Dienstag 18. April 1SV8 Nr. SÄ Erstes Blatt. s gewiß. * 155. Jahrgang Eure Exzellenz sind krcrft Ihrer Stellung genötigt, bei Ihren Entscheidungen auf Momente hochpolitischer Natur Rücksicht zu nehmen, die außerhalb der Interessensphäre der Universitäten gelegen sind. Auch dafür haben die Studenten, und, gerade die besten unter ihnen, ein feines und sicheres Gefühl. Sie wünschen mit uns Professoren, und haben dies offen ausgesprochen, daß wenigstens in Bezug auf ihr studentisches Leben derartige Erwägungen den Universitäten fcrngehalten werden; dies ist möglich, wenn das bisherige Selbstbestimmungsrecht den Universitäten erhalten bleibt und damit ihr sitt- liches Verantwortlichkeitsgefühl auch außerhalb der wissenschaftlichen Forschung und Lehre. Denn so notwendig auch uns eine Oberaufsicht des Staates über die Universitäten erscheint, um den Gefahren einer zu weit gehenden Pflege korporativer Interessen vorzubeugen, so wesentlich erscheint es anderseits für den Flor unserer Universitäten, daß ihnen die historisch bewährten Reste ihrer alten Selbstverwaltung, nicht verkümmert werden. Wenn in wichtigen Augenblicken nationalen Lebens entscheidende Impulse von den deutschen Universitäten ans- gegangen sind, so war dies möglich, weil sie — trotz ihrer Eingliederung in den großen staatlichen Organismus — nicht bloße Unterrichtsanstalten und abhängige Behörden geworden, sondern wirkliche Kvrporationen geblieben find mit einem kräftigen Gemeingefühl und mit einer gewissen Autonomie, wie sie zur Erfüllung ihrer ethischen Ausgaben unentbehrlich ist. Dieses vom „Hann. Courier" zuerst veröffentlichte Dokument, das dem Minister des Königs gibt, was des Ministers ist, ist in seiner entschiedenen, und darum außerordentlich erquickenden Tonart geeignet, dem Herrn Dr. Studt die lange fest geschlossen gehaltenen Augen zu öffnen und ihm klar zu machen, welcher Wind auf Deutschlands hohen Schulen Gott sei Dank noch immer weht, ein Wind, der berufen ist, alle Feiselungsversuche des akademischen wie des Staatsbürgers kraftvoll zu hemmen. Balkanfrieden als das Fürstentum? Und es kommt nicht darauf an, ob Oesterreich-Ungarn und Rußland geneigt sind, diese Fragen zu bejahen, sondern wie der Sultan als Suzerän Bulgariens sich zu ihr stellt. Der Sultan aber ist, wie aus einer Konstantinopeler Zuschrift der „Kreuzztg." hervorgeht, der Meinung, daß durch die Verwandlung Bul* gariens in ein Königreich dem Balkanfrieden nicht nur nicht gedient, sondern ein Anlaß zur Eifersucht für die benachbarten Länder geschaffen und der Nationalitätenhaß verschärft werden würde. Erst wenn es dem Fürsten Ferdinand gelingt, den Sultan umzustimmen, ist ihm also der Königstitel Vergebliches Bemühen. Fürst Ferdinand von Bulgarien wird wohl auch in diesem Jahre nicht ans Ziel seiner Wünsche gelangen. Die wiederholten Rundreisen an die europäischen Höfe sind Versuche mit untauglichen Mitteln, Bulgarien in ein Königreich zu verwandeln, so wenig irgend eine Macht dem Fürsten den Königstitel mißgönnt. Abgesehen natürlich von der Türkei. Im Grunde kann aber auch bei ihr weniger von Mißgunst als von kühler Erwägung der politischen Konsequenzen die Rede sein. Die Frage ist einfach: Bietet ein zum Königtum erhobenes Bulgarien bessere Bürgschaft für den Nolitische Tagesschau. Marokko. Der Pariser „Malin" behauptet in einer ossiziösen Mitteilung, daß ein Meinungsaustausch zwischen Frankreich und Deutschland über Marokko begonnen habe. Frankreich habe niemals beabsichtigt, irgend welche Rechte oder wirtschaftliche Jnteresien anderer Mächte in Marokko zu schädigen. Die französische Regierung sei bereit, alle Zweifel hierüber zu verscheuchen. — Die Pariser Meldung eines Berliner Blattes jedoch, wonach der französische Botschafter in Berlin, Bihourd, am Freitag eine längere Unterredung mit dem Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes, Dr. v. Mühlberg, über die marokkanische Frage gehabt hätte, ist nach der „Natztg." unzutreffend. Wohl sei es möglich, daß eine solche Unterredung bevorstehe. Der „Tägl. Rundschau" wird von zuständiger Seite mitgeteilt, es sei bis jetzt nichts weiter erfolgt, was geeignet wäre, die Erörterung über Marokko in ein neues Stadium zu bringen. Demgegenüber erfährt unser Berliner ^-Korrespondent von einer Seite, die er für wohlunterrichtet hält, daß eine Wendung in der Angelegenheit unverkennbar eingetreten sei, und zwar nach der Richtung hin, daß Minister Delcaffö seine mysteriöse Zurückhaltung aufgibt und der deutschen Regierung Erklärungen über die Marokkopolitik Frankreichs unterbreiten will. Daß dies in nächster Zeit geschehe, könne als sicher angenommen werden. Die „Rordd. Allgem. Ztg." schweigt noch. Daß das offiziöse Blatt zu den verschiedenen Meldungen keine Stellung nimmt, kann auch als ein Anzeichen dafür betrachtet werden, daß man im Berliner Auswärtigen Amt die Erklärungen Delcasse's erwartet. Erste Lesungen. 9L Berlin, 17. April. Im Hinblick auf die Verzögerung der Fertigstellung der MilitärpensionsNovelle wird Klage darüber geführt, daß die erste Lesung von Gesetzentwürfen im Reichstag allgemein an Bedeutung verliere, da der Grundgedanke des parlamentarischen Systems, in der ersten Lesung eine gewisse Verständigung über die leitenden Bestimmungen einer Vorlage herbeizuführen, nicht mehr gebührend beachtet werde. Es ist richtig, daß namentlich beim Zentrum die Taktik sich eingebürgert hat, bei der ersten Lesung sich möglichst unverbindlich auszndrücken. Mit Bezug auf die Militärpensionsnovelle aber trifft das nicht zu. Sie ist gerade auf den Wunsch des Zentrums nicht einer besonderen, sondern der Budgetkommisston zugewiesen worden, weil die ausschlaggebende Partei hinsichtlich her Deckunosfrage klar sehen wollte, und dieser finaiisiellert Rückfragen wegen erfolgt aller Wahrscheinlichkeit nach die Vertagung der Entscheidung über die Militärpensionsgesetze bis zum Derbst. Im großen und ganzen aber ist die Klage begründet', daß die ersten Lesungen im Reichstag jetzt kaum mehr bedeuten als ein zeitraubendes Vorspiel zur eigentlichen, in der Kommission beginnenden parlamentarischen Arbeit. gendes besagt: Eure Exzellenz haben durch hobm Erlaß vom 16. März d. I. jerfügt, daß bis auf weiteres die Bildung von neuen Studen- ten-Aus schuss en sowie der Erlaß von neuen und alle Abänderungen von bestehenden A u s sch u ßsatz un g en von Eurer Exzellenz Genehmigung abhängig fein sollen. Wenn wir uns gestatten, gegen den Inhalt dieses Erlasses in Ehrerbietung vorstellig zu toerben und Eure Exz. hiermit zu bitten, die ohnedies nur bis auf weiteres ergangene Verfügung alsbald wieder aufzuheben, so geschieht es aus gewichtigen Grnnom. Denn wollten wir lediglich unser Interesse als verantwortliche Behörde ins Auge fasten, so könnten wir diese Neuerung mit Freuden begrüßen; es wäre sicher für uns bequemer, alle Verantwortlichkeit für die Neubegründung itudentischer Ausschüsse und für den Inhalt der Ausschußstatuten auf die vorgesetzte Behörde abzuwälzen, als selber gegenüber ^er Oesfentlichkeit die Verantwortlichkeit dafür zu tragen. Mer hier kann es sich nicht um solche untergeordnete Erwägungen handeln, hier kommen andere und wichtigere Interessen in Betracht. Zunächst müssen wir es aussprechen, dav der gegenwärtige Zeitpunkt als nicht wohl geeignet fnr die Einführung irgend einer Neueriing auf dem fraglichen Gebiete erscheint, und in der Tat hat der hohe Erlaß in den Kreyen der Studentenschaft sehr v e rbjtternd ^wirkt. Es wird Euer Exzellenz nicht unbekannt geblieben fern, und wir fühlen uns verpflichtet, freimütig darauf hmzuwepen, daß. die Studentenschaft gegenwärtig von einem tiefcn Mißtrau en gegen das hohe Un terrichtsmini ft e r.i um erfüllt, ist. Es steht uns nicht zu, an den auf anderen Universitäten und Hochschulen stattgefundenen Ereignissen Kritik zu üben, aber leider laßt ich nicht verkennen, daß die Studenten seitdem m allem, was von der Ministerialmstanz ausgeht, cme beabiichttgte Schmälerung ihrer Rechte und eme willkürliche BeeiN- rächUgung ihrer Bewegungsfreiheit erblicken. . . C /weh für die Zukunft können wir nur den dringenden \^rerhen das bisherige vertrauensvolle Verhältnis Behörde und der Studentenschaft im» an getaner su uchu ig März nicht berührt werde, trtl ob^d"'r^Unt-rfthftd gegen den früheren Zustand eben ledig- tt» taMW W d - akademische Behörde, betör sie einen sLiÄuß anerkennt oder eine ISuer ErzeNcnz Zustimmung hat, alw tteuer un* CpSiffGcfi ein ^utcruum der beiden Instanzen iei. zioer uct tal-r Unterschied qegeniAr rhrer b^-S-n R°chts,t°Mmg und iie°ähre°Auzschüsse >a auch ’oT) tu j ed c %o’rau” Agangmen diese Stimmung A^ch. Dm» di^Swdenten. schäft einer Universität weiß, daß bie akademisch- Br Hord yr besonderen Wünsche, Gewohnheiten und Interessenkennr. . . . Aus diesem Gebiete jedenfalls sind wir Professoren nicht die als unpraktisch verschrieenen Theoretiker, fontern recht eigentlich bie Praktik", und so dürfen wir uns der Hofsnmm hmgchm, daß'Eure Exzellenz uns wie bisher die entscheidende stimme belasten werdr. Was man in Holland wünscht. Die Sorge der holländischen Regierung vor der B e», drohung des ostindischen Kolonialbesitzes durch die gelbe Rasse nimmt sich eigentümlich aus gegenübev der Tatsache, daß Holland für die wirtschaftliche Betätigung! bie Sunda-Jnseln den Farbigen seit Jahr und Tag lieber öffnet als den Weißen. Ganz besonders ungern sind dort die Deutschen gesehen, die ihr Kapital in den holländischen: Kolonien arbeiten lassen wollen. Herr v. Hanneken, der, „vielgenannte Kenner" der ostasiatischen Welt, macht auf diese« seltsame Erscheinung aufmerksam, und er meint mit Recht, daß Holland alle Veranlaffung hätte, das zivilisierte Europa auf den Sunda-Jnseln interessiert zu wiffen, da Holland- allein weder im stände ist, diese Kolonien zu entfalten, noch sie zu verteidigen. Hinter idem die Neutralität der niederländisch-indischen Gewäffer schützenden Geschwader steht eben nicht ein Staat, besten politische Machtstellung eine in Ost- asien kriegführende Partei zwingen müßte, die neutrale Zone zu respektieren. Holland ift in solchem Fall auf die Unter», stützung durch dieselben europäischen Mächte angewiesen, beneit es wirtschaftlich keinen Platz an feiner Kolonialsonne ein») räumen will. Für Deutschland ist es von besonderem Jn-j teresse, daß ein niederländischer Kolonialschriftsteller der Re-^ gierung im Haag anrat, in Ostasien ein Schutz- undi Trutz bündnis mit dem stammverwandten Deutschland HU schließen, weil dieses die einzige im fernen Osten isoliert" dastehende europäische Großmacht sei, die überdies gleich Holland in absehbarer Zeit eine Bedrohung durch die gelbe Raste gewärtigen müsse. Wirtschaftlich also soll Deutschland sich auf den Sunda-Jnseln nicht betätigen dürfen, soll es sich hinter den Gelben zurücksetzen lasten, die man in unbegreiflicher Kurzsichtigkeit in die holländischen Kolonien hereinzietzt, weil sie billige Arbeitskräfte stellen. Politisch aber wird Deutschland angesonnen, sich zu Gunsten Hollands auf eine Bundes» genossenschaft zu verpflichten, deren Kosten im Ernstfall von Deutschland getragen werden müßten. Auf ein derartiges Geschäft wird sich Deutschland natürlich nicht einlasten, auch aus dem Grunde nicht, weil seine politisch streng neutrale Haltung es am ehesten vor der Möglichkeit schützt, in ostasiatische Konflikte tzereingezogen zu werden. Ein Schutzbündnis mit Holland würde Deutschland nötigen, die Flottenstation in Ostasien ganz unverhältnismäßig zu verstärken, nur damit Holland seines ertragreichen Kolonialbesitzes sich ungestört weiter erfreuen kann. Der absatzlose Lederschuh de8 Fürsten Kotschoubey. Man wird sich noch erinnern, daß vor kurzer Zeit bet russische Fürst Kotschoubey wegen Mißhandlung eines Dresdener Hotelportiers von dem Dresdener Gericht z-u cinep höheren Geldstrafe verurteilt wurde. Diese Verurteilung hatte der „Simplicissimus" in einem Artikel satirisch behandelt. Er erhielt daraufhin von dem Dresdener Rechts- anwalt Justizrat Tr. Thürmer das folgende Schreiben: „In der Nummer 48 des 9. Jahrganges Ihrer 3eit* schrift findet sich auf der 4. Seite unter der Ueberschrist: „Sächsische Richter haben folgendes Urteil gefällt", dep angebliche Wortlaut diefes Urteils und darin unwahre. Angaben über den russischen Fürsten Kotschoubey. Eine ebenfalls unwahre Angabe ist ferner in der Nummer 49 desselben Jahrganges auf der 6. Seite inbezug miß den Fürsten Kotschoubey enthalten. Im Auftrage deZ Fürsten Kotschoubey ersuche ich Sie in Gemäßheit des § 11 des Preß gesetzes um Aufnahme folgende^ Berichtigung in der nächsten Nummer Ihrer Zeit* schrift an entsprechender Stelle: Es ist unwahr, daß Fürst Kotschoubey in einer^ Dresdener Hotel den „Simplicissimus" verlangt habe^ letzterer ist ihm vielmehr von dem Portier unaufgefordert übersendet worden, obwohl er nur namhaft gemachte» Tageszeitungen bestellt halte. Es ist ferner unwahr, daß; Fürst Kotschoubey den Portier in sein Zimmer gelockt habe und daß letzterer schwächlich und alt sei. Der Portier ist vielmehr 37 Jahre alt und in voller Manneskraft. Er hat auch nicht todkrank lange Wochen im Spital gelegen., Tie ihm vom Fürsten Kotschoubey zugefügte Körperverletzung hat ferner nicht in Fußtritten gegen den Leib' des Portiers bestanden, vielmehr in einem einzigen Fußtritt gegen den Hinteren linken Ober-^ jchenkel, wobei der Fuß mit einem absatzlosen; leichten L e d e r s ch u h bekleidet war." Die Redaktion des „Simplicissimus" sandte dem Jnstiztz rat Dr. Thürmer darauf die folgende Antwort: „Aus Ihrem Briefe entnehmen wir zunächst.mit Vev< gnügen. daß der Portier Müller sich noch im Besitze seiner! vollen Manneskraft befindei. Ihre Schilderung der Mißhandlung hat uns ,eh beruhigt. Es scheint sich also nur um einen kleinen Scyerz mit Juchtenstiesel', Orietiet tLgltch „ «ez«g»pr-i»r, außer Sonntag». "*onallich7b^viertel*- Gietzener Anzeiger £ e,nefc Eenem!-Aimmer w ^Etxcktton, Orr*hitum J den polit und u »e^u «B'S“ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WMZ KernsprechanschlußM bl. _____________________________V ’ _ ^enteil: Hans Beck 5le Keutige Kummer umfaßt 10 Seiten« Aeue,akademische Kämpfe. Rektor und Senat der Königl. Technischen Hochschule zu Berlin haben, wie wir bereits kurz mitteilten, am schwarzen Brett eine Kundgebung erlassen, die wir im folgenden wörtlich mitteilen: „In Ausführung des Beschlusses der allgemeinen Studenten- -iwsammlung vom 7. März d. I., durch welchen den bei der hiesigen Hochschule befindlichen, von der akademischen Behörde genehmigten katholischen Verbindungen Burgundia und Borusso-Saxonia die Rechte und die Achtung als studentische Korporation versagt wird, hat der Ausschuß, als Vertreter der Studentenschaft, die vorbezeichneten Verbindungen von den Einrichtungen des Ausschusses ausgeschlossen und aus der Liste der angenreldeten Korporationen gestrichen und ihnen zugleich eröffnet, daß sie zu den Veranstaltungen der Studentenschaft fernerhin nicht mehr eingeladen werden. In diesem Ausschlüsse der konfessionellen Korporationen von den Einrichtirngen des Ausschusses und in der öffentlichen Verrufs- erllärung erblickt der Senat eine um so ernstere Störung des akademischen Friedens und der D i s z i p l i n an der königlichen Technischen Hochschule, als der Ausschuß ein dem Rektor unter dem 22. Februar gegebenes Versprechen damit gebrochen hat. Rektor und Senat haben daher in ihrer Sitzung vom 14. April beschlossen, die Vereinigung der Studierenden der königlichen Technffchen Hochschule ckuf- zu lösen. Die weiteren Bestimmungen zur Ausführung dieses Beschlusses werden vom Rektor erlassen." Um was für ein im Februar gegebenes, angeblich gebrochenes Versprechen es sich hier handelt, geht aus diesem Anschläge des Rektors nicht hervor. Die plötzliche Beseitigung des Ausschusses, der seit Jahrzehnten besteht, bedeutet eine Störung der laufenden Geschäfte zur Verwaltung studentischer Angelegenheiten. Beispielsweise besorgt der Ausschuß die Verwaltung der offiziellen studentischen Krankenkasse der Technischen 5)>ochschule mit ihren 4(X)0 Mitgliedern. Der Ausschuß ist mitten in den akademischen Osterferien aufgelöst worden, sodaß die Studentenschaft der Hochschule in ihrer Gesamtbeit zurzeit gegen die Auslösung nicht Stellung nehmen kann. Einstweilen ist, um die nicht zu der katholischen Burgundia oder zu der katholischen Borusso-Saxonia gehörenden Studenten nicht unvertreten zu lassen, die Bildung eines Verbandes der Korporationen im Gange, dem sich etwa 30 Korporationen anschließen werden. Es ist Zeit, daß das Verhältnis der Studierenden zu jen Anstalten in Preußen, die sie besuchen, durch feste gesetzliche Normen geregelt wird. Inzwischen aber hat die unverkennbar systematische Beschränkung der akademischen Freiheit durch das Ministerium des Geistes in Berlin zu einem energischen Vorstoß von sehr bedeutsamer Seite ge- führr. Rektor und Senat zunächst einer preußischen Universität, aber derjenigen, an der die Wahrung geistiger Freiheit und sittlicher Verantwortlichkeit ein besonderes Ruhmesblatt ihrer Tradition bildet, der Universität Göttingen, haben an den preuß. Kultusminister eine nicht mißzuverstehende Eingabe gerichtet, die im wesentlichen fol- cb e n gehandelt zu haben. Sie hüben Recht, wir verstehen Müller auch nicht. Wohin soll das kommen, wenn sächsische Untertanen nicht einmal mehr mit absatzlosen Lederschuhen getreten werden dürfen? Noch dazu auf den Hinteren linken Oberschenkel, also eine ziemlich unanständige (Zagend. Man sollte meinen, daß russische Fürsten verlangen können, daß ihnen dieser minderwertige Körperteil anstandslos preis gegeben wird. P. S. Sie können -Vfrrcn Mandanten beruhigen; wir bringen mit Vorliebe Witze gegen russische Fürsten und werden auch diese Erklärung gerne abdrucken. Wenn Ihr Mandant ein Freund von Veröffentlichungen ist, soll er diesmal seine Helle Freude daran haben." Ob Fürst Kotschoubey und sein Rechtsanwalt jetzt befriedigt sind? 51 rrsland. London, 17. April. Vor Roosevelts Abreise aus Washington fand nach einem Telegramm der „Morningpost" zwischen ihm und dem deutschen Botschafter Vorbesprechungen übereinen neuen deutsch-amerikanischen Handelsvertrag statt. Baron Speck wies darauf hin, daß mangels eines entsprechenden En t g e g en k o m in e n s der Vereinigten Staaten Deutschland als ihr beiter Kunde vermöge der Zollsätze des neuen Tarifs ihrem Exporthandel tätliche Wunden schlagen werde. Ter Präsident habe diese Gefahr anerkannt und sich gleichfalls bitter über die Haltung des Senats beklagt, die den Abschluß des Gegen- ^eitigkeitsvertrages nahezu unmöglich mache. Paris, 17. April. „Petit Republique" teilt mit, daß 'sich die Fäden der Verschwörung bis nach Brüssel erstreckt haben. Unter anderen: ist jetzt der Name des Schneiders bekannt geworden, bei welchem sich Prinz Viktor Napoleon eine Uniform als französischer Divisionsgeneral hatte anfertigen lassen. Madrid, 17. April. Auf Befehl des Militär- Gouverneurs von Barcelona wurden zwei Hauptleute verhaftet unter der Anschuldigung, sich gegen den Staat organisiert zu haben. Es soll sich um ein Pro- nunciamento handeln, zu welchem die Armee ihre Mitwirkung versprochen hätte. Rom, 17. April. „Patria" bestätigt, daß eine Zu- /ammenkunft zwischen dem König Viktor Emanuel und König Eduard nach der Beendigung der Mittelmeerfahrt des letzteren stattsinden werde. Belgrad, 17. April. Wie bestimmt verlautet, führen Leiter der Bauernpartei Verhandlungen mit ausländischen Kapitalisten bezüglich der Gründung einer Bauern- bank mit zehn Millionen Dinars, welche die Mitglieder der Bauernpartei unterstützen solle. Die Parteileitung hofft, auf diese Weise die Mehrheit der Landbevölkerung zu gewinnen. £er Krieg. Tie russischen Geschwader. Tokio, 17. April. (Reuter.) Man rechnet hier aus, das baltische Geschwader am 12. April mittags in der Kamranhbucht angekommen ist. Es muß sich also, als es am 14. April mittags gesehen wurde, 48 Stunden im Hafen aufgehalten haben. Tie Meldungen von einem verlängerten Aufenthalt des Geschwaders in den Gewässern von Cochinchina riefen in Tokio Ueberraschung hervor, da man allgemein Zweifel gehegt hatte, daß Frankreich das Anlaiifen seiner Häfen der Flotte einer kriegführenden Macht gestatten würde, die in Angriffsoperationen begriffen ist. Man erwartet, daß Japan unverzüglich bei Frankreich Vorstellungen erhebt. Die Antwort wird hier mit Spannung erwartet. Wenn Frankreich in Abrede stellen sollte, daß sich die Flotte innerhalb der Grenze der französischen Territorialgewässer befindet, gebe dies Japan Gelegenheit, die Schiffe Roschdjestwenskys anzugreisen, ohne die französische Neutralität zu verletzen. Saigon, 17. April. (Agence Havas.) Der französische >dmiral Jonguiöres ist mit dem Torpedojäger „Safou* zu dem Kreuzer „Descartes" in die Kam-Ran h-Bucht gefahren, in deren Nähe eine Anzahl russischer Schiffe ankern. Eine französische Firma in Saigon kaufte den Dampfer „Eridan" an, der gestern abend mit einer vollen Ladung Lebensmittel verschiedener Art, die vom russischen Geschwader bestellt waren, in See gegangen ist. Das russische Geschwader verlor seit seiner Abfahrt aus Europa nur acht Mann an Krankheiten, bei einem Effektivbestand von 18000 Mann. Ein von Beri-Beri befallener ruffischer Offizier liegt im Hospital zu Saigon. Die Japaner nahmen auf der Höhe der Küste vieleKohlen- fchiffe weg, sind aber durch das plötzlicheErscheinen Roschdjestwenskisin Unruhe versetzt worden. Es wird bestätigt, daß das russische Hospitalsch'ff „Orcl" keinen Verwundeten an Bord hatte, da keine Schlacht stattgefunden hat. Unter den wenigen Kranken befindet sich der Fürst Kantakuzen. Sechs Personen japanischer Herkunft landeten am Kap St. Jaques in einer anamitischen Dschunke, schifften sich aber an demselben Abend wieder ein. Hongkong, 17. April. (Reuter.) Der deutsche Dampfer ,Brunhilde", der heute morgen hier angekomwen ist, sah am 14. April 30 Seemeilen nördlich von Kap Padaran an der Küste von Cochinchina drei russische Kreuzer. London, 17. April. Tas Geschwader Nemoga- lows, welches kürzlich Dschibuti pasfierte, wurde auf der Höhe von Ceylon signalisiert, das heißt 10 Tagfahrten vom Geschwader Poschdseswenskys entfernt. London, 17. April. Eine Odessaer Drahtung des ,Standard^ besagt: Einer Meldung aus Sebastopol zufolge .werde die Schw a rzme erflotte schleunigst für den aktiven Dienst mobilisiert. Es erhält sich das Gerücht, Ruß- >land werde nötigenfalls die Durchfahrt durch die Dardanellen erzwingen (?) London, 17. April. Eine Depesche aus Hongkong an ven (unzuverlässigen) „Daily Mirror" meldet, daß ein kleines Gefecht zwischen einem Teil der japanischen Flotte südlich von Formosa bereits stattgefunden habe. Petersburg, 17. April. Tie Kreuzer „Rossija", Gromoboi" und „Bogatyr", welche in Wladiwostok im Trockendock lagen, werden in Bereitschaft gehalten, um auf Las erste Signal in See ru gehen. Nene rnssische Schiffe. Odessa, 17. April. (Petersb. Telegr.-Agentur.) Auf der Nikolajewerft werden auf Bestellung des Marineministers die Torpedoboote „Zadorny", „Zvonsky" und „Zorky", jedes zu 300 Tonnen Gehalt, zwei Kreuzer zu 6000^ Tonnen, sowie zwei Maschinen für die Panzer „Johann Zlatoust" und „Saint Eustach" fertiggestellt. Petersburg, 17. April. Der Spezialausschuß zur Entgegennahme von freiwilligen Sammlungen für die russische Flotten-Verstärkungen hat bisher 35 Millionen Rubel zur Verfügung. Aus der Mandschurei. Tokio, 17. April. (Amtlich.) Fünf Schwadronen feindlicher Kavallerie zogen in der Nacht des 15. April in Sanyenching auf der Fakumen-Fenghuastraße ein. Tic japanischen Truppen machten einen Nachtangriff rmd schlugen den Feind nach Norden zurück. Ter Feind ließ, von Schrecken ergriffen, acht Tote zurück. Unsere Verluste betragen zwei Mann. Häufig fanden Zusammenstöße mit Kavallerie statt, die mehrere Plätze besetzte. Sonst sind keine wesentlichen Veränderungen eingctreten. Petersburg, 17. April. (W. B.) General Line- witsch berichtet in einem Telegramm an den Kaiser vom 16. April: Eine russische Abteilung zwang am 11. April den Feind, seine Stellung bei dem Dorfe Uhok zu räumen, drängte ihn zurück und rückte bis zum Dorfe Meian vor. Die Japaner besetzten einen Paß- kamm, zwei Werst südlich des Torfes Nandsaimuhola. Nachdem eine russische Abteilung die Stellung des Feindes durch Artillerie beschossen und seine Flanke umgangen hatte, zwang sie den Feind zur Aufgabe seiner Stellung. Auf der Stellung wurden 35 Verschanzungen gefunden. Bei ihrem Rückzüge zündeten die Japaner das Proviantmagazin bei Nandsaimuhola an. Als am 12. April russische Truppen das Dorf Echola passierten, waren sie dein feindlichen Jn- fanteriefeuer und dem Feuer zweier Rcvolverkanonen von Siavaitsy und Almoadi her ausgesetzt. Die Ruffen beschossen den Feind mit Artilleriefeuer, sandten Abteilungen zur Umgehung der feindlichen Stellung vor und rückten dann vor. Tie feindliche Stellung wurde schließlich von der russischen Infanterie, die fünf Revolverkanonen mitführte, genommen. Die Japaner leisteten hartnäckigen Widerstand. durch Jobs. Nickel. 11. Steinmetzarbeiten für die israelitische Leichenhalle. 12. Konstruktion der Decken im Neubau der Höheren Mädchenschule. 13. Genehmigung von Rechnungen. 14. Nachbewilligung von Kredit für das Elektrizitätswerk für 1904. 15. Beschaffung von Gartcnschläuchen für die städtischen Anlagen. 16. Rechnungsabschluß der Gießener Omni- bl'sgesellschaft für 1904. 17. Vorlage des Voranschlags für 1905. 18. Die Verbrauchssteuern in der Stadt Gießen. 19. Gesuch der Witwe Elise Rath dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Plockstraße 11. 20. Desgleichen des Emil Naßmann dahier für Marktplatz 20. 21. Desgleichen des Karl Schmalz dahier für Landgraf Philipp- Platz 9. *• Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortaesetzten Ziehung der 6. Klaffe siel ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 83439, ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 50819, Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 4887 9208 10329 31788 36692 43821 56124 66308 66883 78274 87320 95111. (Ohne Gewähr.) X Wieseck, 18. April. Heute feiern der Landwirt Johannes Deibel und seine Ehefrau Christine Deibel, geb. Sommerlad, silberne Hochzeit. R. R. Darmstadt, 17. April. Der angekündigten Feierlichkeit in der hiesigen Kleinkinderbewahr- an statt wohnte heute vormittag I. K. Hoh. die Großherzogin in Begleitung ihrer Hofdame Frl. v. Notsmann bis zum Schluffe bei. Nach herzlicher Begrüßung der hohen Frau durch den Vorstand und die wohl 150 Köpfe starke, freudestrahlende Kinderschaar fand zunächst eine kleine Prüfung der zu Ostern schulpflichtig werdenden Kinder statt, wobei auch Gedichte und Lieder vorgetrogen und hübsche Spiele arrangiert wurden. Eine allerliebste Huldigung brachten die Kinder der hohen Frau durch ein eigens einstudiertes Blumenspiel dar. Dann folgte die Speisung der ganzen Kinderschaar in Gegenwart der Großherzogin und auch das allgemeine Ostcreiersu chen, das den Kleinen natürlich ganz besondere Freude machte; die schönen bunten Oltereier trugen meist die rot-weiße hessische und die blau-gelbe fürstlich solrnssche Farbe. Tie Großherzogin besichtigte auch die von den Kleinen angefertigten Handarbeiten und sprach der An- staltsleitung über die Einrichtung und die belehrenden Maß- nahmen volle Anerkennung aus. Sehr erfreut war die hohe Frau auch, daß die Kinder vor der Abfahrt ihren Wagen Petersburg, 17. April. Ein Telegramm aus Kwang- tientsee berichtet, daß große japanische Streitkräfte nach Tieling unterwegs sind. Bedeutende Chungusen- banden sind auf dem Wege nach Norden, um mit den russischen Truppen in Fühlung zu kommen. Die Japaner drängen die Einwohner der von den Ruffen besetzten Ortschaften nach Norden, sodaß es oft vorkommt, daß auf sie aus Irrtum geschossen wird, weil man sie für Japaner hält. Allgemein glaubt man, daß ein ernster Kamps innerhalb weniger Tage beginnen werde. Ruß'and in Sturm und Drang. Der Neichsrat beschloß die Einführung des neuen allgemeinen Kriminalrechts für den 14. Jan. 1906, dessen Teile betr. die Presse und Religionsvergehen sofort, in Kraft treten, sobald-als die Ausarbeitung der Bestimmungen hierüber gemäß dem Ukas vom 25. Dezember erfolgt ist. Der Antrag der russischen Regierung, daß Finnland dem russischen Staatsschatz in den Jahren 1905 bis 1908 für Mili - tärzwecke jährlich 10 Millionen Rubel zahlen soll, wurde von dem finnländischen Landtage mit der Einschränkung angenommen, daß die Zahlung nur für dieses Jahr geleistet wird. Wie die „Times" aus Petersburg meldet, hat der russ. Minister des Innern bekannt gegeben, daß der Zar die Mitglieder der Reform - Kommission selbst ernennen wird. Bisher hat es geheißen, daß die Mitglieder gewählt werden würden. Es ist dadurch klar geworden, daß der Zar nicht die Absicht hat, einen weitgehenden Plan von politischen Reformen von der Kommission ausarbeiten zu lassen. Die Kommission dürste die Aufgabe erhalten, politische Fortschritte zu hemmen. In Wassili Ostrow sanden Unruhen statt. Die Arbeiter belästigten Pvlizeiagenten, welche von ihrer Waffe Gebrauch machten. Ein Matrose wurde von zwei Kugeln getroffen, weshalb große Aufregung unter den Matrosen herrscht. Den letzten Nachrichten zufolge haben auch die Arbeiter der Putilow-Werke in Petersburg wieder Unruhen an den Tag gelegt. Die Werke werden infolgedessen in 14 Tagen endgiltig schließen, wodurch 10 000 Arbeiter beschäftigungslos werden. Aus Charkow berichtet man der „Welsch. Potschte": Eine Schülerin der achten Klasse des Mädchengymnasiums, A. Gjunter, erschoß sich. Dieses Ereignis übte auf alle einen schweren Eindruck aus. Das Motiv dieses Selbstmordes, wie auch aller ähnlichen in der letzten Zeit häufig vorkommcnden, ist in den Konflikten der Jugend mit der Polizei zu suchen, welche bemüht ist, die Jugend von der ganz Rußland ergreifenden Bewegung abzuschließen. Den Sarg begleiteten mehr als 1000 Menschen. Die Geistlichkeit war nicht anwesend. Am Grabe wurden Nachrufe gehalten. In Achtyrka in Süd-rußland brachen Diebe in die Kirche ein und entwendeten einen mit großen Brillanten geschmückten Goldrohmm vnm wundertätigen Marienbilde. Wert der Steine an 100 000 Mark. Aus Stad! und Kund. Gießen, 18. April 1905. ** Prinz Heinrich von Preußen hat sich heute von Kiel nach Darmstadt begeben, um dort die Osterfeiertaqe zu verleben. Er traf im Salonwagen heute früh um 7.57 Uhr hier ein, nahm hier ein Frühstück und fuhr um 8.02 Uhr nach Darmstadt weiter. •* Ernannt wurde der Lehrer Friedrich Wilhelm Haber zu Rüddingshausen, im Kreise Gießen, zum Lehrer an der höheren uni) erweiterten Mädchenschule zu Gießen, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer mit Wirkung vom 1. Mai 1905. ** Tagesordnung für d i e Sitzung der Stadtverordncten-Bersammlung Donnerstag den 2 0. Aprik, nachmittags 3 ’/2 Uhr pünktlich: 1. Baugesuch des Joh. Gg. Pfaff für die Stephan- straße; hier: Dispens. 2. Baligesliche des Gg. Wagner III. für die Stephanstraße; hier: Dispens. 3. Baugesuch des A. Montanas für die Bahnhofstraße; hier: Dispens. 4. Baugesuch des Emil Schöll für die Ebelstraße; hier: Dispens. 5. Aufstellung von Grabdenkmälern im Hewel'schen Vorgarten Grünbergerstraße. 6. Erwerb von Straßengelände zur Verbreiterung d^S Selterswegs von H. WilM Ehelelste. 7. Erwerb des Brandplatzes. X Geländeaustausch zwischen Bahn und Stadt. 9. Ausbau der Keplerstraße; hier: Vergebung der Vstaster- und Chaussierarbeiten. 10. Pflastersteinlieferung hübsch mit Blumen geschmückt hatten. Mainz, 17.Avril. Auf dem Wege von der Nothelferkapelle zur Heidesheimerstraße im Gonsenheimer Wald erschoß sich gestern ein etwa 40 Jahre alter, vornehm gekleideter Herr, der eine elegante Neiseausrüstung mit sich führte. Er hatte vorher alle Papiere verbrannt, die über seine Persönlichkeit Auskunft geben könnten. Tags zuvor hatte er jedoch in einer Wirtschaft erzählt, daß er als englischer Offizier den Buren krieg mitgemacht hätte. Die Leiche mürbe in das Gonsenheimer Leichenhaus gebracht. te. Nied er ursel, 17. April. An der bekannten gefährlichen Biegung, dem sog. „krummen Esel" hier, kam gestern nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr ein Automobil aus der Fahrbahn und schlug nm. Der CH affe ur erlitt schwere Verletzungen. Der telephonisch herbeigerufene praktische Arzt Dr. Glanz aus Heddernheml leistete ihm die erste Hilfe. Das beschädigte Fahrzeug fuhr später weiter. Kleine Mitteilungen aus Hessen und bett, Nachbarstaaten. Die Kommission vom landwirtschast-E lichen Provinzialverein für Abhaltung eines Pr ovinzial- Zuchtviehmarkteswar letzte Woche auch in Hu n g e n anwesend, um den dafür in Betracht kommenden Platz zu. besichtigen. Es ist also neben Butzbach und Gießen auch! Hungen für den Markt in Betracht gezogen worden — In R e i n h a r d s h a i n feierten die Eheleute Joh. Muller das Fest der goldenen Hochzeit. — Der im Jahre 1874 gegründete Kriegerverein „Hassia" in Leihgestern begeht in diesem Jahre sein 31. Stiftungsfest. Es ist auf den 1. und 2. Juli festgelegt. Gleichzeitig wird ihm aucü die Ka i s er s ckvle i fe überreickst werden. Kerilgtssaal. (fb.) Darmstadt, 17. April. Der jetzt ca. 35 Jahre alte verheiratete Wachtmeister der 2. Batterie des Feld-Art. Regts. Nr. 25, Franz Paul, aus Villiugen (i. Oberh.), der ;etzt eine nahezu 15 jährige Dienstzeit hinter sich hat, hat sich vor dem hiesigen Kriegsg ericht wegen Betrugs, Mißbrauchs der Dienstgewalt usw. zu verantworten. Der Angeklagte ist beschuldigt und Mich im wesentlichen geständig m den letzten fünf Jahren, seit er Wachtmeister geworden ist, die seiner Batterie zugeteilten Einjährigen in geradezu schändlicher Weise ausgcbeutet und geschröpft y.t haben, eo hatte er eingeführt, daß jeder llrl-aubspaß, der einem Einiährigen misgestellt wurde, mit einer besonderen an ihn zu zahlenden „Steuer" von 10—20 Mark belastet war, einzelne Einjährige haben für besonderes .,Futt er g el monatlich 15 Mk., also in 10 Monaten 150 Mart — an Müller entrichtet, die Uebunasgclder der Einjährigen-llnteroffiziere, die jedesmal ca. 100 Mark auSmachten. zahlte er einfach nicht aus; in einzelnen Fällen im lebten Jähre erst, als man mit Anzeige beim Regiment drohte. Manchmal fehlten auch an den von den Einjährigen ein gegangenen dienstlichen Geldern, die an den Zahlmeister abWliefern waren, namhafte Beträge, so in einem Falle 175 Mark, die er sich von den Einjährigen nochmals nachzablen ließ. Einzelne Einiährige haben auf diese Weise während eines Jahres über 300 Mark verloren. Aehnlich trieb er es in einer ganzen Reihe von anderen Fällen, sehr viele sind überhaupt nicht mehr festzustellen, er hatte ein vollständiges Aussairgesystem eingerichtet, manchmal wurde das Geld auch an die tfrau eingeschickt. V. lebte dabei flott, chikanierte im übrigen, wo er konnte, iinb erklärte eines Tages einem Freunde, „so klinge es tein- jährige gibt, werde ich nicht abgehen". — Es wurden ca -0 Zeugen vernommen. P. wurde, dem Antrag des Vertreters der Anklage entsprechend, zu 6 Monate Gefängnis und zur De g r a - dation verurteilt. Er verliert damit den linder echt tgungs- sebein, sowie in Berbindi'ng damit, die ihm 5-nstehenden 1000 Mark, die er nach "zwölfjähriger guter Diennfuhrung zu bean- svruchen hatte. Vorai'ssichtlich wird er Revision emlegen. Die Verhandlung wurde wegen GefährdiMg der Militärischen Dis- zivlln nicht ö f f e n t l i'ch geführt. Der aus einer Inspektionsreise begriffene D-r-ktor im KricgsMiNistcrii'm Generalmaior von Valles des Varres und der Wirkt. Geheime Kriegsrat Wolf wohnten d^r bei. Dcrniifd)teSt * Hannover, 17. April. Ter Mädchen Mörder Büther hat, von Gewissensbissen verfolgt, die Staatsanwaltschaft um eine Vernehmung gebeten und dem Staatsanwalt mitgeteilt, daß der Schuhmacher Paul der Mörder Der Else Kassel sei. Er habe zwar nicht gesehen, daß Paul die Elie Kassel ermordet habe, sei aber Zeuge davon aewesen, wie Paul die Leichenteile in seinem Keller vergraben habe. Paul habe ihm auch die kleine 1 «l. hs, »f wi “'tie. S8ei lne,"®=minn )n oOOO W 4887 6308 66883 ^e^l, ^gekündigten "bewahr. ■ die Troß, Di ^otsinann jy der hohen ^pfe starke, ^eme Prüfung Katt, wobei 'übfche Spiele brachten die rtes Bluinen- 1 Kinderschaar ' allgemeine h ganz be. tereier trugen ;elbe füchlich auch die von rach der Sin« senden Maß. war die hohe ihren Wagen der Nothelfer« ter Wald er« vornehm ge« ung mit sich die über seine zuvor hatte er S englischer e. Lie Leiche cht. bekannten ge« f' hier, kam Automobil a^eur erlitl bevbeigerufene Me ihm öit altt weiter, nunb bew inbtovctWt* rovinzial- in Hungen mden Platz zu > Gießen auch! n worden. - e $o». Müller n Iah« 1874 jgeitetn be- ft Es ist °»f girb ihm au® , 8S Zehr- -« -«[W. i li* °°r Meiste s ere, D .1 in em* Ä* (1115■ u Ä -!Ä «««.*1;* o in ttNttNArn Linol.^^ineS ist eb er ^rhaupt e li^' ^snstern m sMte, xS Ein- > Zeugen tt! ^-gra" d -ur ii^cÄ000 siebenden hrnnS J“ Tic sinlegen. -ii. d>r gtaal5' St Schare zugeführt. Er habe sie nach Verübung des Sittlichkeitsverbrechens am .Halse gewürgt und getötet, worauf Paul mit einem Messer dem Kinoc den Leib cmfgeschlitzt und zerstückelt habe. Die Staatsanwaltschaft hat sämtliche Schuhmacherwerkzeuge beschlagnahmt. ^'Genickstarre. In Zabrze (Oberschles.) sind nach Lweitägiger Pause wieder mehrere örfranfun^en vorge- kominen. Im Zabrzer Knappschaftslazarett sind 61 an Genickstarre erkrankte Personen untergebracht. Auch in Nikolai, Kreis Pleß, fängt die Genickstarre an, in epidemischer Weise aufzutreten, es sind bereits mehrere Tooes- sälle vorgekommen. In Ne urod e ist der Schleifer Karger an Genickstarre gestorben. — In Wien wurde bei zwei in dem Karolinen-Kinderhospital in Pflege befindlichen Kindern die Genickstarre konstatiert. * „Lieber Herr Kaiser!" Ein in Pankow beschäftigter Arbeiter Krause hat einen zwölfjährigen Sohn Wilhelm, der die erste Klasse der dortigen Gemeindeschule besucht. Da der aufgeweckte Knabe gern höhere Schulbildung erhalten wollte, faßte er den Mut, au den Kaiser folgendes Schreiben zu richten: „Lieber Herr Kaiser! Ich sitze hier in Pankow dank der Bemühungen meiner Herren Lehrer als zwölfjähriger Schüler in der ersten Klasse der Gemeindeschule. Ich möchte so gerne weiterkommen, aber Mutter und Vater können es nicht schaffen. Da ich nun wie du, lieber Kaiser, auch Wilhelm heiße und auch am 27. Januar geboren bin, habe ich die große Bitte, helfe mir." Tie Bitte ist nicht ungehört verhallt. Ter Kaiser ließ Erkundigungen einziehen, und als die Angaben sich bewahrheiteten, erhielten die Eltern die Nachricht, daß ihr Sohn aus Kosten der kaiserlichen Schatulle seine Ausbildung in der Pankower Realschule erhalten solle. * T a s E i n j ä h r i g c ermatt. Vor kurzem ging durch die Zeitungen die Notiz, daß ein Sänger die „Schnüre" sich ersungen und ein Schlosserlehrling sie sich erfeilt hätte; jetzt kann als Pendant dazu berichtet werden, daß dem noch jugendlichen Maler und Zeichner Paul Goldstein in Aschersleben durch Befürwortung der Herzog!, anhalt. Kunstge- werbeschule für hervorragende Leistungen der Berechtigungsschein zum einjährig-freiwilligen Militärdienst verliehen worden ist. * Aus der „Fügen d". Ich war mit meiner Freundin in Björnsons „Ueber unsere Kraft"; sie war sehr erschüttert und vergoß Ströme von Tränen. Nach dem ersten Akt bot ich ihr anstelle ihres vollständig durchnäßten Taschentuches mein Reservetuch an, erhielt aber die Antwort: „Ach laß nur, der zweite Akt geht auch noch rein!" * Kleine Tageschronik. Unter dem Verdacht des Meineides wurde in Meiderich der Führer der sozialdemokratischen Gewerkschaften, Schluchtmann, verhaftet, der eidlich Gestritten hat, Zettel, in denen zum Boykott einer Wirtschaft wmi-h*. vorteilt zn baben. ArbelUrbewegung. Im Essener Revier fanden am Sonntag zahlreiche Ver- -fammlungien der Bergarbeiter statt, worin die Bergesetznovelle und der preuß. Bergarbeitertag zur Erörterung kamen. Es wurde eine Resolution an den Reichskanzler abgesandt, worin sich die Versammlungen mit den Beschlüssen des preußischen Bergarbeitertages in Berlin _ solidarisch erklärten und das Abgeordnetenhaus ersuchten, die Gesetznovelle nach den Vorschlägen der Arbeiterdelegierten umzuändern. Der Reichskanzler wurde ersucht, die Gesetzentwürfe aus dem Abgeordnetenhaus zurück^uziehen, und mit den gewünschten Aenderungen dem Reichs- tage sofort vorznlegen. Schlußkurse. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 17. April 1905. (Mitgeteilr von der Bank iür Handel und Industrie, Gießen.) Prwat-Diskont l7/a Prozent. Anfangs- u. Oest. Kredit . 208.50 208.75 Deutsche Bank . . . 240.80 240.62 Darmstädter Bank . • 143.40 143.40 Bochumer Guß . • • 251.50 251.25 Harpener Bergbau . . 216.25 216.00 Tendenz: Ruhig. KrupkesKonversations-LexikonderVörsennd z e s Handels und praktischer Führer für Kapitalisten. Fünfte, gänzlich neu bearbeitete und stark eriveiterle Aiiflage 1905. B. II. Bit. 3,50 (szranz Krupke & Co. Berlin W. 15, Kuriürslendamm48-59). Der soeben erschienene zweite Band dieses Nachschlagewerkes, umfaßt das Lexikon der Berliner Börsenwerte mit der Zinsberechnung nnd Dividenden-Abtrennung der einzelnen Papiere pro 1905, ferner das Bankier-Lexikon der deutschen und auswärtigen Banken und Baiiksirmen und das Adreßbuch, das Lexikon der sämtlichen Zahlstellen mit den Original-Eoilpons-Verzeichnlssen und eine Fülle aiiderer wertvoller Informationen. Tie ivertoolle>r tabellarischen Beigaben, wie die Maklergruppen pro 1905, die Berliner und cm§- wärtigen Zahlstellen, das Ortslexikon mit den Einwohnerzahlen, sämtlichen Reichsbankaiistalten etc., die Berliner Wechselstuben und Depositenkassen der Banken nach Straßen alphabetisch geordnet, der neueste Sitiiationsplan der Berliner Börse mit sämtlichen Plätzen und Adressen der Börsenbesucher, die neuesten Bilanzen, die lieferbaren Nlunmern noit Aktien etc. machen das Interessentenkreisen unenbehrlich. Fainillen-Nachrichten. Gestorben. FrauPauline Schultheiß Wiv., geb. Hilger, Echzell. Verlobte. Hedwig Vogel, Kreiiznach, Mar Roos, Bingen. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Mittivoch, den 19. April 1905: Nachmittags uin 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Donnerstag, den 20. A p r i l 1905. Gründonnerstag. Vormittags von 6 1/2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7,71/2 und 8 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion. „ um 9^ Uhr: Hochamt. Nach dem Hochamt wird das Allerheiligste nach dem heil. Grabe übertragen und dort bis zur Abendandacht ausgesetzt. Nachmittags um 6 Uhr: Andacht. Israelitische Religionsgesellschast. (£olkf>oicafl. Donnerstag, den 20. u n d F r e i t a g, den 21. Ap ril 1905. Passahfest. 1. Tag. Vorabend 7.10. Morgens 8.00. Predigt. Nachmittag 4.00. 2. Tag. Vorabend 8.10. Morgen 8.00. S ab bath leier am 22. April 1905. Vorabend: 7.00 Uhr. Morgens 8.00 Uhr. Nachmittag: 4.00 Uhr. Sabbathausganq 8.20 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 7.00 Uhr.________________ Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 19. April 1905: Meist trüb, vielenorts Niederschläge (Schnee und Regen). Näheres durch die Gießener Wetterkarte. lvöü,rvUiü,k ltbrricht irr TedrsWe inöerslM ^ietzkli 2. Woche. Dom 8.—14. Januar 1905. (Einwo hnerzahl: angenommen zu 27 500 linkt. 1600 Mann Militär Sterblichkeitszisfer: 22,68 nach Abzug voii 4 Lrtsiremden: 15,12 Vro. St ui c e r Es starben an: Zusannnen Erwachsene: im vom 1. Lebensiahr: 2.- -15. Jahr Tuberkulose der 2(1) Luiigen 2(1) — —• Katarrh 3 2 1 — Krebs Rückenmark- 2(2) 2(2) — — entzüildiing 1 1 — — Nierelientzüiidung 1 1 —• Bruch KD 1(1) —— —— Tarmkatarrh 1 —- 1 — Leberschwund 1 1 — — Summa: 12 (4) 10 (4) 2 — An m.: Tie m Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.______________________________ Mlgmal-Arül-Unttöungen. Be rlin, 18. April. Wegen Zweikampfes mit tätlichen Waffen wurden hier zwei Studenten, die in einem Garten eine Alen für ausgefochten hatten, zu je drei Monaten Festung verurteilt. Karlsruhe, 18. April. Der Astronom Otto Wilhelm v. Struve ist gestorben. London, 17. April. Laut einer Reuter-Meldung sind die Pescadores - Inseln unter Kriegsrecht gestellt. Alle Schiffe müßen 7 Meilen vom Gestade bleiben. Die Schiffe von Neutralen müssen zur Einfahrt in den Hafen Relung um die Erlaubnis der japanischen Behörden nachsuchen. Paris, 18. April. Bisher erhielt die Regierung Feinen offiziellen Protest Japans gegen das Verweilen des russischen Geschwaders an der Küste Cochinchinas. Es hat den Anschein, daß der französische' Admiral Jonquiöres an Bord des „Descartes* voll» kommen korrekt den Admiral Roschdjeswensky über die Maximaldauer seines Aufenthaltes unterrichtet habe. Man ist hier einigermaßen erstaunt, daß in Drohtone gegen Frankreich gerichtete Depeschen in dieser Angelegenheit über. London aus Tokio kommen. — Der Berliner Korrespondent' des „Echo de Paris" will erfahren haben, daß ein Abkommen zwischen Frankreich und Deutschland unmittelbar vor dem Abschluß stehe und zwar auf folgender Grundlage: Frankreich erkennt für Deutschland das Prinzip der offenen Tür an und erklärt sich gegen jedes ausschließliche Monopol in Marokko. Deutschland erbietet sich seinerseits, das Reformwerk Frankreichs in Bezug auf die militärische und finanzielle Organisation nicht zu stören, jedoch unter der Voraussetzung, daß die Souveränität des Sultans völlig gewahrt bleibt Einige untergeordnete Punkte sollen an Ort und Stelle auf Grund der allgemeinen Abmachungen ihre Regelung finden. Die Zustimmung Englands zu dem Vertrage iit sicher. Paris, 17. April. (Kammer.) Der Zusatzantrag, bet dahin ging, daß das Vermögen der religiösen Institute, welches der Nation gehört, verkauft und der Erlös der Kasse für die Altersversicherung der Arbeiter zugewiesen werden soll, wird mit 520 gegen 51 Stimmen verworfen. Petersburg, 18. April. Der Oberprokuratov hat bei dem Justizministerium die Unterdrückung des Prozesses gegen Gorki befürwortet. Tanger, 18. April. Der hiesige, englischen Interessen dienende, der Gesandtschaft nahestehende „Eco Mauritano* meint, es verursache in der öffentlichen Meinung wahre Ueber- raschung, daß ein Teil der englischen Presse fortgesetzt gegen die deutsche Aktion in Marokko opponiere, obwohl sie nur die Erhaltung der offenen Tür für alle Madrider Signatarmächte bezwecke. Zahlreiche englische Kaufleute erklären unumwunden, daß ihnen die Haltung der deutschfeindlichen englischen Zeitungen unerklärlich sei, da Deutschland nur für Wahrung seiner Rechte eintrete, was England sich durch das Abkommen mit Frankreich gesichert habe und anderen in Marokko interessierten Ländern gewiß nicht vorenthalten wissen wolle. Wenn dies beabsichtigt gewesen wäre, so hätte der Vertrag dies wohl ausdrücklich bemerkt. Das deutsche Vorgehen nütze allen Ausländern gegen, die offenkundige französische Ausschließimgs-Politik. Darum hätten auch die Engländer in Marokko den Kaiserbesuch jubelnd begrüßt. Telephonischer Kursbericht. Irnnktsri a 100.— Tendenz; ruhig. 101.60 90.85 101.50 90.80 100.40 99.00 67.80 67.95 89.35 <5 4% 4"/. 4% 3°/ 1% Türkenlose...... 4% Uriech. Monopol.-Anl. 4l/,°/e äussere Argentiner % Oesterr. Silberrente Ungar. Goldrente , Italien. Rente , . Portugieser I , . Portugiesen. III Unif. Türken . . . 96.25 . 138 90 . 125.00 . 208 70 . 189.30: . 143.20 . 156 90 . 169 10 . 141.40 . 16.40 . 189.00 . 276.00 . 251.25 . 215 90 . 100.70 3V2°/o 37) 3V,°/o 3% 37 2% Reiohsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen • SU/,, Mexikaner A1IV'h Chinesen . Electric. boLuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandil Darmstädter Bank Dresdener Bank . Beniner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . , .37,96 Oberhessen] . 4% Oesterr. Goldrente 138.20 j Bochum . . . 51.70 | liarpener . . . —.— Staatschatzscheine 18. April, 21/. Uhr mittags. . 3570 tifigefuhrt /.? öercevM. n u. ./ z/./.v.-,. Beult! tOib, 3lrcudo6e253).Sdyditel50>> W 02550 im Alter von 31 Jahren. Die tieftraueruden Hinterbliebenen: i, Hch. Seipp und Sohn. Gießen, Nieder-Weisel, ben 18. April 1905. Die Beerdigung findet Mittwoch den 19. April, nachmittags 3 Uhr, in Nieder-Weisel statt. Blumenspenden auf Wunsch der Verstorbenen banfeiib abgelehnt. Todes-Anzeige. Gestern morgen entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schivägerin Frau Maria Seipp Danksagung. Für die vielen Beweise herzl. Teilnahme bei dem schweren Verluste, der mich betroffen, sage auf diesem Wege meinen herzlichen Dank, insbesondere den Lcamtcn des Elckirizilätswcrks und dem Maichincubaiicrgcsangvcrciii. Adolf Winkler. Gießen, den 18. April 1905. 02562 (fiiser und Lager befinden sich jetzt Westaiüteg© Hr. 30. Ringel & Walther Walzwerks- und Hüttenprodukte en gros. 4)2487 Telephon No. 342. . Spezialität: Kanalban und InMtalla*ionsartikel. Mittwoch, den 19. d. Mts., nachmittags 2 Uhr werden tm Biekerschen Saale versteigert: 1. 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