Dienstag 18. Juli 1905 155. Jahrgang Erstes B!att» Kandidaten auS Folgende Unter» und Frau. RebafrUm, fcpebttiee unb Ttuaeret: Gchnlftrab« ’• fibrefle für Depeschen: Mrr-eiger Stehen. Fn-ntprrcdantchlußNr 51 ?««r« Aus Stadt hiiö La»S Kieken, 18. Juli 1905. Nr. 166 «teil« anher Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Landwirt die Siebener Kamillen- Hitttt viermal in der Woche beigelegt. KotaiionSdruck u. Verlag der Brü h l'schen d der Lust chen 12 und 1 Uhr. und SchwinmaiM. kein neues, fremdes Element hinein, es würde zersetzend, nicht sammelnd wirken. Von der Autorität des überlegenen Wissens oder der Wortgewandtheit des gelehrten Richters würde sich der eine und andere Geschworene möglicherweise imponieren lassen, zum Nachteil der eigenen Ueber- zeugung Der leidige Formalismus, das Kleben am Buchstaben des Gesetzes ist den Schwurgerichten durch die ganze Zeit ihres Bestehens hindurch fern geblieben. Eine wahrhaft volkstümliche Reform des Strafrechts macht man nur, wenn man überall den Einfluß des Laicnelcments verstärkt gegenüber den Jüristcn von Beruf, nicht wenn man darauf bedacht ist, auf Umwegen diesen Einfluß abzitschwäckeu Die verbündeten Negierungen werden sich hofierttlich überall bewußt sein, welche außerordentliche Bedeutung bie Nichtantastung der Schwurgerichte hat. Es ist im gewissen Sinne eine politische Frage allerersten Ranges. Denn nicht nur, daß das Vertrauen zur Rechtspflege eine der Grundlagen des Staates ist, es muß auch ernstlich berücksichtigt werden, ob nicht das Anwachsen von Unzufriedenheit und Mißstimmung zu einem Teil auf Anwendung und Auslegung von Gesetzen zurückzuführen sein mag, wobei Scharfsinn, subtilste Unterscheidungen und Abwägungen Triumphe feiern, wobei aber das einfache und ungekünstelte Rechtsgefühl leer ausgeht. schreiten muß. . _ lf_r . . ~ t •• Vom Impfen. Seitdem m Deutschland derJmpf-- zwang besteht, haben sich für dies medizinische Verfahren auf dem Lande besondere Benennungen eingebürgert. In Oberheffen sind in einzelnen Gegenden für Jmpfarzt und Impfung einige Bezeichnungen im Schwange, die wegen ihrer Eigenart eines gewißen Humors nicht entbehren. So benennt man in der Gegend Grünberg die Impfung mit dem Ausdruck: „Die fiinner wern okuliert!" In derAlSfelder Gegend nennt man den Jmpfarzt den „Po ckeschnerrer", und in einigen Orten des Kreises Gießen ist der Jmpfarzt der „Pocheproffer" (Pockenpfropfer). (?) Heuchelheim, 15. Juli. Heute wurde hier eine Ortsgruppe des Deutschen Flottenvererns ge- Der Mann, der die Hauptschuld an den ewigen Oldenburger Prozessen trägt, der Minister Ruhstrat, der Leiter der oldcnburgischen JUsttz, wird sich wohl auch durch diese Niederlage nicht veranlaßt sehen, von seinem Posten zuruck- zutreten. Der Prozeß hat ihn ja kaum arger kornpronntnert als die früheren Und wenn er damals nicht gegangen ist, als zuerst festgesteNt wurde daß er als Staatsanwalt und in höheren Stellen in der bedenklichsten Weise der Spielleidenschaft gefrönt hat, und daß ferne KuSfaßen vor Gericht sowie seine Erklärungen rm Landtage „iW als einwandfrei" zu erachten smd, so wird er auch letzt ien Ä zustellen. Bad - Nauheim, 17. Juu. „ _ Haltungen werden in dieser Woche stattfinden: Dienstag den 18. Juli, nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der fiurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Künstler- Konzert des Steindel-QuartettS auS Stuttgart. Mittwoch nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kur- apelle. Abends Operettenmusik. Im Theater nachmittags 4 Uhr Kindervorstellung: „Hänsel und Gretel." Abend» 8 Uhr: „Alt-Heidelberg." Donnerstag nachmittags unb. abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abend« non 8—10 Uhr im Saale Tanz. Bei gutem Wetter nach- mittags und abends Konzert der Kapelle des Thür. Ulanen-s Regiments Nr. 6 am Teich, abends von 8 Uhr ab italienisch^ Nacht; am Schluß des Konzertes bengalische Beleuchtung Freitag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends im Saale Theater-Vorstellung unter Mitwirkung der fiurkapelle: „Der Bettelstudent." Samstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der fiur-t kapelle. Abends 8 Uhr im Saale Vorstellung des Zauberkünstlers W. Rößner-Berlin. Sonntag den 23. Juli:, Konzert der Kapelle des 1. Großh. Hess. Feldartillerie-Regiments Nr. 25 (Großh. Artilleriekorps) aus Darmstadt. Montag Kinderfest unter Leitung des Herrn W. Rößner. (.) Bad Salzhausen, 16. Juli. Heute nachmittag gingen Kurgäste in der Kastanien-Allee spazieren. Eine Dame führte ihr Hündchen an der Seine, als sich plötzlich die beiden Hunde des Johannes Weil hier auf das Hund» chen der Dame stürzten. Diese selbst wurde von dem großen Neufundländer deS W. umgerannt und stürzte eins Böschung hinab. Ohnmächtig, mit Verletzungen an Arm und Hinterkopf, brachte man die Dame in ihre Wohnung. Es ist zu verwundern, daß nicht schon früher ähnliches vorgekommen ist, da die bösartigen Hunde des W. schon seit dem vorigen Jahre meist ohne Maulkorb frei umherlaufen und öffentlich Aergernis erregten. Die zahlreichen hier anwesenden Kurgäste sind über den Vorfall sehr aufgeregt. vierter Stelle. . c ~ , •» Besitzwechsel. Tapezier und Dekorateur K. Belz kaufte das dem Weißbindermeister Joh. Schäfer gehörige Haus Roonstraße 36 für den Preis von 20 500 Mk •• Ein Erholungsheim für Musiker soll nach dem Vorbilde der für andere Berufszweige eingerichteten Anstalten ins Leben gerufen werden. Dem Allgemeinen Deutschen Musiker-Verbände ist ein 1500 Quadratmeter umfassendes Grundstück in dem Luftkurort Hochwald hausen (Kreis Lauterbach) zur Verfügung gestellt worden Die Bebauung muß bis zum Jahre 1908 erfolgen; auch ist die Entrichtung von mäßigen Abgaben für Be- und Entwafferungsanlagen Beleuchtung usw. an die zu bildende Ansiedlergenoffenschaft ** Der Hessisch-Nassauische (Main-Rhein- aau-)V erb an dG ab elsberger'sch er Stenographen, welcher z Zt. 81 Vereine mit gegen 3400 Mitgliedern zählt, tagte, wie schon kurz berichtet wurde, am Sonntag in Marburg unter dem Vorsitz des Realschuldirektors Prof. Dr. Pitz aus Alsfeld. In der Vertreter-Versammlung wurden Fragen der inneren Einrichtung des erst kürzlich durch Verschmelzung vergrößertem Verbandes verhandelt. Fn der Festsitzung wurden die zahlreich erschienenen Stenographen (gegen 200) durch den Vertreter der Stadt und den Rektor der Universität zugleich im Namen der übrigen Behörden begrüßt. Der Festredner, Prof. Dr Larfeld aus Remscheid, sprach über Partikularismus und Einheitsbestrebungen auf stenographischem Gebiet. Er bezeichnete eine Verschmelzung der beiden größten Schulen nach den gemachten Erfahrungen vorläufig als vollständig auspckts- los, konnte aber an Hand einer eingehenden Statistik sest- slellen, daß in dem partikularistifchen Streben, das Stolze- Schrey'sche System von Nord nach Süd uni) das Gabelsberger'sche von Süd nach Nord immer weiter vorzuschieben, das Gabelsberger'sche System nach Norden wehr, als das Stolze-Schrey'sche nach Süden, vordringt und daß wir auch in Preußen zur Herrschaft gelangen werden, wie es in Norddeutschland, was im Systeuikampf verschwiegen wird, schon längst der Fall ist. Von den Ergebnissen des Wettschreibens konnte das der Ausnahme des Festvortragev noch bekannt gegeben werden. Die Gießener Vereine waren durch 10 Mitglieder vertreten. ** Freie Turnerschaft Gießen. Am 15., 16. und 17. Juli fand in Darmstadt daS zweite Kreisturnfest des neunten Kreises des Arbeiter-Turner-Bundes statt. Auch du? Freie Turnerschaft Gießen hatte dorthin eine Musterriege entsandt. Es kam hier das erste mal das Wertungsturnen nach Punktzahl in Anwendung; es beteiligten sich daran 38 Vereine mit 42 Musterriegen. Die höchst zu erreichende Punktzahl war 50, die höchst erreichte betrug 47, und zwar nimmt Hanau mit dieser Punktzahl die erste Stelle im Kreis ein. Gießen errang 44% Punkte und kommt damit an giebel muß versagt sein, da derarttge Giebel durch Oelfarbb der Steinfarbe gleichzubring-en gänzlich unmöglich Kleinere Zinkgauben sollen jedoch, wenn der Bauherr aus statischen Gründen kein anderes Material wählen rann, zu- gelassen werden. Zement Fann nach wie vor passend zu Flachmustern Münchener Art) und Reliefs verwandt werden. Dagegen erscheint es, abgesehen von der mrßstandrgen Wrrr- ung, auch aus verkebrspolizeilichen Gründen unzulässig!, große, hervortretende Teile des Aeußeren aus Zement he^ zustellen und z. B. ganze Menschen- oder Teer gestalten art die Wand zu Neben. Insoweit der Zement als ZusH zu dem Verputz verwandt wird, ist derselbe selbstverständlich nicht zu beanstanden. Die Vorschrift über die Verwendung von Backsteiucu schließt nach Sinn und Wortlaut des Statuts die Verwendung von Backsteinen als Fenstergesimse nicht aus, wenn diese z. B. nach Münchener Art verputzt, werden. Es soll nur vermieden werden, daß nut Backsteinen als solchen sowie anderen Kunststeinen eine Wirkung erzielt wird 5musfassaden, die nur durch eiserne Konstruktion bar* gestellt, wirken, wie dies die Häuser in der Zett in Frankfurt dartun, in höchstem Grade unschön. Mit Genugtuung, kann jedoch die Baupolizei für die Gegenwart feststellen, daß gerade in Geschäftskreisen immer mehr das Haupts wicht auf eine würdige architektonische ErscheinunD bei größeren Neubauten und Umbauten gelegt wurde. Bei dem Anstrich sind Farben nicht zu verwenden, welche blendend oder der Gesundheit schädlich sind. Keineswegs soll ein i rrittiches Genehmigungsverfahren hinsichtlich aller Anstrich- und Verputz arbeiten eingeführt werden. Der Hausbesitzer wäre vor Beginn der Arbeit auf die Vorschrift hin- znweisen und erforderlichenfalls hätte die Baupolizei sachentsprechende Anleitungen zu geben Es soll [)icrnad) vermieden werden, daß erst nach Bollenbung der Arbeit die Baupolizei zur Durchführung des Statuts beM. der in seiner Begründung niedergelegten Grundsätze euv oorgefebni.^ Stadtverordnetenversammlung in Darmstadt hat einen sehr bedeutungsvollen und in man- cken Einzelheiten sehr nachahmenswerten Nachtrag zum Ortsbaustatut beschlossen, der die baupolizeilichen Rechte dahin erweitert, daß bei nachgesuchten Vauscnchmrg- NN neu auch ihre Pläne auf ihre a r a) i t e kt o n if ch e Wirkung hin geprüft und nach bestimmten Grundsätzen auch beanstandet werden können. Im einzelnen ist hervor- zuheben • In künstlerischer und architektonischer Hinsicht ist der Freiheit nach wie vor Spielraum gelassen, auch erscheint es selbstverständlich zulässig, den Verputz m großen Flächen ja in der ganzen Fassade zu verwenden. Dies gilt insbesondere auch von dem Naturpwi, welcher infolge der Mischung der Materialien von vornherein die Farbentöne ergibt z B Oel- oder Kalkfarbe. Werden nur einzelne Flächen verputzt,' oder werden Vervutz- und Ltttre'.ckinate- rialien überhaupt nicht angewandt, fo >oll die Fasste rtntiirlirfie§ Material, wie z. B. Kalksandstein zeigen. Der Reael^nach WNen 7n diesem Falle Kunst st eine nickt verwandt werden. Auch Gips erscheint als Kunstprodukt nicht zulässig. Die Fortsetzung einer Fassade durch kleinere Bleck- Die heutige Kummer umfaßt 8 Seilen. Are nicht gelehrten Aichter von Aückeburg. Der zu seinem Unglück in die Oldenburger Spieleraffären verwickelte Kellner Meyer ist, wie wir gestern ausführlich berichteten, vom Schwurgericht in Bückeburg von der Anklage des Meineids freigesprochen worden. Ueberall in der Oeffentlichkett hört man mit Genugtuung diesem Ergebnis des aufregenden Prozesses zustimmen. Aber man hört auch die Frage aufwerfen, ob der Beschuldigte wohl dasselbe Urteil gefunden hätte, wenn hier nicht das Schwurgericht, sondern die Strafkammer zuständig gewesen wäre. Dieselbe Frage wurde schon bei manchem anderen großen Prozesse gestellt, der mit einem Freispruch endigte. Es sei nur an den in Berlin verhandelten Kindesunterschiebungsprozeß gegen die Gräfin Kwilecka erinnert. Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit ist anzunehmen, daß der Kellner Meyer von fünf gelehrten Richtern zwar vielleicht nicht des wissentlichen Meineids, jedoch aus streng juristischen Erwägungen des fahrlässigen Falscheides schuldig befunden worden wäre. Nicht im Zuchthaus, aber im Gefängnis hätte der Verurteilte längere Zeit Gelegenheit gehabt, über die Gefährlichkeit eines Zeugen- Kreuzverhörs nachzudenken. Die Verurteilung war bereits von der maßgebenden Clique in Oldenburg als so sicher zu gewärtigend betrachtet worden, daß der Antrag aus Beschlagnahme des Sparkassenbuches des Beschuldigten ergehen konnte, noch vorderVer Handlung, um ein Unterpfand für die Deckung der Gerichtskosten zu erhalten. Erfreulicherweise fand dieser Antrag Ablehnung, und ebenso erfreulicherweise beließ das Gericht m Bückeburg dem Angeklagten die beiden in das schwierige Material eingearbeiteten Verteidiger, obwohl diese Anwälte in dem Prozeß als Zeugen beansprucht wurden. Einer der Anwälte, der ebenso schneidige wie umsichtige Dr. Spren- ner, fand aber in seinem dreistündigen Verhör als ^uge Gelegenheit, so nachdrücklich für seine Ueberzeugung von der Nichtschuld seines Klienten einzutreten, daß dadurch der notwendige Verzicht auf das Plaidoyer wettgemacht wurde. Die Verteidiger haben mit vollem Recht die Glaub - würdigkeit des Hauptbelastungszeugen, des Ministers Ruhst rat, angezweifelt, und die Geschworenen laben diese Zweifel wohl nicht außer acht gelassen Hatte doch in der Verhandlung selbst der Regierimgsrat Becker seiner Verwunderung Ausdruck gegeben über die Aussage des Ministers, er hätte seit zwölf oder vierzehn Jahren nicht mehr an einem Glücksspiel teiTgenommen, und diese Aussage des Ministers euphemistisch als „Nicht ganz vollständig" bezeichnetMag auch der Minister hundertmal versichern, Pokern, das er bis in die letzte Zeit hinein gespielt hat, sei kein Glücksspiel; der Widerspruch zwischen seinen Zeugenaussagen vor Gericht und zwischen seiner im oldenburgischen Landtage abgegebenen Erklaruna, seine Jeu- afsären lägen 14 Jahre zurück, wird dadurch Nicht aus der monatlich 7 k> niertel* jährlich TU. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pl.; durch diePost Mt. 2.— viertel» jährl. ausschl. Beslellg. "inahme von Anzelc» tt die Ix siF'it-rntee '5 do mittig# 4 'Ulte Ze 'enmei#: abwärts ?J:j. Vsrantworrl'ch tzstk den poltt und Teil V. Wittko: füt „Stadt und Land" und „G euch tSfaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Han# Deck, Gichener Anzeiger General-Anzeiger ** ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen gründet. . , _, ,. . , >j_ Lich, 17. Juli. Heute ereignete sich hier em be* bäuerlicher Unglücksfall. Frau und älteste Tochter de3 Schuhmachers Ph. Oßwald standen im Hofe ihrer Behausung an der Waschbütte arbeitend, al? der Schornstein deS benachbarten, dem Bäcker Schäfer gehörigen Hauses umfiel unb bie unten Stehenden mit Steinen und Mörtel über- chüttete. Frau Oßwald ist mit kleineren Verletzungen davon- gekommen, die Tochter lieg^aber an einer schweren Gehirnerschütterung bamieber. Wahrscheinlich hatte sich der Mörtel unter dem Einfluffe deS gestrigen Unwetters gelöst. __ Sicherem Vernehmen nach besteht die Absicht, für die kommende Landtagswahl einen Kandidaten auS unserer Stadt im Wahlkreise Lich-Hungen aufa ntCf)VüreiMe DIbenburger Verhältnisse ist es aber überaus bezeichnend, daß einer derartigen des Fustizwesens sowie des Kirchen- und Schulwesens über antwortet bleibt, denn Mihstrat ist nicht nur Justizminister, sondern auch Kultusminister. Die Bewegung für Erhaltung der Schwurgerichte hat durch den Prozeß neue Nahrung bekommen Man« empfindet daß es sich °°r°l h«ndelt^mn den schütz eines Pfeilers der R-chtsgewahrlelstnng. Der ^taatssette tär des Reichstustizamts hat 'M Reichstag M berMgen gemeint durch die A-uß-rung, die verbündeten SSWWÄfÄWä - i" Todesurteil gesprochen hat,.indem d'e fem'l daß' erkl^t Stob: Das Zch«urgL?cht gehalten wir bei „nr wollen wir die Einrichtung v-rbess-rn, indem warben Geschworen^ die nicht durchweg das erforderüche Bmstandu^ sur ryr fipiiken können, gelehrte Richter Zur Ä'äiwf'SiS sÄÄÄteE L°^R°ael°äus° de^KoPf. In das Geschworenengericht dar! : Ein weid, y1 Menjs roetbe. k “5 fette « Dt^Et9efüW' S5 r k den Sfnlbt1 011 tÄt». «4® ?°rden sei. Ä FÄßs ^°lischeBrgg° 2. Erkundete der $nJ M der Geschworene Men sur eins Mungung unmittefc Staatskasse auserle« , dem Angeklagten k ’vßIt zu gewähren, une ngcpagfe das GeriG t Nachtstunde von den iivollenden Hb dem Neubau eint rnard in Sielec (Tolr getötet unb 12 mfr ittt zwischen dem eszewiczy ein Sabcd oenyimbet. Die Geert 'Paris ist nach dem Lr csehen. Gr erklärte cr tr Partei verzichten j als Führer Vorschlag vitterniedergeganc- le Gondeln sind inlo'. mn. - Wie aus ernt m fieroor^X, ha!' 182 Oo(ev In Smäa . Sämtliche 0psn sm! inginGsakathure in Agram, Feldmai' senberg vom Cchlaü var sosort tot. — der Tiskontobank osr — Aul der Höhenstati« nen wurden, wie n t vom Blitz getre» m der Nähe von Dam Feuersbrunst ; zerstört worden. Ire efährlich verletzt.- K itenje, ist vlotzl'ch w ehrere Persona tzels stürzte der W ZchlohkircheauldasTch -rwimmerte die kostban Mglültt.-JnFermgi des adriatischen Meeres stet, 32verletzt. - -i« n St. Bernhard, ^eeingeweihtwoM, idgebungen zwischen'Mx, kam und Bearchm^ md den DundesrL s) Neustadt, 17. Juli. Am Sonnabend, nach eingetretener Dunkelheit, wurde hier der 25 Jahre alte Josef Mann, der ruhig seines Weges ging, von mehreren aus einer Wirtschaft mit Gewalt entfernten Burschen mit einem großen Schlachtmesser entsetzlich zugerichtet. Die Leute rissen ihm von der Nase bis an den Hals den Kopf auf, schnitten ihm einen Finger ab und versetzten ihm auch sonst noch eine ganze Anzahl Messerstiche. Nur mit Mühe konnten die mutmaßlichen Täter, die sofort verhaftet wurden, vor der Lynchjustiz einer großen Menschenmenge geschützt werden. Der Verletzte dürste schwerlich mit dem Leben davonkommen. X Lindheim, 16. Juli. Der Bezirkskrieger- verband Altenstadt feierte heute hier sein Bezirksfest und der hiesige Verein verband damit seine 25jährige Jubelfeier. Sämmtliche Bezirks- und Nachbarvereine aus anderen Bezirken waren dazu erschienen. Auf dem Fcstplatze hielt der Vorsitzende des hiesigen Vereins eine Begrüßungsansprache. Die von Sr. Majestät dem Kaiser verliehene Fahnenschleife überreichte Kreisamtmann Dr. Bern deck aus Büdingen. Pfarrer Bär hielt die Festrede. Vilbel, 17. Juli, lieber das Bootunglück, das sich bei Vilbel ereignete, wird noch folgendes berichtet: In der Nähe ber Ströbelschen Mühle badet7 i am Sonntag nachmittags gegen 3 Uhr jechs junge Leute von hier in der Nidda. Wie das jo unter jungen Leuten kommt — aus einmal waren alle sechs in einem in der Nähe befindlichen Kahn und lustig schaukelte das Schiffchen auf dem Wasser. Das Schaukeln wurde aber zu arg und ehe sie sich's versahen, kippte der Kahn um und die sechs Insassen lagen im Wasser. Nur drei davon — die beiden Kroner und Philipp Heil — konnten sich durch Schwimmen retten, die drei übrigen: Heinrich Hummel, Philipp Heß und Breiter fanden in der Nidda den Tod. Die Leichen konnten zwar bald geborgen werden, die angestellten Wiederbelebungsversuche hatten aber leider keinen Erfolg. Man kann sich die Aufregung unserer Einwohnerschaft über das traurige Ereignis leicht vorstellen. Zur Einweihung des Megcldenkmals. Gießen, 18. Juli. Im Anschluß an unseren gestrigen Bericht bringen wir, 4a dies gestern wegen Platzmangels nicht möglich war, heute die von Prof. Dr. Moritz gehaltene Festrede im Wortlaut: Hochansehnliche Versammlung! Seine Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität hat der medizinischen Klinik den Gedenkstein Franz Riegels übergeben. Ich brauche nicht zu versichern, daß wir das Denkmal als ein teures Vermächtnis betrachten, das wir treu in Ehren halten werden. Es ist ein Gefühl der Wehmut, das uns heute beseelt, ein Ge- <6hl tiefer Trauer um einen Mann, der nicht mehr unter uns weilt, und doch auch ein Gefühl der Erhebung, daß es der Besten einer war, dem wir dieses Zeichen der Erinnerung weihen. In wenigen Wochen jährt es üch, daß Franz Riegel die Augen für immer schloß, er, der in 25jähriger Wirksamkeit die engsten und festesten Bande zu der hiesigen Klinik, zur Landesunioersität, zur Stadt Gießen, zu ganz Hessen geknüpft hatte. Wenn wir den Lebensgang des verehrten Mannes vor unseren Augen vorbeiziehen lassen, so sehen wir das Bild einer den äußeren Formen wie der inneren Gestaltung nach ruhigen und stetigen Entwickelung. Franz Riegel war selbst der Sohn eines Arztes, des Bezirksarztes von Brückenau und 1843 in Würzburg geboren, wo er üuch das Gymnasium und die Universität besuchte. Es ist eine häufige Erscheinung, daß Söhne von Aerzten sich selbst wiederum das Studium der Medizin erwählen, und wir sind dieser Tradition dankbar, daß sie den ausgezeichneten Mann den Reihen der Aerzte beigesellt hat. Nach sechsjährigem Studium erwarb sich Riegel mit glänzendem Erfolge den Doktorgrad und die staatliche Approbation, und weilte dann auf Grund eines in Anerkennung seiner Leistungen ihm verliehenen Stivendiums ein Jahr in dem durch seine medizinische Schule weltberühmten Wien. Er kehrte bann nach Würzburg zurück, wo er zunächst als Assistent Skanronis' und Bambergers und ftiäter als Privatdozent bis 1874 weilte und wirkte. Der Frühling des Jahres 1874 brachte ihm ein doppeltes Glück, die Vermählung mit einer vortrefflichen geliebten Frau und die Berufung in einen ehrenvollen großen Wirkungskreis als Direktor des Krankenhauses der Stadt Köln. Hier entfaltete er eine große organisatorische und ärztliche Tätigkeit. Die hochangefehene Stellung, die das Bürgerspital in Köln unter den großen deutschen Kranken» Häusern einnimtnt, hat Riegel begründet. Von Köln wurde Riegel 1879 als ordentlicher Professor der inneren Medizin und Direktor der medizinischen Klinik nach Gießen berufen. Diesem Felde der Tätigkeit blieb er bis zu seinem Tode getreu. Diese einfachen Lebensumrisie, hochansehnliche Versammlung, wie viel Fleiß, Mühe und ernste Arbeit, wieviel Verzicht auf landläufige Freuden des Lebens, aber auch wie viel innere Befriedigung und Erfolge in wissenschaftlichem, ärztlichem und pädagogischem Wirken schließen sie ein 1 Fürwahr, es hätte dieses steinernen Denkmals nicht bedurft, um den Namen des Abgeschiedenen auf die Nachwelt zu überbringen. Dafür bürgt die Geschichte unserer Wissenschaft. Denn Riegel stand als Gelehrter in großem Ruf und Ansehen und war in literarischer Produktion von einer ungewöhnlichen Fruchtbarkeit. Er war für uns Jüngere ein Kliniker der älteren Schule, und doch war er als Forscher modernsten Geistes. Verdankte er seinen Lehrern, den großen Klinikern Oppolzer, Bamberger und Gerhardt eine gründliche Vertrautheit mit der physikalischen Diagiwstik und das Interesse an eingehendster Beobachtung der Ktanken, beides Kriterien der guten alten klinischen Schule, so wurde er durch den geistreichen Pathologen Stricker in Wien auf die Bahn des Experimentes in der Pathologie gewiesen, auf der unsere moderne Wissenschaft ihre größten Triumphe gefeiert hat. Die genaue experimentelle Erforschung ber Erscheinungen des Lebens unter physiologischen Bedingungen und das Studium der Abweichungen dieser Erscheinungen unter krankhaften Verhältnissen, das ist der Weg, auf dem allein wir tiefere Einsicht in die krankhaften Prozesse gewinnen und Hilfsmittel zu ihrer Beseitigung finden können. Und auf diesem Wege hat sich Riegel als ein emsiger und erfolgreicher Pfadfinder erwiesen. Dafür zeugen seine Arbeiten über die Atembewegungen des Menschen unter physiologischen und pathologischen Bedingungen, über den Einfluß des Nervensystems auf Blutnmlauf und Körpertemperatur, seine Experimentaluntersuchungen über das Asthma, seine Studien über den Einfluß der Nephritis auf den Blutdruck, seine zahlreichen graphischen Arbeiten über sonstige Fragen des Kreislaufs und vor allem seine an Ausdehnung und Vertiefung gleich ausgezeichneten Arbeiten über die Funktionen des gesunden und kranken Magens. Riegels Lehrbuch der Magenkrankheiten in dem Nothn'-'gel'schen Handbuch der inneren Medizin darf als ein ragender Merkstein in der medizinischen Literatur bezeichnet werden. An diese, hier freilich nur angedeuteten physiologisch-pathologischen Studien reihen sich noch eine große Zahl klinisch-carnistischer und pharnrako- therapeutische Arbeiten an, so daß uns vor der Vielseftigkeit des Wissens und dem eisernen Fleiße dieses Mannes Staunen erfassen «ruß. Aber hochansehnliche Versammlung, es gwt noch etwas, was jch heute, an dem Tage pietätvoller Erinnerung an den Ab°- . geschiedenen hinter seiner wissenschaftlichen Bedeutung nicht zurück- tellen kann, das ist sein Menschentum, und etwas anderes noch, was ich von dem menschlichen Leben nicht trennen läßt, das sind eine Eigenschaften als Arzt. In diesen Tagen ist ein anbmr berühmter Vertreter der inneren Medizin gestorben, der Kliniker Nothnagel in Wien, von dem das schöne Wort stammt, „nur ein guter Mensch kann ein guter Arzt feilt", und in vollem Maße traf dies Wort bei Riegel zu. Seiner Güte, seiner Bescheidenheit, seiner Liebenswürdigkeit konnte sich niemand entziehen, der ihm näher trat. Und diese schöne Klinik, vor der wir stehen, die durch übersichtliche und zweckmäßige Einrichtung dem organisatorischen Talente ihres Erbauers alle Ehre macht, sie ist gerade auch für den humanen Sinn des Verstorbenen ein beredtes Zeugnis. In den geräumigen Hellen und lustigen Krankensälen, deren jeder mit einer ins Freie gehenden Veranda versehen ist, in dem schönen, parkartigen Garten, in dem die Klinik liegt, in so mancher anderen ber Wohlfahrt der Ktanken gewidmeten Einrichtung, spricht sich eine humane Fürsorge für die Ktanken aus, wie man sie sonst nur an einzelnen opulenten Krankenhäusern großer Städte findet, wie ich sie an einer Universitätsklinik aber bisher noch nicht gekannt habe. Von der ausgedehnten und segensreichen ärztlichen Tätigkeit des Verstorbenen zu sprechen ist in diesem Steife kaum nötig. Nicht wenigen unter den Anwesenden dürste Riegel in Zeiten von Krankheft und Sorge ein treuer Helfer, Tröster und Berater gewesen sein. Allüberall int Lande begegnet man den Spuren des Arztes Riegel und überall wird sein Name mit Dankbarkeit umb Verehrung genannt. Mit feinem gründlichen Wissen und seiner großen ärztlichen Erfahrung verband Riegel einen Haren angenehmen Vortrag und eine ausgesprochene Neigung zum Lehrberufe. Und so war es nur natürlich, daß er auch ein beliebter und erfolgreicher Lehrer war, der auch 'in den Schülern das heilige Feuer,, das in ihm selbst brannte, anzuzünden verstand. Wie sehr Riegel die Unterrichtsbedingungen der medizinischen Klinik den modernen Bedürfnissen entsprechend fortzubilden bestrebt war, daftir zeugt der Bau eines physikalisch-therapeutischen Instituts, das seiner Initiative die Entstehung verdankt und demnächst seiner Vollendung entgegengeht. Und auch was wir sonst auf diesem Areal klinischer Institute vereinigt sehen, alle die großcmgelegten zentralisierten Verwaltungseinrichtungen der neuen Kliniken atmet zum größten Teil seinen Geist. An Anerkennung und Ehrungen hat es Riegel nicht gefehlt. Seine Bestrebungen zur Förderung und Hebung der klinischen Verhältnisse der Landesuniversftät fanden stets zur rechten Zeit die einsichtsvolle Unterstützung der hohen Staatsregierung, seine Stimme hatte Gewicht und Geltung in der Fakultät, seine zahlreichen Patienten zollten ihm imwandelbare Anhänglichkeit und Dankbarkeit und ein großer Kteis tüchtiger Männer, die aus seiner Schule hervvrgegangen waren, hat ihm über die Lehrjahre hinaus treue Freundschaft bewahrt. In schönster Weise trat dies bei dem Jubiläum der 25 jährigen Wirksamkeit Riegels an ber hiesigen Klinik zutage, ein Fest, an dem der Stern des Heimgegangenen noch einmal besonders strahlend auflcucktete, um dann bald darauf für immer in der Nacht zu verschwinden. Diese jähe Aufeinanderfolge des seltenen Freudenfestes, und der herben in den Tod ausmündenden Leidenszeit birgt eine große Tragik in sich. Doch wir wollen einen Trost darin suchen, daß dem Verstorbenen auf diese Weise geworden ist,, was schon so mancher sich gewünscht hat. Er fand in den Sielen sein Ende, aus voller Schaffenskraft, nicht , sich selbst in langsamer Minderung der Ktäfte überlebend, ging er hinweg. Und in der Erinnerung aller, die ihn verehrten und liebten wird er so dastehen, als der tatkräftige rastlos wirkende Mann mit der geraden Haltung und dem geistvollen dnrchgearbeiteten Gelehrtengesicht, so wie ibn der Künstler hier in dem trefflichen Bildnis dargestellt hat. Könnte er sie doch selbst empfinden, die Weihe dieser Stätte und die mächtige Wucht dieses Jahrtausende alten Felsblockes, von dem aus er hinübcrschaut auf seine Klinik. Ihm, der stets nur anderen gegeben hat, bleibt auch dies versagt. Aber für uns ist dieser Eindruck ein versöhnender, und erhebender, und alle die Tausende, die in kommenden Generationen die Wege dieses Gartens wandeln werden, wird dieser Stein Hinweisen 'ans den geistigen Schöpfer und ersten Leiter dieser Klnnk und er wird zugleich in stummer und doch beredter Sprach« durch die Form seiner Erscheinung, durch seine Schlichtheit und Größe, eine treffende Charakteristik des Mannes geben, dessen Manen er geweiht ist. Vermiete»* • „Wichtig für Hingerichtete!" In amerikanischen Zeitungen erscheint eine Annonce mit der einladenden Ueber- schrift: »Wichtig für Hingerichtete!" Ein Mann verspricht darin, jeden „Eletrocuted", das heißt durch Elektrizität Hingerichteten, gegen vorherige Auszahlung von 1500 Dollars ins Leben zurückzurufen. Der Wunderdoktor behauptet, es liege nur Scheintod vor, da kein Organ verletzt sei, und bietet seinen „Kunden" völlige Garantie. Da der Tod die höchste zulässige Strafe ist, diese aber an dem Delinquenten vollzogen wurde, so wäre der Mann nach seiner Wiedererweckung völlig frei. Ob die ganze Sache an den 1500 Dollars scheitert, da die Delinquenten sich nicht immer gerade aus begüterten Kreisen rekrutieren, bleibe dahingestellt; jedenfalls haben bis jetzt die Gerichte noch keinen Grund gehabt, sich mit dieser Sache praktisch zu beschäftigen. • Zerstreut. Ein Professor hält eine Vorlesung vor, leeren Bänken. Plötzlich bemerkt er dies, klappt sein Buch zu und ruft: „Daß niemand zu meiner Vorlesung hier ist, ist schon bedauerlich, aber daß mich auch keiner meiner Zuhörer darauf aufmerksam macht, ist geradezu empörend!" * KleineTaqeschronik. In Malterdingen (Baden) ist bei einem Brande der 8 jährige Sohn des Schuhmachers Daqes in den Flammen umqekommen. — In Mailand drangen 5 Männer nachts in die Wohnung des Admirals Mirabello ein und verletzten einen Bruder des Admirals durch Stockhiebe. Durch eine Ordonnanz wurden die Einbrecher verjagt. Einer wurde verhaftet. — Zu dem Säbelbuell, bas vor wenigen Tagen in Karlsbad zwischen bem Sportsmann A. von Pechy und bein Hufaren-Rittmeister Reszeviczy ftattgesunden hat unb wobei Pechy verwunbet würbe, wirb Folgenbes bekannt: Ursache bes Duells war ein Rencontre bes Herrn von Pechy mit bem Prinzen von Bourbon. Im Verlauf eines Wortwechsels fühlte sich ber Prinz beleibigt. Er warf Herrn von Pecby feinen Hcmbfchuh ins Gesicht. An Stelle bes Prinzen trat als Duellant ber Rittmeister Besze- viezy. — In Paris würbe ber aus ber Panamaangelegenheit bekannte BankierArton heute Morgen in feinem Bureau t o t aufgefunben. Nach Feststellung ber Polizei vergiftete er sich. — In Trient ist ber Lanbtagsabg. Dr. Guiseppe D o n a t i d o n seinem SS ruber Silvio ermorbet worben. Der Tater würbe verhaftet. — In E s st e b t bei Garbelegen würbe ein 14jähriger Hütejunge von zwei Fohlen aus bem Wege zur Weibe t o t g e s ch l e i f t unb furchtbar verstümmelt. — Auf einigen Inseln im persischen Golfe ist bie inbifche Pest aufgetreten. Ter Dampferverkehr zwischen Buscher unb Bahrein ist zeitweilig eingestellt. Die Quarantäne ist angeorbuet. — In © p a n b a u würbe ein Vizefelbwebel vom 5. Garbe-Regiment verhaftet, weil er verbächtig ist, einen größeren Posten Hafer unterschlagen zu haben, ber bei bem Brcmbe im königl. Proviantamt in Soänbau geborgen würbe. Äerichtslacrt. Dortmund, 17. Jftli. Der seit dem 4. d. M. vor der ersten Strafkammer des hiesigen Landgerichts verhandelte Prozeß des früheren Kommandeurs des ersten württembergischen F-eld- Artillerie-Regts. „König Karl" Nr. 13 in Ulm, Oberst a. D. Hüger ist der Vertagung anheim gefallen. Der Angeklagte war heute nicht erschienen und sein Verteidiger legte zwei Llttcste vor, wonach es Hüger wegen nervöser Ueberspannung unmöglich sei, sich den Anstrengungen der Verhandlungen weiter auszusetzen. Hüger hat schwere Anschuldigungen gegen die höchsten militärischen Stellen in zwei Broschüren erhoben. Nach seiner Verabschiedung gab er eine Schrift heraus unter dem Titel: „Meine Erlebnisse in der Militärrcchts- und Ehrengerichtspflege" Ihr folgte 1904 eine zweite, jetzt unter Anklage gestellte Broschüre: „Wie cs meiner Petition im Reichstage erging". Nach Hügers Darstellung soll dieser Kampf verursacht worden sein durch ihm feindlich gesinnte Offiziere, die bei seinen dmkten Vorgesetzte«! bis hinauf zum kommandierenden General bei den gegen Hüger gerichteten Maßnahmen eine wirksame Unterstützung fanden. Hüger selbst bezeichnet seine Angelegenheit als „eine Art von Dreysus- Affäre", mit der sie, wenn auch in bescheideneren Grenzen, vielfach große Aehnlikcheft habe. Oberst Hüger verfolgte sein vermeintliches Recht mit größtem Nachdruck und unermüdlicher Ausdauer. Er versuchte sogar, allerdings erfolglos, durch Vermittelung des Erbgroßherzvgs von Baden, kommandierenden Generals , des 8. Armeekorps, zwecks Erwirkung von Recht und Genugtuung direkt an den Kaiser heranzutreten. Da er durch die Verhandlungen jetzt dermaßen seelisch und körperlich mitgenommen ist, daß der Prozeß zur Zeft nicht weftergeführt werden kann, so ist an- zunehmen, daß die Angelegenheit erst nach den Gerichtsferien, etwa im Oktober ihren Ausgang finden wird. Berlin, 15. Juli. Gra 5 Pückler - Klein - Tschirne sollte heute vor der 1. Strafkamme r des Landgerichts 2 erscheinen, um sich wegen einer Rede zu verantworten, die er in Bernau gegen das Judentum gehalten hatte. Er war indes bei Namensaufruf nicht anwesend. Das Gericht beschloß, einen neuen Termin anzuberaumen, zu dem Pückler vorgefuhrt werden soll. Ein Dr. med. bestraft, weil er sich Dr. med. nannte. Der Dr. med. Sagan in Berlin sollte den § 147 der Gewerbeordnung übertreten haben, weil er, ohne approbiert zu sein, sich einen arztähnlichen Titel beigelegt habe, der geeignet sei, den Anschein zu erwecken, als haiidlc es sich um eine staatlich approbierte Medizinalperson. Der Angeklagte hat Medizin studiert und auch den Titel Dr. med. erworben, hat aber, nicht das medizinische Staatsexamen gemacht. Er leitet in Berlin die Naturheilanstalt von Grundmann. Er hat sich nun Dr. med. und in Verbindung damit „praktischer Naturheftkundiger", sowie auch Leiter der genannten Naturheilanstalt genannt, wobei zugleich die Sprechstunden angegeben waren. In dieser Verbindung sah das Landgericht im Gebrauch des dem Angeklagten an sich zu- kommenden Titels Dr. med. die Beilegung eines arztähnlichen Titels gemäß § 147 der Gewerbeordnung und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe. Angeklagter durste sich mit Fug und Recht Dr. med. nennen, nicht aber in dem hier gebrauchten Zusammenhänge, denn damit wurde der Glaube erweckt, er sei eine staatlich geprüfte Medizinalperfon. — Das Kammergericht verwarf die hiergegen eingelegte Revision des Angeklagten. Die Frage, ob sich jemand einen arztähnlichen Titel beigelegt habe und ob dieser geeignet gewesen sei, beim Publikum den Glauben zu erwecken, es handele sich um eine staatlich geprüfte Med-izinal- pcrson, sei im wesentlichen tatsächlicher Natur. Wenn das Landgericht dies hier feststelle unb dabei berücksichtige, daß sich Angeklagter genannt habe: Dr. med., praktischer Naturheilkundiger, und daß die Sprechstunden angegeben gewesen seien, dann sei es von keinem Recbtsirrtum ansqeaanaen. Zpielplmr der vrrrimqten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 18. Juli, abends halb 7 Uhr: „Lohengrin." Mittwoch den 19. Juli*): „Der Obersteiger." Donnerstag den 20. Juli: „Tas Nachtlager in Granada." Hierauf: Ballet-Diver- tissement. Freitag den 21. Juli: „Tas Schwalbennest." Samstag den 22. Juli: „Carmen." Sonntag den 23. Juli: Neu einstudiert: „Aida." Montag den 24. Juli, abends halb 8 Uhr: „Alessandro Stradella." •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Landwirtschaft. = Vom Raiffeisen-Verband. Nach der Erstattung und Genehmigung des Jahresberichts der Landwirtschaftlichen Central-Tarlehenskasse für Deutfchland auf der Generalversammlung in Nürnberg wurde folgender Auttag eines Vereins angenommen: Unter dem Ausdrucke des vollen Vertrauens gegen den Vorstand der Central-Tarlehenskasie für seine im vorgelegten Jahresberichte gezeigte Offenheit spricht die Generalversammlung die Bitte ait§, der Vorstand möge nicht durchaus sichere Geschäfte in Zukunst vermeiden und etwa drohende Verluste den Einzekgenoffenschasten zur Kenntnis bringen. — Ferner wurde em Antrag angenommen des Inhalts, die Vorstandfchaft und den Aufsichtsrat zu ersuchen, Mittel und Wege zu suchen, aus welche Weise die Schädigi,ng der kleinen Vereine infolge Nichtzahlung einer Divibende möglichst ausgeglichen werben kann unb ber nächsten Generalversammlung hierüber Bericht zuerstatten. Märkte. Gießen, 18.Juli. Marktbericht. 2luf heutigem Wockrenmartt kosteten: Butter pr. Pfb. 1.10—1.20 Ä, Hühnereier 1 St. 6—7 Vfg. 2 Stck. 00—00 Vfg., Gänfeeier 15—OO Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf.,' Kasematte 2 Stck. 5—6 Psa. Erbsen pr. Liter 21 Psg., Linsen pr. Liter 32 Dfg., Tauben pr. Paar 0,80- 0.90 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 M., Gänse vr. Pfb. 55—65 Pfg., Ochfenfleisch pr. Pfimd 70—80 Psg., Kuh- unb Rinbfleisch pr. Psunb 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Psunb 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfb. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,50—8,00 Mk., Zwiebelnpr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00—00 Psg., Kirschen pr. Psd. 20—25 Psg. Zwerchen per Zentner 0.00-0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 big. 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 7—1 Uhr. Temperatur der Lahn und der Luft am 18. Juli 1905. Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 181/,0, Lust 18° R. M ü l le r'sche Bade- und Schwimmanstalt. ^ursherscht. Frankfurt a. M.. 3Ve°/o Reiohaanleihe . . 101.15 3% do. ... 90.30 8V,°/v KonsolB .... 101.40 tyd . • en • * ’ xowwsn'Ul- Bank . > Bank . • gandelBg«- jtaatobaho. >n • • »ata < ' ' , 135 25 . 123.90 ,20700 J89.00 143.60 ' 156.00 ' 16980 ' 143.80 ' 18.30 ' 261*00 *248.70 21970 ' 100.65 Nach bet Erstattung : LandwirtschMchen : Generalversammlung Vereins angenommene i gegen den Vorstand hegten Jahresbericht! rmiung die Bitte Ke/chäste in Zutuns! Qin}eigenofjen]i$ixt Lvtrny, oxv^ommti, W§TQt w ersuchen, \t die Schädigung der Tividende möglichst ; Generalversammlung « Aadttheattt. t Uhr: »Lohengrin.' r. Donnerstag den leraus: Ballet-Twer- albennest." Samstag suli: Neu einstudiert: 8 Uhr: »Alessandro g ,.95«» k*”’'Zürich. Selbst! s--L-h.°K ffizielle ' 96.80 •sSs 1*8-5 5arch £ *14$ Utfln Vorgefühl kh7LF FS R*isusS /[p arztahnlichru S ierurteiIte ihn tSMUnb Recht «Itteme staatlich EvervarfZ ^klagten. Ar Al beigelegt habe Ärkum den Glauben '«fteMedüL ^Wenn das Zand, '^tzsichK. 's Noüirherlkundign, eien seren, dann sei heutigem Wochenmarll rmier 1 St. 6-7 A teneier 6-7 Big-, Käse Grölen or. Liter 21M, 0.SOMk,MnerM nsk., Enten pr. Stu« )chsensteisch vr. W» Mm, Sch« i, gesalzen, pr. W> «tnSS w per Zentner Ob,r t-lUbr. ____ der Luft )tn 12 und 1 Uhr. nb Schwimmanstalt^ 6) ro er er e o - "31 c. S er* c 5 es 5 3 er o a es o r. O c 5 O "r s er o 5 C5T ” ? © Ht er Cr , <~~~< 3 3 sä’ 2p & er «0 CT 3 tn « CD o — er . ' r-r L- <=< 3 » 22. Q« O er Sd "3" ° ° 3 3 S 33 esr %>3 O Or 5=8» SS 3 5 S5«g r* ni n r* U « 1 % X5® O 3. 53 <ä O 3 •- 0=3 D Pg =: = « - g = co er ° x\ "iS er «t- ~ G _ö §1 53 G/" CD O O< SS a 8 » D- . 3 D- tib a § o "er? -er e> S rt> 3 O -5T a^ % 2 Ou ° H .&2. 3 »= üb a § co 3 üö 3 CD er >3 vv CD C ©’ CD ro 3 6) a 3 s» 3 5 «—B o 2 rs r» CB O e-* et 3 CD er <0 CD er CD en 3 er cb 3 o, ^co «a er 5 w >u> ’o= *D 3* 3 ro er ro 03 "32 D O o» es 3 - D- 3 er K D CD 3 «a -e n> et er o «■frh => _ 3 « 3 Or r» 3 03 #*- O tS CD <Ö< 3 CD -33 CO 3, s er <Ö* 3 CD €> G cr ß-iS rt> GS 5 3 Z @CD A 3 Cfl *^a 69^ 03 CD a 3 D (?) u 8 ^2.0 yx 03 DO er 3 co ÖÖS 2 69 ÖD «2- re Lv a s K2' 2T-S. 5 es re - 69 Cb 0=2 d Gi 3 D 2 ö 8 3 CD V S ©t Cti D Ä 3 52 VS Iv L- 2 3 iS CO 69 es® 'S © ä» 62 m 2_a Cb tib 52 H Cb CD LV re cv 3 y re © 3 3 cd § <Ä a s<‘f Z'-Zl 0 ra 3 = a D ff D er u vv ess. D <» 3« Lv D 3 tS"-D_ "a >=3 7 h - Z*r^£cÖ> 3, o Hb" *1 er er a 3 3 3 3 v» - <58 3 Öb 3 LV LV 3 öb 3 (?) (?) <58 3 «v «b üb CD (?) D- n D 0? 3 - tO 3 CD An die Einwohnerschaft Giessens. Für alle Beweise des Wohlwollens und Entgegenkommens vor wie während des Festes, insbesondere (ür die Mitwirkung am guten Gelingen desselben und nicht minder für die prachtvolle Schmückung der Häuser sagen wir aEEerBsestere Eanfc. Der* Festausschuss I. L.: Helm. Die ElommaracBos der beiden freiw. Feuerwehren Lindenstruth. Wigandt. □ Inventur-Verkauf 8506 Zurückgesetzte Stoffe und Reste zu bedeutend ermässigten Preisen. Grösste Auswahl In Herren -Anzagstoffen. Tuchgescliiift gegründet 1827. Louis Treff & Co. Walltorstrasse 17. 8769 s -MK 9 i Praktiziere jetzt im Neubau Plockftraße 7 Nähe Seltersweg. Schwalm, Zahnarzt LL ßoü Lchh-nskn L » Großh. Hess. Kurhaus mit DkpkNdMttll Ä g Hrrrlich«, abfohd ruhige n. geschützte Lage inmitten der schönsten g | Parkanlagen a tn unmittelbarer Rübe deS VradirhauseS u. der I 1 QueSen. Eoolbüder im Hause. Anerkannt vorzügl Verpflegung. 8 Prospekte u. LnSkunst durch b. Inhaber F. 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