Nr. 18 Erstes Blatt. 155. Jahrgang Samstag 21. Januar 190S W Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Ve,vg»preirr monatlich 75 PI., otertel- jährltch Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zrveigsletlen monatlich 6a Pf.; durch diePost NU. 2.—viertel- jährl. ausfchl. Beslellg. Annahme van Anzet'm jv öie Tc rSvvmmer den polit ttnb u e»a. Teil- P. WittLo; für „(Btobt und Land" und „Genchrssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. er Anzeiger General-Anzeiger w ©rf* ■ amt Gießen. _______ Herberg.________________ Die Hypothekenglaubiger von Grundstücken in der Gemarkung Gießen werden wiederholt auf die Vorlage der Urkunden zur Beitragllng der neuert Kennziffern und Flächen» inbalte aufmerksam gemacht. Die Frist für die unentgeltliche Beitragung durch das städtische Vermessungsamt läuft mit dem 1. Februar 1905 ab. Gießen, den 7. Januar 1905. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros Gesellenprüfung. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden in den Monaten Marz und April statt. An derselben können alle jungen Handwerker auS Heuchelheim, Wicscck, Altenbuseck, Bellern, Großenbuseck, Bllrkhardsfelden, Hausen, Watzenborn-Steinberg, Leihgestern, Langgöns, Großen-Lmden, Klein-Linden, Garbenteich, Annerod, Rödgen, Trohe teilnchrnen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüflingen beendet ist. Anmeldlingen zur Prüfung sind unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum 20. Februar an den ilnterzeichneten Ausschuß zu richten Die Prüflingsgebühr betragt 3 Mark und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzufenden. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellenprüfltng u. A als Vorbedingung für die Anleitlinq von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nachteile im Gefolge hat. Gießen, den 18. Januar 1905. Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins zu Gießen. Traber, Vorsitzender. Stre k d-r N'kqarkeiter im gtußrflrßief. Der Stand des Streiks ist ganz unverändert Nach der Statistik des Bergbaulichen Vereins, in welcher die StaatSzechen nicht einbegriffen sind, waren bei der Morgenschicht am Freitag 195 604 Mann ausständig. Die heutige große Bergarbeiter-Versammlung in Bochum war von 7 00 0 Menschen besucht, weitere 3000 fanden keinen Platz im Saat. Den Vorsitz führte der bekannte Katser- delegierte Schröder. Der Vorsitzende des christlichen Gewcrk- vereins referierte über die gestrigen Dortmunder Verhandlungen und betonte, daß der Bergbauliche Verein die Vertreter der Gewerkschaften nicht anerkennen wolle, während die Negierung sie anerkannt habe. Sachse vom alten Verband hob hervor, daß jetzt nach dein Scheitern des Vermittlungsversuchs der Regierung unbedingt am Streik festgehalten werden müsse. Ein Zurück gebe es jetzt nicht mehr. Die Versammlung verlief in tadelloser Ordnung bei sehr großer Begeisterung. Etne von Sachse vorgeschlagene Resolution wurde einstimmig angenommen. Die von der Bergarbeiter-Versammlung in Bochum gefaßte Resolution legt gegen die Abweisung her rechtsmäßigen Vertretung der Bergarbeiter durch den bergbaulichen Verein Verwahrung ein und spricht die Erwartung auS, daß dieser über die Forderungen der Arbeiter, welche nur zu gerecht seien, verhandeln würde, um im allgemeinen Interesse zum Frieden zu gelangen. Von der Regierung erwartet die Versammlung, daß sie den Notschrei der Bergarbeiter hört und ihnen durch endliche Einführung gesetzlicher Reformen auf dem Gebiete der bekannten Forderungen ausreichende Hilfe gewähre. Die Resolution spricht schließlich ben Entschluß au9, im Lohnkampf auszuharren und ihn in -Buhe, Ordnung und Disziplin dlirchznführen. Sie erwartet »on den Behörden gerechte Behandlung bei Attsrechterhaltung der Ordrmng und volle Versammlungsfreiheit und bittet um ben Beistand des Bürgertums. Gestern, Freitag, beschlossen die Vorstände der vier Bergarbeitervcrbände, jeden Ausständigen, der mindestens zwei Monate einer Organisatidn angehört, wöchentlich mit 10 Mk. sowie mit 50 Pfg. für jedes Kind zu unterstützen. Die übrigen noch nicht organisierten Arbeiter erhalten 9Mk. Im Bochumer Revier wurden allenthalben wegen des Ausstandes die Festlichkeiten zu Kaisers Geburtstag abgesagt. Wie aus Montreal gemeldet wird, trifft die Dominion Coal Company Vorbereitungen, Kohlenverschiffungen nach Deutschland ins Werk zu sehen angesichts der Lage, die durch den Ausstand im Ruhrgebiet geschaffen worden ist. Bis jetzt hat sich die Börse mit einer großen Zähigkeit gegenüber der Allsstandsbewegung im rheinisch-westfälischen Kohlen' revier gehalten. Jeder Tag brachte festen Börsenschluß, selbst für die Aktien der Kohlentitdustriegesellschaften. Zuerst hielt die Börse immer noch die Hoffnung wach, daß es überhaupt nicht zum allgemeinen Ausstand kommen würde, dann vertraute sie auf die Vermittlungsversuche der Regierungsvertreter und weiter baute sie darauf, daß schon die finanzielle Seite der Sache eine lange Dauer der Arbeitseinstellung nicht zulasse. Und als alle diese Hoffnungen zu schwinden begannen, die Negierungsvertreter die Ansicht au§» sprachen, daß der Streik recht lange dauern könne, da erst begannen die Kurse abznbröckeln und die Freitag-Börse oerfehrte in recht gedrückter Haltung bei geringem Geschäft. Unter anderen verloren Gelsenkirchener 2 pCt., Zarpener 1.10 pCt. Wir sind der Ueberteitgung, daß eher ein weiteres Fallen der Kurse zu erwarten ist, als das Gegenteil, zumal auch sonst die Borsentendenz — so durch den Zwischenfall in Petersburg — und auch durch die dortigen Arbeilernnruhen, eine recht gedrückte ist. Der K-ieg. Ein kleine? Gefecht. General Kuropatkm meldet vom 18. Januar: Zwanzig Werst nördlich von Sinmintrng wurde am 16. Januar eine japanische Patrouille von einer kleinen Abteilung unserer Kavallerie überrascht. Vier Japaner wurden getötet, einer gefangen genommen. Zur Kapitulation von Port Arthur. General Stössel erklärte, als Port Arthur kapitulierte, sei es höchstens noch fünf Tage verteidigungsfähig gewesen. Die Russen hätten keine Geschütze gehabt, um die Angriffe ab zu weisen. Es seien den Russen nur fünf Granaten für jedes große Geschütz geblieben. Tie von den Japanern gefundene Munition sei meist für kleine Kaliber passend gewesen. Bei der Zurückwerfung einzelner japanischer Angriffe seien oft mehr als eine Million Patronen verschossen worden. Tie Pferde hatten kaum genügt znm Transport der Geschütze. Ein anderer Offizier erzählte, alle russischen Fahnen seien am 1. Januar an Bord der russischen Zerstörer in Tschifu ein getrogen. Nutzbarmachung der gesunkenen Schiffe. Man schlug vor, einen Tamm quer vor der Hafeneinfahrt von Port Arthur zu errichten und das Wasser auszupumpen als Vorbereitungen, um die russischen Kriegsschiffe zu retten. Bei der Tiskussion über dieses Projekt erklärte ein japanischer Seeoffizier, unter gewöhnlichen Umständen würde eine so ungeheure Arbeit sich nicht lohnen, aber in Anbetracht der Fahrzeuge, die man 'dabei zu gewinnen hoffe, der geringen Tiesenverhältnisse und des geringen Umfanges d^s Hafens wäre das Entwässern des Hafens die am wenigsten kostspielige Methode, die Schisse für die Japaner nutzbar zu machen. (Es ist aber doch wohl anzunehmen, daß die maßgebenden japanischen Kreise an eine so unglaubliche und undurchführbare Idee nicht denken. D. Red.) Die Neutralität Chinas. In einer Ausladung der „Köln. Ztg." über die Frage der Neutralität Chinas heißt cs: Was die angeblich in der an China gerichteten russischen Note ausgesprochene Trohung betrifft, Rußland werde in China Turkestan besetzen, wenn China seine Neutralität in Zukunft nicht besser wahre, so erhalten wir von zuverlässiger Seite die Mitteilung, daß eine solche Tröstung in der russischen Note nicht enthalten ist. Tie russische Beschwerde richtet sich im wesentlichen gegen die Wegnahme eines russischen Torpedobootes in Tschiftl durch die Japaner und gegen die Cstunchusen, die angeblich unter der Führung japanischer Offiziere einen Guerillakrieg gegen Rußland unterhalten. Auf die letzte Beschwerde soll Estina geantwortet haben, daß es für die Handlungen von Privatpersonen nicht verantwortlich gemacht werden könnte und daß die Chunchuscn lediglich als solche handelten. Die Großmächte und China. Ein Rundschreiben des Staatssekretärs Hast hatte die Erhaltung der Integrität Chinas formell zum Inhalt und ist von allen nicht am ostasiatischcn Krieg teilnehmenden Mächten, ent die es gerichtet war, Deutschland, England und Frankreich, in gleicher Weise angenommen worden. Tie Bedingungen sind in dem Rundschreiben in der Hauptsache ein selbstverleugncudes Gesetz, welches die Mächte sich selbst auferlegen in der ausgesprochenen Absicht, -jede Ge b ie t s e r we i t e r n n g zu Ende des Krieges zu v e r h i n die r tt tmb das Prinzip der offenen Tür aufrechtzuerstalten in dem Okbictc, wie cs im eigentlichen China zurzeit besteht. Daher sind weder R u ß l a n d n c«,ch Japan a u f g c f o r d e r t worden, sich d i e s e nt Abkommen anzus chließen, und China als interessierter Teil ist nalörlich ausgelassen worden. Es bedeutet dies also tatsächlich, daß Rußland und Japan ihre Differenzen int fernen Osten auf dem Krieastheawr selbst tu Ordnung bringen müssen, nämlich in der Mandschurei. Port Arthur ist in dem Rundschreiben sorlgelasßn worden: es geht dies China an, dessen '"0-gritöt die Mächte ti'bcrcingcfommen sind zu bewahren. Es wird in diplomatischen Kreisen allgemein! angenommen, da die Mächte sich selbst verpflichtet haben; den Status auo M respektieren, daß jeder mögliche Grund füT einen künftigen Zusammenstoß aus benti Wege geräumt ist. M--'M'.» ---UL' PMiscke Tagesschau. Aus dem Reichstag. Eitt gutbesetztes Parkett, volle Tribünen, am Regier-, ungstisch Graf Bülow, Staatssekretär Graf Posadvwsky imbt der preußische Handelsminister Möller — das war dach! äußere Bild der Sitzung, in der die Volksvertretung bett] Bergarbeiterstreik im Rustrrevier erörterte.! Graf Bülow nimmt also die Situation so ernst, daß er es für seine Pflicht hält, ttamens der Regierung auch int Neichsparlament das Wort zu ergreifen vor dem ressort^ mäßig zustättdiqen preußischen Minister Möller. Abg.! Huö, der Redakteur der „Bergarbeiterztg/ß begründete utj stundenlanger Rede die sozialdemokratische Interpellation- und er ging darauf aus, in dieser Frage einen Gegensatz zu konstruieren zwischen dem Reichskanzler und dem preußischen Handelsminister. Die Worte des Grafen Bülow int preußischen Wgeordnetenhause hätten unter den Bergarbeitern svmpathisch berührt, Herrn Möllers Reden inl demselben Parlament aber hätten alle Illusionen zerstört! und das baldige Ztrstatidekommen einer Einigung zwischen Unternehmern und Arbeitern geradezu verhindert, weil sichi der Minister namens der preußischen Regierrmg zum Anwalt der Zechenbcsitzer aufgeworfen habe. Daß Äbg.. Hue dem Verhalten des Obcrbergamts und der preußischen^ Polizei im Streikgebiet Anerkennung zollte, verschärfte den^ gegen Minister Möller gerichteten Angriff. Im übrigen forderte der Redner die Negierung auf, gemeinsam mit den Bergarbeitern gegen das Kohlensyndiürt vorzugehen. Tamit kam er aber bei dem Grafen Bülow an die falsche Adresse. Der Kanzler zog einen scharfen Trennungsstrichs zwischen dem Streik an sich! und dessen parteipolitischer! Ausnutzung seitens der Sozialdemokratie, die täglich ganzes Wgaenladunqen von Oel ins Feuer gieße. „So erleid)tern'j Sie uns die schwere Aufgabe der Vermittelung!" rief! Graf Bülow grollenden Tones der äußersten Linken $uJ Scharfe Worte gebrauchte er auch flogen die Arbeiterorganisationen, in denen er „Exerzierplätze, Manöverfelder dep! Umsturzpartei" erblickt. Starker Protest links, leb Hafter- Beifall rechts. Es muß. um die Friede nsaussichte ns int Ruhrrevter wohl schlecht bestellt sein, denn Graf Bülows ermahnte nochmals und auf das eindringlichste beide Teile zur Besonnenheit und Mäßigung, und Minister Möller erklärte bedauernd, daß die Vermittelungsaktion auf einem! toten Punkt angelangt sei, weil die Arbeitgeber ablehnten, in kontradiktorische Verhandlungen mit dem Arbeitern einzutreten. Im ganzen dürfte aber den Bergarbeitern die Rede des preußischen Handelsminifters sympathischer sein, als die des Grafen Bülow, das ttnirc die umgekehrte Wirkung der int preußischen Landtage gehaltenen Ministerreden. Es ist dies kennzeichnend für oie schwierige Lage der Regierung dem Streik gegenüber. „Wer^ einen Konflikt zu schlichten sucht, bekommt gewöhnliche Prügel", meinte Herr Möller. Gereizt ist jedenfalls auch.' die Negierung, aber das Verhalten der Zechenbesitzor trägt daran wohl nicht zum geringsten Teil die Schuld. Die, Sympathien des Zentrums sind, ime Abg. Stötzel darlegt^ auf Seiten der Bergarbeiter. Die Konservativen, für die Abg. v. Normann sprach, sehen nur den Kontraktbrnd). der Streikenden. Aud) ein Standpunkt. Der Fall Haffe. Der Fall des Landgerichtsdirektors Hasse aus Breslau, der zur Waffe griff gegen einen Erpresser schmählichster Art, hat weit über die Grenzen Tieutschllandss Aufsehen erregt. Sofort setzte die schon seit Jahren sehr rührigs Agitation wieder ein, ulm an diesem eklatanten Beispiel nachzuweisen, die Aufhebung des 8 17 5 des Strafe gesetzbuches, der eine begehrte und bequeme Hand- habe für Erpressungen «liefere, könne nicht länger vertagt werden. Wir wollen die Frage unerörtert lassen, ob den^ Personen „mit unglücklicher Veranlagung" eben dieser Veranlagung wegen Straffreiheit zugestanden werden soll. Nur)^ sei bemerkt, daß gerade auf dem sexuellen Gebiete mit ebensoviel Recht zahlreiche andere Täter sich auf „nnglück-^ liche Veranlagung" berufen könnten, wodurch sehr bedenkliche Sittenzustände geschaffen würden. Denn fällt erst ein# Schranke, die mit gutem Vorbedacht von dem O^esetzgeber emditet wurde, so folgen leichit andere nach. Auch die' ernste Befürchtung ist nicht von der Syvnb zu weisen, daß! mit Duldung des Verkehrs, den der 8 175 trifft, die schon' jetzt unerfreulichen Zustände im Straßenleben derl- Großstadt nicht gerade gehoben tverden. Es gibt der Aergernis erregenden Erscheinungen schon genug. Uebrigens' ist der Einwand berechtigt, die Erpressung bliebe dow bestehen, auch wenn der 8 175 fiele. Sie nähme nur andere Formen an. Der Erpresser würde zwar nicht mehr mit Anzeigen an die Gerichte drohen können, wohl aber beispielsweise mit Verbreitung von Tatsachen, nachweislich wahrer Tatsachen, in dem Familien- und Bekanntenkreise oder bei den Vorgesetzten des Opfers. Auch in solchen! Füllen ließen sich sicherlich die meisten Opfer herbei, das! Stillschweigen durch Geld zu erkaufen, inu nicht entweder kompromittiert M «werden oder Amt und Stellung zu ver-> liefen. Wartnhaussteuer. Gegen die Erhvbnna preußischen Warenhaus-1 steuer hat d. r ..Verband deutscher Waren und jowfbäufer"' an die Regierung l'nd den preus>isd)ien Landtag eine Ein- gabt sott e i schrift cinpercidyL E- wird benin ausgeführt, daß eine treuere Erhöhung beitj Deutsches Reich mundet. gesandt. Aus dem Militär-Wochenblatt. Dr. Hall- gelehnt. _ „ Stuttgart, 20. Jan. In Vertretung des Königs begibt sich Herzog Robert Zu den Beisein ngsfeierlich- leiten nach Weimar. in tititt 5 seitens werden, $ 9e9«i(t?nonnnfii $ra «r. tu, bereits entschieden. . m , Moskau, 20. Ian. Im P o l r r e i a m t Z u P oicho ch o n ie explodierte eine Dpnamitbombe und richtete arge Zerstörungen an Ein Polizeibeamter wurde getötet, ein anderer schwer ver- Verlodte: Llbemd. ___Nrfiorl>e«^- Ans Hladl und La»d. Gies;en, den 21. Januar 1905. Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den Aktuar bei dem Amtsgericht Altenstadt, Kalt, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. *• Lieferung an den Berliner Hof. Die bisher aus Gießen für die Kaiserlichen Hofjagden bezogenen Frank- surter Würstchen sind nun auch für die Kaiserliche Tafel in Aufnahme gekommen. Der mit der Lieferung betraute Metzger- meister Schreiner hat vor einigen Tagen 150 Paar als erste Sendung auf Bestellung an die Hofküche nach Berlin 21. kosteten: Pxllei 2£fctl5-WH’i pr. §tck. 6—«i Sinienrr. Vier 32 1,00-1,60 'M i 1,80-2,20 70-80 £"?• flfi.’rf) pr. blind 60 76 fsq., Ralbtltiicb Ö6-74W RatloF 8;09—10.00 ' bi§ 0 «mu in ft ^roefidwn ver 3er 0.00 M Stißfrai fe. (fron’’ markt, heu kv' M, 2.50. "Ilies i > 6D große aui< !lr ClOlf - bie toltfwi N, VcrtnifcbUte * Berlin, 20. Jan. Heute nachmittag ö1/« W stießen zwei Güterzüge auf dem Ringbahngütergeleise zwischen den Stationen Moabit und Wedding infolge des Ueberfahrens des HaltesrgnaleS durch den einen Güterzug zusammen. Eine Lokomotive und mehrere Wagen entgleisten. Zwei Wagen gerieten in Brand, dieser wurde aber alsbald durch die Feuerwehr gelöscht. Zwei Beamte sind leicht verletzt worden. Die Sperrung der Güterstreeke wird voraussichtlich zehn Stunden dauern. • Krefeld, 19. Jan. Die Stadtverordneten beschlossen heilte in geheimer Sitzung, die Stelle de§ Oberbürgermeisters mit einem AnfangSgehalte von Mk. 15 000 wieder auSziischreiben. In der Stadt war da§ Gerücht verbreitet, die Wahl werde auf den Beigeordneten Dr. Bertram fallen. • Rostock, 21. Jan. Auf dem Binnensee bei Ribnitz ertranken beim Schlittschuhlaufen der Lehrer Rehberg und dessen Pensionär, der Schüler Titus. * Erfurt, 21. Jan. In der letzten dreitägigen Frost-, periode im Thüringer Walde sind 9 Personen ber Kalte 3um Opfer gefallen. • Triest, 20. Jan. Der Lloyddampser „Kalypse" ist am 16. Januar nachts bei heftigem Nordweststurm bei Heraklea an der anatolischen Küste gleichzeitig mit einer größeren Anzahl anderer Fahrzeuge gestrandet. Die Bemannung ist in Sicherheit. Einzelheiten fehlen. • Athen, 20. Jan. In der vergangenen Nacht wurde in ganz Thessalien ein heftiges Erdbeben verspürt. In Larissa sind einige Häuser eingeslürzt. * 5 m Schnee st urm verirrte Soldaten. Eine italienische Bersaglierikornpagnie machte am 9. d. M. einen Ueubngsmarsch durch die Vorberge des Mont Cenis. Auf dem Rückwege wurde, wie die „Münch Allg. Ztg." mitteilt, die Truppe von einem heftigen Schneesturm überrascht sodaß man kaum fünf Schritte weit sehen konnte. Die Offiziere ermahnten «ihre Leute, beisammen zu bleiben und sofort zu rufen, wenn sie das Gros verlieren sollten. Aber der Sturm wurde immer stärker, er wirbelte den zwei Paris' & ' fliBiiyU-- Beleuchtung re. verursachen, so daß eine Erhöhung der Mlt-1 gliedsbeiträge eintreten müßte. Auch muß diese Zeit zur Reinigung und Instandsetzung der Eisbahn benutzt werden, wenn diese morgens wieder gebrauchsfähig sein soll, Aus all diesen Gründen hat der Vorstand beschlossen, bis auf weiteres die Eisbahn an Wochentagen abends 7 Uhr zu schließen. ** Aus dem Bureau des Stadtthe aters. Am Souutag abend igeht Gutzkows „Z oPsund S ch w e r t , in sorgfältiger Vorbereitung in Szene. dlrn Nachmittag findet "als Fremdenvorstellung die letzte Auffahrung des „Kilometerfressers" statt. Alle, die den überaus lustrgen und übermütigen Schwank, der regelmäßig wahre Jociter* keitsstürme entfesselt, noch nicht gesehen haben,,eren auf diese Letzte Gelegenheit hingewieseu. Da für dre nachsM 13eit eine größere Reihe schwieriger Novitäten in Vorbereitung stehen, war die Direktion in letzter Zeit ge»- nötigt, auf einige ältere Repertoirestücke zur ückzu greif en. Vorbereitet werden augenblicklich: „Anna von H es s en, Schauspiel von Theodor Virt, „Kater Lampe', Komödie von E. R o s en o w, „M ar i a Friedhamme r", XTanttf von Heinrich Lilicufens, ^,Der Familien tag", ^ustsptel von Gustav Kadelburg, „Um SeinetwillenSchauspiel von S. Jesnitzer. Hungen, 20. Jvn. Wie bekannt, erhalt der^ hiesige Bahnhof eine ganz bedeutende Erweiterung. Die dazu I vergebenen Arbeiten wurden dem Bauunteriiehmer — ilh- Häuf I. aus Eschollbrücken bei Darmstadt übertragen; er hat bereits seit einigen Tagen mit der Ausführung begonnen. Die erften Arbeiten beziehen sich auf größere Maurer-, Wegebefestigungs- und Erdarbeiten der linken und rechten Westseite, bezw. der linken und rechten Ostseite, wozu errr I größeres Grundstück von deut Fürstl. Solms-Braunfelsschen Gelände von feiten der Bahnverwaltung erworben wurde. In zweiter Linie ist ein Personeutunnel geplant, wodurch ein Ueberschreiten der Betriebsgleise vermieden und dadurch Nnglücksfällen vorgebeugt wird. Ferner soll eine Verlegung der Stellwerksanlagen und des Lokomotivschuppens vorgenommen werden. (L. P.) R.--B Darmstadt, 21. Jan. (Eigener Drahtbericht.) Ze. Kgl. Hoh. der Groß Herzog ist heute vormittag um 10.55 Uhr mittels Sonderzuges aus Schloß Lich hier wieder I eingetroffen und inS Neue Palais gefahren, wo mehrere Empfänge stattfanden. , Maeleill von Privat i^ CeO. Rrfb 5ant>05bt Mumet Harprnn Fuß hohen Schnee auf und veranlaßte zahlreiche Lawinenstürze. Mit Mühe und Not erreichte die Kompagnie das Fort Eassa, wo sie sofert antrat. Da zeigte es sich, daß zwei Mann fehlten. Der Hauptmann Nasi, die Leutnants - ’2ius oem 3Jiuiinr-a)uajciiuiuih , d'Erroeo mmd Raggio und 20 Alpenjäger von der Besatzung wachs, Oberarzt bet Landwehr 1. Aufgebots (I Darmstadt) des Forts brachen unvedMch auf, um nach den Vermißten als Oberarch in der Schutztruppe für Südwestafrika mit Paten. Asse öom °rl 19 3 tlugeüeüt. . verhallten ungehört in dem rasenden Heulen des Stur- ** Kaufmann sgencht. An der am Freitag, dem I inC!= dem Donner der Lawinen. Bis 9 Uhr abends 20. Januar, stattgehabten Wahl der Beisitzer zum Kaufmanns- setzte die brave Truppenabteilung ihre Rettungsversuche qericht beteiligten sich 41 selbständige Kaufleute und 102 Hand- fort, bann kehrte sie gänzlich erschöpft wieder in das Fort lungsgehilfen. Es vereinigten sich davon auf die Vorschlags- zurück. Hier befürchtete man nun allgemein, daß die zwei liste der Kaufleute 41, auf die Vorschlagsliste der Handlungs- Vermißten draußen erfrieren würden. Dem war aber gehilfen 102 Stimmen, und zwar: 43 auf den Zettel mit erfreulicherweise nicht jo: eine kleine Lawine hatte dtt beiden! dem ersten Namen Will, 53 Stimmen auf denjenigen mit aus der Marschkolonne heraus in eine Schlucht hinab- I »em ersten Namen Enqel, und 6 aus di- Etaünzunqsliste I bemerken konnten, ®§ fi"b ’üna$ mit je 41 Stimmen zu Beisitzern an§ L setzung der festgestellten Aussagen. Die nächste osfentliche Sitzung ! findet Mittwoch vormittag statt , . . „r ! Petersburg 20 Jan. Tie Petition der Arbeiter! ! an den Kaiser lautet folgendermaßen: Wir. Arbeiter, Be- svohner von Petersburg, kommen zu Dir. Wir und elende, beschimpfte Sklaven und erstickt von >rcSpottvmus und Willkür Als bie Grenze ber Gebulb erreicht war, stellten wir bie Arbeit ein unb baten unsere Herren, uns nur bas zu geben, ohne bas bas Leben eine Qual ist. Aber alles würbe abgelehnt, alles ist nach ber Meinung der Fabrikaten ungesetzlich. Wir hier, viele Tausende, sowie das ganze russische Vock haben keme Menschenrechte Durch Deine Beamten sind wir ^aven geworden. Jeder welckwr wagte, von dem Schutze der Interessen bes Arbeiterstanbes zu sprechen, wurde ins Gefängnis geworfen, ^er gestmte Jrbciter«' und Bauernstand wurde der Willkür Überla 11 cm Da.» Beamtentum I besteht aus Räubern unb Dieben an ben Staatsgelbem ^-as Beamten tum bracktc tm« Land, in gänzlichc Zerrüttung, burbrtc ihm den schimpslickfcn Krieg auf rmd Rußland 'w^cr mehr an ben Ranb bes Untergangs. Das ^>olk ist jeber Möglichkeit beraubt, seine Wünsck>e unb Forberungen auszubrücken und an b^r Festse^ung der Besteuerung und der StaatSausgaden teiizn- nehmen Alles dies widerspricht dem menschlichen und göttlichen Recht Wir wollen lieber sterben als unter solchen Gesetzen weiter Heben. Mögen unter solchen Verhältnissen die Kapitalisten und Beamten leben? Kaiser! Hilf Deinem Volke! Vernichte die Scheidewand zwischen Dir und dem Volke? Möge das Voll vereint mit Dir regieren! Aus uns spricht mcht ^.retttig- keit, sondern der Wunsch aus einer uns allen unerträglichen Lage herauszukommen. Die Volksvertretung ilt u ne n t be I) r » lich Es ist notwendig, daß bas Volk mitregiett. Befehle, Vertreter aller Stänbe unb Klassen, auch ber Arbeiter, berufen werben! Dies ist unsere Hauvtbitte. Wir haben aber noch andere Die Petition zählt bann diese Wünsche auf, bie sich hauptsächlich auf bie verzweiflmigsvolle Lage ber Arbeiter beziehen unb schließt: Befehle bie Erfüllung unserer Bitten — unb Du machst Rußland glücklich, wenn nicht so sterben wir hier Wir haben nur . zwei Wege: Die Freiheit unb bas Glück ober bas Grab. Wir bringen gern um er Leben Rußlanb zum Opfer bar " _ Eine Aborbnung bes Abels des Gouvernements Minsk, bestehend aus den Fürsten Krontskp, Sokolinski, Lenbanski, Kiriakoff und Srhamanski, begab sich zum Minister des Innern und überreichte ihm im Namen des ganzen nordwestlichen Distrikts 1 eine Petition in welcher Gleichheit ber Rechte für alle Nationalitäten unb Klassen im Reiche gefordett ivirb. Der Minister antwortete, bie Frage sei nickü nur in Angriff genommen, sonbern wirb abends elektrisch beleuchtet unb bleibt bis 8 Uhr ge- t^r Öffnet. Zu dem .Eingesandt", das Offen lassen der , v>vnu)i5J(l(U. Eisbahn bis abends 9 Uhr betreffend, teilt uns ber J.hht, t46e"r.' 21' 3an' Hngauner und Betrüger ” 3«»” ™ ä »jSsjrxK skssäUsS hiernut gemaebt, aber von dieser Einrichtung wenig ober <)etruq§ vorbesttaste Hermann Maurer. Nach ben Ermittelungen gar kein Gebrauch gemacht wurde. Außerdem würde I Staatsanwaltschaft ist dieser als Wandcrrcdncr beim dieie Aenderung bedeutende Mehrkosten an Arbeitslöhnen d e r L and wirte beschäftigt gewesen, hat auch den '^erjuch gemacht, bei ber Sozialdemokratie unter-u-i wik ■ - fA" [tgtn. L, ■ ? delt ' ■ V r L y: pi* apQut*1 i. ct ml £ ««J * kI3','i'-' iji Ul' -, jC3 yw 1 _ tiaiijge-!* gu iei o'h vhl ' den M >» Lawinen- ipagnie das i sich, d°ß . "eutnanw r Besatzung ar,»mißten »eile vorzu- A schüii- d-s «L Uhr °brnds Va^W »V 8g -ß d>e § wat * , die hech^ kncht^ fennt"' r Lchlu-H geklett-r i >hn" juet dn^ l^nnp i'etfdW* L tt d" schien ! und -in- ob« 1 k, Uiit tont men. Die Heim atsbe Hörde bezeichnet den Angvklayten als Gelegenheitsarbeiter. Die Staatsanwaltschaft in Vrenzlan fahndet frfvon längere Zeit auf den gemeingefährlichen Menschen, welcher sich in der dortigen Gegend damit beschäftigt hat, die Bauern bereinzulegen, indem er sich als den „feinen Mcmu" hin stellte unb sich den Titel „Direktor beilegte. Als solcher etablierte er dort Geflügelzucht- und Mastanstalten im Großen und erschwindelte, indem er falsche Angaben machte, das dazu nötige Bieh und die Einrichtungen. Nebenbei machte er sich an eine enterte Familie heran, deren Tochter er vorgab, heiraten zu sollen, zu welchem Zweck M. sich um 4 Jahre jünger ausgab, als er tatsächlich ist, auch verschwieg, daß er verheiratet ist. . Selbstverständlich wurde der zulünftiae Schwiegervater angepumvt. Sn den letzten Tagen vor seiner Verhaftung in Vilbel machte t w Angeklagte in Offenbach einen Pachtvertrag, um das Restaurant zu den drei Königen zu übernehmen. Auch die Sicherheits- b'Hörde in Frankfurt a. M. hat das sehnlichste Verlangen, .Herrn W , der sehr vielseitig zu fein scheint, auf den Zahn zu fühlen. Bor unserer Straflammer handelte es sich um eine Zechprellerei, begangen bei dem Wirt Sch. in Gießen. Der Staats- Anwalt hatte gleich eine zwefte von dem Angeklagten in Friedrichsdorf im Taunus begangene Zechprellerei mit unter Anklage gesollt. Maurer hatte hier wie dort gegen Entree Vorträge über Japan gehalten und seinen gespannt lauschenden Zu- l'vrern erzählt, daß er 4 Jahre in diesem Lande gelebt habe. In beiden Fällen aber erzählte er auch den Lokalinhabern, die er mit der Zeche sitzen ließ, er sei vom Kaiser von Japan resp. von dessen Regierung angestellt, sei in seiner zweiten Heimat ent der Malaria erkrankt, beziehe fein Gehalt und sei nur auf einige Zeit nach Deutschland wegen Kräftigung f'iner angegriffenen ^sundheit beurlaubt. Natürlich handelt es sieb um ein Märchen, j>ntn er hat nie Japan betreten. Der Staatsanwalt wollte den wiederholt rückfälligen Betrüger, welcher als solcher überaus gemeingefährlich sei, auf iy2 Jahre ins Zuchthaus schicken. Der Gerichtshof bewilligte aber noch einmal mildernde Umltände und ließ es bei einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr 4 Monat c bewenden. Sport. Paris, 20. Jan. Gordon Bennett, der Stifter des bekannten Automobilpreises, ist an einer Lungenentzündung schwer erkrankt. Fmnilien-Nachrichten. Verlobte: Bertha Mohr, Angenrod, Karl Hedderich, Elbenrod. Gestorben: Herr Jakob Welker, Alsfeld. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 20. Januar 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2‘/a Prozent. Anfangs- u. Schlußknrfe. Oest. Kredit . . 211.50 212.90 Deutsche Bank - . 236.50 236.25 Darmstädter Bank . 142.75 142.62 Bochumer Guß . . 237.10 237.25 Harpener Bergbau Tendenz: . 209.90 Schwach. 209.50 Märkte. Gießen, 21. Jan. Marktbericht. Auf heutigem Woebenmarckt kosteten: Butter pr. Pfd. 0.80—O.t'O Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfg. ? Stek. 15—OO Pfg., Gänseeier 00—OO Pfg., Enteneier 7—0 Pfg., Käse pr. Ctck. 6—8 Pf., Kasematte 2Stck. 5—6 Pfg. Erbfen pr. Liter 21 Pfg., Linien pr. Liter 32 Pfg., Tauben vr. PaarO,8O-O,9OMk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 55—65 Pfg., Ochsensteisch vr. Pfund 70—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—6,50 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aevfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg Zwetschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis t'.OO Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 8—2 Uhr. fc. Frankfurt a. M., 20. Jan. H e u- und Stroh- »nar k t. Heu kostete heute Mk. 3.00-3.60, Stroh Mk. 1.80 bis Mk. 2.50. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest. Aosfls 806 btn Stmbkssmksn-ißmi der Steht Gießer. Eheschließungen. Am 14. Jan. Wilhelm Bopf, Kaufmann dahier mit Margarete Hardt hierselbst. — Wilhelm Klein, Küfer dahier mit Thekla Hewdig Löhmer hierselbst. Geborene. Am 8. Januar. Dem Schlosser Karl Euler ein Sohn. Am 9. Jan. Dem Kaufmann Friedrich Wilhelm Pannecke ein Sohn, Friedrich Wilhelm. Am 11. Jan. Dem Kunst- und Handelsgärtner Rudolf Weber ein Sohn, Hermann Heinrich Friedrich. 9lm 12. Jan. Dem Bäckermeister Heinrich Prieß eine Tochter. Am 13. Jan. Dem Maurer Christoph Schneider ein Sohn, Heinrich. — Dem Dreher Franz Joseph Ganß ein Sohn. Am 14. Januar. Dem Vizefeldwebel Wilhelm Meisel eine Tochter, Emma Elisabeth Frieda. Am 15. Januar. Dem Bahnarbeiter Adam Kaiser eine Tochter. Am 18. Jan. Dem Schmied Philipp Schomber ein Sohn, Heinrich. Gestorbene. Am 17. Jan. Johannes Diehl, 44 Jahre alt, Taglöhner dahier. — Gustav Hammann, 90 Jahre alt, Pfarrer i. P. dahier. Am 18. Jan. Karl Nofl, 1 Jahr alt, Sohn des Schneiders Wilhelm Nofl dahier. Am 19. Januar. Johanna Fertfch, geb. Beyer, 60 Jahre alt, Ehefrau des Pfarrers i. P. Ferdinand Fertfch dahier. — Heinrich Schomber, 10 Stunden alt, Sohn des Schmieds Philipp Schomber dabier._______________________________________ Aieteoroloaiscke Beobachtungen der Station Gießen. Januar 1905. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 20. 2" 753,5 4- 2,3 3,1 58 NE. . 2 Sonnenschein 20. 936 753,6 - 1,3 3,6 79 NNE. 2 Heller Himmel 21. 725 752,6 — 5,2 2,9 93 NE. 2 W V Höchste Temperatur am 19. bis 20. Januar — -V 2,9D C. Niedrigste „ „ 19. „ 20. „ = — 5,00 C. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Verlauf der Witterung seit gestern morgen: Die Wetterlage weist nur sehr wenig Aenderung auf, mir haben flache Randgebilde des südwestlichen Tiefs Bewölkung hervorgerufen. Das östliche kräftige Hoch schiebt sich, unter Einwirkung eines im höchsten Norden über dem Eismeere vorbeiziehenden Tiefs langsam südwärts nach Südost-Europa. Bei dieser Druckverteiltmg ist Fortdauer der Frostpertode zu erwarten, doch können flache Teilgebilde uns etwas stärker beeinflussen und vereitizelt etwas Schnee Hervorrufen. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 22. Januar 1905: Trüb, vereinzelt im Gebiet etwas Schnee, ein wenig milder. Frostperiode fortdauernd. ____________Näheres durch die Gießener Wetterkarte. UJö^rntlie r Ilrbcrlidit brr TobrsMk in brr Stobt Hießen 51. Woche. Vom 11. Dez. bis 17. Dez. 1904. (Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 linkt. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 18,90 nach Abzug von 2 Ortsfremden: 15,12'7t. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: int vom 1. Lebcusiahr: 2.—15. Jahr Altersschwäche 1(1) KD —— —r- Krebs 1 1 — — Bronchitis Wochenbettfieber 2 2 —— — 1 1 — — Mittelohrentzündung 1 — 1 — Lebensschwäche 1 — 1 — Darmkatarrh 1 —. — 1 Verunglückung 2 (1) 2(1) — — Summe 10 (2) 7 (2) 2 1 Sinnt.: Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie vi der Todesfäfle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Kunst und ^SiTenftfiafL München, 20. Jan. Der Münchener Journalisten-- ”n ° S riftstel l er- Verein ergreift die Initiative für eine Münchener Schillerfeier großen Stils. Er erläßt demnächst Emladungen zur Bildung eines großen Komitees. Neapel, 19. Jan. Heute abend wurde im San Carlo* Theater Leoneavallo's „Roland von Bertin* auf- fleführt. Die Zuschanermenge, die das Saus in asten Teilen dicht besetzt hielt, brachte dem Komponisten» der immer wieder vor die Rampe gerufen wttrde. begeisterte Huldigungen dar. 11 riirllc Meldungen. London, 21. Jan. Aus Herac lea am Schwarzen Meere einlaufenden Dampfer melden, daß durch einen furcht» baren Sturm 32 Segelschiffe und sieben Dampfer im Hafen von Heraclea vernichtet worden seien. Unter den Dampfern befindet sich die „Kalypso" vom österreichischen Lloyd, drei türkische, ein griechisches und zwei französische Schiffe. Man befürchtet große Verluste an Menschenleben.. Einzelheiten fehlen noch wegen der Unterbrechung des telegraphischen Dienstes. Paris, 11. Jan. Die Wirkung des Streiks int, Nuhrrevier ist auch in Frankreich zu spüren. In Französisch-Lothringen sind einige Fabriken auf Ruhrkohlen angewiesen. Dort herrscht jetzt große Verlegenheit. Man sucht notdürftig Ersatz durch belgische Kohle herbeizuschaffen. Washington, 20. Jan. (Reuter.) Die Beziehungen zwischen den 23 er einig ten Staaten und: Venezuela sind entschieden gespannte. Der amerikanische Gesandte in Caracas. Bowen, meldet, die Vorschläge des Präsidenten für die Regelung der Angelegenheit der Asphalt-Compagnie und anderer ftreitiger Punkte seien derartig, daß es für Amerika unmöglich sei, sie anmnehmen. Präsident Castro hat, als ihm hiervon Mitteilung gemacht wurde, die Verhandlungen abgebrochen, wenigstens für einige Zeit, indem er die Hauptstadt auf unbestimmte Zeit verlassen hat. Es ist beinahe als sicher anzunehmen, daß die Vereinigten Staaten eventuell zu Zwangsmaßregeür gezwungen werden, aber man wird dazu nicht eher die Zuflucht nehmen, als bis alle Mittel der Diplomatie erschöpft sind, da die Regierung der Vereinigten Staaten- nicht beabsichtigt, mit übertriebener Eile vorzugehen. Telephonische F ni 3Vi% Reichsanleihe . . 101 80 3Vi do. . . . 89.75 Wt% Konsole .... 101.80 3°/0 do 89.80 3*/9°/n Hessen .... 100.00 3V, % Obsrhesson . . . 99.70 4 % Oesterr. Go'drento . 10170 4‘b% Oesterr. Silberrente 100.30 4% linear, Doldrento . . 100.00 40/ Italien Rente , . . 105.00 Portugieser » . . 64.70 30/ Portugiesen 64.00 1 % C. Türken . . . . —.— Türkenlose 130.00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 51.00 41/» % Süssere Argentiner —.— Tendenz: s i* Kursbericht. iktnrs a 21. Januar. 3o/(l Mexikaner .... 33.00 4VoVa Chinesen .... 92.20 Electric. Sebuckert . . . 138 00 Nordd Lloyd . . , . 109.50 Kreditnktien 212 00 Diskonto-Kommandit, . , 192.10 Darmstädter Bank . . . 142.40 Dresdener Bank .... 158.20 Berliner Handelsges. . . 164 50 Oesterr. Staatsbahn . . . 138.50 Lombarden . . . . . 17.50 Gotthardbahn 193.00 Laurahütte 256.00 Bochum ...... 236.70 Harpener 209.70 Staatsschatzscheine ... —.— Neberzeugen Sie sich, daß in meinem kunstgewerbl. Institute Ihnen mindestens das Gleiche in Möbeln, Betten, Innendekorationen re. 2c. geboten wird, als in auswärtigen, von Nichtfachleuten und mit Niefenspesen betriebenen sogen. Möbel-Fabriken. 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Js., nachmittags 3 Uhr, • soll auf hiesigem Rathaus die I der Gemeinde Watzenborn- Steinberg zustehende Feld- | und Wakdjagd auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Watzenborn, 20. Jan. 1905. Gr. Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg. 415 Hirz. Verfteigerrrng. Montag, den 23. d. MtS., nachmittags 2'/, Uhr, sollen dahier, Marktplatz 20, im Adler: 1. Haus- u. Küchengeräte aller Art, 2. 1 Eisschrcmk, 3. 1 Kuh, 4. 1 Fahrrad, 5. 4 Stämme Werkholz(Eichen) u. n. A. gegen bar versteigert werden. Gießen, den 21. Jan. 1905. 4201 Seipel, Gerichtsvollzieher. kunimslsiuhcii.WiiitMiiht 0356 znm CinkansHPreiS. Gummischuhe werden sachge- maß repariert. Heinrich Aff, Löwengaffe 20. Iagdverpachtung Dienstag, denSl.Januar l. Js., nachmittags 1 Nhr, soll im Nathause zu Herbstein, die Jagd der Gemeinde Herbstein, umfassend 320 Hektar Wald und 1490 Hektar Feld, auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. 412 Nähere Auskunft erteilt der Unterzeichnete. Serbstein, 20. Jan. 1905. roßh. Bürgermeisterei. Schneider. 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