Vofiögli^ iftart und Karton- aller studentischen gj mässigen Preisen itäts - Druckerei jse 7 |H für vornehme urants erfüllt ‘ische welche der £den beste" I** It***** «llW 40 . e aer Noten- «•*£*-* . 2460 Mk- iobe® ßeb^zt.piano >° ft ss** *"i*i7*r"phoi|«la .pianoia y »- „ Selten giessen, HoOi»feranL laüttgfldiesSdiuhputanmäynH lall vorrtfiglhtrt: Union Aipej oie n„r ' bal>" » . • Roll. ßJü^Mlöb». P Im>‘ I Mittwoch 20. Septewvev 1905 155. Jahrgang Erstes Blatt. Nr. 221 «GietzenerAnzeiger £"E M General-Anzeiger " ** «tBä- Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Hrrnsprechanschluß Nr. 51. VezngSPret-r monatlich 7593L, viertel» jfibrltd) Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- jcihrl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnuminer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wittko:' für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die heutige Kummer umfaßt 10 Seiten, Die hessische Landeskirche im ersten Kalöjahr 1905 Wir finden in der „Chronik der christl. Welt' diesen .Aufsatz, den wir zum größten Teile hier wiedergeben: Die hessische Landeskirche hat vor vielen anderen daS voraus, daß sie bisher immer eine Kirche stiller religiöser Wirksamkeit gewesen ist. Die theologischen Kämpfe haben selten die Geister so stark entzweit, daß das gemeinsame Wirken gestört worden wäre. Das hat seine vielen Gründe. Der stärkste scheint der zu sein, daß die Bevölkerung seit den Tagen Philipps des Großmütigen erzogen ist, sittlichen Ernst als das Entscheidende in den Vorder- -grund zu stellen; für theologische Kämpfe ist sie einfach nicht zu haben. Freilich scheint das jetzt anders zu werden. Wir stehen unter dem Zeichen der Sammlung der Parteien. Für den Kenner der hessischen Geistlichkeit ist es ein tiefernstes Schauspiel, das zu denken gibt, wie die Bande gemeinsamer praktischer Interessen zerreißen und all die früher so milden Gegner sich immer schärfer einander gegenüberstehen. Dabei bewahrt aber dennoch Hesien seine alte Eigenart. In letzter Linie sind es nicht theologische Kämpfe, die zum Gegensatz führen, sondern die Fragen der kirchlichen PraxiS. Die Männer der theologischen Linken behaupten, daß die herrschenden Männer der Rechten die Kirche von der alten stillerzieherischen Art der Wirksamkeit wegdrängen, einem Ideale zu, für welches die Kirche nicht um des Volkes willen, sondern für den Pfarrstand und für dessen Herrschaft da sei. Das geschehe natürlich nicht bewußt. Viele aus der älteren Generation der hessischen Orthodoxie würden nie mitgehen, wenn dies Ziel für sie bewußt verfolgt würde. Aber das Feingefühl, daS gegen jeden Verstoß in dieser Richtung reagieren müßte, sei nicht mehr vorhanden. Weil die Ent- iirchlichung wachse, suche man Mittel der Abwehr und greife, ohne es zu merken, zu diesem allergefährlichsten. So kämpfe man für den Pfarrstand statt für christ- l iche Frömmigkeit. Hier setzte in Hesien der Kampf ein. Naturgemäß scheiden sich deshalb nicht die Geister nach theologischen Richtungen, sondern nach dem praktischen Ideale kirchlicher Tätigkeit. Es scheint, als ob wir in Hessen, das ja so oft als das Vaterland der Pfarrvereine gepriesen worden ist, auch zuerst die prinzipielle Auseinandersetzung mit der Praxis der Pfarrvereine haben sollen. Dec Berichterstatter hält Pfarrvereine an sich für eine sehr gute Einrichtung, ist auch selbst Mitglied. Aber die gegenwärtige Art seiner Tätigkeit ist, wie er nicht leugnen kann, jedenfalls in Hessen die erste Ursache gewesen, daß in einer Reihe von Männern sich die Befürchtung regte: die alte, sittlich ernste und freie — man könnte dazu sagen „demokratische" Praxis — ihrer Kirche sei gefährdet. Sie sehen die Ursache in dem „PfarrchauvinismuS", den der Pfarrverein großziehe. Wie dieser Chauvinismus in der Simplicissimussache. sich für ganz Deutschland gezeigt habe, so äußere er sich in Hessen darin, daß man sich für die äußere Ehre des Amtes in einen Eifer hineinsteigere, mit dem die Wahrung der innern Ehre oft sehr schwer zu vereinigen sei. Vor allem perhorresziere man jede öffentliche Kritik des Pfarrstandes. Auf diese Weise habe sich eine neue Art der Orthodoxie in Hessen gebildet, wie man sie früher nur von Hörensagen gekannt habe: „Deine theologische Stellung ist einerlei. Ob du kalt, warm oder lau bist, ist einerlei. Ob du wissenschaftlich arbeitest oder nicht, ist einerlei. Wenn du uns helfen willst, die organisierte Kirche in den Vordergrund aller Interessen zu schieben, dann bist du uns willkommen." Auch viele, die sich theologisch zur Linken rechnen, stimmen in diesen Ruf ein. Infolgedessen deckt sich die kirchenpolitische Rechte nicht mehr mit der theologischen. Obwohl natürlich diese praktische Stellung der theologischen Umkehr vorarbeitet. Es sind die Vorkämpfer dieses Machtkirchentums gewesen, die in Hessen vor allem die Wormser Synodal- Tagun g trugen. Deshalb war gerade diese Tagung für die Andersgesinnten der energischste Anstoß zu dein Entfchluß, die Entwicklung ihrer Landeskirche um jeden Preis, auch um den Preis ihrer edlen Ruhe, die ihr bis jetzt in den Kämpfen der Zeit gegeben war, aus diesen Bahnen herauszulenken. Frieden der theologischen Richtungen dürfe eS nicht geben, wenn er erkauft sei um den Preis selbstlosen und tiefen religiösen und theologischen Interesses. Die Wenigen, die so gesonnen waren, begannen den Kampf; und langsam aber stetig sammeln sich andere um sie. Das erste Symptom ihrer neueinsetzcnden Widerstandskraft war der Briefwechsel, den Pfarrer Guy ot-Heppenheim um Neujahr 1904/05 mit Dekan Stamm-Stockstadt über die Wahlen in den Synodalausschuß führte. Dieser wichtige Ausschuß vertritt die Synode während der ganzen Zeit zwischen ihren Tagungen. Außerdem wird er bei einer ganzen Reihe wichtiger Verwaltungsangelegenheiten zu der Kirchenbehörde als „erweitertes Oberkonsistorium" zugezogen. Seine Mitglieder haben bei einiger Energie bestimmenden Einfluß auf das Leben der Landeskirche. Sie sind eS vor allem auch, die dies ganze Leben von seiner geheimnisvollen Oberseite aus kennen lernen. Die Glieder dieses Ausschusses wurden immer nach parlamentarischer Gepflogenheit aus den Parteien, deren Stärke entsprechend, gewählt. Zum ersten male glaubte sich die Rechte stark genug, der Linken die ihr zu ko mm en de Zahl — wenigstens nach Ueberzeugung der Linken, denn die Rechte selbst bestritt es in dem Stammschen Briefwechsel energisch, und führte die tatsächliche Machtverschiebung auf zufällige persönliche Verhältnisie zurück — zu verweigern. Der Briefwechsel gab natürlich Anlaß, alle die größeren und kleineren Vorfälle aufzuzählen, die in den letzten Jahren das kirchliche Leben in Hessen verbittert haben. So wurde die nichttheologische Welt aufmerksam auf den wachsenden Gegensatz der Richtungen. Viele halten das ür ein Unglück, aber cS war wohl kaum zu vermeiden, wenn die Sache einmal so steht, wie die Parteien sie ansehen. Ein nüchterner und objektiver Beurteiler muß sagen: Wenn die Linke so zurückgesetzt worden ist, dann ist sie eben schwach. Nach der Kraft richtet sich im politischen Leben die Behandlung. Dies Urteil trifft im Augenblick völlig zu. Daß eS zutrifft, ist die Wirkung des Pfarrvereines. Er hat dafür gesorgt, daß auch bei der Linken die tieferen Fragen, um welche die Richtungen sich streiten, in den Hintergrund traten, aber daS Jnteresie an der Machtstellung der Kirche und der „Ehre" deS PfarrstandeS alles andere absorbierte. War es doch möglich, daß der Führer der Rechten zu dieser Synode überwiegend von Stimnien der Linken gewählt wurde, eben um der kirchlich-pfarrherrlichen Interessen willen, die er wirksam vertritt. Die durch diese Kämpfe eingeleitete Synode hatte sich neben Fragen lokalen JnteresieS mit einer über Hesiens Grenzen hinaus wichtigen Frage zu beschäftigen, dem Vorsitz der Geistlichen im Schulvorstand. In Hesien ist die Schule Staatssache. Der Geistliche hat keinerlei Schulaufsicht, außer einer sehr beschränkten über den Religionsunterricht. Disziplinargewalt über den Lehrer giebt es auch hier nicht, sondern nur daS Recht, sich durch die kirchlichen Behörden bei den Schulbehörden zu beschweren. Der Staat verlangt nun aber in allen Gemeinden, wo es die konfessionelle Zusammensetzung nicht unmöglich macht, daß der Geistliche der stärksten Konfession den Vorsitz im Schulvorstand übernimmt. Die evangelische Landeskirche hat ihm denn auch durch eine Gesetzesbestimmung die Erfüllung dieser Forderung garantiert. Ihre Geistlichen müssen — wenn sie ernannt werden — den Vorsitz übernehmen. Nachdem lange Auseinandersetzungen im Pfarrvereine nicht zum Ziele geführt hatten, veröffentlichte Pfarrer Korell- Königstädten im „Schulboten" einen Artikel, in dem er ausführte, daß für diese Sache von der Kirche nichts zu erwarten sei. Der sachlich scharfe Artikel erregte — wie zu erwarten — im Pfarrstand großes Aufsehen und heftigen Widerspruch. Vor allem wurde Korell sehr übel genommen, daß er in der Oeffentlichkeit am Pfarrstand so scharfe Kritik geübt habe. Auch hier trat also jenes „Ehr'gefühl in schärfster Weise wieder zutage. In der Synode aber wurde von der Rechten eine Interpellation eingebracht, welche — nach den langen Kämpfen um die Sache eine verblüffende Tatsache — in der Forderung gipfelte: das Gesetz, das den Geistlichen zur Ueber- nahme des Vorsitzes verpflichtet, solle aufgehoben werden. Die Linke trat dem mit Freuden bei und die Synode sprach sich einstimmig für die Aufhebung aus. Die Kirchenb ehörd e jedoch verweigerte ihre Zustimmung. Der Pfarrer soll so lange Vorsitzender des Schulvorstandes bleiben, bis der Staat ihn selbst wegschickt. Leute, die den Einfluß der Rechten auf die Kirchenbehörde kennen, haben behauptet, bei der Kirchenbehörde habe weniger Rücksicht auf die Staatsregierung gewaltet, als Rücksicht auf einen unausgesprochenen Herzenswunsch der Rechten; die Rechte habe sich lediglich aus politischen Rücksichten zu diesem von ihrer Seite verblüffenden Antrag verstanden, sie hätte aber in der unbewußten Tiefe ihres Gemütes seine Verwirklichung nicht eben sehr energisch gewünscht. Dem mag fein, wie ihm will: jedenfalls hat die Rechte diesen Antrag zwar eingebracht, sich aber mit der Ablehnung des von der Synode einstimmig angenommenen Beschlusies durch die Kirchenbehörde ohne jedes weitere Wort zufrieden gegeben. iSckluß folgt.) Politische Tagesschau. Landwirtschaftliche Arbeitsvermittlung. Gegen die Einrichtung der öffentlichen Arbeitsnachweise in den Städten wird vielfach der Vorwurf erhoben, daß sie der L a n d w i rt s ch a f t nicht nur nichts nutzen, sondern diese sogar noch dadurch schädigen, daß sie den Zug vom Lande in die Stadt begünstigen und damit zur Verschärfung der Leuten ot auf dem Lande beitragen. Ob und wieweit dieser Vorwurf gerechtfertigt ist, kann hier nicht näher untersucht werden. Nunmehr hat aber der Verband der elsaß-lothringischen Arbeitsnachweise beschlossen, außer der von der Landeszentrale in Straßburg zweimal wöchentlich herausgegebenen allgemeinen Liste der bei den Verbandsanstalten gemeldeten offenen Stellen, noch eine besondere Liste über Stellenangebote für landwirtschaftliche Arbeiter und Stellengesuche von solchen zu veröffentlichen. Tie Listen sollen enthalten die Bezeichnung des Wohnorts des Arbeitgebers, bezw. des Arbeitsuchenden, des speziellen Berufs des gesuchten bezw. stellensuchenden Arbeiters (Ackerknecht, Melker, Rebknecht nsw.) und der Arbeitsnachweisanstalt, bei der die Meldung vorliegt. Die Veröffentlichung! der Listen soll einmal wöchentlich (Mittwochs) erfolgen, und zwar in einer tunlichst großen Aufiage, damit auch die kleinen Landgemeinden in den Besitz der Listen gelangen; dagegen wurde aus der Versammlung heraus der Wunsch ausgesprochen, daß von der Zusendung der allgemeinen, hauptsächlich nur die Stellenangebote für gewerbliche 'Arbeiter enthaltenden Vakanz en liste der Landeszentrale an die kleineren Gemeinden künftighin abgesehen werde. Das Ministerium in Elsaß-Lothringen hat sich bereit erklärt, für die geplante Einrichtung, bie auch die Zustimmung des elsaß-lothringischen Landwirtschafts- rats gefunden hat, 5000 Mk. in das nächstjährige Budget einzustellen; es hat außerdem 1500 Mk. bewilligt, damit noch in diesem Jahre versuchsweise mit der Herausgabe der neuen Listen begonnen werden kann. Die Einrichtung soll am 1. November d. I ins Leben treten. Russische Neuigkeiten. Die Pacht des Zaren, mit der kaiserlichen Familie an Bord, ist auf der Rhede von Trangsund bei Wiborg vor Anker gegangen. Der englische Journalist Stead, ein Friedensagitator, ist vom Zaren in besonderer Audienz empfangen worden. Ein großer Brand in dem Grenzorte Po lang en (bet Memel) wurde nach amtlichen Meldungen von Aufrührern angelegt. In der Nacht zu vorigem Freitag wurde versucht, das Schloß deS Grafen Tyszkiewicz anzuzünden. Die Täter wurden aber verjagt. Wegen Ueberhandnahme der Morde und Ueberfälle auf Polizeiorgane wurde der Kriegszustand in Warschau verschärft. Am Sonntag wurden mehrere jüdische Bethauser von Militär und Polizei umringt und die zahlreichen Juden einer Durchsuchung unterzogen. Etwa zwanzig Personen wurden verhaftet. Die Stadtverwaltung von Odessa beschloß in einer außerordentlichen Sitzung, die Regierung zu ersuchen, vor den Wahlen zur Reichsduma gesetzlich Redefreiheit, Preßfreiheit und Freiheit für Versammlungen und Vereine zu gewähren, da sonst die Wahlen unmöglich mären. Der Minister deS Innern ermächtigt den Elisabeth- grader Semstwo, einen Kongreß der Grundbesitzer deS Reiches zur Regelung der Agrarfrage einzuberufen. In Baku griffen am Montag Tataren 50 von Armeniern besetzte Wagen an und töteten alle Männer und Frauen. Auch Osieten sind dort vom Gebirge inS Tal gekommen und griffen die Häuser der Bewohner an, wobei eS zu blutigen Zusammenstößen kam. Zahlreiche Personen wurden getötet und verwundet. — Ferner wird aus Schuscha gemeldet: Infolge vollkommener Ohnmacht der Behörden, wie unzureichenden Militärschutzes werden die Armenier von den Tataren direkt ins Gefängnis geschleppt. Während der letzten drei Tage wurden 30 Armenier gefangen genommen und man ist ohne jede Nachricht über ihren Aufenthalt. Auch Ueberfälle auf die Post finden täglich statt. Schuscha ist durch Tataren vollständig von der Eisenbahn abgeschnitten. Es herrscht infolgedesien Hungersnot, namentlich unter den Christen. * Witte ist in Paris eingetroffen. Ein Redakteur er* suchte ihn um „einige Mitteilungen betreffend die ge* Heimen Klauseln bei dem Friedensvertrag". Bei den Worten „geheime Klauseln" bemerkte Witte lachend, es sei eigenartig, mit welcher Leichtigkeit die lächerlichsten Gerüchte Glauben finden. „Der Vertrag enthält keinerlei geheime Klauseln. ermächtige Sie, dies in meinem Namen zu veröffentlichen und gebe Ihnen darauf mein Ehrenwort." Witte soll in Plymouth einem Korrespondenten mitgeteilt haben, er werde sich auf einige Tage nach Berlin begeben. Wie lange er sich in Berlin aufhalten werde, bad hänge von den Nachrichten ab, die er auf der dortigen russ. Botschaft vorfinde, und wann er wieder in Petersburg erwartet werde. Vielleicht werde ihm auch in Berlin Gelegenheit geboten, Kaiser Wilhelm zusprechen. Nach Meldungen britischer Blätter soll Witte auf der Ueberfahrt erklärt hoben, daß er kein Amt annehmen und sich ins Privatleben aurfttfrv-ieTvit wünsche. Deutsch-Afrika. General v. Trotha meldet vom 16. d. M. aus Ehamis, daß der Feind in dem GefechtbeiNubib am 13. d. M. etwa 300 Köpfe stark war, darunter 200 Mann mit Gewehren, Hottentotten und auch Hereros unter Andreas. Während Major v. Uthmann mit der 7. Komp, des Regiments Ar. 1, der Halbbatterie Nadrowski und einem Drittel der Maschinengewehrabteilung Nr. 1 die Westausgänge der 2000 bis 3000 Meter hohen Achabberge sperrte, griff Major Meister mit der 4. Komp, des 2. Regiments, der 2. Ersatzkompagnie, der Ersatzkomv. 1 a und der 6. Batterie die feino- liche Stellung au. Der siegreiche Ausgang des Gefechts in einer völlig unbekannten Gebend ist nur durch die von langer Hand vorbereiteten, persönlichen Erkundigt ungen des Majors Märcker ermöglicht worden. Der Feind fl oh unter Zurücklassuna von 6 0 Toten und 50 gesattelten Pferden in kleinen Trupps in nordöstlicher Richtung. Die unmittelbare Verfolgung wird durch Major Meister fortgesetzt, während die Ersatzkompaguie la auf der Linie Huis-Homtsas angesetzt ist und die 4. Etappen- kompagnie die Nauklust-Eiugänge beseht hält. General v. Trotha begibt sich über Bethanien zunächst nach Keet- mannshoop. Er hat nunmehr den Süden des Schutzgebietes in folgende Bezirke eingeteilt: Bezirk Nordbethanien und Berseba unter Major Meister, Bez. Ostnamaland unter Major v. Estorfs, Bezirk Süden unter Oberstleutnant v. Semmern, Etappcnbezirk zwischen dem ersten und zweiten Bezirk, zur Sicherung der Etappenlinie Lüderitzbucht-Keetmannshoop. ♦ Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Es kann nach -dem, was schon bekannt ist, keinem Zweifel unterliegen, daß die Unruhen unter den Eingeborenen im nordwestlichen Teile des Konzessionsgebietes der Gesellschaft Süd-Kamerun aus die Art und Weise zurückzuführen sind, wie in diesem Gebiete der .Kautschukhandel betrieben wird. Zurzeit streiten sich die Vertreter der Gesell- schast Süd-Kamerun unb der Küstenfirmen darüber, wer der schuldige Teil ist. Aus den gegenseitigen, einander gcgcnüberstchcnden Behauptungen ist keine Klarheit zu gewinnen,^ obwohl nicht direkt beteiligte Kreise dazu neigen, den größeren Teil der Schuld den Küstenfirmen beizmnessen. Bei dieser Lage der Dinge ist es mit Freuden zu begrüßen, daß die Kolonialrcgierung schon längere Zeit eingehende Erhebungen über die' Ursachen der Unruhen anstellt. Wie wir erfahren, stellte vor einiger Zeit die Kolonialregierung auch dem Gouverneur anheim, mit dem 'Abschluß der Erhebungen einen richterlichen Beamten zu betrauen. Deutsches ReSeh. Berlin, 19. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin werden am 24. Sept, in Rominten (Ostpr.) cintreffen. Wie früher, so soll auch in diesem Jahre während des Aufenthalts des Kaisers in Romintcn eine Ehrenkompagnie aus Goldap in S^ittkehmen und eine solche aus Gumbinnen in Rominten einquartiert werden. — Das Oberverwaltungsgericht erklärte den Kronprinzen für kreis steuerpflichtig. Essen (Ruhr), 19. Sept. Die Reich stagsersatz- wahi ergab Stichwahl zwischen Zentrum und Sozialdemokratie. Das vorläufige Ergebnis, wobei noch mehrere Bezirke ausstehcn, ist folgendes: Giesberts (Ztr.) erhielt 32 000, Gewehr (Soz.' 2(5 917, Niemeyer (Kompromiß) 17 309 Stimmen. Graudenz, 19. Sept. Der steckbrieflich verfolgte Reichstagsabgeordncte Kulers t i ist nach Deutschland zu- rückgckehrt und hat die gegen ihn früher erkannte zwei- m o n a t l i ch e G e s ä n g n i s st r n f e in Plötzensee bei Berlin angetreten. In einer neuen Strafsache wegen Aufreizung verschiedener Bcvölkerungsklassen zu Gewalttätigkeiten ist Termin auf morgen vor der bieiiaen Strafkammer angesetzt. Keer und Motte. — Das „Verordnungsblatt des bayr. Kricgsministe- steriums" veröffentlicht eine Reihe von Auszeichnungen, welche der Prinzregen' preußischen Offizieren verliehen hat. Unter anderem erl)ü n das 0'roßkreuz des Militärver- dienstordcns: Der Ey.-. d. S Militärkabinetts (^raf Hülsen- Häs eler, der Gcueraludjutant des Kaisers (Generalleutnant v. Moltke, der kommandierende General des 18. Armeekorps v. Eichhorn. Zur Disposition gestellt wurde Generalleutnant Frhr. Barth zu Harmating, Ehef des Generalstabes der Armee, unter Verleihung des Charakters eines Generals der Infanterie. Ernannt wurde zum Chef des Generalstabes der,?(rmee und Inspekteur der Militärbildungsanstalten Generalleutnant Ritter v. Endres, Kommandeur der zweiten Division. — Ein scharfer Schuß im Manöver. Nach den „Münch. N. Nachr." hat sich der Soldat Hansstätter der 5. Komp, des 10. Jnf.-Regts. freiwillig gestellt als derjenige, der den scharfen S ■ uß im Manöver am 15. Sept, abgegeben hat, durch den der Sergeant Babel der 2. Komp, des 11. Jnf.-Regts tödlich verletzt wurde. Hansstätter wurde in das Militärgefängnis in Regensburg cingelicfcrt. Wie von anderer Seite noch gemeldet wird, tvurde der tödliche Schuß aut eine Entfernung von 170 bis 180 Metern abgegeben; er ging dem Unteroffizier durch die Patronentasche in die Gedärme, sodaß er den Tod herbeiführen mußte. Höchst sonderbar ist es, daß der getroffene Sergeant hinter der Schützenkette stand. Die Patrone war keine eigentlich scharfe, sondern war aus Spielerei von dem Soldaten selbst angefertigt worden; er „wollte mal bloß sehen, wie das ging"._____________________________________ Kirche und Schute. sd. Frankfurt, 19. Sept. Die Stadtverordneten hatten beschlossen, die Vorsch ulkla sscn an den höheren Schulen a u fzu h eb en. Der Magistrat lehnte dies ab, in der Hauptsache deshalb, weil dadurch ein Einnahme- aussall von 300 000 Mk. jährlich entstehen würde. Die Angelegenheit führte heute zu einer längeren Debatte und zu Zusaminenstößen zwischen den Gegnern und Fremden der Volksschulen. Schließlich wurde ein ^lntrag des Stadtv. Bruck angenommen, wonach der Magistrat ersucht wird, eine Vorlage wegen allmählicher Abschaffung der Vorschulklassen an den höheren und Mittelschulen zu machen. Es wurde sodann noch ein vom Stadtv. Dr. Quarck eingebrachter Antrag wegen Regelung des Schulgeldes besprochen Danach soll die S) öl) c des Schulgeldes sich nach dem Einkommen des Vaters richten. Nach kurzer Debatte lehnte die Versammlung den Antrag Quarck ab. Anstund. London, 19. Sept. „Daily Telegraph * meldet au§ Tan gcr: Der belgische Dampfer „Bille de Bordeaux" landete in Fedhala zwischen Rabat und Casablenca eine große Ladung Feuerwaffen und Munition. Ein Deutscher, ein Franzose und ein Belgier sollen in die Angelegenheit verwickelt sein. Haag, 19. Sept. In der heute bei der Eröffnung der Tagung der Generalstaatcn verlesenen Thronrede heißt es: Die Lage deL Landes und seiner Kolonien ist befriedigend. Die wirtschaftliche Lage auf Java besserte sich; auf Borneo sei der Widerstand der Mitglieder der Dynastie deS Sultans gebrochen. Die militärische Aktion im Süden von Celebes sei vorläufig von Erfolg gekrönt gewesen. Die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten seien nach wie vor freundschaftlich, die Beendigung der Feindseligkeiten in Ostasien habe der Königin eine besondere Freude bereitet. Bezüglich der dem Parlamente vorzulegenden Gesetzentwürfe würden Entwürfe vorgelegt werden betreffend die Einführung der bedingten Verurteilung und betreffend die Abänderung des Gesetzes über den Verkauf geistiger Getränke. Die Finanzfrage mache eine vorsichtige Finanzgebarung zur gebieterischen Notwendigkeit. Obgleich die Einnahmen beträchtlich steigen, werde dadurch doch das Anwachsen der Ausgaben nicht ausgeglichen. Unter den Vorlagen befindet sich ferner eine solche betreffend den militärischen Vorbereitungsdienst der Jugend, wodurch das ganze Volk vorbereitet werden soll, Waffen zu tragen, sodann eine Vorlage betreffend eine zwangsmäßige Kranken-, Alters- und Invalidenversicherung. Schließlich wird eine Revision der Verfassung in der Richtung vorgeschlagen, daß der Gesetzgebung die Möglichkeit zu einer Abänderung des Wahlrechts gegeben wird. Wien, 19. Sept. In der heutigen Sitzung des Ar- beiterversicherungS-Kongresses führte Millerand den Vorsitz. Geheimrat Dr. B o ed iker - Berlin sprach Millerand den Dank des Kongresses auS für sein Erscheinen und seine Mitarbeit. Millerand werde die Kenntnis, die er während seines Aufenthalts in Deutschland und Oesterreich von zahlreichen sozialpolitischen Einrichtungen erlang habe, nach seiner Heimkehr verwerten, sodaß es ihm unb leinen Mitarbeitern gelingen werde, ein Arbeiterversicherungs- stesetz zu stände zu bringen, so schön rote sein schönes Vaterland. (Lebhafter Beifall.) Neroyork, 19. Sept. Auf die Anfrage eines Korrespondenten erzählte der chinesische Gesandte Liangcheng, daß der Bau einer Stamm eis en bah nlinie unter chinesischer Leittmg geplant sei, roelche die drei Zentral- provinzen Chinas von Kanton nach Peking durchschneiden solle. Die Eisenbahn K a n to n--H a n kau, deren Konzession kürzlich von den Amerikanern an China zurückgegeben roordcn sei, solle den südlichen Teil dieser Eisenbahnlinie bilden. KricgSdcsraudatronen in Japan. Aus Tokio meldet das Reuter-Bureau: Es sind Unterschlagur gen von 330 000 Pen, begangen durch drei Mar inc-Zahchlmeister, entdeckt worden. Die Nackricht wurde zunächst mit Ruhe ausgenommen, nachdem jedoch bekannt wurde, daß sich die Unterschlagungen über ein Fahr hin erstrecken, ohne daß sie gemerkt wurden, hat ein Gefühl des Mißtrauens und der Beunruhigung gegen die Marineverwaltung Platz gegriffen Die Angelegenheit wird wahrscheinlich Angriffe auf die Negierung Hervorrufen________________ Don der faridunrlschaftlichkn Landes- und Iuviläums-Ausstessung in Mainz. (Original-Artikel de-^Gießener Anzeigers.) Mainz, 19. Sept. Der eamStafl. der dritte Tag der Ausstellung, ist herangekommen. Es ist am stützen Morgen kühl und trübe. Aber mit der steigenden Sonne steigt die Temperatur und die Flut von Menschen, die aus den Provinzen Hessens kommen und schauen wollen. Ich setze viele Gesichter, die mir aus Ober Hessen vertrant sind, sie folgen dem Zuge zum Rhein, den sie von ihren Altvordern ererbt zu haben scheinen. Der Besuch der Ausstellung ist am Samstag außerordentlich- stark. Am Ausstellungstore, am Haupttore, hat das Auffichts- versonal kaum zu bewältigende Aufgaben. Das Han))teingcmgs- tor ist, im Jugendstile aufgesützrt und ist trotzdem aitßerordent- Nch malerisch und ansprechend auch für den Laiengeschmack, der sonst den Jitgendstil nicht recht vertragen kann. In der Ausstellung das gewohnte Bild. Schaulustige die Menge. Ein Glück, daß die grüße Zahl der Besucher sich ver- terlt auf beide Ufer des Rheins. Zahlreiche Schulen, Küaben- und Mädchenschulen ziehen mit ihren Lehrern und Lehrerinnen durch die Ausstellung. Ich bedauere die armen Jungen, deren Zähne zwischen den Lippen blitzen, tocim sie an den reich mit Aepfeln besetzten. Tischen vorbeigeführt werden. Wie würde es kmehen, wenn diese Prachtäpfel zwischen die Zähne dieser kau- lustigeit Jugend gerieten. Die leuchtenden Augen der Jungen verraten die Lust mit diesen Gegnern, den Aepfeln, in Streit zu geraten. Die Schülerinnen treiben ihren besonderen Sport. Die Vertreter der Aussteller sind stets bereit, jedem der ihre Ansstellnngsgegenstände besichtigt, einen Prospekt, wie man die Reklamezeichnungen und Beschreibungen nennt, buntfarbige und andere in die Hand zu drücken. Die Schülerinnen sind dankbare Mnehmer. Viele Hände strecken sich nach den Prospekten ans und geradezu beladen mit allen solchen Drucksachen erscheinen sie beim Verlassen der Ausstellung. Die Aussteller können sich gar keine sichereren Botinnen für ihre Re kl am e- schriften wünsck>en und in viele tausend Häuser wandern auf diesem Wege die Preiskourante der Aussteller. Wieder ist schon gegen 9 Uhr die Kosthalle der Winzer- gmossenscbaften besetzt, oder vielmehr bestanden. Sitzgelegenheit gibt es hier nicht. Und merkwürdig, immer wieder geht die eine oder andere Sorte Wein ans. Ich gewinne den Eindruck, als ob hier wenig geschäftsmäßig verfahren würde. Man hätte wahrscheinlich sonst noch viel mehr Wein verzapfen können. Die Winzergenossenschasten leiden doch sonst immer rat Ueberfluß an Wein. Ich bedaure immer wieder, daß die Konzerte in dem Trubel so wenig beachtet werden, am Nachmittag, am Mend besonders. Mer es ist empfindlich kühl am Mend. Um auszuhalten in dem Park der Stadthalle ist in den Abendstunden eine Pelzbekleid- ung nötig. Wie müßte es sonst am warmen Mend beim kühlen Trunk und bei den Klängen der ausgezeichneten Musik so sckwn sein hier an ben Ufern des Rheins. Venetianische Nächte bei der Temperatur — brr! Die Wirtschaften in der Rheinstraße usw. haben den Vorteil davon. Die Obstausstellung in der Stadthalle hats gut. sie friert nicht. Es wäre wohl doch vorteilhafter gewesen, die Stadthalle ivärc für die Besucher der Ausstellung für alle Stunden der Tage und besonders des Abends reserviert geblieben, dann hätten die Musiker nicht am Abend vor fast leeren Bänken foitjcrtieren müssen. Am Samstagabend versammelten sich die Akade m i ker des landwirtschaftlichen Jnstittits Gießen int Innern der Stadt zu einem Kommers, zu dem frühere Akademiker und eine große Anzahl von Landwirten und anderen Gästen geladen waren. Der Kommers verlief sehr männert. Reden und Gesänge wechselten in reicher Zahl. Auch der Stadtkommandant von Mainz Exzellenz v. Borries war erschienen und seine im ernsten und wieder launigen Tone gehaltene Ansprache steigerte die gute Stimmuing ungemein. Professor Gisevius tat, als ob er so bloß gelegentlich dabei wäre, und doch "merkte der einigermaßen Eingeweihte seine geschickte Hand bei der ganzen Veranstaltung. Wie lange dieser Kommers gedauert hat, wird nicht ausgeplaudert. Der Sonntag brachte das beste Wetter und eine Ueberzahl von Besuchern der Ausstellung, die mir unheimlich wurde. Ein guter Stent und eine umsichtige Leitung waltete über der Ausstellung, sonst hätten eigentlich bei der utlunterbrochenen Ueber- sahrt über den Rhein eine recht erhebliche Anzahl von Menschen verunglücke: müssen. Glücklicherweise ist aus dem Ansstellungs- terrain kein ernster Unfall zu bellagen gewesen. Zur Meilchrkverung. Berlin, 19. September. Der Brande nbtt rgische Städtetag nahm einstimmig folgende Resolution an: Die Fleischpreise haben eine Höhe erreicht, daß die Ernährung der minderbemittelten Bevölkerung darunter leidet. Der Städtetag richtet an die StaatSregiertmg die dringende Bitte, diejenigen Maßnahmen unverzüglich anztiordnen, die geeignet sind, Abhilfe zu schaffen. Berlin, 19. Sept. Der Präsident deS deutschen LandroirtschaftsrateZ, Graf Schwerin-Loewitz, richtete an den Reichskanzler und den Landwirtschaftsminister eine Eingabe, roorin die dringende Bitte ausgesprochen wird, in den zurzeit geltenden Anordnungen gegen die Einschleppung von Viehseuchen aus dem Auslande keinerlei Abschwächung eintreten zu lassen. Die Oeffnung der Grenzen roürde auf die großstädtischen Fleischpreise keinen irgendwie nennenswerten Einfluß ausüben können, dagegen die deutsche Viehzttcht im höchsten Grade gefährdet. Derartige Gefährdungen hatten stets die Folge, die Landwirte von der Steigerung der inländischen Viehproduktion, wie sie bei dem Vertrauen auf gesicherten Grenzschtttz unbedingt zu erwarten sei, immer von neuen abzuschrecken. Köln, 19. Sept. Der rheinische Bauernverein beschloß in seiner gestrigen Versammlung die Absendung einer Petition an den Reichskanzler, den Landwirtschaftsminister und den Oberpräsidenten der Nheinprovinz, in welcher namens 53 000 chemischer Bauern dringend darum gebeten wird, den Schutz der rheinischen Viehzucht in vollem Umfange attfrecht zu erhalten, insbesondere aber die Oeffnung der holländischen Grenze unter keinen Umständen zu bewilligen. In dies • Angelegenheit soll namens der christlichen Balternvereine Deutschlands eine Deputation an den Landwirtschastsminister gesandt werden. Plauen i. V., 19. Sept. Der konserv. „Vogtl. Anz/ droht den Fleischern, daß die Landwirtschaft, wenn sie sorstahren, die Agitation gegen die Grenzsperre zu unterstützen, gezwungen sein wird, eigene Schlächtereien zu errichten. Die Landwirte wollen mit ihren Schlächtereien beweisen, daß es keine Fleischnot gibt. Ire ßsiotera. Der prenß. „Staatsanz." meldet: Vom 18. bis zum 19. September mittags wurden im preußischen Staate sieben choleraverdächtige Erkrankungen amtlich gemeldet, davon je. 2 in den Kreisen Marienburg und Filehne, je 1 in den Kreisen Flatow, Friedeberg in der Neumark und Randow. Die Gesamtzahl der Cbolerafälle beträgt bis jetzt 208 Erkrankungen, von denen 75 tätlich endigten. . Ferner wird gemeldet: In Dirschau rourbe bei einem Buchbinder Cholera fest» gestellt. Als choleraverdächtig wurde ein Deicharbeiter aus Groß-Montau, der zugestandenermaßen Weichselwasser getrunken hat, in die Isolierbaracke eingeliefert. Bei einer in der Cholerabaracke befindlichen Schiffersfrau und deren 2 Jahre alten Tochter wurden Cholerakeime sestgestellt. Ji Güstow (Pommern) starben zwei Personen unter cholera- verdächtigen Erscheinungen. Auf Anordnung des Generalarztes des 2. Armeekorps wurden die in Güstow einquartiert gewesenen Dragoner in Baracken isoliert. Bei dem Arbeiter AloyS FormanSky-Weidenhof bei Breslau, der soeben gestorben ist, ergab die bakteriologische Untersuchung Cholera. Ferner ist in Obornik (Posen) ein Arbeiter gestorben, bei dem amtlich Cholera festgestellt wurde. Infolge der Chotera- j)lnfteckungsgefahr sind sämtliche Gefängnisse im Bezirk des Oberlandesgerichts Posen auf einen Monat gesperrt worden. Verurteilte, die sich auf freiem Fuß befinden, werden daher zurzeit nicht im Gefängnis ausgenommen. Aus StaSt nnö Kaui. Gießen, 20. September. Sprcchstrendcn der Redaktion: 12—1 Uhr mittags, V»?—1/28 Uhr abends. ** Personalien. In den Ruhvstand versetzt wurde der Oberlehrer an der Gemeindeschule zu Ober-Ramstadt, Glaser, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste unb Verleihung des Silbernen Kreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. ** Tagesordnung für die Sitzung bet Stadtverordneten-Versammlung a m Freitag, den 2 2. September 190 5, nachmittags 4 Uhr. 1. Auslosung von Schuldverschreibungen: a. des Anlehens von 1893, b. des AnlehenS von 1894, c. deS Anlehens von 1895. 2. Mitteilungen. 3. Die Teuerung der Lebensmittel. 4. DiSpensgesuche: a. von Philipp Horn für die große Mühlgasse, b. von Konrad Schmidt für den Seltersweg, c. von Louis Becker für den alten Steinbacher Weg, d. von Louis Hellmold für die Schwarzlach, e. von dcc Aktienbrauerei Gießen für Kaplansgasse 10, t. von Konrad Häuser für Riegelpfad 22, g. von Frau Dr. Jett für Grün- bergerstraße 23, h. für die Irrenanstalt an der Licherstraße. 5. Fluchtlinienplan für die Wilhelmstraße zwischen Ludwig- unb Ebelstraße; hier: Einsprüche von Bischoff uud Appel. 6. Verwertung von Baliplätzen an der Licher Straße. 7. Ge- ländeaustausch bei der Universitätsbibliothek. 8. Gesuch von Heinrich Winn um Erlaubnis zur Ueberbrückung deS Stadt- bachs im Zuge der großen Mühlgaffe. 9. Herstellung eines chienenfreien UebergangS im Zuge der Frankfurterstraße. 10. Vergebung von Kanalarbeiten. 11. Vergebung von Arbeiten für die Straße neben der Veterinärklinik. 12. Verpachtung der Gemeindejagd; hier: Eintritt des Fabrikanten Throm in das Pachtverhältnis. 13. Gewährui,g freier Lehrmittel an den Volksschulen. 14. Wirtschaftskonzessionsgesiiche: a. von Heinrich Rusch für Kanzleiberg 5, b. von Jakob Wörner für Westanlage 64, c. von Karl Leven für Asterweg 7, d. von Heinrich Blum III. für Licherstraße 57, 6. von Friedrich W. Schmidt für Bahnhofstraße 77, f. von Hermann Schrödel für Wolkengasse 27, g. von Friedrich Kahle für Wetzlarer Weg. •* Militärdienst nach richten. Die Assist.-Aerzte der Reserve Dr. Richter-Gießen, Dr. Guri- Molsheim, Dr. Mörchen-Höchst — zu Oberärzten befördert. Eine „Zwiwivel" - Unterhaltung im Theater. Einem Darmstädter Blatt wird folgende Geschichte erzählt: ■: Unser Hoftheater wurde anfangs der 50er Jahre unter Teschers Direktion nutzbarer eingerichtet, indem u. a. das Steh- parterre in Wegfall kam und Seitenlogen eingeführt rourbeii. Der mittlere Hintere Parterreraum erhielt zwei schmale, tiefe Logen, durch einen Gang getrennt, ivovon die rechte Seite für die Familienangehörigen der Hofmusik, die linke für die des Hofchorpersonals bestimmt war. Sie führten den sehr bezeichnenden Namen „Stöllchen". Bei Aufführung der ^prr „Fidelio" saßen im Hofmusik-Stöllchen zwei befreundete Frauen Th. und Er., geb. —Hof, nebeneinander, daß dies nicht stumm geschah, ist wohl verzeihlich. Das Thema mufc Lkl »iß' 'S iii: °"» M f'L !IMH, in* feit und' *6 ; Mend d ertönt. I , ihn W M" . Z^Ler'in der I* ' ErlatMNner ! Vabtrnfe k-> I äderen SÄ» bass. l®a((enro' ! ^lücksfall wui Wick, obofc der fiinber im Alter von ^"‘b. Darms Mmtwuck nb" hmmitt. S'a "i'ige Ä« b,8 ld|'» sich S'1’"9 fie ■•ft» era. ^ldet: Von, is. big ,um im£*n Staate sieben EA Wmelbct, davon k We, je 1 in b* “und Rand°n>. ^ betragt bis jetzt 2086t. Ulch endigten. , >em Buchbinder Cholera fest.! lirbe em Deicharbeiter an- mQBen Weichselwasje rQ(fe emgeliefert. Bei eine Schiffersfrau und bete- holerakeime sestgesteüt. Z: 1(1 Personen unter cholmW Anordnung des GeneraW 1 die in Güstow einquartiM isoliert. Bei dein ArbeiirM Brcslau, der soeben et>M giiche Untersuchung CholM» ein Arbeiter gestorben, k B urde. Infolge derCholm-U e Gefängnisse im&jtrfB uf einen Monat gejptm ■ freiem Fuß befinbwMt I ausgenommen. en Q. . WZ? nifch (fti »•*■*'«*!* ^«proDin» .^"UNA 1 bringenb \n ln Welfyt "sch'n Sii,?™ «SS "Salten, y* i« ?• 3n bi/«e Unf" 'chcn Bon b,e ®"»ä ,ib?' ’bt™ W«>« rö KmL irßen, 20. Seyiernbn. -1|28 Uhr abends. n Ruksstand verseht wck ideschule zu Ober-RamM iter Anerkennung seiner Ian;' Verleihung deS Silben«, lipps des Großmütigen. | ür die Sitzung dH imhing am Freite; , nachmittags 4 lb: ibungen: a. des Anlem on 1894, c. des AnM Die Teuemng der Lebev von Philipp , Schmidt für den SM I ben alten Steinbacher N ;■ Schmarzlach, e. von x&s elmstraße zwischen - ■ • ,« w VM f * ' hrr Mer Straße, y bH 3*u sewebung * » cn. 1L., 12.3kl' «®e,w:Ä ■« h **l,6110n'^ ngafii2,1 8’ , Sie r»ig*,ä 3"i>“ / S.A*" - im ert"11’* ,nnt, wovon [jnft P ,.t fMflB* IW"U war. y^sfühBg SL I sehr interessant gewesen sein, so daß es bei Beginn des zweiten Aktes noch fortgesetzt wurde; nun wird aber bei uns schon seit undenklichen Zeiten bei Beginn des zweiten Akte? Beethovens dritte Ouvertüre zur Oper, die sog. „Leonore-Ouvertüre" gespielt, welche an einer Stelle plötzlich auSsetzt, während hinter dem Vorhang ein Trompctensignal ertönt. Während dieser Pause sagte Frau Er., eine geborene Urberacherin, zu ihrer Freundin Th. nur für die in nächster Nähe Befindlichen verständlich: „Ich mach' se mit Zwimwele." Mein väterlicher Freund und Dienstvorgänger Str., welcher in der Nähe stand, hörte diese Worte und erzählte das Vorkommnis zu Hause unter großem Gaudium. (!) Bad-Nauheim, 20. September. Die Neuwahlen der Stadtverordneten finden am 26. Sept, statt. Es scheidet 1/3 der Stadtverordneten aus, wozu noch zwei Ersatzmänner für die zu Beigeordneten erwählten früheren Stadträte kommen. Im ganzen sind sieben neue Stadträte zu wählen. Die Zahl der Kandidaten ist sehr groß. Friedberg, 18. Sept. Am Mittwoch, dem 20. Sept., werden die Kandidaten des Oberkurses aus dem Verband des hiesigen Predigersemi nars entlassen. Es sind Wilhelm Becker und Ferdinand Weckerling aus Friedberg, Bender aus Hitngcn, Hofmann aus Gießen, Knott aus Bensheim, Nack aus Mainz, Unverzagt aus Darmstadt. + Wallenrod, 19. Sept. Durch einen bedauerlichen Unglücks fall wurde die Familie des Arbeiters Ritter in schweres Leid versetzt. Ritter fiel beim Maschinendreschen vom Scheunengerüst kopfüber in die Tenne und brach das Genick, sodaß der Tod sofort eintrat. Seine Frau und fünf Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren haben ihren Ernährer verloren. K. B. Darmstadt, 19. Sept. Der Finanzausschuß der Ersten Kammer trat heute zur Beratung des Gesetzentwurfs über die Gemeindesteuerreform zu- sanimen. Seitens der Regierung nahmen Finanzminister Gnauth, sowie die Ministerialräte Dr. Becker, Dr. Best und Weber an den Verhandlungen teil. Diese dehnten sich bis 6 Uhr abends aus, kamen jedoch noch nicht zum Abschluß, sondern sollen demnächst fortgesetzt werden. — Die Gartenbau-Aus st ellung ist heute abend mit einem kurzen Festakt auf der Terrasie vor den Olbrichgärten geschlossen worden. Neben zahlreichen Stadtverordneten, Ausschußmitgliedern und Ausstellern wohnten auch Obersthofmarschall v. Westerweller, Stadtkommandant Generalmajor v. Lpnker, Geh. Kabinettsrat Römheld u. A. der Feier bei. Der stellvertretende Vorsitzende, Stadtv. Stem m er, hielt eine Ansprache, in ivelcher er auf die schönen Erfolge der Ausstellung hinwies, die bei Presse, Publikum und Fachmännern nahezu einstimmig große Anerkennung fand. Die Rede, in welcher besonders dem Großherzog für seine opferfreudige Unterstützung und allen Ausstellern wärmster Dank ausgesprochen wurde, schloß mit einem dreimaligen Hoch auf Se. königl. Hoheit den Großherzog. Da für die besten Leistungen der Aussteller besondere Preise und Medaillen nicht zur Verteilung gelangten, hat die Ausstellungsleitung eine größere Anzahl von Plaketten an die Aussteller verteilt, wobei natürlich die Darmstädter Künstler und Gärtner besonders zahlreich bedacht wurden. [] Marburg, 19. Sept. Nachdem anfangs April d. I. die Teilstrecke der Marburger Kreisbahn bis nach Ebsdorf dem Betrieb übergeben werden konnte, fand heute die Betricbsübcrgabe der ganzen Bahn bis zii ihrem vorläufigen Endziel Dreihausen statt. Vormittags um 9 Uhr befuhr zunächst ein Nevisionszug mit höheren Verwaltungsbeamten die ganze Strecke und in Ebsdorf wurde das Protokoll der landespolizeilichen Abnahme genehmigt. Heute mittag um 1 Uhr brachte ein Extrazug zahlreiche Festgäste nach Dreihausen, in Heskem, Wittelsberg und am Endziel hatten die Schulen und die Vereine Aufstellung genommen, überall fanden Festakte und in Dreihausen Festmahle statt. Die Gesamtkosten der Bahn betragen etwa 1 180 000 Mk., wovon etwa 90 000 Mk. auf den Grunderwerb enffaflen. An den Kosten ist zu 2/3 Staat und Kommunalverband beteiligt, während 1/g der Kreis trägt. Nach welcher Richtung die Bahn einmal weitergeführt wird, ob nach Londorf oder Mücke, ist noch unklar. Fulda, 19. September. Dem Fuldaer Kreisblatte entnehmen wir folgende Mitteilung: Trotz der zur Zeit so hohen Fleischpreise wurden im Monat August 1905 im hiesigen Schlachthofe mehr als im Monat August 1904 geschlachtet: 10 Ochsen, 17 Stiere, 30 Kühe, 5 Kalbinnen, 70 Kälber, 14 Hammel, 12 Schafe, 6 Ziegen, 5 Bullen und nur 24 Schweine weniger als im Monat August vorigen Jahres. Ein Beweis, daß in unserer Gegend noch kein Mangel an Vieh ist. Der Gesamtverbrauch an Fleisch Ainb Fleischwaren im August d. Is. betrug hier 4477 Kilogramm mehr als im August vorigen Jahres. ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In F u l d a stürzte sich in einem Augenblick, wo ihn der barmherzige Bruder allein gelassen hatte, der typhuskranke Bäckermeister Joseph Traut im Fiebervaroxismus aus dem Fenster seiner im ersten Stockwerk gelegenen Wohnung ans das Straßenpflaster und verletzte sich so schwer, daß er bald darauf starb. — Pfarrer Wilhelm Färber, zurzeit Plärrer zu Frohnhausen im Hinterlandkreis, ist mit beiu 1. November zum Pfarrer oes Kirchspiels Bleidenstadt ernannt worden. • Noch nicht dagewesen! Am Montag ging Berliner Blättern auf lithographierter Karte folgende Mitteilung zu: Elsbeth Fresirau von Zeppelin, geb. Lenckield v. Weysen, und . Roda Roda haben sich in freier Ehe verbunden. Berlin W. 30, Nollendorfstr. 18. im September 1905. Roda Roda ist der Kriegsname des Schriftstellers Alexander M. L. Roda, der als k. k. Oberleutnt. der österreichischen Armee angehört hat, und, wie man au5 vorstehender Anzeige schließen darf, wohl nicht mehr angehört. Will der Verfasser deS „Gemütskranken Husaren" durch diese Anzeige den Beweis liefern, wie sehr sein eigenes Gemüt inzwischen sich abgehärtet hat auch gegen die Anschauungen *)er Kreise, die bisher seine Anschatmngen von Pflicht und bhre bestimmten? Oder wollten Beide durch die Uebersendung hrer Anzeige lediglich bekunden, daß ' sie ihre Beziehungen 'U dieser Gesellschaft nun endgültig abgebrochen haben? ♦ Was kostet ein Autogramm Kaiser Wilhelms II. ? Obwohl die Zahl der Autographensammler in der gleichen Zeit gewiß weder abgenommen, noch sich vermehrt hat, Haven sich die Preise auf dem Markte der Autogramme in den letzten Jahrzehnten wesentlich geändert. Mau bezahlt letzt nicht so sehr den bloßen Namen des Schreibers, sondern es ;fr die Wichtigkeit des Inhalts des Geschriebenen, die dessen Wert bestimmt. So kosten z. B. Autogramme der lebenden gekrönten Häupter, da es sich zumeist nur um ziemlich belanglose Gelegenheitsbriefe handelt, durchaus nicht soviel, wie man glauben sollte. Auf einer Zkuktion, die kürzlich in London stättfand, brachte z. B. ein derartiger kurzer Brief Kaiser Wilhelms II. nur zehn Schillinge. Ebensoviel wird durchschnittlich für Autogramme deS Königs von Italien, des Kaisers von Oesterreich und anderer Monav "n gezahlt, die noch unter den Lebenden weilen. Nur twnia höl"?r notiert Zar Nikolaus II., und ein Schreiben der Könioin Viktoria ging für 50 Mark weg, wäre aber zu ihren Lebzeiten gewiß noch billiger gewesen. Ganz schlecht im Kurse steht Fürst 'Albert von Monaco, dessen 'Autogramme kaum für sage und schreibe einen Schilling Liebhaber finden. Wenn die Preise für Autogramme längst toter geschichtlicher Persönlichkeiten dagegen viel höher sind, so erklärt sich dies damit, daß eben meist erst nach ihrem Tode wirklich inhaltreichere Aufzeichnungen von ihnen in den Handel geraten und dann natürlich schnell begehrt und 'm so seltener werden. So erzielte ein Brief Nelsons an feine Geliebte, birt schone Lady Hamilton, jüngst 2600 Mark, mb ein Schreiben der unglücklichen Königin Maria Stuart sogar die für ein einziges Blättchen Napier immerhin recht erhebliche Dumme von 18000 Mark. *DasgrößtepreusiischeDorfWilmersdorf bei Berlin hat mit Ende der vergangenen Woche eine Einwohnerzahl von 60 000 Seelen erreicht. Vor 30 Jahren hatte es nur 1200 Einwohner zu verzeichnen. * 2er Redaktionslöwe. Clarence Wolff, der Herausgeber einer in Newbarmonv. Indiana, erscheinenden Zeitung, kaufte, so berichtet der ,,Newhorker Herold", vor kurzem von einem Menageriebesitzer einen jungen Löwen, um ihn im Redaktionsdienste zu verwenden. Der Löwe ist sozusagen als Redaktioushauskn"cht und Herausschmeißer angestellt worden und hat die Aufgabe, unangenehmen Lesern des Blattes, die polternd und nörgelnd in die Redaktion kommen, die Zähne ru zeigen und sie, wenn es sein muß, zum Kampfe heraus'^fordern. (Einen Redaktions- löweu besaß, soviel wir wissen, nicht einmal ber famose „Arizona Kicker", dort ßegnimfen sich di" Redakteure damit, unangenehme Abonnenten niederzuknallen.) * Kleine Tageschrvnik. In Großlafferde bei Peine lProv. Hannovers brachte der 45 iäfyrige Arbeiter Marx seiner Haushälterin, der Witwe Heidemann, und deren Mutter mittels eines Hammers schwere Verletzungen bei, denen letztere erlegen ist. Nach Verübung der Mordtat erhängte sich Marx. — In Berlin tötete die noch nicht 16 Jahre alte Tochter Frida der Frau Anna Backhoff in der Wohnung ihrer Mutter int Klosett ihr soeben geborenes Kind weiblichen Geschlechts, in- d.m sie es mit einem Leinwandfetzen erwürgte. Die Mutter brachte den Mord zur Anzeige, worauf die jugendliche Mörderin der Eharitee als Polizeigefangene überwiesen wurde. — In Leip- z i g stürzte Frau Rechtsanwalt Beck beim Fensterrcinigcn auf die Straße und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. — Bei einer Versammlung der Neu-Malthusianer in Lüttich schlugen sich öffentlich der sozialistische Abg. Demblou und der Erzanarchist Moineau, worauf eine allgemeine Keilerei entstand. Gcrichtslaat. Hanau, 19. Sept. Das hiesige Schöffengericht, das unlängst eine Beleidigungsklage von 11 hiesigen Stadtverordneten gegen den sozialdemokratischen Stadtverordneten Hoch vertagte, weil es zur Vernehmung des verantwortlichen Redakteurs dec in Frankfurt erscheinenden „Volksstimme" Otto Zielowski, der ben Verfasser von den zwei in Betracht kommenden beleidigenden Artikeln der Volksstimme nicht nennen wollte, nicht kam, setzte beute die Verhandlungen fort. Der als Zeuge geladene Redakteur Zielowski erklärte, es Widerstreite der Ehre eines Redakteurs, den Namen eines Verfassers von Artikeln seines Blattes anzugeben. Zielowski wurde zu 200 Mark Geldstrafe, et), zu 20 Tagen Haft und zu einer sofort zu vollstreckenden Zeugniszwangshaft verurteilt. Zielowski wurde sofort in Hast genommen und abgeführt. Die Verhandlung wurde vertagt. Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt. Mülheim a. d. Ruhr, 19. September 1905. Heute war das Geschäft in Kohlenkuxen sehr geringfügig. Gehandelt wurden Angus ■ Viktoria, Freie Vogel, Heinrich, Trapve und Herkules. Billiger angeboten waren Konstantin der Große, Dorstfeld, Siebenplanettn und Schürbank und Charlottenburg, dagegen Heinrich, Trappe. Graf Schwerin und Gottessegen fester und höher. — Die gestern zum Ausdruck gekommene festere Stimmung auf dem Kalikuxenmarkte hielt auch heute fast auf her ganz-en Linie an. Es 'waren wieder die schweren Werte, die besondere Beachtung fanden und die zum Teil ihre Kurse weiter erhöhen konnten. Gebandelt wurden ferner Schieferkaute, HohenzollerN imb Justus I. Für Rothenfelde waren zu höheren Preisen mehrere Käufer im Markt. Die schweren Werte sind durchweg zu etwas höheren Preisen auch erhältlich. — Der Erzkuxenmarkt lag auch heute weiter fest. Wildberg, Apfelbaumerziig, Henriette, Bautenberg. Glaskopf und Waldstolln waren lebhaft begehrt und meistens höher. — Der Braunkohlenkuxenmarkt war wenig verändert. Einiges Geschäft war in Schallmauer zu aeüriaen Preisen. Rodderarube gefragt. X'fltibeC I'vd Verkehr. Kokkswirjschlrft. •* Die Ausgabe von einer halben Million I^proz. (Siebener Stadtanleihe ist, wie uns drahtlich gemeldet wird, dem Bankhause Baruch Strauß in Marburg und Frankfurt von der Großh. Regierung genehmigt worden. Fiskus und Kohlensyndikat. Die Einigung des vreußischen Staates mit dem rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat dürfte nach Blättermeldungen, die aber mit Vorsicht aufzunehmen sind, in ben nächstfolgenden Tagen sich vollziehen. Der Fiskus soll sich zur Annahme der 10 vroz. Beteiligung der durch den Kohlenfelderankauf bei der Bohrgesellschaft neugebildeten Gesellschaft entschlossen haben und wird laut „B. B. E." gleichzeitig dem Kvhlensyndikat beitreten. Es wird gehofft, daß damit auch eine Einigung bezüglich der jetzt im Besitz der Herne G. m. b. H. befindlichen dlktien ber Bergwerksgesellschaft Hibernia erzielt werden wird. Allerdings hat über den eventuellen Verkauf der Hibernia-9lktien nicht das Kohlensvndikat allein zu bestimmen, sondern es ist hierzu die Zustimmung einer Anzahl großer Banken und Baukhäufer, die der Hernegesellschaft angebören, notwendig. Uni aber diese Zustimmung zu erlangen, wird seitens der Regierung der Verstaatlichungspreis für die Aktien erhöht werden müssen, da wohl kaum anzunehmen ist, das; die Interessenten jetzt in Verkaufsbedingungen einwilligen, die sie vor Jahresftist als unzulänglich erklärt haben, nachdem der Wert des Objektes inzwischen keine Verminderung sondern sicherlich noch eine weitere Steigerung erfahren hat. Märkte. Frankfurt, 19. Sept. Der Herb st Pferdemarkt war in diesem Jahr über alles Erwarten gut; der Antrieb ist groß, das Gefchäft geht flott. (Heftern war der Markt bi? gegen vier Uhr vollständig geräumt. Heute vormittag war der Antrieb von Pferden wieder gut; auch Käufer sind genug vorhanden. Hauptsächlich wurden große Käufe für Rheinland-Westfalen gewacht. Morgen sollen die Besitzer von Pferdelosen auf ihre' Rechnung kommen oder auch nicht. Um zwölf Uhr ist der übliche Umzug durch die Stadt. Wie im Vorjahr wird wieder ein! großer Erntewagen mitgesührt, der im letzten Jahr allgemein; gefiel. Er ist in ber Ziehungsliste als fünfter Breis aufgesührt. An den Umzug schließt sich dann im großen Saal des Saalq baues die Ziehung der Lotterie. fc. Frankfurt a. M., 19. Sept. H e n- und Stroh* markt. Man notierte: Heu Mk. 3.60 bis Mk. 3.80, Stroh Mk. 2.52 bis Mk. 2 60. Alles Der 50 Kilo. Tendenz: test. (Ynninas-DraAmi'rdnnsikn. Berlin, 20. September. Gestern traf hier die ersitz Sendung dänischer Milch in Tankwagen ein. Oranienburg, 20. Sept. In dem Rcmontedepo^ Bärenklau, erhängte sich der Kutscher Richter, der Mörder der Arbeiterin Pioch in Berlin. Bochum, 20. Sept. > Staatsanwaltschaft vcrhaftetS den , Maurer Georg S cj ä f e r und die Prostituierte Philipp, welche vcrb'stsi'-- sind, ben Bergmann Henne« böhl zu Werra ausgeraubt unb ermordet zu haben. London. 19. Scvt. Nach einem Bericht, den der hiesige argentinische Gffanbi- von dem Finanzminister Argentiniens über die Konversion der seehsprozent. argentinischen inneren Schuld in eine fünfprozentige erhalten hat, sind nominell 58 619 500 Pesos von^ einem Gesanttbüraae von ^6 918 300 Pesos konvertiert. Budapest, 19. Sept. Wie der „Ung. Corr.^ meldet, ist die Entsendung eines sogenannten homo re »ins in Aussieht genommen, der als Vertrauensmann der Krone mit den Führern der Koalition in Verhandlung tritt und die Lösung der Krise vorbereitet. Als Kandidaten für diese Mission werden der frühere Finanzminister Lllkacs, der frühere Ministerpräsident Weckerle und der gemeinsame Finanzminister Burian genannt. Konstantinopel, 20. Sept. Die erste Gattin deK Sultans ist von einem Knaben entbunden worden. Tiflis, 19. Sept. sPetersb. Telegr.Mg.) In Baku: dauern die Mordtaten und die Verwundungen, die mit Hieb- und Stichwaffen auSgeführt werden, an. Räuberei wird überall in der Provinz Elisabcthpol getrieben, besonders auf der Strane Agdama, und auf dieser ist 61en er al Takaischwili mit Truppen angekommen. Eine Tatarenbande wurde von Kosaken bis in ein armenisches Kloster in der Provinz Eriwan verfolgt unb dort zerniert, bis Mohammebaner zum Entsatz herbeieilten unb sie be«, freiten. Marokko. Paris, 19. Sept. Bezüglich der in den Verhandlungen über Marokko cingetretcncu Verlangsamung erklärte Ge» sandter Dr. v. Rosen einem Redall.eur: Es handelt sich darum, .die zukünftigen Verhältnisse zu regeln, ohne daß irgend eine Zweideutigkeit ober ein Mißverständnis möglich ist. Unter solchen Umständen kann man die zu treffend? Entscheidung nicht genug überlegen, und es ist besser, das Einvernehmen um einige Stunden zu verzögern, als ein hinkendes Abkommen zu imvrovisieren, welches die Quelle ftir künftige Zwistigkeiten sein würde, anstatt die endgiltiae Bürgschaft des Friedens zu fein. Wir suchen ein billiges für unsere beiden Länder ehrenvolles Abkommen zu erreichen, welches ihre natürlichen, gegenseitigen Interessen respeftieren und die gerechffcrtigta Eigenliebe nicht verletzen soll, ein dauerhaftes, feind Hintergedanken zulassendes Mkommen. Man überhastet keine Lösung, wenn es sich um so ernste Fragen in dem Leben zweier großer Völker handelt. — Dem „Temvs". zufolge, sind die anläßlich der Verhandlnnaen aus Tanger verlangten Auskünfte, welche heute hier eintreffen sollen, finanzieller Art. Köln , 19. Sevt. Gegenüber den Vorwürfen der frrttu zöfische n Presse, daß Deutschland durch sein Verhaltew die Verständigung in den Verhandlungen Marokko betreffend erschwere, sowie der Behauptung, Deutschland habe durckblickeN lassen, daß es" einen Hafen an der marokkanischenl Küste beanspruche, wird dem Pariser Korresvondenten der „Köln. Zta." von zuständiger Seite versichert, daß entsprechend ben Versicherungen Deutschlands, keine Gebietseriverbungen zu beanspruchen, von irgend welchem Ansvruche auf Häfen in den Verhandlungen nicht die Rede gewesen sei. Telephonischer Kursbericht* Frunkfnrt n. 20. Septbr. 1905 3Vg% Reiohsanleihe . . 100 95 3°fn Mexikaner .... 68.8b 3n/i do. ... 89.60 3V,% Koneols . . . . 100 90 3°/n do 89.55 nassen ... 99.80 31/, % OborhesRen . . . —.— 4 % Oesterr. Goldrente . 101.85 4l/B% Oestorr. Silberrento . 101.60 4% Unerar. Goldrentej . . 98.00 4°/r Italien. Rente , . . 105.70 3% Portugiesen I . . . 69.05 3°/ Portugiesen. III . 68.60 X% Unif. Türken . . . 90.90 Türkenlose 151.80 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 96.95 4Ofn Süssere Argentiner . —.— 4,/j% Chinesen . . . . 97.80 Electric. Schlickert . . . 137.10 Nordd. Lloyd . . . . 134.80 Kreditaktien .... 215.30 Diskonto-Komniandit. . . 195.30 Darmstädter Bank . . . 15140 Dresdener Bank .... 167 40 Berliner Handelsgos . . 173.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.10 Lombarden 21.30 Gotthardhahn —.— Laurahütte 270.05 Bochum 255.75 Harpener 225.00 Staatschatzscheine . . . 100.05 Die Börse ruhig aber fest, bevorzugt Montanwerte und Türkenlose. Die Fleischteuerung beendet. Ein Wink. Die anhaltende Steigerung der Fleischpreise unb das dadurch bervorgennene zunehmende Bedürmiß nach einem vollwertige»- Ersatz ftir Fleisch ist ein Thema, das heute ganz Deutschland interessiert und ganz besonders die Kreise, welche mit einem geringeren Hausbaltnngsgelde rechnen müßen. Vielfach ist die Annahme verbreitet, für Fleischnahrung geb* es überhaupt keinen geeigneten Ersatz. Milch und Eier enthalten wohl genügende Nährstoffe, werden aber bekanntlich von den wenigsten Menschen auf die Taner vertragen. Gemüse und Kartoffeln sättigen wohl, enthalten aber zu wenig Nährwert um den Körper bei Kraft und zur Verrichtung der täglichen Arbeit tauglich zu erhalten. Aber unter bem Getreide finden wir, was wir suchen und zwar ist es der Haier, welcher uns die Fleischkost zu ersetzen vermag. Er allein enthält, wie wissenschaftlich begründet, unter allen Getreidearten die zur Erhaltung von Leib und Leben erforderlichen Bestandteile und bei richtiger Verarbeitung und Zubereitung find Haferpräparate ebenso delikat, wie iür Groß und Klein bekömmlich. Die Schwierigkeiten, die sich einer derartigen Verarbeitung des Haiers entgegenstellen, find anscheinend bei einem Produkt, das heute in jedem Kolonialwaren-Geschäfte in */t und l/, Pfnnd-Paketen zu haben ist, vollständig beseitigt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, daß diese? Produkt alle zur Ernährung deS menschlichen Körpers nötigen Bestandteile enthält und daß es als ein absolutes Ersatzmittel für Fleisch betrachtet werden kann. Ja es ist sogar noch mehr als das, denn es übertrifft das Fleisch an Nährwert und besitzt zudem einen den Appetit anregenden vorzüglichen Wohlgeschmack. Ein Pstind-Paket dieses Produktes kostet dabei nur ungefähr ein Drittel von dem was die gleiche Quantität Fleisch kostet. Die Hausfrau möge da§ wohl berück» sichtigen, bevor sie ihre Emkäuie macht. Es sind natürlich die Quaker Oats gemeint, welche nur in geschloffenen, mit der Quaker Schutzmarke versehenen Paketen verkauft werden. Billige Nachahmungen von Quaker Oats, die lose ausgewogen angeboten werden, wolle man meiden, da sie von bedeutend geringerer Qualität sind unb auch nicht dieselbe Ergiebigkeit wie Quaker Oats besitzen. «l*/» Liebigstrasse 13 — Tüchtige Vertreter, wo noch nicht vertreten, gesucht« W o Saini« «ö Schönster Ausflugsort! ML-MA 5 Zimmer 4665 I. Happel. Kartoffeln | rote prima p. Ztr. Mk. 2.50 ! magnum bonnm „ „ „ 3.— 06194] C. Rübsamem. (Unberei Junger Mann als 4747 0^ ® sa Rti ftetS frisch zu haben 4891] Rittergafse 11. 06244] Schloßgasse 5. । Hafer-Nah], | d »«■BI Läden etc. WWWKMil irünW-eMche WWWM Sn uevnüetcii ."W'V 311 nciltuiifen Der heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der Firma 6. W. F- Petersen tn Gravenstein bei, welcher der General Vertreter der Obligationsbank, Aktien-Gesellschast, vormals Jnternaiionales Bank-Bureau Kosmos in Kopenhagen, sür Deutschland ist. Frankerg in Hessen. BLkht' Hotel n. Sommerlrisehe znm fiossberg ™Sn Sonnige Eage. Neu erbaut. Direkt am Walde. Angenehmster Herbstaufenthalt = Herrliche Aussicht auf die Stadt und in das Edertal. = Freundliche Fremdenzimmer mit Dampfheizung. Dampf- u. Wannenbäder im Hause. Pension von 3.50 Mk. an. SliinbllM FWck (Inh. Fr. Laih) — Schulstraße empfiehlt frische nnd lebende Fische zum Tagespreis. (06241 FaSSäpfe! MA?-werden augekauft 06171] Liebigstraße 19. Ärztlich empfohlen. Niederlagen durch Plakate ersiohtl/cfj. MtsWiatas. In einem Dorfe in der Nabe der Stadt Nidda (Oberhessen) ist eine gutgehende Gastwirtschaft mit Spezereigeschäft baldigst zu verkaufen. Beste Gastwirtschaft am Platze, Kegelbahn, neuerbauter Saal, Stallung und Grabgarten. Die Hofraite ist in sehr guten: Zustande. Schriftliche Meldungen unter 4856 an den Gieß. Anz. erbeten. Schnlftraste 6 Großer Laden, Souterrain, Parterre und 1. Stock zu vermieten. Julius Fischer 4266] Marburg, Neustadt 23. MW üksiitz.06235 Hoflohnkntscherci Huhn. 10 bis 15 tüchtige Arbeiter Ml. Fernsprecher 218 WZ. B^OSenthaS Bekarmtmaämng. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die EiSmarckstraße, zwischen Ludwig- und Stephanstraße, von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 19. September 1905. reisen?t Wie2 ^eqer I* «»ch „„iS™' d Nil“n S","»* V n et sm f dieser 9] c|§9nt hll^foh c!Cnfl,oikh tnhlrf11 y.nen xber^inqe WH b[ sw Ntw .Sinneä" c|1‘« Bon kapitalkräftiger Seite wird die Errichtung mehrerer Ringofen- Ziegeleien in Oberheffen (eventuell auch angrenzende Gebiete) beabsichtigt. Gemeinden bezw. Privat« Personen, welche im Besitz von geeigneten nnd ergiebigen, in der Nähe einer Eisenbahn- Station befindlichen Thonlagern sind, werden gebeten, schriftl. Meldungen unter 4888 an dc» Gießener Anzeiger zu richten. Eine bedeutende Zigarren-' fabrik sucht behufs Vergrößerung eine Filiale in Gießen oder llniWnd zu pachten oder käuflich zu übernehmen. Schriftl. Meldungen unter 4691 an den Gieß. Anz. erbeten. Für meine neuerbaute Gastwirtschaft in Mücke a.d.O.H. B. suche per 1. Dezember einen kautionsfähigcn Pächter Metzger bevorzugt. |4838 L. Wallach, Alsfeld. s-dauernde St. oder z. J1HIUUJCU Aushilfe für sof. ges. 06206] Steinstraße 10, H. 3ung. Dienstmädchen in kleinen Haushalt für Oktober gesucht. 06229] Grünberger Str. 28, II. WMße 7 wohnung^3.Stock, Mädchenzimmer, Gartenant. mall. Zubehör per 1. Oktober zu verm. 06155] Ein Logis zu vermieten. _________________Brandgasse 4. 4695] Kleines Logis an ruhlge Leute zu vernr. Neuen Bäue 6. 4803] Stephaustratze 29 2 unmöbl. Zimmer an Herren per 1. Oktober zu verm. Zu erfr. bei Noth, Stephanstraße 29, II. Plvlksirche 8 (7 Zimmer) per 1. Oktober vermietbar. 4493 Näh. Blockstraße 2, Laden. { 6 Zimmer | Altcestratze 26 ist der 3. Stock, 6 Zimmer mit Zubehör, zum 1.Oktober an ruhige Familie zu vermieten. [4282 3871] Schöne 5--Zimmerwohn. II. St., Bad, elekr. Licht, per sof. od. 1. Oft zu verm. Plockstr. 6 3457] 5-Zimmerw., parterre, v. 1. Oft. zu verm. Schiffenberger Weg 16, neben Steins Garten. Ebelstraße 28 ist eine schöne Parterre-Wohnung von 5 Zimmern mit Spülcloset, Heiz- und Leuchtgaseinrichtung und Bleichplatz per Oktober zu verm. (4365 Näheres Frankfurter Str. 29. 4500] Frdl. 5-Zimmcrwohn. zu verm. Bahnhofstraße 59. 3394] Schöne 5-Zimmerwoh- nung Bismarckstraße 28 zu vermieten. Nah. Bismarckstr. 26. Kohlen- nnd KoZslreferung. sZür ben Winter 1905/06 soll die Lieferung von Hüttenkoks ckw die Sradtkirche und Johanneskirche, ferner von Anthracit- kohlen und Rnthracit-EisormbrikettS für das Gemeindehaus an der Kirchstraße und die Konfirmandensäle der Lukas- und Johannes- gemeinde vergeben werden. Angebote zur Lieferung wolle man bis Donnerstag, den 28. d. MtS. einschließlich, an ben Unterzeichneten richten. Gießen, ben 20. September 1905. Der Evangelische Gesamt-Kirchenvorstaud. Dr. Naumann. B20/„ Wckkiicht gesvHt. Georg Schubecker, Sägewerk. Süllbtttr jnnütr BurM zu leichtem Fuhrwerk gesucht. 4775] Kiuzenbacher Mühle. 4705] Eine hübsche Mansardenwohnung mit Bleichplatz u. etro. Gartenant. ist ganz, ev. geteilt an ruhige Leute zu vermieten. Näheres Bahnhofstr. 50, L St. 06228] Kleines Logis im mittl. St. zu verm. Schiffenberg. Weg 52 06246] Em MansardenlogiS zu vermieten. Asterweg 40. 06245] 2 möbl. und 2 unmöbl. Zimmer zu verm. Asterweg 40 |"Möbl. Zimmer | 4882] Möbl. Wohn- u. Schlafz. zu verm. Goethestr. 27, part. Schlafstelle zn vermieten. Hemdennäherinnen sofort gesucht oeasa Friedrichstraße 4, Part. Ein Mädchen zu einem Kinde gesucht. (06233 Fr. A.SParrng, Friedrichstr.4, v. Nitrfpüt Ä.'DQS Näheres Grünberger Straße 44. Feinste Tafel- u. Bergamotte- Birnen. Seltersweg 81. [4859 IVttt für «Ntk. zu verkaufen. LUI v|ul Näheres in der Ge- schäflsstelle des Gieß. Anz. [06195 Raummangels halber gut erh. Waschkommode, Bett, Ladentheke (Buffets, großes Gläser- Etagdre, Hängelampe und gr. Fett-Schaukelpferdzu verkaufen. 4883] West-^lnlage 50, pari. Ein Taselklavier, gut erhalt., sowie eine Klavierbank zu verk. 06227] Lehrer Map, Sich. Für kiWhrst-Freimllstc 2 Wassenröckc, fast neu, preisw. au verk. Ederstraße 7. 106230 Mollständig neue Uniform u. Mantel, mir wenig getr., bill. zu verk. West-Anlage 10,p. ]06231 Für EiiijShrig-FmivillRe! Habe noch schön möblierte Zimmer in nächster Nähe der Kaserne mit ober ohne Pension abzugeben. Preis nach lieber- einfunft. Desgleichen gebe ich ben Herren Einjährigen guten bürgerlichen Mittag- u. Abend- tisch. Fran Dr. Kreudcr, 4615 Grünberger Straße 751. 4735] Schön möbl. Zimmer zu verm. Tammstraße 32, L 06167] Gut möbl. Zimmer zu vermieten. Neustadt 78, in. 05992] Zwei gut möblierte Zimmer billig zu vermieten. Fr. A. Keller, Seltersweg 71, H. 4591] 2 Arbeiter finden Kost und Logis____________Neustadt 45. 06152] Schön möbl. Zimmer zu verm. Näh. Wolkengasse 21. (Achön möbl. Zimmer sofort ' zu verm. Bahnhosstr. 38. 05831] Schön möbl. Zimmer mit od.ohneVens.z. v. Bismarckstr. 17. Großh. P fi’einnit Gießen. I. B.: Roth. Laden mit Wohnung sowie Logis, 3 und 5 Zimmer mit Znbeh. zu verm. 3173 Näheres Bleichstraße 16, I. Großer Weinkeller mit Lager vom 1. Dezember an zu vermieten. 4528 _______________SelterSweq 81. 4841] Die seither von Herren Gebr. Rosenbaum benützten Lagerräume, Nordanlage 13, sind per 1. Jan. 06 anderweitig zu vermieten. Näheres im Vorderhanse, pari. 4496] Seitenbau Frankfurter Straße 29 eine schöne 3-Zimmer- wohnung mit allem Zubehör sofort zu vermieten. ______________Näheres daselbst. 4847] Die seither von Herrn Ingenieur Göbel bewohnte Dreizimmerwohnung Ebelstraße 28, H (Obergeschoß) ist versetzrmgshalber per 1. Okt. anderweit zu verm. Mit! Dl» .fe"! 811"®"- be Mhe, b« hib-n M ^..streik gd crf>eit