Nr. 117 Erscheint tleite außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamillen. -Utter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u. Stein- druckeret. 9t Laag«. Redaktion, lhvedittoa und Druckerei: Gchulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr. 61. Erstes Blatt. 155. Jahrgang Freitag 19. Mai 1905 Eichener Anzeiger I General-Anzeiger ».SsS v den polit. und Amtr- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW zeigenteil: Han« Beck- Ile Heutige Yummer umfaßt 10 Seite«. Das Kaiserpaar und die Königin von Italien in Wiesbaden. Wiesbaden, 18. Mal Gegen 111/4 Uhr traf he Königin Margherita von Italien mit ihrem Gefolge in einem großen geschlossenen Automootl von Frankfurt hier ein und fuhr direkt zum Schloß, wo sie vom Kaiserpaar empfangen und herzlich begrüßt wurde. Gtwa zeyn Minuten später fuhr der Kaiser allein nach bent Blsmarcrplay, um hier die Königin Margherita in der Villa Acker zu empiangcn. In weiteren Wagen begab sich auch das Gefolge Seiner Maiestat nach der Villa Äcker. Nach einiger Zeit fuhren dann die Kaiserin und die Königin nach deni Msmarckplah, .überall von der Menge und den Spalier bildenden Schulkinderni jubelngegrüßt vmter beiden Majestäten kam das Gefolge bei:Jtömgm mit Fahnenmasten imb Tannengrun reich geschmückte DismarckIlatz bat mit deii hunberten weihgelleideten und Mit schmückten Schülerinnen einen reizenden Anblick. L>a..te kommen grüße empfingen den Kaiser, die thren Höhe p.nkt - reichten, als die Kaiserin Mit ihrem hohen Gaste vor der Villa ankam. Hier meldete sicb der Kommandeur des Kurhe fischen Iägerbataillons Nr. 11, dessen Chef bekanntlich die Komguil ist, Oberstleutnant v. Müller, und,Kammerherr Graf Wedel, vie -um Ehrendienst bet der Königtn befohlen sind, ebenso der italienische Botschafter ®ra' Lanz-a. Ferner wurden der Deutscher Reichstag. ... . Berlirt, 18. Mai. Haus ist schwach besucht. Anstelle des ausgeschiedenen -wg. Pauli wird Abg. Schlüter (Rp.) zum Schriftführer gewählt. DaZ Abkommen nut Luxemburg über die gegenseitige Zu- Mfw MM menschlichen Genu- bestimmten Fleisches im freien Verkehr wrrd in 1. und 2. Lesung debattelos angenommeik. Es siolgt die Lesung der Totalisator-Vorlage. Die Budgetkommissioil bat an der Vorlage eine Reihe von Aenderungen vorgenommen uno folgende zwei Resolutionen be- schlossen: 1. Baldigst einen Entwurf vorzulegen, nach welchem ? und 6 auf Wetten bei öffentlich veranstalteten Rennen Uiit Fahrrädern, Automobilen usw., Anwendung finden, und 2. die Abhaltung von Rennen am 1. Weihnachtsfeiertag, dem Char- frefiag, dem 1. Oster- und Vfingstfeiertag, sowie in Gegenden mit überwiegend katholischer Bevölkerung am Fronleichnamstag -u verbieten sind. ^ , Abg. Becker-Köln CBtr.'i erklärt, feine Partei stimme dem Entwurf zu in der Hoffnung, daß er moralisierend wirken werde. Ein Teil des Zentrums beantrage, daß die sogenannten Vereinstotalisatoren erst ab 1. Januar 1906 beseitigt werden sollen. iLandwirtschaftsminister v. Pvdbielski erklärt, bte verbündeten Regierungen dürsten diesem Anträge zustimmen. Sie leien einig mit der Kommisfion in dem Wunsch, nach Unterdrückung der Wettbureaus. Abg. Bruhns (Rfp.^ begründet den von ihm gestellten Antrag, den § 4 Abs. 6, bet die Einnahnren aus der Stempel- st^lwr. von Wetten den Regierungen der Einzelstaaten nach der Aufbringung in ihrem Gebiete überweist, zu ersetzen durch Be- stimmungen, die nur eine fünfprozentige Stempelsteuer Anlassen und ihnen das Recht geben, für eigene Rechnung weitere Abgaben zur Verwendung für Zwecke der Landespferbezucht zu erheben. Der Antragsteller will ferner die Mindesteinnahmen aus der Wettstempelsteuer des Reiches festfetzen und den Verein für Fehlbeträge haftbar machen. , Abg. Ablaß sfr. Vp.) erklärt: Wir sind nach wie vor Fernde des Gesetzes. Es handelt sich bei einem Totalisator um ein Hazardspiel. Der Totalisator hilft der Pferdezucht nicht auf. England kennt ihn überbanp- nicht. Wäre der Totalisator unbedenklich, so hätte der Kaiser den Offizieren das Wetten an dem Totalisator nicht verboten. Wir lehnen den Gesetzentwurf fontt. allen Aenderungsvorschlägen ab namentlich weil er gegen Ordnung, Sitte und Moral aufgestellr ist; wird er von dem Hause angenommen, so lehnen wir die Veralttwortung für seine demoralisierende Wirkung ab. Die §§ 1 bis 4 werden angenomMen^t § 4 mit dem Amendement des Abg. Becker unter Ablehnung eines Antrags des Abg. Bruhns (Rfp.). Zum § 5 erklärt auf eine Anfrage des Aba. Paasche (nL) Landwirtschaftsminister v. Podbiels ki: Die Einzelstaaten werden die ihnen überwiesenen Einnahmen den beteiligten Vereinen nach Maßgabe der Beträge zuweisen, die sie aufgebracht haben. Nach weiteren Vemerkunaen der Mgg. Rettich Cf.) und Gröber ('3fr.) wird der Rest des Gesetzes nach den Commissionsbeschlüssen angenommen; ebenso die beiden Resolutionen, nachdem Minister v. Podbielski erklärt hatte, daß die Rennen in Preußen am ersten Weihnachts-, Oster- und Pfingstfeiertag, sowie am Char- freiteg verboten sind, und da^ der Bundesrat die anderen Regierungen ersuchen wird, ebenso zu verfahren. Es folgt die zweite Lesung des Gesetzentwurfs, betreffend Aenderungen d. : Zrvil-Prozeßordnu ng. Es handelt sich um die Entlastung des Reichsgerichts in der Hauptsache durch Heraufsetzung der Revisionssumme in Rechtsstreitigkeiten über vermögensrechtliche Ansprüche von 1500 auf 2500 Mark. Mg. Bachem (Ztr.) befürwortet die Kommissionsbeschlüsse. Abg. Himburg (lonf? erklärt die Zustimmung der Konservativen, die sich jedoch nicht definitiv für. die dritte Lesung binden wollen. Mg. H a g e m a n n (nl.) spricht namens der Nationalliberalen deren geschlossenes Eintreten für die Kommissionsbeschlüsse aus. Abg. Müller-Meiningen (fr. Vp.) erfenr1 bie Ueberlastung des Reichsgerichtes gin, bringt jedoch eine Rei., von Bedenken gegen bie vorgeschlagene Abhilfe vor. Man folle doch nicht Pfuscherei treiben, da ja doch die Revision der ganzen Zivilprozeßordnung in Aussicht stehe. Staatssekretär Dr. Nieder ding legt die Dringlichkert der Maßnahmen zur Entlastung des Reichsgerichts dar und erklärt, an die Revision der Zivilprozeßordnung könne das Reichsjuftiz- amt erst herantreten, nachdem die Revision des Strafprozesses erledigt sei. nYV Nachdem noch verschiedene Redner, unter ihnen bte Abgg. Bruhns (Rfp.), Dove (fr. Ver.), Brunstermann (Rp.), v. Chrza- nowski (Pole), sich teils für, teils gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen hatten, vertagt das Haus dessen Weiterberatung auf morgen 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht ferner der Gesetzentwurf betr. die Ausgabe kleiner Banknoten und ein Antrag Hagemann. ' Schluß 5i/.. Ubr. ___ L . __ Königin die Offiziere des Iägerbataillons vorgestellt, die mit ihren Damen vor der Villa Aufstellung genommen hatten. Das Kaiferpaar geleitete die Königin sodann in die Villa, worauf aus den jugendlichen Mädchenkehlen „Es braust ein Ruf wie Donnerhall" erklang. Alsbald erschien die Königin und hinter ihr das K>aiserpaar auf dem Balkon der Villa, um, sichtlich erfreut über die spontanen Huldigungen, durch Neigen des Hauptes und Winken mit dem Taschentuch zu danken. Gegen l21-/< Uhr kehrte das Kaiserpaar nach dem Schloß zurück wohin ihnen die Königin, einer Einladung zum Frühstück folgend, mit ihrem Gefolge und den Herren vom Ehrendienst folgte. Bei der Frühstückstafel saß die Königin Margherita zwischen dem Kaiser und der Kaiserin, neben letzterer der Reichskanzler, der Königin gegenüber Oberhofmarschall Graf Eulenburg. Der Kaiser unternahm nachmittags einer- Ausritt in das Nerotal. Um 6 Uhr 30 Min. fand int Königlichen Schlosse bei dem Kaiferpaar Mendtafel statt 'Es nahmen daran, teil Königin Margherita mit Gefolge und Ehrendienst, der italienische Botschafter Graf Lama. der Hausininister v. Wedel und bie Umgebungen der Majestäten. Neueren Mitteilungen zufolge wird der Kaiser bis Montag abend hier bleiben. Bei seiner Mreise werden bte hiesigen Kriegervereine, die Feuerwehr und die Postbeamten Fackelspalier bilden. Auf morgen ist das Offizierkorps des Marburger Söget» bataillons zur Tafel geladetl. Eine Rede des Königs von Spanien. Madrid, 17. Mai. In Erwiderung auf die Ansprachen, die bei dem Geburtstagsempfange des Königs an diesen gerichtet wurden, sagte der König, erhoffe, daß seine bevorstehenden Reisen die Freundschaftsbande zwischen den Nationen enger knüpfen und zur Festigung des Völkerfriedens beitragen werden. Das für mein Vaterland und Haus Glück bedeutende Ereignis, das Sie erwarten (Vermählung), fuhr der König fort, wird, hoffe ich zu Gott, zum Wohle meiner Völker in Erfüllung gehen. Denn in meinem Herzen vereinigt sich der Familiensinn so eng mit der Liebe zum Vaterlande, daß ich an meine Vermählung in keinem anderen Sinne denken kann, als daß daun zweie sein werden, die ihr Vaterland zu lieben bestrebt sind, um es seinem Glück und seiner Größe entgegenzusühren. Deutsches Reich. Berlin, 18. Mai. Die „Norbd. Mlg. Zig." schreibt: Bei dem kürzlich erfolgten Tode des Landrats a. D. Bir kn e r-Cadinen wurde durch die Tageszeitungen erneut die Nachricht verbreitet, daß der Verstorbene fern Gut Cadinen dem Kaiser geschenkweise übereignet und vorher wiederholt die Ehre gehabt habe, den Kaiser und die Mitglieder der kaiserlichen Familie als Gäste bei sich in Ca- oinen zu sehen. Die Mitteilungen entsprechen nicht den Tatsachen: weder der Kaiser noch seine Familie haben Birkner vor dem Jahre 1898 kennen gelernt oder besucht. Jtt diesem Jahre nämlich ging das Gut Cadinen in das Eigentum des Kaisers auf Grund eines Vertrages über, dessen Jtthalt als Gegenleistung die Uebernahme der mehr als eine halbe Million betragenden Hvpotheken und sonstigen Lasten sowie die Zahlung einer reichlichen jährlichen Leibrente und endlich die Entrichtung eines den Wert des lebenden und toten Inventars entsprechenden Kapitals stipuliert wurden. Hiernach handelte es sich nicht um eine Schenkung, sondern um einen zweiseitigen Vertrag, in welchem Leistung und Gegenleistung genau fixiert waren. — Die „Berliner Korrespondenz" meldet: „Nachdem die Etatsberatung im Reichstage keinen Zweifel darüber gelassen hat, daß das Bestehen "schwerer Mißstände bezüglich der Bestechung von Mtgestellten kaufmännischer und industrieller Betriebe durch Lieferanten vom Reichstage anerkannt wird, sind die Bundesregierungen vom Staatssekretär des Innern ersucht worden, in dieser Richtung Ermittelungen anzustellen. In erster Linie wird die "Anhörung der Handelskammern in Betracht kommen; in Orten, wo geeignete Vertretungen von Angestellten bestehen, soll auch den letzteren Gelegenheit gegeben werden, sich über die betreffenden Fragen zu äußern. — In der heutigen Sitztmg des Bundesrats wurde die Vorlage betreffend die Beschlüsse des Landesausschusses zu dem Entwurf einer S v n o d a l o r d n u n g für die reformierte Kirche in Els aß- Loth rin g en den zuständigen Ausschüssen überwiesen. — Das Abgeordnetenhaus nahm heute vom Bergarbeiterschutzgesetz die Kommissionsbeschlüsse über die Abschaffungdes Nullens an. Die Beratung über die Bestimmung betreffend die Arbeiteratlsschüsse wird morgen fortgesetzt. — Der Botschafter der Vereinigten Staaten, Tower, ist von dem Staatssekretär Haß nach Bad-Nau- heim berufen worden, wo sich bereits seit einigen Tagen der Berliner Generalkonsul Mason zum Besuch des Staatssekretärs aufhült. Die drer Herren werden dort Konferenzen abhalteu., die sich auf die zukünftige Gestaltung des handelspolitischen Verhältnisses zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten beziehen werden. — Der geschäftsführende Vorsitzende des Deutschen Flottenvereins, Generalmajor z. D. M e n g e r, und der Beisitzer des Präsidiums Generalmajor.» D. Keim legten ihre Aemter bei der Präsidialstelle des Flotten- vereins nieder. Die Geschäfte von Menger übermahm bis auf weiteres Geheimrat Professor Busley. — In der Vormittagssitzung der i n t e r n a t i o n a l e n wirtschaftlichen Konferenz wurden Vorträge gehalten über die Besteuerung der Geschäftsreisenden, Agenten und Kommissionäre, über die Zollbehandlnng von Retour- waren, Warenproben usw. und über die Führung von Prozessen gegen Firmen im Ausland; in der Nachmittagssitzung wurde die Notwendigkeit der Sammlung der internationalen Handels- und Schifsahrtsgebränche betont. Dr. Podewils empfiehlt die Gründung einer internationalen Zeitschrift in deutscher, englischer und französischer Sprache, die bie mehreren Ländern gemeinsamen Handels gebrauche veröffentlicht, um einen Kodex internationaler Handelsgx» bräuche zu schaffen. Homburg v. d. H., 18. Mai. Stadtrat Konr. Maß» Stettin wurde als Bürgermeister der Stadt HombUrg v. d. H. für die gesetzliche ?lmtsdauer von 12 Jahren be* stätigt,.^. Köln, 18. Mai. Zu den Erörterungen über eine b'eab» tigte Uebernahme des Protektorates int Orient schreibt die „Köln. Ztg." augetlscheinlich inspiriert: „Wenn uns, was nicht geschehen ist und Voraussicht» lich auch nie geschehen wird, ein Schutzmonopvl ange- boten werden sollte, so hätten wir allen Anlaß, es ab- zrtlehnen, da in gar keiner Weise einzrrsehen ist, welche Vorteile es uns bringen sollte, wenn wir unS wegen französischer, italienischer und anderer Christen crbplagen und endlosen Scherereien aussetzen wollen. Deutschlarchi könne aber auch eine solche Schutzherrschaft nie ausüben, da es das von Frankreich bisher behauptete Schutzrecht nie anerkannt habe." München, 18. Mai. Das Kultusministerium versagte die Genehmigung einer Stiftung von 10 000 MarV behufs Uebertragung des Schulunterrichts in Wörth (Oberpfalz) an katholische Klo st ersch Western, Werl dadurch eine ständige Niederlassung geschaffen würde, während bisher kleinere klösterliche Niederlassungen nur in widerruflicher Weise genehmigt wurden. — Jüfolge der im Ministerium wegen der Wahlkreiseinteilung herrschenden Differenzett haben die Minister des Innern, v. Feilitzsch und Finauzminister Pfaff ihre Demission eingereicht. parlamentarisches. Berlin, 18. Mai. Die Börsenkommission deS Reichstages lehnte bei der dritten Lesung den Antrag Kämpf und Dove ab, für den Paragraphen 48 die Regierungsvorlage wiederherzustellen. Es bleibt also bei der Streichung des von der Regierung beantragten Zusatzes^ Ebenso wurde entgegen dem Antrag Semler bei § 51 die Fassung der zlveiten Lesung beibehalten. Bei § 66 beantragt Burlage, den dritten und vierten Absatz des bestehenden Gesetzes zu streichen; dieser Antrag wird erst gegen den Antrag Semler auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage angenommen. Der § 68 wird gemäß dem Beschluß in zweiter Lesung genehmigt. In der dritten Lesung werden auf Antrag Burlage folgende Vorschriften als § 68 a beschlossen: Börsentermin- ges'chäfte, welche das Schuldverhältnis nicht begründen, sind als von Anfang an giltig anzuseben, wenn nicht der Schuldner vor Ablauf von 6 Monaten seinen Gläubigern gegenüber schriftlich erklärt, daß er die Unwirksamkeit des Geschäfts geltend machen wolle. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkte, in welchem dem einen Teile schriftliche Mitteilung des anderen Teiles über die Art und das Ergebnis der Abwickelung des Geschäftes zugegangen ist. Zu § 68 c wurde ein Antrag Semler mit großer Mehrheit angenommen: Die Erklärung, durch welche eine Aenderung in der bestellten Sicherheit bewirkt wird, ist insoweit nicht stempelpflichtig, als der bisherige Gesamtnennwert die Sicherheit nicht überschreiten wird. Ferner wurde ein Antrag Burlage angenommen, wodurch in das Gesetz folgender neuer Absatz eingesügt wird: Die Vorschriften der §§ 68 a, 68 e Absatz 2 und 68 c finden aus Börsentermingcschäste in Getreide und Mühlenfabrikaten keine Anwendung. Berlin, 18. Mai. Die Budgetkommission deS ^Reichstages setzte die Beratung des Militärpensions- gesetzes für Offiziere bei § 6 fort, der den Betrag der Pension festsetzt. Rach der Regierungsvorlage soll die Pension bei 10jähriger oder kürzerer Dienstzeit jährlich 20/60 des zuletzt bezogenen pensionSsähigen Di en st ein kommens betragen und mit jedem weiteren Dienstjahre um 1/60 bis auf 45/60 steigen. Sämtliche hierzu gestellten Anträge wurden abgelehnt, auch die Vorlage, so- iveit sie die Höhe der Pension betrifft. Abs. 1 und die übrigen Absätze von § 6 (nähere Bestimmungen über die ZahlungS* Pension) wurden angenommen. Hierauf vertagte sich die Kommission auf Freitag. AerttsA-Südwestafrika. Berlin, 18. Mai. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Gefreiter Gustav Grieß, geb. 12. April 1882 iy Gefell, früher Infanterieregiment Rr. 96, am 4. Mai in der Kranlensammelffelle HatsamaS am Typhus gestorben. Koloniarpost. Berlin, 18. Mai. Anstelle des nicht mehr auf seinen Posten zurückkehrenden Gouverneurs Horn ist Gras Zech zum Gouverneur von Togo ernannt worden. n,in i in im ■> i ■< Ier Krieg. Die russische Flotte. Die Vereinigung der russischen Geschwader vollzog sich am 8. Mai außerhalb der territorialen Gewässer. Am 14. Mai sind die Schiffe in See gegangen und entfernten sich in östlicher Richtung. Das Hospitalschiff „öreP beabsichtigt nach Shanghai zu gehen. Am 16. Mai verließ das baltische Geschwader endgültig Annam, in nordöstlicher Richtllng dampfend. Ter Dampfer „Segovia" in Siugapore berichtet, er Jef ;-n ehter Entfernung von 40 Meisen von dem nördlich' von -er Hongkohebucht liegenden Varela an der russischen Flotte vorbeigekommen, die aus 42 Schiffen bestand und langsam nordwärts dampfte. Der Berichterstatter des Reuterschen Bureaus sah auf x)er Fahrt nach Kwangsch auwan am Wend des 16. Mai 150 schwerbeladene Dschunken, wahrscheinlich mit Vorräten für die baltische Flotte, 20 Meilen südwestlich von Kap St. John vor Mker liegen. Sie zeigten ihre Signallaternen. Beim Herankommcn des Dampfers verschwanden die Lichter. In Kwang schau wan ist alles ruhig. Der kranke Admiral RoschdjestwenSki. Der Petersburger Korrespondent des „Echo de Paris" meldet, es werde ihm aus bester Quelle bestätigt, daß RoschdjestwenSki die Admiralität benachrichtigt habe,, er müsse aus Gesundheitsrücksichten um seine Ersetzung bitten. Seine Mannschaft sei bei bester Gesundheit, nur er sei sehr krank und könne kaum auf seinem Schiffe einher gehen. Es wurde bekanntlich mitgeteilt, daß Roschojestwenski zur Zeit, als sein Geschwader im Roten Meer kreuzte, an Dhssenterie er- krantte. Jetzt handle es sich aber um eine ernstere Krankheit. Man spreche von allgemeinen Lähmungserscheinungen. In Petersburg erwarte man zwar, daß die Nachricht sich nicht bestätige, indes sei die Quelle des Korrespondenten so zuverlässig, daß hierfür Mve Hoffnung vorhanden sei. Admiral Birilew habe Befehl erhalten, sofort nach Wladiwostok zu reisen, um das Oberkommando zu übernehmen, sobald die Flotte dort eingetroffen sei. Der Admiral reise bereits am nächsten Sonntag ab. In der Tat hat Birilew am 18. Mai eine 'Audienz beim Kaiser gehabt. Es ist also möglich, daß er nach Wladiwostok kommandiert wird. Admiral Nebogatow werde, so wird weiter berichtet, die Führung der Flotte bis Wladiwostok übernehmen. Bekanntlich ging Noschdjestwenski wie weiland Ritter Don Quijote auf die Hammelherden, in der Nordsee aus friedliche englische Fischerboote los, und man hatte schon damals alle Ursache, den russischen 'Admiral für unzurechnungsfähig anzusehen. Die Japaner beim Erscheinen der baltischen Flotte. Da? Erscheinen der baltischen Flotte im Sundarchipel war in Tokio eine große Ueberraschnni. Am Nachmittage des 8. April kam das erste Extrablatt: Hannibal ante portas! Am folgenden Tage herrschte in den Morgenblättern eine heillose Verwirrung. Das baltische „Phantom", das man öffentlich verspottet, innerlich aber stets gefürchtet hatte, war zu Fleisch und Blut geworden. Wie war es möglich, daß Roshestwenski ungesehen in solcher Geschwindigkeit bis an die heimischen Gewässer gelangen konnte? Was wollte er? Welches Land würde im Unterschlupf geben und zum Verräter an Japan werden? Hageldicht sausten die Hiebe auf Frankreich und Holland: r9Bit werden uns keinen Augenblick besinnen, denjenigen Hafen, der sich den Ruffen öffnen wird, als Operationsbasis des Feindes anzuschen und demnach zu behandeln", drohte die „Nicht Nichi". Die offiziöse „Koknmin". war völlig überrascht und gestand das auch offen ein. In nervöser Aufgeregtheit wurde in den Blättern verhandelt, was der russische Admiral jetzt uach seiner Ankunft in den chinesischen Gewäffern tun wolle. Jetzt ist die Presse etwas ruhiger geworden. Sicher aber ist, daß noch kein Ereignis des nun mehr als einjährigen Krieges einen solchen wirksamen Eindruck gemacht hat, wie das plötzliche Erscheinen der baltischen Flotte auf dem Kampsplatze. Wo steckt Togo? Die Aufgabe der japanischen Flotte besteht, so schreibt die M.-C.*, darin, die rückwärtigen Verbindungen der Japaner aus der Mandschurei und Korea nach Japan zu erhalten, die Küsten Japans und die japanische Handelsschiffahrt vor den Belästigungen durch die russische Flotte zu schützen und der letzteren so viel Schaden zuzufügen, wie möglich. Die Idee, annehmen zu wollen, Togo würde den russischen Geschwadern 3000 Meilen weit von Japan entgegenfahren, um eine Entscheidungsschlacht in fremden Gewässern, etwa gar in der Nähe von Französisch-Jndochina, herbei- zuführen, muß von vornherein abgewiesen werden. Bereits vor der Ausfahrt de§ zweiten baltischen Geschwaders ist von russischer Seite unverhohlen proklamiert worden: „wenn man keine Basis in Ostasien habe, würde man sich eine schaffen". Das ist geschehen durch die Beharrlichkeit, mit welcher der russische Admiral trotz angeblicher Proteste Frankreichs in Französisch-Jndochina sich aufgehalten hat oder sich noch aufhält. Er hat hier wenigstens Gelegenheit, seine Kohlenvorräte einigermaßen zu ergänzen, Proviant einzunehmen und seine durch das lange Liegen in Madagaskar und die große Seereise jedenfalls angegriffene Schiff oberflächlich in Stand zu setzen. Würde Togo mit seiner Flotte ihn in diesen Gewässern aufsuchen, so begibt er sich selbstverständlich aller Vorteile eigener Stützpunkte und stürzt sich in alle Nachteile, welche die Russen genießen. Zu beachten ist vor allen Dingen, daß die russischen Geschwader mit jeder Meile, die sie weiter nördlich dampfen, in immer ungünstigere Verhältnisse hinein- kommen. Trotz des großen mitgcschteppten Kohlentrains wird die Kohlenversorgung der eigentlichen Kriegsflotte immer schwieriger. Die Beunruhigung der ruffischen Flotte siegt vor allen Dingen darin, daß kein Mensch weiß, wo die japanische Flotte sich eigentlich überhaupt aushält. In diesem Umstand ist eine meisterhafte Politik des japanischen Admirals unverkennbar. In der Mandschurei. Der Korrespondent des Reuterschen Bureaus bei der Armee des Generals Oku meldet über Fusan unter dem 14. Mai: Die Eisenbahn ist fertiggestellt und kann bis Tieling benutzt werden. An Stelle der zerstörten Brücken sind provisorische gebaut worden. Der Bahnbau nördlich von Tieling wird mit aller Macht gefördert. Das Material für die permanenten Brücken kommt von Japan. Tausende von Dschunken bringen Vorräte aus dem Liau von Niutschwang nach Tieling. Das vierte baltische Geschwader. Die Admiralität in Petersburg gab Befehl, alle Vorbereitungen zur Abfahrt des vierten baltischen Geschwaders zu beschleunigen, damit dieses am 4. Juli aus lausen könne. Das Kommando wird Admiral Parenagow übernehmen. Japanische Kriegsnoten. Daß Japan sich schon feit längerer Zeit in Finanznöten befindet ist bekannt. Jetzt sucht sich der Staat mit Kriegsnoten zu helfen. Diese Noten sollen nach dem Kriege nicht zurückqezahlt werden, sondern weiter gültig bleiben. V,4 heute sind 36 Mill. Ten. in KrieaSnoten in der Mandschurei in Umlauf. Man rechnet bis au? 60 Mill Ten. ... . ____ it. .. . Kuß'and in Sturm uni) Drang. Dir Rücktritt des Ackerbauministers. Wie bereits gemeldet wurde, verläßt der Ackerbauminister Jermolow seinen Posten. Jermolw* hat Ende Februar b. I. einen Augenblick lang das Ohr deS Zaren besesien und jene Gelegenheit benutzt, um dem Herrscher eine Denkschrift über die Notwendigkeit einer Verfaffung zu überreichen. Solchen Mann kann die jetzige Reaktion nicht brauchen. Ihr ist der jetzige Minister des Innern, Herr Bulyain, weit genehmer, der seit vier bis fünf Monaten an der „schleunigen^ Einberufung, nicht etwa einer Volksvertretung, sondern einer bloßen Vorkonferenz arbeitet, die über die Form einer Volksvertretung zu beraten hätte. Obwohl von dem Rücktritte des Landwirtschastsmiuisters Jermolow längst die Rede gewesen war, kam doch die vollendete Tatsache auch sonst gut unterrichteten Kreisen unerwartet. Sein Abschied soll mit der vollständigen Reorganisation des Landwirtschaftsministeriums Zusammenhängen. Es soll geplant werden, alle verschiedenen Ressorts der verstreuten Bauerninstitutionen zum Zwecke der Ausführung der projektierten Reformen in einem speziellen Ministerium zu konzentrieren. Selbst die Bauernagrarbank soll darin ausgenommen werden. Jedoch ist noch alles unbestimmt, da die Sache äußerst geheim gehalten wird. Ueber den Nachfolger verlautet auch nichts Zuverlässiges. Man nennt Goremykin und Ssttchomlinow, den früheren Odessaer Adelsmarschall und Obolenski, den früheren Adjunkten des Finanzministers. Die Hinrichtung des Mörders des Großfürsten Sergins. Wie man der „Neuen Freien Presse" aus Petersburg telegraphiert, wurde der Mörder des Großfürsten Sergius, Kalajew, bereits gehängt. Als der Justizminister wegen dessen Begnadigung beim Zaren vorstellig wurde, gab dieser keine Antwort, sondern sah zum Fenster hinaus. Iwan Kolajew war identisch mit jenem Studenten Kola- jew, der im Jahre 1902 sich in den Händen der preußischen Polizei befunden hat. Im Juli 1902 reiste Kolajew von Lemberg, wo er ein halbes Jahr studiert hatte, nach Berlin, aber unterwegs, in der Grenzstadt Myslowitz, wurde er von den preußischen Behörden verhaftet. Man fand bei ihm einige Broschüren und Nummern der „Iskra", des russischen sozialdemokratischen Blattes. Kolajew wurde drei Wochen in Haft gehalten und dann der russischen Negierung ausgeliefert. Ueber diese Auslieferung, die sie als völkerrechtswidrig bezeichneten, haben die Sozialdemokraten im deutschen Reichstag die Regierung mehrfach interpelliert. Ausiand. Christiania, 18. Mal. Bei der Festlichkeit, die der Staatsminister Michels en gestern abend aus Anlaß des Verfassungstages den Mitgliedern des Storthings und der Regiermng gab, hielt der Staatsminister eine Rede, in derer sagte, noch sei das Wort der Verfassung, das von Norwegen als einem freien und selbständigen Reich spreche, nicht durchgeführt. London, 18. Mai. Die Regierung hat endgiltig be- Ben, den Hafen von Gibraltar zu vergrößern Erbauung eines neuen Wellenbrechers. Der Zweck davon ist, den Hafen in den Stand zu setzen, eine bedeutend größere Anzahl Kriegsschiffe als dies bisher möglich war, aufzunehmen. Brüssel, 18. Mai. König Leopold begibt sich in den nächsten Tagen nach Ems zur Kur. Madrid, 18. Mai. Ms Erwiderung auf seine Ernennung zum General der englischen Armee hat der König von Spanien den König Eduard zum Admiral der spanischen Flotte ernannt. Belgrad, 18. Mai. Ministerpräsident Pasitsch hat beschlossen, die Frage bezüglich der Offiziere, die am Königsmord beteiligt gewesen sind, endgiltig zu regeln. Sie werden in die Provinz verseht. Das 6. Infanterieregiment, welches an der E r m o r d u n g des Königspaares hauptsächlich beteiligt war, wird nach Schabatz verlegt. König Peter hat bis jetzt dieses Projekt noch nicht genehmigt'. Petersburg, 18. Mai. Der Gehilfe des Oberpro- lureurs des Heiligsten Synod von Ssabler wurde zum Mitglied des Reichsrates ernannt. Aus Stadt und Land. Gießen, 19. Mai 1905. ** Personalien. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Mitglieds der freiwilligen Feuerwehr zu Groß-Rohrhcim Bachmann. — Am 17. Mai d. I. wurde der Dammwärter B i e r b a u m zu Worms zum Schleusen- und Hafenmeister zu Kostheim ernannt. ** Das Preis gericht für unser Stadttheaterprojekt ist seit heute morgen in Tätigkeit. Der 1. Preis konnte nicht vergeben werden. Der 1. und 2. Preis wurden geteilt, und es erhielten Fellner und Helmer in Wien in Gemeinschaft mit Architekt Hans Meyer in Gießen sowie Professor Dülfer- MÜnchen je 1250 Mk. Tittrich-München erhielt den 3. Preis mit 500 Mk. Zum 4. Entwurf, dessen Verfasser zur Stunde noch unbekannt ist (mutmaßlich S eh ring - Eharlottenburgs) wurde empfohlen, ihn anzukaufen. Das Preisgericht wird voraussichtlich vor Montag seine Tätigkeit beendet haben; die öffentliche Ausstellung der Entwürfe wird alslo erst nächste Woche stattfinoen können. •* Theateraufführung Gie ßener Studenten in Mainz. Wir lesen im „M. Tagebl.": Eine Theater- aufführung von 60 Gießener Studenten war hier geplant. Zur Aufführung sollte „Wallensteins Lager" und die Rütli-Szene gelangen. Unter den Mitwirkenden befanden sich auch eine größere Anzahl aus Mainz gebürtiger Studenten. Leider hat man in den letzten Tagen von der Veranstaltung nichts mehr gehört, so daß man annehmen muß, daß das Anerbieten der Gießener hier keine Gegenliebe gesunden hat. ** Die Kreisgruppe Gießen des Deutschen Flottenvereins hielt gestern abend ihre Hauptver- sammlung im Cas6 Ebel ab. Der Vorsitzende Geh. Hofrat Prof. Dr. Oncken begrüßte die erschienenen Mitglieder und erteilte dem Schriftführer Eisenbahntelegraphisten Schad das Wort zu- dem Rechenschaftsbericht. Hieraus ist zu entnehmen, daß die Milgliederzahl am 1. Januar 1904 in der Stadt Gießen 490 Mitglieder betrug: 35 schieden durch Tod oder Wegzug ans, wofür 38 neu hin zu trat en, sodaß am 1. Januar 1905 die Mitgliederzahl sich auf 493 beläuft. Die Zabl der auswärtigen Mitglieder stieg von 120 auf 123: die .Vfi-J • : ‘ zählt mithin insgesamt 616 Mitglieder^ Nach b.' ’ chrungSabschluß für 1904 beträgt die Gesamieinnalsine . 51 Mk.; sie setzt sich zusammen aus den Mitglieder^ . n ans Gießen mit 770 Mk., aus dem Landbezirk 90 Mk. rstbuß aus 1903 12,35 Mk., Zinsen 9,27 Mk. und bcm Erlös einer Sammlung im Gymnasium, Die 'Ausgaben beliefen sich auf ivisgesamt 913,36 Mk. Danach wurde dem Stcvdtb. Helm das Wort erteilt, der im Verein mit K'reisamtmann Dr. Kr an zb ü hler die Jahresrechnung geprüft und für richtig befunden hatte. Universitätsbibliothekar Dr. Heußer beantragte die Haftung des Rechners unter Ausspruch d ss Dankes, was uurch den Vorsitzenden geschah. Die seitherigen Vorstandsmitglieder wurden per 'Akklamation einstimmig wiedergewählt. Ms Mgeordnetc zu der am 4. Juni in Offenbach stattfindenden Hauptversammlung des Landcsvereins wurden gewählt: Geh. Hofrat Prof. Dr. O n ck e n, Kirisamtmann Dr. Kranzbühler, Dr. Heußer und Schriftführer Schad. Bad-Nauheim, 18. Mai. Ein Berichterstatter des „Newyork-Herald" hat den in Nauheim zur Kur weilenden amerikanischen Staatssekretär Hay besucht und festgestellt, daß ihm die Bäder gut bekommen. Herr Hay selbst erklärte, daß er sichiganz wohl befinde. Herr Mason, der amerikanische Generalkonsul in Berlin, leistet Herrn Hay Gesellschaft. — Der Erfinder des lenkbaren Luftschiffes, Graf Zeppelin, ist mit Familie zur Kur hier eingetroffen und hat im Hotel Augusta Viktoria Wohnung genommen. H a r t m a n n s h a i n, 18. Mai. Heute wurde am hiesigen neuen Stationsgebäude das Hotzwepk aufgeschlagen. Der untere Stock dieses Gebäudes ist fast durchweg aus Basalt erbaut und umfaßt neben Dienstraum und Güterhalle einen Wartesaal für 1. und 2. Klasse und einen solchen für 3. und 4. Klasse. D^er obere Teil ist aus Holzsachwerk und gibt eine sehr geräumige Wohnung für den Beamten. Der ganze Bau erregt Aufsehen, weil er in altertümlichem Bauernstil errichtet ist, wozu Architekt Hofmann den Plan aemacht hat. Unweit des Hauses wird auch noch ein Wasser- turm, der aus der hiesigen Wasserleitung gespeist wird, erbaut. Der Bahnbau schreitet rüstig vorwärts, sodaß die Fertigstellung noch diezes Jahr zu erwarten ist. — Der hiesigen Gemeinde steht durch den Bahnbau noch eine wertere Einnahmequelle in Aussicht. Sie steht nämlich mit einer Gesellschaft in Unterhandlung, welche den beim Ort liegenden Berg, „Die kalte Buche" genannt, erwerben will, um den darin liegenden, als sehr gut besimdenen Basalt zu verarbeiten. Darmstadt, 18. Mai. Die Stadtverordneten- v e r s a m l u n g beschloß in ihrer heutigen Sitzung unter gewissen Modifikationen die Bewilligung von Ruhegehältern und Hinterbliebenen-Versorgungen an nicht voll- beschäftigte städtische Bedienstete und Arbeiter. Eine entsprechende Neuregelung der Pensionsverhältnisse wurde auch für die Wagenführer und Schaffner der elektrischen Straßenbahn festgesetzt. Worms, 18. Mai. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr entgleisten kurz hinter Ho fheim, wo sich die Bahnen nach Bensheim und Darmstadt trennen, mehrere Güterwagen. Der Verkehr war deshalb zeitweilig gesperrt. Auf die Meldung von dem Unfall wurde sofort ein Hilfszug abgelassen und die Personenbeförderung durch Umsteigen wiederhergestellt. Inzwischen waren zahlreiche 'Arbeiter an der Unfallstelle mit der Beseitigung des Verkehrshindernisses beschäftigt. Mit Schnelligkeit wurden die nötigen Maßregeln getroffen, sodaß kurz nach 'Abgang des Hilfs- ^uges ein Verbindungszug ab gelassen werden konnte, der oen Bahnverkehr aufrecht hielt. Marburg, 18. Mai. Das 6 0jährige Berufs- jubiläum feierte gestern einer unserer angesehensten Mitbürger, 'Apotheker und Vizebürgermeister a. D. Friedrich Siebert. Am 17. Mai 1845 begann seine pharmazeutische Lehrzeit in der hiesigen Universitätsapotheke zum Schwan, die dann am 1. September 1869 in seinen Besitz überging. Vom 1. Januar 1891, nachdem er die lUpotheke seinem Sohn, Dr. Karl Siebert, übergeben hatte, verwandte Herr Siebert Zeit und Kraft vorherrschend für die Entwicklung der ihm zur Heimat gewordenen Stadt Marburg, zu deren populärsten Persöulichkeiteir er heute zählt. Erda, 17. Mai. Unsere Typhusepidemie ist leider immer noch nicht ganz zu Ende. Augenblicklicher Bestand: Im hiesigen Krankenhaus 4, in der Klinik zu Gießen 4. Doch werden voraussichtlich diese Woche noch einige zur Ent- lasstlng kommen. (W. Anz.) Kandeü unb Derkc! r. AolLswiNschast. Berliner Börse vom 18. Mai 1905. (Mitqeteitt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen«) Privat-Diskont 2% Prozent. Anfangs- u. Schlußkurfe. Oest. Kredit. . . 210.00 210.70 Deutsche Bank . . 237.10 237.10 Darnfftädter Barck . . 141.00 141.90 Bochumer Guß . . 241.00 241.00 Harpener Bergbau . . 212.00 Tendenz: Ruhig. 212.00 Erz-Kuxe. Fernie. Aiwebot 3525, Nachfrage 3475. Atlsbeuten und Zubußen, 1903: 225; 1904: 300. Berlin, 18. Mai. Der „ReichsanK." meldet: In bet heutig en Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank be* merkte Präsident Koch, daß die Lage der Bank wesentlich nachteilige Veränderungen nicht erfuhr. Die Anlage sei zwar mit 973 Mill. Mk. ziemlich noch um 82 Milt, größer als im Vorjahre, um 181 bezw. 113 Mill. Mk. größer als 1902 und 1901 und gegen 1903, in welckem Jahre die Schatzanweisungen um 66 Mill. Mk. stärker gewesen seien, um 46 Mill. Mk. kleiner. DaS Wechselporteseuille sei mit 826 Mill. Mk. nur um 6 bezw. 7 Mill. Mk. stärker als in den beiden letzten Vorjahren, aber der Metallvorrat sei mit 1074 Mill. Mk. nm 142, 150, 13 und 125 Mill. Mk. größer als in den letzten vier Vorjahren. , Der Goldvorrat übersteige den von 1904 um 160 Milt, und sei um diese Zeit des Jahres uock niemals so groß gewesen. Die. fremden Gelder mit 666 Mill.' Mk. seien um 170, 8, 96, und 49 Mill. Mk. größer als in den letzten vier Vorjahren. Ungedeckte Noten seien mit 136 Mill. Mk. weit weniger ausgegeben, gegen 1902 allerdings 55 Mill. mehr. Die steuerfteie Notenreserve von 333 Mill. Mk. sei gegen die beiden letzten Vorjahre ebenfalls weit größer, gegen 1902 allerdings um 45 Mül. Mk. kleiner. Der Berliner PrivatdiSkont schwanke im Mat zwischen 2Vi und 2Vs, die fremden Wechselkurse ließet: Goldausgänge ins Ausland nicht besorgen. Zu einer Diskontveranderung sei Anlaß nicht geboten. Der Zentralausschuß war hierniit debattelos einverstanden. Märkte. () Marburg, 18. Mai. Der heute hier abgehaltene Schweinemarkt war in jeder Beziehung sehr lebhaft und so konnte sich trotz der hohen Preise em flotter Handel entwickeln. Bei einer Gesamtzufuhr' von 1022 Schweinen bezahlte man für 4—6 Wochen alte Saugserkel 30—45 Mk., für 3—4 Monate alte Läufer 65—75 Mk. und für 5—6 Monate alte Mastschweine 90—120 Mk. pro Paar je nach Größe und Qualität. Der Markt wurde fast a u s v e r k a u f t. te. Frankfurt a. M., 19. Mai. be vom Arbeitgeber zugewiesene Arbeit (mio auch auswärtige StreikbrncharbeiD zu übernehmen und anzufertigen, mit 410 gegen 3 Stimmen abgelehnt Stockholm, 18. Mm. Der zentrale Arbeitgeberverband beschloß die Aussperrung der im M aur e r gew er be beschäftigten Arbeiter vom 20. Mm ab. Brünn, 18. Mai. Zu der Arbeiter-Bewegung in den Werken der ersten Brünner M aschinenfabriks-Gesellschaft wird von dazu ermächtigter Seite gemeldet: Die Verhandlungen mit den Arbeitern ffihrten zur beiderseitigen B e r- ständigung, sodaß die Arbeiterbewegung in beiden Werken des genannten Unternehmens als beigelegt betrachtet werden darf. Bewilligt wurde 9stünd'ge Arbeitszeit, Festsetzung von Mindestlöhnen und Regelung d"r kleineren und mittleren Zeitlöhne, ivwie Anerkennnn^ des i M.,i Hw-_________—_ Sport. Die Ozeanwettsahrt. Drei Stunden nach d^m Start der Ozeanwettfahrt, worüber wir gestern berichteten, führte, so wird aus N e w y o r k gebraut, die „Atlantic" sWilsen MarlckMll- Amerika). Die „Ailsa" (tz.'S. Redmond-Amerika) lag über eine Meile zurück, dichE gefolgt von der „Hambnrg"( Verein See- fahrt-Deutschland), die vorzüglich segelte. Die Sckooner hatten die Jachten mit Rahafegeln überholt. „Sunbeam ll^ora Brafsy-England), „Balhalla" (Earl of Crawford-England) und „Apache" (Edmund Randolph-Amerika) waren die lebten. A-ie „Associated Preß" richtete mittels drahtlo ser T elegr a pI)ie eftte dauernde Verbindung ir'r den an der Ozeanwettsahrt um den Kaiser Wilbelm-Rreis Mei Wen Mochten ein. Telegramm! Telegramm! Brsnqe Samstag auf dm Brand eine groß- Menge neues Gemüse und offeriere: ,. _ ... ri5., Prima Spargel, per Pid. von 40 Pfq. an, neue lxrbfsn, per Pfd. 30 Pfg., neue gelbe Rüben, ,unge Bohnen, feinsten Blumenkohl, Wirsing, 25 Pfg. p. Stet, große MengeSalatgurkcn, v. 25 Pfg. an, Spinat, lOJSfg.p. W. Kopfsalat, 6 Pfg., neue Malta-Kartopcln, P-W.15 Pg. Zwiebeln, 10 Pid. 85 Pfg., Kirschen ver Lattich, Rettich, Radieschen. Verkaufe nur prima Ware und fernen zuianunengeramfchten Schund. Hochachtungsvoll 03397 Frau Hammel, Große Mühlgasse 6. Kisenbal)n-Zei1ung. Bern, 17. Mai. Am 4. Juli tritt hier die internationale Konferenz betr. den Eisenbahnfrachtverkehr zu-e sammen. Von den eingeladenen außer der Schweiz an der Konvention beteiligten Staaten T eutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Rußland, .Holland, Luxemburg, Oesterreich-Ungarn, Dänemark und" Rumänien hat noch keiner ferne Vertreter notifiziert, doch ist nicht zu zweifeln, daß alle die Konferenz besapcken werben heren Dauer auf etwa drei Wochen bemessen ist. Ulle Staaten mit Ausnahme Rumäniens haben Anträge gestellt, die meisten derselben bezwecken lediglich die Verbefferung der bestehenden Be- Bekaunlwachuug. Die Gcmeindesteuerzettel für das Steuerjahr 1903 werden den Pflichtigen nächster Tage zugestellt werden. Diejenigen Eimvohner, ivelche bis 10. Ium einen Gemeinde- steuerzettel nickst erhalten haben, obwohl sie sich nach ihren Ver- (rnftniffen als steuerpflichtig betrachten müssen, werden hiermit auf- geiordert, alsbald aus Amtszimmer Nr. 14 bezügliche Anzeige zu Kerichtslaal. G egest den „Simplicis simus" ist, wie wir dem „Vorwärts" entnehmen, wegen des bekannten „Lizentiaten-Gedichts", das der Abg. Lattmann kürzlich im Reichstage zur Verlesung brachte, von dem Evangelischen Oberkirchen- rat die Btlcidigungsllag- (iwtetet worden Dadcr soll sich auch ergeben, gegen wen sich der Angriff des Blatte^ eigentlich richtet. Die Klage ist wegen Schmähung eines Geist- ' ichen angestrengt worden. Kirckiliöle DaÄriäiten. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Sonntag Cantate, den 21. Mai. Vormittags 9 ’/, Uhr: Pfarrer Schwabe. $ovnnttngS 11 Uhr: Kinderkirche für die Marknsgemcinde. Pfarrer Schwabe. Näcbstkünitigen Sonntag, den 28. Mai, findet vormittags 8 Uhr flriihgottesdienf! sowie Christenlehre für die Ncnkonstrmwrtcn der Markiisgemeinde statt. i.r . cn - « In der Johanneskirche. Vormittags 9V3 Uhr. Professor D. Stamm. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdlenst sur die Lnkasgemeinde. Psarrassistent S ch u l z. Katholische Gemeinde. Samstag, den 20. Mai 1 905: Nachmittags um 5 Uhr und abends nm 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 21 Mai 1905, 4. Sonntag nach Ostern: Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. Vormitags um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und m derselben Austeilung der heil. Konimunion. Vormittags um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. Militärgottesdienst mit Predigt Vormittags mn 9/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21/, Uhr: Christenlehre ; daraui Andacht. Dienstag und Freitag abend um 6% Uhr ist Mai-Andacht. Israelitische Religionsgemeinde. Goltesdicnt» in der Synagoge (Südautagc). Sanis tag den 20. Mai 1905: Vorabend: 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr Predigt. Nachmittaas ^.00 Uhr. Sabbathausgang 9 0o Uhr. Gießener Landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, ben 20. Mai 1905: Wolkig und warm, stellenweise Gewitterregen, besonders in Starkenburg. Näheres durch die Gieheuer Wetterkarte. B’e $esi©Msfar*e als Ba- rometet1 dep Gesundheit. Wer blaß aussiehtp matte, eingefallene Augen, Schwindel, Müdigkeit usw. hat, über Herzklopfen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit usw. klagt, bei dem ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß die Schilid dieser Erscheinungen an schwachem, eisenarmen Blut liegt. Läßt man in solchen Fällen die Betreffenden anstatt Kaffee oderr Tee eine Zeit lang„Bioson" trinken, so wird man m ganz ttrrzer Zeit an der Gesichtsfarbe und dem Allgemeinbefinden den Erfolg verspüreii. Dieses blutbildende Präparat enthält wie fern anderes die wichtigsten Lebens- und Aufbaustoffe in bester, konzentriertester und leicht verdaulichster Form und ist fertig zum Gebrauch mden Apothekeii, guten Drogerien usw. das halbe Kilo drei Mk. erhaUlrch. Man lese, um sich von dem Wert des Bioson zu überzeugen, bur Berichte der medizinischen Zeittmgen, Professoren unb Aerzte, Heilanstalten usw. unb beachte seinen billigen Preis gegenüber onberen ähnlichen Präparaten. b /s Recht eWch in d« Verwendung ist - Knorrs tzaferinshs jede Oakethülle trägt die eingehend gehaltene Gebrauchsanweisung. Durch seins einfache verwendungsw-ise. sich ^nor^afmneh^ Lfle Xnom'Aeu Fabrikate in allen Schichten der Bevölkerung schnell und dauernd eingebürgert. Die Safermehllpeiien werden m kürzester Zelt uberl,^ p »m"xufafe Don liilch oder von Wasser fertiggestellt. Lin sehr angenehmer Vorteil ist d-.es^insofern, weil man zu zeder Zeit ra;ch eine frische, Ik j*5 :'in ...» m.ch «Mto. w--d-n^ Kunst und Wissenschaft- Rom, 19. Mai. Der Herzog der Abbruzzett plant eine neue wissenschaftlich? Forschunö-mllsterer Gießen. I. V.: Curschmann. DermifcW®* • Berlin, 17. Mai. Heute mittag erschoß der Mechaniker Katz in der Wollinerstraße seine fünf Monate alte Tochter und sich selbst und verwundete seine vierjährige Tochter. Der Beweggrund ist Krankheit und Nahrungssorgen. • Wien, 18. Mai. Gestern nachmittag erfolgte m dem südlichen Solstollen des Bosrucktunnels bei Ardning ein Wassereinbruch mit 1100 Sekundenlitern, die der Stollensole unter Druck entströmen. Das Gebirge ist fest, sodaß keine Gefahr besteht. Die Arbeiten wurden eingestellt, da der Tunnel völlig überschwemmt ist. Wie lange die Arbeitseinstellung dauern wird, läßt sich noch nicht voraussagen. Dieser neuerliche Wassereinbruch ist um so lästiger, als nur mehr 135 Meter des Solstollens anzusahren sind, sodaß der Durchlag des Stollens in den nächsten Wochen hätte erfolgen müssen. Wie eine später eingelangte Depesche meldet, ließ der Wafferandrang vor Ort nach. Die Wassermenge betrug heute früh 500 Sekiindenliter. Witzkarten Pariser Künstlerkarten Stck. 10, 15, 20 unb 25 Pfg. — Günstig für Wiederverkäufer. =; Eintritt frei. Kein Kaufzwang. ] 5 „ 10 , 5 „ 10 , 5 , 4% Oesterr. Goldrento . . 101.90 41/B% Oesterr. Silberrente . 101.25 4% Ungar. Goldrento . . 99.85 Mr die O'esamt-Rlld llion verantwortlich: i. V. August Goetz. PsMeii-CeMe Souneustraßc 5. 5 unb 10 Pfg« 4l/0°/ äussere Argentinei Tendenz: schwächer. Preisen. D7, SiiÄ den 28. Mai l.J., nachmittags 2 Uhr, 3740 werden im Bieker'schen Saale versteigert: 1 Soia, 1 Vertikow, 6 Stühle, 1 Ausziehtisch, 1 Spiegel, 1 Regulator, IHerren-Schreibtisch. G e i ß 1 e r, GerichtsvoUzieli''f F s’ © i h a r® fc. Heute von 4—8 Uhr: Rindfleisch ä Pfd. 50 Pfg. [B19/5 WMK Du,' Seitersweg 83. Waschmaschine Blitz, das Beste, steht Interessenten probeweise zur Vernlyunn. Waschmaschmen Spiritnsgasbügeleisen, Plätten, Bügelehen etc. in grösstes* Ausw^I empfehlen Brüder Schmidt, zu vermieten. 03408 Großheczoa - f3gerid>t 2736 Buseck bei Gießen. 03409 Wßerer Lide« 2737 zu vermieten. 1503 Jul. Nuckstuhl, Gr. Steinweg 26. Handschuhe Strümpfe Überzeuge Korsetten Simmeiithaler Bulle sprungfähig, 16 Mon. alt, schöner, schwerer Körper, steht zu verkaufen bei Wilhelm Wagner in Alten- Größcre Wohnung event. parterre oder 1. Stock, im Mittelpunkt der Stadt per August zu mieten gesucht. Schriitl. Meld, unter 03403 an den G. A. erb. i^i^MweÄs$/^nWi/n(f/dufen!\ „geführt in der deutodien crästerrJlmea. I ^BeuteltO^.Slreudose 25 3). Schachtel 50>> I Mkine WoDling eX»*«* mit sür sofort gesucht. Angebote erbitten Sitjtii.Ungtgtii PfiasterkieS, eignet sich vorzüglich zu Gartenkies, Maurer-, Weißbinder- und Streusand zu haben in der Grube an der 4. Schneise Licher Straße, mit und ohne Anfuhr täglich. [2658 J. Hofmann, Gießen, Steinstraße 49. Heffentttche Aufforderung. In dem Hypothekenbuch der Gemarkung Daubringen sind tlnter dem 18. März 1820 eingetragen: 1. eine Hypothek der Eleonore Schwalb zu Daubringen Au Gunsten des Metzgers Philipp Bogt zu Gießen im Betrage von 60.— fl., verzinslich zu 5%; 2. eine Hypothek der Marie Katharine Schwalb zu Daubringen zu Gunsten des Metzgers Philipp Bogt zu Gießen im Betrage von 60.— fl., verzinslich zu 5%. Die Hypothekurkunden sind abhanden gekommen. Alle Diejenigen, welche Ansprüche aus obigen Schuldverschreibungen erheben zu können glauben, werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche binnen zwei Monaten von Einrückung dieses bei unterzeichnetem Gericht anzumelden, widrigenfalls die Löschung der Hypotheken verfügt werden wird. ßi»- ; Gießen, den 12. Mai 1905. Tagesordnung: 1. Vorlage der Rechnung pro 1904. 2. Verwendung des Reingewinns. 3. Ergänzungswahl des Aussichtsrats. Großen-Lmden, den 18. Mai 1905. Der Generahmrsamml^mg des Spar- null Vorschuß-Acrcins MittMscWst zu Grotzeu-Litkdeu findet statt In meinem nenerbmiten Hause Stephcmstraße ist der 2. und 3. Stock, 0—7 Zimmer mit Lad, 4. Stock 4 Zimmer, per 1. August 1905 zu vermieten. 2724 Näh. Frankfurter Str. 62, II. Schöne 3—4 - Zimmer - Wohnung zum 1. Juli gesucht. Schriftl. Meld. mit. 03177 an den Gieß. Anz. erb. MWMt :ä Keilkissen abzugeben 03389 Bahnhofstraße 40, part. Gutes Pferd englische Rappstute, für Landwirtschaft geeignet, preiswert zu verk. 03411] Hoilohnkutscherei Huhu. empfiehlt 2452 I. Schulze Kreuzplatz. la. WmWch garantiert rein, p. Psd. 50 Pfg., la. Bienenhonig garantiert rein, p. Psd. 1,00 Mk. empfiehlt 505 Heb. ÄrtwSd äL Marktstraße 28. Achtung2 Bin Samstag, 20. Mai, am Lerrz'schen Felsenkelter mit folgenden Waren anwesend, wie Apfelsinen, Citronen, Zwiebeln, Blumenkohl, Spargel, junge Möhren, Erbsen, Schnittbohnen, WirsingLöpfe, Spinat, Nübstrel, Schnittkohl, Gurken, Kopfsalat, Radieschen, Petersilie, Suppengrün, Pflanzen, frische Kirschen u. Erdbeeren rc. Alles frische Ware zu enorm billigen Preisen. 2723 öfmb*. Klein, Cöln. Dienstag, den 6. Juni d. I., nachmittags 3y2 Uhr auf dem Rathaus dahier. I. Carle, Frankuirter Hof. 03414] 1 Zimmer und Gliche zu vermieten. Schanzenstr. 18. 03401] jimmer mit Kabinett zit vermieten. Kirch en platz 5. L 2 äegeniännner i zum Anbiliden zu verkaufen. ________________Hesseustratze 5. Ackerimrd, ivelches sich sehr gut gum Back- stembrennen eignet, mit einem Lehmlager bis zu 2 Mtr. Höhe in der Rahe der Stadt zu verkaufen. 9täl)eres in der Geschäfts- stelle des Gieß. Anz.2725 Ofenlack wohlriechend, in Fl. 25 Pfg. u. 50 Psg. empfehlen 1909 G@br*. a^icBiel Walltorstraße 29. Schöne 3—4 Zimmerwohnung, 2. Stock, der Neuzeit entsprechend eingerilptetet, p. 1. Juni zu verm. 2404] Näh. Asterweg 43, i. Ladeii. 2428] Mansarde Kreuzplatz 6 zu verm. Näheres Südanlage 10. 2429] Ntansaroenlvohilung an ruhige Leute zu uerinieten per 1. Juli Süd-Anlage 10. KklßkPMg Montag deu 29. Mai l. I., nachmittags 3 Uhr, sollen im städt. Pfandlokal Seltersweg 11 oahier die wegen rückständiger Beitrage zur Ortskrankenkasse Gießen pro Monat Januar 05 gepfändeten Gegenstände, Möbel aller Art, 1 Hobelbank, 1 Badeeinrichtung und 3 Wagen versteigert werden. 2722 I Gemmecker, Pfcmdmeister. Wohnung, 6—7 Zimmer, mit und ohne Pferdestall zu vermiet. 1087__________Ludwigsplatz 5. 1916] Wohnung im rnittl. Stock per sofort oder l.Juli zu vermieten Bahnhofstraße 61, im Laden. ^■ie »wj । iwmr«n i—i mim— eriii* n | 4: Zimmer | Altcestraße 11 schölle Atan- sardemvohnung, 4 Zimmer und Küche, neu hergerichtet, an ruhige Leute für l.Jull od.später zuverm. 2695 G. Nauhcrmcr. 9leuban Grünbergerstraße elegante 4-ZimmerrvohliUlig nut Balkon, Gas, Bleiche und allem Zubehör per 1. Juni oder später $ L&den etc. | Laßest mit großem, Hellem Zimmer per 1. September zu vermieten [2473 ___________Müusburg 1. Bureau sowie Stallung mit Wageuremise u. großem Keller, eventuell auch mit schöner Wohnung preiswert zu verm. [2150 Näheres Südanlage 15, part. 03385] Möbl. Znnmer billig zu vermieten Seltersweg 9. 2731 ] Fern möbl. Wohn-u. Schlafz. sof. zu verm. Ludwlgstr. 26, II. 03395] Großes, möbl. Zimmer zum 1. Juni zu vermieten. Lndwigstraße 6, III. 03407] Schön möbl. Zimmer zu vermieten. Walltorstr. 16, II. 03366] Möbliertes Zimmer zu vermieten Dammstraße 42, I. 03369] Schön möbl. Zimmer mit ob. ohne Pens, z. v. Bismarckslr.17 Ecke Landgrafeustr. (Braugasse 11), Beletage, ein eventl. zwei schön möblierte Zimmer preiswert zu vermieten. 2539 tvT?) Wetterfeste k iVy Kaltwasserdauerfarbe E . JEKCL. &als Waarenzrichen No. 46986 patentamtlich geschützt, Ist aas beste, vollkommenste und | einfachste Anstrelohpulver, mit dem 8 man an Stelle von OeL, Leim-'und Kalkfarbe einen ganz hervorragenden, 8 durchaus dauerhaften Innen- und Aussenanstrich erzielt Solidi» wird von I Fachleuten bevorzugt, deckt mit einem Anstrich, färbt nicht ab, wird | Steinhart, ist durchaus wetterbeständig und kann Jedermann mit diesem H Farbenpulver, das nm- mit Wasser angerührt zu werden baaucht, selbst a seine Zimmer, Küchen, Gänge, Fassaden, Stallungen u. s. w. auf lei eh- i teste u.billigste Weise blend, weiss sowie in all. and. Farben anstreichen. | Bin Kilo genügt für ca. 10 Qm und kostet nur 50 Pfg. r ____Zu haben: Gustav Walter, Mäusbnrg 13. S81°/5_j A!tt. Lülsmöii & Co. Bon pünktlichem Zahler wird in der Walltorstraße oder in nächster Nähe ein Laden oder eine Parterre - Wohnung, die sich hierfür einrichten ließe, auf längere Jahre zu mieten gesucht. Schriftl. Meldungen unter 2634 an den Gieß. Anz. erbeten. Zigarren- Mikation. Räume für ca. 50 Arbeiter mit Zubehör gesucht. Berücksichtigt werden nur solche Plätze, an denen genügend Arbeitskräfte, die in Hand- u. besserer Formenarbeit perfekt sind, existieren. Bahnstation erwünscht, aber nicht Bedingg. Ausführliche Offerten unter 2734 an den Gieß. Anz. erb. j 3 Zimmer | Gbeyiraße ist eine 3-Znmner- ivohnung, neu hergerichtet, mit Gartencmterl per Juli zu vermieten. Näheres bet H. Carlä, Bleichstraße 11._____________2325 Schöne 3°Zimmern)ohnung zum 1. Juni zu verm. Kirchstr. 2. 2633 Eckhaus 3°stöckig, massiv gebaut, mit daran anstoßenden großen Bauplatz, in bester Lage des Südviertels, zu jedem Geschäil geeignet, unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Schriftl. Meldungen unter 2732 an den Gieß. Anz. erb. j 2 Zimmer [ 2 Zimmer und Küche an ruh. Leute zu vermieten. 2730] Näh. Schillerstraße 16, pt. 2541] 2'Znnmerwohn. zu verm. bei L. Hellmold, Steinstraße 31, Nord-Anlage 1 eine 2-Zimmerwohnnng mit Zu- behör per sofort zu verm. [2662 2394] Gme schöne 2-Znnmer- wohmmg, Vorderhaus, Neubau, zu vermieten. Seltersweg 35. | Verschiedene g Wegen Trauerfalls bleibt unser Geschäft Samstag, 20. Hai, geschlossen. Restauration zur Stadt Lieh. 2721 Möbl. Zimmer \ (Offene Stellen GemMgeckr in Leben-, Unfall- und Haftpflicht an tüchtigen strebsamen Agenten für den Bezirk Oberhessen zu vergeben. Hohe Bezüge und fern Pflichtpensum. Schrift. Meld. u. 2735 a. d. Gieß. Anz. erbeten. Bezick-ZchM für eine Vieh-Versicherungs-Gesellschaft, welchemitfestenPrämien ohne Nachschuß arbeitet, zur sofortigen Einstellung gesucht. Re- flekiert wird auf gewandten, fleißigen Herrn. Schriftl. Meld. unter 2651 an den Gieß. Anz. erb. 03398) Schnhmachergeselle sofort gesucht. FriedrichMagnns, Weidengasse 10. _______________ Tüchtige Schnhmachergeselle« gegen hohen Lohn gesucht von PH. Scharff, Schuhmachermstr. 03.100) Niedergirmes bet Wetzlar. ZNg.Fch.KMr gesucht. [03362] Perkeo. Schiffahree Z sowieLlkkordausläder bei dauernder Beschäftigung ges. Gebr. Kahl, Franks. Str. 151. Gesucht 5—6 tüchtige 03393 Msimchttu.LMm' A. Becht, Marburg, Grün 26. Tüchtige Minirer uni) Knniilnnger finden dauernde Beschäftigung. Bcmgeschäst Jost Benner 2743) in Allendorf a. d. Lumda. Zum Ban einer Wasserleitung zu Allendorf a. d. Lumda werd lüfoti tüchtige 2743 Erdarbeiter gesucht. Meldungen werden angenommen auf der Baustelle.________________ Einen Gesellen und einen Lehrjuugeu sucht Konr. Ant. Artz, Schneiderrnstr. ______in Lang-GöuS. 2744 SvliSer Arökiter gesniyt. 03402) Sägewerk Hammstr. 27. Mehrere Erdarbeiter werden gesucht. Strmdenlohn 30—32 Prennig. 03413 Gießener Brauusteiubergwerk Betrieb 20a, Ludwig Sommer. Erdarbeiter gesucht. 2660) I. Hofmann, Steinstr. 49. Kutscher gesucht 03412) Hoflohnkutscherei Huhn. 03410) Tüchtiger Unecht für Müllerei sofort gesucht. Heinrich Christ, ___________Heuchelheimermühle. Hausbnrschc gesucht. [03399 Bahnhofstraße 35, im Laden. Jungen von 14 bis 16 Zähren finden Arbeit bei 2560 Kaatimann, ___________Lampenfabrik.______ Bürschchen für leichte Arbeit gegen hoh. Lohn gesucht. H. Kühn, 2740 Papierhandl., Seltersweg 36. Ein junger Bursche für die Lackiererei gesucht. [2747 Fr. Krogmcum, Geldschrankfabrik, Bahnhofstraße 30. Brauer Junge in die Lehre gesucht. [2745 H. Leyerzapf, Schlossermeister. EAeiyerlehMß I sucht Carl Zimmermann, Schreiueruistr., Neuenbäne 15. Feineres hiesiges Zigarren- geschäft sucht Lehrling für den Laden gegen monatl. Vergütung. Schriftliche Meldungen unter 2701 an den Gieß. Anz. erbeten. Ein tüchtiges Mädchen, das kochen kann und Hausarbeit versteht, wird gesucht. [2733 Frau Dr. Hoddes, _______ Bahnhofstraße 76 in. Jüngeres Dienstmädchen tn kl. Haushalt sofort gesucht. [03396 ______Ludwigstraße 35 ptr. Tüchtig? lÄädcEen für Küche und Hans bei hohem Lohn sofort gesucht. [03404 Bahnhofstraße 15. Tüchtig. Mädcheu für Wirtschaft gesucht. [03415 L. Wagner, Schanzenstraße 18. o"^]Jüng.Dienst-od.Laufmädch. in kl. Haush. ges. Kirchenplatz 11,11. Für besseres Restaurant [03363 ein Mädchen als Stütze in Küche u. Haus gesucht. Näh. in der Geschäftsst. d. G. A. Nlltztrgtt für Samstag Nach- Pllgsillll mittag gesucht [03326 _________Seltersweg 60, in. ZMMs Iieustmiliicheil gesucht Marktplatz 17, II. [2698 Alleinniädchen für Küche u. Hausarbeit z. 1. Juni gesucht. Frau Pros. Kretschmar 03391 Nord-Anlage 33. \ ^>ltckfrau gesucht 03394 V Stephanstraße 36, part. Saiiberes, tüchtiges Mädchen, das etwas kochen kann, dauernd bei gutem Lohn gesucht. [2706 Näh. Grünberger Str. 24, pt. Braves DienstiMM vom Lande mit guten Zeugnissen gegen guten Lohn per 1. Juni gesucht. Zu erfragen 2709 Steinstraße 13, II. Stock. 03388] Ein besseres Mädchen, welches etwas nähen und bügeln kann, in feines Herrschaftshaus ges. Näh. durch d. Stellenvermittl. v. FrHüttenberger, Seltersweg 67. Für eine Dame ein Mädchen welches bürgerlich kochen kann, sowie Mädchen nach auswärts, Nauheim, Homburg Lohn 25—27 Mk. perMon. durch j^rau glitten» berger, Seltersweg 67. 03387 Wiges Mchm für Küche u. Haus alsbald gesucht. 2697] Näh. Marktstr. 12, i. Laden. $"trlli'ii=(il>elnd|£ TfichL Verkäufern sucht Stellung in einem chrlstlicheii Kololiialwarengeschäst. Näheres in der Geschäftsst. d. G. A. [2728 § Wer wirklich große Ehaneen u. Vorteile in der Lotterie (ohne Risiko) haben will, verlange umgehend Pro- 5^2«. spekt durch 2741 Willy Kahle, Desiau. Schreibinaschinen- Unterricht wird erteilt. 2592 Seng, Bahnhofstraße 49, II. em. W. »'S alten Sprachen. Schriftl. Meld. unter 03406 an den Gieß. Anz. erb. Fuhvleiftuugeu jeder Art werden stets angenommen. [03375 Carl Euler IV., Schützenstr. 15,1. Mir Klipitllliftit. Für ein größeres Unternehmen Bangelder bei guter Verzinsung gesucht. Schriftliche Meldungen unter 2726 an den Gieß. Anz. erb. Wirt 10000 auf 1. Hypothek sofort gesucht. Schriftliche Meldungen unter 2742 an den Gieß. Anz. erbeten. 3—4000 Bk. auf Grundstück, innerhalb d. Orts- laxe gegen gute Bürgschaft zu 5% per bald zu leih. ges. Offert, u. 03349 an den Gieß. Anz. erb. ö f» n i "9,Ur reisende HOSÖIZ Damen ■ im evang. Schwesternhaus, Giessen. Johanneastr. - Q19.5.0ä.r/2% 111 ßr. 87- Al. 9 M _________vWs-___ a. f. f. Die für Dienstag den 23. Ma] angesetzte Hauptübuug finde» schon Montag den 22. Mai, abends 81/. Uhr, statt. Das Kommando. Itnrev Hinweis auf § 17 bei Satzungen iverden die Atitgliede» aufgefordert, pünktlich und zahl« reich zu erscheinen. Sektion Giessen D. & Oe. A.-V, Samstag und Sonntag, 26. n. 21. Mair Krvppacher Schweiz. Samstag 20. Mai ab IO10 vm. Retourbillet Bürbach. v19/^