155* Jahrgang Erstes Blatt. Samstag 18. Februar 1905 Nkr. 458 tLgNch außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener ZamilieN' Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brü h l'scheu Unwers^Buch-u. Stern- druckerei. R. Lange. Redaktion, Exvedittoa und Druckerei: Gchulstratze 7. Adresie für Devsschen: Anzeiger Gießen. Ferrisprechanichluß Nr. 51. d © moE?lch75Ph,mntel- Gießener Anzeiger General-Anzeiger v ** äsSE Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZWZZ _zeigenteil: Hans Beck. Die Heutige Wummer umfaßt 16 Seiten. Bedingungen »er Hessischen Landes-Hypothekenbank in Darmstadt für ihre vom 14. Februar 1905 an bis auf weiteres zu erteilenden Zusagen. Bei Hypothek-Darlehen an Private beträgt der Zinsfuß 33,/4o/n. Bei Kommunal-Darlehen beträgt der Zinsfuß nach Wahl der Anleiher entweder 3,70% für die ganze Dauer des Darlehensverhältnisses oder 3,75% für die ersten zehn Jahre und 3,625 % vom elften Jahre an. , Die an die Bank zu entrichtende einmalige Vergütung für Geldbeschasfungskosten beträgt 1,60 %. In besonderen Fällen kann die einmalige Vergütung ganz oder teilweise derart gestundet werden, daß die Tilgungsbeiträge der ersten Jahre zunächst zu ihrer Deckung verwendet werden und erst nach ihrer völligen Begleichung die eigentliche Kapitalstilgung beginnt. Es werden nur Tilgungsdarlehen gewährt, welche von der Bank nicht gekündigt werden können. Ebensowenig kann der Zinsfuß gesteigert werden. Dem Anleiher wird dagegen ein Kündigunqsrecht eingeräumt. Aufschlüsse sind jederzeit kostenlos von der Bank, ebenso wie von den Großh. Bürgermeistereien zu erhalten. klchh. Seminar für MWllchkcknell zu Nach Verfügung Großh. Ministeriurns des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, wird die diesjährige mündliche Enllassungsprüfung vom 27. bis 29. März nach Maßgabe der Verordnungen vom 10. Januar 1876 und vom 29. November 1897 abgehalten werden. Die schriftliche Prüfung beginnt am 20. Februar, die Aufnahmeprüfung am 13. April. Diejenigen, welche sich einer dieser Prüfungen unterziehen wollen, haben ihre Gesuche um Zulassung nebst den vorgeschriebenen Zeugnissen und Probearbeiten mit den erforderlichen Stempelmarken im Betrage von 1 Mk. 50 Pfq. rechtzeitig an uns einzusenden und sich an den Prüfungstagen um 8 Uhr vormittags im Seminargebäude einzusinden. Darmstadt, den 20. Januar 1905. Großherzogliche Direktion des Seminars für Volksschullehrerinnen. Dr. Jacobi. Aie Ermordung des Kroßfürstm Sergius. Petersburg, 17. Februar, 3 Uhr 10 Mm. nachmittags. Telephonisch wird aus M 0 s k a 11 gemeldet, daß im Krnnl, wo sich gegenwärtig G r 0 ß f ü r st Sergius befindet, eine Explosion stattgefnnden habe. Tie Bevölkerung ist höchst erregt. Es geht das Gerücht, daß Großfürst Sergius getötet sei; dasselbe ist aber bisher nicht bestätigt worden. Petersburg, 17. Februar, 3 Uhr 35 Mn. nachmittags. Weitere Gerüchte aus Moskau besagen, daß unter den Wagen des Großsiirsten Sergius eine Bombe geworsen worden sei; der Wagen, der Großfürst und die Pserde seien in Stücke gerissen worden. Petersburg, 17. Februar, 4 Uhr 5 Miu. nachmittags. Aus Moskau wird telephoniert: Aus der Fahrt des Großfürsten Sergius vom historischen Museum nach dem Kreml wurde der Wagen beim Justizpalast von zwei Personen in einer Droschke erwartet. Als der Großsürst den Justiz- Palast passierte, folgten sie dem Wagen. Die Bombe wurde unter den Wagen geworsen, eine starke Explosion erfolgte. Der Wagen wurde zertrümmert und der Großfürst getötet. Die Mörder wurden verhaftet. Einer ist schwer verwundet; ferner wurden mehrere Studenten verhaftet. So lautete unser gestriges Extrablatt, das wir sofort nach Eintreffen der Depeschen im Laufe des Nachmittags verbreiteten. Den Drohungen der russischen Nihilisten sind überraschend schnell die Taten gefolgt. Als am 22. Januar unter den Petersburger Arbeitern jenes furchtbare Blutbad angerichtet worden war, das die ganze zivilisierte Welt mit Grauen erfüllte, da machten die im Ausland erscheinenden Organe der extremen Revolutionäre kein Hehl daraus, daß jetzt wieder eine Aercr neuer Attentate anbrechen werde, und der Zar selbst soll eines Tages in seinen Zimmern ein Schreiben gefunden haben, ba3 ihm sein Todesurteil mitteilte und dessen baldigen Vollzug ankündigte. Man argwöhnte damals vielfach, es handle sich dabei nur um einen Tric, der den Kaiser einschüchtcrn solle, um ihn möglichst gefügig KU machen irgend welchen unlauteren Bestrebungen einer Hofkamarilla. Wir selber schenkten der Meldung gar keinen Glauben. Aber das blutige Ereignis, das jetzt aus Moskau gemeldet wird, scheint zu beweisen, daß in Rußland tatsächlich wieder die „Propaganda der Tat" am unheimlichen Werke rst, die Machthaber mit Furcht und Schrecken zu erfüllen. Großfürst Sergius ist ihr erstes Opfer geworden. Er gehörte neben dem Großfürsten Wladimir zu den einflußreichsten Mitgliedern des Kaiserhauses , und wurde als eines jener Häupter der Großfürftenpartei angesehen, die jede Reformbewegung zu unterdrücken suchen. Großfürst? Sergius hat in Moskau residiert. Man sagt ihm nach, daß er mit starker Hand stets seinen Willen durchzusetzen verstanden hat. Er soll es gewesen sein, der den General Trepow als Diktator für die durchs den Ausstand bedrohte Haupt- und Residenzstadt empfahl. Die Nihilisten geben sich jedenfalls der Hoffnung hin, daß ihnen seine Ermordung vom russischen Volke gewissermaßen als Verdienst angerechnet wird. Die beiden Attentäter rechnen sich wohl selber zu den „wahren Fürstenmördern", von denen Dr. Regis, der Professor für Geisteskrankheiten an der medizinischen Fa-> kultät von Bordeaux, spricht. „Der wahre Fürstenmörder", schreibt Dr. Regis, „ist ein entarteter Mystiker oder Fanatiker, der von einer fixen Idee besessen ist: er will einen Monarchen oder sonst einen Großen der Erde umbrinaen für das Wohl der Menschheit, des Vaterlandes oder der Religion, und er opfert dabei sein Leben für das ver- memtlich ruhmvolle Werk, das ihn zum heiligen Märtyrer seiner Sache macht." Die Geschichte liefert eine reiche Auswahl dieser Fanatiker. Ohne auf das Altertum zurückzugehen, wollen wir bloß aus der neueren Geschichte einige Namen nennen: Poltrot tötet den Herzog Franz von Guise um des protestantischen Evangeliums willen und um das Paradies zu gewinnen: Gerard tötet Wilhelm von Nassau, um selig und ein Märtyrer zu werden; Damiens verübt ein Attentat aus Ludwig XV., um ihn zu zwingen, an Frankreich zu denken; Charlotte Eorday tötet Marat, um die Republik zu retten; Renaud versucht Robespierre zu töten, um die Wiederherstellung des Königstums zu ermöglichen: Paris tötet Lepelletier de St. Faraeau, um beit Tod Ludwigs XVI. zu rächen; Staps und La Sahla wollen Napoleon I. töten, um den Weltfrieden zu sichern; Karl Sand, Louvel, Orsini, Hödel, Nobiling, Passanante, Easerio, Mirzw-Riza, Bresei, der Mörder König Humberts, Schaumann, der Mörder des finischen Generalgouverneurs, die Mörder des serbischen Königspaares — sie alle suchten einer Sache zu dienen, die sie für vaterländisch verdienstvoll hielten. Die Sache, um deren willen sie Löteten oder zu Löten versuchten, war bei jedem eine andere, aber das war nur ein äußerlicher Unterschied; im Grunde standen sie alle unter der Herrschaft einer fixen Idee, eines mystischen Antriebs. „Gestern ein religiöser Mystiken, schreibt Dr. Regis, „heute ein patriotischer Mystiker, morgen ein anarchistischer Mystiker, ist der wirkliche Fürstenmöroer stets ein Mystiker, der aus dem gleichen anthropologischen Prozeß hervorgegangen ist." Ganz anders der „falsche Fürstenm orderest der stets von einem rein egoistischen Interesse geleitet ist, und der nun bloß ein Ziel kennt: seine Stimme zu erheben und die Genugtuung zu erhalten, die ihm vermeintlich gebührt. Um dieses Ziel zu erreichen, dazu sind ihm alle Mittel recht. Wenn kleinere Mittel nichts nützen, dann stellt er sich mit blanker Waffe auf die Straße bei der Vorüberfahrt eines Ministers oder Staatsoberhaupts, alles wohl überlegt und kühl ausgefnhrt. Die moderne Geschichte ist reich an solchen Attentätern. Zu ihnen gehören, um nur die bekannteren zu nennen: Mariotti, der 1885 auf den Ministerpräsidenten Freycinet schoß; Perrin, der 1889, bei der Eröffnung der Weltausstellung auf den Präsidenten Caruot schoß; Martial Jacob, der 1890 auf Carnot einen blinden Schuß abfeuerte, um die Regierung zu zwingen, sich mit ihm zu beschäftigen; Aubertin, der aus gleichen Gründen ein Attentat auf Jules Ferry verübte usw. usw. Dieser neueste Fürstenmord wird allenthalben stärkstem Abscheu begegnen. Ob ihr Zweck erreicht werden wird, ist nicht sicher. Möglich, daß sie den Machthabern die Notwendigkeit durchgreifender Reformen eindringlich klar macht; möglich aber auch, daß sie den Zaren veranlaßt, die Züael völlig den Scharfmachern zu überlassen. Dann werden" sich die Verhaftungen, Haussuchungen, die Verschickungen nach Sibirien, die polizeilichen Ausnahmemaßregeln und die militärischen Aktionen gegen Demonstrierende und Ausständige noch vermehren, die Autokratie imrd^ abermals triumphieren, und die Aussichten auf eine Befseruna der traurigen Zustände werden geringer sein als je zuvor" Man darf nicht vergessen, daß mit den Reformen eigentlich schon zu lange gezögert worden ist, und daß die Machthaber, wenn sie sich jetzt nachgiebig zeigen, ein» Entwicklung der revolutionären Bewegung zu befürchten haben, 'deren Folgen gar nicht abzusehen sind. Nun ein starker und zugleich einsichtsvoller Herrscher kann in diesem Wirrwarr das Staatsschiff in ruhigere Gewässer steuern. Wir wollen im Interesse des unglück- seliaen russischen Volkes hoffen, daß sich Zar Nikolaus dieser Aufgabe gewachsen und daß er den Mut zeigt, den nichtigen Mann dafür zu finden und dann auch beharrlich zu stützen. Auf die Ereignisse in Ostasien wird das Moskauer Attentat ebenfalls einigen Einfluß ausüben. Die Japaner w-er- deu es benützen, um die russischen Soldaten zur Desertion ru verleiten oder zur Meuterei aufzuwiegeln. Andererseits wäre es möglich. Laß dadurch der Optimismus der russischen Kriegspartei wesentlich herabgestimnrt wird. Den Großfürsten könnte es klar werden, daß die inneren Schwie- rigkerten eine erfolgreiche Weiterführung des Krieges Verbindern müssen. Entweder man gewährt dem russischen Volke eine Verfassung, um seine Begeisterung und seinen Patriotismus gegen den äußeren Feind mobil zu machen, oder man schließt Frieden, um der drohenden Revolution Lrerr zu weroen. Beharrt man dabei, zu gleicher Zeit die Resormbewegung im Innern Niederschlagen und die Japaner in der Mandschurei besiegen zu wollen, dann läuft man Gefahr, daß Rußland national und international zusammenbricht! Die schwerste Prüfung ist der Großfürstin SergtuS auserlegt. Sie ist, wie männiglich bekannt, die zweitälteste Schwester unseres Großherzogs Ernst Ludwig die am 1. November 1864 geborene Prinzessin Elisabeth. Seit dem 1. Juni 1884 war sie mit dem Großfürsten Sergius vermählt und trägt seit 1891 den russischen Namen Jelissaweta Feodorowna. Das lange Eheglück ist mit einem Schlage vernichtet, zerstört durch ein grausiges Verbrechen, dem an blutiger Verwegenheit wenige Untaten in der Geschichte unserer Tage gleichkommen. Und inniges Mitgefühl bringen wir auch unserem Groß Herzog entgegen. Zu den schweren Schicksalsschlägen innerhalb der Großherzoglichen Familie ist ein neuer getreten, der das Herz unseres Landesfürsten aufs tiefste er> schüttern muß. Kaum sind die ersten Flitterwochen seinen Ehe vorüber, und auf das junge Eheglück stürzt mit eines! Felsblocks-Wucht die Nachricht von der Ermordung seines Schwagers. In diesen Tagen neuer schwerer Bekümmernis trägt ihm fein Volk mit besonderer Stärke und Anhänglichkeit seine Liebe und Treue, sein Herz entgegen. ♦ Groß für st Sergei Alexandrowitsch wär am 29. April a. St. 1857 in Zarskoje Selo geboren als dritter Sohn jdles Kaisers Mexander H und seiner Gemahlin? Maria Alexandrowna, geborenen Prinzessin von Hessen .und bei Rhein. Bis zum Tode seines' V a t e r s, der bekanntlich «am 1./14. März 1881 ebenfalls! durch eine Bombe der Revolutionäre getötet wurde, hatte der Großfürst Sergei keine Gelegenheit gehabt, her- vorzutreten. Nachdem sein Bruder als Mexander III. den Thron bestiegen hatte, trat auch der Großfürst Sergei mehr hervor. 1884 verheiratete er sich mit der Prinzessin Elisabeth von Hessen. Sie behielt anfangs ihren evcm-< gelischen Glauben bei, trat dann aber am 13. April 1891 zur griechisch-katholischen Kirche stber. Einq Staatsnotwendigkeit war das nicht, wie bei ihrer Schwester^ der Kaiserin, denn die Gemahlin des ältesten Bruders desi Großfürsten Sergei, des Großfürsten Wladimir, eine ge-- borerre mecklenburgische Prinzessin, hat bis. heute ihrens evangelischen Glauben beibehalten. 'Stig Ehe ist kinder-« l 0 s geblieben. Weitere Depeschen lauten: Die Tat. Petersburg, 17. Febr. 51/2 N. Heute nachmittag 3 Uhr passierte Großfürst Sergius in Mosfau zu Wagen,,Vvur Nikolauspalaste kommend, dc?^ Senatsplatz. Hinter der Ecniipage fuhren zwei Droschken. Als die Kutsche sich dem Justizvalast näherte, kam ihr ein Schlitten mit zwei Männern in Zivils kleidung entgegen; der eine trug einen Ärbeiteranzug. Am Justiz- Palast ließ der Schlitten die Equipage vorbeifahren. In diesem! Augenblick wurde eine Bombe unter die Kutsche geschleudert. Die Explosion war so heftig, daß alle 64 Fensterscheiben im Iuftizpalast zersplitterten; der Wagen wurde Völlig zertrümmert. Die Pferde liefen davon. Tie Volks- .menge auf dem Platze sammelte die Holzstücke und Stoffrests auf. Der Großfürst war sofort tot; der Kopf und dis Beine waren vom Rumpfe getrennt, die Kleider zerrissen. Der K u t s ch e r, der schwere Brandwunden erhaltew hatte, starb auf dem Wege zum Krankenhause, auf dem Platzei liegen die Räder der Equipage. Die Explosion wurde weithin^ vernommen. Die Mörder s i n d v e r h a f t e t. Der eine sagte:j „Ich mache mir nichts daraus, meine Arbeit ist getan." Der Name des Mörders ist unbekannt. Nach einigen Augenblicken begann^ die Menge, sich an dem Tatorte anzusammeln. Das Tor deÄ Kreml wurde geschlossen. Auf dem Roten Platze veranstaltete drei Menge eine Kundgebung gegen die Stuhenten, weichet geprügelt wurden, und zwar in solcher Weste, daß ein beinv Palais de Jgnatiew an gestellter Becuwe sich^ dazwischen warst und veranlaßte, daß mehrere Personen verhaftet wurden. Es wurden dann Proklamationen unter die Menge gervorfen. Als die Großfürstin Sergius die Nachricht von dem Ereigmsie; erfuhr, begab sie sich sofort an den Tatort. Dre Ueber^ rette des Großfürsten Sergius wurden aufgehoben und nach demt Nikolauspalais geschafft. . _ Gleich nach der Explosion bemerkte ein Polizeibeamter ein eit Menschen, welcher floh: es gelang, den Menschen, vogleich er mit einem Revolver bewaffnet war, zu ihm, daß er Prepow protegierte_>- Petersburg, 17. Febr. De karserlrchen Theaters sind geschlossen. In Privattheatern wird gespielt. : i v . ■■ ■ wohl fpreä Bleie Bequ verm Lol 3 2. e nunfl Zudl zu vi Aohn, ounni per i. fiöen beho miet Ött Schi Ecke, zu i Inge großem ober in ylähe »vohi,," 1 w Vm t ans j ■ Wne; mit & ©arter foioN mieten parier Eiu Badej verm« 9läber mit (i weg;« veun. 0! 2101 «[' ^udwlgl" tzZunme limmet > zu °er'w man^M ■’TiSp vung in (jiseu vei'inh /NM 231] 5'Zimr mit Äc ober 1 Li 'Scho .1. Hi iverm k-ch°"d° l'jlprd iu i S&figj rö zu schaffen. Ausstande. vr. Stück Man verlange Preislisten nnb 9lbbi(bnnoen, bu ©lau verlange ausdrücklich Suppen (Schutzmarke „Kreuzsteru"). erregt Eindruck und es -eigt, daß der Zar Einherttichkett in das Ministerium bringen wckll. Er soll auch planen, den Posten eines Vizepräsidenten des Ministerium s Petersburg, 17. Febr. 28 000 Arbeiter, acht großen Fabriken angehörig, sind heute in den Aus st and getreten. K a t t o Mi tz, 17. Febr. Aus Tomsk meldet man der „Kattotv. Ztg.", daß am Bahnhof bei einem Zusammenstoß zwischen Streikenden und Militär 20 Personen getötet und 40 verwundet worden seien. Krementschug sGouvernement Poltawa'), 17. Febr. In den Tabakfabriken und Druckereien, sowie in den anderen Fabriken wurde die Arbeit niedergelegt. In den Straßen herrscht Ruhe. Lodz, 17. Febr. (Petersb. TN-Ag.) Während der drei Wochen, die der Ausstand dauert, sind bei den Zusammenstößen mit den Truppen getötet worden bezw. an ihren Wunden gestorben 5 Personen, verwundet 8 Personen. Die Zahl der in den Nachbarorten Getöteten beträgt 10, die der Verwundeten 33. Lodz, 17. "Febr. In der Fabrik Vosnanski sand ein Zusammenstoß zwischen Militär und Arbeitern statt, wobei 7 Personen erschossen und viele verwundet wurden. Krakau, 17. Febr. „Ezas" meldet aus W a r s ch a u : Nach den letzten Unruhen wurden massenhaft Hinrichtungen vorgenommen. Im vierten Polizeibezirk wurden 20 Personen an eine Mauer aufgestellt und erschossen. Odessa, 17. Febr. In dem Städtchen Sarnitzikn unweit Datum um-ingelten 300 streikende Arbeiter den.Bahnhof und zwingen das gesamte Bahnhofspersonal, in den Ausstand zu treten. Vom Babnbof" zogen die Nuhestörer nach dem Städtchen, wo sie die Geschäfte auf dem Markte demalie^t^n und die Pasi^nten plünderte n. Di e. kwrbei- geeilte Polizei konnte nichts gegen die Arbeiter ausrichten. Während der Unruhen wurde der Polizei meister von angetrunkenen Bauern angegriffen und mit Steinen bombardiert, bis er tot zu Boden fiel. Das Städtchen wurde daraus an allen vier Ecken angezündet und vollständig nieder gebrannt. Die Frauen richteten an die Kaiserin eine Adresse mit vielen Unterschriften, in der die Kaiserin gebeten wird, dem Kaiser die Notwendigkeit vorzustellen, Rußland aus dem Unglück zu retten. Prinz Friedrich Leopold von Preußen traf am Freitag mit Begleitung in Zarskoje Selo ein. Am Bahnhof waren zum Emvfang erschienen der Kaiser, )ie Großfürsten Wladimir, Andrei Wladim'rowitsch, Kon- tantin Konstantinowitsch nrtb Peter Nikolg.jewftsch, der deutsche Botschafter Graf Alvensleben mit den .Herren der Botschaft ii. a. Ter Kaiser und die Großfürsten hatten preußische Uniform und ihre preußischen Ordert angelegt. Als der Zug einlief, spielte ein Musilkorps die deutsche Hvmne. Der Prinz, in Uniform seines Libauer Infanterie- Regiments, stand grüßend am Fenster. Kaum hickt der Zug, als der Prinz auf den ihm entgeaengebenden Kaiser zuschritt, ich bei ihm mildete und einen Brief überreichte. Tie Begrüßung des Kaisers und des Prinzen war äußerst herzliche Ter Kaiser und der Prinz bestiegen den Wagen und fuhren nach dem kleinen Alexander-Palais, wo er Wohnung nimmt. Um 2 Uhr fand im allerengsten Familien- kreise Frühstück statt. 1.80—2,20 Mk., Gänse vr. Md. 55—65 Pfg., Ochsenstesich nr. Pstmd 70—80 Pig., Kn5- nnb Rindfleisch vr. Mund 62—68 Psg., Schweine- üeisch vr. Pinnd 60—72 Psg., Schweinefleisch, gefabelt, vr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch vr. Psd. 70—74 Psg., Hammelfleisch vr. Psnnb 50—74Pia. .Kartoffeln vr. 100 Kg. 6,00—6,50 Mk., Zwiebeln vr. Zrr 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Ma., 9lenfef per Zentner 0 bis 0 Rkk., in Körben 00—00 Ma. Nüsse 100 St. 00-00 Psg. Zwetschen ner Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Markbeit 8—2 Ubr. Arßeiterbewenunq. Mons (Belgien), 17. Februar. Bis setzt ft r e i f e n 2 7,0 0 0 Ber aarbeit e r. Fast die ganze Belegsehast aller Gruben. Die Angriffe und Belästigungen gegen Arbeitswillige bauern fort. Hauptsächlich spielt Dynamit die erste Roste. Gestern wurden in Bouverin drei Dynamit Patronen vor den Wobmmgen von Arbeitswilligen .zur Explosion gebracht, ohne jedoch erheblichen Schaden anmrichten. , Zur Laqe in Äußk.ind. Der Zar als Ministerpräsident. Petersburg, 17. Febr. sW. B.) Tie Blätter melden aus Zarskoje Selo, daß gestern dort die Semski- Sobor-Frage beraten worden ist. Hierzu verlautet zuverlässig, daß in der gestrigen Mi nister b er a tun g unter Vorsitz des Kaisers, an der auch die Minister Witte und Murawjew teilnahmen, die Frage der Umwandlung be§, sich nur ab und zu versammelnden Minister- komrtees m eine ständige Institution beraten wurde, in der aber nicht der Grund gelegt werden soll für ein verantwortliches Ministerium. Ten Vorsitz wird entweder der Kaiser oder der Präsident des Ministerkomitees fi'ihren. Der Zar schloß den Ministerrat mit den Worten: „Wir /verden uns jeden Freitag sehen." Tiefes Novum Darmstädter Möbelfabrik. Grotzh. Hess. Hof-Möbellieferanten Darmstadt. Bedeutendstes Einrichtungshaus Mitteldeutschlands. — 200 Zimmereiurichtnugen stets lieferfertig vorrätig. — nacht 1 Uhr, etwa 3 Kim. vor Gießen, mit 30 Achsen entgleist. Personen wurden nicht verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Der Personen-Verkehr wird durch Umsteigen an der Unsallstelle ausrechterhalten. Die Betriebsstörung dauert voraussichtlich ®/4 Tag. -b- Der Großherzog als Pate. Folgende reizende Geschichte wird uns berichtet: Am Tage des Fackelzuges zu Lich kamen zu dem Einsender dieses Schreibens, bent früheren Pfarrer zu Oberbessingen, zwei Bürschchen von da mit einem Brief ihres Lehrers und wünschten, dem Großherzog zu gratulieren. Aus meine erstaunliche Frage, wie sie dazu kämen, sagte der kleinere, strahlenden Angesichtes: der Großherzog ist mein Pötter! Nun war mir alles klar; vor 11 Jahren wurde dem Gemeinde-Schäfer zu Ober-Bessingen ein Zwillingspärchen, der 6. und 7. Junge geboren, und der Großherzog nahm damals das Patenamt bei dem 7. Buben an. Wir begaben uns ins Schloß und ließen uns melden; die rotbackigen Jungen in ihren festen, frisch mit Fett getränkten Nägelschuhen, der Pate besonders geschmückt mit einem ächten Oberhessischen „Palentin". Die Jungens machten große Augen ob ast der Pracht. Das Großherzogliche Paar nahm sie sehr freundlich auf und erkundigte sich nach ihren Eltern und Verhältnissen; besonders erregte es des Herrscher- paares Interesse, als es hörte, daß die Eltern nach der ein. zigen Tochter mit 9 gesunden Buben nach einander gesegnet worden seien. Hochbeglückt verließen die beiden Jungen Ernst und Ludwig das Schloß. •* Oberhessischer Geschichtsverein. Der Vortrag, den Prof. Dr. Collin am Donnerstag hielt, behandelte die Zeit, in der das Studententum in Gießen und aus manchen anderen deutschen Hochschulen sich auf einer denkbar niedrigen Stufe befand, die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zu den schlimmsten Vertretern einer schlimmen Epoche gehörte F. C. Laukhard, der seiner wenig ehrenwerten Persönlichkeit eine gewiße traurige Berühmtheit verschafft hat durch die Abfassung einiger satirischer und autobiographischer Werke. Der Redner schilderte auf Grund dieser „Consessions* das Abenteurerleben des Pfälzer Theologen, sein wüstes Treiben in Gießen und Halle, das kurze Intermezzo als Seelenhirt einer kleinen Dorfgemeinde, seine Kriegsjahre in Frankreich, wo er mit knapver Not der Guillotine entging, und sein klägliches Ende in Kreuznach. Die außerordentliche Belesenheit und die vorzügliche Kenntnis der Kultur des 18. Jahrhunderts, über die der Vortragende verfügt, befähigten ihn, die Lebensbeschreibung des einzelnen Mannes zu einer geistvollen Skizze der ganzen Epoche werden zu lassen, die ja auch zu denen gehört, da „in der Menschen Seele kämpft, was wird und war". In der Debatte, die sich an den gut besuchten Vortrag anschloß, konnten die Nachrichten über den Tod Laukhards noch ergänzt werden. *♦ Das Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, um V212 Uhr, in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre „Stradella" von Flotow. 2. Martin-Walzer, von Zoller. 3. Finale auS „A'ida", von Verdi. 4. A.-M. Nr. 9. ** DerEvang. Kirchengesangverein wird morgen in der Johanneskirche im Hauptg otteS dienst mitwirken und dabei, außer dem schon bekannten „Wie schön leuchtet der Morgenstern" im Vachh'chen Satz, das alte „Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott" von Paul Eber (1511—1569) im Satz von Ph. Wolfram fingen. t. Ha ttenrod, 17. Febr. Gestern verschied hier bet Schmiedemeister Georg Krug infolge Blutvergiftung im 33. Lebensjahre. Krug glitt in der vorigen Woche bei seiner Arbeit aus, stürzte und verletzte sich am Nasenbein. Hierdurch soll nach Feststellung des Arztes Giftstoff in den Körper gekommen sein. Er hinterließ eine Frau mit zwei kleinen Kindern. Unsere Gemeinde verliert in ihm einen braven, fleißigen Handwerksmann. Die Handelsvertragskommission Geriet am Freitag die Resolution Heyl zu Hernsheim, welche den Reichskanzler ersucht, das Meistbegünstigungsverhältnis zu jenen Ländern zu lösen, bei denen erfahrungsgemäß ein solches Verhältnis nachteilig gewesen ist, und darauf hinzuwirken, ba£ mit solchen Ländern reine Meistbegünstigungsverträge nicht mehr abgeschlossen werden. Frhr. v. Heyl begründet diese Resolution, wobei er unser Verhältnis zu den europäischen Ländern, sowie zu Argentinien und die ungünstige Lage unseres Handels mit den Vereinigten Staaten bespricht. Staatssekretär Graf Posadowsky gibt darauf längere vertrauliche Darlegungen, auf welche eine vertrauliche Diskussion folgt, deren Ergebnis die Zurückziehung ber Resolution ist. Die Kommission hat sodann sämtliche sieben Handelsverträge der Reibe nach mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des Abgeordneten Gothein (frs. Vg.) angenommen. Die Abgg. Kämpf (frs. 93p.) und Wolff (wirtsch. Vg.) stimmten für die Verträge. Einige Zentrums-Abgeordnete stimmten teils für teils gegen einzelne Verträge. Für die bei den Handelsvertrags-Verhandlungen beteiligt gewesenen Beamten sind Ordens-Verleihungen und sonstige Auszeichnungen in Aussicht genommen. Unter anderem soll Staatssekretär Graf Posadowsky eine besonders Hobe Auszeichnung und Staatssekretär Freiherr von Richthofen den Rang und Titel als Staatsminister erhalten. Die zweite Lesung im Plenum soll am nächsten Montag beginnen und Dienstag beendet werden. Ob sich die dritte Lesung gleich anschließen wird, steht noch nicht fest. vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbten vr. Liter 21 Ma., Lücken vr. Liter 32 Pia., Taubenvr.Paar0,80- 0.90Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne vr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten Gießen, den 18. Februar 1905. •• Ein Oberprimaner des hiesigen Großh. Gymnasiums schreibt uns: Aus Anlaß ber Voraänae im bestücken Landtag haben die Schüler ber oberen Klaffen des hiesigen Gymnastnms aus eigener Initiative ihrem Direktor, Herrn Geheimrat Prof. Tr. Schädel, einen F a ck e l z u g a n g e t r a a e n , der jedoch a b - gelehnt wurde: das ei n mutige Z u s a m m e n g e h e n aller S ck ü l e r ist gewiß ein schlagender Gegenbeweis aeaen die Behauptung, das Vertrauen der Schüler zu ihrem Direktor fei e r s ch ü 11 e r t. Vielleicht gibt auch diese Mitteilung dem Herrn Dr. David und seinen dunklen Hintermännern zu denken. Jeder Vorurteilsfreie ersieht jedenfalls daraus, daß das Gerede von Animositäten und bergt, am hiesigen Gymnasium ein grober Unfug ist, daß vielmehr die Schüler des Gymnasiums überzeugt sind von der Unantastbarkeit ihres Direktors, dem es heiliger Ernst ist mit der Erziehung ber ihm anvertrauten Jünglinge, und dessen bezwingende Freundlichkeit und wahrhaftige Offenheit die Väter unserer Gymnasiasten nach den Tagen Schillers doppelt schätzen. ** Eisenbahnunfall. Der heute morgen 1 Uhr hier fällige Güterzug 7530 ber Strecke Fulda-Gießen ist hinter der Provinzial-Siechenanstalt entgleist. Vom Personal wurde niemand verletzt, da sich die Bremser durch Abspringen retten konnten und die Lokomotive mit dem vorderen Teil des Zuges auf dem Geleise blieb. Die hinteren Wagen, teils leere Lowris, teils gedeckte Güterwagen, sind aufeinander gefahren und bilden ein wüstes Chaos von Holz- und Eisen- teilen. Die hölzernen Wagen wurden wie Streichholzschachteln zertrümmert. Mehrere mit Sand beladene Wagen sowie ein Petroleum-Tankwagen liegen auf der Seite. Eine Anzahl Telegraphenstangen wurde umgriffen. Die Leitung wurde über provisorisch im angrenzenden Felde aufgestellte Stangen geführt. Die Aufräumungsarbeiten werden voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen.. Da die Bahn nur eingleisig, wird ber Personenverkehr durch Umsteigen aufrechterhalten. Die Postsachen werden an der Licher Straße verladen. — Von ber Großh. Betriebs-Inspektion Gießen I ging uns folgende amtliche Meldung zu: Güterzug 7530 von Fulda ist heute ,on MAGGI8 Die Großfürstin. M oslaii, 17. Febr. Großfürstin Sergins bc- sich in dem Augenblick, osS der Anschlag auf ihren G-nE misgtfibt würbe, in ihrem Arbeitszimmer tm Kreml und »ar mit de r Verstellung bon Liebesgaben für b>e O N f e r d c s Krieges 6ridia tigt Egurnagc war bernts vor gefahren, weil die Grostfuntm nach hem Same des Genera, qouvemcnrs fahren wollte, um mit ihrem Gemahl, bei srcy coen falls dorthin begebeu wollte, zusammen zutreffen. Ilm 4 Ubr nockmittags wurde m Gegenwart der ®ro 4ur hn Sergius und aller Militär- und Zivilbehörden der erste trauer gottesdienst abgchalten. Au? Darmstadt schreibt unser dortiger Redakteur:. Tie entsetzliche Ermordung bringt üWr nmae Gl ck uns x . Land'-sberrn gleich wieder einen tiefen Sojattcn. .v. •... der Großherzog ist von der heute in der ans Petersburg ein getroffenen Tran erkunde oufstt eilte erschüttert worden. .Heute abend sollte tm H o ftbe a t i aus Anlaß be- dauernden Einzugs der Großherzogin tn bie Reuden z die Festvorftellnng sein, zu der sckwn lange vorhr kein Platz mehr zu haben war. Nam Emptang der ^ackwtckt ließ di-r Gwßherzog sofort sein und feiner Gemahlin Ersinnen zu ber Vorstellung absagen und kurz darauf ordnete er an, daß über- hmivt feine 93 o r ff e l Iu n g stattfinden und das Hoftheater h^ute «er. solle d t telegrafiert: Aus Anlast des Todes des ©rc^fürffen Sergius wurde fiter eine Hoftrauer von 4 Wochen atigeordnet. brn Beisetzungs feier lichkeiten «wird vorauchtchtltch noch heute Frhr. v. Riedestel abreisen. Nickt selten (mb die beiden Schwestern des Grost- Herzogs, die Zarin und die Erostfst rstin Sergius, ans ihrem neuen Vaterlande zum Besuche ihres Bruders IN das alte zun'ckgekchrt. Auch der. Zar und Mrostbirst Serwr- waren hier oft zu Gast, zu etzt im Serbst des Jahres 1903 at5 die Sockzcit der Piinzesiin Alice von Battenberg mit dem Prinzei7 Andrea^ von Griechenland einen ganzen Kongreß von Mitglieds reaBrender Säus"r in Darmstadts Mauern ver^niate weilten das 'Zaren- und Großfürstenvaar ganze lecks Wochen am hessischen Hofe. T-a fab man. so schreibt man beute der „^r 3tg.", die Fürstlichkeiten sich auf der Straße und im Theater so una-zwimaen und frei beweaen. daß man wodl Gelegenheck sand einen Eindruck von ihren Persönlichkeiten zu erhaschen. Der Z a r , eine schmächtige, nnckelaroße Erscheinung, voller B"weol,ckkeck und von gewinnender Lickenswürdigkeit. Ter Großfürst Sergius, eine hotze bagrrc Gestalt. Der Gang hotte etwas Hastiges, die ganze Haltung und der Ausdruck des blassen Gesichtes verriet Nervosität und ließ eine gewisse Verschossenheit vermuten. Mer wie fein viel jovialerer kaiserlicher Neffe, interessierte sich anck Großfürst Sergius lebhaft für die deutsche Kunst, besond-ws ffir die aufstt"b^nde Darmstädter tun ft geto er b- liche Bewegung. Manche Bestellung gelangte vom russischen Hofe aerobe an die Mitglieder ber n ft l r r f o 1 n n i e: Architektonische Entwürfe, plastische W-'rke, keramische Arbeiten unb Erzeugnisse der modernen Goldschn^iebeknnst wanderten in reicher Fülle nach dem Osten in die kaiserlichen Paläste, sind wie ein Dokument für diese Beziehungen, steht auf b~r Mathi^denböbe mit den Häusern der Künstlerkolome in orientalischer Farbenpracht eigenartig kontrastierend, die russische Kap'll-. An d--m Gottesbi.'nst. der in dieser Kavelle stets während der Anwesenheit des ruftiHucn Hofes abgehalten wurde, nahm Großfürst Sergius mit besonderem Eifer teil. Noch jüng>t war er mit seiner Gemahlin zu d^r Hochzeit be§ Großherzogs erwartet wordm. Ab"r die schweren Zeiten im eigenen Lande ver^'t^tten die Reise. Ob nun Wohl nachdem ihr Gemahl den Revolutionären zum Opfer, gefallen, ist. die kinderlose Großfürstin Ielissaweta Fe^dor^wna, die einstige Prinzessin Elisabeth, in da s Hessenland zurückkehrt? Hier brmnt man ibr, wie ihrer Schwester, der Zarin, Neue 3proz. hessische Anleihe. Ter Restbestand der neuen hessischen Anleihe, der sich noch in erster Hand befand, ist soeben ausverkauft worden. Ter Kurs stellt sich auf 88 Proz. bez. u. Geld. — Tie „Voss. Ztg." hört dazu noch, daß ein erstes Bankhaus den Restbestand übernommen hat. Märkte. kttzicßen, 18. Febr. Marktbericht. heutigem Wockeumar^ kosteten: Butter vr. Plb. 0.95—1.00 Mk.. Hühnereier 1 St. 8—9 Psg., 2 Stek. 15—00 Psg., Eänseeier 00—00 Pig., Enteneier 7—0 Pig., Käse 1 -c ist deren bequeme und rasche Man " braucht nur Wasser (keine Fleischbrühe, kein Salz), da die Suppen alles Nötige in vollendeter Güte bereits enthalten. 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C18/» Der Direktor: Georg Keil. ______________________________-- . - -3