Samstag IN. August 1805 Erstes Blatt. Gchulstrabe 2. Sdresse für Depeschen Nozetger «tetze«. Kernsprkchanschluß 9?r.61. 155. Jahrgang Ar. 194 •tieelet tlgti* au her Sonntag». Dem Gießener Anzeiger «erden im Wechsel mit dem SeMfche« kandwki die »Itgtetr Kamtlten. HÜtCt viermal in der Woche betgelegt. Rotationsdruck n. Ber- Sag der Vrühl'fchen vntDerf^Buch-n.bteü»' druckest. 8t Laag«. GretzenerAnzelgerW w General-Anzeiger » ME Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MWZ _________- ________ -____ zeigenteil: HanS Deck' Die heutige Yummer umfaßt 14 Seiten. Internationaler Kongreß des Keröandes zum Studium der Verhältnisse des Mittelstandes. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) IL Lüttich, 17. Aug. Heute fanden die Sitzungen der drei Sektionen um $ Uhr und um 3 Uhr statt. Dazwischen war um 12 Uhr ein Besuch der Weltausstellung vorgesehen, um die Maschinen zu besichtigen, die für das Kleinhandtverk und den Kleinbetrieb überhaupt nutzbar gemacht werden können. Für 6 Uhr nachmittags ist ein Bankett in der Ausstellung vorgesehen. Es wird nicht möglich sein, auf alle Referate einzugehen, sondern wir beschränken uns vorläufig auf die Arbeiten der deutschen Herren, weil die deutschen Verhältnisse den Lesern am besten bekannt sind. Ueber die Förderung des Mittelstandes im Groß Herzogtum Hessen äußert sich in seinem Referat der Oberregierungsrat Dr. Wagner aus Darmstadt. Im Großherzogtum Hessen hat der 1836 gegründete 119 Ortsvereine umfassende Landesgewerbeverein außerordentlich viel für die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Mittelstandes geleistet. Von der Landesregierung gefördert, bildete der Landesgewerbeverein sich sehr bald zu einem Organ aus, das die Regierung mit zuverlässigen Berichten und Gutachten über die gewerblichen Angelegenheiten des Landes versorgte und dadurch ermöglichte, Mittel und Wege zur Förderung des Handwerks zu finden. Die Entwicklung führte im Jahre 1867 zur Errichtung einer besonderen staatlichen Behörde, die heute noch besteht und unter der Bezeichnung „Zentralstelle für die Gewerbe" dem Großh. Ministerium des Innern, Abteilung fiir Landwirtschaft, Handel und Gewerbe unterstellt ist. Zur Förderung des Gewerbestandes hat sich das gewerbliche Unterrichts wesen als sehr wirksam erwiesen und auch die weitgehendste Förderung erhalten. In beinahe 70jähriger Entwicklung hat es den folgenden Stand erreicht: „115 Handwerkersonntagsschulen, 42 gewerbliche Fortbildungsschulen, 10 Gewerbeschulen, 2 Baugewerkschulen (Darmstadt, Bingen), 1 Kunstgewerbeschule (Mainz), 1 technische Lehranstalt (Offenbach), 1 Hochschule für Elfenbeinschnitzerei, Drechslerei und Kunstschreinerei (Erbach i. O.), 1 Wcbschule in Lauterbach. Weiter sind zur Förderung des gewerblichen Nachwuchses folgende Einrichtungen getroffen: 1. Lehrlingswerkstätten, 2. Sonderkurse, 3. Lehrlingsarbeiten-Ausstellungen, 4. Unentgeltliche Stellenvermittlung durch das Gewerbeblatt. Zur Beschaffung billiger Maschinen besten Fabrikates an die Handwerker ist im Jahre 1904 auf Betreiben der Handwerkskammer eine Handwerkcr-Zentralgcnossenschaft (Aktien-Ge- sellschaft) gegründet worden. Der Staat hat diese Gründung gefördert, sowohl dur ernem volle^eten Idyll gestaltet, selbst Sonne und Himmel müssen dazu ihre Mithilfe gewähren. So ist der blaue Garten nach Osten gelegen, um von den Mvrgensonnenstrahlen märchenhaft vergoldet zu werden, während der gelbe Garten durch 'die glut- „des Abendhunmels sein eigenartiges Farbengepräge erhalt. Natürlich sind die Gärtchen auch mft künstlerischeni Gitter- zrerat, Laubengehängen uflv. in vornehmer Weise geschmückt, und fie werden jebenfalls' in fachmännischen K'reisen zu lebhaftem Für und Wider Veranlassung geben. In der Nähe der Olbrich- scheu Gärten haben auch 'mehrere andere Darmstädter Künstler ort- hergerichtet. So die Herren Ludwig Fuchs und Alired Koch einen bürgerlichen Hausgartcn und ein Luxus- gartchen, Herr H. D. Leipheimer ein schlichtes, ansprechendes Fanuliermärtchen u. a. m. Daneben sind natiirlich auch zahlreiche andere Aussteller mit besonderen Blumenzüchtungen, Gerätschaft ten für ben Gartenbau, Warmanlagen für Gewächshäuser usw. vertreten, sodaß sich ein Besuch der Ausstellung sowohl für das große Publikum, wie namentlich 'auch fiir den Fachmann außerordentlich interessant und lohiiend erweisen wird. Die Ausstellung wird täglich bis zuni 17. September geöffnet sein. Frankfurt, 18. Aug. In die Menzel-Ausstellung des Künstvereins, deren Besuch von Woche zu Woche zunimmt, wurden neu ausgenommen, einige frühe Pastelle des Meisters' „Bauernfrauen auf dem Markte in Kässel", „Urwähler 1849" „schlafendes Kind", sowie ein fiir die Schaftensweise Menzels bewnders interessantes Aquarell „Sterbender Soldat", welches „Königinhof 1866" bezeichnet und gleich nach der Schlacht gearbeitet ijt. Tie MenzelauSstellung weist nunmehr über 130 Nummern — alles Originale des Meisters — auf Helsingfors, 18. Aug. Der finnische Maler Al» bert Eden selb ist heute gestorben. Der österreichische Abgeordnete Dr. Trübe Botschaft aus Deutsch-Ostafrika. könne. Wien, 18. Aug. Kirche und Hchnte. Hebe dingen, 17. Aug. Vor einigen Wochen hatten Zur Fleischverteueruug. München, 18. Aug. In den Zentralsälen findet am Dienstag eine von einem Komitee, das sich aus Bürgern, Beamten und Gewerbetreibenden zusammensetzt, einberufene Volksversammlung statt, um gegen die Behauptung des preußischen Finanzministers, „daß in Deutschland eine Fleischnot nicht existiere", sowie gegen das passive Verhalten der bayerischen Regierung, die es noch nicht angezeigt sand, die Fleischversorgimgskommission einzuberufen, energisch Protest zu erheben. Nürnberg, 18. Aug. Die Gesamtvorstandschast des Verbandes der bayerischen Gastwirte beschloß, durch eine Abordnung aus Vertretern des Gastwirtsgewerbcs der Städte Nürnberg und München persönlich bei der bayerischen Staatsregierung vorstellig zu werden, um ihr die Bitte um sofortige Oeffnung der italienischen Grenze für Schlachtoie h undbesondersfürSchweinezuunterbreitem^^^ Ernst Bareuther ist gestern in Freiburg im Breisgau g e st o r b e n. Budapest, 18. Aug. In den Festartikeln anläßlich des 7 5. Geburtstages des Königs heben die Organe der Koalition die Gravamina und die Forderung der ungari- chen Nation hervor, stellen jedoch, insbesondere gegenüber der jüngsten Broschüre des Berliner Universitätsprofessors Julius Zeysig „Ungarische Krise und Hohenzollern" fest, daß von einer Lockerung des Verhältnisses zwischen der ungarischen Nation und den Habsburgern nicht die Rede sein könne. Petersburg, 18. Aug. Wie die Petersb. Telegr.« Agentur mitteilt, ist das im Umlauf befindliche Gerücht von einem beabsichtigten Getreideausfuhrverbot vollständig haltlos. Tanger, 18. Aug. An der Küste von Tanger wurden zwei Franzosen auf einem Spaziergange etwa zwei Kilometer von der Stadt von Mitgliedern des Stammes And- jera, die mit Gewehren bewaffnet waren, angegriffen und ihrer ganzen Habe beraubt. Aus Slaöl im- KmiS. Gießen, 19. August. •• Gießener Pferde markt-Lotterie. Die Lost des am 6. September d. I. stattfindenden Herbst-Pferdemarkts finden guten Absatz. Als Haupttreffer sind vorgesehen: ein viersitziger Viktoriawagen nebst Pferd und silberplattiertem Geschirr, ein eleganter Schlitten nut Plüschpolsterung und Pelzdecke nebst Pferd und vernickeltem Brustblattgeschirr, ein Lauierbacher Wagen mit Kutschlerbock nebst Pferd und Kummetgeschirr, sowie 7 Pferde und Fohlen, landwirtschaftliche Maschinen, Fahrräder, Nähmaschinen, Haushaltungs- imd Gebrauchsgegenstände. Der Wagen und Schlitten sind von A. Ki lb mger, das silberplattierte Geschirr von Sattlermeister Groß, das Brustblattgeschirr von Sattlermeistec Svies, der Lauterbacher Wagen von Wagnermeister find für diesen Zweck jährlich 1000 Mk. vorgesehen. Die «fühle. Es wird beabsichtigt, vor der Auswahl de§ vom König Staatsregierung verwendet übrigens auch einen nicht un- einzuberufenden Handwerksvertreters den Handwerks- und bedeutenden Teil des Abwurfs verschiedener Stiftungen je Gewerbekammerausschuß zu hören. nach Bedürfnis zur Förderung des gewerblichen Mittel- Wilhelmshöhe. 18. Aug. Heute morgen traf der ftQnbeg. Oberstkämmerer Fürst zu Solms-Baruth hier em. Das Das Herzogtum besitzt in dem Arbeitersekretariat Kaiserpaar und das Fürstenpaar von Fürstenberg unter- 3u Gotha eine Stelle, die nicht nur dem Wohle der arbeitenden nahmen gestern abend eine gemeinsame Ausfahrt und heure Bevölkerung, sondern auch dem Wohle des gewerblichen vormittag einen gemeinsamen Ausritt. Der Kaiser konferierte Mittelstandes gewidmet ist. Weitere Referate wurden erstattet gestern und heute mit dem Reichskanzler Fürsten v. Bülow, aus Braunschweig, Lübeck, Mecklenburg-Schwerin, Groß- Heute nachmittag 1 Uhr fand bei dem Kaiserpaar anläßlich Herzogtum Oldenburg, Preußen, Großherzogtum Sachsen- des Geburtstags des Kaisers Franz Josef eine größere Weimar, sowie aus Elsaß-Lothringen. Gerade Deutschland Tafel statt, an der u. a. der österreichisch-ungarische Bot- hat sich außerordentlich fleißig an den wissenschaftlichen schafter v. Szoegyeny-Marich, Reichskanzler Fürst Bülow, der Studien beteiligt. deutsche Botschafter in Konstantinopel, Freiherr Marschall l ml.......... ■■ ■ ! - ..........■■■ 1 *o. Bieberstein, der Gesandte v. Tschirschky und Bögendorff, fifriTrtPfcrfhfTH der österreichische Militärattaches Major Klepsch-Kloth v. Roden, yfllUljnje ürftin von Fürstenberg, Oberpräsident v. Wind- Kämpsen in Südwestafrika und über den Mangel an Ber-! o 1 tu tntr.-mkn-ron st-Mis für bie außerorbentlidjen Leistungen der d-u^ch-n Ob°-h°sm-.st-r Frhr ° M.rbach °,ln°hnnn Soldaten, vor denen die in die Heimat Zurückgekehrteu Wilhelmshöhe, 18. Ang. Bei der Fruhstuckstafel sich eines bitteren Gefühls nicht erwehren tonnten. Das erhob sich der Kaiser, brachte m warmen Worten einen Blatt meint, es geschehe von amtlicher Seite wenig, um in Trinkspruch auf den Kaiser von Oesterreich aus und der Heimat Aufklärung über die furchtbaren Anforderungen trank auf das Wohl des Kaisers, seines hochverehrten Freundes zu verbreiten, denen unsere Soldaten in Südwestafrika zu und treuen Bundesgenossen. genügen haben. Das ist richtig. Ließe nicht die bürgerliche Kottbus, 18. Aug. Die Staatsanwaltschaft Hut in Presse — und hier wohl ohne Unterschied der Partei- Sachen der Spremberger Eisenbahnkatastrophe stelluug — es sich angelegen sein, private Berichte vom gegen sechs weitere Bahn au gestellte und zwei Kriegsschauplätze weiter zu verbreiten, dann müßte bie etredentoärter ein Ermittelungsverfahren wegen Oefsentlichkeir sich bescheiden bei der Kenntnisnahme der fahrlässiger Tötung durch Außerachtlassung der Berufs- Berlustlisten und gelegentlichen, bei der „Nordd. Allg. pflichten eingeleitet. Auch die Eisenbahnverwaltung hat Ztg." veröffentlichter strategischer Betrachtungen, die wohl eine neue dienstliche Untersuchung gegen das gesamte an nur den militärischen Kreisen interessant sind. Anerkenn- dem Unglückstage tätig gewesene Personal eingeleitet. ung und Bewunderung wird den deutschen Soldaten in der Schleswig, 18. Aug. Wie die „Schlesw. Nachr." Bevölkerung und in der Presse der Heimat verdienter- melden, ist der Finanzminiper Frhr. v. R he in b a b en mit maßen zuteil. Auch im Ncichstag ist dem aufs wärmste feiner Familie heute zu längerem Aufenthalt bei seinem Ausdruck gegeben worden, mau vermißte andererseits auch Schwiegervater v. Lilieneron eingetroffen. hier eine entsprechende Würdigung durch die Regierungs-i Straßburg, 18. Aug. Wie nunmehr feststeht, wird Vertreter. Wir erinnern uns, daß bei einer Diskussion über bec Festzug, mit welchem am nächsten Sonntag hier den Burenirieg Fürst Bülow mit Entschiedenheit daraus b 52, Deutsche Katholikentag eröffnet wird, folgender- hinwies, daß die englischen Soldaten zu sterben verstunden. \ c^mensetzen: Schweizer 318, Kornbinirte Gruppe An diesem Magstave gemeßen, hatte die todesmutige« qb-piifcpn 1958 Württemberaer 391 Vtälrer 610 Tapferkeit der deutschen Soldaten eine wärmere Würdig- H1?6' Preußen 1958, ^l‘c”emb!59ec ung seitens der Negierung finden müssen, als man sie bisher Badenser 4567, Lothringer 3447, Oberelsaffer 3218, Unter» vernahm. Wie gesprächig war doch der offiziöse Apparat elsäsjer 12138, Straßburger 3238, Schlußgruppe 1431 Per- im Ehmafeldzug, und zwar schon, ehe Gras Waldersee seine «sonen. Die Gesamtziffer der Teilnehmer ist 35 492. eigentliche Tätigkeit begann. Nicht ein einziger Parade- -■ ---- marsch, den der Oberkommandierende im fernen Osten ab- Keer UHO nahm, der nicht lobende Erwähnung gefunden hätte in Flottenvergroßcrung? den ofsiziösen Telegrammen! Damals wäre weniger mehr Berlin, 18. Aug. Die „Nationalzeitung" schreibt: Die gewesen. Heute scheint die Negierung den Kopf so voll zu stottengcgnerische Presse regt sich über das Inserat des Vulkans haben von Sorgen um die koloniale Gegenwart und Zu- I. bcc Norddeutschen Allgem. Ztg." vom 13. August auf, dmft, daß sie ür drn unubcrir-nllchcn H-rm-m^, den I st' ouS cinct dort roicbergegebenen Aeußemng der alt WiÄWÄfÄ »« Zimmermann in der Aussichtsratssitzung uom Wenn die „Köln. Ztg." meint, das deutsche Volk sei den 31. Mai die nahe bevorstehende Schaffung einer neuen Männern zu Tank verpflichtet, die ihr Leben für die Ehre Etraflotte herleiten und zugleich dem Reichsmarineamt die des Vaterlandes in die Schanze schlagen, so darf demgegen- dunkelsten Absichten unterschieben zu müssen glaubt. Wenn über wohl gesagt werden, daß auf Grund der Mitteilungen I auch eingestandenermaßen Deutschland sich einer erheblichen der Presse das Volk sich ein Urteil zu bilden in der Lage I Vergrößerung des Linienschiffs- und des Panzerkreuzer- ist über die Leistungen Der deutschen Soldaten in Südwest- Deplacements nicht mehr wird entziehen können, so ist doch asrika. «daraus hinzuweisen, daß der Ausdruck „besondere Nord- seeflotte" noch nie an offizieller Stelle gefallen ist und m . b>raf Cohen. , <• nach Mitteilung von zuverlässig unterrichteter Seite auch die R-ch^d-r°M"ldungb7i,^dcr'Gouärneu? 'von" O^äftikjNotwendigkeit der Schaffung einer besonderen Nordse-flott- Graf Götzen, werde Mitte September in Deutschland ein- bis auf weiteres nicht emtreten durfte. Man tut offenbar treffen um an den Behandlungen über die Umgestaltung Unrecht, die zweifellos nur allgemein aufzufassende Erklärung der Kolonialverwaltung .eilzunehmen. Es ist erst wenige der „Norddeutschen" über die Berechtigung des vom Vulkan Monate her, daß Graf Götzen in der Heimat weilte. Also vertretenen Standpunktes auf alle einzelnen Aeußerungen der müssen ganz besondere Umstände fein so schnelles Wieder- verschiedenen bei der Diskussion beteiligten Direktoren aus- erfcheinen veranlassen. Tie Zeutralverwaltungs-Reorgani- Zehnen. Trotzdem muß jeder, der offenen Auges der Ent- fation sagt man, aber einen Wachset in der Leitung btefer roic[cI be5 Schiffsbanes folgt und sich mit den Fahr- ^^^örde wird man wohl meinen. Sonst $atte J I tvafferocr^ältniffen der Oder beschäftigt, die Errichtung einer föV’b^m “ngfte iS Äung äuÄe kiliate » an der Elb- für eine zwingende Not- steht, während Gras Götzen erst wenige Jahre im Reichsdienst wendigkeit halten. Ütig ist. Also Graf Götzen wird als der künftige Kolo- Bremen, 18. Aug. Das Schulschiff des deutschen nial-Sta atsse kr et är betrachtet werden dürfen. Daß Schulschiffvereins „Großherzogin Elisabeth" ist am er es unternimmt, jetzt Ostafrika zu verlassen, berechtigt 17. wohlbehalten in Edinburgh (Leith) angekommen, dazu, in den im Süden des Schutzgebietes ausgebrochenen @g fegelt voraussichtlich am 22. ds. nach der Weser zurück. Unruhen eine nicht gerade bedenkliche Erscheinung zu sehen.1 —'----------------------------—“——---------— Berlin, 18. Aug. Nach einem soeben eingegangenen Stadtrat und Ortsschulbehörde beschlossen, die hiesige höhere Telegramm des Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika Töchterschule, deren Besuch in schlechtem Verhältnis zu hat sich die Lage im Schutzgebiet verschlimmert, dem Kostenaufwand stand, zu schließen und den Mädchen In den M a t u ui b i - Bergen, wo die örtlichen Unruhen rasch ben Besuch derRealschnle zu gestatten. Der Großh. Ober- unterdrück! werde» konntcn, ist kein neuer Zwischenfall em- ( „unm,gt bicfcnl Beschluß die Genehmigung getreten, dagegen herrscht neueromgs Unsicherheit rn '^ ; 1 1 3 * s J den Bezirken D 0 nda und Li wa le. Nach Kilwa sind Be- veiyagi. , wrrna„,/ k .fv richte von Eingeborenen gelangt, nach denen Bischof Spies, Jom ^^ein, 17. Aug. ^er Allgemeine deutsche Bruder Gabriel Sonntag, Bruder Andreae Scholzen, Verein für Schulgesundheitspflege hat m einer Schwester Felicitas HoUner und Schwester Cordula Ebert Resolution Stellung gegen die jetzige Schulzeiteinteilung auf der Reise zwischen Mwa und Liwale ermordet toor* genommen, indem er „im hygienisch und unterrichtlich erden find. Der Bischof, durch das Bezirksamt in Kilwa zjehlichen Interesse" schwere Bedenken dagegen erhebt. Der zurückgerufen, ist mehrmals ersucht worden, seine Reise Vorstand wird beauftragt, „die geeigneten Schritte bei der aufzugebeu, erklärte aber auf eigene VeranttvOt.tung reifen sj{eqierung gU tun, um zahlreiche Versuche an Volks- und SU. wollen Der Gouveriieur beantragte sofortige Ver- 9 ^en zu veranlassen, durch die die Frage der s ar ung 1 ..t 1 t zweckmäßigen Unterrichtszeit ihrer Lösung entgegengeführt . . n . - ivird". Allgemein herrsche die Einsicht, das; wenn eine Ver- legung des gesamten Unterrichts auf die Vormittagsstunden Berlin, 18. Aug. Das „Militäcivochenblatt" meldet: nicht durchführbar sei, der wissenschaftliche Unterricht auf die Erzherzog Karl Franz Joseph von Oesterreich ist Vormittage, der technische auf die Nachmittage zu ver- L la suite des 2. westfälychen Husaren-Regiments Nr. 111 legen sei.________________ geftea^m^en.^^^ Allgem. Ztg." zufolge starb in IliebeNSUlttelHandlungen. Tokio Oberzeremonienmeister Sannomiga nach längerer Portsm outh, 18. Aug. Sämtliche russischen Krankheit. Bevollmächtigten und Delegierten bei der Frie- — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht in einer beson- denskonferenz versammelten sich gestern um geten Beilage die Verhandlungen über die Stahlwerks- Mitternacht bei Witte. Dies war die erste Sitzung verbände, die am 20. und 21. Juni 1905 im Reichstags- seit dem Beginne der Konferenz, an der sämtliche Vertreter gebäubc zu Berlin stattfanden. Rußlands teilnahmen. Da die vorläufige Beratung — Es liegt in der Absicht der Staatsregierung, der Fr ied ens b e ö i n gun g c n im wesentlichen beendet dem nächst auch dem Handwerk Sitz und Stimme im ist, wurde wahrscheinlich ein Bericht darüber entworfen und Herrenhaus zu gewähren. Nachdem die amtliche Organi- nach Peterhof übermittelt. Es verlautet, die Ansichtender sation des Handels m seinen Handelskammern mehrere Ver- einzelnen russischen Delegierten weichen von einander ab. tretet im Herrenhaus erhalten hat, glaubt man, nach Durch- Einige befürworten die Abtretung Sachalins, andere führung des HandwerksorganisationSgesetzes auch dem Hand- treten ir die Zahlung einer Entschädigung ein für werk eine solche Vertretung nicht vorenthalten zu sollen, damit den Fall, daß ein Kompromiß angeboten ivird. Niemand das Handwerk sich dem Handel gegenüber nicht benachteiligt, wünscht aber, daß in beiden Punkten nachgegeben werde. Die einzige Grundlage für ben hier herrschenden Pessimismus ist die Tatsache, daß gestern kein Fortschritt gemacht worden ist. Einer der Bevollmächtigten erklärte, Artikel 10, der sich auf die internierten Kriegsschiffe bezieht, sei nur deshalb zurückgestellt worden, weil beide Teile die Zurückstellung in Anbetracht der Tatsache vorzogen, daß die streitigen Hauptpunkte der Konferenz noch bevorstehen. Newyork, 18. Aug. Die Friebensbevollmächtigten erledigten acht Punkte, während vier in der Schwebe bleiben. Wegen der letzteren fand ein lebhafter Depeschen- v er kehr mit Petersburg und Tokio statt. Diese Punkte betreffen Sachalin, die Indemnität, die Beschränkung der russischen Seemacht in Ostasien und das Schicksal der dort internierten Schiffe. Witte scheint unpäßlich! zu sein; er konnte einem von dem Hilfsstaatssekretär Pierce gegebenen Diner nicht beiwohnen. Heute werden die Z-ischereirechte diskutiert, auch werden die Russen fror» chlagen, noch eine Generaldislussion aller japanischen Forderungen zu halten. Alle russisci)en Vertreter hielten letzte Nacht eine Konferenz, die bis lange nach Mitternacht on- dauerte. Witte erhält eine enorme Post aus allen Teilen Amerikas und scheint äußerst populär zu werden. Bande r b i l t wird na^ch Portsmouth kommen. Portsmouth, 18. Aug. Heute morgen wurde Punkt elf, Beschränkung der russischen Seemacht in Ostasien, von den Friedensbevollinächtigten besprochen. Die Fortsetzung der Diskussion wurde auf den Nachmittag vertagt. — Professor d e Martens, der juristische Berater der Russen, äußerte 'eine Furcht, daß die Verhandlungen ftuchtlos bleiben würden, da Japan nichts von den Forderungen nachließe. Rußland werde keinenfalls eine Geldentschädiguug gewähren. Martens sagte ferner, in höchsten russischen Kreisen sei Deutschlands Hattung während des Krieges sehr anerkannt worden. Portsmouth, 18. Aug. Punkt elf, Beschränkung der russischen Seemacht in Ostasien, wurde heute Nachmittag zurückgestellt, da eine Einigung nicht zu erreichen war. Dagegen wurde Punkt zwölf, betreffend die Fischereirechte der Japaner im Pacificmeer, beiderseitig angenommen. Die nächste Sitzung ist Dienstag 3 Uhr. Zu erledigen sind noch die vier schwierigsten Punkte: Abtretung Sachalins, Indemnität, internierte Schiffe, Beschränkung der russischen Seemacht, sodaß eine Voraussage unmöglich ist. Die Entscheidung hängt zweifellos von den Zentralregierungen in Tokio und Petersburg ab. Wegen des Friedensbedürfnisses beider Mächte ist eine Einigung beider Mächte trotz der großen Differenzen zu erhoffen. 'Newyork, 18. Aug. Ter japanische Finanzagent reiste plötzlich zum Präsidenten Roosevelt, mit dem er eine längere Unterredung hatte. Portsmouth, 18. Aug. Witte teilt mit, daß nächsten Dienstag zunächst Die Unterzeichnung des Protokolls erfolgen werde. Aus! and. Madrid, 18. Aug. Ministerpräsident Monterv Rios erklärte von der marokkanischen Frage sprechend folgendes: „Ohne daran zu denken, Abenteuer zuzulaffen, müsse Spanien seine Stellung in Nordafrika befestigen und seine Anstrengungen mit denen der anderen interessierten Mächte vereinen, indem es als Grundlage den spanischfranzösischen Vertrag vom 3. Oktober 1904 nehmen würde, dessen loyale Erfüllung Spanien nur zum Nutzen dienen Telephomscher Kursbericht. Frankfurt » ML, 19. August 1905. . 68.90 do. Tendenz: matt, Lombarden fest. 101.40 97.70 Präsident Moniere» jen Frage sprechend Abenteuer zuzulaßen, ordasrika befestigen c anderen interessierten inblage den spanisch« '.904 nehmen würde, Mr Nutzen Maar 68.95 68.60 89.50 185.40 55- Reichsanleihe do. Konsole . stadt gegenüber anderen Städten reich mit Wasser versehen ist, beweist der Umstand, daß die Stadtverord- 3*Wo 3^ 81,°/ si'sche Abgeordnete Dr. reiburg 'm Breisgau Staatsanwaltschaft, daß ein Vorkommnis, das hierbei berührt wird, längst als eine Mystifikation aufgeklärt ist. Es wird also dabei bleiben, daß Hudde nicht mehr lange zu leben haben wird. — Heute verbreitet eine Darmstädter Korrespondenz die Nachricht, daß die Verteilung der ausgesetzten Belohnung für die Ergreifung Huddes schon beschlossen worden sei. Auch daran ist, wie wir hören, kein wahres Wort. verständigen Acht zu haben. p. Gladenbach, 19. Aug. Aus gesundheitlichen und vielen anderen Gründen wird im Laufe der nächsten Jahre ast jeder Ort eine Gemeindewasserleitung haben; ür die hiesige sind 100 000 Mk. in Anschlag genommen. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In der Nähe von Nastätten, Kreis St. Goarshausen, verunglückte der Musketier Schäfer vom 118. Regt, in Worms aus eigenartige Weise. Er fuhr mit einem Ladestock in der Hand — Schäfer mar als Büchsenmachergehilfe beschäftigt auf seinem Fahrrad über einen Graben, kam zu Falle und stürzte in den Ladestock, der ihm in die Lunge drang. Der junge Mensch tarb nach einigen Stunden. Er war gebürtig aus Gonsenheim. 8°/0 Mexikaner 4,/e% Chinesen . . Electri-*. Schuckort . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . , . Bochum . . » . sehr gering ist. Dies verursacht der Stadtkasse einen täglichen Kostenaufwand von 75 Mark. — Die 34. Wander- versammlung des deutschen Photographenvereins erreichte heute ihr Ende, während die damit verbundene Ausstellung noch weiter geöffnet bleibt. Heute nachmittag erstattete'Professor Bruno Meyer-Berlin einen kritischen Bericht über die Ausstellung, auf der ganz vorzügliches gezeigt werde. Die Prämiierung war bei Schluß der Korrespondenz noch nicht vorgenommen. RB. Darmstadt, 18. Aug. Der heutige 35. Jahrestag der Schlacht bei Gravelotte galt allen ehemaligen Kriegsteilnehmern und den jungen Kameraden als Feiertag. Das Denkmal des tapferen Truppenführers Ludwig des IV., sowie das Kriegerdenkmal waren mit reichem Blumenschmuck versehen. Die vereinigten Kriegervereine zogen früh morgens in corpore nach dem Darmstädter und dem Bessunger ■ Friedhof, wo erst beim Denkmal der deutschen Truppen und dann bei den gefallenen französischen Kriegern Gedächt- । nisseiern abgehalten und Kränze niedergelegt wurden. Nach einem Choral der Kapelle des 61. Feld.-Art.-Reg. sprach auf dem Darmstädter Friedhof Pfarrer Widmann, auf rem Bessunger Friedhof Lic. Pfarrer Waitz. p. Ehringshausen (Dill), 19. Aug. Ein kleines Kind eines hiestgen Arbeiters spielte mit Knöpfen und »rächte sich einen solchen in die Nase, der erst durch operativen Eingriff von seiner Stelle entfernt werden 'onnte, und dann am andern Tage durch den Stuhl nach außen ging. Schaden hat die Kleine nicht genommen, doch mahnt dieser Fall ernstlich, auf das Spielzeug der Un- abschürfungen. •• lieber die bevor st ehende Vollstreckung des Todesurteils gegen den Raubmörder Hudde waren von einem Teil der Preffe in den letzten Tagen falsche Nachrichten verbreitet worden. Wie wir aus der besten Quelle hören, war die Nachricht eines Frankfurter Blattes, es sei Termin zur Vollstreckung des Urteils auf Freitag oder SamStag anberaumt gewesen, nachher aber verschoben worden, vollständig erfunden. Gestern brachten Frankfurter Blätter die Nachricht, auf Antrag der Verteidigung Huddes sei ein Wiederaufnahmeverfahren eröffnet worden, wofür auch die Gründe, auf die sich dieser Antrag stützen soll, angegeben waren. Der Berliner Lokal-Anzeiger posaunte sogar in die Welt, die „auf heute anberaumte Hinrichtung sei plötzlich verschoben worden". Das macht sich so, al? hätte der Scharfrichter schon das Beil erhoben gehabt, um einen Unschuldigen zu töten. . . Der Antrag auf Wiederaufnahme, so hieß es in der Frankfurter Preffe, stütze sich darauf, daß der vielgenannte Willi ein übelbeleumundetes Individuum aus Oberbrechen sei, der sich in der Welt herumtreibe. Wir hören nun von der hiesigen . 101.10 . 89.70 . 101.10 . 89.90 . 100.70 . 96.70 . 136 35 . 134.50 . 210.20 192.30 . 147 60 . 165 20 . 170.80 . 144.80 . 18.80 3l/t% Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente . . 4*/5 % Oesterr. Silberrente . 4% Ungar. Goldronte . . 4°/g Italien. Rente . . . 4 % Portugieser I . . , 3°/ Portugiesen. HI 1,°S Unif. Türke» . . . Türkcnlose...... 4% Griech. Monopol.-Anl. 41/J°/0 äussere Argontine'- . . 262.50 . 250.40 . 221.50 . 100 65 Auch im vorigen Jahr wurde schon bei einer Ausgrabung im Dorf ein Totengerippe gefunden. Hungen, 18. August. Eine wesentliche Erleichterung ist dem Publikum bei Aufgabe von Stückgütern mit dem Heutigen dadurch geschaffen worden, daß die Abfertigung jetzt direkt in der Güterhalle geschehen kann. Auch wurde die Güterabfertigungsstelle an das Telephonnetz angeschlossen. -ft Ober-Mockstadt, 17. Aug. Der im besten Mannesalter stehende und in den besten Verhältnissen lebende Landwirt Leo Nickel hat sich heute morgen in seiner Hof- reite erhängt. fc. Büdingen, 18. August. Das gesamte Personal der Braunkohlen grübe „Hedwig" 'bei Niederbügen erhielt seine Kündigung. Die Grube wird eingestellt. sd. Darmstadt, 18. Aug. Daß die Stadt Darm- Xtaitbe* iinb Aerkrsir. Brauerei-Gew erbe Rheinland-Westfalens Wie wir erfahren, war das Geschäft in den meisten Großbranereien Rheinland-Westfalens in den» mit 30. September ablanfenden Ge- chästsjahre recht rege. Aus diesem Grunde wird angenommen, daß die Dividenden sich bei der Mehrzahl dieser Brauereien auf der vorjährigen Höhe halten. Der Bergarbeiterstreik und der Vierboykott haben zwar einen ziemlich ungünstigen Einstuß ausgeubt, doch er ist durch die in den Sommermonaten recht heiße Witterung Rinn Teil wieder ausgeglichen worden. Pfälzische Eisenbahnen. Wie aus dem neuesten Betriebsausweis hervorgeht, hat die Besserung der Einnahmen wieder Fortschritte gemacht und die Gesamteinnahme des Jul, nut 2 940 000 M'k. überschreitet die des vorjährigen ParaNelmonats um 162 907 Mk. In beit abgelaufeneu 7 Monaten wurden 18 860 000 Mk. vereinnahmt, d. i. 695 408 Mk. mehr als im gleichen Vorjahresabschlusse. , w '■l" niuucvTdiir lg näiiruny für Kinder, Kranke,Genesende. Verbüket u.beseitigtiPiarrhoe, Brechdurchfall, Darmkatarrh. A ir i n ü Goetz. Fahrer und ein Handwagen in der Marburgerstraße, versehen ist, beweist der Umstand, daß die Stadtverord- Der Radfahrer, den die Schuld des Zusammenstoßes treffen neteuversammlung beschlossen hat, in den großen Woog täg- soll, erlitt außer einem defekten Rad verschiedene Haut- lich 650 Kubikmeter Wasser aus der Leitung abzulassen, weil der natürliche Zufluß in den Sommermonaten dort Veran'i'-ortlich iiir d Hch. Großardt von hicr zu sein. Nachdem der Jn gesagte vor längerer Zeit wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war, gelang es ihm sehr schwer, wieder eine Stellung zu erringen. 6invu Jmmen angebliche Krankheiten in seiner Mit gefälschten Zeugnissen und Briefen gelang es ihm schließlich, bei vermnedenen Firmen in Mannhum und Hanau Stellung 5U erhalten. Bet eitler Firma erhielt der Angeklagte während zweier Monaten an Gehalt und Reisespesen 1100 Mk. hierfür gab er ungefähr 25 Bestellungen auf, von denen 22 fingiert waren. Er wurde von der Firma sofort entfernen. Dasselbe Mmöver betrieb der.Angeklagte noch bei drei anderen Firmen. Auch s'll er einer Firma Brimvavier und ein ftnndenverzeichnis unterschlagen Habern Die Inhaber von vier Geschäften erklärten, sie siihlten sich nicht für betrogen, sie wollten annehmen. daß sie einmal einen recht ..teueren" Reisenden gehabt Das Gericht verurteilte den Angeklagten nur wegen dreier llrkuudenfälschunaen zu 8 Monaten Gefängnis. — Ein „schwerer Jung e" stand heute in der Person des 36 jährigen Schuhmachers Kaspar Debus III. aus Reiskirchen bei Gießen vor den Schranken, um sich wegen schweren Di ebsta hl § zu verantworten. Seine Bor- sühmng erfolgte von drei Gendarmen, der Angeklagte war besonders gefesselt, da er kürzlich b'i einer Vorführung zum Untersuchungsrichter seine tlettc mit Leichtigkeit abüretfte. ~er Angeklagte hatte in der Nacht des 15. Juni aus der scheuer eines Frachtsiihrmanns in Ebershei.n ein Paket mit 30 VW en gestohlen Die hiesige Kriminalpolizei hatte von dem Diebstahl sämtliche Iub"b^r der Herbergen benachrichtigt. Am 20. Juni gelang es den Debus. als er in der Herberge zur „Neuen Heimat vier Hosen verkaufen wollte, festzunehmen. Debus, ein alter Zuchthäusler, wollte die Hosen von h^m b^k' unten ,1 nbefannten zum Verkaufen erhalten haben. Während der Unter'uchungshast schrieb der Angeklagte einen Brief an zwei ilmi bekannten „Damen" in Offenbach, rtt dem Schreiben bezeichnete er ftd) rü ckhaltl os als Erzgauner. Er schrieb ferner, er f et ein Hamster, der nichts mehr zu arbeiten brauche, und, der Herr im Hause, wenn die Bauern im Felde seien. Einem Mitgefangenen bezeichnete er ganz genau einen Acker in der Hechtsheimer Gemarkung, wo er den Rest der Hosen versteckt habe. Der Kriminalschutzmann Reeg stellte Ermittelimaeu au uud die Hosen waren tatsächlich am bezeichneten Vlatz^versteckt gemeßen, inzwischen aber von einem Doglöbner beim Schneiden der Frucht gesunden worden Der Finder hatte einen Teil der Hosen. für sich behalten und die anderen verschenkt, sie wurden alle wieder beigebracht. Tas Gericht verurteilt? den Angeklagten zu 1V-- I ähren Zuchthaus. _____ ** Die Eröffnung der Darytstädter Garten- Sau-Ausstellung fand, wie uns ein Drahtbericht aus Darmstadt meldet, heute vormittag in feierlicher Weise in Gegenwart mehrerer hundert geladener Gäste und der Spitzen der Behörden durch den Groß Herzog statt. In seiner Begleitung fanden sich Prinz und Prinzessin Ludwig von Battenberg, Oberhofmarschall v Westerweller. Generaladjutant E^eneralmajor von Wachter nnd Flügeladjutant Frhr. v. Massenbach, ferner Geh. Staatsrat Krug v. Nidda, Geheimerat Braun, Oberbürgermeister Morneweg und viele andere behördlichen Vertreter Nachdem der Großherzog das prächtige Festzelt betreten hatte, bat der Ausstellungs- Vorsitzende, Bürgermeister Glässing, den Großherzog um Eröffnung der Borstelluna, worauf dieser sagte: „Ich erkläre hiermit die Ausstellung für eröffnet und hege dte Hoffnung, daß man den Nutzen aus ihr ziehen wird, den man von ihr erwartet." Bürgermeister Dr. Glässing dankte hierauf in einer längeren Ansprache dem Großherzog für seine fortgesetzte, unermüdliche Förderung der Ausstellung, die von dem Elartenbauverein und der Handelsgärtner-Ber- bindung zur Feier des 70iährigen Bestehens des Gartenbau- Vereins veranstaltet ist. Nur durch das Eintreten Sr. Kgl. Hoheit sei die Durchführung der Ausstellung in so großem Umfange möglich gewesen. Er dankte ferner den Mitgliedern des Vereinsausschusses, der Großh. Regierung und allen Künstlern für ihr einmütiges Zusammenwirken. Besonders dankte er Sr. Kgl. Hoheit für die Ueberlassung des Orangeriegartens, ein Terrain, wie ffs schöner nicht gedacht werden kann. Neben der Fülle herrlicher Natureindrücke, welche durch neue prächtige Kulturen pflanzliche Sonderausstellungen, stimmungsvolle Sondergärten usw. hervorqerufen werden, will die Ausstellung die Gartensonderen Betonung bringen und mit Form und Farbe, ~tmt kunst a uch nach ihrer speziell künstlerischen Sette be= und Schatten große Wirkungen hervorbringen. Der Redner schloß mit einem dreimaligen Hoch auf den Großherzog und die Großherzogin. Nach der Nationalhymne unternahm der Großherzog einen mehr als einstündigen Rundgang durch die Ausstellung, wobei er häufig seine größte Bewunderung 3°/r do. , 3’/8o/0 Hessen HeriÄtssaal. (n.) Gießen, 18. Aug. Die Strafkammer verurteilte den vielfach vorbestraften Dienstknecht Michael Z. aus Kbulbach wegen Betrugs ini Rückfall zu 1 Jahr Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust. Er hatte sich zu Fauerbach-Friedberg in drei Gasthäusern bewirten lassen, ohne im Besitze von Geldmitteln zu sein. Als er mhlen sollte, tröstete er die Wirte auf später. In der vierten Wirtschaft wurde man durch einen Schutzmann auf den Zechpreller aufmerksam gemacht, noch ehe er die bereits vorgesetzten Getränke zu sich nehmen konnte. Trotz der geringen Schädigung, hielt das Gericht, mit Rücksicht auf das gewerbsmäßige Betreiben der Betrügereien, eine hohe Strafe für angezeigt. — Der Dienstknecht Ludwig R. aus Eichelsachsen stand bei einem Schlossemteister zu Berstadt in Diensten, wo sich auch eine Tochter der Witwe Röhl von Kohden befand. Er kam gelegentlich nach Kohden und schwindelte der Frau vor, ihre Tochter benötige ein paar Schuhe, sie habe aber kein Geld dazu. Da die Frau den Angaben Glauben schenkte, gab sie ihm 5 Mk. Spater erschien er wieder und gab an, das Geld habe nicht gereicht, er müßte noch, 3 Mark haben um die Schuhe mitnehmeu zu können. Die leichtgläubige Frau gab ihm ihre ganze Barschaft in Höhe von 2 Mark, die. er wie das andere Geld verjubelte. Es liegt Rückfallbetrug vor, doch hatte sich R. m den letzten Jahren gut geführt, weshalb ihn das Gericht mit 6 Monaten Gefängnis durchkommen ließ. — In zehnstündiger Ver- hatidlung bis spät in die Nacht hinein, hatte sich die Kammer mit einem Urteil des Schöffengerichts Bad-Nauheim zu befassen. Der Weißbinder Heinrich St. imb der Schuhmacher Richard Paul K. von Rödgen hatten in einer öffentlichen Versammlung die Gern eindeangelegenheitenRödge ns erörtert, worüber sich Bürgermeister und Polizeidiener beleidigt fühlten. Auch Redakteur V. in Gießen, der rüder „Mitteldeutschen Sonntagszeitung" einen Artikel über die Zustände in Rödgen brachte, war mitangeklagt, desgleichen die Ehefrau des Maurers Heinrich H. I. von Rödgen. Die Verhcmd- lung, die am Schöffengericht zwei Tage in Anspruch nahm, führte zur Verurteilung des St. zu einer Geldstrafe von ,5 Mk. und der K. zu einer solchen von 50 Mk. V., der sich auf Verrohrung berief, ging straffrei aus: desgleichen Frau H., die wegen ungenügender' Beweise freigesprochen werden mußte. Das Urteil wurde von der Staatsanwaltschaft sowohl, als auch von den Verurteilten angefochten. Die Staatsanwaltschaft wollte bezüglich aller Angeklagten — V. ausgenommen — FreiheitZstrastn erzielen, während diese Freisprechung erstrebten. Aus dem Referat war zu entnehmen, daß dem Bürgermeister der Vorwurf gemacht wurde, er könne kein Protokoll führen, die Gemeindeverwaltung sei schlecht, er habe ein Gemeinderatsprotokoll gefälscht und eint an ihn bezahlte Geldstrafe nicht an die Gemeindekasse abgeliefert. Den Polizeidiener, welcher zugleich Feld- schütz ist, traf der Vorwurf des Meineids, auch, hätte er sich an fremdem Eigenttim vergriffen. Man sprach sich offen darüber aus, daß ein solcher Mensch als Polizeidiener nichts tauge. Nach 'seinen Angaben ha.t ihn Frau H. öffentlich einen Lügner und Spitzbuben geheißen, der in einem Vierteljahr fein Schütz mehr sei Was die Beleidigung des Bürgermeisters anbelangte, ließ das Schöffengericlst bezüglich aller F-reisvrechung einfreten; auch zog die Staatsanwaltschaft in der Verhandlung insoweit die Berufung zurück, sodaß nur noch der Polizeidiener in Betracht kam. Die ganze Sache trug den Charakter der PartexUxb cn- schast. Während der Polizeidiener auf der einen «Ar als diensteifriger pflichttreuer Beamter bezeichnet wurde, hicll man ihn auf^der' andern Seite aller strafbaren Handlungen fur_fabig. Dos Ergebnis der Benffungsverhandlimg ward tn der Sitzung am nächsten Freitag bekannt gegeben werden. sd) Mainz, 18. A-a Em recht teuerer Reisender scheint der vorbestraft ..... iährige Kaufmann Gg. i Festartikeln anläßlich ,g§ heben die Organe Forderung der ungari- insbesondere gegenüber : Umoersitätsprofesiors Hohenzollern' fest, daß Il/iisies zwischen der Würgern nicht die die Petersb. Telegr.« befindliche Gerücht lsfuhroerbot voll- iiie «iW'f irgangedmi** i dis waten, Führer, dciS Kummetgeschirr von der Firma Müller & Diebel zu Gießen geliefert Die Pferde werden aus dem Markt gekauft. Der Preis deS Loses beträgt 1 Mk. Die Ziehung findet am 7. September, nachmittags 2 Uhr in der Turnhalle der Stadtknabenschule statt. Der Vertrieb der Lose ist dem Kaufmann Richard Buch acker zu Gießen übertragen. Lose können von diesem direkt oder von den von dem Genannten eingerichteten Verkaufsstellen bezogen werden. •• Unvorsichtiges Fahren. Em hiesiger Metzgerlehrling, der gestern nachmittag mit seinem Fuhrwerk zu schnell und unvorsichtig fuhr, rannte in der Neustadt an einen Arbeiter auS Krofdorf, so daß dieser zu Boden siel und verschiedene Verletzungen davon trug. Der Täter, statt anzuhalten und sich mindestens zu entschuldigen, jagte ruhig weiter. Es wurde Anzeige gegen ihn erhoben. •• Kollision. Gestern abend kollidierten ein Rad- ässÄ 5„;ti ^!iii e r‘2e,üerb^ bzC ^2-bK--- 8 W*9 WftJ Hieße»- 9‘ D.e Laß s? -Ä >° 3*" gen läster 2 f h ^^ebe °kio Aschen. itbieEr-S b das Santun9 eiMt SS? de? '°°tss-klJ°lUch hie 5? hie werden nen. ' -M bau We ' die Verh^ ?nchts von den kemensalls eine ortens jagte ferner ^ds Haltung l'Beschränkuno 'Nen, würbe heut? ’ ^uigung nicht ru bettessend die ^.dacrslcmeer Atzung ist Dienstag schwierigsten Punkte: wuität, intet« I der russischen ^möglich ist. $ic ■ 3entra(regierunaen Segen des Friedens« igung beider Mächte en. mifdje Finanz« ' Roosevelt, mit e. te teilt mit, daß rrzeichnung des Hriginar-I>raßtmcldungen. Berlin , 19. Aug. Der Kai sc r sp en d e t e aus seiner Privatschatulle für die armen Bewohner des Amtsgerichtsbezirks B i s ch h a u s e n , die kürzlich von schwerem Wasserschaden betroffen worden sind, die Summe von 1000 Mark. \ „ „ Paris, 19. Aug. Die Nachricht, daß Gras Lambsdorff seine Demission eingereicht habe, wird antt- licherseits äls u n b e g r ü n d e t bezeichnet. Es scheint jedoch, als ob der Minister tatsächlich sein Abschiedsgesuch eingereicht hätte, das jedoch vonz Zaren abgelehnt worden ist. Petersburg, 19. Aug. Ein an den Senat gerichteter Ukas vom 19. August ordnet die Veröffentlichung des kaiserlichen Manifestes, sowie der Bestimmungen betreffend die Schaffung einer Reichsduma an. Der Ukas verfügt zugleich mit Rücksicht darauf, daß alle Fragen, die sich auf die Vervollkommnung des Regierungssystems beziehen, der Duma vorgelegt werden müssen, die Aufhebung des dieselbe Frage behandelnden Ukases vom 3. März 1905. Wien, 18. Aug. Saatenstand zu Mitte ^August: Der in den letzten Tagen gefallene Regen hat die Dürre teilweise behoben. Die im Frühjahr gehegten Hoffnungen bezüglich der Getreideernte erfüllen sich wegen der Dürre im allgemeinen nicht. Die Weizenernte ist besser als die Roggenernte. Im allgemeinen ist die Ernte mittelmäßig. Die Zuckerrübe weist eine befriedigende Gewichtszunahme auf. Belgrad, 18. Aug. Ministerpräsident Stoj ano« witsch hat in der Skupschtina einen Ukas des Königs verlesen, durch den die außerordentliche Tagung! der Skupschtina geschlossen wird. Tokio, 19. Äug. Eine große repräsentativeVer- einigung beschloß, an Komura ein Telegramm folgenden Inhalts zu senden: 1. Wir sind der Ansicht, daß die Friedensbedingungeu viel zu gemäßigt sind und daher nur eine unzulängliche Garantie bilden für einen dauernden Frieden, 2. die Vorbesprechungen müssen nachdrücklich durjüi Militärische Operationen unterstützt werden. Wir bedauern, daß, während die Verhandlungen kräftig fortschreiten, ein Waffenstillstand eingetreten ist, der zum Äergernis der japanischen Nation die Russen in ihrer hochfahrenden Haltuna wähi-end der Verbandlunaen bestärkt. ausdrückte. Kaiserparade. Am 8. September wird das 18. Armeekorps zum erstenmal seit seinem Bestehen den Beweis seiner Schlagfertigkeit vor dem obersten Kriegsherrn führen. In militärischen Kreisen rüstet man sich schon eifrig zu dem großen Tag, man hört nur noch das Wort: „Kaiserparade". Um Seinem 18. Armeekorps dieses erst große militärische Ereignis noch glänzender zu gestalten sm auch aus den Bundesstaaten Bayern und Baden Regimenter kommandiert, die uns neu und unbekannt, so die Ulanen aus Bamberg und Ansbach und die Dragoner aus Bruchsal und Karlsruhe. — Ferner wird eine h^nnteressante, uns ganz neue Waffe unser Jntereffe auf höchste fesseln, das Maschinengewehr, das nur erst bei den Grenz-Armeekorps eingeführt ist. Die den Mitrailleusen ähnlichen Geschütze werden, auf leichten Lafetten von den Bedienungsmannschaften gezogen, int Parademarsch vorbetkommen — An diesem Tage sollte schon um die Majestäten und das uns zum erstenmal besuchende .Kronprinzenpaar zu ehren, niemand aus der Gesellschaft und kein guter Patriot fehlen. Wem schlägt nickt das Herz höher, wenn unsere Sohne an diesem Ehrentag im strammen Paradeschritt ober als schmucke Reiter ihrem Kaiser ins Auge sehen dürfen, — dem Kaffer, um den uns die Völker beneiden, dem es wohl ums Her ist wenn er grade in der Jetztzeit sieht, rote fern -ßolf sich um Ihn schart und Ihm und dem schlagferttgen Heer Heuchelheim, 18. Aug. Bei der Herstellung eines Weges wurde heute morgen auf dem sogenannten „Getß- berg" ein vollständiges Menschenskelett ausgegraben. H arp^ner . 97.50 IStaatschatzscbeine Tapeten-Reste Achtung! LW Bierkellec Achtung! Sonntag, den 20. August 05514 Grosse Tanzmusik (von 5 bis 20 Rollen) 4336 Es ladet ergebenst ein Ludwig Wagner. Zur Heuchelheimer Kirmes I L Plockstrasse 2. RUDOLF MÜSSE-GIESSEN früher C. 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