n.2™ K 8 "5 Freitag 18. August 1NV8> Erstes Blatt. 5U yeutige Mmmer umfaßt 10 Seiten. Stettiner Feste. e der ein das der 155. Jahrgang «brefie für Depeschenr Anzeiger (Sieben. ffernfprrchanschlußNr.bl. unter dem Zeichen mangelnden Unternehmungsgeistes ge- tanden haben. Er macht es sogar wahrscheinlich, daß selbst die gefeierte Einkreisung Cronjes durch Feldmarschall Roberts eigentlich ein Fehler war, und daß der von Kitchener angeratene Hauptschlag mit Einsetzung aller Kräfte den Feldzug um zwei Jahre eher beendet haben würde. Die Parallele mit der zögernden Taktik Kuropatkins wird von diesem eng- lischen Kritiker selbst gezogen. Man muß fragen, ob „Tommy Atkins^, der englische Troupier, gegenwärtig noch solchen Anforderungen gewachsen ist? Und man wird im allgemeinen zu einer verneinenden Antwort gelangen. Die großen und systematischen Anstrengungen, die Kitchener überall da, wo er seine reformierende Hand angelegt hat, in Egypten wie in Indien, zuerst unternahm, galten stets der Wiederherstellung der alten englischen Kriegsmoral und des alten englischen KriegertypuS. Bekanntlich steht im Vordergründe aller militärischen Diskussionen in Großbritannien die Erfüllung des Offizierkorps mit einem neuen, auf gediegenere Fachbildung gestützten Geiste, dem Geist zielbewußter Initiative. Und ähnlich liegt die Sache bei der Truppe. Das Land wehrt sich mit Recht gegen die Einschränkung des Freiwilligenwesens. Die in diesem Sommer zum ersten male in großem Maßstabe unternommenen und jeden Sonnabend und Feiertag abgehaltenen Felddienstübungen der Freiwilligenkorps haben ergeben, daß in dieser Truppe viel mehr angeborener militärischer Geist, viel mehr Jnitiatie und viel mehr Selbständigkeit steckt, als bei dem stehenden Heere. Da es sich um Leute aus den intelligenten Klassen handelt, ist das nur natürlich. Aber ist diese richtige Empfindung und diese Erfahrung, welche die Empfindung bestätigt, nicht ein Anzeichen dafür, wohin auch in England der Weg zur Wehrhafterhaltung des Landes führt? Wahrscheinlich allerdings noch lange nicht zur allgemeinen Wehrpflicht, aber gewiß auch nicht zur Erhaltung der stehenden Truppe in ihrer gegenwärtigen Form. Der englische Berufssoldat steht bei der Bevölkerung in schlechtem Ansehen. Er ist "vielfach ein Trunkenbold, von dem demoralisierten Barackenleben mit allen Lastern angesteckt, durch das ganze System in diesem wüsten Kreise rettungslos festgehalten, von dem auf erkauften Stellen sitzenden Offizierkorps mehr zum g' schäftigen Müßiggang und zur Vertrautheit mit allen Tricks des „Markierens" als zur regelrechten Waffenübung erzogen. Er ist ein „Ausgestoßener", seine karge Löhnung wird durch Rechenkünste und schamlose Ausbeutung der Kommandogewalt zur Bereicherung der Befehlshaber und Verwaltungsbeamten noch verringert. Eine wirklich vraktische Zivilversorgung gibt es nicht, er hat keinerlei Aussichten, folglich kaum Ehrgeiz, und die schwersten Verbrechen sind bei dem Lagervolke an der Tagesordnung, wie in keinem anderen zivilisierten Lande. Von hieraus kann die Reform nicht ausgehen. Es kann nicht Wunder nehmen, wenn unbefangene Kritiker jetzt sogar die alte Legende ableugnen, daß der englische Troupier wenigstens für sein Land zu sterben verstünde. Immer lauter werden die Stimmen, die nur von einem großen Ungewitter, das die Nation auf eine Existenzprobe stellt, erwarten, daß das Volk der Kaufleute auch seinen Schwertträgern wieder zu Ehren verhilft. Im englischen Oberhaus ist die Notwendigkeit Schaffung einer angemessenen Landarmee erörtert und entsprechender Beschluß gefaßt worden. Ein Blick auf englische Heerwesen zu Lande dürfte, auch aus Anlaß bekannten Kritik de§ Lord Roberts, von Interesse sein. Englische Schriftsteller haben mit Recht darauf aufmerksam gemacht, daß der Brite heute nicht mehr so abenteuerlustig, nicht mehr so unternehmend ist, wie noch vor 50 Jahren. Natürlich kann da§ nicht ohne Rückwirkung auf die nuU- tärischen Instinkte der Nation geblieben sein. In der Tat, ein Augenzeuge des BmenkriegeS und militärischer Sachverständiger, der eben für die „Times" eine Geschichte des südafrikanischen FeldzugeS schreibt, weist mit Sicherheit nach, daß die enalilchen Niederlagen. selbst die englischen Siege Politische Tagesschau. Tommy Atkins. Zum 75. Geburtstage des Kaisers Franz Josef der heute, am 18. August, begangen wird, schreibt die „Nordd. Mg. Ztg.": Mit unserem Kaiser vereinigen sich die weitesten Schichten unseres Volkes, um den Segen der Vorsehung aus das ehrwürdige Haupt des Monarchen herabzuflehen, der bald sechs Jahrzehnte in hingehender Pflichterfüllung sein Leben und Wirken den hohen Aufgaben weih-t, die sein erhabener Beruf ihm auferlegt hat. Die deutsche Nation verehrt in dem Oberhaupt des Habsburger Herscherhauses den weisen Monarchen, der mit weiland Kaiser Wilhelm dem Ersten den Grund legte zu den innigen Beziehungen, die Deutschland und Oesterreich-Ungarn bis auf den heutigen Tag miteinander verknüpfen. Treue Bundesgenossenschaft und unverbrüchliche Freundschaft bilden das feste Band, das Kaiser und König Franz Josef auch mit dem Enkel des großen ersten Kaisers aus dem Hause Hohenzollern verbindet, und das ein sicheres Unterpfand bildet für die Fortdauer des Bundesverhältnisses, unter dessen Schutze der Friede unseres Weltteiles seit mehr als einem Biertel- jahrhundert vor Erschütterungen bewahrt geblieben ist. Mit den ehrfurchtsvollsten Glückwünschen, die unser Volk Seiner Majestät dem Kaiser von Oesterreich, König von Ungarn, zum morgigen Feste entbietet, gibt es zugleich der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck, daß dem Herrscher der habsburgischen Monarchie noch lange Jahre einer glücklichen Regierung beschieden sein mögen zum Segen der Völker Oesterreich-Ungarns und zum Heile der friedlichen Entwicklung der europäischen Nationen! Nr. 193 •titelet tiefte außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMsche« Landwirt die Gießener Kamillen« Mittel viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Der- Uw der BrÜhl'schen UMvers.'Buch-u. 61ein- btudnti. 8t Bange. Redaktion. «rv-dMon und Druckerei: Die Ileischverteuerung. Die Gießener Metzger haben, wie aus dem An- , zeigenteil zu ersehen ist, bent Publikum offiziell die Erhöhung der Preise mitaeteilt. In anderen Städten ist man schon weiter. Insbesondere haben die Stadtverordneten sich mit der Fleischverteuerungsfrage beschäftigt. Aus Darmstadt ist uns heute folgender Bericht zugegangen: R. B. Darmstadt, 17. Aug. Die Stadtverordneten beschäftigten sich heute nachmittag in einer langen, sehr animierten Sitzung mit der Frage der jetzigen hohen Fleischpreise; die Veranlassung dazu gab ein Antrag Cramer-Stephan, dahingehend, daß 1. in Rücksicht auf die enorm hohen Fleischpreise der städtische Oktroi von 3 Pfg. pro Pfund für Schlachtvieh, Fleisch und Fleischwaren so lange aufgehoben werden soll, bis der Preis für Schweinefleisch sich wieder um 15 und für Rindfleisch um 10 Pfg. pro Pfund reduziert habe, und 2. die Stadtverordnetenversammlung wolle die Regierung ersuchen, durch ihren Bevollmächtigten im Bundesrat dahin zu wirken, daß eine vorläufige Aufhebung der Grenzsperre erfolge. Stadtv. Cramer führte zur Begründung des Antrages aus, eine so große Preiserhöhung auf Fleisch, wie jetzt, sei noch gar nicht dagewesen. Es habe früher geheißen, die Erhöhung durch den neuen Zolltarif werde höchstens 3 Pfg. betragen; jetzt müsse man aber in Darmstadt für das Pfund Schweinefleisch schon 96 Pfennig zahlen. Da solle man wenigstens einstweilen den Oktroi aufheben, damit doch etwas getan werde. Auch in anderen Städten sei man schon in ähnlicher Weise vorgegangen, und er höre, daß sich die Handelskammer ebenfalls mit dem Ersuchen an die Regierung wende, beim Bundesrat zu beantragen, die Grenzsperre für Schlachtvieh auszuheben. Oberbürgermeister Morneweg teilte mit, daß der städtische Schlachthausdirektor, also ein jedenfalls über die Frage bestorientierter Mann, aus seine Anregung ein schriftliches Urteil angefertigt habe, das zur Verlesung gebracht wird. Der Direktor ist danach der Meinung, daß eine zeitweilige Oeffnung der Grenzen unter den nötigen Vorsichtsmaßregeln sehr wohl angängig wäre. Die Differenz zwischen den Ankaufs- und Verkaufspreisen sei unverhältnismäßig hoch, sie betrage etwa 40 Pfg. pro Kilo beim Schweinefleisch. Mit der zeitweisen Aufhebung des Oktrois würde aber nichts erreicht werden, man würde damit nur den Metzgern ein Geschenk machen. Die Hauptsache sei doch, daß mehr Schlachtvieh geschaffen werde, und dazu könnten die 3 Pfg. Oktroi nichts beitragen; das Beispiel von Stuttgart habe das bewiesen. Infolge der Leutenot auf dem Lande und des Futtermangels gehe der Vieh stand bei den Bauern immer weiter zurück; viele zögen > auch vom Lande in die Stadt und würden dadurch größere Fleischkonsumenten. Der Oberbürgermeister teilte weiter mit, daß der Fleischkonsum in 1900/1 69,37 Kilo pro Kopf der Bevölkerung, dann im Teuerungsjahr 1901/2 67,33, 1902/3 70,22 und 1903/4 70,93 Kilo betragen habe; es habe also ein nicht unerheblicher Mehrverbrauch in den . letzten Jahren stattgefund. Stadtv. Dr. Nöllner hält die möglichste Verbreitung des Berichts vom Schlachthausdirektor für erwünscht, denn er beweise, daß die Schweinemetzger die Fleischpreise ganz unverhältnismäßig in die Höhe geschraubt hätten. Nachdem noch mehrere Redner für den zweiten Teil des Antrags Cramer gesprochen, wird dieser einstimmig angenommen, der erste Teil aber mit allen gegen vier Stimmen ab gelehnt. Auch in Stuttgart.haben die Stadtväter um Oeffnung der Grenzen für die Einfuhr bei der Regierung nachgesucht. Es wird folgender Bericht darüber verbreitet: Stuttgart, 17. Aug. Der Gemeind rat beschloß eine Resolution, durch welche die Regierung ersucht wird, ihren Einfluß im Bundesrat dahin geltend zu machen, daß die E i n fü h r u n g von ausländischemSchlacht- vieh freigegeben wird. Die Einschleppung von Seuchen lasse sich durch sanitäre Maßnahmen verhindern, ohne daß deshalb die Sperre der Grenzen und die dadurch bedingte Fleischverteuerung zum Schaden der großen Masse der Konsumenten des Arbeiterstandes notwendig sei. Ferner wurde die Aufhebung einiger vom württembergischen Ministerium des Innern erlassener Verfügungen gefordert, durch welche die Einführung ausländischen, namentlich österreichischen Viehes, erschwert wurde. Die Resolution war von sozialdemokratischer Seite beantragt und wurde mit allen gegen eine Stimme genehmigt. Marokko. Tanger, 17. Aug. Der deutsche Gesandte erttärte gegenüber einem Korrespondenten des Echo de Paris, die deutsche. Regierung glaube nicht, daß ein Anlehen in Frage» kommen könne, weil die deutschen Bankiers auf eine dies«! bezügliche Auflage des Sultans erklärten, daß sie. ihm. nur 8* Millionen vor strecken könnten unb als Garantie hierfür bte Güter des Maghzen in Tanger übernehmen müßten. Graf. Tatten* bach erklärte weiter, daß er Instruktionen habe, die Aufl nähme einer Anleihe abzulehnen. Er hätte den ©ul* tau in dieser Angelegenheit um eine Audienz ersucht, bte in den nächsten Tagen stattfinden soll. Paris, 17. Aug. Die Abendblätter veröffentlichen heute eine gleichlautende offiziöse Note über den ©taub der deutsch-französischen Verhandlungen über Marokko. Die Note habe wohl in erster Linie den Zweck, die Berliner Presse zu beruhigen. Es wird darin mitgcteilt, daß am 10. Juli die deutsche Regierung den Wunsch aussprach, Frankreich möge einen Programmentwurs über die Konferenz vorlcgen. Am 18. Juli überreichte Herv Rouvier dem Fürsten Radolin einen kurzen Entwurf, bem? am 1. August eine eingehende Darlegung der flanzösischen An* schanung über die Reformen folgte. Während dieser $erwbei wurde die französische Regierrmg über die Schritte des Grafen Tattenbach und verschiedener deutscher Geschäftshäuser m- formiert, welche die Konzession der Hafenarbeitcn in Tanger unb; die Treuen Anleihen des Sultans betrafen. Herr Rouvier lenkte die Aufmerksamkeit des Fürsten Radolin auf diese Vorminge mÄ übermittelte die Antwort alsbald der flanzösischen. Regierung. Auch der flanzösische Botschafter in Berlin hat sich mit dem Unterstaatssekretär v. Mühlberg über diese Angelegenheit nn> terhalten. Am 4. August überreichte der Botschafter Fürst Ra*, do l i n in Paris eine Note, worin die ersten Aufklärungen über diese Vorgänge gegeben rmd weitere Mitteilungen versprochen wurden, wenn die Berichte des Grafen Tattenbach in Berlin ein* getroffen sein würden. An diese Feststellung der Tatsache schließt sich die Bemerkung an, daß die flanzösische Regierung es als eine direkte Folge des Abkommens vom,8. Juli betrachte, daß die deutschen und flanzösischen ^Vertreter in Fez keine besonderen Verhandlungen mehr mit dem Sultan führen. Auf der anderen Seite hat die deutsche Regierung schon so viele Versicherungen über den Charakter ihrer marokkanischen Intervention gegeben» Stettin, 17. Aug. Im Gegensatz zu der Mitteilung, daß Bürgermeister Münckeberg aus Hamburg bei dem S t a- pellanf des Schnelldampfers „Auguste Vrktorra die Taufe vollziehen wird, weiß dre „Stettiner Abendpost" zu berichten daß bei genanntem vvtapellauf nicht der Burgcn- meister Münckeberg, sondern der Kaiser selbst die Tauf vollziehen werde. Im übngen wird Bürgermeister Muncke- berg durch den Bürgermeister Buchard vertreten werden, ba Öcrr Münckeberg durch Erkrankung an der Teilnahme behindert ist. Stettin 17 Aug. Wie die „Stettiner Abcndpost" meldet, wird wegen der M ißstimmung unter der Bevölkerung anläßlich des Besuches des englischen Geschwa- GietzenerAnzelgers " General-Anzeiger * Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ^5 w zeigenteil: Sans Beck ders die Flotte voraussichtlich nicht in den Hafen etn-t laufen, sondern etwa 3 Kilometer entfernt vom Hafen von Anker gehen Die Annahme, das Fahrwasser sei nicht ttef genug» ist irrig. Die englischen Panzer haben bekanntlich einen Tief* gang vvn 8 bis 9 Meter, während die Wassertteft des Hafens 10 Meter beträgt- In Bezug auf die Meldung, daß der englische-, Admiral Wilson sowie eine Reihe höherer Offiziere zum ©ta* pellauf kommen werden, berichtet die „Stettiner Abend Posr , datz eine definitive Einladung seitens des deutschen Katsch nvch^Nicht vorlicge. Man glaubt jedoch bestimmt, daß dieselbe erfolgen werde. Sollte jedoch wider Erwarten eine solche nicht erwlae«^ o wird der General aus persönlichem Interesse rn Zivil bent Stapellauf beiwohnen. Südwestafrika. Ein düsteres Bild entwirft der Swakopmunder Berichterstatter der „Welt-Kvrr." von dem grausigen Elend- das untey den Hottentottchl herrscht, und von den Mühen unb Strapazen, die Misere Truppen bisher zu überwEn hatten und die ihrer noch harren; er schreibt unterm 17. Juli: Es herrscht starkes Mißtrauen unter den Aufständischen uns gegenüber in Bezug auf die Frage, welche Behandlung man; ihnen bei uns angedeihen lassen würde, falls sie sich ergebexL Ihre Kapitäne und solche, die besonders schwere Verbrechen was dem Kerbholz haben, sorgen dafür ihren kampfesmuden Leuten die schauerlichsten Geschichten von bat grausamen Martern, bte diese in unseren Lagern erwarten, zu erzählen; und verzweif^ irren diese Unglückseligen, unter denen es ohne Zweifel sehr viele „Geschobene" und Mißleitete gibt, ihren Leidensweg dev schließlich doch im Verhungern oder Verdursten, bestenfalls aber durch eine Kugel sein Ende findet, toetter. Menschlich 'gedacht sind die vielen kleinen Kinder am meisten zu bedauern, die die Torheit ihrer Eltern bitter büßen müssen, sie sterben zu Hunderten, meist an Hunger. Unb bte trockene Jahreshälfte, die Zeit, die schon im Frieden von bat armseligen Hottentotten, die nichts ihr Eigen nennen, nur unter größten Entbehrungen und sehr oft nur mit Hilfe der Regierung überwunden werden konnte, steht doch erst noch 'betret. Lxhost jetzt, bei deren Beginn, wird über Wassermangel mt Landey geklagt; was wird das erst in 3—4 Monaten gebar, warn alles von der sengenden Sonne verdortt ist und bte böse»; Zeiten keinerlei Arbeiten auf bat Feldern und an den Wasset> quellen gestatten? Aber auch unsere brave Truppe wtrd vieles zu leiden haben unter der bevorstehenden Dürre, und dem Wassermangel, wennschon die Leitung in klliger Voraus^ sicht der kommenden Ereignisse seit langer Zeit an der Schaffung geordneter Wege und Wasseranlagen, an der Herarschaffung vor« Proviant und Einrichtting von Etappenstationen mt ganzen feindlichen Gebiet nach Kräften arbeitet. Wahrlich, mn toer einmal selbst in diesem Lande jene Kalamität bis zur Neige — marc nur als Jagd- oder Reiseamateur — durchkostet hat, farm sich ein Bill) von dem stummen Heldentum machen, das unsere Truppe hier birrdtfebt, kaum gewürdigt von den Brüdern t ui der Heimat! So mancher, der seine von Rheumatismus und Typhus geschwächten schmerzenden Knochen am stocke wieder über den Ozean nach Hause schleppte und noch schleppen wird,, nrirb| seinen Lohn nur in dem Bewußtsein treuerfüllter Pflicht finbau, Wir haben hier in Swakopmund nur zu oft Gelegenheit, solche: Märtyrer zu sehen und llagen zu hören. Zur Trennung Schwedens und Norwegens. Aus Christiania wird gemeldet: Um eine möglichst, baldige Beendigung des schädlichen Provisoriums herbei* zuführen, werden sicherem Vernehmen nach die Regierung und das Storthing sämtlichen schwedischen Bedingungen im Prinzip zu stimmen. Verhandlungen über Einzelpunkte werden natürlich noch nötig sein. Aus die Thronkandidatur eines Bernadotte wird man bei dem Widerwillen Schwedens, verzichten. — Die Volksabstimmung in der UnionS- angelegenheit hat folgendes Ergebnis: 3 6 8 2 00 Stimmen lauteten für, 184 Stimmen gegen die Trennung. Bri der letzten Storthingwahl wurden 236 641 Stimmen abgegeben. 2 O 5 ü ■0 2 5*^9 ’ 2 n < 5rt,9cf n & v * cf >0' « ft. cf p ® 5 S o - < o> v- - 2 772 9 o d er a 2 A KAM C* **• Cf 2 cf^** 5 2 ? Cf^ 2 ä ' s LA? 5 •" * 52-^' «d 'ft cf ft cf ■»Io ö o cf c 9 5 As 5 » S- 2 5? 2 * gfc.5 5 2 2 p d cf AA5 c/ 2 * Q 5 "äsL — 4A d Ort-? j jO; rt r, _§< ; 2 ? 2 Cf 5« P. L 2 5#^ § j MU 5 2 s 2 ft 3 ft» ft,-* io=i;f5 = -° ft 2 "ft! rs (p rf ° O n t n n *1 »3 ja 2 n - --Q L $ a .5' 'enq- n 2' & £ ’H ' = Q 6)5 5 »t ' e n d e OK» I3! daß mtm an einen guten AuSgang der) Verhandlungen und an einer Widerherstellung des normalen Zustandes nicht zweifeln fihtne._______ Mazedonische Gräuel. Saloniki, 17. Ang. Griechische Banden erschlugen im Dorfe Kladerop bei Florina sechzehn Bulgaren und brannten das Dorf Lescovetz nieder. Athen, 17. Äug. (Ägence Havas.) Aus Serres wird gemeldet: Am Samstag abend ermordetenBulgaren im dem Dorfe Egrid ere einen Griechen nebst Weib und Kind und brannten sein und seines Bruders Haus nieder. Am Dienstag metzelten dieselben Bulgaren den Gemeinde vor ste h e r des Dorfes Malen- kitsi nieder. In Serres herrscht große Aufregung. Per Krieg zwischen Zlußtand und Japan. Petersburg, 17. Aug. Die Gattin des in japanischer Gefangenschaft befindlichen Admirals Roschd- jestwenski erhielt von diesem die Mitteilung, daß er bald vollständig von seiner Krankheit wieder Hergeste llt sein und dann die Rückreise nach Rußland antreten werde. Tokio, 17. Aug. Der russische General Liapunow und fün fOffiziere seines Stabes sind als Ge fan gen e gestern in Tokio angckommen. Dem General wurde sein Degen gelassen. Von seinen Offizieren ist die Mehrzahl schwer erkrankt. Petersburg, 17. Aua. Nach hier eingetroffenen Meldungen ist Admiral Ncbogatow bedenklich erkrankt. Odessa, 17. Aug. General Dragomirow liegt im Sterben. Die Friedensunterhandlungen. Nework, 17.Aug. Sato versicherte zum ersten Male, der Frieden sei zu erwarten. Die Morgenblätter sind durchweg sehr optimistisch, wenngleich sie erklären, daß die kritische Periode in den Verhandlungen erst gekommen sei. Man erwartet, daß Japan die Forderungen betreffs Gebiets- abtretung oder Entschädigung modifiziert, da es schon jetzt mehr erlangt hat, als es vor dem Kriege beanspruchte. Amerika soll gemeinsam mit England Japan zu veranlassen suchen, etwas nachzugeben, während einer Meldung de§ „Herold" zufolge die kürzliche Zusammenkunft des Kaisers Wilhelm mit dem Zaren nur bezweckte, diesen dem Frieden abgeneigter zu machen. (Der „Herald" kann dies so gut wie wir wissen. D. Red.) Die Friedensgesandtschaften sind höchst unkomfortabel untergebracht, da das Hotel mit Ausnahme von Kaminfeuer in den Gesellschaftszimmern ohne Heizung ist. Der gestrige Tag war empfindlich kalt. Portsmouth (New Hampshire), 17. Aug. (Reuter.) Minister Witte äußerte gestern abend gegenüber den Berichterstattern: Ich tue alles, was ich nur kann, zur Erlangung des Friedens. Non den 8 Artikeln, die bereits erwogen wurden, habe ich in Bezug auf sieben nachgegeben. Kein anderer russischerStaatsmann würde gewagt haben, auf seine eigene Verantwortung hin so weit zu gehen, wie ich es getan habe. Artikel 9, der von der Kriegsentschädigung handelt, soll heute erörtert werden. Man erwartet, daß der Meinungsaustausch über die restirenden Artikel morgen oder Samstag beendet sein wird, damit in- zwischen die Delegirten ihre Regierungen befragen können. Rußland giebt jede Anwartschaft auf die Mandschurei auf. Seine einzige Hoffnung, einen Teil seiner ungemein großen Ausgaben für die Eisenbahn vergütet zu er- halten, wäre ein Abkommen mit China. Japan soll sich mit seinen Ansprüchen für die nach dem Durchmarsch der russischen Armee notwendig gewordene Wiederherstellung der Eisenbahn an die chinesische Regierung wenden. Gestern abend waren Gerüchte im Umlauf, nach denen verschiedene Mächte sich bemühen sollten, Japan zu veran- laffen, auf eine Kriegsentschädigung zu verzichten und statt deffen sich eine möglichst weitgehende anderweitige Kompensation zu sichern, aber nur für den Fall, daß Rußland schließlich in die Abtretung von Sachalin einwilligt. Japan besteht beharrlich auf der lieb er gäbe der internierten Kriegsschiffe. Man glaubt, daß diese Beharrlichkeit auf daS dringende Anraten Englands zurück-- zuführen sei. Eine etwaige Entschädigung soll nicht zur Vergrößerung der japanischen Flotte verwendet werden, da die internierten Schiffe, falls Japan sie erhält und die gehobenen Schiffe Neubauten von Kriegsschiffen überflüssig machen. Die Kriegsentschädigung soll vielmehr dazu benützt werden, den durch den Krieg entstandenen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, für Pensionen zu sorgen und das Erziehungssystem in Japan zu verbessern. New-Pork, 17. Aug. Nachdem gestern die Punkte 7 und 8 erledigt worden, wonach die ostchinesische Bahn Japan zufällt und die mandschurische Bahn Rußland verbleibt, aber durch chinesische Polizei gegen Briganten geschützt wird, werden heute die übrig bleibenden leichteren Punkte erörtert. Portsmouth (New Hampshire), 17. Aug. In der heutigen Vormittagssitzung wurde Art. 9 der Friedensbedingungen, welche sich mit der Rückerstattung der Kriegskosten beschäftigt, besprochen. Dem Vernehmen nach wird Rußland den Forderungen Japans, die Fisch er ei - gerechtsame in den sibirischen Küstengewäffern betreffend, nachgeben. Newyork, 17. Aug. Die heutige Verhandlung der Friedens-Kommission über Punkt 9, betreffend die Kriegsentschädigung , verlief resultatslos, was pro- tokolliert wurde. Darauf ging man zu Punkt 10 über. New-Castle, 17. Aug. Trotz der großen Diskretion, welche die javanischen Delegierten über den Gang der Friedensverhandlungen bewahren, verlautet, daß unter diesen die vollste Einigkeit herrscht, was dagegen bei den Russen nicht der Fall sei. Witte entscheide alles, ohne sich um die Meinung seiner Kollegen zu kümmern. Jndeffen gehe er so geschickt vor, daß man ihm allseitiges Lob ausspreche, mit Ausnahme seitens seiner Landsleute. Paris, 17. Aug. Die bedeutsame Frage, in welcher Form die in Ostasien interessierten Mächte zu den nicht auf die russisch-japanische Sphäre beschräncten Artikeln der Portsmouther Verhandlungen vor deren enbgittigen Abschluß Stellung nehmen könnten, beschäftigt angelegentlichst die Diplomatie. Man erwartet, daß die Mächte, welche zu Beginn des Krieges ihre Neutralität erklärten, nunmehr wohl ein Anrecht hatten, über die geplanten wichtigen Veränderungen von internationaler Tragweite rechtzeitig unterrichtet zu werden. Der „TempS" gibt diesem Verlangen vorsichtig Ausdruck, ohne vorher zu wiffen, an welcher Stelle und von welcher Diplomatie am sichersten der gewünschte politische Aufklärungsdienst zu ver- ehen wäre. Die Wahl würde, wenn man rasch zu arbeiten willens wäre, auf die Washingtoner Diplomatie fallen. Deutsches Reich. Wil Helmshöhe, 17. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute vormittag einen längeren Spaziergang mit den Herren des Gefolges. Heute vormittag empfing der Kaiser den Museumsdirektor Dr. Doehlau aus Kaffel. — Oberstmarschall Fürst zu Fürsten berg und Gemahlin trafen heute nachmittag 3 Uhr 35 Min. am Bahnhof Wilhelmshöhe ein. Der Kaiser empfing das Fürstenpaar am Bahnsteig und geleitete es auf Schloß Wilhelmshöhe, wo es Wohnung nahm. Berlin, 17. Aug. Generalleutnant von Willisen, Mitglied des Abgeordnetenhauses als konservativer Vertreter von Luckau-Lübben, ist gestern in Sglietz bei Birkenhainchen gestorben. Kassel, 17. Aug. Reichskanzler Fürst v. Bülow ist heute nachmittag gegen 7 Uhr hier einqetroffen und von dem Gesandten Tschirschky u. Boegendorff empfangen worden. Der Reichskanzler begab sich mit dem Gesandten in dem kaiserlichen Automobil nach Schloß Wilhelmshöhe, wo er Wohnung nahm. Posen, 17. Aug. Mehrere Beamte der königlichen Ansiedelungskommission für Westpreußen und Posen werden demnächst eine Studienreise nach Amerika an« treten, um die Ansiedelungsverhältnisse bei den Farmern kennen zu lernen. An der Studienreise, die etwa zwei Monate dauern wird, nimmt auch der Vortragende Rat im Finanzministerium, Geheimrat Dr. Hügenberg, teil. Die Abreise erfolgt am 22. August von Bremen aus. Lübeck, 17. Aug. In dem heutigen Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht der Senat das neue Wahlgesetz betreffend die Ergänzung der Bürgerschaft, wodurch das Zweiklaffenwahlsystem mit einer Steuergrenze von 2000 Mark eingeführt und die Wahlmündigkeit auf 25 Jahre festgesetzt wird. A«s°and. London, 17. Aug. Die künftigen Verhandlungen über den deutsch-amerikanischen Handelsvertrag drohen einer Meldung der „Morning Post" an5 Washington zufolge dem bisherigen Ausblick nach an der Unerfüllbarkeit der deutschen Forderungen zu scheitern, welche einen Vorzugstarif von England und Zollbegünstigung des deutschen Rübenzuckers gegenüber dem kubanischen Rohrzucker einschlössen. Die Regierung setzt jedoch große Hoffnung auf das Ergebnis der gegenseitigen Konferenz, die gestern in Chicago zusammentrat und die möglicherweise den Weg zu einer den berechtigten deutschen Ansprüchen genügenden Tarifteform weisen werde, die dem Präsidenten Roosevelt erwünscht ist. Amsterdam, 17. 'Aug. Einem Telegramm des „Mge- meen Handelsblad" aus Batavia zufolge griffen die At- chinesen ein holländisches Biwak bei R a m b o n g (Atschin) an. Ein Leutnant, ein Sergeant und 22 Soldaten wurden getötet, sechs Soldaten wurden verwundet. Rotterdam, 17. Ang. Admiral Wilson der bei Pmniden liegenden englischen Flotte stattete heute im Haag dem neuen Marineminister einen amtlichen Bestich ab. Um 3 Uhr wird au§ dem Haag ein Sonderzug abgehen, um die englischen Gäste nach Schloß Het Loo zu bringen, wo die Königin und der Prinzgemahl den englischen Gästen zu Ehren ein Prunkmahl veranstalten. Paris, 17. Aug. Der Botschafter Caillard ist zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt worden. Madrid, 17. Aug. Statistische amtliche Angaben schätzen die Menge des produzierten Getreides in ganz Spanien auf 40 Millionen Hektoliter und bemerken dazu, daß dieses einen erheblichen Ausfall bedeute, der besonders Andalusien und Arragonien betreffe. Die gegenwärtige Agrarkrisis ist eine Folge dieses Ausfalles. Lissabon, 17. Aug. Die Cortes wurden heute eröffnet. Ministerpräsident Luciano de Castro gab Erklärungen über den letzten Ministerwechsel ab. Finanzminister Espregueira verlas die Gesetzentwürfe über das Tabakmonopol, die Konversion der inneren Schuld, die Abänderung des Vertrages mit der Bank von Portugal und die Reform der Zolltarife. Wien, 17. Aug. Auf der hiesigen chi ne suchen Gesandtschaft ist bisher noch keine Bestätigung der Nachricht eingetroffen, daß auf die Kaiserin von China ein Attentat verübt worden sei. Auf der Gesandtschaft wird mit Bestimmtheit versichert, man habe alle Ursache, die ganze Meldung nicht ernst zu nehmen. Warschau, 17. Aug. Die Direktoren der seit zwei Wochen ausgesperrten und militärisch bewachten Lilpop- schen Fabrik benachrichtigten 3000 Arbeiter, daß heute unter neuen Ordnungsbedingungen die Arbeit wieder beginnt. Die bis Samstag nicht erschienenen Arbeiter werden definitiv entlaffen. Gestern nacht wurden 18 Gießer dieser Fabrik in ihren Wohnungen verhaftet. In den letzten Tagen wurden einige hundert Sozialisten, die dem Bunde der sozialdemokratischen Partei angehoren, arretiert. Sofia, 17. Aug. Die schon im vorigen Jahre vereinbarte bulgarisch-türkische Postkonvention ist gestern in Konstantinopel definitiv unterzeichnet worden. Außer sonstigen Erleichterungen des Verkehrs sieht die Konvention eine Landpostverbindung Bulgariens mit Mace- donien über Küstendil und Dupnitza vor. Die strittige Frage, welche die Zeichnung der Konvention bisher verzögerte, ob nämlich im Texte derselben neben Bulgarien auch Ost- rumelien als Vasallengebiet des Sultans erwähnt werden soll, scheint zu Gunsten des Standpunktes der Pforte erledigt worden zu fein. Konstantinopel, 17. Aug. In dem gestrigen Gefechte zwischen russischen Truppen und Aufständischen aus Kreta, die unter Führung von Manos bis Rethymno vorgerückt waren, wurden die Aufständischen zurückgcworfen. Sie verloren zwei Tote. Die Russen hatten vier Verwundete. Chicago, 17. Aug. Senator Cullom erklärte heute den Vertretern des Internationalen Reziprozitätskongresses, daß die Einführung eines niedrigeren Tarifes in der kommenden Sitzungsperiode nicht erwartet iverden könne. Er glaube jedoch, daß das bestehende Gesetz den Vereinigten Staaten gestatte, mit den zentral- und südamerikanischen Staaten, sowie mit den europäischen Völkern Handelsverträge abzuschließen. Sollten diese nicht gesichert werden können, so empfiehlt Cullom die Einführung eines Maximaltarifgesetzes, der sich dann auf jedes Volk anwcndcn lasse, das den amerikanischen Produkten zu hohe Abgaben auserlege. (Alts HtM und Fand. Gießen, 18. August 1905. ** Fleisch- und Wurstaufschlag. Die Gießener Metzgermeister beriefen am Mittwoch abend eine Versammlung ein, in welcher über die außerordentlich hohen Einkaufspreise für lebende Schweine verhandelt wurde. Es wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Verkaufspreise für Fleisch- und Wurstwaren in keinem Verhältnis mehr zu den' Einkaufspreisen ständen. Einstimmig wurde die Notwendigkeit anerkannt, in den Verkaufspreisen eine Erhöhung eintreten zu lassen, wolle man nicht bei weiterer Fleischteuerung die Geschäfte überhaupt schließen. Die hierauf beschlossenen Preiserhöhungen sind im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe veröffentlicht. *• Der vaterländische Gedenktag derSchlacht bei Gravelotte, die am 18. August 1870 stattfand, wird nächsten Sonntag von den hiesigen Militärvereinen feierlich begangen werden. Nach dem Besuch des Gottesdienstes geht man zur Schmückung der Gräber auf den Friedhof, von da zur Niederlegung eines Kranzes ans Kriegerdenkmal, wo die Musik spielen wird. Dann soll im Caf6 Ebel ein Frühschoppen stattfinden. ** Mehldiebe. Ein hiesiger Fruchthändler hatte be- merkt, daß seinem Mehllager nachts fremde Besuche abgestattet wurden und sich deshalb vorgestern abend auf die Lauer gestellt. Gegen 11 Uhr erschien auch ein früher bei ihm beschäftigt gewesener Arbeiter und schlich in den Hof, nahm aber dann gleich Reißaus, als er an gerufen wurde. Die Untersuchung förderte daraufhin zutage, daß nicht allein dieser, sondern noch zwei weitere Arbeiter, und zwar, wie der eine behauptet, im Komplott, Mehl beiseite schafften, verkauften und den Erlös teilten. ** Aus dem Oberlahnkreis, 16. August. Seit Monaten sind der Ober- und der Unter-Lahnkreis durch meist zugelaufene, fremde, tollwutverdächtige, in mehreren Fällen, die schweres Unglück herbeiführten, auch wirklich tollwütige Hunde heimgesucht. Eine strenge Hundesperre ist angeordnet. Trotzdem konnte es in der vorigen Woche vorkommen, daß in einem benachbarten Dorf wieder eine Person von einem nachträglich als toll sicher festgestellten Hunde gebissen wurde. Im Oberlahnkreis wird die Einhaltung der Sperre jetzt ziemlich streng kontrolliert, weniger streng schon im benachbarten Dillkreis, und im Kreis Wetzlar, der zum Regierungsbezirk Coblenz gehört, ist sie gar nicht angeordnet. (F. Z.) O Bad Salzhausen, 17. August. Heute abend gegen 7 Uhr brach im hiesigen Badehaus, welches mit dem Kurhaus baulich verbunden ist, Feuer aus. Durch rasches Eingreifen und Benutzung der Wasserleitung konnte das Feuer bald gelöscht werden. Die Flamme schlug bereits in die hinteren Räume des Mittelbaues am Kurhaus. Wäre das Feuer einige Stunden später zum Ausbruch gekommen, durfte das Badehaus verloren gewesen sein, und der Badebetrieb hätte für diese Saison eingestellt werden müssen. Wie man hört, entstand das Feuer durch einen jungen Mann, welcher mit Petroleum hantierte, so daß dieses Feuer fing. 4- Villingen, 17. Aug. Ein Brand, der glücklicherweise sofort lokalisiert werden konnte, entstand heute nachmittag im Wohnhäuschen der Witwe Lind. Die Villinger Feuerwehr war sofort zur Stelle, so daß jedes Umsichgreifen gehemmt werden konnte. Das direkt anstoßende Wohnhaus des Johanne? Ester ist stark beschädigt und muß abgeriffen werden, aber die Hauptsache, zwei große Scheuern, konnten gerettet werden. Die auswärtigen Feuerwehren fanden keine Arbeit mehr. Tie Entstehungsursache ist unbekannt. 8. Merkensritz, 16. Aug. Die Ehefrau des Karoussell- bcsitzers Heck goß zum Anfachen des Herdfeuers Petroleum in den Herd. Die Kanne explodierte, und die Frau erlitt schwere Brandwunden am Unterleib. Sie wurde in da§ Mathildenhospital nach Büdingen verbracht. Lauterbach, 17. Aug. Einem längst gefühlten Sfr dürfnis unserer katholischen Bevölkerung ist nun endlich Rechnung getragen. Am Sonntag dem 20. d. M. soll die neuerbaute Kapelle feierlich eingeweiht werden. Die Weihe findet morgens um 10 Uhr mit darauffolgendem Hochamt statt. Nachmittags halb 3 Uhr ist ebenfalls Festandacht. Zu beiden Gottesdiensten wird der kath. Männerchor aus Herbstein singen. Im 12 Uhr mittags wird im Saalbau „3um Johannesberg" ein gemeinsames Festeffen stattsinden. Neben verschiedenen Geistlichen von auswärts wird auch Domkapitular Gödecker aus Mainz anwesend sein. (L. A.) w. Büdingen, 15. Aug. Die Braunkohlenzeche „Hedwig" bei Rinderbügen wird voraussichtlich noch in diesem Jahre eingehen. DaS gesamte Personal hat bereits seine Kündigung erhalten. Dagegen verlautet, daß der Betrieb der in denselben Händen befindlichen Glasfabrik sich wieder 'größer gestalten würde. Friedberg, 17. Aug. In den letzten Tagen trat in dem in der Gemarkung Bruchenbrücken unterhalb des Einflusses der Ufa liegenden Teil der Wetter ein gewaltiges Fi sch st erb en ein. Ganze Korbe voll von großen und Heinen toten Fischen, wohl über 20 Zentner, wurden auf die Felder geschafft, um als Dung untergegraben zu werden. Der Fischbestand ist auf Jahre hinaus vollständig vernichtet, wodurch der Gemeinde nicht unerheblicher Schaden erwächst. Untersuchung über die Ursache der Erscheinung ist eingeleitet. Bingen, 16. Aug. Heute nachmittag gegen 2 Uhr würde am Nahekai das siebenjährige Söhnchen eines hiesigen Einwohners von einem dahinsausenden Automobil sW tfc*- =°nten h?P!^en lch dann m c 5lt1’ *" LL N, ' 1905. b,®" ®>efienet S ^ofjen Ei„, *' wt». L h”5 »tbi iu b,» rb‘bie ^otoenbig, * b-> weiterer WlWieiei finb tm Anzeigen- ,^derSchlacht !70 stattsand, wird «warnen feierlich Gottesdienstes geht Friedhof, von da strdenkmal, wo die Ebel ein Früh, it^nbler hatte be* *embe Besuche ob» tern abend auf die "ch ein früher bei schlich in den Hof, ■ angerufen wurde, ge, daß nicht allen :er, und zwar, toit beiseite schafften, 16. August. Seit DLahnkreis durch tige, in mehreren len, auch wirtlich te strenge Hunde- e es in der vorigen barten Dorf wieder 3 toll sicher sestge- Oberlahnfteis wird ) streng kontrolliert, Dekrets, und int irt Gobkiy gtf)öti, G ZF t ast. Heute adend rutz, welches mit feuer aus. Durch Wasserleitung konnte Flamme schlug be- baues am Kurhaus. t zum Ausbruch ge- i gewesen fein, und eingestellt werden Feuer durch einen hantierte, so daß rand, der glück« ;nte, entstand heute Litwe Lind. Die telle, so daß M, Das direkt an« -ster ist stark be« erden, aber konnten g» fanden ferne W betzAarouM- Feuers Petro« LunddwFm leib. Sie wurde »erbracht- lingfl S-s- L. ist nun endlich b i soll die ne ' •bl Die Weihe :'B,s Braunloy , tn e,luSI ai 6«*bire'18 t LI di- ®(- ”rlalllttffllaSio6til ißet*61 rto6» «SÄ *5fe."Ä n 2 uPr ii; ausende" Kandel nnd 'DerKeür. ^ofßswirtfiftaft. dem am 15. unb 1 . 101.25 3% Mexikaner 10190 Unif. Türken Petersburg, 18. Aug. Graf Lambsdorff hat seine 89.90 101.30 89.90 100.70 3 H Norfolk (Virginien), 17. Aug. Die Lokomotive und drei Waggons eines Vergnügungszuges der Atlantic 4,/ee/n Chinesen . . Electric. Seh ackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden Gotthardbahn , Lanrahütte . , Bochum . . Harpener . Prioat-Diskont 21/« Prozent. Oest. Kredit . . . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . AnfangS- . 210.25 . 242.70 . 148.50 . 250.50 freier stellen;, das wahlfähige Alter ist mit 25 Jahren erreicht. Die Juden sind nur beschränkt wahlberechtigt. Die Zahl der Abgeordneten beträgt 530, davon 50 Bauern: die Wahllisten sind spätestens drei Monate nach der Veröffentlichung dieses Erlasses einzureichen. Die Duma kann ein neues Staatsgrundgesetz ausarbeiten falls dieses nicht angenommen wird. Washington, 17. Aug. Das -Handelsdepartement gab die Uebersehung des deutschen Zolltarifs heraus. Im Vorwort wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Tarif Deutschland eine mächtige Waffe gegenüber solchen Ländern in die Hand gibt, die deutsche Schiffe und Erzeugnisse differentiell behandeln. . 863.50 . 251.50 . 221.50 . 100 65 Harpener Bergbau . . 222.75 Tendenz: ruhig. Märkte. 97.65 106.30 68.80 68.50 89.70 135.20 00.00 Berliner Börse vom 17. August 1905. (Mitgeteilt von der Bank^ für Handel und Industrie, Gießen.) . 68.90 . 96.65 . 136 70 . 135.00 . 210.00 - 193.00 . 147 90 . 164 20 . 171.00 . 144.20 . 18.70 u. Schlußkurse. 209.90 242.80 148.20 251.62 222.75 6(3) 8(4) Dermitofe*. * Halle a. S., 17. Aug. Der Babnvorschlosser Martin ermordete und beraubte gestern seine 22jährige Nachbarin, die Frau des Monteurs Soll. Die Seiche wurde in der Nacht mit einem Beil im Kopf in Martins Wohnung ausgefunden. Martin ist flüchtig. * Aus dem Rnhrbezirk, 16. Aug. Die zwölfjährige Tochter eines Fabrikarbeiters auS Osterfeld sprang in die Emscher und ertrank. Häuslicher Unfriede hat das Kind in den Tod getrieben. * Aus dem Allgäu, 16. Aug. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern früh in der B r e i t a ch k l a m m bei O b e r st- d o r f. Der Sekretariatsgehilse Rupp aus München unternahm mit seiner Frau und seinem Schwager, dem Postasviranten etter von hier, einen Spaziergang in die Klamm. Plötzlich stürzte von dem steilen Abhange eine Tanne herab und riß eine große Menge Erdreich, Stämme und Geröll mit sich. Frau Rupp wurde zum Teil verschüttet und erlitt dabei einen Fußbruch und schwere Verletzungen am Kopf. Herr Rupv wurde von mehreren großen Steinen getroffen und trug, wie sich später herausstellte, einen Becken- und Tarmbruch davon. Postaspirant Tretter konnte sich durch einen Seitensprung retten. Gegenwärtig befinden sich die Verunglückten im Krankenhause zu Oberstdorf in Behandlung. Lüttich, 17. Aug. Dem Leibarzt des Schahs von Persien, Dr. Schneider, der im Gefolge des Schahs hier weilt, ist ein Handkoffer mit Juwelen im Wert von 50 000 Francs und Wertpapieren von demselben Befrage, den er an der Kasse eines Hotels abgegeben hatte, abhanden ge* ko mm en. Die Nachforschungen der Polizei verliefen bisher ergebnislos. * Klagenfurt, 17. Aug. Auf dem hiesigen Sudbahnhofe stießen zweiRangierzüge zusammen. 15 Wagen entgleisten, wobei mehrere zertrümmert wurden. * Bern, 17. Aug. Der von den bayerischen Gerichtsbehörden wegen Unterschlagung verfolgte Eisenbahnbeamte Reisser aus Froschheim, dessen Auslieferung die bayerische Ge- simdtschaft von dem Bundesräte verlangte, schoß sich in einem Hotel in Biel, in dem er sich unter falschem Namen aufhielt, in dem Augenblick, als er verhaftet werden sollte, eine Kugel in ben Kopf und starb bald daraus im Spital. . . . * Newyork, 17. Aug. Die hiesige Polizei hat acht Gauner festgenommen, die ^100 000 Dollar erschwindelt haben sollen und zwar dadurch, daß sie durch geschickte Manipulationen an Telegraphenleitungen Telegramme obfingen und die so erhaltenen Informationen zu betrügerischen Zwecken ausbeuteten. * Der musikalische Schutzmann. In einer Frankfurter Gerichtssitzung zeigte ein Schutzmann seine musikalischen Kenntnisse von der negativen Seite. Er hatte nämlich einen Wirt wegen Übertretung der Feierabendstunde angezeigt, da er bis nach 11 Uhr Blechmusik habe spielen lassen. Bei der Gerichtsverhandlung stellte sich jedoch heraus, daß der Schutzmann Trommel und Ziehharmonika als Blechinstrumente angesehen hatte, da sie Blechbeschläge aufweisen. Diesmal konnte selbst das gestrenge Richterkollegium des Lachens sich nicht enthalten. * Boshafte Entschuldigung. Der berühmte Londoner Professor Peedle führte als junger Arzt einen Prozeß, der, obwohl Peedle durchaus im Rechte war, vom Gerichtshof zu seinen Ungunsten entschieden wurde. Da ließ er sich zu dem Ausruf hinreißen, daß er die Entscheidung erstaunlich finde, und die Richter luden ihn auf der Stelle für den folgenden Tag wieder vor, damit er sich entschuldige. Der nachmalige Lord Eldon, damals als einfacher Mr. Scott noch Advokat, übernahm die Vertretung des jungen, ihm befreundeten Doktors in der verdrießlichen Angelegenheit, und als am nächsten Tage die Sache aufgerufen wurde, erhob er sich und sprach un Namen seines Klienten: „Mylords, es tut mir sehr leid, daß mein junger diesem Jahre einen außerordentlichen Landtag ein» 3‘/a% Reichsanieiho . zuberufen zur Beratung des Wahlrechtes und anderer Ao, do- Fragen. R /o ‘ Wien, 18. Aug. Der Geburtstag d e8 Ka iserS 13*/«% Hessen ’ ' ' ' wird heute in Ischl in aller Stille im engsten Familienkreise 3l„% Oberhessen ' ' de§ Kaisers gefeiert. Der Kaiser begeht ihn in rußiger Oesterr. Goldrente . . Gesundheit und ist heiterer als er seil^Jahren war. — In allen Teilen des Landes wird der Geburtstag 4°^ Italien. Rente Demission eingereicht, indessen hat der Zar ihm bisher<-g-r-ntw-rtlich sür di- gesamte Redaktion: AuguHoH Freund stch zu einer Mißachtung des hohen Gerichtshofes I noch keine Antwort gegeben. Die Motive des Entlassung?, er auftichtig, ist aber noch zn UN. Huches sind unbekannt. Man glaubt, das, eS mit den alltäglich hk-r vorgeht. M^e^en ^en fcfw die Ver halb so lange gekannt wie ich, er würde sicherlich kein L Petersburg, 18. Aug. Es heißt, Verurteil desselben mehr erstaunlich finden!" sammlungen der Volksverteter fei das Schloß * Kleine Tageschronik. In der Nähe von Colberg Gatschina bestimmt. m der Fischerkutter Marie aus Stettin untergegangen. Drei Petersburg, 17. Aug. Ein kaiserlicher Ukas Mann der Besatzung ertranken. — Bei einer Kahnfahrt auf dem ermächtigt den F i n a n z m i n i st e r zur Ausgabeeiner Lac de Joux rrn Jura ertranken drei Deutsche. - In neuen mit 5 Proz. verzinslichen inneren An- den Tod zweier leihe von 200 Millionen Rubel. Die Anleihe ist Hwn awÄoem Ä - , J??? I immer von der Kapitalsteuer frei. Die Tilgung der brunfi^ zerstörte in Vichy drei Häusn M^ere^P^rsonm "euen Rieche soll zum Nominalbeträge innerhalb 48 Jahren erlitten schwere Brandwunden. Das Feuer'sprang auf das Dach derart erfolgen, daß jährlich 0,531843 Proz. des gesamten des Hotels über, wo der Schah von Persien abgestiegen war. — Nominalbetrages der Anleihe zuzüglich 5 Proz. des Betrages Wie aus Paris gemeldet wird, ist, der Tunnel auf der aller amortisierten Obligationen zurückgezogen werden. Die ^frecke von Creuzot nach Nevers auf eine Lange von 1'4 Metern Auslosungen finden im November, erstmalig int November 2)er ©ntjniri wird auf den anhaltenden Regen 1906 statt. Die gezogenen Obligationen sind ab 14. März 1906 iungerMatm namens Charantow t ötetel zahlbar. Die Vermehrung der Auslosung und jährlichen b e ”d) üf f ® erfckte (idif fetof Konversion ist bis zum Mörder wurde sofort verhaftet. — Aus Lelancourt wird ge- r192? ni.l-’9cf^Mfrn. ?.icScflebunq ber Anleihe meldet, daß sich gestern ein Schwarm Heuschrecken bei Belle- durch Vermittlung der Retcksbank. der Commerctal- voir niedergelassen und die gesamte Getreideernte auf vier Kilo- dank, der Wolgakammerbank, der Petersburger Jnternatio- metcr vernichtete. — Ein junger Italiener hat in Aix les nalen Bank, der Petersburger Diskontobank, der Russischen Bains eine junge Amerikanerin entführt, die hier Bank für auswärtigen Handel, der Eommercialbank tn mit ihren Eltern zur Kür weilte. Don dem Paar wurde bis jetzt Moskau und der-Rnfsisch-Ehinesischen Bank erfolgen. keine ^pur entdeckt.______________________________________ Petersburg, 17. Ang. Das Vol ks v ert retungs» a a k ----- gesetz, das am 19. August veröffentlicht wird, ist wegen deS Aunn utto ZStssenschaft. niedrigen Wahlzensus besser, als man erwartete, das Berlin. 17. Aug. Der ,.R-ich4->m." beröffentMt die M du-eg-n wegen seiner Unklarheit unbefriedigend. Ernennung Defreggers zum Ritter des Ordens -e'cd °n,b-ilt. w.e verlautet, folgendes: Der Pour le Msrite fi! r W i i l e n l ck> a f t e n und Künite des «taatSduma unterliegen erstens: alle Vorschläge ———■—, I zur teilweisen oder allgemeinen Refarm des lLtaatswesens; zwer- tens: die Vorschläge über neue Gesetze oder Aenderung alter: * ! drittens: Beaufsichtigung der Tätigkeit aller Verwaltungs- und München, 17. Aug. Aiff dem heutigen Automobi- Regierungszweige: viertens: das Jnterpellattonsrecht. Vom listentag wurde bekanntgegeben, daß den S chn ell i g k e i t s- Staate bezahlte Beamte sind nicht wählbar. Die Bauern wählen! preis der Herkomer-Konkurrenz Pögel (Mercedes)-Chemnitz ausschließlich unter sich, können aber auch von Städtern ge- erhielt, den Schönheitspreis, dessen Roth-München ver- wählt werden, an erster Stelle ist überall der bäuerliche Mge- lustig gina, Wicküler lMetalluraiauel-Elberfeld. ordnete zu wählen, so in Gouvernements, die nur drei Ver- überfahren. Das Kind erlitt schwere lebensgefährliche Verletzungen am Kopfe. Nachdem die Namen der Automobilisten festgestellt und der Führer, ein Ingenieur aus Aachen, sich für alles aufzukommen bereit erklärte, konnten sie weiterfahren. Hanau, 16. Aug. Der Förster Theophil Döhn in Mittelbuchen, dessen Frau gestern hier beim Einschmuggeln eines frisch erlegten Wildes betroffen ward, ist gestern abend auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wegen gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Wilddieberei verhaftet worden. Eine am Nachmittag vorgenommene Haussuchung förderte zahlreiche Briefe zutage, durch die auswärtige Wildprcthändler Wild bei ihm bestellten. Er hat offenbar das Wildern schon lange Zeit betrieben, was bei dem reichen Wildbestand des an sein Forstgebiet reichenden landgräflichen Jagdbezirkes recht einträglich gewesen sein muß. Fulda, 17. August. Der Kreistag wird sich demnächst mit dem Projekt einer vormaligen Kleinbahn von Fulda nach Freiensteinau mit event. Abzweigung von Hauswurz nach Neuhof beschäftigen und Beschluß fassen über die Erwirkung der staatlichen Konzession, Ausführung von Vorarbeiten und Herbeiführung finanzieller Beteiligunc des Staates und des Bezirksverbandes. X Wetzlar, 16. Aug. In unserer Kreisstadt und in vielen Orten mit Bergbau treibender Bevölkerung wurden in letzter Zeit Bergarbeiter-Versammlungen veranstaltet. ES sollte dabei laut Ankündigung über berufliche Fragen verhandelt werden, allein man gewann bei dem Besuche der Versammlungen gar bald die Ueberzeugung, daß es sich ganz allein . um politische Zwecke handelte, welche mi denen der Sozialdemokratie im wesentlichen übereinstimmten. Die Hauptredner in allen diesen Versammlungen waren Persönlichkeiten, welche vermutlich zum ersten Male den Boden unseres Kreises bei dieser Gelegenheit betraten und somit auch mit ben hiesigen Verhältnissen ganz und gar nicht vertraut waren. Es ist doch wohl hinreichend bekannt, daß die Interessen unserer Bergleute denen ihrer Kameraden in Westfalen und am Niederrhein durchaus nicht gleich zu achten sind. Diese sind beispielsweise ausschließlich Industriearbeiter, unsere aber treiben alle nebenbei noch Landwirtschaft. Mithin können bei beiden nie und nimmer Lohnverhältnisse, Arbeitszeit u. s. w. gleich bemessen werden. Sodann dürfen wir auch hervorheben, daß die hiesige Bergarbeiterschaft durchaus mit ihrer Lage zufrieden ist, und so wird auch dieser agitatorische Feldzug für alle Redner und deren Parteianhänger nichts gewonnen haben. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Wiesbaden erhängte sich aus unbekannten Gründen im Landgerichtsgefängnis der Gefängnisaufseher Karl Alsdorf. Er hinterläßt 5 Bnder. — Aus Liebeskummer erschoß sich m W e i n b e i m der 27 Jahre alte Stuhlmacher Karl Rutz. — Wegen eines unheilbaren Leidens erschoß sich in S a ch s e n h a u s e n der 74 jährige Aevfelweinmirt Michael Hofmann. — In Bretzenheim bei Kreuznach 'wurden von roher Bubenhand 67 Gräber verwüstet. Es wird gemeldet, daß unter dem Verdachte, den Frevel verübt zu haben, in Kr eu z- n a ch 20 Zigeuner verhaftet worden sind. Dabei tour'L't der Polizei von einer größeren Zigeunerbande heftiger Widerstand geleistet, wodurch es zu höchst erregten Szenen kam. - -1 Staatschatzscheine Tendenz: matt. mit Enthusiasmus gefeiert, kirchlich sowohl wie populär. In \*% Portugieser j ’ ‘ Wien findet ein Volksfest im Prater statt. I $0/ Portugiesen, m . Wien, 17. Aug. Kaiser Franz Joseph berief • • 2 Personen als lebenslängliche Mitglieder in das 4Griech. Monopol’.-Ani. errenhauS. 47,% äussere Argentiner . 97.60 Gießen, 17. Aug. Viehmarkt. Bei _____ _... ........ 16. Aug. d. Js. stattgehabten Markte waren aufgetrieben 1262 Stück Rindvieh, 610 Schweine. — Der nächste Markt findet am, - . v ~ ... 5. und 6. September statt, am letzteren Tage auch Pferde- und ^oast Lme entgleisten bei der Fahrt über die Zug- Krämermarkt. brücke über den Elisabethfluß, durchbrachen das Utaui«, »„ k.»,» i.S'Ä'X , ,, Monat April 1S05. letzt. Die Opfer sind meist Neger. Einwohnerzahl: angenommer. zu 28 000 imkl. 1600 Mann Militär. Portsmouth (New Hampshire), 17. Aug. (Amtlich.) nach Abzug von 21 Ortsfremden: 18,4°/nn. In der Friedenskonferenz wurden die Artikel 10 und Kinder 1 1 beraten. Da bezüglich deS Artikels 11 die Bevoll- starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom I »nächtigten Meinungsverschiedenheiten hatten, wurde er für eine — - - 11 Lebensjahr: 2.—15. Jahr spätere Beratung zurückgestellt. Verschiedenheit der ?lnsichten 1 (1) 13^gte sich auch bei Artikel 11, so daß angenommen wird, 1 daß die Bevollmächtigten darüber zu keiner Einigung kommen würden. Die weitere Beratung wurde um 6*/, Uhr nachmittags auf morgen vertagt. Portsmouth (New Hampshire), 17. Aug. lReuter.) Voir der Friedens-Konferenz sind noch die Artikel 10, 11 und 12 zu beraten. Artikel 10 betrifft die Uebergabe der in fremden Häfen intonierten russischen Kriegsschiffe. Art. 11 betrifft die Beschränkung der russischen Seestreitkräfte m O sta sien und Art. 12 betrifft die Fischereirechte Japans an der russischen Küste von Wladiwvstok bis zum Behrings- meer In den beiden Hauptdifferenzpunkten dürste es zu folgendem Kompromiß kommen: Rußland überträgt Japan die Souder näetät über Sachalin, und Japan verpflichtet sich, diese Insel weder zu b e f e st i g e n noch zu militärischen und strategischen Zwecken zu benutzen und den Russen dort die- , । selben Fischerei- und Handelsrechte ernzuraumen wie den Ja- An»"/-- D'.e Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel panern selbst. Japan dürfte auf eine Kriegsentschädig- der Todes alle m der betreffenden Krankhett auf von auSwartS nach ung verzichten und sich statt dessen mit den Einkünften Le- Greßen^gebrachte^rank^ommen^^^^^^^^^^^^^^^E^^ I gnügen, die sich aus der Uebergabe der Pachtungen auf der I ^iautunghalbinsel mit Port Arthur aus der chinesischen Ost- Gießcnerlaudwrrtschaftlicher Wetterdienst. und aus der Veraütung für Verpflegung von 100000 BoranSsichtliche Witterung in Hessen für Samtag, den krlegsgefangenen Russen in Japan ergeben. 19. August 1905: Temperatur roentg verändert. Nur nachts etwas Chica go, 17. Aug. Auf dem intetnationaleN Re« warmer. Vorwiegend hetter. LZ-ipro z i t ät skongr e ß, auf welchem mehr ckts 200 land- _____________Oberes durch d,e G,cßener Wetterkarte.____________ wirtschaftliche, kommerzielle und indusfrielle Vereinigungen ver- ir j .rt. . • । . I treten sind, hielt Nationalökonom Fa rguha i eine Ansprache, Kuttnsnaummien. 'N der er sagte, der deutsche Zolltarif sei die Antwort Dingley-Tarif: er berühre die kleinen Fabrikanten Tch- Dnii Esfig-Euckn Partie nach dem Wäldchen an der ßardt i marinierte Heringe unser Vorstand. Wanzen^od Seltersweg 14. 4245] Grossen-Linden | 6 Zimmer 5 Zimmer | Im Hause Großer Steinweg 26 5-Zimmerwohnung p. 1. Oktober 4 Zimmer ""j HK0»!* heller e 2 Zimmer l Mietgesuche Bit ucvkiiutcn (Offene Stellen Perschiicheneü verwendet stete Backpulver Vanillin-Zucker Pudding-Pulver ä 10 Pfg. Photographische Apparate Bedarfsartikel. to S CO Fructin beeter Ersatz für Dr. Oetkers Fernspr. 45 Seitenweg 39 Otto Schaaf. J. Hanckel, Giessen, Schloßgaste 6. Kaufmann d.n.elw.fr.Zeit hat, ucht Nebenbesch. Buchsührg.u.dgl. Schriftliche Meldungen unter 05459 a.d. Gießener Anzeiger erb. Gr.-Linden, 18. August 1905. Großh. Ortsgericht Leun. 4272] Schöne 4-Zimmerwohn. im 3. St., der Neuzeit entspr., mit Gartenanteil, Bleichplatz u. allem Zubehör alsbald zu vermieten. C. 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