ten. teil. mltl SfäbungenwW^ M n Tietz. 'Ih^jxä^w. ■ ritten. AbMtM nie bedeutende Ztgami- rit juchl behuis Bew.roMj eine Filinle WMllM/ ladjten oder käuslisp ito Siecht SS***;* NKilsU Mette ..enSel-hnSL jncibevia juw LieUung bi cmer hlM kleidumllche^r' yv'lliche Meldungen unicl* l0 an den Kien. Sliiy erbeic ,| j tXg*g^\ "virtscha!^u.Laub, HKÄ&* zeit beende:, ilid n,\'ei,i! ^"ng. LchrniIicije Mel^M ^ Tunger Maim lnSr^°nb^nil iucht M S“ .obct Ipalcr LlelKu« Äy ob-!5l,rcmi- ‘ M.,2l,eldungen u. 0615U t» ’ateij. Anz, erbeten, >"ge lucht. Mädchen m.oiu(: in-Men Stellen per 1. £[, Schmidt, Dienen Säue 51Ml': Wß 9rtÄ«i»r ife Yension t em IS jähriges Mädchen ches die Alicelchule bejucbG [, in einer guten Familie nn ladjjcnen Tochlern. M Herten mit Preisangabe an . Sögel, Staden (feeiieiaiO. Realschliler.-SchWl.M tr 06165 an benWM^j Ijt IHR ichnii°cmpßc^ in und außer W a i iftl. Arbeiten.-MM-r G, 100 tiQiipipoflln^-J^- ät meine neuerbaute H •Mait in Mucke a.bM’ c per 1- T-z.e>nber°'ne» utiouWt" *** itnW|3?ä idoneo ”«***< mtW “'Äiön"»111“ Nr. 219 Zweites Blatt Montag 18. September 1905 siebener Anzeiger Redaktion, Expedition a. Druckerei! Schulst», f* Tel. Nr. 6L Lelegr^Adr., Anzeiger öit&cn. Rotationsdruck und Verlag der vrühl'lch« UnwersttütSdruckeret. UL Sange, Stetz«. 155. Jahrgang ®r1*ttet WtzliÄ mit vuSncchme de» Sonntags. Dt« „CkÖenet Satnilienbläftef werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der £aaö®lrt" erscheint awnoUich einmal. General-Anzeiger, Amts- Md AnzeigedlM für den Ureis Gießen. Hine AigarettenfaöriKatstcuer. Die in Berlin W. 35 erscheinenden „Vereinigten Tabak- Zeitungen" schreiben in ihrer Nummer vom 16. September u. a. folgendes: Von den systematisch vorgenommenen Beunruhigungen konnte auf die Dauer die Tabakbranche nicht verschont bleiben. Unwille darüber und Ängst vor der Zukunft machen sich denn auch überall bemerkbar und wirken ans alle Geschäfte höchst lahmend. So wird u. a. vom Hamburger Tabakmarkt geschrieben: „Daß dadurch da? ganze Gewerbe leidet und eine nach langer Untätigkeit kaum erwachte Belebung der deutschen Märkte im Keime erstickt wird, liegt in der Natur der Sache; e8 baden sich unzweideutig Bedarf und mehr Unternehmungslust vordem gezeigt, und halten wir cS für unverantwortlich von der Regierung, daß sie systematisch eine große und über das ganze Reich verbreitete Industrie beunruhigt, zumal sie selbst nicht im Zweifel darüber sein kann, daß im gegenwärtigen Reichstage eine Mehrheit für Erhöhung dc§ Zolles auf ausländischen Tabak ebne gleichzeitige Erhöhung der Steuersätze auf inländischen Tabak nicht zu haben ist, weil sonst eine Mehreinnahme sür daS Reich absolut illusorisch wird." Wer erinnert sich nicht noch der für daS große deutsche Labakgewerbe geradezu skandalösen Umtriebe gegen den „Tabaktrust", jener systematischen Verhetzung, die von einigen wenigen Dresdener Zigarettenfabrikanten ausging und die in der Folge sich ztt einer noch nie dagewesenen Beun- nthigung des gesamten Tabakgewcrbes auswuchs, derart, daß neben dem Dresdener Zigarettenverein alle Vereinigungen der Zigarrenhändler, -Fabrikanten und Rohtabakhändlcr und die gesamte Tabakfachprcsie mit einem Eifer gegen den „Feind" zu Felde zogen — der in Wirklichkeit für Deutschland gar nicht existierte. Im wütenden Kampf gegen den „äußeren Feind" übersah man gänzlich, daß man eS in Wirklichkeit mit einem viel gefährlicheren, dem „inneren" Feind zu tun hotte. Niemand war sich bewußt, daß die ganze große, ungemein kostspielige Kriegführung lediglich auf die Hasenangst, den unglückseligen Konkurrenzneid einiger weniger Zigaretten- fabrikanten zurückzuführen war; mit vollen Segeln fuhr das gesamte Tabakgewerbe im Fahrwasier jener Konkurrcnzneider, und je mehr Geld für Antitntstdrucksachen, Abhaltung von Versammlungen und Umherfahren von Wanderrednern geopfert wurde, umsomehr lachten sich die Hintermänner ins Fäustchen, die nur von dem einen Gedanken beseelt waren: Die unbequeme Konkurrenz zu Boden zu schlagen. Erst im April d. I. sind Dresdener Zigarettcnfabri- kanten wieder beim Reichsschahamt und beim sächsischen Finanzministerium dringend vorstellig geworden, eine Erhöhung deS bestehenden Zigarettenzolles von 270 Mk. für den Doppelzentner um das Vierfache vorzunehmen. Dieses eigenmächtige Vorgehen einzelner Mitglieder deS Deutschen Tabakvereins hat in der letzten Generalversammlung dieses Vereins mit Recht Unzufriedenheit hervorgerufen. In der Tat findet man für daS unüberlegte Handeln einer kleinen Gruppe von Tabakinteresienten keine Worte. Die Folgen solcher Handlungsweisen konnten natürlich sticht auSbleiben. Waren schon die in aller Oeffentlichkeit sich abspielenden sinnlosen Treibereien gegen den „Tabaktrust" dazu angetan, die Freunde von Tabakstettererhöhungen auf unsere Branchen besonders aufmerksam zu machen, so war die von Dresdener Fabrikanten direkt beantragte Zollerhöhung in noch viel höherem Maße geeignet, ihnen zu einem langen Schnitt Lust zu machen. Dazu scheint es denn nun auch kommen zu sollen, wenn man einer Nachricht trauen darf, die augenblicklich die Runde durch die Tagespresie macht und die reichen Anlaß zu weiteren Beunruhigungen bietet. Es wird nämlich behauptet, das Reichsschatzamt habe nach sorgfältiger Prüfung der Sachlage mit namhaften Führern des Zentrums und des rechten Flügels der national- liberalen Partei Fühlung genommen und sei bezüglich der Einnahmen aus dem Tabak zu folgendem Entschluß gekommen : „Ta die deutsche Zigareitenindustrie seit Jahr und Tag eine Erhöhung deSZigarettenzollesaur daSVier fache des bestehenden Satzes von 270 Mk. für den Doppelzentner erstrebt und Zigarettenfabrikanten erst int April d. I. sowohl beim Reichs- schatzamt, als auch beim sächsischen Finanzministerium in Dresden dahin vorstellig wurden, auch gewichtige Stimmen sich gegen die Trustvorgänge erheben, welcher in dieser Industrie einen geeigneten Nährboden an allen in der Zigarettenlabrikation hervorragend beteiligten Ländern finden, so wird diesem Wunsche der heimischen Zigarettenindustrie in der neuen Vorlage entsprochen werden. Außerdem wird eine V a n d e r o l st e u e r teils nach russ., teils amerikanischem System aus deutsche und ausländische Zigaretten gelegt werden. Man schlägt 2,50 Mk. für das Tausend vor. Da die Raucher der Zigarette in Deutschland sich ihre Zigaretten osi selbst Herstellen, wird eine Z iga rette nvapier-Stempel- steue r nach griechischem und früheren russischem System geplant. Im Reichsschatzamte werden die Erträge dieser „Zigaretten- 'uxus steuer" auf 18 Millionen bewertet." Einen solchen AuSgang ihrer Agitation haben sich die dresdener Zigarettenfabrikanten nun wohl schwerlich träumen lassen. Das ändert aber leider nichts an der Tatsache, daß man sich im Reichstage sehr eingehend mit dem deutschen Tabakgewerbe beschäftigen wird. Viel Gutes kann dabei diesmal für daS letztere nicht herauskammen. Wir sehen schon im Geiste einige Abgeordnete das Dresdener Leiborgan in der Luft schwingen und hören sie den Verfechtern unserer gerechten Sache entgegenschleudern: „Aber waS wollen Sie tenn nur; hier beklagt ein „Fachblatt" aufs tiefite, daß die deutsche Zigarettenindustrie einen ungenügenden Zollschutz hat. ilußerdem steht da schwarz auf weiß und rot umrandet zu Wen, daß nach dem Urteil von Augenzeugen in den ägyp- ischen, russischen und anderen auswärtigen Fabriken unter «l>r viel Schmutz gearbeitet wird. Erhöhen wir also ruhig >en Eingangszoll, damit die deutsche Zigacettenindustrie diese lästige Konkurrenz loS wird; die Bandcrolsteuer wird sie dafür gern und freudig tragen!" Man sieht, wohin daS deutsche Tabakgewerbe kommt, wenn der Tabakoerein einzelnen Mitgliedern auch weiterhin gestaltet, auf eigeae Faust zu operieren. Denn daß Freiherr v. Stengel mit einer Einnahme aus dem Tabak von vielleicht 10 Millionen Mark (nicht 18 Millionen, wie er meint) sich zufrieden geben sollte, rd wohl niemand ernstlich glauben, am allerwenigsten Herr v. Stengel. Es wird also versucht werden, die Steuerschraube noch weiter anzuziehen und als nächstes Objekt wird man sich die Zigarre ausersehen. Dann werden die Zigarrenfabrikanten den Dresdener Zigarettensabrikanten, für die sic auS der Deutschen Tabakvereinskasse ganz niedliche Sümmchen hervorholten, um sie vor dem „Tabaktrust" zu retten, in dankbarer Erinnerung an die diesjährige Vorlage die Hand schütteln können. Wenn dann wirklich die vielberbeigesehnte Einigkeit zu stände gekommen sein sollte, dürfte es auf jeden Fall zu spät sein. * Zu der Besteuerung der Zigareltenindustrie meldet die „Südd. Tabakztg." soeben aus Dresden, daß sich der Verband der deutschen Zigarettenfabrikanten in einer Versammlung gegen jede Besteuerung der Zi- garettenindu strie ausgesprochen hat.__________________ Politische Tagesschau. AlgcciraS. Ms Sitz der Marokkokonferenz ist, Reuters Vernehmen nach, das spaniscye Städtchen 'Mgeeiras gewählt worden. Der Zusamm Zutritt erfolgt voraussichtlich Ende Januar. Man darf hoffen, daß die abergläubischen Marokkaner in der Geschichte ihrer Vorfahren nicht allzu bewandert sind. Sonst könnten sie eine böse Vorbedeutung darin erblicken, daß die europäischen Diplomaten sich für ihre Beratungen über die Zukunft des marokkanischen Reiches gerade einen Ort ausgesucht haben, an den sich für dessen Vergangenheit unerfreuliche Erinnerungen knüpfen. Mgeeiras ist ein am Meerbusen von Cadiz gelegenes Städtchen, zählt etwa 14 000 Einwohner und besitzt einen Hafen, dessen Befestigungen sich hauptsächlich gegen die des nahen Gibraltar richten. Ten heutigen Spaniern besagt der Name wohl kaum mehr viel, obwohl ihr Herrscher unter seinen zahlreichen Titelt! auch den eines „Königs von 'Mgeeiras" führt, — er nennt sich freilich auch „König von Gibraltar". Für die Mauren war Mgeeiras fange der Schlüssel zum Besitze Spaniens. Erst am 21. März 1334 gelang es König Mfons XI., Algeciras nach 20monatiger Belagerung einzunehmen. Einen 'Ahnherrn unter den Kämpfern von Mgeeiras gehabt zu haben, blieb jahrhundertelang der Stolz so manchen ritterlichen Geschlechts. Nach der Erstürmung der Stadt zerstörte der König alle maurischen Gebäude und die Festungswälle. Und man darf sagen, daß das erst später zu Ende geführte Merk der Vertreibung der Mauren von der iberischen Halbinsel an jenem Tage und in Mgeeiras entschieden wurde. Eigentlich hätten die Marokkaner also allen Grund, als Nachkommen der Besiegten von dazumal die Wahl von Mgeeiras als ominös zu betrachten. Die Verhandlungen in Karlstad zwischen den Delegierten Schiredens und Norwegens haben zu einem beide Teile befriedigenden Re - f u l t a t geführt. Das Blatt „Vcrdensgang" veröffentlicht in einem längeren Mtikel, der die Üebersrchift „Botschaft trägt, ein offizielles Communigue und gibt m prägnanter Form der Stimmung'Ausdruck, welche der Skusgang der Verhandlungen bei der Bevölkerung hervorgerufen hat. In dem Artikel heißt es: Die Verhandlungen zu Karlstad hoben zu einem Uebereinkommen und zum Frieden geführt. Das Ergebnis wird von dem überwiegenden Teile beider Völker mit der größten Befriedigung ausgenommen werden. Die ganze zivilisierte Welt wird es mit unverhohlener Sympathie begrüßen, daß die beiden nordischen Völker einen so ernsten Konflikt gelöst haben, wie es Nationen der Kultur geziemt. Nie ist ein derartiger Streit in einer solchen beide Teile zn.friedenstellenden Weise gelöst worden. Man muß berücksichtigen, daß erst wenige Monate vergangen sind, seitdem wir den Weg der Selbständigkeit mutig betreten haben, ein Weg, von dem viele glaubten, daß er in den Mgrund führen werde. Nun ist aber alles so ruhig und schön verlaufen, daß wir zuweilen gar nicht glauben konnten, daß es sich um derart großen Begebenheiten handelt. Kein Tropfen Blut befleckt diese Scheidung, welche jetzt vollzogen worden ist. Die Trennung geht derart vor sich, daß nach unserer Ueberzeugnng auch in Zukunft die beiden politisch getrennten Völker zusammen halten und zu ihrem fruchtbaren Gedeihen zusammen wirken werden. Norwegen kann auch in Zukunft an der Seite des ihm verwandtschaftlich nahestehenden Schweden hinleben ganz so wie früher. Das nunmehr begonnene Werk der Selbständigkeit wird Norwegen ruhig fortsetzen. Dankbar gedenken wir zunächst derjenigen Männer, welche die Verhandlungen zu solchem Ende geführt haben. Das Resultat der Verhandlungen ist im einzelnen nocki unbekannt und wird auch wohl nicht ganz so sein, wie es sich die Norweger gewünscht haben. Sicher aber ist, daß es dem entspricht, was zu erreichen war und daß es weder die Würde Norwegens kränken, noch ihre Selbständigkeit schmälern wird. Russische Neuigkeiten. Die kaiserliche Familie siedelt nach Zarskoje Selo Über, da der größte Teil von Peterhof noch unter Wasser steht. Die Ms'hrtszeit steht jedoch noch nicht fest, da bei ungünstiger Witterung die Reise verschoben wird. Die Polizei von Odessa verhaftete zwei Französinnen, die revolutionäre Schriften einschmuggeln wollten. An Bord des Dampfers wurde eine große Anzahl FluK- schriften revolutionären Charakters aufgesunden. In. S e w a st o v o l wurden zwei Matrosen des „Poteiw fin" hingerichtet, bei einem Dritten wurde die Todesstrafe in lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt. In Riga herrscht w-gen mordung und Beraubung zweier jüdischer Arbeiter .eoße. Erregung. Der verhaftete Mörder ist angeblich ein Littauer. Von Tataren wurde der Hauptredakteur des Journals von V a ku e r m o r d e t. Die Agitatoren terrori- fieren die Mitglieder bAt Redaktion fortwährend und bedrohen sie mit dem Tode. Die Ermittelungen im Fall Kasprzak, die von bet deutschen ReichSregierung auf ' von den sozialdemokratischen Abgeordneten erhobenen \ o' est eingeleitet worden find, haben, wie die „Tägl. Rundsch." hört, ein greifbares Ergebnis gehabt. Das deutsche Generalkonsulat in Warschau hat festgestellt, daß der Generalgouverneur von Warschau nach russischem Rocht gesetzmäßig gehandelt hat, wenn er den mehrfachen Mörder hinrichten ließ: denn das russische Strafrecht schreibt vor, daß die rechtlichen Konse- aueuzen des Belagerungszustandes begonnen haben. So erklärt sich auch, daß Kasprzak selbst, noch sein Verteidiger Protest gegen dieses Verfahren erhoben haben. Ob der Generalgouverneur berechtigt war, die Weitergabe des Kassationsgesuches des Verurteilten abzulehnen, steht nicht mit gleicher Sicherheit fest. Nur soviel konnte ermittelt werden, daß es gesetzliche Bestimmungen hierüber nicht gibt, daß sich vielmehr eine "Art Gewohnheitsrecht herausaebildet hat, so zwar, daß der Gouverneur hierin nach diskreditio- närem Ermessen verfahren konnte. Lediglich auf diesen Punkt erstrecken sich die zwischen beiden Staaten ein gen leiteten diplomatischen Verbau olun gen. Parteitag der sozialdemokratischen gartet Deutschlands. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) H. F. Jena, 17. Se'pt. Vor dem Volkshause erhobt sich eine rot drapierte Ehrenpforte. In der Mitte flattert eine rote Fahne, auf der aus der einen Seite „Willkommen", auf der anderen Seite „Durch Kampf zum Sieg" zu lesen ist. Der Saal, mit roten Emblemen geschmückt, und die weiten Galerien finbi lange vor Beginn Kopf an Kopf gefüllt. Inmitten ber in Grün emgehüllten Rednertribüne erhebt sich die Büste von Karl Marx. Das Podium ist mit rotem Tuch ausgeschlagen. Journalisten sind aus Deutschland, Oesterreich, Rußland, Polen, Belgien, Schweiz, Holland, Frankreich und England! in großer Zahl anwesend. Eröffnung. Nach einem Gesang des Ieuaischen Mrbeiter-Sönger- vereins begrüßte der Vorsitzende des Lokalkomitees, Schlosser, Leber-Jena, den Parteitag. Professor Abbe sei eS zw danken, daß den Arbeitern dieser Saal zur Verfügung! stehe. Abbe sei nicht eingeschriebenes Mitglied ber sozialdemokratischen Partei gewesen, sein Herz schlug aber für die Unterdrückten und Ausgebeuteten. Abbe gehörte zmnj mindesten seiner Gesinnung nach zur Sozialdemokratie.. Wenn bei der letzten Wahl nur ein Häuflein der National- Sozialen für den sozialdemokratischen Kandidaten gestimmt hätte, bann wäre in Jena ein Sozialdemokrat gewählt worden. Abg. Bebel wies darauf hin, daß er schon vor 36 Jahren in Jenck eine Agitationsversammlung abgehalten habe. In dieser waren fast nur Professoren und Strrdenten anwesend. Im nächsten Jahre werden es hundert Jahre fein, seitdem das alte Preußen bei Jena in Trümmer geschlagen worden fei. Die Ursache dieser Niederlage war die furchtbare Feigheit des preußischen Junkertums. Dir Niederlagen von Jenasund Auerstedt hatten den Frieden von Tilsit zur Folge. Man hätte meinen sollen, die preußische Monarchie hätte sich der schweren Zeit erinnern und sich auf das Volk stützen sollen. Aber was wäre eine Monarchie' ohne Adel'? Das preuß. Volk erhielt wohl schließlich eine Verfassung, aber an die Spitze wurde das preußische Herrenhaus gestellt. Noch bis auf den heutigen Tag herrsche in Preußen und Deutschland das Junkertum. Zur Zeit des vorjährigeu Parteitages tobte auch ber Krieg zwischen dem großen Rußland und dem kleinen Japan. Die: Sympathien der Parteigenossen waren und sind noch heute auf Seiten Japans. Zur allgemeinen Freude erhielt das mächtige Knutenregiment Schlag auf Schlag. Durch diesen Krieg haben sich die Machtverhältnisse in Europa ganz wesentlich verschoben. Der Zweibund zwischen Frankreich und Rußland ist in Trümnrer gegangen. Dunch die Ungeschicklichkeit unserer Staatsmänner ist ein neuer Zweibund zwischen England und Frankreich gegründet worden. IM Auslände, selbst unter Sozialdemokraten, sei die feste Ansicht verbreitet gewesen, Deutschland habe die Absicht, Frankreich zu üb er sollen. Die Befürchtung fei vollständig unbegründet. Mein ber Gebanke wucherte trotz allebem weiter unb Deutschland sei dadurch in eine gänzlich isolierte Lage geraten. Denn Rußland, vor dem Deutschland noch heute auf dem Bauche rutsche, lasse sich alle Liebenswürdigkeiten gefallen, und verlange nach ber Herrschaft am Bosporus?, sowie nach dem Besitz der Weichsel und ber Memel. Er (Redner) werde Gelegenheit nehmen, sich über diese Zustände mit dem Fürsten Bulow int Reichstage noch weiter zu unterhalten. (Lebhafter Beifall.) Zustande im Innern. Aber auch im Innern eichen die Reaktionäre immer unverschämter ihr Haupt. Die Junker herrschen nach wie vor, und das Unternehmerirlm werde immer rücksichtsloser. Mau siehe vor dem Berge und gegen das Heber* schreiten des Berges türmen sich die größten Hindernisse. Deshalb müsse die Partei alle ihre Kräfte aufbieten, um auch den letzten Proletarier zu gewinnen, um mit einer einheitlichen Phalanx den Kampf gegen die zahlreichen Feinde des Volkes mit Erfolg führen au können. Wer da hoffe: Der Parteitag werde für bie Partei ein Jena werden, sei ein Narr. Geiv-iß seien in der Partei Gegensätze vorhanden, der Parteitag werde «Ler den Gegnern nicht den Gefallen tun, es durch diese Gegensätze zu einem Miß tone, geschweige zu einer Spaltung kommen zu lassen, sondern, eingedenk des großen gemeinsamen Zieles, die Gegensätze in ruhiger, fach ■ rr 'T-cifc aus zu gleich en suchen. In diesem Sinne erkläre er namens des Parteivorstandes den Parteitem er"ffuet. (Stürm. Beifall.) Vorstandswahl. Es wurden danach »Jjg. Singer- Berlin und Schlosser Heber-Jena mit gleichen Rechten zu Vorsitzenden und außerdem neun Schriftfi'hrer und danach eine Mandats- prüfunaskomminion aewäblt. Dcutsch-Ostafrika. Gouverneur Gras Götzen telegraphiert unter dem 16. September: Die Marine-Infanterie ist aus dem Dampfer „Körber" heute in Dar-es-Salaam gelandet. Zur Beruhigung der Bezirke Lindi, Kilwa und Morogoro werden größere Detachements der Schutztruppe vorgeschoben, die einen Rückhalt in einer kleineren Abteilung der an den festen Punkten bleibenden Marine-Infanterie haben werden. Die Stationen im Innern, die vorläufig sich selbst überlassen bleiben müssen, erscheinen auch zu Offensivvorstößen stark genug. In den Bezirken Mahtugc und Jringa sind einzelne Decke der Bevölkerung aufständisch. Die in Jringa stehende Kompanie der Schutztruppe hatte unter Hauptmann Rigmann in den Usshungsoe-Randbergen ein siegreiches Gefecht. Die Wahehe-Häuptlinge befinden sich bei Hauptmann Rigmann. Die Station Jringa selbst ist gesichert. In St. Ottilien traf aus Dar-es-Salaam folgende Depesche ein: „Die Missionsstationen Ryango und Luc ule di (drei Tagereisen voneinander entfernt im Bezirk Liodi) wurden zerstört. Die vermißte Schwester Walburga ist ermordet, Schwester Aoia tot. Die Missionare von Kigoasera (Landschaft Ungoni, Bezirksstation Songea) sind nach Wiedhafen (Ryasiasee) geflüchtet. Von den übngen Missions- stationen ist in Ottilien keine Rachrickteingetroffen. Deutsches Reich. Berlin, 17. Sept. Ter Kaiser hat an den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Rassau den nachstehenden Dankerlaß gerichtet: „Ich nehme am Schluß der diesjährigen Manöver vor Mir gern Veranlassung, Ihnen erneut zum Ausdruck zu bringen, wie wohltuend Uns der glänzende Empfang, der Mir und der Kaiserin, Meiner Gemahlin, in Homburg bereitet worden ist, und die vielen Beweise treuer Liebe und Anhänglichkeit berührt haben, die Uns während Unseres Ausenthalts in dcr Vrovinz aus allen Kreisen der Bevölkerung entgegengebracht worden sind. Im Besonderen erwähne Ich noch, daß es Mir eine hohe Genugtuung gewährt hat, bei der Parade am 8. September die zahlreichen Abordnungen der Kriegervereinc begrüßen zu können, die zum Teil aus weiter Ferne herbcigeeilt waren, um ihrer treuen patriotischen Gesinnung Ausdruck zu geben. Ich beauftrage Sie, dies zur Kenntnis der Provinz zu bringen, und säge gern hinzu, daß Ich auch die vortreffliche Aufnahme, die den Truppen überall zu teil geworden ist, dankbar anerkenne. — Der Staatssekretär des Auswärtigen Freih. von Richt Hofen empfing gestern den Besuch des französischen Deputierten und früheren Handelsministers Millerand Dresden, 17. Sept. Rach dem Ausfall der gestern geendeten Wahlmännerwahlen im Königreich Sachsen hat die nationalliberale Partei einen bedeutenden Erfolg errungen. Von sechs Mandaten, die zu verteidigen waren, find allerdings nur fünf behauptet worden. Zwickau geht an die freisinnige Volkspartei verloren. Dagegen haben die Nationalliberalen Leipzig-West, Meerane- Limbach und Tnren-Langenfeld erobert. Im letzteren Wahlkreis wurde der Führer der Konservativen, Geh. Hofrat Opitz, geschlagen. Ausland. Bordeaux, 16. Sept. (Havas). Der erste Teil der unter Befehl des Majors Moll stehenden Mission, die beauftragt ist, gemeinsam mit der deutschen Mission die Grenze zwischen dem Kamerungebict und Französisch-Kongo zu bestimmen, schiffte sich gestern abend nach Matadi ein. Der Aufenthalt der Mission am Kongo dürfte mindestens zwei Jahre dauern. Budapest, 17. Sept. Das Regierungsblatt „Az Ujsag" wird heute einen Artikel veröffentlichen, in dem ausgeführt wird, Graf GoluchowSki habe das allgemeine Stimmrecht nur als Vorwand benützt, um Feyervarp zu stürzen, weil er in Verbindung mit Andrassy und Panffy einen Plan feststcllte, der die Lösung der politischen Wirren ermöglichen soll. Petersburg, 17. Sept. Die englische Diplomatie, mit der „Times" verbündet, sucht hier eine Verständigung bezüglich Persien und Mittelasien. „Ruß" tritt warm für die Annäherung an England und Japan ein und siebt in deren Bündnis eine Friedensgewähr, während „Rowojc Wremja" darin eine Kriegsgefahr erblickt. Aus der Haltung der Blätter läßt sich erkennen, daß Graf Lamsdorff sich noch in keiner Richtung entschlossen hat, daß eine Entscheidung aber durch Witte erwartet wird, der mit England unterhandeln soll. Tanger, 15. Sept. Die deutschen, englischen and französischen Kuriere wurden auf dem Wege nach Fez am 14. September in der Nähe von Burran beraubt. Generalversammlung der drei landwirtschaftlichen Provinzialvereine des Großherzogtnms Hessen. Mainz, 16. Sept. Zur gestrigen Generalversammlung der brci landw. Pro- vinzialvereine des Großherwatums waren u. n. erschienen: Staatsminister Rothe, Geh. Roth Braun. M-nifterialrat Dr. B e ck er. Reg.-Rat Dr. Starck, Präsident Geh.-Rat Haas, Geh. Rat Frhr. v. Gagern, Kreisamtmänner Dr. Gaßner und Tr. Merck, Gendarmerie-Kommandeur Oberstleutnant Frhr. v. N o r - mann. Auch der Vorsitzende des Bundes der Landwirte war erschienen: ebenso Vertreter der Deutschen ^andwiris-k'osisgesell- schaft und des Deutschen Weinbanvercins. Von den Mitgliedern waren ca. 150 anwesend. Präsident Haas eröffnete die Versammlung im Namen des Landwirtschaftsrates. Die Generalversammlungen der drei Provinzen werden alle fünf Jahre aö- gehalten; bei der letzten hätten, führte Redner weiter aus, ernste Befürchtungen für die Landwirtschaft bestanden. Jetzt sei viel gebessert. In einem Staate, der nicht reiner Agrarstaat sei, müßte die Landwirtschaft auch dem Gewerbe und der Industrie Rechnung tragen. Durch die neuen Zölle habe die Landwirtschaft gewonnen: nickt alles, was erwartet, aber dock ziemlich vsel. Man müsse sich damit begnügen. Die Verhältnisse der Landwirtschaft seien jetzt zufriedenstellend. Betr. der Land- wirtschaftskammeiUn betonte der Vorsitzende, daß diese unbedingt auch für die Landwirtschaft geschaffen werden, wie solche schon , für den Handel und das Gewerbe beständen. Erreiche man die Errichtung der Landwirtschaftskammern, so brauche man die Provinzvereine nicht fallen zu lassen. T-er Redner weist auf das heutige 75 jährige Jubiläum der Vereine hin. Während dieser langen Zeit hat die Grvßh. Regierung die Landw. Vereine nach jeder Richtung unterstützt. Die Grvßh. Regierung hätte der Landwirtschaft schon Beträge zur Verfügung gestellt, wie es in gleicher Höhe kein deutscher Staat getan habe. Heute sei der Regierung der wärmste Dank auszusprechen. Die Vereine nrüßten aber trotzdem immer mehr suchen, au eigene Füße zu kommen. Mit dem Wunsche — „Glück und Segen der Landwirtschaft in Hessen, Glück und Segen den Landwirten und Erfüllung von deren Wünschen", schloß Redner seine Ansprache. Staatsminister Rothe führte aus: Das 75jährige Bestehen der Landw. Vereine verdiene die vollste Veacktung der Regierung. Die geplante Vertretung der Landwirtschaft, die sich in absehbarer Zeit vollziehen wurde, bedeute einen Abschnitt in der Geschichte der L^ndw. Vereine. Was die drei Landw. Vereine in den abgelaufenen 75 Jahren geleistet, verdiene die rückhaltloseste Anerkennung der Regierung. Zum Jubiläum wurde den Landw. Vereinen als solche, wie auch den Herren, die in den Vereinen gewirkt hatten, der Dank b~r Regierung in vollstem Maße ausgesprochen. Seine K°gl. Hoheit der Großherzvg habe in Würdigung der Verdienste der Landw. Provinzialvereine eine Reihe von Ordensdekorationen an verdienstvolle Mitglieder der Vereine verliehen. Er, der Herr St^atsministcr, freue sich, diese Auszeichnungen verlesen und überbringen zu dürfen. Der Vertreter der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft Stock- m a v e r-Stuttgart überbringt Grüße aus Württemberg und von der Landwirtschaftsgesellschaft. Die jetzige hiesige Ausstellung sei nur zu loben: sie biete viel Neues und Beachtenswertes. Er wünsche der Ausstellung gute Erfolge. Der Vertreter des Bundes der Landwirte, Lucke-Paters- hausen. begrüßte ebenfalls die Versammlung und wendete seine ganze Beredsamkeit auf, für die Gründung von Landwirtschaftskammern zu agitieren. Namens der Stadt Mainz wurde die Versammlung durch den Beigeordneten, Kvmm.-Rat Haffner, begrüßt. Für den deutschen Weinbau sprach v. B u o l - Geisenheim, der das „güld'ne Mainz" lobte und den Vereinen zum Jubiläum Glück und Segen wünschte. Das Referat über den Bericht „Entwickelung der hessischen Landwirtschaft und ihrer Organe" hatte Generalsekretär Oekono- mierat Dr. Müller-Darmstadt. Ter in allen Teilen geschickt und klar ausgearbeitete Berickt fand großen Beifall. Oekonomierat Dettweiler-Laubenheim, der schon seit 1860 Mitalied des Landw. Vereins und seit 1871 Mitglied des Ausschusses ist, , erklärte, die hessische Landwirtschaft stehe auf der Höhe der Zeit und der Kampf ums Dasein sei ihr heute etwas leichter gemacht. , Die jüngere Generation müßte aber einen anderen sozialpolitischen und nationalökonomischen Standpunkt in der landw. Gewerbetechnik einnehmm, dann würde für die Landwirtschaft eine noch bessere Zeit kommen. Der Vertreter des Bundes der Landwirte Lucke- Patters- hausen, sprach über die sog. „Fl ei sch not". Der Landwirtschaft würde vorgeworfen daß sie die Verteuerung der Fleischpreise veranlaßt habe. Vom Großhandel würden nur die Preise künstlich in die Höhe geschraubt, nicht von der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft habe das Nachsehen. Nur wenn die Landwirtschaft einmal eine ganz schlechte Ernte gehabt hätte, würde sie ein Aequivalent in etwas angezogenen Viehpreisen suchen. Er beantragte eine Resolution. Präsident Haas hat Bedenken gegen die Votzbringung, Beratung und Abstimmung der ein gebrachten Resolution. Der Antrag stehe nicht auf der Tagesordnung und komme auch "vollständig unvorbereitet. Dem Antragsteller rote er, die Angelegenheit dem Landwirtschaftspate zur Bearbeitung zu überlassen. Nachdem der Präsident des Hessischen Bundes der Landwirte Fritzsch selbst dazu riet, den Antrag seines Dundeskollegen dem Landwirtschaftsrat zu überweisen und auch 'Oekonomierat Dettweiler-Laubenheim dasselbe beantragte, zog der Antragsteller die Resolution zurück und war mit Beratung durch den Landwirtschaftsrat einverstanden. Prof. Dr. Gisevius-Gießen sprach in einstündigem Vortrage über „Maßnahmen zur Förderung des Ackerbaues im Großherzogtum Hessen". Im Pflanzenbau, so führte er aus, ist der Landwirt noch zurück. Verbesserung der Pflanzenernährung, Verbesserung des Bodens durch Maschinenbearbeitung seien erforderlich. Die Prüfling der Pflanzensorten sei ebenfalls von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Nur gutes Saatgut solle der Landwirt verwenden. Man müsse die Pflanzensorten dem Landesteil entsprechend wählen, wo sie gebaut werden sollten. Auch den Wetterdienst müßte der Landwirt benützen, wie er in Gießen und anderen Orten eingerichtet fei. Präsident Haas dankte dem Redner für seinen trefflichen Vortrag. Mit dem Wunsche, daß die Zukunft der hessischen Landwirtschaft eine glückliche sein möge und mit einem dreifachen Hoch auf unser schönes Hessenland schloß der Präsident die Versammlung. Im Anschlüsse fand im Prunksaale des Kasinos ein Festmahl statt, bei dem etwa 200 Couverts auflagen. Staatsminister Rothe und Präsident Haas nahmen nicht daran teil. Dagegen waren sehr viele Stadtverordnete und hiesige Mitglieder der verschiedenen Ausstellungs-Kommissionen hinzugekommen. Provinzialdirektor Geheimrat Frhr. v. Gagern brachte das Groß- herzogs-Hvch aus. Der stellvertretende Vorsitzende des Land- wirtsckwftsrates, Oekonomierat Dettweiler toastete auf die Großh. Ministerien und den anwesenden Geheinrrat Braun. Däeser erwidert m längerer, fesselnder Rede und widmet sein Hoch dem Blühen und Gedeihen der hessischen Landwirtschaft und der Landw. Vereine, der nie versagenden und nie verzagenden Landwirtschaft. Der Vorsitzende des Oberhess. Provinzialvereins, Herr S ch l e n k e - Friedberg, auf die Stadt Mainz, deren Frauen und Mädchen. Beigeordneter K'omm.-Rat Haffner auf die Aussteller, Landtagsabg. Dr. Heidenreich -Darmstadt auf die Mit- glfeder der Kommissionen und die Preisrichter, uff. Kus Stadt imö Kavö. Gießen, 18. September. " Dank des Kaisers. „Von allerhöchster (Seite” ging der „Darmst. Ztg." folgendes Handschreiben zu: Durchlauchtigster Fürst, freundlich geliebter Vetter und Bruder! Am Schluß der vor Mir abgehaltenen Manöver empfinde Ich es als eine angenehme Pflicht, Euerer Königlichen Hoheit Meine hohe Befriedigung über die vortreffliche Haltung unb den ausgezeichneten Zustand aller Truppenteile der Hessischen Division zum Ausdruck zu bringen. Auch war es Mir eine ganz besondere Freude, bei der Parade am 8. September die zahlreichen Vertreter der K r i e g e r v e r e i n e des Grobherzogtums Hessen begrüßen zu können. Euerer Königlichen Hoheit würde Ich zu besonderem Danke verpflichtet sein, wenn Dieselben allen Beteiligten von Meiner lebhaften Genugtuung über diesen Beweis treuer patriotischer Gesinnung Kenntnis geben möchten. Empfangen Euere Königliche Hoheit die Versicherung der wahren Hochachtung unb Freundschaft, womit Ich verbleibe Euerer Königlichen Hoheit sreundwilliger Vetter und $3ruber gez. Wilhelm. Coblenz, den 15. September 1905. An des Großherzogs von Heffen und bei Rhein Königliche Hoheit. Den Dank für dieses Schreiben, so fügt die „Darm, städt. Ztg." hinzu, hat S. K. Hoheit dem Kaiser auf dem Manöverfelde mündlich ausgesprochen. ” 3m hiesigen Jnfanteri eregiment sind autz Anlaß der Manöver folgende Ordensauszeichnungen und Beförderungen erfolgt: Seine Majestät der Kaiser verlieh dem Oberstleutnant v. Conta den Kronenorden 3. Klaffe, dem Hauptmann Rücker den Roten Adlerorden 4. Klaffe mit Königl. Krone, dem Oberleutnant Stephan den Kronenorden 4. Kl. und dem Zahlmeister-Aspiranten Zörb daS Allgemeine Ehrenzeichen. Hauptmann Loerbroks wurde zum überzähligen Major, Hauptmann v. dem Busch zum Major befördert uub als Lehrer zur Kriegsschule nach Potsdam versetzt. Hauptmann Schröder wurde zum Kompaniechef ernannt, Oberleutnant Stephan zum Hauptmann und Kompaniechef befördert. — Hauptmann v. Kamecke vom Jnf.-Regt. Nr. 120 wurde ins hiesige Regiment versetzt. "Reserve hat Ruh. Nach den Anstrengungen des Manövers ist die Freude der Reservisten, die heute früh entlassen worden sind, doppelt groß. Wir haben heute das gewohnte alljährliche Bild: fröhlich singende, zu ihren bürgerlichen berufen zurückkehrende Baterlandsverteidiger. Im hiesigen Regiment sind heute ca. 600 Leute zur Entlassung gekommen. Schon in der Frühe sind lustige Scharen unter den Klängen einer eigenen Musik an die Bahn gezogen. Im übrigen ist daran zu erinnern, daß die Mannschaften am Tage ihrer Entlaffung noch im Bereiche der Militärgerichte stehen. " In den Ruhestand versetzt wurde der Schaffner Wilhelm Bartholomae zu Darmstadt und der Bremser Anton Stock zu Frankfurt a. M. mit Wirkung vom 1. November. *' Die Pläne zum Theaterneubau, die zur Zeit im Sitzungssaal der Stadtverordneten öffentlich ausgestellt sind, werden jeden Beschauer davon überzeugen, daß wir auf unserem prächtig gelegenen Platz auf der Anlage ein interessantes, nach jeder Richtung hin schmuckes Theatergebäude erhalten werden. Nach den ausgestellten Plänen kann man sich ein genaues Bild machen über das äußere Aussehen sowie auch über die innere Einrichtung, die Dank der vielen und eingehenden Vorarbeiten der dazu erwählten Kommission allen Ansprüchen auf Zweckmäßigkeit und Bequemlichkeit gerecht wird. Ein hübsches Schaubild, daS eine Ansicht von der Ecke der Loge aus auf die beiden Seiten des Hauses nach der Südanlage und Neuenbäne zu gewährt, wird besonderes Interesse finden. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Pläne nur noch heute und morgen vormittag ausgestellt bleiben, nicht mehr morgen nachmittag, da in dieser Zeit im Saale eine Sitzung stattfindet. "Mit Einführung des Winterfahrplans am 1. Oktober finden u. a. folgende wichtige Verschiebungen statt: Frankfurt—Gießen: Die Züge ab Frankfurt 12.15, in Vilbel 12.45, ab Vilbel 1.19, in Frankfurt 1.50 bleiben auch für den Winterfahrplan, ebenso die Züge Friedberg—Frankfurt und zurück 4.23—5.31 bezw. 10.37 abends Frankfurt ab und 11.43 Friedberg an. — Frankfurt — Aschaffen- burg: Schnellzug 162 Aschaffenburg—Frankfurt-Hauptbahnhof wird 16 Minuten früher gelegt zur Herstellung des Anschlusses in Frankfurt an Zug 81 nach Gießen unb erhält ab 1. Oktober folgenden Fahrplan: Aschaffenburg ab 5.46 früh, in Frankfurt 6.40; Zug 81 nach Gießen geht 6.55. "Die Schulen haben heute nach den sechswöchigen Sommerferien den Unterricht wieder begonnen. " Eine Filiale der Berlitzschool soll nächsten Freitag in unserer Stadt, Ludwigstraße 30, eröffnet werden. Die Berlitzschools sind Institute, in denen Erwachsenen einzeln z' (rai'boch' 6.', ! in .■ stloniuc Durch tll I W Li Leiter flni« Don . Teil d> I sirb' b,eJLn Hau! * t f.»r I *rf"frn,eb ün, t I gasscru'-nrnel " ’S ®' Urbmemf«'1" ' H* b-rd'b» B «f U*« "”T/ ' grigert ' § striedbera, fmmlm-I bat «di Sri bmertMO* I „urbrn bis zu-MN II sollen Erhebungen an _ Ter hiesse Tun Mn, feiert am sjehen. Nack, einem Turnhalle Schau- ui i Tropv Hauptfeier ftal 51.8. Tarmstc bericht.) MliM i Ihrer 5 Hoh. de mißerordentlill' mit über, zum erüen 9 [ burlslaji der Lander s Ausdruck in den vi ; 6er fürstlich Solms- garten fand, gestern üilientofel statt. A Kosten mittels Br mnasvorstcllung tr zur Freude aller N endigung der Vorstc tatet zu 14 Gedeck, Batter.bcrgichen flc Erbeck-Lchänberg Ter Großherzog i Lctzlotz Dolfsgartei Vorstellung bi Ordensauszei Herm. Helmer erh ffriedl-Mcn das M des Großmütigen. Wien Geheimrat WmXw. 2 §1, lmtz 1. U, als bautet. Homburg r fidjen Schlosse Fr Friedrich Kar Kaiser zum Obe da§ Kaiserpaar her oder in Zirkeln neusprachlicher Unterricht erteilt wird. Jeder Lehrer lehrt nur seine Muttersprache. " Felddiebstähle. In den Gemarkungen H euchel- heim und Klein-Linden hört man zur Zeit oft von Krautdiebstählen. Die Krautsreunde bevorzugen hauptsächlich die nach der Lahn zu liegenden Gemüsefelder bei ihren nächtlichen Raubzügen. Trotz AufpaffenS hat man Noch keinen der Diebe erwischen können. Merkwürdigerweise sind es die Krautfelder kleinerer Leute, denen die schönsten Krauthäupter entnommen worden sind. " Ein Akt größter Rohheit fand, wie unS ge# schrieben wird, in der Nacht vom SamStag auf Sonntag statt, indem direkt vor dem Eingänge eines HauseS der Kanal-Rost beiseite geschafft worden ist. Wäre ein Hausbewohner in der Dunkelheit heimgekehrt, hätte er verunglücken müffen. Hoffentlich findet der Schuldige seine Strafe. " Eine Landesversammlung der hessischen Geflügelzüchter fand am Sonntag nachmittag, wie unS berichtet wird, im „Heiligen Geiste in Mainz statt. Herr Müller-Bingen, Vorsitzender des Rheinh. Geflügel- und Vogelschutz-Verbandes, eröffnete mit Begrüßungsworten die Versammlung. Der zahlreiche Besuch beweise, daß Jntereffe für die Gründung eines Landesverbandes vorhanden sei. Herr Wundermann-Offenbach betonte, daß dem Herrn Müller das Verdienst gebühre, zum Zusammenschluß der drei Provinzialverbände alles getan zu haben. Der zu gründende Landesverband sei von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung, damit werde in allen Kreisen auf den großen Wert der Geflügelzucht die Aufmerksamkeit gelenkt. Alle Berufsstände, der Bauer wie der Städter, der Arbeiter wie der Beamte, eien in dieser Vereinigung gleich wichtig. Herr Kranz- bühler-WormS wies auf den wichtigen Umstand hin, daß demnächst die Landwirtschaftskammern in Tätigkeit treten, hier müsse dann mit dieser Einrichtung auch der hessische Geflügelzuchtverband in Wirksamkeit treten. Oberhessen möge endlich dem Verbände seine Sympathie zuwenden und in denselben eintreten. Der Redner empfahl die Annahme einer Resolution, die ausspreche, daß die drei Vorsitzenden der Provinzialverbände zusammentreten zur Beratung der Satzungen. Es wurde hierauf einstimmig folgende Resolution beschlossen: „Durch Zusammenschluß bet in Heffen bestehenden drei Pro vinzial-Geflügelzuchtverbcinde wird ein Landesverband hessischer Geflügelzucht fonfiituicrt. Die Vorsitzenden der drei Provinzialverbände übernehmen die Ausarbeitung des Arbeitsprogrannns und der Satzungen und veranlassen die Zuwabl von je 3 bis 6 Mitgliedern aus den Provinzialverbänden in den Vorstandsverband, der dann von dem Provinzialverband gewählt wird." machte eine Wutotr berg. Ilm 7 Uhl Hubertusstock zi m 'Kleiner^ Mandelsloh aus m, Hosienani! eme( Radtourae jnirte ein ll jahriqesü SLroö7i,,e Sour J. nicht autznfinden. - ™ offener clraüe m.i & w?' "b «»d «"» »er Snl ,Mt ( ;n J U10 m 0 b i ( in ß»>anznwmiers Urzan Nahe von Au Knen wurden ffob ÄevonTön- Artjtt'?-" t’ncm yon dei n, j0 Kit bJ* bit en. aS riet,,. ” . ^klNe ffn ^*lllHö?n 7°" N-j,t 7'° d, • «tont, ?'«äioij "4' «. nb ? *?• l^melne &,nö dein w -"'N ü(2 > L «*3 vQ*n versetzt c. Ullb °l? 7!«p»niq„. £ 1 eutnom Wir hab??»lrük> ent. fingenbe iF1" e bQ§ ge. !Q,edanb§üert :ytn bör«etl ?°O Leute > "Nd l..s,iqe^?" lassung m bie Aabn 61 cn unter r,?D-.r ^""targerichte W würbe bet 6AnB T-UÄ bie ,„t y * *«» «’sjeM ** M Bjt Qni s v"1 in Al«,. V“ schmuckes Theater. be; ausgestellten Plane, mQ^n über bo§ äußere er.e E'nnchtung, bie Dan! e'tcn ber dazu erwählte, Zweckmäßigkeit und Be. diches Schaubild, das eine! 18 auf die beiden Seite, nd Neuenbäue zu gewährt? Wir machen darauf auf, H heute und morgen von >ehr morgen nachmittag, tz i ung stattfindet. WintersahrplanS oa nichtige Verschiebungen statt: üge ab Frankfurt 12.15, n Frankfurt 1.60 bleiben auch iie Züge Friedberg-Front. d. 10.37 abends Frachrt Frankfurt—Ascha/M, arg-Frankfurt-ö-M-a, / 3ur6mMur% bA ‘h- | l nad) ®ie&tn ' Mürr'. ^t^wburg ob Bl nach Gieße: tute nach den sechswöchige, der begonnen. erlihschool soll nächste: zstraße 30, eröffnet werde, n denen Erwachsenen einzeli! nterricht eckilt wird. Fed«; lche- r , ien Gemarkungen heuchel- i man zur Zeit oft w > be bevorzugen hauptsäW n Gemüsestlder bei ,hn> affenS hat man Noch feinet ckwürdigerweise sind es « die schönsten Krauthauptr ,beit fand, wie uns gt m Snmätag auf 6»"* ' Bä" Vstgl 11 b’s bw W ch betonte, , ^er bie m haben. , Nedeutua?' Mi°iri!4°lbK » grtrnfi. i(t to* r ftrbriler W S(Onr ch n>l^ls'1IXnb 6™' b‘ ätwteit -mm'-" brr MM* in««*’ Ob(li!l ne 5?"”°'h * a""al . fiefttfienh 19. September 1905: Heiter und trocken, später zunehmende 93e* wölkung, etwas wärmer. ___________Näheres durch die Gießener Wetterkarte^^^^^^^ (Origtnaf-Dratjimdhiinflcn. Homburg, 17. Sept. Die Kaiserin reiste nach Plön ab, der Kronprinz zu den Manövern des Garde-- korps Stockholm, 17. September. SvenSka Telegram» byran meldet: Es verlautet auS bester Quelle, daß in Norwegen, wie aus übereinstimmenden Berichten von Reisenden herv "-gehe, in der letzten Woche auSg ed e Hute militärische Ma if) men getroffen worden sind. In dem Gebiets zwischen den strittigen Grenzfestungen und an der Grenze sind energische Operationen zum Bau neuer zeitweiliger Be- sestigungen im Gange. Bauern werden zum Holzfällen und zum Verbarrikadieren der Straßen herangezogen. Fast alle Trupvcn im mittleren Norwegen und in den Bezirken gegen die schwedische Grenze zu scheinen mobilisiert zu ein und werden nach der Grenze gebracht. London, 18. Sept. Nach Meldungen aus Petersburg soll Präsident Roosevelt die Einladung des Herrn Witte, Petersburg im nächsten Frühjahre zu besuchen, angenommen haben. Das amerikanische Geschwader, welches den Präsidenten begleiten werde, soll in Kronstadt während der ganzen Dauer des Aufenthaltes des Präsidenten in Rußland verbleiben. Die Nachricht entbehrt jedoch noch amtlicher Bestätigung. Earpentras (Deport. Baucluse), 17. Sept. Bei bet Autom obilsahrt, dem sogenannten Montventoux-Rennen, stieß ein Wagen 2 Kilometer vor Earpentras gegen. ein Hindernis und stürzte um. Von den Insaffen wurde einer, der Photograph eines Pariser illustrierten Blattes getötet, der Rennfahrer Eoccomb wurde schwer, der Mechaniker leicht verletzt. Budapest, 17. Sept. Der Verteidig er ZiganyS, des Verfosjers der 3ehftg»$rPfn"rre. stldvokat Dr. Elemer Halmab, wurde unter dem Verdachte verhaftet, im Bunde mit Ziaanv sich der Majestätsbeleidigungj schuldig gemacht zu haben. Petersburg. 17. Sept. Das Kaiserpaar ist mit den keiserlichen stind^m txou d"m finländischen Archipel, bei W i b o r n ^dg"reist. Tokio, 17. Sept. Die Gesellschaft für elektrisches Licht und die Kohlengrubenbabngesellschast in Hokkaide verhandelten mit Erfolg über die Aufnahme von Anleihen im Auslande. Erstere nimmt drei, letztere zehn Millionen Hen auf. Die Cholera. Marienburg, 18. Sept Amtlich wurde hier ein neuer Eholer^fall verzeichnet und zwar handelt es sich um den Arbeiter Schoinacki. Graudenz, 18. Sept. Hier sind drei ^amilren als choleraverdächtig nach den Ebolera-Baracken gebracht worden. Die llntersuchung ergab, daß anscheinend bereits seit Wochen in diesem Hause ein Eboleraherd bestand, zumal in den Vormonaten einige Kinder an Brechdurchfall gestorben sind. B e rl i n , 18. Sept. Am Sonntag wurden vier cholera- verdächtige Personen nach den Baracken des Moabiter Krankenhauses überführt. Im Ganzen sind es vier Fälle, bet denen aber erst die bakteriologische Untersuchung abgewartet wer^ den mutz. , Marienburg, 18. Sept. Im hiesigen Landkreise wurden durch eine Verfücna des Landrates sämtliche Tanzlokale wegen Choleragesahr geschlossen. , Posen, 18. Sevt. Ber dem 17 wbrtgen Schiffer Wolf und einem Kinde des Schiffseigners Scheffler ist Cholera festgestellt worden. Beide Erkrankte wurden in die ^f)o^era’93aracE* überführt. _______ _ Telephonischer Kursbericht. O Laubach, 18. Sept. Heute morgen halb 4 Uhr . wurden die hiestgen Bewohner durch Feuerlärm aus dem - Schlafe geweckt. Es brannte in der sogen, „oberen Lippe", in der Wohnung des Händlers H. Braun. Bald loderten die Flammen so hoch, daß Funken die ganze Stadt bedeckten. Durch einen inS Feld fahrenden Mann wurde der ' Brand in der Scheune zuerst entdeckt. Das Feuer griff so , schnell um sich, daß die Insaffen des angrenzenden Wohnhauses stch nur mit Mütze retten konnten. Das Feuer erhielt hauptsächlich Nahrung dadurch, daß Braun, der auch Heuhändler ist, große Vorräte in der Scheune aufgespeichert hatte. Menschen und Vieh konnten gerettet werden. Dagegen verbrannte das gesamte Mobiliar. Obwohl das Haus von drei Seiten eng durch die Nachbarbauten begrenzt wird, die zum Teil drei- und viermal brannten, konnten doch die benachbarten .Häuser vom Feuer freigehalten werden. Die Feuerwehr war sehr pünktlich zur Stelle; doch trat bald Waffermaugel ein, da das Reservoir des nahe gelegenen Porter Brunnens leer war. Als um 5 Ntzr die telephonisch herbeigerufencn Wehren aus Wetterfeld, Ruppertsburg, Gonterskirchen und Freienseen cintrnfen, war das Feuer bereits auf seinen Herd beschränkt. Abgebrannt sind das Wolmbaus bis auf den Grund und die ganze Scheue, auch die Giebel der Nachbarhäuser haben starke Beschädigungen erlitten. Die Bewohner waren umlomehr erschreckt, als dies der cr|te größere Brand seit 1874 ist. § Friedberg, 17. Sept. Die Stadtverordnetenversammlung hat stch dieser Tage mit dem Plane der Errichtung einer städtischen Festhalle befaßt. Das Projekt fand bei den Stadtverordneten viel Sympathie. Die Verhandlungen wurden bis zu einer späteren Versammlung vertagt; inzwischen sollen Erhebungen angestellt und Pläne eingefordert werden. — Der hiesige Turnverein, einer der ältesten des Gaues Hessen, feiert am 24. September fein 60jähriges Bestehen. Nach einem Festzug durch die Stadt stndet in der Turnhalle Schau- und Wetturnen und abends im Hotel Trapp Hauptfeier statt. N. B. Darmstadt, 18. Sept. (Eigener Draht- berrcht.) Anläßlich des gestrigen Geburtstages Ihrer K. Hoh. der Großherzogin war unsere Stadt außerordentlich mit Fahnen geschmückt Die Freude darüber. zum ersten Male seit langer Zeit wieder den $c=- burtstag der Landesfürstch beg?hen zu kmnen. fand ihren Ausdruck in den vielen blaugelven Falmen. den Farben der fürstlich Solms-Lichschen Famili^. Im Schloß Wolfsgarten fand gestern mittag aus Anlaß des Festtages F-u- milientafel statt. Am Nachmittag kamen die hohen Herrschaften mittels Automobils hierher. Der gestrigen Eröffnungsvorstellung wohnte auch die E^rostberzogin bei, die zur Freude aller wieder sehr wohl aussah. Nach, der Beendigung der Vorstellung fand im B ffdenzschloß kleine Galatafel zu 14 Gedecken statt, an welcher neben den fürstlich Battenbergschen Herrsch^schn euch Fürst und Fürstin von Erbech-Schönberg und das erbprin'liche Paar teilnahmen. Der Großherzog und seine Gemahlin werden heute nach Schloß Dolfsgarten zurückkehren. — Aus Anlaß der Fest- vor stell ring des Hoftheaters wurden folgende Ordensauszeichnungen verliehen: Oberbaurat Herrn. Helmer erhielt das Ritterkreuz 1. Kl., Architekt Aug. Friedl-Wien das Ritt"rkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Phil, des tzwoßmütigen. Von der hessischen Bauabteilung erhielten Geheimrat Prof. Dr. Kittler die Krone zum Komturkreuz 2 Kl., Baurat Wolf Paul hier das Ritterkreuz 1. Kl.. Bauinspektor Walter Knapp den Eharakter als Baurat. Homburg v. d. H., 17. Sept. Gellern fand im königlichen Schlosse Frühstückstafel statt, zu der u. a. auch Prinz Friedrich Karl von Hessen geladen war, den der Kaiser zum Oberstleutnant befördert hat. Heute wohnte das Kaiserpaar dem Gottesdienst in der Schloßkapelle bei und machte eine Automobilfahrt nach dem Kastell auf dem Feldberg. Um 7 Uhr reifte der Kaiser von hier ab nach Hubertusstock zu zweitägigem Aufenthalt. 'KleineTageschronik. In Berlin wurde Graf Otto Mandelsloh aus Treben in bewußtlosen Zustande und schwer- verletzt int Solzengrunde bei Wehlen aitfqefimben. Er war bei einer Radtour gestürzt. — In Kohlscheid bei Aachen wurde ein 11 jähriges Mädchen über die belgische Grenze verschleppt. Bisher war eine Spur des Kindes, das seit acht Tagen verschollen ist, nicht aufzuflnden. — In Leipzig gab der Schlosser Hartmann aus offener Straße auf seine getrennt von ihm lebende Frau vier Revolverschüsie ob und verletzte sie dadurch lebensgefährlich. Tas Motiv der Tat war Eifersucht. Der Täter wurde verhallet. — Ein Automobil, in dem sich der Sohn des früheren spanischen Finanzministers Urzan und drei andere Insassen befanden, stieß in der Nähe von Bayonne (Südsrankreich gegen einen Baum. Alle Personen wurden verletzt, davon der Chauffeur schwer.— Au? der Hohe von T ö n s b e r g (Norwegen) sand ein Zusammenstoß zwischen einem Minenschiff und einem Torpedoboot statt. Ein A r t i l l e r i e h a u p t m a n n und zwei Mann sind u m q e - k o in men. — Eine Mordtat wird aus E s ch in Luxemburg gemeldet. Dort schoß der Rausbold Purer aus bloßer Mordlust den harmlosen italienischen Arbeiter Marioni tot. Zwei Stunden später traken die Frau und die beiden Kinder des Ermordeten nach zweijähriger Trennung aus Italien ein. — Bei Heidelberg im Bergkanal wurden die Frau des Nlilchhändlers Sauer und deren kleines Kind zusammengebunden als Leichen gelandet. Von der Reise zurück G. Tra&itmarm Universitäts-Musikdirektor Sprechstunden (äusser Mittwoch und Sonntag) täglich 1—2'/, Ur Moltke'-trasse ß. 4834 Von der Reise zurück. Dr. Zinsser. 4849 Auschneide-Lehrankal't Grnnbergerstraßc 14a (Mittelbau). Maßnehmen, Mnsterzeichuen, Znschneidcn und Verarbeiten kann jede Dame gründlich erlernen. Der KnrsnS beginnt am 25. September 1905, Anmeldungen vom 14. Sept, ab erbeten. «02 Petri, orprüftr schräm. Hermann Katz, Mäusburg 5 otal-Ausverkauf ■ Vs") A Ry- 4756 Mchmcr nach Garbenteich. [4836 J)ie Dampf-Wäscherei in? Hause! Nächsten Freitag den 22. September l. IS. soll das Gemeinde-Obst in den Klotz. 4836] Heller. B,6Z ei Gießen. I. V.: Gurfchmann. Geiverlslhch Gießeiier BMystckbeMrke vormals Fernie in Gießen. 4887 711 749 798 816 832 888 916 919 927 957 99 per Pfund 32 Pfg. 4819 Marktplatz 18 ^ETSSRH Marktplatz 18 Bedeutendstes Werk dieser Branche in Mitteldeutschland. hvic/t B‘% Bank für Handel und Industrie. 7 MM MM Chem.Waschanstalt Gebr. Rover. Fä rberei. M 2985 2986 3355 3486. 1193 1503 1698 2092 2303 2591 2838 3296 1356 1530 1845 2206 2380 2705 1058 1407 1579 1864 2217 2513 2779 3138 1124 1423 1638 1975 2243 2569 2817 3168 1155 1464 1647 2033 2245 2580 2830 3193 1251 1515 1839 2189 2378 2690 1366 1565 1846 2211 2394 2722 3052 1091 1412 1580 1874 2234 2558 2815 3167 1240 1511 1769 2175 2342 2645 2939 3348 1239 1510 1754 2108 2310 2603 2932 3347 1900 1901 1902 '• 1903 1904 1905 Wenn die unbeo 34 35 34 35 37 37 Steigt CouponSkasse emzureichen. Darmstadt, den 15. September 1905. UMsteigerukg in der Gemeinde Lich. Donnerstag, d. 21. September, vormittags 9 Uhr anfangend soll das städtische Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen meistbietend an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist am Wald an d. KreiSstr. Lich—Hattenrod. Lich, den 15. Sept. 1905. Großh. Bürgermeisterei Donnerstag, 21. Septemb., vormittags 10 Uhr anfangend oll das der Gemeinde Dorf Gill gehörige Obst, bestehend in mehreren Hundert Bäumen Zwetschen, auch Aepfel, ver- steigert werden. Der Anfang ist beim Ort an der Straße Gemarkungen Holzheim und Bergheim versteigert werden. Anfang: vormittags 9 Uhr am Roßweg, nachmittags 4 Uhr beim Bergheimer Brunnen. Großherzogl. Bürgermeisterei Holzheim 5^ Lang-embrahm. Areto.raeit Stoss B9 (für Hausbrand) Vorzüglichst Lederpufz-Creme Bei der heute dahier vor Notar H. Reh aus Alsfeld stattgehabten Auslosung unserer 4 °/0 igen Teilschuldverschreidungen find folgende 113 Nummern gezogen worden: 67 84 85 190 191 201 270 380 400 416 420 438 444 477 515 524 555 569 577 659 690 693 695 702 $ I littwodj, UIÜJL soll das Obst der Gemeinde Fellingshausen versteigert werden. Der Anfang ist vormittags 9 Uhr am westlichen Ausgang des Dorfes. v"/. Der Bürgermeister: Wagner. Dorf Gill, 17. Sept. 1905. Großh. Bürgermeisterei Kuhl. per Kistchen Mk. 1.30, 1.50 u. 2.50. Prompter Postversandt Gebrüder Berdux, JLiudenpiatz 12 6 BekarmtmaKMirtz Wir bringen hiermit zur öffenllichen Kenntnis, daß sich die Dureauräume des Standesamts nicht mehr im Bürgermeistereigebäude, sondern im Rathaus am Marktplatz befinden. Gießen, am 15. September 1905. B1ö/b Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Curschmann. Obstversteigerrrng. Dienstag, den 19. September, nachmittags 21/, Uhr beginnend wird an Orr und Stelle das Obst von den städtischen Bäumen am Krosdorser Weg, Leihgesterner Weg, auf den von der Stadt erworbenen Grundstücken der Aktienbrauerei, an der Licher Straße, am alten Anneroder Weg, am alten Steinbacher Weg und am Wiesecker Weg öffentlich meistbietend zur Aberntnng versteigert. Um etwa 4 Uhr werden die Kastanien an der Licher- nnd 'Grünberger Straße mitversteigert. B‘% Die Zusammenkunft ist auf der Rodheimer Straße am Schlachthaus. Gießen, den 16. September 1905. Emma Sander Ostanlage 40 pari Schule für höheres Klavierspiel und Vorschule von ffieiEsa fär'iser. Lehrfächer: Gehörbildung Musikdiktat Primavista-Si ugen Theorie der Musik El ementar-Kia vierspiel Höheres Klavierspiel (Solo, Ensemblespiel, Uebungen im Begleiten). In die Klasse für Gehörbildung, Musikdiktat, Primavistasingen und Elementar-Theorie werden auch Schüler aufgenommen, welche noch keinen instrumentalen Unterricht haben. Anfang des Winter-Semesters 1905/06: Montag, den 2. Oktober Festsetzung des Stundenplanes: 4829 Samstag, den 30. September, nachmittags 2 Uhr. Der Klavier -Unterricht beginnt wieder Montag, den SS. September. KdnantagüthesSthuhpufzen mehr nötig, überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. _________________________hv"/> Neue Zwiebeln Ware. - 10 Pfund 60 Pfg., bei Mehrabnahme billiger. [4776 L Steinhäuser. 9j 818 (für SauggaS-Anlagen) sowie Bekanntmachung. Diejenigen, welche für den bevorstehenden Wmter Fichten-- Deckreiser aus den städtischen Waldungen zu beziehen wünschen, wollen ihre Anmeldungen bis zum 1. Oktober am der Bürgermeisterei — Zimmer Nr. 15 — erstatten. Die Lieferung erfolgt frei vor'S Haus. Der Preis ist auf LS Psg. für die Welle festgesetzt und bei der Anmeldung zu entrichten. Gießen, den 18. September 1905. bw/b Großherzogl'.che Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Großhcrzoe.i : ' - r< sSss ,e große Zechlitt Kleinhandels erfolgt I Sigrom sehr ^^chsen aber die ü die Kleinhändler nich "och hohe $i§fon. langen. Aeußer I Iser Händler an die I Konkurrenz fud ***'». fo daß I "urchgesUhrt we , * »ner weil ia bec nur i tarnjMt bj, ? RatL jjj Hottfanb' Sl KHZ WW I i Kekmmtmachmlg. Die unterin 12. August 1905 angeordnete Sperre des Asterwegs zwischen Schillerstraße und Nordanlage wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 14. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. _________________I. V.: Roth.________________— Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Ostanlage zwischen Landgrafen- und Wiesenstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 16. September 1905. Großh. Polt .: • ntt Gießen. £I. V.: Roth. Versteigerung. Mittwoch, den 20. d. Mtö., nachmittags 21/, Uhr versteigere ich Selters weg 77 eine Ladeneinrichtung (Theke, Schreibpult, Warenregale rc.), einen Schreibsekretär, einen Bügelofeu, drei Büaeleisen, eine Wage, eine Partie Kleiderbügel, zwei große Tische, fünf grobe Waschbütten, eine Partie Brennholz u. v. a. gegen bar. 4853 Versteigerung bestimmt. Gießen, 18. September 1905. Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Dienstag den 19. Sept. l. F. nachm. 3 Uhr, sollen im städt. Pfandlokale, Seltersweg _1, dahier die wegen rückständigem Wassergeld, elektr. Stromgeld u. die wegen rückständigen Geom.- Geb., Baurev.-Geb., Schulstraien, Beerdigungskosten und Genossenschaftübeiträge gepfändeten Gegenstände, Möbel aller Art, 1 Dezi- malwage und 1 Kassenschrank versteigert werden. 4685 Gemmecker, Vfandmeister. Nußkohlen, Hütten-Coks, GaS-CokS, Eierbriketts, Preßklötze und Briketts von den besten Zechen 3810 empsiehlt Email Kircließplah. Frisch eingeiroffen: Hochfeine, süsse, faulfreie I Castellamare T#r* Von den per 2. Januar 1902, 2. Januar 1904 und 2. Januar 1905 ausgclosten Teilschuldverschreibungen sind folgende Nummern noch nicht eingclöst: 134 99 1080 1090 125 133 475 1077 1086 2197. Die Auszahlung dieser ausgelostcn Teilschuldverschreibungen zuzüglich des Aufgeldes von 5% erfolgt vom 2. Januar 1906 ab mit Mark 1050 pro Stück bei unserer Gemerkschaftskasse in Gießen, bei dem Bankhaus«! Jakob Grünewald in Gießen, bei dem Bankhausc Sal. Oppenheim jr. & Cie. in Köln und bei dem Bankhause Louis David in Bonn a. Rh. Gießen, den 1. September 1905. Der Grubenvorstand Grünewald, Rechtsanwalt, Vorsitzender. »JW -----------------------------— Ausgabe neuer CoupouSbogen zu den 3°/0 Obligationen (Altes Netz) X. Emission der prrvilegirten Oesterreich-ungarischen Sraats-Eisenbahn-Gesettschast Ro. 950 487 a 1138 938. Wir sind bereit, behufs kostenfreier Besorgung neuer HouponSbogen zu den vorgenannten Obligationen letztere von heute ab entgegenzunehmcn. Die Obligationen sind nebst Verzeichnissen, in denen die Nummern arithmetisch geordnet angeführt sind, bei unserer Dankbarkeit zwingt mich, gern u. unentgeltlich hals-, Brult- und Lungenleidenden jeglicher Art mltzu- teilen, wie Ich durch ein einfaches, billige» und erfolgreiches Natur. Produkt von meinem qualvollen Leiden befreit worden bin. Lehrer Baumgarti in Krmmnel bet Aussig (Elve). —— Sie spare» mehr als die Hälfte an Zett, Seife u. Feuerung wenn Sie sich eine KlDs-Mi'uMjHim anichailen. Lieferung auch auf Probe. L Kröll Söhne. ScbnMtfzige Wäsche Allerfeinstes 10 .60 10 ,50.