inzßh hHesMNr.|!6 Hausse 0"/, Illi. 8» 3 Uhr bannen. , '8i. ist Vorstand. L Quli 1905 BM/ HjechevßkyaU? Mädchen elucht. -ra^e ir, i #1(1 $ Beiköchin B*7. Oim'l'iaidjuiöi« l schre^ en bt- : dauernde eittoia )illeobtrb ».et»6",,et»«»16 J« !'!*.• ai t6""' leti» rbeiten tiamigt«, Ueber* ü'Lund» eo^Eahnhoislr.tilll m etenUid) w”,"1°‘Lf (tu. e6tiliLilt •WS? General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den «reis Giehen RotattonSbrud anb Vertag d« veÜhllche» Untoerntätßbrucferet W- Laag«. Rebaftton, Grvebitiov a. Druckerei VchuMr-R» XeL Nr. 6L ittegu-ttbt.. Anz-iger ® uIM Gingcsandl. (Für Form und Inhalt aller uiiiei .i ;.r Rubrik stehenden Artiksi üvernimmt die Rcdaltion bcm Publikum gegenüber temerUt Verantwortung.) Zur Gießener Thcaterfrage. Ein Fachmann hat m der Nr. 137 Ihres Blatter erneut Pro. paganda iür den Tüller'schen Ennvur' gemacht und dabei wieder versucht, in recht emseinger Weise uie tünfilen|d)cn Voi-üge oiefeS ProiekleS befonberd hoch anznjchlagen. bestatten Sie einem anderen vertrauten, daß er kurz feine Anficyl über die beiden m Betracht toinmendeu Arbeiten dubeit, zumal ander dem Einsender wohl noch Mehrere die Projekte studiert habeii und dabei sicher auch ariderer Anschauung geworden sind. _ . „ . ,. Es liegt mir fern, an dem Dülfer'schen Projekt eine ungerecht Kritik üben zu wollen, aber ich würde es als em Unglück für bi« Stadt Eieven bezeichnen, roenit uns das Dülfer'fche Bauwefen durch einen voreingenommenen Fachmann auigeschwätzt werden sollte. Doch noch traue ich der Kommission mehr Eeschmack und eigen« Anschauuiig zu, als sich etwa durch den Herrn Fachmann in- Schlepptau nehmen zu lassen. Ich wenigsteiiS — uiid nut mir so viele — bin gerade gegenteiliger Ansicht deS Herrn Arlitelfchreibers geworden ; für mich scheint das Fellner-Helmer-Projekt weitaus nic^r linieren (Äießeuer BerhaUnijfen angepagl, als das Tülfer'fche. Tas wurde em Bauwerk geben, das sich m unsere schönen Anlagen harmonisch emreiht und nut feinem monumentalen Eharakler eine Zierde der ganzen Stadt bilden wird; bei dem Dülser'fchen Plan fieigen mir hierüber starke Zweifel auf. , Tag in den Fellner-Helrnerfchen Planen tue beim Ausfchreiben verlangte Seitenansicht fehlt, ist allerdings richtig, aber Zweifel tonnten deshalb nicht bestehen, da die niiteinge|aiidte Perfpektwe genügend Aufklärung verfchafst. Hieraus ersteht nmn zur Eenua« die vornehme, ruhige Wirlung des ganzen Bauwesens und gerade die untergeordneten, verdectlen Tächer scheinen mir für peil Eharatler des Baues besonders glüctlich, während das Dulserfche Projekt mit seinen scheuer artigen Bedachungen ordentlich erbruaeno juirtU 2Jlan denke sich nur bie Tiiliersche Tachausbildung per- fpektivisch und man wird sicher zur Ueberzeugung kommen, daß em derartiger Bau nicht in unsere Anlagen gehört. Es fehlte nur noch, daß diese Riefendacher mit roien Ziegeln eingedeckt und ote Wandflächen — wie im Erlauterungsbenchl gesagt — nut -Uet- blenöftemen gemauert würden und — das Fabrikgebäude wäre fertig. Einfender tadelt das Fehlen der Fellner- unb Helmersche- Seitenfasfade, warum übersteht er aber das Fehlen der Fassade von dem ttulissen-Magazm im Dülferschen Projekt? Diese JtaumR denen ber Börse tote der Kunst-rc. ic., zu empsehlen unb daburch zu Bebeutung unb Achtung zu bringen vermag, ift eine so schwere Gefahr, baß nicht einbringlich genug bavor gewarnt werben kann. D. Sieb. b. Gieß. Anz.) Die liberale Partei ist in Lonbon überhaupt nur noch durch ein einziges Blatt vertreten, bie „Westminster Ga, zette", die in der auswärtigen Politik etwa die Rolle unserer „Köln. Zig." vertritt, in der inneren aber durch ihre scharfen und beißenden Artikel, noch mehr durch die ebenso trefsenben wie boshaften Zeichnungen beS ehemaligen Börsenmannes F. C. Goulb, ber beachtenswerteste Faktor der Opposition ist. Die kons. Freihänbler haben burch ben liebergang bes „Stanbarb" an Pearson, der aus diesem klügsten unb gesilnbesten Vertreter fairer politischer Aus. fassungeii einen wertlosen Sammelplatz für ben $61 a t f ch (ganz wie bei uns in Berlin. D. Seb.) bet post- tischen Klubs gemacht hat, ihr letztes verloren Für uns Deutsche hatte ber „Standard" auch früher wenig Liebe, indesfen hinreichendes Verständnis. Gegenwärtig s-gelt auch er im Fahrwasser der politischen Preßpiraterie, rote sie die tzarmswortt/jchen Blätter betreiben. Der neueste Coup der Harmswortygruppe besteht darin, daß sie von ihrer „Daily Mail" gemeinhin Black Mail, das heißt ^Perleum- dungspost genannt, eine Pariser Ausgabe herstellt, welche bestimmt ist, in Frankreich die antideutsche Spitze der anglo-scanzöstjchen Entente zu schärfen, nachdem der Pariser „Newyork-Herald" aus persönlichen Gründen seines Herausgebers Gordon Bennet mehr russen- und deutschfreundlich geworden ist. Deutschfreundliche Aeußerungen kommen gelegentlich durch die Berliner Korrespondenten des „Standard" und des „Daily Telegraph", zutn Gehör des englischen Lesers, aber beide Blätter stehen völlig unter dem Einfluß der Chamberlain gruppe und bringen nur zu oft in der nächsten Spalte geradezu phantastische A u s b r ü ch e d e s D e u l j ch e n h a s s e s. Der „Globe" vertritt den Jingoismus des beschrankten aber ehrlichen Alt- engländertumS. Eine kleine vornehme und politisch äußerft mächtige Gruppe findet Asyl in der „Morntng Post"; es sind die milit. und maritimen Vorwärtspolitiker; ]U haben Die Neuordnung der britischen Flotte herbeigesuhrt, drmgeu mit Energie auf die Reorgcuiisation der Armee und sind die eigentlichen Träger einer Aggresivpolitik in Indien. : ^hr leitender Gedanke ist die V o r b er e ttun g auf d re 1 Abrechnung mit Deutschland. Das einzige ruhige ; Blatt, welches eine für England nicht gewöhnliche Weite . des Gesichtskreises mit sachlicher Betrachtungsweise ver- : bindet und daher der deutschen Politik von den rechts- > stehenden Organen noch am ehesten gerecht wird, ist der „Spectator". Er wird aber nicht viel gelesen. „Datly Londoner Presse. । Man schreibtuns aus London: Die hiesige Presse hat in den letzten Monaten wieder einen im ganzen recht unheilvollen Einfluß ausgeübt. Es ist alles geschehen, was möglich war, um im fernen Osten die Lage zu verwickeln, andererseits aber Frankreich gegen Deutschland mobil zu machen. Der Herd dieser Bestrebungen ist das englisch-französisch - amerikanische Syndikat, das überall, wo es in Europa Feuer zu schüren und im Trüben zu fischen gilt, seine Hand im Spiele Hut, und dessen Haiwtorgcme Jahre hindurch die „Times", und in Frankreich der von diesem ganz abhängige „Matin" waren. Die ,Firnes", die auch von den englischen Parteipolitikern fast nie in nationalem Sinne, sondern fast immer nur zu Anstiften von Unheil benutzt wurde, die aber bei der englischen Hoch- und Geldaristokratie noch einen großen Rückhalt besitzt, ist vor einem Jahre in den Besitz der Harmsworthschen Gruppe übergegangen. Seitdem ist sie literarisch außerordentlich heruntergekommen, womit denn passend eine Steigerung der politischen Skrupellosigkeit Hand in Hand geht. Die Gebrüder Harmsworth haben sich von den Besitzern emes kleinen Sportblattes, das ein maskiertes Wettbureau war, zu den Besitzern der meisten Blätter, in denen dte „os,ent- liche Meinung", das heißt die nationalen Schwächen in der unerhörtesten Weise ausgebeutet werden, auszuschwingen verstanden. Diese Blätter huldigen dem dümmsten Ehau- vintsmus und haben zur Verhetzung der ösfentlichen Meinung am meisten beigetragen. Durch alle Mittel haben dte Harmsworth und ihr Schuler, aber jetziger Gegner Pearson, die vornehme politische Presse alten Stiles in ihre Hand zu bringen verstanden, derart, daß augenblicklich weder die konservative, noch die liberale Partei ein lebensfähiges Londoner Morgenblatt von großer Bedeutung besitzen. (Bei uns in Deutschland stehen wir vor der großen Gefa hr, daß Herr Scherl durch den Ankauf emes neuen Blattes einen ähnlich unheilvollen Einfluß im gesamten öffentlichen Leben erringt. Leider tut dte deutsche Reichsregierung alles, um Herrn Scherl immer mehrzu diesem Einfluß zu verhelfen, indem es dessen erbärmliche farblose Presse zu offiziösen Kundgebungen benutzt und ihr überhaupt ihre ganze Liebe entgegenträgt, wahrend dte große alte vornehme politische Preffe Not zu leiden beginnt. Daß dabei ein elender Byzantinismus, eine beklagenswerte Gesinnungslosigkeit m urinier weiteren Kreisen großgezogen wird, baß ^err Scherl das Kläglichste und Miserabelste aus allen Gebieten, auch auf Ehronicle" und „Daily News", die früher manches Wort für die Verbesserung der deutsch-englischen Beziehungen fanden, gehen heute ganz in den kirchlichen Interessen ihrer um den Kakaosabrikanten Cadbury vereinigten sekUrifchen Freunde aus. Verteidiger hat Deutschland also in der englischen Presse heute nicht. Nr. 142 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 20. Juni 1905 Die .Siebener FamiliendlStter- werben dem K MH B |Z M | I / M HW I M I i »Anzeige, viermal wöchentlich betgelegt Der 1(0^ ff S M || M M W- W ’W' ä e^tlSKDe taiöötrT erscheint monatlich einmal. v (5) s c 2 O n n - 3 Q- Or^r 3^3 3 3- P " re « 2 —r* 3 3- % 2. Cf *1 vv ar 2. » Ol UV 3e e g 3 « 01A - "'S to ö5 er 2^g 3 g gA3r 3 = r ? " ö 0-3 Ä 3 ' ** 2 ' cf 2 3 7 = 6 N 5 cP 3 er 2. fr = 2=8^ 3 « 2 2 er 2 3 S9 5 2. 2. 0=2.3.^ 2 3 n Cf Z? Ü er Ut) Co 2. CP UV 3 l(^ o 3 2 er o a 2. «> CZ rt H 2 <ö> X c 2 e — to —• p o 5 Cf p « @ ♦ . OS 3 uo Ls 3 3 e-S P ro P r$ CZ (5) ^$53* o "X* 2 n 3 5 a- 3 2 pro. Ls 3 5 o- nu 7 2 ro * ® @ S o P'°3 Q* 2: ro 3 cp n »30 o cj* O« c ro* «t (p • Xa ^ro« UV 3 p" Cf ro CP ro" o ro VZZ I Zj L «o O -t SL' L - g- o o 5 8»» ' er er «2: 3 O 3 ao 3 OM ro •"* „ O gw —« -T- s ro 2 L cp 2 .? ; ro »• 2-5 3-2* Mp ps 53 -n ’ CC- » CP 3 ro *5 o - Ä s 2 - L3 § Cs o P* J2.cS & ® 5 ro » « $> « 2» 3 »■* • O r—-) — «GM © CP 5 ^2.2.cp.ö' 3 2 & 2 2 r" & Z 2 o 2 esr 5 « ro 5 P. 3 • er jro 3 er cf 2 » U-. ro ro ___ Sri. »3 ro ro ? ro ro » UV o a S u 3 ro ^1 ■**" 0 -y-cQ @' ro"'S* » up ^7. 3*. 3 2.CP - - ro -T — ro S 3 3 ® ro 5- » O 5S P ei « qt ro Z 2 ÖO P n O ?<1? o ro -L 5: 3 ro n o Cf. 2 3 sollen nach Dülfer ais gesonderter Bar- neben dem Theater gebäude errichtet werden. Herr Dülser gibt diese Anordnung wohl im Grundriß und Schnitt an, aber im Aufbau läßt er alles im Unklaren. Ein Mage^tagebäude allein in unseren Anlagen neben dein Theater — nur mit einem Verbinbungsgang an gehängt, welch reizvolle Anordnung! Das Herausholen der Vo rzuge des Dülserschen Projektes ist zu plump und nun gar noch die Kritik des Fachmannes über die Platzgestaltung, die in jeder Beziehung so streitbar ist. Es bedarf keines großen fachmännischen Verständnisses, um auf oen ersten Blick zu sagen, daß das Dülfer'sche Projekt mehr einem Hallen bau gleicht, der in seiner provisorischen Geslallung wohl für den Festplatz geeignet, aber nicht dazu angetan ist, für Jahrhunderte der Menschheit zu zeigen, daß man nm Anfang des 20. Jahrhunderts auch hier in Gießen noch Kunstverständnis imb ästhetisches Empfinden hatte. Nicht auf den einzelnen Kunstenthusiasten darf es ankommen, nein, Jedermann soll beim Beschauen eines Bauwerkes die Empfindung des Schönen, des Erhabenen und Mäch- tigen m sich fühlen. Gerade die ruhige, edle Formensprache des Fellner und Helmer'schen Projektes ist es, was mir ivobl tut, und nicht das gesuchte, unwahre Haschen nach Formen, die uns kalt lasseii uiid nicht befriedigen. Ich verlraiie der Kommission mehr Geschmack als dem Ein- .eiider und möchte im Iiiteresse unserer Stadt wünschen, das; fein derartiger architektonischer Mißgriff wie das Dülfer'sche Projekt zur Ausführung kommt. Es giebl ja außer Herrn Dülfer glücklich noch Leute, welche Theater bauen föimen, und gerade der Hinweis des Artikelschreibers auf unseren erhabenen Landesherrn als Führer und Beschützer des wieder auflebenden Kunstsinnes ist dazu angetan, nuferen Thecuerbau auch in die Hände der Herren Fellner und Helmer zu legen, welche zur Zeit den großen Umbau unseres Hoftheaters m Darmstadt ausführen. Der Warne solch hervorragender Künstler, die mehr als fünfzig Thealerbauten ausgeführt haben, von beneit ich nur das mustergiltige Hoftheater in Wiesbaden, das neue Theater m Berlin, den Züricher Theaterbau, das Haniburger neue Theater und viele aridere nennen möchte, bürgt dafür, daß es diesen auch leicht möglich sein wird, ein für Gießen geeignetes Theatergebäude zu errichten. Herr Dülfer hat außer dem Theater in Meran, soviel mir be- »aimt, nur noch das Theater tu Dortmund erbaut, hierbei ja gewiß in Ehren bestanden, ob aber die Dortmunder jemals ivieber den Dülfer'schen Stil und die Dülfer'sche Eigenart wählen würden, möchte ich stark bezweifeln, denn mir sind sehr viele andere Ansichten mitgeteilt worden. Bei einem Wettbewerb um das Theater in Freiburg i. Br. hat das Dülfer'sche Projekt von den Preisrichtern nachstehenden Satz im Gutachten erleiden müssen: „Der Entwurf Tükfers führt eine groß angelegte, malerische perspektivische Gesamtansicht vor, welche in ägyptischen und griechischen Formen mit großer Massenwirkung durchgeführt ist. Es ist geradezu erstaunlich, mit welcher Kühnheit der Verfasser solch eigenartige Wege beschreitet. Leider aber ist ein solcher Bau für ein modernes Theater wohl nicht angebracht, während dasselbe als großes Spezialtheater wie Wagner nsw. in entsprechender Umgebung von großartiger stimmungsvoller Wirkung sein müßte. Es liegt im Aufbau zwar ein Entwurf mit prägnantestem Theater-Eharakter bei monumentaler Wirkung vor, welcher jedoch kaum irgendwo in Wirk- l i ch k e t t übersetzt werden dürfte." „Also kaum irgendwo in Wirklichkeit übersetzt werden dürfte!" Auch dies trifft für hier zu, denn das Freiburger Projekt ist unserem Gießener Projekt in vieler Beziehung sehr ähnlich. Ich denke, es mag der Kommission und unserer Stadtvertretung überlassen bleiben, zu wählen, was sie für richtig be- ftndet und nicht, was der Herr Dülferschwärmer für gut hält. 3E. Z. * Wir bringen vorstehende Entgegnung auf einen Artikel in unserer Nr. Iö7 d. Bl., um den verschiedenen Ansichten Gehör zu schenken. Wahrscheinlich wird der Fellner und Helmersche Entwurf der Allgemeinheit mehr zusagen als der Dülfersche, aber das beweist keineswegs,, daß er der künstlerisch wertvollste ist. Neue gute Gedanken finden niemals schnellen Eingang in weiteren Kreisen, brauchen vielmehr zumeist viele Jahre bis! zur allseitigen Anerkennung und vollen Würdigung. ES . ist auffällig, daß man im wesentlichen nur die Frontansichten zur Ausstellung gebracht hat, dagegen aber die Zeichnungen, die neben der Front auch eine Seitenansicht zeigen, der Oeffentlichkeit vorentbalten hat. Diese Zeichnungen aber vermögen erst einen annähernd klaren Begriff von der Total- w i r k u n g der einzelnen Projekte zu geben. Unser Herr Artikelschreiber konnte natürlich nur nach den ausgestellten Zeichnungen urteilen und wenn er danach das Dülfersche Projekt am höchsten schützte, so ist dies kein genügender Grund, ihm den Vorwurf der Einseitigkeit zu machen. In' dem heutigen Eingesandt liegt doch gewiß ein völliges „Sich auf eine Seite stellen", vor, aber dies ist stets unvermeidlich, da jeder nur sein subjektives Urteil geben kann. Man muß dem alten Satze Gerechtigkeit widerfahren lassen: was dem einen recht ist, ist dem andern billig. Unser Herr Artiielschreiber wendet sich aber ganz besonders gegen die jetzt so oft in der Architektur geübte Zusammenschweißung verschiedener Projekte durch einen Dritten. Und das mit Recht, denn jeder, dem architektonische Werke Künst- werkc bedeuten, muß gegen dieses Verfahren vorgehen und sich abfällig darüber äußern. Die Architektur ist eine der höchsten Künste, steht aber bei uns heute leider im Durchschnitt so tief, daß sie sich überall ein unberufene# Eingreifen gefallen lassen muß. Man wage nur einer andern Künst etwas ähnliches zu bieten! Etwa einen Klinger'schen Denkmalsentwurf durch irgend einen „Sachverständigen" den Verhältnissen anzupassen. In jedem einheitlichen Werk, das geschaffen wird, versteht man, daß Aenderungen nur von der entwerfenden Hand ausgeführt werden sollten. Und deshalb wendet sich unser Herr Artikelschreiber int Interesse der Allgemeinheit an die Kommission, daß diese einen derartigen Kompromiß bei unserem Theaterbau nicht unterstützen möge. 9hir dann kann ein einheitliches Kunstwerk entstehen, wenn es aus einem Geiste geboren und ausgeführt wird. Ob nun das Dülfer'sche Projekt oder das Fellner und Helmer'sche Projekt zur Ausführung kommt, mag die Kommission in erster Linie nach praktischen Erwägungen entscheidett, aber wir hoffen im Interesse unserer Stadt, daß der auszuführende Entwurf in einheitlicher Weise von dem betreffenden Künstler ausgearbeitet werden möchte. Bei den bedeutenden Geldmitteln, die die hiesige Bürgerschaft bereitwilligst zur Verfügung stellt und wohl auch noch weiter stellen wird, wäre es auch zu wünschen, daß in unserem Theater ein e ch t^s Kunstwerk erstände. Zum Schluffe möchten wir noch wiederholen, daß auch uns von den ausgestellten Entwürfen der Dülfer'sche vom künstlerischen Standpunkte aus am besten gefällt. Da an ihm auch die Kommission nach ihrem Protokoll technisch wenig auszusetzen hat, würden die gewünschten Aenderungen von dem Künstler wohl mit Leichtigkeit auszuführen sein. Die R ed a ktio u des „Gieß. Anz." * KleineTaqeschronik. Ans der westlichen Mary land - B a h n stießen bet Westminster ein Personenzug und ein Kohlenzug zusammen ; dadurch kamen 2 3 Personeu, fast sämtlich Bahn- bedienstete, ums Leben. — In Ai ü n st e r i. Wests, ist durch Großfeuer die größte und älteste Brauerei am Platze, die „Westialia Brauerei Gebr. Hagedortt u. Eo." vollständig etngeäschert worden. — Ter 19 jährige Bauarbeiter Bergeest schoß in Groß-Moor bei Harburg aut mehrere Nachbarn, btc ihm kein Geld borgen wollten. Die F raue n Heilmann und Kaiser wurden durch 5 Schüsse getötet. Der Mörder ist hettte in Hamburg verhaftet worden. — Oberstleutnant von Reitz, Kommandeur des 7. Infanterie-Regiments in Graz, hat sich am Sonntag morgen in einem Wiener Hotel erschossen. Er mar seit längerer Zett nervenleidend und verübte den Selbstmord zweifellos in einem Anfälle von Verfolgungswahn. — In L e o b e n (Steiermark) wurde vor einem Kloster eine von unbekannten Tätern gelegte Bombe gefunden. Nur dem Umstande, daß die bereits angezündete Zündschnur oon selbst erlosch, ist es zuzujchreiben, daß fein Unglück geschehen ist. — Tas Landes-"Ausschttß-Aiitglted P a t e r S ch 1 e t ch e r welcher inRohr ° b a ch (Oester.) dte Verteilung von Dienstboten-Prämien vornahm, wurde beim Einsteigen in den Eisenbahnzug von sozialdemokratischen Arbeiter n ohne jede Ursache überf allen, mißhandelt und schwer verletzt. $pidplau der vereinigten Frankfurter Stadttheater.^ Schauspielhaus. Mittwoch den 21. Juni*): „Tie beiden Leonoren. Donnerstag den 22. Juni, abends halb 8 Uhr: „Die Jungfrau von Orleans." Freitag den 23. Ium: „Telephon-Geheimnisse/' Samstag den 24. Juni: „Julius Cäsar." Sonntag den 25. Juni: „Telephon- Geheimnisse." Montag den 26. Juni: „Kabale und Liebe." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. , Märkte. Gießen, 20. Juni. Marktbertcht. Aus hetUtgent Wöchenmarkl kosteten: Butter pr. Psd. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 ©t. 5—6 Vfg. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse vr. Sick. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsettpr. Liter 32 Pfg., Tanbenpr.Paar0,80-0,90 Alk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pid. 55—65 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 70—80 Psa., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,50-8,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 All., in Körben 00—00 Pfg., Kirschen pr. Pfd. 30—35 Psa. Zwetschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Btrnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 7—1 Uhr. § Hercheuhain, 17. Juni. Ter in übernächster Woche stattflndende „I o h a n n i m a r f t" dauert diesmal zwei Tage. Montag den 26. dss. Nits, ftndet Rindvieh- und Schweinemarkt, Dienstag den 27. d. M. Krämermarkt statt. Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 19. Juni 1905. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n f f u r t a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 74-75 Alk. 12 Kg. Schlachtgew. 87—90 Pf. 7, „ w 69—70 „ 7» Kg. 70-80 Pfg. 7, , 70-74 „ 7, „ 70 - 80 „ Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. 18,70 Alk. Roggen 100 „ 16,35-00.00 Mk. Weißbrot 2 Kg. 52 Pfg. Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg. Sriefkasteu der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) AuonymuS. Warum nennen Sie nicht Ihren Namen? So lange Sie ihn verschweigen, erteilen wir grundsätzlich keine Auskunft. Biosan Blut, Eiweiß für die Ernährung, Lecithin (Phosphor) für die Nerven. Man lese die Gutachten der Aerzte. 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Der Anfang zu den Wiesen bei Wieseck ist des Vormittags 10 Uhr in dem Dorfeld'schen Garten dahier, und zu den Wiesen bei der Badenburg des Nachmittags 5 Uhr auf der um •V.v Is 2 Lr> W Weiterem in Weitershain. __________ giftet null Kndit-Mm-GeseWst in Lich. Bon der Aktie No. 88 unserer Gesellschaft sind nach Angabe des Eigentümers, die Dividendcnscheinc für die Jabre 1903 bis inkl. 1909 ncbsi Talons in Verlust geraten. Der derzeitige Besitzer dieser abhanden gekommenen Papiere wird hiermit ausgesordcrt, etwaige Ansprüche hieran innerhalb vier Wochen bei uns geltend zu machen, andernfalls dieselben nach dem als kraftlos erklärt sind. Lich, den 19. Juni 1905. Sicher Spar- und Kredit-Aktien-Gesellschaft in Z/ich. Dörmer. Schäfer. 3280 Vergebung von Erdarbeiten. Die Erdarbeiten für den Ausbau der Straße entlang der /iciten Veterinäranstalt zwischen Frankfurter Straße und dem Bahnhof sollen Montag, den 26. Juni d. I., vorn». 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 19. Juni 1905. B’% Städtisches Tiefbauamt. Braubach. * o '£» "" v u 5- ** P u fi £ C Eingesandt. Für die bevorstehende Ersatzwahl zur Handelskammer dürfte .n erster Linie ein Mann vorzuschlagen sein, der mit allen Kreisen Fühlung und bewiesen hat, daß ihm die Wahrung der Interessen der Kaufmannschaft am Herzen liegt. Dies ist in hervorragender Weise bei Herrv Emil Horst der Fall. Als Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins leitet Herr .')orst die Geschälte desselben seit Jahren mit anerkanntem Geschick, und die unter Ober-Aufsicht der Handelskammer stehende Kaufmännische Fachschule ist mit Herrn Horst an der Spitze auch gut beraten. , . Der Kaufmännische Verein hat sich die Ausgabe gestellt, zu oen Standesfragen in vermehrtem Maße Stellung zu nehmen und es erscheint vorteilhaft, durch Eintritt seines auf 3 Jahre wiedergewählten, verdienten Vorsitzenden in die Handelskammer zwischen dieser und beni Kaufmännischen Verein ein Bindeglied mehr zu schaffen. Der Detaillisten-Verein ist durch seinen Vorsitzenden in der Handelskammer vertreten und kann die Wünsche seiner Mitglieder so jederzeit direkt zum Ausdruck bringen; geben wir dem Kaufmännischen Verein, der nahezu 300 selbständige Mitglieder aus Industrie, Groß- und Kleinhandel hat, gleiche Gelegenheit zur allgemeinen Förderung von Handel und Verkehr! Herr Emil Horst hat als Fabrikant und Händler ein rechtes Verständnis für alle beteiligten Stände, und durch ihn werden vor allem auch die Steinindustrie, sowie die Baubranche die ihnen bis /eist fehlende Vertretung in der Handelskammer finden. Die Wahl des Herrn Emil Horst sei deshalb hiermit wärmste empfohlen! 3296 Mehrere Kaufleute. Blasen- und Nierenkranken ist dringendst zu empfehlen der Besuch dos Kgl. Mineralbades Brückenau, sowie zur Trinkkur das es13/10 £.>d ö I c 2) gp V "v®. V o 's öS? pm a .6 f DenUelte crstkl. Solidana-Fahrrader ♦ T auf Wunsch Tellzatkluue. Y V ä Anzahl. 20, 39. 50 M. J < /ta*. Abz. 8—15 M. njon. Y Reichsruder von X an. Zubehör- X teile spottbillig, x « Preisliste gratis und Iranko. T T Jo Jomc3 rose;6b. T TMailcttcnbarsS. 2?'u. 209 li v7/. Für alles Schuh-und Lederzeng r \ Verbürgt schönsten Glanz, ist ' säurefrei, macht das Leder halt- Gin Juwel ist ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendsrisches Aussehen, weiße, samnietweiche Haut und blendend schöner Teint. Alles dies wird erreicht durch: Steckcnpfcrd-^ilienmilch-Seife v. Bergmann & Co., Radebeul mit Schutzinarke: Steckenpferd. ä St. 50 Pf. bei: Cu/2 P. I. MöbS. Ang. Roll. 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