Nr. 118 Erstes Matt. 155. Jahrgang Samstag 20. Mai 1908 235 fand weitere sechs Bomben. wurden nctöte Vcholstratze 7. Vdresie für Depeschen: Auzetger Gtetzen. Fernsprechanschluß Nr 61 Es war im Jahre 1!____ ...... u o „ .. _____ Tode seines Bruders Friedrich Wilhelm IV. den Thron besiegen und sollte am 18. Oktober, dem Tage der Völkerschlacht von Leipzig, in Königsberg feierlich gekrönt werden. Hierzu hatten mehrere fremde Souveräne au fierordentliche Botschafter, entsandt, die den offiziellen Titel „Königsbotschafter" führten. Dies waren u. a. für Rußland der Fürst Suworow und für Frankreich Deutschland in Haitschou. Seit einigen Tagen waren Gerüchte im Umlauf, Deutschland habe in Haitschou seine Flagge gehißt und dauernd Fuß gefaßt. Hierzu schreibt nun die amtliche „Norddeutsche Allgemeine Ztg.": Obgleich die Angaben über eine deutsche Ftaggenhissung in Haitschou bereits als jeder Begründung entbehrend bezeichnet worden sind, suchen österreichische Korrespondenten der italienischen und englischen Blätter jene falschen Nachrichten wenigstens zum Teil aufrechtzuerhalten. Demgegenüber teilen wir mit, daß nach.einer Meldung des kaiserlichen Gesandten in Peking vom 18. Mai das völlig grundlose Gerücht von einer deutschen Landung anscheinend dadurch entstanden ist, daß das Kanonenboot „Tiger* an der alten Mündung des Hoangho in einer allgemein hergebrachten Weise Lotungen zur Feststellung des dort bekanntlich besonders schwierigen Fahrwassers vor- genommen hat. Dabei ist aber weder eine Flagge gehißt, noch sind Kanonenschüsse abgefeuert worden, noch ist irgend eine Streitigkeit mit der einheimischen Bevölkerung entstanden. Ferner war in einer Meldung eines Mailänder Blattes aus Tokio dem deutschen Konsul in Tschisu die Erklärung in den Mund gelegt worden, es handle sich in Haitschou um die Errichtung einer Militär station zum Schutze der Binnenschiffahrt. Auf eine amtliche Anfrage meldete der Konsul am 19, Mai, daß diese ihm zugeschriebene Aeußerung rein erfunden sei. — In den letzten Tagen wurden auf einer Höhe, welche Kanea südlich abgreuzt, B an den Aufständischer bemerkt. strat-Prozesse in der Strafanstalt Vechta vollzogen wird, zu beschäftigen. Wir erhielten einen Brief von dort, worin uns mitgeteilt imirbe, daß der Herausgeber des „Residenzboten." sowohl wie Redakteur Scbw^ynert täglich elf Stunden auf dem Schneidertisch hocken müssen, nm Flickarbeiten zu verrichten. Diese unglaubliche Mitteilung veranlaßte uns)i am leMen Sonntag nach Vechta zu fahren, um uns über die Sache Aufklärung zu verschaffen. Dir. uns von einem Vechtaer (je*. machten Mitteilungen wurden uns leider von unseren gefangenen Redakteuren bestätigt. „Trotz eindringlichster Vorstellungen und Bitten hat man mich der Schneiderei überwiesen", sagte der „Boten"-Hergusgeber, „ich habe gebeten, man möge mich gelegentlich mit leichten Dräußenarbeiten, wie harken, schaufeln undi dergleichen beschäftigen, man möge mich in der Buchbinderei at» beiten lassen, man möge mir doch, irgend eine andere Beschäftigung geben, da mein Körper das elf stündige krumme Hvckn auf dem Schneidertisch nicht so ohne allen Uebergang aushalten könne, es hat mir nichts geholfen, ich wurde zur Schneiderei „an gehalten".- Ebenso werden unsere Leute zum Kirchgang „angehalten", trotzdem sic sich stets weigern dem Gottesdienst beizuwohnen." —i Diese Mitteilung scheint allerdings, unglaublich zu sein. Das muß ja eine merkwürdige Strafanstalt sein! und Deputierten Arago, dem Botschaftssekretär Guillern in und einer noch zu bestimmenden hohen Persönlichkeit der wissenschaftlichen Welt. Mit Recht wird es in Deutschland wie in Frankreich als ein bedeutsames Zeichen der Zeit angesehen, daß die dritte Republik beschlossen hat, sich bei der Hochzeit des Kronprinzen durch , eine Spezialmission vertreten zu lassen. Und es ist daher in diesem Augenblicke vielleicht nicht uninteressant, daran zu erinnern, wie lange es her ist, seitdem zum letzten Male aus analogem feierlichen Anlasse eine französische Regierung sich am Hofe von Berlin repräsentieren ließ Wir entnehmen der „N. G. C." folgendes: Man muß hierzu um mehr als vierzig Jahre zurückgehen. Es war im Jahre 1861. König Wilhelm!, hatte nach,dem •rieflet tietie außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kekfische« Landwirt die Gießener Familien' MAtter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Vertag der B rü hl'jchen Univers ^Buch-u. Stein- druckerri. 8t Bange. Mac Ma hon, — derselbe Mac Mahvn, der neun Jahre später den preußischen Heeren auf dem Schlachtfelde gegenüberstehen sollte. Daß Kaiser Napoleon III. grrafre ihn erwählt hatte, fand seinen Grund darin, ba& Mae Ma hon in jenem Augenblick auf der Höhe seines, nachmals so schnell wieder verlorenen Ruhmes stand und in beut noch nicht lange vorher beendeten italienischen Feldzüge sich den Marschallstab und die Würde eines Herzogs von Magenta geholt hatte. Außerdem war der Marschall eine schöne, männliche ritterliche Erscheinung und wohl geeignet zu einer solchen, auch dekorative Wirkungen verlangenden Rolle. Die Aufnahme, die ihm in Königsberg zu teil wurde, war daher auch eine ftn höchsten Grade auszeichnende und am Morgen der Krönung ließ König Wilhelm den Vertreter des Kaisers Napoleon die Insignien des vornehmsten preußischen Ehrenzeichens, des Ordens vom schwarzen Adler, durch einen Mgeladjutanten überreichen, mit der Bitte, sie schon bei der Krönung anxulegen. Als der Hof dann nach Berlin zurückkehrte und der Könige seinen feierlichen Einzug in die Hauptstadt gehalten hatte, folgte auch 'hier Fest auf Fest. 'Der französische außerordentliche Botschafter wollte es sich begreiflicherweise angelegen sein lassen, alle anderen durch Glanz und Aufwftnd zu übertreffen. Deshalb veranstaltete er im Gebäude der Gesandtschaft einen großen Ball, zu dem der ganze Hof , erschien und bei dem die Königin Augusta mit dem Marschall die sogen. Ehrenguadrille tanzte. Mer dieser Ball hinterließ bei ütelen der Teilnehmer sehr unerfteuliche Folgen und die unerfreulichste gerade bei Dem, zu dessen Ehren er gegeben war, — dem Könige Wilhelm I. selbst. Im Hofe des Gesandtschaftspalais war nämlich aus Brettern für das Souper ein Saal improvisiert toorbcn, für dessen Ausschmückung man an alles Mögliche, nur nicht an das Notwendigste, eine Heizvorrichtung, gedacht hatte. Da nun die Herbstnacht sehr kalt war, so erkälteten sich eine große Menge der Gäste dadurch, daß sie, vom Tanzen erhitzt, in diesem eiskalten Raume zum Souper verweilen mußten. Und der König zog sich eine so starke Erkältung zu, daß er, sehr zu seinem Unwillen, die Huldigungsfahrt nach Breslau um einige Wochen verschieben mußte. So war Marschall Mac Mahon längst schon nach 'Paris wieder zurückgekehrt, als in Berlin mancher mit einem bösen Husten oder Schnupfen nicht eben dankbar noch 'dieser außerordentlichen Botschaft gedachte, — die auf so lange Zeit hinaus die letzte Frankreichs in Berlin sein sollte. Deutsches Reich. Berlin, 19. Mai., Die Budgetkommission b Ne ichsta ges nahm heute die Kamerunbahn-Vorlag'e in zweiter Lesung an mit mehreren Amendements zu § 8,, der sich auf die Vorrechte hinsichtlich des Hafenbaues und der Weiterführung der Bahn bezieht. Dresden, 19. Mai. Der deutsche Nationalliberalö, Vertretertag bat heute abend mit einer Begrüßung be-' gönnen. Namentlich zahlreiche süddeutsche Vertreter sind an-| wesend. Es soll über die Simultanschule, die Reform berj Berggesetzgebung, Jungliberalismus und Parteiorganisation! beraten werden. München, 19. Mai. Eine Zeitungsmitteilung, daß' die Minister Feilitzsch, Pfaff und Frauendorfer ihre Entlassungsgesuche gegeben, der Ministerpräsident mit, den Entlassungsgesuchen nach Berchtesgaden abgereist sei, der Prinzregent diese aber abgelehnt habe, ist erfunden. Keiner: der genannten Minister hat ein Entlaffungsgesuch gestellt.' Nachdem Minister v. Feilitzsch heute mittag dem Regenten Vortrag gehalten bat, findet jetzt seit 5 Uhr Ministerrat stat^ Ausland. Haag, 19. Mai. Die Kammer genehmigte mit 56 gegert. 5 Stimmen eine Subvention von 700 000 Fl. zum Ankäufe eineSf Terrains von 5 Hektaren des Parkes in Zargvliet für den Frie^ den spal ast. Der Abg. Lieftinck bekämpfte diese Subvention^ da Holland ohne die Mitwirkung der Mächte nichh dazu verpflichtet sei und dic Schenkung Carnegies genüge. Der. Minister des Aeußern Jottkheer de Wrede de Berencamp erwiderte, die Subvention sei gefordert worden mit Rücksicht auf die dankens'^ werte Schenkung Carnegies und weil die Niederlande dadurch, daß sie der Sitz des Schiedsgerichtshofes seien, eine neue Garanttg ihrer Unabhängigkeit erhielten. Paris, 19. Mai. In deut heute im Elvsee abgehalteneN, Ministerrat teilte der Minister des Aeußern Delcasss ndt,i daß auf Befehl des Königs von Siam der Präsident der flame fischen 'Grenzregulierung skotnmission die von Frankreich geforderte Grenzlinie angenommen habe; diese Linie bildet von jetzt ab der Fluß Paknamven. Die siamesische Bevölkerung, die von der neuen Grenzlinie^betroffen wird, hatj ein Jahr Zeit, für Siam bezw. Frankreich 'zu optieren. — Dep Ackerbau mini st er teilte mit, daß er nächsten Dienstag nach Rom abreist, um dort Ende nächster Woche dem Könige die zu bem, internationalen Ackerbauinstitut abgeordnete fvcm^j zösische Mission vorzustellen. Lyon, 19. Mai. Zwischen den hiesigen staatlichen Poli> zjsten, welche mit ihrem Kommandanten, einem Gendarmerie- Oberstleutnant, unzufrieden sind, und dem Präfekten ist ein Zwist ausgebrochen. In einer Versammlung der.Polizisten irurbe sogar eine Ausstandsbewegung angeregt. Die dienstfreies Polizisten erhielten infolgedessen gestern abend den Befehl, sich auf ihren Posten zu begeben: doch weigerten sie sich, zu gehorchen. Rom, 19. Mai. In Erwiderung auf eine Anftage erklärt: Unterstaatsseiretär des Aeußern Fnsinato in der Kammer, die amtliche Anerkennung dec rumäuis cheN Nationalität durch die Türkei wurde von Italien der Türkei, beständig empfohlen, vor wie nach dem Zwischenfalle von Janina. Diei italienische Regierung habe das Vertrauen, daß die. Wünsche des' rumänischen Volkes erfüllt werden. Sie werde sich stets vvn' der traditionellen Freundschaft und Sympathie leiten lassen, bt$ zwischen beiden Völkern bestehe und niemals versagte. Wien, 19. Mai. Im Landtage überreichten die Christ« lich-Sozialen ein Interpellation, in der sie sich gegen! bie; evangelischen Pfarrämter heftig wenden, die durch Auf-.' legung sogenannter UebeTtrittsformulare in den Pfarrämtern die politischen und antidhnastischen Zwecken dienende ,^?vs von Rom"-Bewegung unterstützen Die Christlich-Sozialen verlangen vom Statthalter eine energische Intervention beim evmrg^ Oberkirchenrat. Budapest, 19. Mai. BlätteTmeldungen über die Mission des Barons Burian zufolge soll dieser ermächtigt sein, der Koalition die Kabinettsbildung anzubieten, wobei die Krone folgende Bedingungen stellt: Die Regelung der wirtschaftlichen [fragen wird der freien Vereinbarung zwischen beiden Regierungen überlassen, es ist jedoch dem Parlament die: Genehmigung der bereits abgeschlossenen Handelsverträge vor Augen zu halten. Die Reform des Parlamentes soll in der Aus-- dehnung des Wahlrechts, jedoch unter gleichzeitiger Verschärfung der Hausordnung bestehen. Mas die Militärreform betrifft, wird strikte, beschleunigte Durchführung der von Tisza angekündigten, ül der sogenannten Neunerkommission formulierten Forderungen bezüglich der Verwendung ungarischer Offiziere und bezüglich bet; militärischen Mzeichen in Aussicht gestellt. Auch soll die ass- gedehntere Vernnndung der ungarischen Sprache als Dienst-, spräche in den ungarischen Regimentern Platz greifen. Konstantinopel, 19. Mai. Al§ gestern zwei junge Bul> ^areit in der Monastirer Vorstadt I e n i m a h a l e auf ein Pferd L-ragkörbe mit Gemüse- packten, explodiert- eine darin versteckte Dynamit-Bombe. Die Bulgaren und dis Pferde Eichener Anzeiger General-Anzeiger tSS den polit und ujent« Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ V " zeigenteil: HanS Deck' Ale heutige Kummer umfaßt 14 Seiten. Zie KürstlichKeiten in Wiesbaden. Wiesbaden, 19. Mai. Heute morgen unternahm der Kaiser einen Ausritt und hörte später den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus. Der russische Botschafter in Berlin Graf Osten- Sacken und der russische Militär-Attachä Oberst v. Schebeko sind hier eingetroffen. Ferner traf heute die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen ein. Gegen 11 Uhr nahm der Kaiser die Parade über die Garnison ab. Die Kaiserin und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen begaben sich in einem offenen, mit gelben Rosen geschmückten Wagen mit Spitzreiiern zur Villa Acker und holten hier die Königin von Italien zur Parade ab. Der Kaiser in Kürassier-Uniform mit gelbem Küraß, ritt vom Schloß aus, gefolgt von den Generalen v. Plessen, v. Hülsen-Häseler, v. Moltke und Flügeladjutant Major v. Friedeburg zum Kaiser-Friedrichsplatz. Vor dem Schloß hatten zahlreiche Vereine und Schulmädchen mit Blumensträußen Ausstellung genommen. Auf dem Kaiser-Friedrichsplatz ritt der Kaiser, gefolgt von den Damen, die Front der Truppen ab und nahm hierauf den Vorbeimarsch ab. Es defilierten das Füsilier-Regiment v. GerSdorf (hessisches) Nr. 80, die Unteroffizierschule in Biebrich und das 27. Artillerie-Regiment, dieses ebenfalls zu Fuß. Nach dec Kritik nahm der Kaiser eine Meldung des Grafen Clemens Schönborn entgegen, ferner die des zum Brigade-Kommandeur beförderten Generalmajors Grafen v. Bünau, sowie weitere zahlreiche militärische Meldungen. Der Kaiser kehrte hierauf ins Schloß zurück. Die Kaiserin geleitete, wie schon gestern abend, die Königin Margherita nach ihrer Villa. Anläßlich des Geburtstages des Kaisers von Rußland fand mittags beim Kaiserpaar im Schlosse eine Frü h stü ckstäfel statt, an der u. a. teilnahmen: Königin Margherita, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, der italienische Botschafter in Berlin Graf Lanza, Reichskanzler Graf Bülow, der Kaiserlich russische Wirkl. Geh. Rat v. Struve, der russische Botschafter in Berlin Graf v. d. Osten-Sacken, der russische Oberst und Flügeladjutant Oberst v. Schebeko, die Herren von der russischen Botschaft in Berlin, der russische Generalkonsul v. Baumgarten und der russische Erzpriester v. Protopow. Im iBerlaufc der Frühstückstafel erhob sich der Kaiser zu einem Trinkspruche auf den Zaren, indem er sagte: „Ich trinke auf das Wohl Seiner Majestät des Kaisers aller Reußen!" Die Musik spielte die russische Nationalhymne. Der Kaiser trug bei der Tafel die Uniform seines russischen Dragonerregiments „Narwa" mit dem Bande des russischen Ajdlerordens. Heute nachmittag 5 Uhr begaben sich der Kaiser und die Kaiserin zur Villa Acker und unternahmen von dort aus mit der Königin Margherita eine Spazierfahrt zu Wagen. Im ersten Wagen fuhren der Kaiser und die Kö- nigm Margherita, im zweiten Wagen die Kaiserin und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen. Der Kaiser verlieh dem als Vertreter des Mswärtigen Amtes im Gefolge weilenden Gesandten v. Schön den Stern zum Roten 'Wlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub. Zur A b e n d t a f e l bei den Majestäten waren geladen die Königin Margherita von Italien und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen mit ihren Gefolgen. Der Reichskanzler Graf Bülow ist heute nachVerlin a b g e r e i st. Zur Kochzeit des deutschen Kronprinzen. Ueber das Programm der Festlichkeiten zur Vermählung des Kronprinzen erfährt der „Lokal-Anzeiger": Die Herzogin Ceeili e trifft am Samstag dem 3.Juni auf dem Lehrter Bahnhofe ein. Der zukünftige Hofstaat führt der Herzogin bis Wittenberge entgegen und geleitet sie nach dem Schloß Bellevue. Hier nimmt die Herzogin Wohnung. Von hier aus findet zu noch festzusetzender Stunde die feierliche Einholung statt. ^Am Abend kehrt die Herzogin nach Bellevue zurück, 'wo sie auch während des folgenden Tages wohnt. Am Sonntag dem 4. Juni werden sich am Vormittag die Mtglieder der königlichen Familie, die mecklenburgischen Herrschaften und fürstlichen Gäste zum Gottesdienst im Dom üeremi^eu. Nachmittags findet im königlichen Schloß eine Famtlientafel statt, an der die bereits eingetroffenen Fürstlichkeiten teilnehmen. Am 5. Juni vormittags versammeln sich die Depilationen im königlichen Schlosse. Ihr Em'pfang, mit dem die Ueberreich^ ung der Hockzeitsgeschenke verbunden ist, wird voraussichtlich um 11 Uhr stattsinden. Hieran schließt sich eine Frühstückstafel Abends ist Galatafel im königlichen Schlosse und hierauf Galaoper. ^Am Trauungstage, dem 6. Juni, wird der Hausminister v. Wedel im Beisein sämtlicher Minister die Ziviltrauung vornehmen. Daran schließt sich die kirchliche Einsegnung in der Schloßkapelle, die Oberhofprediger Dr y an d e r vornimmt. Hierauf ist große Hochzeitstafel. Ob die Abreise des Kronprinzenpaares noch> an demselben Tage erfolgt und lvohin eventuell die Hochzeitsreise gerichtet ist, steht noch nicht fest. Die französische Regierun g unterbrertete,. so wird neuerdings aus Paris gemeldet, dem deutschen KUiser die Liste der Mitglieder der Mission, die beauftragt werden sollen, sich nach Berlin zu begeben, um Frankreich bei der Hochzeit des Kronprüizen zu repräsentieren. Die Mission wird bestehen aus: dem Gouverneur von Lyon General de Lacroix als Cl-ef, dem Kontreadmiral de Ma roll es, dem. Obersten Chgbaud, bein Gesandten Frankreich und der Vatikan. Paris, 19. Mai. Der Kultusminister Bienvenu Martin richtete im Hinblick auf die Trennungs vor läge neuerdings ein Rundschreiben an die Erzbischöfe und Bischöfe, in welchem dieselben aufgefordert werden, ein genaues Inventar der Kircheneinrichtungsstücke und insbesondere jener Gegenstände aufzunehmen, die historischen oder Kunstwert haben. Tie Bürgermeister sollen dieser Inventaraufnahme beiwohnen und das Recht haben, ein Verzeichnis aller Gegenstände für das Gemeindearchiv anfertigen zu lassen. — Der „Gaulois" glaubt zu wissen, daß derPapst nur die Verkündigung des Trennnngsgesetzes abwartet, um die erledigten 1 2 Bistümer zu bejetzen. Der Papst beabsichtige zu diesem Zwecke das einstige Recht des französischen Klerus, seine Bischöfe zu wählen, wiederherzustellen. Die Wahlkollegien würden aus den Bischöfen der betreffenden Provinz, den Domherren der Diözese und einer Anzahl Priester als Vertreter des übrigen Klerus bestehen. Mlitische Tagesschau. Redakteure auf dem Schneidertisch. Der „Residenzbotc" in Oldenburg schreibt: „Wir sehen uns leider genötigt, uns heute wieder mal mit dem StrasvollMg, wie er an den Verurteilten der Ruh- Rußland in Sturm und prang. Vom Ackerbaumknisterinm. Petersburg, 19. Mai. Ein kaiserlicher Erlaß ordnet vie Umwandlung des Ackerbauministeriums in eine Oberverwalt- ung sür Landorganisation und Ackerbau an, ferner die Errichtung ^^dentvaNonritees für Agrar-Angelegenheiten, welches aus den MrniMrn des Loses, des Innern, der Finanzen und der uSi-ld™1 Neichskontroleur und aus dern Oberdirigenten neuen Oberverwaltung bestehen soll. Die am eingesetzte besondere Konferenz unter dem Vorsitze von tn Komitee engste Fühlung zu unter- -Ä RerchZrat wurden berufen der bisherige 2? Jermolow Oberhosm Lister Fürst D o l- goruki und der Gouverneur von Tula, Geheimrat Schlippe. tcAäfI Spellhof hat das Gesuch des Verteidigers w?' "Eue 2 engen zu verhören, soweit berück- irchttgt, daß die ganze Angelegenheit von Neuem an den Pro- k«eur verw«se« M-rd« Di« D er handln» r des Pro- zesses ist deshalb wieder au fge sch oben worden. Sollten die weiteren Zeugen Entlastend «uSsagm, so wird möglicher- Werse bte w ^ache niedergeschlagen. Aus dem Reiche. P - t - r s b u r 9 , 19. Mai Ein furchtbares L y n ch g - r i ch t fcirrbe tn drei Dörfern des Gouvernements Wolhvnien von russi- sch en Bauern, deutschen Kolonisten und kleinen Edelleuten über Pferdediebe abgehalten. Gegen 80 Personen wurden dabei verletzt und halb tot geschlagen. Die Verbrecher wurden regelrecht gefoltert und, wenn sie gestanden, mit Stöcken, Eisenstäben und Dreschflegeln barbarisch mißhandelt. Petersburg, 19. Mai Das Oberlriegsgericht verurteilte gestern den Handelsmann Abraham S t i l l m a n n, der seinerzeit rin Attentat auf den Oberpolizeimeister von Odessa, Obers, Gplovlnit ausgeMtt batte. Aum Tode durch den Strang. Infolgedessen wurde von den internationalen Truppen ein umfassender Sicherheitsdienst um Kanea eingeführt. Auch das Kammergebäude wird bewacht. Die Kaufleute KaneaZ richteten Petitionen an das Konsularkorps, in denen auf die angeblich von der Regierung ausgehende Bandenorganisation hingewiesen und um Schutz gebeten wird. Dre Mohammedaner in' den Küstenstädten sind beunruhigt. Bisher sind aus Kanea 150 Personen ausgewandert. Auch in Kvndia und Rcthhmo herrscht Beunruhigung. Die Haltung der kretischen, unter italienischen Offiziere stehenden Gendarmerie ist ernstlich, zweideutig geworden. Bisher find 45 Gendarmen desertiert. Die Konsuln der Schutzmächte beantragten Verstärkung der Küstenpnnkte und aller Zollämter, lvwie der wichtigsten Punkte im Innern. Petersburg, 19. Mai. Gegen die polizeiliche Dri efschnüfselei sichert sich, wie gemeldet wird, der neue amerikanische Botschafter in Petersburg, v. Lengerle- P?eyer, dadurch, daß er die amtlichen Postsachen und Depeschen durch Kuriere nach Berlin bringen läßt, worauf sie von der Berliner amerikanischen Botschaft weiter befördert werden. Durch diese Vorsichtsmaßregel soll verhindert werden, daß die politische Polizei Einsicht in die Korrespondenz nimmt, was angeblich bereitS vorgekommen ist. Atlanta, 19. Mai. Der Sekretär des Departements für Handel und Industrie, M c t c a l f, erklärte in einer Ansprache an den Verband amerikanischer Fabrikanten die langsame Entwickelung des Exporthandels mit den ameri- ikanischen Fabrikanten sei zurückzuführen auf die geringen Bemühungen seitens der Fabrikanten und auf die Tatsache, daß die Konkurrenz ihre Waren besser den Bedingungen der Märkte anvasse, die sie verlornen wolle. Der friert. Noschdjestwenski. Aus Petersburg wird gemeldet: Die Ernennung Birilews zum Befehlshaber des russischen Geschwaders in Ostasien wird nunmehr im Marine amt sowie im Generalstab der Marine bestätigt. Birilew werde das Kommando übernehmen, sobald Noschdjestwenski mit Enem Geschwader in Wladiwostok eingetrvffen sei Birilew rd unverzüglich nach Wladiwostok fahren. Dort wird er mtt ^^bfehlshaber der Mandschureiarmee, Linewitsch, Der Zar hat, so wird weiter berichtet, noch in der Nacht von der Erklärung Roschdjestwenskis, zurückzutreten, Kermtnis erhalten. Die Nachricht habe ihn überaus erregt, sodaß er eine schlaflose Nacht hatte. Am nächsten Morgen habe er aber bereits die Ernennung Birilews vollzogen In der Bürgerschaft wird der Rücktritt Roschdjestwenskis als eine große öffentliche Kalamität bezeichnet. Zn Tokio Ist man der Ansicht, baß die Nachrichten über das Befinden Roschdjestwenskis nur den Zweck verfolgen, die Wachsamkeit Togos irrezuführen, damit die baltische Flotte ungehindert Wladiwostok erreiche. Transportschiffe für Rußland. Saigon, 19. Mai. 4 3 Ko h len s ch i f fe liegen unter irrenger Ueberwachung seitens des französischen Kanonenbootes „Crenade" gegenüber Nhabe vor Anker Etwa 20 andere Kohlenschiffe sind auf der Höhe von Kap Saint Jacques verankert und werden von dem Kreuzer „Darras" überwacht. Ein einziges Kohlenschiff, „Kiew", liegt in dem Handelshafen von Saigon. In Wladiwostok. Der amerikanische Konsularagenk Greener in Wladiwostok telegraphierte nach Washington, daß alle fremden Konsularagenten ausgefordert worden find, die Fest- ung zu verlassen, und daß ihnen die Erlaubnis erteilt wurde, sich in den Städten der Küstenprovinzen nieder- een. Greener begibt sich nach Chabarowsk. Hier wird f hmgewiesen, daß in Port Arthur vor der Belagerung eine ähnliche Maßregel ergriffen wurde. Aus der Mandschurei. Petersburg, 19. Mai. General Linewisch telegraphiert unter dem 18. Mai: In der Front der Armee besetzte am 16. Mai eine kleine feindliche Abteilung den Engpaß von Pandilin. — Der Versuch der Japaner, das Dorf Schahotse zu besetzen, hatte keinen Erfolg; sie wurden durch unser Feuer zuräckgetrieben und zogen sich in südlicher Richtung zurück. Ain selben Tage näherte sich japanische Kavallerie unseren Abteilungen durch das Dorf Seonukhu, 6 Werst südlich von dem Dorfe Tsaout. Nachdem unsere Truppen Verstärkungen erhalten hatten und eine Abteilung freiwilliger Jäger in die Flanke der japanischen Arrieregarde geschickt hatten, zwangen sie den Feind, sich zurückzuziehen. Der Kaiser von Korea. Der russische Geschäftsträger in Peking brachte zur Kenntnis der chinesischen Regierung, daß eingegangenen Nachrichten zufolge die Japaner die Absicht hatten, den Kaiser von Korea trotz des Vertrages von Shimonoseki, der die Unabhängigkeit Koreas garantiert, nach Japan zu bringen. Die russische Regierung erhob aus diesem Anlaste bei allen Mächten Beschwerde. Gefangenenaustausch. Die „Times" meldet aus Petersburg: Die Negierungen von Japan und Rußland haben ein Abkommen getroffen, um ihre gegenseitigen Kriegsgefangenen aus- zutausch en. In Kiew ist am 18. d. M. her Generalstreik proklamiert worden. Abends drangen streikende Arbeiter in die Eisen- bahn-W erstatten her Station Kiew 2 ein und zwangen die Kollegen zur Nicderlegnng der Arbeit. Gleichzeitig streiken die Backer, sodaß die Stadt momentan ohne Brot ist. Eine Anzahl der Streikenden ist bereits verhaftet worden. . Lemberg, 19. Mar Nach Meldungen aus Odessa hat m Kresona eine Judenhetze stattgefunden. Die Kaufläden der Juden wurden geplündert und mehrere Juden getötet. Da auch deutsche Kolonisten bedroht sind, beschlossen diese airszuw andern. Aus Stadt Md Fand. Gießen, 20. Mai 1905. " Aus dem Militär.Wochenblatt. Befördert zu Oberstleutnants die Majore: Bachelin, VatS.-Komman- deur im Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, v. Storch beim Stabe des 1. Großh. Hess. Trag.- Negts. (Garde-Drag.) Nr. 23; zu überzähligen Hauptleuten: die Oberlts.: v. Langen im 1. Großh. Hess. JnfflLeihg.)- Regiment Nr. 115, Morgenroth im 4. Großh. Hess. Jnf.-Reg. (Prinz Karl) Nr. 118; zu Leutnants die Fähnriche: Frhr. v. Getto im 1. Großh. Hess. Jns.(Leibgarde)-Reqt. Nr. 115, Ebel im Jnf.-Negt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Rr. 116. — Ernannt zum Batteriechef: Freiherr v. Rechen berg, Oberlt. im 2. Großh. Hess. Feldart.-Negt. Nr. 61, unter Beförderung zum Hauptmann und unter Versetzung in das Bad. Feldart.-Negt. Nr. 50. — Kommandiert zur Dienstleistung auf ein Jahr: v. Collas, Lt. im 1. Großh. Jnf.(Leibgarde)-Negt. Nr. 115, zum Hus.-Negt. v. Ziethen (Brandenburg) Nr. 3. — Im Sanitätskorps: Dr. Weber, Oberstabs- und Negimentsarzt des 2. Großh. Hess. Drag.-Regts. (Leib-Drag.-Negts.) Nr. 24, unter Beförderung zum Gen.-Oberarzt zum Divisionsarzt der 12. Div. ernannt; Dr. Ohlsen, Oberstabs- und Negts -Arzt des Ulanen-Negts. Prinz August von Württemberg (Posen) Nr. 10, zum 2. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Leib-Drag.-Regt.) Nr. 24 versetzt; Dr. Dönges, Assistenzarzt d. Nest (Friedberg) als Assistenzarzt beim 2. Großh. Hess. Feldart.-Negt. Nr. 61 angestellt. Dr. Roth (Mainz), Oberarzt derLandw. 2. Aufg., der Abschied bewilligt. ** Personalien. Ernannt wurde der provisorische Gesanglehrer an der Viktoriaschule zu Darmstadt, Hoskonzert- meister i. P. Wenzel Petr, unter Verleihung der Rechte eines definitiv angestellten Volksschullehrers, zum Gesanglehrer an dieser Schule. m. Friedberg, 19. Mai. Zu einer am 5. Mai gebrachten Notiz werden wir ersucht, Folgendes mitzuteilen: Der angeblich hier an Alkoholvergiftung gestorbene Taubstumme hat die deutsche und österreichische Lackfabrik nüchtern und gesund am SamStag, den 29. April verlaßen und starb am Montag, den 1. Mai in seiner Wohnung. In der Zwischenzeit hat er die Fabrik nicht betreten. Zur Lackbereitung dienenden Spiritus konnte er sich der Ueberwachung wegen nicht verschaffen; auch ist dieser ungenießbar. Der Taubstumme war während der Arbeitszeit durchaus nüchtern. R- B. Darmstadt, 20. Mai. Das Großherzogliche Paar gedenkt heute, SamStag nachmittag, mit Gefolge wieder hierher zurückzukehren, -r- Der Gcsetzgeb- ungsauSschuß der zweiten Kammer war gestern und heute zur^Beratung zusammen. In der gestrigen Sitzung wurde zunächst in Anwesenheit der Regierungsvertreter der Entwurf des Gesetzes über den Handel mit Giften erledigt. Dieser Handel ist bekanntlich von einer besonderen Erlaubnis abhängig, ohne weiteres ist er nur den Apothekern gestattet. Im Artikel 1 der Regierungsvorlage wurde nun bestimmt, daß die Genehmigung zu versagen ist, wenn 1) ein Bedürfnis zur Zulassung des beabsichtigten Handels nicht nachgewiesen wird oder 2) wenn Tatsachen vorliegen, welche die U nzuve rlässi gkeit des Nachsuchenden in Bezug aus den beabsichtigten Gewerbebetrieb dartun. Gegen die erste dieser beiden Bestimmungen wurde im Ausschuß starker Widerspruch erhoben, da hierdurch besonders den Drogenge- schästen und Materialwarenhandlungen großer Schaden Zugefügt werden könnte und ein Nachweis wirklicher Bedürftigkeit überhaupt schwer zu führen sein würde. Die Großh. Negierung erklärte sich schließlich mit der Streichung des Absatzes 1 einverstanden. Die übrigen drei Artikel der Vorlage fanden die Billigung des Ausschusses und wurden unverändert angenommen. In der heutigen Ausschußsitzung begann die Beratung des Gesetzentwurfs über die Ausübung der Jagd in Hessen. Der Ausschuß beschränkte sich heute auf die erste Beratung der ersten 10 Artikel der Vorlage und vertagte dann die weitere Verhandlung aus Mittwoch den 24. Mai. Der Ausschuß gedenkt die schwierige Gesetzesnmterie in Gemeinschaft mit der Negierung noch in diesem Monat fertigzustellen, sodaß sich die zweite Kammer, deren Zusammentritt erst nach dem Pfingstfest erfolgen dürfte, alsbald der Erledigung dieser Vorlage widmen kann. Da darin auch zahlreiche andere Bestinimungen über Jagdberechtigung rc. enthalten sind, nimmt man an, daß sie in der ersten Kamnier auf erheblichen Widerspruch stoßen wird. Darmstadt, 19. Mat. Aus Groß-Gerau kommt dre Künde, daß der dortige Krersamtmann Dr. K. vom Amte suspendiert worden ist. Ueber die Ursache gehen die umlaufenden Gerüchte auseinander, nur scheint soviel festzustehen, daß es sich nicht um Verfehlungen im Amte, sondern um solche privater Natur handelt. (N. H. Blb.) —> Die „Kreuzztg." teilt mit, daß der in letzter Zeit vielgenannte Herr v. Goldschmidt-Rothschild zum Großh. Hessischen Kammerjunker ernannt worden ist. Darmstadt, 20. Mai. Das Groß Herzogs paar, das einige Tage in Mainz residierte, begibt sich heute, einer Einladung des Kaiserpaares folgend, nach Wiesbaden und nimmt dort an der Frühstückstafel teil. Später erfolgt die Rückkehr nach> Darmstadt. Mainz, 19. Mai. Für die hiesiarn Konfektionsgeschäfte aA»eiten auf dem Lande eine Menge Schneider, die ifyrc fertige Ware in großen Packen zur Stadt bringen. Durch den hier ausgebrochenen Schneiderstreik haben die Schneider an den Toren Streikposten stehen, die scharf auf die Landschneider aufpassen. Natürlich fällt es keinem Oktroibeamten sonst ein, die Packträger anzuhalten. Diese günstige Gelegenheit wollte nun gestern ein Oktroipascher benutzen, um oktroipflichtige Gegenstände in die Stadt zu schmuggeln. Den Schneidern kam aber der Pack des Mannes verdächtig vor. umsomehr, als er bei ihrer Annäherung davonzulaufen suchte, wodurch auch der Oktroibeamte aufmerksam wurde. Der Pack wurde untersucht, und die oktroipflichtigen Gegenständ?, deren Vorhandensein vorher in Abrede gepellt war, wurden gefunden. Die Warm wurden konfisziert, die Strafe tut dreißigsachyr Betrag pes Ollrois folgt nach. r. Wetzla ch 18. Mai. Das Besitztum des Bahnarbeiters Philipp Buht zu Greifenthal, ein Wohnhaus und eine Scheune, wlwde heute vormittag eingeäschert. Die Art der Entstehung des Brandes kann noch nicht angegeben werden. Da ziemlich starker Wind herrschte, hätte die Gefahr groß worden können. Die Orts-Löschmannschaften aber leisteten schnelle Hilfe. Wiesbadnn, 20. Mai. Heute morgen 83/4 Uhr bekleben sich der Kaiser, die Kaiserin und die Königin Margherita mit kleinem Gefolge mittels Automobilen nach Homburg v. b. H. m ** &I £iit e Mitteilungen aus Hesse n und den lc a ch I) a rsta at en. Der Gesangverein „Eintracht" in K le i n- Lln den feiert am 9. und 10. Juli sein 40 jähriges Stiftnngssest. Erne Unzahl Vereine aus der Umgegend bnbeit bereits ihr Erscheinen zugesagt. —■ In Mainz stürzte au? einem Hause der Kaiserstraße beun k'senstervntzen daS Dienstntadchen Praut vom vierten Stock herab und mar sofort tot. — M ü nzenberg feiert Sonntag und ^-iontag den 21. und 22. Mai die übliche Kirehweihe. Krrichtslaal. (n.) Gießen, 19. Mai. Die Strafkammer verurteilte hetite den 17 jnyrigen Schiihmacherlehrling Georg D. von Hom- Ohm wegen Meineids zu ein Jahr Gefängnis und „erklärte ihn für dauernd unfähig, als Zeuge oder Sachverständiger vernommen zu werden. D. ist am 2. April 1888 hier geboren und befindet sich zu Homberg in der Lebre. Sein JJcelfter war seither mit seinem Betragen und seinen Leistungen zufrieden. Sein Lehrer schildert ihn als mittelmäßig bis gering ^begabt, ist aber der Ansicht daß er die zur Erkenntnis der Strafbarkeit seiner Handlung erforderliche Einsicht besessen bat, als er die Tat beging. Die Verhandlung ergab, daß zwischen vier Uhrmacherlehrlingen und einer Reihe anderer junger Leute, darunter der Angeklagte, ein gespanntes Verhältnis be- stand, das mehrfach zu Schlägereien und Schimpfereien führte, cm Mai v. I. wollte nun der Uhrmacher Kersten den Angeklagten zur Rede stellen. Er erhielt eine steche Antwort, worauf ihn die Uhrmacherlehrlinge überfielen und ihn gehörig durchbläuten. Die Sache kam nun vor das Schöffengericht und D. wurde als Zeuge vernommen. Hier stellte er die Sache so hin, als wäre er ohne jeglichen Grund überfallen und mißhandelt worden. Er bestritt die ungehörige Aeußerung dem Uhrmacher Kersten gegenüber und bestritt ferner, trotz mehrfachen Vorhalts und des Hinweises auf _ die Bedeutung des Eides, daß er geschimpft habe. Ter Vorsitzende des Schöffengerichts sowohl, als auch der Amtsanwalt und der Verteidiger, waren der Ueber- zeugung, daß er mit der Wahrheit zurückhalte, weshalb er vielfach und eindringlich vor einer falschen Aussage verwarnt wurde. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß D. mindestens in dreifacher Beziehung unter seinem Eide die Unwahrheit gesagt habe, hielt-aber trotzdem die-Mindest strafe für angezieigt, mit Rücksicht darauf, daß er zur Zeit der Begehung der Tat kaum eidesmündig war. Wegen der Höbe der Strafe wurde Haftbefehl er- lassem Da der Angellagte noch nicht 18 Jahre alt war, mußte die Verhandlung vor der Straflammer stattfinden, eine Verhandlung vor dem Schwurgericht ist in diesem Falle ausgeschlossen. —- Der Bauunternehmer Friedrich Ludwig Ph. von Cassel hat die Wasserleitungsarbeiten der Gemeinde Eichelhain ausgeführt, ohne im Besitze des hierzu erforderlichen Gewerbescheins zu sein. Das Steucrkommissariat Lauterbach ließ ihm einen Strafbescheid in Höbe von 562,14 Mr. zu gehen, gegen welchen er gerichtliche Entscheidung antrug. Das Schöffengericht Herbstein verurteilte ihn zu der in dem Strafbescheid angegebenen Strafe, wogegen er Berufung erhob. Die Straffammer schloß sich den Aussübrungen des Schöffengerichts an und wies die Berufung kostenpflichtig zurück. — Die Dienstmagd Anna V. von Langendorf hat gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen Berufung erhoben. S'e hatte ihren früheren Dienstherrn, Hotelbesitzer H., wegen Beleidigung verklagt, was er mit einer Gegenflage erwiderte. Das Schöffengericht kam zur Freisprechung des Dienstherrn. und verurteilte die Dienstmagd M 10 Mark Geldstrafe. Da sie trotz ordnungsmäßiger Ladung zum heutigen Termin nicht erschien, mußte ihre Berufung verworfen werden. N ew h ork, 19. Mai. Der Fr auenmör der H o ch'wurds zum Tode verurteilt. ■ 1 ............. ü1.-1-.1 1 1 1 — Kunst und Wissenschaft. B erlin, 20-Mai. Der deutsche Künstlerbund hak von seinen sechs Ateliers in der Villa Romana bei Florenz, bte er als Stipendien zu vergeben hat, heute drei an Maler, die in der diesjährigen Ausstellung üertreten sind, verteilt. Es sind dies Thomas Theodor Heine, der das Stipendium für zwei Jahre, der Wiener Gustav Klimt, der es für ein Jahr, und der Berliner Ulrich Hübner, der es für ein Vierteljahrs bekam. Aniversttäts-Dachrichtrn. Bonn, 18. Mai. Die Stadt Bonn hat zur Erinnerung an die gestern erfolgte Immatrikulation des 3000. Studierenden ein Stipendium von jährlich 500 Mark für einen bedürftt- gen, würdigen Studierenden der Universität gestiftet. Arbeiterbewegung. RB. Darmstadt, 18. Mai. Die Aufhebung deß T a p e z i e r e r st r e i k § steht bevor. Es ist dem hiesigen Gewerbegericht als Einigungsamt unter Leitung des Bürgermeisters Dr. G l ä s s i n g in einer stattgehabten gemeinsamen Sitzung mit den Vertretern der beiden Parteien gelungen, eine V e rständ ig un g herbeizuführen. Beide Parteien kamen dahin überein, daß auf Grundlage der näher festgesetzten Bedingungen am nächsten Montag allgemein die Arbeit wieder auigeuommen werden soll. Landwirtschaft. Wien, 19. Mai. Sa atenstand um^ Mitte Mai: Durch die warme Witterung zu Anfang des Monats. Mai ist dsr Rückstand in der Entwicklung der Saaten zumeist wettgemacht wordeü. Die gefürchtete Eismänner Periode ist ohne nennenswerten Schaden vorübergegairgen. Dre Wintersaaten versprechen eine befriedigende Ernte. Die Sommersaaten zeigen gedeihliches Wachstum. Die Rapssaaten haben schlecht überwintert; eine geringe Ernte ist zu erwarten. Der Stand des MaiS ist günstig. Die Zuckerrüben haben in vielen Distrikten durch Kälte und Ungeziefer gelitten.. Der Aufgang der Saat war zum größten Teil befriedigend. Sport. Fußball in Gießen. Morgen, Sonntag, den 21. d. M., mittags fiindet ein Wettspiel zwischen dem Ballsptelklub von 1904, Gießen, und dem Gießener Fußballflub von 190Q statt. Beginn 4 Uhr, auf dem Trieb. VerinNchte». * Ma ri enwerder , 19. Mai. Die „Neuen Ostpr. Mitt."! melden: In der Wärterbude 98 bei S,chultz entstand Feuer,-; während der Wärter auf Streckendienst war. Zwei Kindes verbrannten. Die Frau und ein Kind wurden schwer verletzte, * Flensburg, 19. Mai Von dem gestern abend 8 Uhr 56 Min. von hier nach 'Sonderburg abgegangenen Zuge Nr. 909 wurde kurz vor Holebüll, wo die Apenrader Chaussee den Eisenbahndamm schneidet, ein Einspännerfuhrwerks dessen Lenker die Gewalt über daS scheugenwrdrne Pferd verloren hatte, vom Zuge erfaßt. Der Fabrikant Möller auS Fleuss bürg erlitt am Kopf tödliche Verletzungen. Das Pferd kam infolge Reißens der Stränge unversehrt davon, der Wagen wurde 5en trümmert. Möller wurde von dem Zuge nach Gravenstein mit« genommen, wo der Arzt seinen Tod fcftfteUte. * München, 19. Mai. Heute morgen tütete die Frau eines Stationsdieners ihre drei Knaben von 1, 2 und 5 Jahren, indem sie ihnen den Hals durch schnitt Die Frau wurde zur Beobachtung in die psychiatrische Klinik gebracht. * Wien, 19. Mai. Dem ehemaligen Wiener Universitätsprofessor Dr. Theodor Beer, der wegen Sittlichkeitsdelikte steckbrieflich verfolgt wird, wurde gegen eine Kaution von 50 000 Kronen freies Geleite nach Wien bewilligt. Er soll sich in San Francisco befinden. * Zürich, 19. Mai. In dcrZentral-Schwei- gingen vorgestern und gestern gewaltige Gewitter nieder. Die Flüsse schwollen mächtig an. In einigen Landstrichen des Kantons Luzern entluden sich furchtbare Hagelwetter. Der Hagel hat in weitem Umkreise alle Kulturen zerstört und Erdrutschungen veranlaßt. * Anekdoten vom Kaiserbesuch auf Schloß Remelsingen (Kreis Saargemünd) beim Staatsrat werden der „Köln. Volksztg." erzählt. Bei seiner Ankunst auf dem Bahnhofe Remelsingen war der Kaiser in sehr heiterer Laune. Im Schloßpark standen die Arbeiterinnen der Saargemünder Fayencefabrik; er unterhielt sich mit ihnen und erkundigte sich, ob sie- auch einen Haushalt führen könnten und im stände wären, einen Mann glücklich zu machen. Als sie dies bejahten, äußerte er den Wunsch, daß sie bei seinem nächsten Besuche alle glücklich verheiratet sein möchten. Auch mit den Schulkindern, die zur Begrüßung auf Schloß Remelsingen erschienen waren, unterhielt er sich recht gemütlich. „Du hast aber schöne Strümpfe an", sagte er zu einem der Kinder; „sind die gestrickt oder gehäkelt?" „Das weiß ich nicht", antwortete die Kleine, „das mußt Du meine Mama fragen, die hat sie gemacht." Nachher ließ sich der Kaiser im Kreise der Schulkinder photographieren, bestellte für jedes Kind eine Photographie und bat sich selbst eine aus, damit er in Berlin der Kaiserin „die Lothringer Kinder" zeigen könne. * Kleine Tagesckronik. Bei einem schweren Gewitter im Reichenbacher Kreise schlug, so wird- aus Breslau gemeldet, der Blitz in das Haus des Landwirts Krautstruck in Dreißighüben und tötete dessen am Tische sitzenden neuniährigien Sohn. Das Gewitter richtete im ganzen Kreise großen Schaden an. — Kandel und WerKelir. Volkswirtschaft. Erz-Kuxe. F e r n i e. Angebot 3475, Nachfrage 3425. Ausbeuten und Zubußen, 1903: 225; 1904: 300. Märkte. Gießen, 20. Mai. Marktb ericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 5—6 Big. 3 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar0,80—0,902)^., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pid. 55—65 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Psund 50—76 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,50—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Zlr 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00—00 Pfg. Zwetschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bi? 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 7—1 Uhr. fc. Frankfurt a. M., 19. Mai. Heu- un d Stroh- mar kt. Heu kostete heute Mk. 3.10—3.50. Stroh Mk. 2.80 bis Mk. 0.00. Alles per 50 Kilo. Tendenz: in Heu flau, in Stroh fest. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boranssichtkiche Witterung in Hessen für Sonntag, den 21.Mai 1905: Wolkig und vorwiegend trocken, etwas kühler, besonders nachts. Nähere? durch die Gießener Wetterkarte. Kriginas-Draytmckdungen. Krefeld, 19. Mai. In der heutigen außerordentlichen Generalversammlung der Krefelder Gewerbebank wurde mit 1786 gegen 20 Stimmen dem Ver- schmelzungsvertrage mit dem Barmer Bankverein zugestimmt, nachdem dieser sein Angebot erhöhte. Der Bankverein verpflichtet sich, seine Gegenleistung in der Weise zu erhöhen, daß er die Aktien des Barmer Bankvereines im Nominalbeträge von Mk. 1 399 200* mit Dividendenberechtigung vom 1, Januar 1905 gerechnet an die Aktiengesellschaft Gewerbebank Krefeld bezw. an die Aktionäre abtritt, den Barbetrag von 646 auf 900 Mk. erhöht und im ganzen einen Gegenwert von Mk. 2 000 100 leistet, während dagegen der Prämienbetrag von Mk. 26 668 in Wegfall kommt. Lyon, 19. Mai. Heute nachmittag traten die hiesigen Polizeibeamten teilweise in den Ausstand, weil eine Anzahl von Kollegen, die sich in den letzten Tagen gegen die Disziplin vergingen, heute ihrer Acmter entsetzt wurde. Die Ausständigen wurden sofort durch Gendarmen und Soldaten ersetzt. Petersburg, 19.Mai. Hofmarschall Graf Bencken- dorff wurde zum Generaladjutanten, der Thronerbe des Emirates, Buchara, zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt. Petersburg, 20. Mai. Der kaiserliche Leibarzt Professor Ott ist auf vier Monate zur Untersuchung der sanitären Verhältnisse bei der Armee nach dem Kriegsschauplatz entsandt worden. Er erhält dafür ein Honorar von 200 000 Mk. — Nach dem Kriegsschauplatz hat sich auch der bekannte ehemalige Gouverneur der Aequatorial- Provinzen, frühere russische Garde-Offizier Leontiew, begeben, und zwar als aktiver Offizier der 1. russischen Armee. Warschau, 20. Mai. Als gestern mittag 12 Uhr die Spitzen der Behörden mit dem Gencralgouverneur anläßlich des Krönungsfeiertages in der orthodoxen Kirche versammelt waren, erfolgte in der benachbarten Miodowa- siraße vor dem Hause Nr. 4 eine furchtbare Explosion, deren Knall in der ganzen mittleren Stadt gehört wurde. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die vorzeitig explodierte Bombe für den Generalgouverneur Maxim owi tsch bestimmt war, der, wie erwartet wurde, die Miodowa- straße auf dem Wege vom Gottesdienst passieren sollte, während er in Wirklichkeit aus Vorsicht der kirchlichen Feier feriv»! geblieben war. Der Attentäter erwartete den General-: gouverneur vor einer Konditorei, verhielt sich aber so un- ruhig und nervös, daß er die Aufmerksamkeit zweier Geheimagenten auf sich zog. Er wollte nun fliehen, stolperte aber unb siel hin, wobei die Bombe explodierte. Er selbst sowie die beiden Agenten wurden in Stücke gerissen. Auch ein Passant wurde getötet und 19 Personen: verletzt, darunter acht schwer, die auf der Veranda der.' Konditorei saßen. Großen Materialschaden erlitt der deutsche. Jagdktub, dessen Lokal sich in der Nähe der demolierten Konditorei befindet. In der Stadt herrscht große Erregung.^ Patrouillen durchziehen alle belebteren Stadtteile. Der Name des Bombenbesitzers ist bisher noch nicht festgestellt. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. M., 3‘/a°/o Reichsanleihe . . 101.50 3 Hessen .... 100.20 31/, % Oberhessen . . . 99.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.95 4*/ß zo Oesterr. Silberrente . 101.20 4% Ungar. Goldrente . . 99.80 4% Italien. Rente . . . 106.30 4% Portugieser I » . . 66.95 3°/ Portugiesen. III . . 66.95 1 % Unif. Türken . . . 88.30 Türkenloso......135.00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 53.20 47a% äussere Argentiner 46.00 Tendenz: 19. Mai. Offizielle Schlusskurse. §o/o Mexikaner .... 66.70 4Ve9/0 Chinesen .... 96.00 Electric. Sohuckert . . . 135.00 Nordd. Lloyd . . . . 123.70 Kreditaktien.....210 00 Diskonto-Kommandit. . . 186.20 Darmstädter Bank . . 140.50 Dresdener Bank .... 153 90 Berliner Handelsges. . . 168 00 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.30 Lombarden ..... 16.00 Gotthardbahn ..... —.— Laurahütte ..... 263.50 Bochum ...... 239.50 H arpener . ..... 211.00 Staatschatzscheine . . . 100.50 schwach. Für die Gesamt-Redc.ktion verantwortlich: i. V. August Goetz. spekte franko. Dr. M. Schnlze-Knhleyss. Nervenarzt. Sanatorium Hofheim im Taunus. o Kranke. (Geisteskranke ausge- M. M OORirnerKUT TUT schlossen). Behaglich eingerichtete LLAtja kleine Anstalt (bis 80 Patienten). VäOA M Kühler schattiger Park. Vorzügliche ranggSg Ei Wh NsÄ W Bee sorgsame Verpflegrung bei n Ba m ö engstem Familienanschluss. (Dänen- W m El ” Bä 3 dance für Minderbemittelte.) Pro- Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei. Schulstr. ) Flobert- GarLeugeweßre, Revolver, Pistolen, Patronen u. SLock- degen in großer Auswahl bei Ad. Heinig Waffenhandlung 1031 30 Seltersweg 30 WeßmMMih PstafterkteS, eignet sich vorzüglich zu Gartenkies, Maurer-, Weißbinder- und Streusand zu haben in der Grube an der 4. Schneise Licher Straße, mit und ohne Anfuhr täglich. [2658 •I. Hofmann, Gießen, Steinstraße 49. GGOGGGGGO» Danksagung 2765 Schwiegermutter Die tieftrauernSen Hinterbliebenen Schwester, Schwägerin und Tante 768 ützellinden, Mendorf a. Lda., Augsburg, 19. Mai 1905 Für die vielen Beweise herzl. Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Gattin, Mutter und Die Beerdigung findet am Sonntag dem 21. Mai 1905, nachmittags 4 Uhr Allendorf a. Lda. statt. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine treu besorgte Frau, unsere liebe 5rau Uatharnrc Löffler geb. Wallenfels nach langem, schweren Leiden zu sich zu rufen. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: G Löffler, LlBbriestiM Weinbau in 01810 Ober-lnoelheimer Rot- und Weissweinen von Philipp Holz, Weingutsbesitzer Ober-Ingelheim a. Rh. Besitzer erster und allerbester Weinbergslagen. Effektuierung: Ober-Jngelheimer Not- und Weißweine. Zablr. Anerk. alt., tr. Kunden. Frau Josephine Hewel für die überaus reichlichen Blumenspenden, sowie für die zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnis und für die liebevolle Pflege der kath. Schwestern sagen Dank M M !g| W -M- .Wj W ■ -V K M , MH W K Vergebung von Bauarbeiten. Mittwoch, -en 24. l. Mts., nachmittags 5 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Wieset! nachbenannte Arbeiten öffentlich vergeben werden: Maurerarbeiten, veranschlagt zu . 20.-— Mk. Dachdeckerarbeiten „ w ♦ 110.— „ Schreinerarbeiten „ N . 124.70 u Weißbinder^rbeiten „ v ♦ 595.— „ Gießen, den 15. Mai 1905. 2696 Senßfelder, Kreisstraßenmeister. Prima Apfelwein (Borsdorfer) im Zapf. 2493 Lowys W* z . billig zu haben bei 2601 Andr. Euler. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Wiesenstraße von heute ab bis aus weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Die wegen Vornahme von Walzarbeiten unterm 8. Mai l. Js. angeordnete Sperre der Nordanlage wird hiermit aufgehoben. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Ostanlage zwischen Moltke- und Landgrafenstraße von heute ab bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Die unterm 13. Mai l. Js. angeordnete Sperre der. Goethe st raße, zwischen Ludwig- und Stephanstraße, wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 20. Mai 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Iergebung von Aauarbeiten. Zur Erbauung der veterinär-medizinischen Zustitnte zu Gießen werden die folgenden Arbeiten und Lieferungen unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 öffentlich ausgeschrieben: A. Normale Anatomie, pathologische Anatomie und chirurgische Klinik. Lieferung und Montage von Ausguß- und Wandwaschbecken Los 1. 23 Stück. Los 2. 23 Stück. Los 3. 24 Stück. Entwäfferungsanlage außerhalb der Gebäude. Los 4. 460 cbm. Erdaushub, 300 Ifdm. Tohnrohre^ Los 5. 370 „ „ 300 r „ Schieferarbeiten. Los 6. 21 qm Fensterdeckplatten, 280 Ifdm. Fußsockel. Betonarbeiteu. Los 7. 220 qm Schlackenbeton mit Zementstrich. Pflasterarveiten. Los 8. 215 qm Kleinpflaster, 145 qm Kopfpflaster. B18/# B. Chirurgischer Hundestall. Zimmerarbeiten. Los 9. 17 cbm Tannenholz, 70 Ifdm Gesimse. Dachdeckerarbeiten. Los 10. 180 qm Schieferdach mit Schalung. Angebotsunterlagen können auf unserem Zweigbureau, Frankfurterstraße 83, eingesehen, Angebotssormulare dorther bezogen werden. Offerten, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind auf dem Zweigbureau bis Samstag, den 27. Mai, vorm< 11 Uhr, dem Eröffnungstermin, einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 13. Mai 1905. Großh. Baubehörde für die Univerfitäts-Neubauten. B ecker. Kunstverein. Die Gemälde-Ausstellung am Brand wieder geöffnet. Kollektion Prof. L. Willroider-München, „ H. Dumler-Franksurt a. M. usw. b*% B6/. // Eintritt 20 Pfg. Eintritt 20 Pfg. Seltersweg 43, Ecke Goethestrabe. Bekheräder von statt. 03366 2. 3. 03459 Regenschirmen Wohne jetzt 6. Mchm, VMM. L lassen worden. 03458 £ Bedienung. 03152 Eine Gemmecker. Vfandntcifter Pfg. 2764 D’% Upvschicdcncs Vereine 4. 5. 20 5 10 10 10 10 10 10 0 w Gießen, 20. Mai 1905 Seipel, Gerichtsvollzieher. 14000 Mrk auszuleihen per 1. Juli. Schristl. Meld. u. 03234 a. d. Gieß. Anz. erb. Gartenmobe! Eisschränke Gaskocher Versteigerung. Montag, 22. d. Mts., Nachm. SV- Uhr, versteigere ich Walltor- straße 6 (Darmstädter Haus): 1. eine größere Partie Zi- Billigstes Speise- nnh Logierhans in Gießen genannt schwankende Plattform. Zu zahlreichem Besuch ladet eiu Wwe. Kullmanu, Montag Abend: N e b n n Antreten pünktlich um 8^ Uhr am Spritzenhaus. v27 I. Wchöfer, MafaÄmiE Im Stricken u.Anstrickeu von Strümpfen empfehle ich mich angelegenllichst. KtrickgarnestrstrGualliSika) habe ich stets vorrätig. 864 18 Wilhelm Glock Tapezier, Polsterer und Dekorateur. Gleichzeitig empfehle ich mich in allen, mein Fach betreffenden Arbeiten bei prompter u. reeller Tapeten! -raturell-Tapeten von 10 Pfg.an Gold-Tapete« „ 20 „ „ in den schönsten u. neuesten Mustern. 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Mai Kullmanns Ueber Bera- und Tal-Karussel Der Abonnementspreis für 6 Konzerte beträgt Familienbillet bis zu 4 Personen ä Mk. 7.— Familienbillet bis zu 3 Personen L Personenbillet z, Kassenpreis Portion Braten . . Brod . . . warme Wurst Schinken . . Cervelatwurst Suppe . . . Kartoffeln Gemüse . Seltersweg 11 dahier die wegen rückständigem Mädchen- «nd Realschulgeld 4. Quartal 04, etektr. Stromgeld pro Januar und Februar 05, Miete pro Februar 05 und isr. Gem.- Steuer 4. Quart, gepfändeten Gegenstände (Möbel aller Art), 3 Wagen und 1 Faß Farbe, sowie 4 Lorbeerbäume versteigert werden. 2754 WlckiNnd WM Gießen. Sonntag den 28. Mai auf der Pnlvermühle Großes Somerfeß wozu ergebenst einladet 3749 ___________Der Vorstand. G. R. V. 1885. Sonntag, den 21. Mai 1905 Mm N Hetzlsr ü^'Auch'Heim, Atzbach, Dorkar. Abf. 7 Uhr von der Lvhnbiälcke. Montag, den 22. Mai 1905 MAm mrh Msr Abfahrt 81/. Uhr von RSHckes Bierhalle. Um zahlreiche Beteiligung bittet v2% Der Fahrwart. Die Liste zirkuliert. Der Anfang der Konzerte wird im Gießener Anzeiger" bekannt gegeben. Gras versteigern stg der Stadt Gießen. Die Stadt Gießen läßt Freitag, 20. Mai 1905, folgende Grasnutzungen öffentlich meistbietend versteigern: 1. Vormittags 9 Uhr im Bürgermeistereihof die GraSnutzung für das ganze Jahr von sämtlichen Feldwegen; 2. Nachmittags 2 Uhr an Ort und Stelle die einmalige Aberntung der früher vckel'fchen Wiese an der Rodheimer Sttaßc hinter dem Schlachthof; 3. Nachmittags 2x/e Uhr an Ort und Stelle die einmalige Ab- lerntung der Wieseckböschungen. Zusammenkunft in der Hamm- ftraße am Eisenbahn-Uebergang. 4. Nachmittags 31/, Uhr an Ort und Stelle die Grasnuhung vom Friedbof am NährungSberg, wovon der obere Teil für das ganze Jahr, der untere Teil zur einmaligen Aberntung vergeben wird, sowie von den Anlagen vor dem Friedhof zur einmaligen Aberntung und von dem Niederdrnckbehälter für das ganze Jahr. L. Nachmittags 5 Uhr an Ort und Stelle die Grasnutzung vom Friedhof am Rodtberg aus das ganze Jahr. b20/k Gießen, 19. Mai 1905. 16 Großherzogli^c Biiraerineistcrei Gießen. I. V.: Curschmann. fflünzenberg, Restauration zur Burg. Am Sonntag, dem 21. und Montag, dem 22. Mai findet zum Kirchweihfeste faNnftw statt. 2757 Für vorzügliche Küche und gute Getränke ist bestens gesorgt. Frau Trötsch Wwe. Die Zulassung bei Großherzoglichem Amtsgericht Friedberg habe ich aufgegeben und bin bei Großherzog- lichem Landgericht Gießen zur Rechtsanwaltschaft zuge- 64 M. an. Znbehör- > teile spottbillig. ' ' Preisliste gratis und franko. ’ ' Je Jendrosch & ir 11 * N»*d* Nächst' «feigem Ihnen, ein» richtigen. Di- di« lehr-k^, an, im ^n,f' gtr. 2) dahle Diejenig ^sichtigen, h ienbe Mur treffenden i Der Me a) ein b) ein feil c) UNd di d) ein an e) bet Diestni ist, werben am Tage d finden. Darm Gri In dem ^erggrundbui die SInmelbut 31. Wugitfi 1 Die Vars toSfjrenb der 2 der Amtsstube Buseck und aus sehen werden. Gießen in(( 3n ber 5 der n>etie Ich«» i ittitn ■W (,3or «Tuge ** einem V1 Kst di- 5" ,7'hbjd' efo^cteV'ni ‘n?eregfe b'!i' ®eltebllM n'|i giften, ii Man sck Öerqarbei: Schichl der 3 Letzteren .führte, nm Armee vorübe billigte «Reite' nei'e Lesung 1 « öergotbei Haus wurde i ^stimmt, bis dritten L< Bestand des ( sein. Die Kc ■ ?“6Jie hi-r i l‘»nbni(ien “e>5 die ä "°mtniffions6 ^8-nfe w°h ®rnfte§ die ’ Autznonelle ^nbh9 «n i ' * Lar unsc griffen.