ch "Merm-' W KiBE- yy-nt« —^Nweq^ ^ttstrabe IQ j, SL Laufmädch^ W. B« er'ingen ?ethestratze 31, n. -Hypothek für I» Objekt ehe Meldungen untet WnerjW^ «Ich fiebern gW81?1 ^rjtasjBerlinN^!U «sä °tl Stluttil'9'»’?* tt SLLZ •* . baushalt (ür en„ 'Ucht- 04740 ' ' ttfier Strobe 28, II. ^ö^en geg.Vergiiumq K lerubung. gej. [04746 J 'urad, Teltersweg 62, ' ; äita!£j HammKrol!-' 15. :hr?ker, lt.Abfolvent einer Baute, mit Bureau- und >, lucht jolort Clellung. . Meld, unter 04735 an ner An;eiger erbeten. chaustücht.,Iolid.,ziwer> erb. Mann iuch i.soi. ob. BeMt. Am liebsten in od.AaschenbiergejM. .u. 04719 a.bMt tb Lmg. Cchristl. Md. an den ffliefi- tri. der Kurz-, Voll-uÄeib' nche durchaus enabrene,, rkäuserin sucht SteÜQ. fjiel Geschäit. GdiriitL Ma.d.Kieb.An^nb. SÄ X LJMenÖrofie 1. (ffl SttilkNl. ch nud) on9; - ;üne Ho^er Fkr. 167 «««„» außer Sonnlag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener KamtUen- Mittet viermal in der Woche betgelegt. RetGttonflbrud n. Ber- teq der Brühl schen vnwers^Buch-u. Stein» bmderti. 8t Bange. Rebafttxm, »nwbttUm and Druckerei: EcholVrotze 7. Adresse für Devescherr: Anzeiger GMe>3en. Fernipri-chanichluß Nr 5t Evftes Blatt. 155. Jahrgang Mittwoch 19. Juli 1905 O monat?ich7?^^^el» GletzenerAnzelgerW ’s* General-Anzeiger " ** t.-SsS£ den poltt und tj .eiit, Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen WWZ W zetgenteil: banS Beck Die sieutige Kummer umfaßt 8 Seiten ? ■ ■■Ll. ■■£■"„■■■!--■. 1 1____"L.!2.L^_!_ ..■■■. Kolitischr Tagesschau. Ruhstrat. Die „Oldenb. Nachr.” teilen mit, daß Minister Nuhstrat -licht an eine Demission denke. Also Harr Ruhstrat sieht nicht den allermindelten Grund, ftch ins Privatleben zurückzuzichen. Der „Nordd. 9ldq. Ztg.” Höflichkeit schweigt natürlich dazu. Aber ein so häufig reichsofftziöses Blatt wie die „Köln. Ztg.” schreibt kurz und bündig: „Die Stellung des Herrn Nuhstrat scheint uns nach diesem Prozeß allerdings vollends unhaltbar geworden zu sein." Der ebenfalls leider sehr offiziöse „Berl. Lokalanz.” bemerkt, der Rücktritt Ruhstrats sei „allgemein angenommen” worden. Die konservative „Kreuzztg.” schreibt, Herr Ruhstrat habe alsbald und schweigend die Konsequenzen ziehen müssen. „Ein früherer Staatsanwalt und jetziger Justizminister sollte sich nicht auf Verjährung berufen dürfen, wenn ihm Verfehlungen nachgewiesen werden, zu deren strafrechtlicher Verfolgung er zurzeit der Tat selbst verpflichtet gewesen wäre.” * Geh. Kommerzienrat Frentzel f. Mit dem Geh. Kommerzienrat Frentzel, der, wie uns gestern der Telegraph meldete, am Montag abend in Berlin gestorben ist — der Druckfehlerteufel nannte ihn gestern „Fe- rentz” — hat der deutsche Handelsstand einen seiner hervorragendsten und tüchtigsten Wortführer verloren, einen Mann, der weiten Blick und festen Charakter mit warmem Gefühl für seine Berufsgenossen und für die Ehre des Kaufmanns vereinigte. Lange Jahre hat Frentzel, getragen von dem Vertrauen der gesamten deutschen Handelswelt, im gewerblichen Leben eine führende Rolle gespielt. Er hat seinen Platz an der Spitze des deutschen Handelstages auch nach zeitweiligen Mißhelligkeiten, die in Aeußerungen bei der Börsenenquete ihren Grund hatten, behauptet und würdig auSgefüllt. Er war von echt freiheitlichem Geiste erfüllt, als Parteimann wie als Kaufmann, und in der Geschichte des deutschen Wirtschaftslebens wird sein Name mit Ehren genannt werden. Geboren war Adolf Frentzel 1833 in Köslin. Bis in oie siebziger Jahre betrieb er ein großes Getreide- und Ocl- geschäft, das dann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. 1871 erfolgte feine Wahl in das Aeltestenkollegium der Berliner Kaufmannschaft, dem er bis 1895, seit 1888, als Vorsitzender angehörte. Seit Jahren war Frentzel Mitglied des preuß. Landeseisenbahnrates und seines ständigen Ausschusses, seit 1887 Vizepräsident und seit 1890 Präsident des Deutschen Handelstages. 1897 wurde er ins Herrenhaus berufen. Den Charakter als Geheimer Kommerzienrat hatte er 1889 erhalten. Frentzel war seit einer Reihe von Jahren auch Mitglied des Zentralausschusses der Reichsbank. An zahlreichen Unternehmungen großen Stils beteiligt, bekleidete er eine Anzahl Aufsichtsratsposten, so insbesondere bei der Direktion der Diskontogesellschaft und das Amt eines Aufsichtsratsvorsitzenden bei der Deutsch-Asiatischen Bank und der Deutschen Hypothekenbank in Berlin, sowie bei der Schan- tung-Eisenbahn-Gesellschaft das des stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates. In allen seinen Aemtern hat sich Frentzel durch Pflichtbewußtsein und Gewissenhaftigkeit ausgezeichnet. * Sozialdemokratie itnb Königstreue. Unter dem Titel „Sozialdemokratische Briefe über Vaterlandsliebe" bringt Dr. David in der Zeitschrift „Die neue Gesellschaft" nun als 5. Brief eine Auseinandersetzung über Konigstreue. Bezeichnenderweise v.-'ieht'dr dieses Wort jedesmal mit Anführungszeichen. Als Mann von gelehrter Bildung — David war bekanntlich ftüher in Gieße n Gymnasiallehrer — bringt er zuerst gründliche historische Betrachtungen und geht nach Philologenart von ^.a- citus aus. Die alten Deutschen, so schreibt er, kannten kein Fürstentum von Gottes Gnaden, sie hatten nur gewählte Führer und Fürsten. Diese haben dann im -an,e der Jahrhunderte ihr vom Volk erhaltenes, Amt in die souveräne Fürstengewalt umgewandelt und die freie ^>olts- gemeinde zur Untertanenschaft degradiert. Diese Umwandlung wird beschrieben in den Worten: „Mit zäher Energie haben sich die germanischen Volker gegen die Einimpfung der byzantinischen Staatsrechtslehre und der römisch-christlichen Untertänigkeitsmoral gefträubt Erst nut der neuzeitlichen Entwicklung der Waffen- und Kriegstechmk gelang es den Fürsten, gestützt auf ihre Berusssoldateska, den bemo- kratischen Widerstand in der mittlerweile auch wirtschailUch versklavten Bauernschaft 8u brechen. Die Hinabstoßung der rerchsfreien Stadtgemeinden in die fürstliche Untertanenschast war dann das letzte, leichtere Stück der dynastischen Machtusurpation . Interessant ist, daß David der Meinung, diese Entwicklung sei vom Standpunkt volkswirtschaftlicher Betrachtungen ein Fortschritt gewesen, keineswegs widerspricht. Auch gesteht er zu, daß die Schäden einer kapitalistischen Republik größer sein können als die Schaden einer kapitalistischen Monarchie. Dagegen macht er, tote es bei einem politischen Standpunkte nicht anders zu erwarten ist energisch Front gegen die Art königlicher Monarchie, die heute in Deutschland die Vorherrschaft hat. Das Muster, nach dem diese Monarchie ihre Struktur erhalten habe, sei das ftanzösische ancien rögime. Auch das Hof zeremoniell, das heute am preußisch en Koni g s h o fe herrsche, ,uhre auf Ludwig XIV. zurück. Die Stutzen der heutigen Monarchie seien drei privilegierte Kasten: der alte Grund- und Waffenadel, der Geldadel und die Klertset. Als das Ideal der Sozialdemokratie wird dgs Selbstbestimmungsrecht Der Ration hingestellt. Dr. David zeigt hier, daß er über eine wahrhaft blühende Phantasie vcrft'igt, denn die enge Koalition zwischen Thron, Altar und Geldsack als dreier Faktoren, die einander zum gegenseitigen Nutzen in die Hände arbeiten, ist ohne Zweifel ein hübsches Gebilde sozialdemokratischer Phantasie. Was sagt d-r G'ld'ack >s fierm Vaiil Singer dazu? Der Ä ien Rußland? FriedenSnnterh'ändler. Wer nur einigermaßen die russischen Vcrhälinissc kennt, weiß, daß im Zarenreich kein Staatsmann, am wenigsten einer, der manche Beweise von Ungnade erfahren hat, die „Bedingung” stellen kann, durchaus nach eigener Entschließung zu verfahren. Die Sache ist die, daß Witte einfach zum Friedensunterhändler befohlen worden ist und daß er ein ganz genaues Programm von Zugeständnissen mitnimmt, das er nicht ohne ausdrückliche Einwilligung von Petersburg aus überschreiten darf. Rach einer Petersburger Privatdepesche soll Witte, der heute, Mittwoch, über Paris und Cherbourg seine Reise in die 93er. Staaten antritt, in düsterer, ja unzufriedener Stimmung sich befinden. Das läßt sich denken, daß der Minister von diesem sogen. Vertrauensauftrag, den zu erhalten er sich nicht bemüht hat, über dessen Erteilung er vielmehr, wie in unterrichteten Kreisen erzählt wird, geradezu erschrocken war, wenig Gutes erwartet. Solche Aufträge, bei denen die Aussicht des Fehl schlagens doppelt so groß ist als die des Gelingens, werden in Rußland gern an Personen erteilt, die man dadurch zunächst los zu werden, alsdann zu kompromittieren und endlich gänzlich ihres Einflusses zu berauben hofft. Ein Mann wie Witte, der von Anfang an dein ostasiatischen Abenteuer auf das entschiedenste widerraten, der immer wieder seine Stimme erhoben hat, dem Krieg ein Ziel zu setzen, genießt durchaus nicht etwa wegen seiner richtigen Voraussicht nachträgliche 9(nerFenmmg und Wertschätzung. Der Unglücksprophet ist eine mißliebige Persönlichkeit, seine Gegenwart wird als ein unausgesetzter stiller Vorwurf empfunden, jede neue Hiobspost bedeutet einen Triumph der Voraussage. Witte hat den Krieg nicht zu hindern vermocht, nun soll er zeigen, ob er Frieden schließen kann. Aber was für einen Frieden! Die Herren in Petersburg betrachten die japanischen Siege immer noch als Zufalls-Siege. Die russische Kriegskunst gilt der japanischen als mindestens ebenbürtig, die Mannschaften sind ebenso tapfer — nur hatte Japan den Vorsprung durch bessere Vorbereitung, den „freventlichen” Beginn der Feindseligkeiten ohne Kriegserklärung und durch die Nähe des Kriegsschauplatzes. Sonst wäre alles anders gekommen. Also Rußland läßt sich herab, den mißlichen Zufälligkeiten Rechnung zu tragen und für diesmal in die Beendigung des Krieges einzuwilligen. Rußland geht von dem Gedanken aus, daß den Japanern dadurch ein großes Entgegenkommen zuteil wird, weil die Japaner schließlich doch einmal am Ende wenn nicht der finanziellen, so doch der militärischen Mittel anlangen müßten. Diesem unvermindert starken Selbstgefühl, das in allen Kundgebungen zu Tage tritt, soll nun Herr v. Witte gefälligst Rechnung tragen. Er soll den „Japs", den „gelben Affen", und wie noch die russischen Namen für den verachteten Gegner lauten, nur das Allernotwendigste ihrer Forderungen bewilligen. Unter keinen Umständen darf die „Wurde" Rußlands, die Ehre der Nation verletzt werden. Eine Verletzung der Wurde liegt schon beispielsweise in dem japanischen Anspruch einer Kriegsentschädigung. Dergleichen ist, mit dem berühmten Zarenwort zu sprechen, „frech und taktlos". Merkwürdig, daß gerade die Kciegsentschädigungsforderung mehr als jeder anderer Anspruch, mehr als die Rückgabe der Mandschurei, in die doch auch ein ungeheures Kapital gesteckt ist, die russischen Machthaber erbittert. Vielleicht läßt es sich so erklären, daß es wie ein Hohn erscheint, etwas hergeben zu sollen, was man selbst nicht besitzt und was man selbst am dringendsten braucht. Nun wollen, nach dem „Daily Expreß", zwei starke Finanzkonsortien, ein englisches und ein deutsches, die Beschaffung der Kriegsentschädigung übernehmen. Unseres Erachtens sind die französischen Finanzhäuser „die nächsten dazu", weil Frankreich am meisten in russischen Werten engagiert ist und insofern am meisten Interesse an der Beendigung des Krieges hat. Aber für Rußland ist die Sorge der Beschaffung mehrerer Milliarden das Nebensächliche, es braucht selbst bitter notwendig Geld, auch nach dem Friedensschluß, und will nicht den Feinden die Taschen füllen, während seine eigenen Taschen leer sind. An diesem kritischen Punkt kann die Mission des Herrn v. Witte leicht zum Scheitern kommen. Die Gegner Witte's, die immer noch mächtige Kriegspartei, deren „bestellte Arbeit" wohl die stürmisch die Fortsetzung des Feldzugs verlangenden Erklärungen vom Kriegsschauplatz sind, mögen im Stillen mit diesem Fehlschlag rechnen, der Witte als Staatsmann hinwegräumt und den Zaren zu wiederholen nötigt: Den letzten Mann und den letzten Rubel! Ein Interview bei Witte. Alles dieses findet seine Bestätigung durch folgende neueste amerikanische Meldung: I New York, 18. Juli. „Associated Preß" meldet: Der Präsident des russischcn Ministcrkomitces Witte empfing heute in Petersburg den Vertreter der „Associated Preß". Auf die Bemerkung desselben, daß die Welt die Ernennung Wittes zum Friedcnsbcvollmächtigten so auffassc, als ob Rußland den: Brieden um ieden Preis wolle, antwortete der Minister: Rein! Der Kaiser bat mich zu seinem außerordentlichen Botschafter ernannt, um die Gewißheit zu erlangen, ob ermöglich sei, Frieden zu schließen. Meine persönlichen! Ansichten sind von u n t c r g e o r dn e t er Bedeutung. Ich! habe vom K'aiser genaue Weisungen erhalten; die letzte Entscheidung verbleibt ihm. Der Kaiser wünscht den Frieden, aber ich fürchte sehr, daß die japanischen Bedingungen solche sind, daß wir nicht zu einem Ver- tragsabfch''nß kommen können. Ich gestehe offen, daß ich zur Friedens vorbei gebäre, und daß ich vor dem Kriege die Auftecht- crbalttmg des Friedens begünstigte, daher bin ich sicher, wenn ich berichte, Japans Bedingungen seien unannehmbar, daß bann das russische Volk sich durchaus an mein Urteil halten wird. Rußland ist nicht vernichtet. Die Unruhen urt Innern sind sehr ernst, doch wird die wirkliche Bedeutung dessen, was vorgcht, im Auslande nicht crkannt. Rußland kann nicht mit den wesentlichen Maßstäben gemessen werden, es gleicht einer großen Familie, die durch innere Zwistigkeiten zerriffen ist, doch werden diese Spaltungen verschwinden, falls das Volk die Integrität des Landes und seine Zukunft in der Geschichte als gefährdet erkennen sollte. Wir machen eine große innere Krisis durch, die durch viele ernste Ereignisse gekenn- reichnet ist, und es mögen uns noch viele andere bevorstchen, doch wird die Krisis Vorbeigehen, und Rußland wird wieder eine der vorherrschenden Mächte imeuropäische^ Konzert werden. Port Arthur, Weihaiwei, Kiautschou. Die Besetzung der Jtzsel Sachalin ober Karafnto, tote sie nun wieder durch die Japaner genannt wird, ist eins der untrüglichsten Anzeichen, daß die Regierung des Mikado ernstlich mit dem Zustandekommen des Friedens! rechnet. Durch die Besetzung der JNsel, sowie durch die Einnahme von Port Arthur kann man auf zwei Forderungen! schließen, welche Japan in den Friedensverhandlungen! stellen und auf deren Zugeständnis durch Rußland es bestehen wird. Dies sind die Mtretung der russischen Rechtsansprüche auf Port Arthur und Sachalin. Die Abtretung beider Gebiete sichert die von Japan geforderte; Garantie eines dauernden Friedens zwischen Rußland und Japan in Ostasien. Die strategische Lage von Port Arthur beherrscht Korea, die Mandschurei, die Provinz Schilt mit Tientsin, Peking und die am reichsten bevölkerte Provinz ^chantung, und die Wsährige Erpachtung durch die Russen ist von so ausschlaggebender Bedeutung für diese Länder, daß sie die Engländer bewog, den Hafen von Weihaiwei auf der Nordküste der Halbinsel Schantung, gegenüber Port Arthur, auf die Zeit zu erpachten, als Rarßland im Besitze von Port Arthur blieb. Der Zweck dieser Maßregel bestand zweifellos in der Msicht, in Weihaiwei ein Gegengewicht gegen den russischen Einftuß von Port Arthur zu habem Als die englische Erpachtung des vorzüglichen Hafens Web, haiwei diesem Zwecke nicht genügte, erhöhte 1900 das englisch-japanische Bündnis die militärisch-poliitsche Machtstellung gegen Rußland, und da die aggressive Tätigkeit und egoistische Handelspolitik der Russen in der Mandschurei, und Korea nicht nur die Lebensinteressen Japans, sondern: auch die Handelsinterefsen Englands und der amerikanischen! Union ernstlich bedrohte, erklärte Japan an Rußland benl Krieg, in welchem ersteres seine Seeverbindungen durch beide Seemächte gesichert sah. Tritt Rußland in dem bevorstehenden Frieden feine Pachtansprüche für Port Arthur an Japan mit Zustimmung Chinas ab, so fällt die Voraussetzung weg, unter welcher England Weihaiwei besaß, wen« nicht 'England mit China vorher zu einem anderen Eiw» Verständnis gekommen ist. England Ware tatsächlich in der Lage, Weihaiwei aufzugeben, ohne eine Einbuße seines Ansehens in Ostasien zu erleiden und dem nationalen Selbstgefühl eine Zumutung zu machen. J!a, es ließe sich der Verzicht auf Weihaiwei als ein gegen den deutschen! Pachtbesitz von Kiautschou gerichteten Schach- zug ausgestalten, wenn England das Aufgeben von Weihaiwei durch das Prinzip der Integrität Nvrdchinas^ begründete. Dadurch würde für D eutsch lan d eine wenig! günstige Lage in Schantung geschaffen, deren Her- beisuhrung schon jetzt von der Jvpan dienenden chinesischen Presse betrieben wird. Die Erpachtung des Kiantschou-Ge- bietes durch Deutschland, das rasche Aufblühen von Handel und Wandel in dem deutschen Freihafengebiete, der durch den Bau der Bahn von Kiautschou bis Tsinanfu stark wachsende Einfluß der Deutschen in der Provinz Schantung sind unzweifelhaft der chauvinistischen Partei in Japan ein Dorn im Auge, und auch der englische Kaufmann und' Politiker sieht mit Mißgunst auf die glückliche Entwicklung der kleinen deutschen Kolonie Kiautschou sowie , auf ihren Einfluß im Hinterlande von Schantuirg unb über dieses hinaus bis nach Tienffin und Peking., England ist aber sich sehr wohl bewußt, daß der bisherige japanische Bundesgenosse ein recht unbequemer Nackbar werden kann, wenn es ihm gelingt, China zur Durchführung seines wirtschaftlichen unb politischen Programms: ,^!os von Europa!" willfährig zu machen. Jv btefer Richtung ersteht eine „ßelbe Gefahr", welche nicht nur dem deutschen Handel und fernem Stütz- und Schutzpunkte Port Arthur Gefahr droht, sondern iirlche nach Deutschlands Beseitigung gewiß und am schärfsten gegen England vorgehen wird. Von diesem Gesichtspunkte aus wird England Weihaiwei unb sein Pachtrecht nicht aufgeben, umfoweniger, als die englische Kolonie^ obgleich so wenig für sie geschah, sich nicht ungünstig entwickelte, unb fein Hafen selbst für größte Schlachtschiffe vorzüglichen Schutz gegen Winb unb Wetter bietet. Weihaiwei ist bas letzte Glieb der Kette, mit welcher England brtu Erdball umschlingt, es bleibt ein sehr geeigneter Beobachtungspunkt für das Verbalten des verbündetes Japan. Das Verbleiben in Weihaiwei bietet England größere reale Vorteile als das Aufgeben, um Deutschland tyierburdj, ^fjfc-terigteiten in seiner Stellung zu China zum Vorteile von Japan zu bereiten. Sachalin. Eine japanisch-amerikanische Gesellschaft ist, fvie verlautet, zur Verwertung der Naturprodukte von Sachalin in der Bildung begriffin. Die japanische Regierung würde, so heißt es, eine für eine Reihe von Jahren fixierte Summe in Annuitäten von der genannten Gesellschaft erhalten und diese Kombination würde es Japan möglich machen, auf einen Teil der geforderten Kriegsentschädigung zu verzichten unter der Voraussetzung, daß die Außenwerke von Wladiwostok geschleift werden, weil Japan unumschränkt und unbedroht sein neues Gebiet verwalten will. In diesem Sinne sind die aus Washington stammenden Nachrichten abgefaßt. Vom Kriegsschauplätze. General Mischtschenko unternimmt große Streifzüge die Mongolei und scheint die Absicht zu haben, den Japanern vom linken Flügel aus in den Rücken ;u fallen. Japan kauft Schnelldampfer. Aus Tokio wird gemeldet, daß die japanische Regierung fix der letzten Zeit eine große Anzahl Schnelldampfer angekauft hat. Etwa 50 große Schiffe seien von verschiedenen Handels- und Schiffsgesellschaften in japanischen Besitz übergegangen. Die meisten seien in England angekauft, ein großer Teil in den Vereinigten Staaten von Amerika. Stöffel ein Verräter? In Petersburg zirkulieren Gerüchte, die sich mit per Person des Generals Stössel, des Verteidigers von Port Arthur, befaffen. Man erzählt sich ganz offen, die Kommission für Untersuchung der Uebergabe von Port Arthur habe sensationelle Mitteilungen erhalten, die Stöffel zum Verräter stempeln. Es wird behauptet, daß Stössel den Japanern für eine gewisse Entschädigung die Festung übergeben hat. Außerdem wird Stössel auch verschiedener sonstiger Unterschleife bezichtigt. Auf Anordnung der Untersuchungskommission darf General Stössel Zarskoje Selo nicht verlassen. Durch die Regierung ist ihm verboten, den ihm vom Kaiser Wilhelm verliehenen Orden pvur Io mSrite zu tragen.______________ Russische Neuigkeiten. Wie die Nowosto melden, sind die Vorbereitungen zum Empfang des Zaren in Moskau eingestellt. Kaiser Nikolaus wollte dort im Juli eintreffen, um am Geburtstage seines Sohnes Alexis die Einberufung der Volksvertretung zu veröffentlichen. Aus Petersburg berichtet die „Central News", daß in Kronstadt verzweifelte Aufstände stattgefundcn haben. Es wurden von aufrührerischen Marincmannschaften neun öffentliche Gebäude bestürmt und geplündert. Die Anzahl der Getöteten und Verwundeten ist noch unbekannt. Offiziell wird dagegen behauptet, daß „auf dem Linienschiffe Nikolaus II. in Kronstadt keine Meuterei stattgefunden" habe. Admiral Krieger erklärte einem Interviewer: Er hätte alles vorbereitet, um den meuternden „Potemkin" durch Torpedos in die Luft zu sprengen, zögerte aber- damit bis zum äußersten Moment, um dies schönste Schiff der Schwarzmeerflotte nicht der Vernichtung preiszugeben. Außerdem hätte er auch noch mit der rebellischen Stimmung auf den anderen Schiffen rechnen müssen. Das Gerücht, daß er uni seinen Abschied nachgesucht, beruhe auf Erfindung; ebenso sei ihm kein Befehl in dieser .Beziehung zugegangen. Er werde ruhig im Dienst verbleiben, e8 möge dann ein unparteiisches Gericht seine Angelegenheit untersuchen. Er, Krieger, würde sich diesem beugen. In den Eisenbahnwerkstätten der Station Tiflis erkrankten nach dem Genüsse von Tee 15 Arbeiter. Während der Nacht zeigten sich bei ihnen Symptome von Vergiftung, und 5 Arbeiter starben unter schrecklichen Qualen. In der gleichen Nacht wurde ein Arbeiter, der vor dem Tore der Werkstätte auf Posten stand, von Unbekannten ermordet. Alle erkrankten Arbeiter gehören der von der Regierung organisierten „Patriotischen Partei" an, die den Sozialismus bekämpfen soll. Die revolutionäre Partei verbreitet eine Flugschrift, in welcher sie die Arbeiter warnt, sich der „Patriotischen Partei" anzuschließen, da sie beschlossen habe, alle ihre Mitglieder auf gewaltsamem Wege zu beseitigen. Die Bewegung in Rußland scheint auch die in Deutschland tätigen russischen Landarbeiter zu ergreifen. Alljährlich treffen im Holsteinischen Russen ein, um in den Betrieben der großen Zuckerfabriken Beschäftigung zu finden. In Weffelburen im Kreise Norder-Dithmarschen, waren etwa 80 Mann tätig. Die sonst friedfertigen Leute rotteten sich in diesem Jahre zusammen, forderten höhere Löhne und zeigten die Absicht, den Besitzer und seine Beamten tätlich anzugreifen. Die Bedrängten riefen die städtische Schutzmannschaft zu Hilfe. Es gelang, die Ruffen in die Stadt zu bringen und einzuschließen. Unter polizeilicher Bewachung sind sie dann, wie es ihrem Wunsche entsprach, an die russ. Grenze gebracht worden. Aus Stadt und Kaud. Gießen, 19. Juli 1905. • * II. KK. HH. der Groß Herzog und die Großherzogin, sowie Prinz und Prinzessin Heinrich haben noch kurz vor ihrer Abreise von Schloß Hcmmelmark in Schleswig einen Abstecher im Automobil nach Meldorf gemacht. Sie besichtigten den Dom und das Museum Dithmarscher Altertümer und statteten dann Gustav Frenssen, dem Dichter des „Jörn Uhl", einen Besuch ab. • * Zum Feuerwehrfeste ist noch nachzutragen, daß am Montag Oberbürgermeister Mecum folgendes Antwort- Telegramm Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs verlas: Eckernförde, 17. Juli. Herzlichen Dank für treue Gruße. Mögen die schönen segensreichen Einrichtungen für die gesamte Menschheit weiter blühen und gedeihen. Erlist Ludwig. * • Den Justizbehörden desLandes ist ein Rundschreiben de8 Justizministerilnns zuqegangen, das cs für wünschenswert erklärt, einen Ueberblick darüber zu gewinnen, in welchem Verhältnis die Zahl der Fälle, in denen wegen unschuldig erlittene rUntersuchungshastaus Rechts- gründen oder Billigkeitsrücksichten eine Entschädigung gewährt wird, zu der Zahl der verhaftet aewesenen, aus der Untersuchung unbestraft hervorgehenden Personen steht. Es werden die Staatsanwaltschaften deshalb aufgefordert, in eine Liste alle diejenigen Fälle vorerwähnter Art einzutragen, die ab Januar d. IS. durch rechtskräftige Freisprechung und Außerverfolgungsctzung oder durch Einstellcn des Verfahrens von der Staatsanwaltschaft erledigt worden sind. (F. Ztg.) ** Die neue chirurgische Veterinärklinik wurde, obwohl der Bau im Innern noch nicht ganz fertig- gestellt ist, heute in Benutzung genommen, auch ein Beweis >afür, welch dringendes Bedürfnis eine derartige neue An- talt war. Der imposante Bau an der Frankficr-terftraße ist eine neue Zierde der Stadt, und seine Errichtung bedeutet, wie Prof. Dr. P f e i f fe r in einer Ansprache heute vormittag um 11 Uhr an seine Studierenden richtig bemerkte, einen neuen Markstein in der Entwickelung der Stadt. Eine offizielle Feier der Uebernahme hat noch nicht stattgefunden; Prof. Dr. Pfeiffer führte nur die Studierenden der Veterinärmedizin in die neue Anstalt ein und machte sie mit ihren Einrichtungen vertraut, indem er nach einer Ansprache im Operationsraum die Versammelten durch die übrigen Räumlichkeiten führte und dazu die nötigen Erläuterungen gab. Wir kommen auf die Ausführungen des Professors Pfeiffer und eine Beschreibung der Klinik noch zurück. Butzbach, 18. Juli. Der Stationsarbeiter Breiß bei der Verwaltung der Butzbach—Licher Bahn verunglückte gestern nachmittag gegen 2 Uhr infolge einer Spiritus- Explosion. Breiß wollte aus einer Kanne Spiritus aus einen jedenfalls noch glühend gewesenen Spirituskocher schütten. Hierbei geriet der Spiritus in Brand und brachte die Kanne zur Explosion, deren brennender Inhalt sich auf Breiß ergoß und ihn an den Händen, Beinen und teils am übrigen Körper schwer verbrannte. Es ist zu hoffen, daß Breiß wieder hergestellt wird, doch dürfte es mehrere Monate dauern. Bad-Nauheim, 18. Juli. Der in der Kurstraße gelegene Ernst-Ludwigsbau, Herrn Artur Hoch gehörig, ist für die Summe von 248 000 Mk. in den Besitz der Gebrüder Bopp übergegangen. — Blofeld, 18. Juli. Ans einem Schwalbennest, das sich an der Wohnung des Gcmeindeeinnehmers No hl befindet, sind vor einigen Tagen zwei Schwalben ausgeflogen, die schneeweiß sind. Man kann sie jeden Tag beobachten. Im vorigen Jahre war aus demselben Neste ebenfalls eine weiße Schwalbe ausgeflogen. ** Mainz, 18. Juli. Der 30jährige Arbeiter Lipp, der vor einigen Wochen wegen Irrsinns in eine Anstalt gebracht worden war, wurde vor vier Tagen auf das Bitten seiner zu Besuch gekommenen Frau ihr mitgegeben. Als sich nun gestern die Frau auf der Arbeit befand, nahm er ein Rasiermesser und schnitt sich den Hals durch und öffnete sich die Pulsadern. Die Polizei ließ den schwer Verletzten nach Anlegung eines Notverbandes nach dem Rochushospital verbringen. (M. Tgbl.) p. Braunfels, 19. Juli. Im sogen. „Kleinen Tiergarten" hier feiern wir vom 22. bis 24. d. Mts. das 2 3. Turnfest des Lahn-Dill-Gaues. 39 Gauvereine haben ihr Erscheinen zugesagt. □ Marburg, 18. Juli. Der Verein Frau en- bildung und Frauenstudium hat eine Eingabe an den Magistrat gerichtet, in welcher unter ausführlicher Begründung darum ersucht wird, den Fortbildungsschulzwang auch auf Mädchen auszudehnen. S. W. K. Frankfurt, 17. Juli. Ein ereignisreicher Tag in der Geschichte Frankfurts war der gestrige. Am 16. Juli 1796 erfolgte die Einnahme Frankfurts durch die Franzosen, und genau 70 Jahre später wurde die freie Reichsstadt, die bei Beginn des Krieges von 1866 auf feiten Oesterreichs gestanden hatte, von den Preußen eingenommen. 9bm 16. Juli 1866 rückte General Vogel von Falckenstein mit der Division Gäben in Frankfurt ein und belegte die Stadt mit einer Kriegssteuer von 6 Millionen Gulden. Die Einverleibung Frankfurts in das Königreich Preußen geschah durch Patent vom 18. Oktober desselben Jahres, und seitdem bildet die Stadt mit ihrem ehemaligen Gebiete, unter Zulegung des vorher großhe^oglich-hessischen Teils des Ortsbezirks Niederursel, den Kreis Frankfurt a. M. — „Das sind nun bald 40 Jahre her und in dieser langen Zeit hat sich allmählich in Frankfurt der Preußenhaß gelegt. Die alten Leute jedoch, welche jene bangen Tage mitgemacht, sind heute noch nicht gut auf Preußen zu sprechen. Die erinnern sich noch all der aufregenden Details, welche der Einverleibung Frankfurts in den preußischen Staat vorausgingen, der horrenden^Kontri- bntionssorderungen, der auf dem Roßmarkt imb dem Schillerplatz aufgestellten Kstnonen, der Verhaftung der Senatoren Speltz und Berirus, der preußischen Reguisitionen und der Angst der Frankfurter Bürgerschaft um ihr Hab und Gut. Und in diesen Altfrankfurter Kreisen hat man immer noch nicht viel für die „oiv sige Preuße" übrig, wenn der altfrankforterisch-frci- reichsstädtische Chauvinismus sich auch etwas gelegt hat." Roch immer könne man die Behauptung hören: „Mer warn nach ohne die Preuße groß geworn!", noch immer werde von den alten Frankfurtern mit einer gewissen Erbitterung erzählt, wie die ersten Preußen mit vorgestreckten Karabinern über die Zeil galoppierten, wie sie in eine „friedliche deutsche Stadt, in der nur einige Heißsporne an Gegenwehr dachten", einzogen wie in eine fremde Festung, und selbst die ehrenvolle Ablösung der Wachen d's Frankfurter Linienbatnillons auf der Hauptwache hätten an ihren Groll nichts zu ändern vermocht. Obwohl man nachher in dem einzelnen Preußen einen „ganz manierlichen Mann" entdeckt habe, sei das traurige Gefühl, die Freiheit und Selb- ständiakeit verloren zu haben, heute noch nicht ganz geschwunden. * * Kleine M i t t e i l-i n a e u aus Hessen und den Nachbarstaaten. Auf die Ermittlung und Festnahme des Unbekannten, der in der Nacht vom 8. auf 9. Juli einen Naubmord- versuch an dem Handwerksburfchen Ernst Schädlich bei Wicker verübte, hat die Staatsanwaltschaft in Wiesbaden Mk. 600 Belohnung ausgesetzt. — Der in dem Dörfchen Erba feit Monaten berschenden Tyvhusevibemie sind, so wird aus Wetzlar gemeldet, wieder zwei junge Mädchen zum Opfer gefallen. Berlin, 18. Juli. Einen Mordversuch aus Eif er- sucht verübte in der gestrigen Nacht der 16 j ä hr i g e S ch i f f s - junge Müller, der aus einem bei Erkner liegenden Last- dampfer beschäftigt ist. M. hatte trotz seiner Jugend bereits eine Braut, die ihm untreu geworden war, und ihre Gunst einem Kollegen zugcwaudt hatte. Aus Eifersucht stellte M. feinen Rivalen zur Rede, wobei es zu einer Schlägerei kam. Im Verlaufe derselben gab M. auf seinen Gegner einen Revolverschuß ab, der indes fehl ging und einem an dem User stehenden Kellner in den Unterleib drang. Der Schwerverletzte wurde in das Krankenhaus Wilhelmshagen übergesiihrt und der jugendliche Revolverheld verhaftet. . * Ems, 18. Juli. Der aus dem Berliner Tollwutinstitut entlasseneMaurer Kurl B r ö tz aus Mensfelden ist unter den schwersten Tollwutanzeichen erkrankt. Das erste Opfer eines tollwittkranken Hundes war Dr. Feiber in Holzappel. * Der in Bückeburg frei gesprochene Kellner Meyer ist in Bremen angekommen. Nach einem Berichte der ,,Br. Nachr." hatten sich auf dem Perron zahlreiche Mitglieder des Zweigvereins vom Deutschen Kellnerbunde eingefunben. Beim Einlaufen des Zuges wurden mehrfache Hochrufe laut. Als Meyer, der sehr blaß aussah, dem Wagen entstieg, umdrängte mm: Vua uhd veglückwünschte ihn aufs heimlichste. In bekränzter Droschke wurde er nach dem Vereinslokale des Kellnerbundes geleitet, wo ihm auch ein herzlicher Empfang von seinen Freunden und VcreinSgenossen bereitet wurde. Dort wurden ihm zahlreiche Glückwunschtelegramme überreicht, die ihm von nah und fern, von Berufskollegen, aber auch von Privatpersonen, zugegangen waren. Erst abends wurde es ihm möglich, sich von seinen Freunden loszumachen und in das Haus feiner Mutter, das von Freundeshand mit Girlanden geziert und in dem die Blumensträuße zu Bergen aufgehäuft waren, zurückzukehren. Obgleich der so Gefeierte körperlich sehr ab* gespannt und der Ruhe sehr bedürftig war, hat man ihm im Ueberschwang der Freude und in dem Gefühl der Genugtuung über den Spruch der Geschworenen keine Erholung gegönnt. Seit dem 25. Mai ist Meyer in Bückeburg in^Untersuchungshaft gewesen, nachdem er vorher 5 Monate und 25 Tage im Oldenburger Untersuchungsgefängnisse zugebracht hatte. „ In Oldenburg wurde Meyer hauptsächlich mit Dütenkleben beschäftigt. In Bückeburg hat er dann Kuverts geklebt, Zellen gemalt usw. Eine Bettstatt wurde dem Gefangenen in Bückeburg nicht zuteil; der Strohsack lag auf der bloßen Erde. Meyers.Mutter hat in Bremen einen Brotverkauf inne. Sie ist natürlich von den Aufregungen der letzten Zeit sehr mitgenommen. Der Wiedergekehrte hat eine krankhaft bleiche Gesichtsfarbe und scheint auch augenleidend zu fein. Er klagt vor allen Dingen über seinen Hals und will sich daher erst in ärztliche Behandlung geben, ehe er seinen Beruf wieder aufnimmt. * Das Pulvermagazin der königl. Berginspektion zu Zabrze in Oberschlesien, das in der Nähe der Kirche liegt, ist mit 7300 Kilogramm Pulver in die Lust geflogen. Fenster und Türen des Magazins wurden nach allen Seiten geschleudert, die Fenster des Amtsgebäudes und der Kirche vollständig zertrümmert. Das Gebäude war massiv und mit Zinn gedeckt. Die Ursache der Explosion ist unbekannt. Es gilt als ausgeschlossen, daß die Explosion infolge von Unvorsichtigkeit stattfand. * Die Teckel des Kaisers. Ein drolliger Zwischen* fall beim Besuch des Kaisers auf der Stubbenkammer wird unter den Saßnitzer Badegästen viel belacht. Als in Saßnitz bekannt wurde, daß der Kaiser den Königsstuhl besichtigen wolle, machten sich natürlich viele Badegäste auf, um dabei zu sein. Die an dem hohen Felsen Harrenden waren sehr enttäuscht, als der Monarch nicht am Königsstuhl landete, sondern auf dem sogenannten kleinen Fischersteg an Land ging und von hier aus den Aufstieg zur „Wilhelmssicht", einem nahegelegenen Aussichtspunkte, machte. Ein besonders schaulustiger Kurgast eilte nun nach jener Stelle zu, kam aber auf dem glatten Moosboden zu Fall und kollerte den steilen Abhang hinab. Kurz vor dem Weg zur Wilhelmssicht fand er an einer dicken Buche einen Stützpunkt. Aber da gab es für ben Abgestürzten, der krampfhaft die Buche umklammerte, einen neuen Schreck: zwei Teckel stürmten bellend auf ihn zu und zeigten nicht übet Lust, ihm zwischen die Beine zu fahren. Erst der energische Zuruf eines Herrn in hellem Sommeranzug hielt sie zurück. Es war der Kaiser, der seine beiden Teckel mitgebracht hatte und nun belustigt über den drolligen Anblick lächelnd die ehrerbietigen Grüße des Mannes an der Buche erwiderte. Der Saßnitzer Kurgast aber erzählt noch mit Stolz von seiner Bekanntschaft mit des Kaisers Teckeln, trotz der eigenartigen Situation, in der er diese Bekanntschaft machte. Kcrichtsjaak. (n.) Gießen, 18. Juli. Die Strafkammer verurteilte heute den Dienstknecht Ludwig R. nu§ Büdesheim wegen Dl eb- sl a h l s im Rückfall und schwerer Körperverletzung zu zwei Jahren und 4 Monaten Gefängnis und in eine an den Verletzten zu zahlende Geldbuße von 60 Mark. R. stand bet einem Landwirt zu Nieder-Erlenbach in Diensten. Er benutzte die Abwesenheit eines feiner Micknechte um deffen Zimmer oufytbrecben, und entwendete aus der Tasche eines an der Wand hängenden Rockes ein Zwanzigmarkstück. Die Kinder des Bestohlenen, die bte Sache beobachtet hatten, machten ihrem Vater Mitteilung, der den Angeklagten zur Rede stellte. Entrüstet darüber, daß ihm eine solche Tat zugetraut wird, versetzte R. seinem Micknechte mit emem bicfcit Prügel mehrere Schlage über Kops und Arme, sodaß er erhebliche Verletzuiigen davontrug und einen Monat lang arbeitsunfähig mar. Straferschwerend wurde die Frechheit und Dreistigkeit bei der Begehung der Tat berücksichtigt. Das alsbaldige Ge- ständnis führte zur Aufrechnung von drei Wochen Untersiickungs- haft. — Gegen den Steinbrecher Peter D. von Ober-Ofleiden würbe wegen Verleitung zum Meineid verhandelt. D. war von einem Mädchen auf Alimentation nerflagt worden. Das gleiche Schicksal hatte den Heinrich K. und den Karl Z. ereilt. In der Rechtssache des D. hatten K. und Z. beschworen, daß sie zur kritischeii Zeit ebenfalls mit dem klagenden Mädchen verkehrt hätten. Die Folge war Klageabweisung. In der Rechtssache des K. beschwor D. dasselbe, was ebenfalls die Ursache der Klageabweisung würbe. In ber Rechtssache des Z. ivurde der heutige Angeklagte 1. für bas nämliche als Zeuge benannt. Angesichts eines von bet (Gegenseite geladenen Zeugen, ber bie bevorstehenben Aussagen des D. entkräften sollte, hatte'er nicht beit Mut zu behaupten, was Z. von ihm hoffte. Auffallenb war, baß in bett brei Alimentatwns- prozessen jebesmal derjenige wieder auftrat, der in dem anbern Prozesse verklagt war. Der Verdacht war begründet, daß D., K. und Z. ein Bündnis zur gegenseitigen Abwehr der gegen sie gerichteten Klagen abgeschlossen und sich vereinbart haben, daß jeber in dem Rechtsstreit'des andern zu beschwören habe, was zur Abweisung der Klage führen muß. In dem letzten Termin gegen Z. vor dem Amtsgericht Homberg stellte es sich heraus, baß mit unlauteren Mitteln manipuliert worben ist. Ein Zeuge befunbete, baß ber Angeklagte eines Tages zu ihm kam unb ihm zumulete, er solle in seinem Rechtsstreit als Zeuge den Verkehr zur kritischen Zeit mit der Klägerin bekunden, unb ba er diese noch nicht kenne, möge er am Termintage ober abends zuvor kommen, wo sie ihm gezeigt werben solle. Diese Aussagen würben auch in ber heutigen Verhandlung von bemZeugenunterEib wiederholt. D.behauvtek,daßer dem Zeugen nur von ber gegen ihn erhobenen Klage unb von bet Benennung als Zeuge Mitteilung gemacht habe. Einige Zeugen schilberten' bas flagcnbe Mäbchen als eine sittlich verkommene Person, bie schon in frühester Jngenb mit Männern unsittlichen Umgang gepflogen habe. Um sich auch in biefer Richtung Klarheit verschaffen zu können, würbe bie Sache zur weiteren Beweiserhebung aus nächsten Donnerstag vormittags 8 Uhr vertagt. — Der Dienstknecht Karl H. ans Brückenau hat sich an einem künfjährigen Kinbe in unsittlicher Weise vergangen. Er hat bereits drei Strafen wegen Sittlichkeitsverbrechen verbüßt. Da man sich über seinen Geisteszustand Klarheit verschaffen wollte, wurde er während seiner Internierung im hiesigen Arresthaus untersucht. Nach den Bekundungen des Sachverständigen ist er ein geistig minderwertiger Mensch, der auch epileptisch veranlagt ist. Er erinnert sich auf den in Frage stehenden Vorfall aber in allen Einzelheiten genau, sodaß nicht angenommen werden kann, baß seine freie Willens- beftimmung ausgeschlossen war. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr unb 6 Monaten Zuckthans, ohne seine Vorstrafen zu berücksichtigen. — Gelegentlich euer Arbeitsleistung zu Bad» Nanbeim hat der Installateur Philipp B. aus Frankfurt a. M. in Gegenwart einiger Dienstmädchen unsittliche Handlungen vorgenommen, die Aergernis erregten. Er wurde durch das Schöffengericht wegen Beleidigung zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Er erhob Berufung, blieb aber zum heutigen Termin aus, was Verwerfung seiner Berufung zur Folge hatte. — Der Taglöhner Johannes W. II. von Bergheim hat seine Eheftau, aus die er sehr eifersüchtig ist, mit einem - D kinigte icfju le n frtr Meh Semester h 29 afti Lemester - D iR inK stch-Wilh bisherige Tr. Ern Mlosopl ernannt Gesellst .Proich ,7jahrisie Esc». Fr ° xchlußefe io»rde pe CMj} |,H*V ’ schein; II Wahres 25. *b; Mseqei storps;nm MUpty fliieinjc - I ßisen vreuh kochst Iahrb. schuh ii Staats auf 4,k ringisc bahnei 2,9 Pi den st sichtig schuß auf ' schwe Staai bei btnru)- auf 1,4 üdie iin die Leist Äusst schriebe, bilmims werden Geräte" zum la gestellt, leudjluiifl Aeklrizih unb berg An Ak mmg, a) N c) atü i Gebier i Dackel mit B । $an‘i( । Dassel, . Wechs । Mobil Abschrei! h yez, i Har » Sie » Ver und । Ah Fleischpreise in Gießen Getreidepreise in Mannheim Weißbrot 2 kg. 52 Pia. CD ) usverkauf! $ilm d« 8wrW 8M MM, fir hä Wr 8WM»hr 9 vom 1. April 1904 biS 31. März 1905. Jfb & £ n 7081.63 v Abschreibung 412 401.87 (Aewirrn-- und Vertust-Konto. «yfb 3 Per Xn » 8808 NESTLTä 500.— 500.— 203 871.65 . 115 942.06 413.96 122.75 Per a u v n « Ochsen Kälber Schweine 30.— 908.01 1463.62 3 600.— 80.— Passiva. Aktien-Kapital . I.an^®nbrahm Anthracit Huss I! (M Hausbrand) Soll gezahlten Zinsen Handlungskosten Verwendung desselben: Dem Reservefond . . . . . Besondere Rücklage . . . . Vertragliche Tantieme dem Vorstande 6% Dividende den Aktionären . Spende der Kleinkinderschule . . Spende dem Ortsgewerbevercin für die Handwerker-Zeichenschule Vortrag auf neue Rechnung . • mmg, gedeckt durch: a) Wertpapiere und Kautions Hypotheken ♦ • ♦ ♦ ♦ b) Bürgschaften . ♦ ♦ ♦ c) andere Sicherheiten . ♦ Cedierte Forderungen Darlehen gegen Schuldscheine mit Bürgschaft .... Bankier-Guthaben .... Kasiebestand ..... Wechselbestand .... Mobilien. ..... Die Marktpreise für Bieh und Frucht «nd die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 17. Juli 1905. 139 223.17 58 596.01 6 052,47 50 Kg. Schlachtgewicht 74-76 Mk. Kg. Schlachtgew. 82-87 Pi. .. „ 70-71 „ Wegen Verlegung meines Geschäftes von Neustadt 19^ nach Marktplatz 11 verlause ich sämtliche Waren bestehend mj Uhren-, Gold- und Silberwaren zu bedeutend herabgesetzten Preise». 2962) I. Kmillkii, ZMlier Md Uhrmacher. Kriefli asten der Redaktion. (Anouhme Auftagen bleibeu nnberückfichtigt.) W. Gr. Tie von der hiesigen Noth'schen Verlagsbuchhandlung herausgegebenen Führer durch das Lahntal, den Vogelsberg und die Wetterau geben Ihnen d»e beste Auskunft. «M. 18 275.74 7 466.45 638.36 Spareinlagen ....... Schtllden in laufender Rechnung . . unerhobene und überhobene Zinsen . . Reservefond ........ Besondere Rücklage ..... Reingewinn in 1904/5 . . 6 502.22 Vortrag vom Jahre 1903/04 579.41 Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. jfb 60 000.— 272 463.20 52 618.28 2 738.76 7 000.— 10 500.— Nußkohle», Hütten-Coks, Gas-Coks, Eierbriketts, Pretzklötze »nd Briketts von den besten Zechen ] 3810 empfiehlt | Emii Lotz, Kirchsuplatz. Dresden, 19. Juli. Die Sozialdemokraten im 12. und 13. sächsischen ReichStagswahlkresie sandten den russischen Revolutionären 500 0 Mark. London, 19. Juli. „Daily Telegraph" meldet aus Tokio: Laut Nachrichten der japanischen Preffe aus Syang- bai wurde eine japanische Armee nördlich von Wladiwostok gelandet. Es liegt kein Grund vor, die Tatsache länger geheim zu halten, daß dre Russen, die sich darauf vorbereiteten, den Hauptwiderstand am Westufer des Turnen zu leisten, jetzt v o llstän bi g uder- r a s ch t wurden. Die können den Vormarsch mckt aufhalten. !Die vollkommene Einschließung Wladrwo- Ariginal-Draylmeldunqen. Danzig, 19. Juli7 Ein hiesiger Kaufmann versuchte seine Schwiegermutter zu erschießen, da diese ihm wiederholt die Hergabe von Geld verweigerte. Sie wurde schwer verletzt in das Krankenhaus gebracht. Der Täter entfloh, wurde aber ergriffen und verhaftet. Hamburg, 19. Juli. Der Prokurist einer hiesigen Großkaufmannsfirma war nach Unterschlagung von 120 000 Mk. flüchtig geworden. Er hat seinen Urlaub benutzt, um ins Ausland zu fliehen. Als er nicht zurück- kehrte, wurden seine jahrelangen Fälschungen entdeckt. Schuhleisten am Kopf erheblich verletzt. Das Schöffengertcht Orten- ( bett verurteilte ihn wegen Körperverletzung au jroei . Monaten Gefängnis. Aus ferne Berufung wurde heute die.Strafe Lf einen Monat ermäßigt, mdem strafnnndernd berückucbtrgt rttirbe, daß er bei Beqehrmg der Tat angetrunken unb ber Meinung 'ar sie habe sich Untreue zu schulden kommen lasten. — Der 18 iährige Arbeiter Heinrich F. ar,8 Harbach hat zu Annerob emem gameraben, bei bem er genächtigt hatte, bei seinen, Weggang emen Regenschirm mitgenommen. Es l,egt R u ck f a l l b , e b st a h l vor, niofür die Minimalstrafe 3 Monate Gefängnis ift, aut bie ex- Pnnnt würbe. — Ein Urteil bes Schöffengerichts Gießen fanb zum Schluffe feine Bestätigung. Der Schneiber Wilhelm H. hier hatte bei Verwandten im Vogelsberg schlachten laffen. Die fertige Wurst mu-de ver Balm hierher verbracht, wobei versäumt wurde, das Lktroi zu zahlen. Durch Strafbescheid des hiesigen Kreisamts war ihm eine Strafe von 17 Mk. geworden. Er trug aber gerietst- liche Entscheidung an und das Schöffengericht verurteilte rhn zur genannten Strafe. Die von ihm erhobene Berusirng wurde kosten- Mjchtia zurückgewiesen, womit die Wurst noch etwas teuerer würbe. Posen, 18. Juli. Der Landtagsobg. Dr. von Ziego- lowski wurde vom Lanbqericht zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt wegen Herausgabe eines religiösen polnischen Liederbuches, m welchem Aufreizung zum Nationalitäten-Kampf oeiunben wurde. , . Offenburg, 17. Juli. Die Strafkammer erkannte gegen den 17 Jahre alten Tienllknecht B rei g aus Oberharnersbach, der am 25 Mai die 13 Jahre alte C e c i l i e B a u m a n n in schauerlicher Weife getötet hatte, wegen Notzuchtverfuches imi) Totfchlages aus 9 Jahre Gefängnis. Mogilno, 18. Juli Das Oberkriegsgericht des 2. Armee- Korvs in Stettin verhandelte im hiesigen Amtsgericht gegen den Hauptmann z.D.Schlott vom Landwehrbezirk Gnefc-n wegen Notzucht? an Kindern unter 14 Jahren. DaS Urteil lautete auf ein Jabr Geiängmn. ff am trnt ■owxtteflh eshmn wegen TuO :ververlehuntzP mb in eine an den Str* art. R. stand bei mm en. Er benutzte die Ab m Zimmer außubttcher. in der Wand hängende: be§ Vestoblenen, die du ^ater Mitteilung, der de ■ daniber, daß tyn,«« umWetnüeinm if und Arme, sodaß f en Monat lanfl* . Frechheit itnb stoks wird bald vollzogen sein. Paris, 19 Juli. Aus Paimbeouf wrrd gemeldet, daß bei einer Bootsfal)-rt ein Kahn, in dem sich 6 Persone» befanden, kenterte und alle Insassen ertranken. — den Schlachthäusern von La Billette ist ein großes Feuer ausgebrochen. Wie verlautet, ist das ^uer von verbrecherischer Hand gelegt worden. Die gesamte P^st^ Feuerwehr war an Ort und Stelle. Ein heftiger Wind erschwerte die Rc'.tungsarbeiten. Bis jetzt sind kcmeOpfer an Menschen!.ben zu verzeichnen. Auel) alles Vieh konnte acrettet werden Der Schaden ist sehr beträchtlich. Aus der Brandstelle wurd-n o'g-n 20 B-l^tungen vorgenommen. Innsbruck, 19 Juli. An steiler Stelle der Straße Seefeld-Scharnitz ist ein bayrischer Omnibus abgestürzt. Ein Paffagier ist schwer, 5 andere leicht verletzt. — Im Cembra-Tal ist der Italiener Minesta tätlich abgestürzt. Petersburg, 19. Juli. General Stössel ist zum Kommand anten des 7. Armeekorps ernannt worden. - Ter Leiter der russ. politischen Polizei m Pans, Rogowski, wurde zum Departementsches /^Polize^ Ministerium ernannt. Seit drei Wochen durchzieht Rogowski als Arbeiter oder Strolch verkleidet dre Vorstädte Petersburgs. Seiner Tätigkeit in diesem kurzen Zeitraum ist die Verhaftung von mehr als hundert Personen. zu, , danken" — Wie vvn zuverlässiger Seite berichtet totrb, ist das Pawlowsche Gar d e r e g im en t fett Januar dieses Jahres nicht mehr zur Wache besohlen worden, weil man in der nächsten Umgebung des Zaren ut Die Loyalität des Offizierkorps dieses Regiments Zw^fel setzt — In der Audienz, welche der Zar Herrn von Witte vor' seiner Llbreise erteilte, soll der Zar die Miftcht ausgesprochen haben, er vertraue darauf, daß Rußland doch noch in der Mandschurei siegreich sem werden Warschau, 19. Juli. Im Gefängnis zu Dwmsk brach eine Revolte aus, weil dort internierte politische Gefangene zwei zum Tode verurteilte Juden aus dem Gefängnis befreien wollten. Erst nachdem ein größeres Militär» i aufgebot herbeigerufen war, konnte die Ruhe wiederhergestellt werden. Bei vielen Gefangenen wurden Revolver beschlagnahmt. , . ,. , Ncwyork, 19. Juli. Infolge der hier feit 14 Tagen herrschenden Hitze sind 15 Personen am Hitzschlage = gestorben. _________________ Bekanntmachung* Unter Bezugnahme auf unsere.früheren Bekanntmachungen, die Bedienung der Rückstanverschlusie betreffend, machen wir biejeniaen Hausbesitzer, welche ihre Grunbstucke an bte 9Wanah satwn bereits angeschloffen haben, daraus a^erkfam, dav von Donnerstag den 20. Juli d. I. bis emschlretzlich Samstag den 22. Juli d. I. wiederum eine Spülung sämtlicher stabt. Straßeukanäle voraenommen wird. Gießen, den 18. Juli 1905. " Großherzogliäe -rn-rrtciiterei Gietzen. Mecum. 33 998.89 Der Vorstand: H. Ries, H. Moos. Arbeitsnachweis der Stadt Gießee Gartenstraße 2 lBürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat dir Ausgabe, 8^^ Örbeü^ati und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglUher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgelti ch ArbeU zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. Es können eingestellt werden: 2 landwirtschaftliche Knechte, eine größere Anzahl Effendreher^ Hobler, Fräser unb Maschinenarbeiter (auswärts), Schleuer oder Polierer, 2 Schlosser, 2 Spengler, 1 Schmied, 2 Wagner, 3 Schreiner 1 Küfer, Maler oder Lockrerer, 1 Wecktragerm, 2 Installateur^ i Weißbinder, Erdarbeiter, jüngere Fabrikarbeiter iu Arbeiterinnen, 1 jüngerer Hausburfche, 1 Stall» und Fahrbursche, 1 Restaurations»' cköchin (auswärts), Dienstmädchen, Lauffrauen und Mädchen. Lehrlinge: 2 Schlaffer, 1 Spengler, Schleifer oder Polierer, 1 Wagner^ 1 Bäcker, 1 Schuhmacher, 1 Buchhändler, 1 Kellner. Es suchen Arbeit: p 17X 1 Strickerin, 1 Buchbinder, 1 Wäscherin, 1 Fabrikarbeiter^ Haus» oder Bureaudiener, 1 Kassierer, 1 ältere Lauffrau. fc. Frankfurt a. M., 19. Juli. (Tetegr. Orig.-Berickst des Gieß.' Anz.".) Amtliche Notierungen ber heutigen V i ebMarktpreise. Film Verkaufe ftanben: 00 Ochsen, 0 aus Oesterreich 3 Bullen, 00 aus Oesterreich, 62 Kühe, Fersen, S/tere unb Rmber, 0 aus Oester., 235 Kälber, 00 Schafe und Hammel, 10o2 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 74 bis 7b'Mk 2 Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 61—6o Mk.; Bullen 1 Qual 65—67 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 68—70 Mk., 2. Qua ' 62-6? W. 3. Qual. 49-51 Mk., 4. Qual 42-44 Mk 5 Qual. 00-00 Mk. Kalber 1. Qual. 83-85 Lebendgewicht 49-51 Pfg., 2. Qualität 77-82 Psg., Lebendgewicht 46- 48 Pfg., Schlachtgew. 60—60Pfg.; Schafe: 1. Qual. 72—75 Pfg., 2. Qual. 66—70 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstand. fr Frankfurt a. M>, 18. Juli. Heu» unb Stroh» mar ft. Man notierte: Hen, altes Mk. 3.10 bis Mk. 3^40, neues Mk. 2 80 bis Mk. 3.10. Stroh Mk. 2.20 bis 3.00. Alles per 50 Kilo. Tendenz: ?eft. ES werden 100 000 Lose anSgegeben unb als gewinne werden auf der Ausstellund land- und hauswirtschaftliche Maschinen und Ge- - rate sowie Tiere der verschiedensten Art angekaust. Hauptgewinn ein mit 4 Pferden komplett bespannter Ernte-Wagen. Der aus den 15. Juli festgesetzte Anmeldungstermin ist bis zum 1. August ver- längert.^ ? ^u[f. Amtlicher Bericht übvr den Saaten st and Mitte Juli: Weizen- und Roggenernte bisher beinahe gutmittel. Safer steht durchschnittlich ziemlich günstig, Gerste befriebigenb, Raps im allgemeinen schwach. Mais zeigt einen vielversprechenden Stand. Die Zuckerrübe ist ziemlich befriedigend unb nur m wenigen Bezirken ungünstig. Die Futterrüben haben unter ber Dürre häufig gelitten, erholten sich aber nach dem letzten Gewitterregen. Ter I Wein steht allgemein günstig. Aktiva. An Guthaben in laufender Rech- 7 081.63 412 401.87 E53BM»—— niuucnäiHLcndhrung Lfür Kinder, Kranke.Genesende. Verhütet I iibeseiUgt:Diarrhoe, BrechdurchFall, Darmkatarrh._ AvivkrstlälS-Dackrichten. — Der 93 c'r b an b der i m Eoburger I/. 6. vereinigten Landsmannschaften auf deutschen Hom- , schulen zählt im Sommerfemester unter entsprechendem Aoztig der Mehrbänderleute 861 Aktive und Inaktive (tm vorigm Semester 774), sowie 2874 Alte Herren (im vorigen Semester 2699) hi 29 aktiven und 6 suspendierten Landsrnminschaften (im vorigen Semester 26 aktive und 8 suspendierte). — Der orbentL Proseffor Dr. Alois R r e h l zu Halle a. d. ist in gleicher Eigenschaft in bie philosophische Fakultät ber Frted- rich-Wilhelms-Unioersität zu B e r l i n versetzt worben. - Der bisherige ordentliche Proseffor an der Universität zu Zurich Dr. Ernst Meumann ist zum ordentlichen Professor m der ohilosophischen Fakultät der Universität zu Königsberg i. tzr. mrannt Worten. - Tem Träfibentcn ber SeutfAen Gesellschaft Dr. phil. Gustav Kraatz in Berlin ist das Prädikat ^Proieffor" beirelegt morden. " Hilfncakr-Zeiluug. - Ein Vergleich ber B e t r i e b s e r g e b n i s s e ber Eisenbahnen in ben verschiebenen Staaten zeigt, daß die oreußisch-hessischen Eisenbahnen weitaus die köchsten Ueberscküsse liefern. Nach bem neiien,Statistischen Jalwb s. d Deittsche Reich" stellte sich im Jahre 1902 ber lieber- schuß im Verhältnis zum Anlagekapital bei denprettsEchchefsischen Staatsbahnen auf 6,4 Prozent, bet ben beutfchen Privatbahnen nuf 4,6, bei den sächsischen Staatsbahnen unb bei Elf^-loth- ringischen Reichsbahnen auf je 3,7, bet ben bayertfchen ^taat^ bahnen auf 3,1, bei ben württemberaischen Staatsbahnen au 2 9 Proz.: ferner bei ben schwebischen Privatbahnen auf 4 /„ bet ben französischen Hauptbahnen auf 4 (doch wurde sich unter Berücksichtigung der geringen Erträgniffe ber Nebenbahnen^^.er Ueber- chuß erheblich verminbern), bei ben belgischen Staatsbahuen nuf 3,7, bei den ungarischen Staatsbahnen auf 3,6, bet den schwei erifchen und englischen Bahnen auf 3,4 den schwebt eben Staatsbahnen auf 3, bei den österreichischen staatSbahnen am 2,6, bei ben Eisenbahnen ber norbamenfam eben Union auf 2^, bet ^n norwegischen Bahnen auf 1,5 und bei den italienischen Bahnen nuf 1,4 Prozent. Preußen kann stolz sein ebenso sehr auf die ehrliche und zweckmäßige Turchsührung der Verstaatlichung, wie auf die Leistungen feiner staatlichen Eiicnbahnverwaltnna. • " 2 sein- ire' eiltt ? zi'lN | (ibct ’ int «w’ n da?, Pölich, rJ . RSä«1 i toar, hnt ,c^ ab- \l LAS AK § w -2. ? I i i™ £ I I ’ t SMe dir Kirch, ! ’n ble 2uft I b‘s I . ®as ®tbiub, un bQ6 bte Sjplofion - ^tubbtntammer wird i Als in Saßnitz ^'gsstuhl besichtigen gaste auf, um dabei 'artenden waren feBt ; ^önigsstuhl landete, Nscherfteg an Land z>lr.Wilhelmssicht', I achte. Ein besonders : ir Stelle zu, kam aber nd kollerte den steilen tr Wilhelmssicht sand rkt. Aber da gab e5 e Buche umklammerte, en bellend auf ihn zu Z n die Beine zu fahren, in Hellem Sommer« nser, der seine beider tigt über den drolliger e des Mannes an bei ist aber erzählt noi t des Kaisers Teckeln : er diese Bekanntschaf „ III (für Sauggas-Anlagen) sowie Landwirts-Saft. — LandwirtschaftlicheLandes-und Jubiläums- Ausstellung. Vom heff. Landwirtschaftsrat wird uns ge- schrieben: Gelegentlich der landwirtschaftlichen Landes- und Jubiläums-Ausstellung vom 14.-18. September ds. IS. m Mainz reichen in der Abteilung „Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte" nicht mir lediglich Malchirnn unb «Berate bte bwett landwirtschaftlichen Gebrauch Verwendung finden aus- gestellt sonderrt auch Hauswirtfchaftsgerate, speziell Be- leuch unasgegenstände verschiedener Art unter Anwendung von Sri tät unb Spiritus rc., ferner Arbeitszimmereinrichtungen und dergleichen. Mit der Ausstellung ist etne Lotterte verbunden. Haben f Vortrag vom Jahre 1903/04 .... 579.41 Zinsen 2^94.35 Provisionen • • • 5525 13 . . . . 38 010.36 * . . 16 090.25 * . . . 7 447.87 * ’ . . 29 439.68 1722.75 122.75 1600.— Steuern . ♦ • * * ♦ * * * * Veröffentlichungen, Drucksachen unb sonstige Unkosten ..♦♦♦♦ Abschreibungen auf Mobilien . . . Reingewinn im Jahre 1904/05 6 o02.22 Vortrag vom Jahre 1903/04 . 5z9.4£ Wetzen 100 Kg. 18,65 Mk. Weißbrot 2 Kg. Roggen 100 f 16,30-00.00 Mk. fSchwarzbrot 2Ka. 48 Pfg. '/, Kg. 70-80 Psg. V, , 70-74 „ 1I, „ 70 80 Brotpreise in Gießen 7 081.63 33 998.89 D. von ^ber^Mtl» neid verhau e beschivoren, daß 1« F ft»? s,... Aiaqeabweiiun; u‘ ^nimentatiott? rStÄ-j ffj es tz Kjtcf«*1 ist. Ei« W zumute n kam u'"^kritW taf er diese noch flC ib: -vor ko'nA der heu'f rde" °"^ehauotel,d^ in dieser ?' -Mß " bat bera'^sichLt- ■ Arbeiterbewegung. Essen 18 Juli. Gestern fand in Gelsenkirchen eine Kvn- fettrrq be5 Archeitgeberbundes statt Die Aussperrung bet Bauarbeiter hat begonnen. Bis heute abend werden alle Organisierten aiisaesverrt fein. __ _ —„ ' zande! und Verkehr. Volkswirtschaft. Amerikanische Tabaternte. Die Scl^ätzung der amerikanischen Tabakernte scheint sich zu einem Skandal auszu- wachstn Wie verbautet, wurden trrelettcnde Angaben haupstachltch über dunkle Tabaksorten gemacht, welche nach fr-m Ausland irnter den sogenannten Regie-Kontrakten abgesctzt werden. Es wirdbe- bauvtet daß eine Disserent von 50 Prozent in den Anbauflächen vorhanden sei, statt ein Zuwack)s von 20 Prozent, wie m den Regierungsberichten angegeben wurde. Tte falschen Angaben wn- Sm auf den Einfluß von Tabokfabrtkanten znrückgefuhrt, welche dadurch ihren gedrückten Preilm wieder aushelfen wollten. Märkte. Bleichstraße 28, I, 04775 &&&&&&& ZLMMMWW 3 Zimmer Sta.t besonderer Anzeige. 4V rv Heute wurde uns ein Junge geboren. Süd-Anlage 18, III. 3595 I 3148 zu vermieten. Näheres Bahnhofstraße 71. Kräftiger Weiter 00 sofort gesucht. J. Happel. Tücht. Pferdeknecht ausgeführt. 04657 gesucht. 3774 3787 gesucht. auf sofort gejucht. 3693 13814 Putzer gesucht von H. Schaftstaedt, Gießen Zu vermieten Ilerlchiedcnee. 1* >• r h « u f r los Der zweite Stock, 8 Zimmer u. Zubehör, Alicestraße 12, ist neu hergerichtet sofort zu vermieten, eoent. mit Stallung. Näheres bei Herrn Klees, Kutscher gesucht. 04715 «V Lohnkutscher Zunker. 3159] 2-Zimmerwohn. zu verm. bei L. 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Wimmenauer Laubnch (Hessen), 19. Juli 1905. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Dr. Emil Rehm, Inhaber der Firma Hessische Verlagsanstalt und Druckerei Dr. Rehm & Co., vormals Wilhelm Keller in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. b,9/t Gießen, den 15. Juli 1905. Großherzogliches Amtsgericht. K 66/04 Freitag den 4. August 1905, nachmittags 3 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die zur Konkursmasse des Ludwig Kühne und dessen Ehefrau gehörigen Grundstücke der Gemarkung Gießen 1/1382 — 203 qm Hofraite auf dem Asterweg 1/1383 — 63 qm Hofraite daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. B18/ Gießen, den 18. Juli 1905. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Ich habe mich hier als 3815 MS KechtsaBBwaSt fe niedergelassen. Mein Bureau befindet sich Bahnhofstr. 63 M I. Etage. Hug© Elsoffer g Rechtsanwalt. Heinrich Bernhardt, Bauunter- nehmer, Llleiu-Liuden.________ Bin Pferdeknecht auf sofort gesucht gegen hoh. 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