsdann zogen die Studenten in endlosen Zügen die Bismarck- Promenade entlang, den Cappeler Berg hinunter, in die Stadt zurück. Wetzlar, 21. Juni. Heute mittag fand lt. W. A. wegen der Kanalisierung Wetzlar-Niedergirmes auf dem hiesigen Rathaus eine Verhandlung statt, an der außer den zuständigen Lokalbehörden Vertreter der kgl. Regierungen von Koblenz und Wiesbaden, sowie Kommissare der verschiedensten Ministerien teil-' nahmen. Das Projekt ist genehmigt. * Kleine Mitteilungen ans Hessen nnd den Nachbarstaaten. In Ruppertenrod erhängte sich auf einem Heuboden ein Landwirt. Ter anfangs der 40 er Jahre stehende bemitleidenswerte Mann war schon einige Jahre schwer leidend und auch in der psychiatrischen Klinik zu Gießen gewesen. — In E i ch e l s d o r f schnitt sich dieser Tage auf dem Himmels- bachschen Sägewerk ein junger Arbeiter einen Finger ab. — Der Bezirkskriegerverband Lich wird sich, entgegen einer anderen Meldung, an der Denkmalseinweibung am 2. Juli in Lich nicht, beteiligen können. Dem Vorsitzenden wurde mitgeteilt, daß der Raum dazu zu eng sei. • Berlin, 21. Juni. Ueber den Grund der immerhin auffällig kühlen Haltung, die in den letzten Jahren der Kaiser dem verstorbenen Gouverneur v. Wißmann gegenüber eingenommen hat, erhält der „H. C." folgende Erklärung: Als nach der Niederwerfung des ostafrikanischen Ausstandes Wißmann dem Kaiser persönlich Bericht erstattete,, hob er besonders die Verdienste der ihm unterstellten Offiziere hervor, von denen er sagte: „Den schnellen Erfolg habe ich in erster Linie der Tüchtigkeit meiner Offiziere zu verdanken/ Der Kaiser unterbrach Wißmann scharf: „Ich glaube, es sind doch Meine Offiziere gewesen", und entließ Wißmann sehr ungnädig. Wißmann war übrigens formell im Recht, wenn er von seinen Offizieren sprach, denn wie seinerzeit die Fran^oistruppe in Südwestafrika waren Wißmanns Offiziere und Mannschaften auf ihn persönlich vereidigt und nicht etwa kaiserliche Soldaten. * Köln, 21. Juni. Die Ruhestörungen int Oüben der Stadt (vergl. die gestrige kl. Tageschr.) wiederholten sich gestern abend. Eine Volksmenge von etwa 900 Köpfen sammelte sich an; ungefähr 2 5 0 Schutzleute zu Fuß und zu Pferd waren zur Llufrechterhaltung der Ordnung auf*, geboten. Als aus der Menge unter Johlen und Pfeifen wiederum Wurfgeschosse gegen die Schutzleute ge-' schleudert wurden, gingen diese mit der blanken Waffe vor. Gleichzeitig sprengte die berittene Polizei die Menge auseinander. Vier Personen wurden durch Säbelhiebe erheblich verletzt, mehrere andere leicht. Gegen 1 Uhr nachts war die Ruhe wieder hergestellt. * Sch io (Provinz Vicenza), 21. Juni. Heute fand der' erste Aufstieg des dem Grasen Almerico da Schio gehörigen, lenkbaren Luftschiffes „Italia" mit günstigem Erfolg statt. Die Lenkungsmanöver gelangen vollkommen,^ doch mußte der Ballon infolge einer Beschädigung des Steuerrades nach 35 Minuten niedergehen. * Kleine Tageschronik. In Dornap durchschnitt' ein Italiener einem andern, als dieser aus seiner Flasche trank, mit einem Rasiermesser den Hals, was dessen Tod herbeiführte. Hierauf durchschnitt er sich gleichfalls die Kehle. — Zwischen Schlett st adt und Limmersheim wurde ein Bauerngefährt von einem Zuge überfahren. Ein Mann und eine Frau, wurden getötet. — In der Nähe von Melle (Hannover) wurden bei einem Gewitter drei Personen vom Blitz erschla-' gen, ein Ehepaar und eine alte Frau.___________ Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Gießener Theaterfrage. Eine Anmerkung der Redaktion zu meinen gestrigen Ausführungen hat mich eines Jrrtlmres überführt: Der Verfasser des betreffendeil Eiilgesaildt mar kein Laie, sondern Architekt. Das komue ich allerdiilgs feinen Ausführungen nicht anmerken. ?lber nun klärt sich für mich die Situation interessant auf: Der Verfasser ist Architekt uni) kennt die Perspektive des Fellller und Helllierschen Projektes; die P e rs p e k t i v e n waren aber fürs Publikulll I) c r m e t i f ch verschlossen. Dail ach kann sür mich ein Zweifel, wer der Verfasser ist, nicht mehr bestehen: er hat ein direktes In teresse an der Ausführung des Fe l l il er illl d H e l in e r \ cl) en Projektes. Damit verlieren aber seine Allstassungell sür Fellner und Helmer unb gegen Düster ohne weiteres jeden objektiven Wert! Ist mein Schluß salsch, so bitte ich um Berichtigung. B. •ffeit und bta erbangte fidi y ,5 der 40er,te einige fahre Um zu Gießen eroim. auf dem Kmels- Ringer d - Der ipen einer anderen Juli «Äch nicht mitzrtkilt, daß der smd lt. W. 1 Uar-Nieder- i« «erhandlMg kalbehörden ©er* und Wiesbaden, Ministerien teil.' ml Ärtikel rfjf feine» "ü «iS --ich' M7>r. H» b»$0(t"9 iu ^ö61' f.b=m $iCl^ littet kJ r em uae 3u9e erfaßt "Rietet be. Ie Marburgs 'er ^Sntatiiäuk (taff, ‘orporahonsnjeife vrrlichkn 5ju§1 °°d°n Siämotä, hier in den ™Me fröhlich Ott Cäule. Die tt Arminia. Als, len die Bismarck* hinunter, in die jnb her immerhin ’djten Ähren her ö. SSi^mann H. V ctz MÄüMen Bmchi ermattete, deMten Oßizm »n Ersolg habe ich ere zu verdanken.' »Ich glaube, es > entließ Wißmm 5 formett imRch, denn wie seinerzeit waren Wißmanns ilich vereidigt M , Zungen im ) wiederholten hoa 900 Köpsl« leute zu N u"b d-r Ordnung < lohten J* Schuht-'»!'" ■ bic W6“® Säb-th'» ' ff. W11 U9 8>** ....ÜÄ* SÄäS zSs « uu'N-^r-!-" int «'».nnet - t WL obn Voi-'tinn* iiud v* j. A O tJ j?» < die Perle LinaentelS Odenwaldes? Odenwald A.Bvogei. Erstes v. grösstes Hotel am Platze. Elektr. Licht. Tel. No. 9. Volle Pension Mk. 4 —. Schöne Säle für gross. Gesellschaften. Angenehmst. Absteige-Quartier für Tourist. VorzflgL Verpflegung. Bi2/0 K. 85/04. Acker am I. Herren- und Damen-Doppelspiek. Einsatz 4 Mk. die in den Konkurrenzen I, II und V nicht genannt haben. B”/e Gießen, den 21. Juni 1905. Fluß- und Seefische 5. 3321 empfiehlt 3209 Handelskammer anzunehmen. 3330 zu vermieten. 3064 6 Zimmer sehen, billig m vermieten Juli r>n v\\, > Gceu-estraße 64. parterre. 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Der Vorstand der israelitischen NeligionSgemeinde Gießen. S. Heichelheim. Wncckan Örn IL Juli, nachmittags 3 Nhr, werden aus hiesiaem Ortsgericht und Freitags von 2—3 Uhr nachmittags. Der Turnier-Ausschuß: Sofmansgtrasse 7 Beletage, 6 Zimmer, sof. ob. später zu verm. Näheres pari. ,1885 Ich danke für das mir so vielseitig entgegengebrachte Wohlwollen bestens. Gießen, den 22. Juni 1905. ricl. Hriginal-AralUmeldunzen. Kiel, 22. Juni. Der schwer verletzt aufgefundene Oberleutnant Arnoldi erhielt seine Verletzungen durch drei Rowdies, die ihn überfielen und a u s r a u b t e n; sein Zustand ist sehr ernst. Wien, 21. Juni. Das Herrenhaus nahm nach mehrstündiger Debatte den Zolltarif, sowie das Zolltarifgesetz an. Lodz, 22. Juni. In den Straßen der Stadt wurde heute eine große Kundgebung veranstaltet, an der sich etwa 70 000 Personen beteiligten. Die Menge zog mit 25 roten Fahnen durch die Straßen. Es wurden aufwieglerische Reden gehalten. Die bewaffnete Macht war!anfänglich nicht anwesend, später schritt Militär ein und machte von der Waffe Gebrauch: dabei wurden 18 Personen g-etöt et und etwa 100 verwundet. II. III. IV. V. VI. VII. VIII. (M «s. W. Schulhof Telephon 119. Prompter Versandt nach ausrv. Täglich von morgens 9 Uhr ab frische Erdbeeren, Pfirsiche und pirschen, sowie alle Sorten Gemüse und Kartoffeln stets frisch und zu billigsten Tagespreisen J. Haneke! Schloßgasse 6. ^onkaarrenzen: Herren-Einzelspiel um den Wanderpreis des Turnier-Ausschuffes. Einsatz 6 Mk. Der Preis muß zweimal hintereinander oder dreimal ohne Reihenfolge gewonnen werden, bevor er in den endgültigen Besitz des Siegers übergeht. Der. Sieger des vorigen Jahres hat durchzuspielen. Sieger 1904: O. Glaeßgen, Gießen. Herren-Einzelspiel I. Klaffe. Einsatz 6 Mk. Viel Zeit und Mühe erspart sich die Hausfrau mit Heute von 5—8 Uhr: Kuhfteisch 45 Pfg. 8»/, Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert. Kommerzienrat Gail. Jean Kirch. Hauptmann Köttschau. Beigeordneter Curschmann. Privatdozent Dr. Mönckeberg. M. Hamers. Mieten an mich ergangenen Aufforderungen zufolge, er- laube ich mir hierdurch mitzutcilen, daß ich infolge Vergrößerung meines Werkes, welche augenblicklich vorgenommen wird, nicht in der Lage bin, ein Mandat zur Petersburg, 22. Juni. Das Nntersuchungskomitee füt die Kapitulation Port Arthurs ist nach 'Durchberatung sämtlicher Dokumente zu dem Resultat gelangt, daß die Kapitulation unumgänglich war, da weder von der Land- noch von der Seeseite Hilfe zu erwarten war. Die Kommission stellte, da sich der größte Teil der Zeugen in japanischer Gefangenschaft befindet, einstweilen ihre Tätigkeit ein. Petersburg, 21. Juni. Petersb. Tel.-Aa. Ein heute bekannt gegebener kaiserlicher Erlaß besagt: Angesichts der Notwendigkeit, die Prüfung der Hauptfragen der Verwaltung des" fernenOstens mit der im Reiche in Geltung befindlichen allgemeinen Drbnuitg für die Erledigung der Geschäfte der Gesetzgebung und der höheren Verwaltung zu vereinigen, wird die Aufhebung des Sonderkomitees für den fernen Osten nebst der Kanzlei dieses Komitees befohlen. Mntl-ZininittmlMiUn mit Gas- und Wasserleitung, Neubau Rodheimer Straße per 1. Juli zu vermieten. 1903 ____ ____________K. Coft. 20'121 Wohnung» 4 Zmuner im 1. Nennungslisten liegen aus: auf der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers, bei dem Hauswart der Großherzogl. Landes-Universität, u „ , des Gießener GesellschastSvereins. Außerdem können Nennungen schriftlich an Herrn M. HamerS, Gießen, Bismarck- vchmbmWne ganz neu, 2 Jahre Garantie, sehr billig abzugeben. Näheres durch 04144J A. Ockel, Tiefenweg 10. Konkurrenz I ist offen für alle in Gießen wohnenden Spieler. Die Konkurrenzen II, IV, V, VII und VIII sind offen für alle Spieler und Spielerinnen der Provinz Ober- hessen und von Klubs an der Lahn. Die Konkurrenzen III und VI sind offen für Spieler Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur Kenntnis, daß das Register zur Erhebung der in unserer Gemeinde ausgeschlageueu Komnumalbe- dürfnisse für das Jahr 1905/06 zur Einsicht eines jeden Interessenten acht Tage laug auf dem Bureau des Unterzeichneten offen liegt, mit dem Bemerken, daß Beschwerdeik gegen die in dem Register enthaltenen Ansätze binnen der ersten vier Wochen nach Ablauf der Offeulegungssrist, entweder schriftlich oder mündlich bei Groß- Herzog!. Kreisamt vorgebracht werden müssen und daß fpater vorgebrachte Beschwerden keine Berücksichtigung mehr finden können. 3263] Gut erhaltene Bade- »Än6iU9lmmt810. DdelskmvlttM!. Geeignete Kandidaten für die Wahl zur Handelskammer sind die Herren: Klein-Li* Betreibe meine in früherer, bekannter Weise selbst wieder weiter. 3319 Hochachtungsvoll Will. Rinn. Kamillenblüten kurz gepflückt, kaust die 8807 Emil Horst - August Noll II denen jeder Wähler seine Stimme geben möge. In meinen Neubauten an der West-Anlage find mehrere schön eingerichtete elegante Wohnungen zu vermieten und per 1. Oktober ev. früher beziehbar. Durch Zusammenlegen von 2 Stockwerken mittels Verbindung einer separaten Treppe können die schönsten herrschaftlichen Wohnungen von 10—11 Zimmern mit allem Zubehör hergerichtet werden. 3252 Näheres Baugeschäft Wimr, Hosmannstr. 14. WegzngShalber schöne 5-Zrmmer-Wohmmg mit allem Zubehör per 1. Oktober ru verm. Stephausiraße 11. >3316 2669) Schöne, nicht so große 5'Zimmerwohu. (Mansarde), nut Klosett, Wasser und Kochgas ver» fDeulSthö crstkl.Selidaria-Fahrräüdr A auf Wunsch TeilztiMung. T Anzahl. 20, 30. 50 M.T xjJl Abz. 8—15 M. mou. 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Die Aussperrung! der Arbeiter sämtlicherMetallwerke Baherns dürfte baldigst zur Tatsache werden, nachdem die Arbeiter die Vorschläge der Industriellen verworfen haben. In Augsburg haben bereits 6 Fabriken 5000 Metallarbeiter ausgesverrt und den Betrieb ein* gestellt. Der äußere Grund der Differenz besteht darin, daß die Arbeiter eine Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit auf 57 Stunden und 10 Prozent Lohnerhöhung verlangen, während die Arbeitgeber 58 Stunden und eine der Zeitverminderung entsprechende Lohnerhöhung zugestehen. Seitens der Metallwerke wird darauf hingewiesen, daß in Nürnberger 'Arbeiterversammlungen offen ausgesprochen wurde, es handle sich darum, zu wissen, wer „Herr im Hause" sei, und daß erklärt wurde, man habe zunächst in Bayern mit der Agitation begonnen, weil dort der Boden am besten vorbereitet sei. Danach wird der Streit von den Arbeitgebern als Prinzipienkampf aufgefaßt und im Interesse der energischen Selbstverteidigung durchgefochten werden. Darmstadt, 21. Juni. Der Ausstand der W e i ß b i n - der-, Maler- und Lackier er g e Hilfen wurde nach nochmaligen Verhandlungen durch'Abschluß eines bis 1. März 1908 giltigen Lohn- und Arbeitsb ertrag es nach nahezu 12 wöchiger Dauer beendet. Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgt nächsten Freitag. kc. F r a n k f u r t a. M., 22. Juni. (Teiegr. Ong.-Bencht des ,Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- .HattdelskaMMee-Wahl. Anläßlich der bevorstehenden Ersatzwahl zur Handelskammer dürfte es sich wohl empfehlen, einen der frei gewordenen Sitze einem Direktor der bergbaulichen Interessen in Oberhessen zu übertragen. Der Handelskammerbezirk der Provinz umfaßt diejenigen Kreise, in denen ein bedeutender Bergbau betrieben wird, und es wäre für diese für das ganze Wirtschaftsleben Oberhesfens bedeutsame Montanindustrie von großem Nutzen, ihre Wünsche in der Handelskammer direkt vertreten zu können: außerdem wäre es für letztere auch angenehmer, bei bergbaulichen Angelegenheiten gleich durch ein Mitglied das Nötige zu erfahren, als daß fie erst bei den betreffenden Interessenten herumfragen muß. Die Mehl« und Getreideindustrie ist an dem hiesigen Platze nicht mehr von solcher Bedeutung, daß sie einer Vertretung erneut bedurfte, und darum wäre es gewiß gerechtfertigt, dem'Bergbau endlich einmal auch einen Sitz in derjenigen Kammer einzuräumen, in welcher die hauptbergbaulichen Interessen unseres Landes kulminieren. Wir schlagen Herrn Bergdirektor August Müuker vor. (D”/ft für 2^m?^ller Suppe. In kürzester Zeit und nur mit Wasser zuzubereiten. Angelegentlichst empfohlen von o- /6 Heinr. Arnold II,. Marktstrasse 28. Steinbruch - Verkauf. Montag den 26. Juni, nachmittags 2 Uhr, will ich meinen in der Gemarkung Geilshausen an ber. Staatsstraße Grün berg—Londorf gelegenen Pstaster'steinbrnch, Gesamtfläche 3500 qm, mit dem dazu gehörigen Inventar auf Großh. Bürgermeisterei Geilshausen versteigern lassen. Der Bruch liegt 10 Minuten von zwei Bahnhöfen entfernt. Zuschlagssrist 14 Tage. t 3284 Reinhardshain, den 19. Juni 1905. *- Karl Rotü. Cat hi Hettler Theo Nauheimer °*161 Verlobte. Giessen, 22. Juni 1905. Unter dem Protektorate Sr. DurchL des Fürsten Karl v. Solms-Hohensolms-Lich. Feier des 20jährigen Bestehens des Giessener Radfahrer-Vereins 1885 ,0 am l, 2. und 3. Juli 1905 in Giessen verbanden mit Grossen sportlichen Veranstaltungen des Gan IX (D. R. B.) Frankfnrl a. K. Programm: Samstag, den I. Julis Abends 8*/, Uhr: Festkommers in der Turnhalle des Turnvereins Gießen. Sonntag, den 2. Julis Früh 67, Uhr: Weckruf. Hon 8 Uhr ab: Empfang der an der Dauerfahrt teilnehmenden Vereine, Einzelfahrer und Motorradfahrer im neuen Saalbau, lowie der sonstigen auswärtigen Festteilnehmer am Bahnhof. 11 Uhr: Fröhkonz^rt im Neuen Saalbau. 1 Uhr: Festessen im Neuen Saalbau. 27, Uhr: Aufstellung des Corso. 8 Uhr präcise: Preis-Corso durch die Straßen der Stadt verbunden mit Kretzer M-AOtzrt eis Melde keck« nach dem Sportsplatz an der Haardt, daselbst 87* Uhr: Beginn des Schirl- rrnd Krrrrstretgerr-, Gruppen- sowie BahnwettfahrenS. Grosses Goppel-Konzert auf dem Rennplatz und der Terrasie, /vusgeführt von der gesamten Kapelle des Thüringischen Ulanen- Regiments No. 6 (Hanau), unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten, des Kgl. DiusttdirektorS Herrn Urbach, foroie der hiesigen Feuerwehr-Kapelle, unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Weller. 8 Uhrr Preis-Verteilung und darauf folgende Reunion in der Festhalle auf TextorS Haardt. Auf der Terrasie: Grosses Volksfest und Tanz. [Montag, den 3. Julin 8 Uhr: Atxsfslig per Rad oder Wagen «ach dem Forstgarten und Schiffenberg. Abfahrt vom Ludwigsplatz. 11 Uhr: Früh-Konzert im Garten des Hotel Schütz. 3 Uhr: Abfahrt mit IKusik vom Neuen Saalbau nach dem Feftplah. Von 37, Uhr ab: Vereinsfahren, Kunstfahren, Motorrennen, Radballspiele, Während dessen: Konzerts 8 Uhr: Preisverteiknng in der Festhalle Grossos Volksfest mit Tanz auf der Terrasie. Bet eintretender Dunkelheit: Grosses Brillant-Feuerwerk. Musik: Die Kapelle des Thüringischen Ulanen-RegimentS No. 6 (Hanau) unter persönlicher Leitung ihre- Dirigenten, deS Kgl. Musikdirektors Herrn Urbach. Regelmässige Ommbmsrblntog nach und von dem Festplalz 3086 G. Nauheimer, möbl. Wohn- tmb immer für einze tisch. 6< >elne Danze 3288 chrtftl. Dieldlmaen unter ereS im Laden. 3830 an den Gieft. An-, erbeten. Vertreter 3087 Ä. Ranhelmer. 8 Zimmer, gut eingerichtet, an ruhigen Herrn zu »ernt s04080 Hofmannstrafte 8. 8. 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