Nr.3S Mittwoch, 15. Februar 1905 155. Jahrg. WPÜH mit btB SMntaQl 3te|n« K«»G«-lLNex- wettet ter te'W «öchaültch betgeteyt. Dec «HM' «hcheiW «ssaMch «taml Giehener Anzeiger «otathmciteMt «G tefoo te MfrHttei L-mssstM-teuteet. 8L Sause, tatet (tefttte, Exvedtttou a. Druckerei: Stfuiflkt te. m. U Zew^Ätes Lo-rtL« ta-M General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Sieben. —n1 wjmwBtarag»aM,nmi.;L n ■figgzLaisg.iiriu»rTvnj*jeg- n ■ wwiwnwHMmMWMMHJurwmMm P irlamerrtarifche Verlianvlunqen. Aachdruck ohne Bereirrbarutttz »ichL gestattet. Äeuticher Reichstag. 141. Sitzung vom 14. Februar. 1 Uhr. Am Tische Les Bundesrats: Graf Posadowsky u. a. Das Haus ist schwach besetzt. Tie Beratung der Handelsverträge wird fortgesetzt. Abg. Herbert (Soz., sehr schwer verständlich) scheint • der Meinung Ausdruck zu geben, Latz die Erhöhung der Getreidezölle nur einer kleinen Minderheit der Bevölkerung, den ostelbischen Grotzgrundbesitzern, zu gute käme, während der grotzen Masse Der Konsumenten die notwendigsten Lebensmittel verteuert wurden. Die Industriearbeiter würden noch im speziellen doppelt geschädigt: einmal als Konsumenten überhaupt, sodann als Produzenten, da durch die neuen Verträge der Export unserer Industrie sehr erschwert werde. Und wenn wenigstens noch die Landwirtschaft Vorteil hätte! Aber gar keine Rede davon. Die große Masse der Bauern sei ganz leer ausgegangen. Und die Landarbeiter gar — die dürften gar nicht daran denken, an dem Profit der Herren Junker mit zu partizipieren. Wie könnten sie auch? Sie hätten ja nicht einmal das Koalitionsrecht, wie sollten sie gegen ihre Herren auftretcn können? Die Caprivischen Handelsverträge wären eine rettende Tat gewesen. Heute wolle sich die Sozialdemokratie bemühen, das Land wieder zu retten, indem sie gegen die Verträge stimme. Dem Reichskanzler aber schreibe er folgendes Verslein ins Stammbuch: „Und niemand sieht, wie's finiter wird, Bis daß einmal der Donner kracht. Bis Euch das Feuer iäh verzehrt. Die Ihr es selber angefachtl" "(Beifall bei den Soz.) Aba. Dr. Blankenborn fnat.-lib.): Es ist das eifrige Bemühen der Linken, die Interessen der süddeut'chen Landwirtschaft gegen die norddeutschen auSzuspielen (Sehr richtig!) und man ist besonders auf die badischen Verhältnisse gekommen. Man hat das Buch des Dr. Moritz Hecht über die badische Landwirtschaft mm Nachweis herangezogen, daß speziell Baden nur ein geringes oder fast gar kein Interesse an den Getreidezöllen habe. Aber die Herren, die da meinen, kleine Betriebe könnten kein Brotgetreide verkaufen, die haben das Buch nicht voll und ganz gelesen, sondern nur herausgenommen, was ihnen patzte. Die Herren^ haben doch vergessen, daß dort etwas sehr Interessantes zu lesen ist. Da heißt es: „Besonders bedauerlich ist eS, daß die Bezirke Mannheim und Karlsruhe einen so hohen Prozentsatz von Brotfruchr verkaufenden Betrieben aufweisen." Das wird in dem Buch damit erklärt, daß die Frauen von Fabrikarbeitern auf dem Lande vorzugsweise Getreide und Kartoffeln bauen, weil eben die Zeit zu anderen Kulturen fehlt. Das sind doch gewiß kleine Betriebe. Allerdings tritt der Getreidebau bei uns im Vergleich zu anderen Ländern in den Hintergrund. Und deshalb sind auch die Schlüsie der Herren falsch, über die Gründe, aus denen entsprechend weniger verkauft wird. Wenn daraus die Konseguenz gezogen werden sollte, gegen die Getreidezolle zu stimmen, dann könnten wir auch nicht verlangen, für Wern, Tabak, Handelsgewächse und alles, was wir bauen, einen entsprechenden Zoll zu erhalten. Ich erinnere an den Ausspruch des Grafen Posadowsky, der da sagte: Meine Menschenkenntnis hat sich während der jahrelangen Tarifverhandlungen außerordentlich vermehrt, wenn man sieht, wie Personen, die formell auf freihändlerischem Standpunkt stehen, im Geheimen Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um für ihre spezielle Produktion Profit-Schutzzölle zu erlangen, dann vermehrt man seine Menschenkenntnis ganz außerordentlich. Nun, zu diesen Menschen zu gehören, ist nicht besonders vorteilhaft (Sehr richtig! links), und deshalb muß ausgleichend gewirkt werden. Man muß das große Ganze und nicht so sehr die Einzelinteressen im Auge haben. sSehr richtig! links.) Daran kranken die Sozialdemokraten, daß sie den Unterschied zwischen Brotpreisen und Getreidepreisen nicht zugeben wollen. Redner bespricht die Differenzierung von Futtergerste und Braugerste. Wir hoffen, daß wir in der Kommission weitere Zusicherungen bekommen, die es unmöglich machen, eingeführte Futtergerste später als Braugerste zu benutzen. Etwas anderes ist allerdings die Spannung zwischen Gerstenzoll und Malz. Da müssen wir uns allerdings beklagen, aber bessern können wir nichts; sonst wäre der österreichische Handelsvertrag nicht zu stände gekommen. Bedenken haben hauptsächlich unsere Müller bezüglich des Mehlzovs und Getreidezolls. Hoffentlich werden sie in der Kommission noch weiter abgeschwächt; namentlich auch diejenigen, die dahin gehen, daß die Bedingung der Aufhebung der Staffeltarife auch weiter bestehen bleibt. Die Zollhoffnungen unserer Tabakbauern konnten nicht erfüllt werden. Man hat versucht, durch die Resolution abzuhelfen, mit möglichster Beschleunigung zu prüfen, wie das Ausführungsgesetz zur Tabaksteuer von 1879 im Interesse der kleinen Tabakbauern vereinfacht werden kann. Ich bitte im Interesse unserer kleinen Bauern, diese Unter, suchung zu beschleunigen. Das große Interesse Süddeutschlands an der Weinfrage ist ja wiederholt hier betont. Die Hauptforderung war die Erhöhung des Traubenzolls und die Beseitigung der Vergünstigung für rote Verschnittweine. Vor dreizehn fahren stimmten wegen der ungenügenden Regelung dieser Frage die meisten Vertreter der Weinbaubezirke gegen den österreichisch-ungarischen Vertrag. Die Befürchtungen über die Zrmahme der Einfuhr von Weintraubenmaische haben sich bestätigt. Heute ist diese Einfuhr aus Italien und Oesterreich längst überholt, jetzt steht an erster Stelle Spanien und an zweiter Frankreich. Dieie Vergünstigung ist eine Umgehung des Weinzolles. Ich stehe nicht auf dem Standpunkt des Herrn Sartorius, der gestern sagte, er fei allerdings für eine Erhöhung dieser Position, aber eigentlich nur aus Maßregeln der Kontrolle, weil Mißbräuche Vorkommen. Ich würde es für ausgleichende Gerechtigkeit halten, wenn der Traubenmaischezoll in richtigem Verhältnis zum Weinzoll stände. Das neue Wemgesetz hat zu vielen Strafen geführt, aber das beweist nur, daß das Gesetz notwendig war und gut wirkt. Wir müssen eine Neicksnahrungsmittelkontrolle erhalten und damit wird auch eine Kontrolle des Weines gegeben fein. Nun ist, das mutz ich anerkennen, in den neuen Verträgen der Traubenmaischezoll auf 10 Mark erhöht und der Rotweinverschnittzoll von 10 auf 15 Mark. Es wurde ja mehr verlangt, aber soviel ich Weitz, ist das Mögliche erreicht, und wir müssen uns begnügen, vielleicht auf andere Weise, etwa durch Kontrolle oder Aehnliches Ergänzungen eintreten zu lassen. Nun fürchtet man, datz der niedriger stehen gebliebene Weintraubenzoü mit 4 Mark dazu führen könnte, Tafeltrauben zur Weinbereitung zu verwenden. In dem Blatt „Haus, Hof und Garten" lese ich rm Sprechsaal eine Anfrage: „Weintrauben. Vor einigen Tagen habe ich mir spanische Weintrauben gepreßt. Den gepreßten Wein habe ich in zwei Flaschen getan. Davon will ich Trinkwein machen. Was habe ich dabei zu beobachten?" Die Antwort lautet: „Sie werden kaum etwas vernünftiges daraus erhalten." (Heiterkeit.) Das ist die vernünftigste Antwort, die gegeben werden kann. (Heiterkeit.) Ich habe auch nicht die Befiftch- tuno, datz Tafeltrauben in großer Menge irgendwie zur Weinbereitung verwendet werden. Wir haben ja auch die Kontrolle, die zur Nachverzollung führen würde. Der Redner bespricht die Mißstände bei dem Rotweinverschnitt. Italien hat man begünstigen wollen, aber tatsächlich hat Spanien den Löwenanteil an der Einfuhr. Wir werden uns die 12 Jahre gedulden müssen; aber ein gewisses Uebergreifcn liegt doch darin gegen dasjenige, was die Wem- kommisiion beschlossen hat. Sie hat den Bundesrat ersucht um ein Gesetz, welches den Verschnitt von Weiß- und Rotwein zum Zweck der Herstellung von Rotwein und den Vertrieb dieses Weines verbietet. Es ist uns in der Kommission gesagt worden, an das Verbot ist nicht zu denken, weil es den bestehenden Verträgen widerspricht, und es ist verwiesen worden, die Rotweinfrage auf dem Zollwege zu lösen. Aber es ist nicht geschehen. Aber auf anderem Wege ist zu helfen. Der Regierungsvertreter hat in der Kommission den Verkauf solcher Verschmttweine als deutschen Rotwein als unter den Betrugsparagraphen fallend erklärt. Eine andere Seite der Zoll- frage ist die Ausfuhr. Wir hätten größere Erleichterungen gewünscht. Am schlechtesten kommen wir mit der Schweiz weg, die ihre Zollsätze durchweg erhöht hat. Der Redner bespricht das im einzelnen. Der Obstbau wird schwer geschädigt durch die Ermäßigung des Zolles gegenüber der Schweiz, denn wir werden nun aum den Obstwein aus Frankreich bekommen, und dort ist diese Kultur ungeheuer im Fortschreiten begriffen. Redner gibt eine Statistik darüber. Die weitere Gefahr besteht darin, daß dieser Obstwein leicht zur Verfälschung benutzt werden kann. (Sehr richtig!) In der Eingabe der pfälzischen Weinproduzenten und -Händler ist dies ausführlich dargestellt. _ In Bezug auf den Grenzverkehr mit der Schweiz ist ein Fortschritt zu verzeichnen, derart, daß Gerätschaften und Materialien zum Bespritzen der Reben zollfrei hin und her geben. Aber ich möchte auch an die Notwendigkeit erinnern, unsere Grenzen dicht zu halten gegenüber der Reblausgefahr. Da müssen Vorsichtsmaßregeln getroffen werden. Alles in allem erkenne ich an, was für den Weinbau erreicht ist, daß aber noch Wünsche zu erfüllen bleiben. Möge alles, was möglich ist, noch auf dem Wege der Ausführung geschehen. Es ist ja auch möglich, daß die Vertragsstaaten unter sich noch — nicht mit Deutschland — Verträge abschließen, durch die uns noch Meistbegünstigungen zu teil werden. Jedenfalls müssen die Einzelwünsche gegenüber den Gesamtinteresten zurücktreten, und deshalb wünsche ich die Annahme der Handelsverträge mit großer Mehrheit. (Beifall.) Würftembergischer Minister Dr. v. Pischek: Zum ersten Male sind heute während der Handelsvertragsdebatte württembergische Interessen berührt worden, indem der Vorredner vom Obstweinzoll gesprochen hat. Der Obstwein ist ein wohlschmeckendes Getränk, dem wir es zu verdanken haben, datz der Branntweinkonsum bei uns erheblich zurückgegangen ist. In Posen kommen auf den Kopf der Bevölkerung im Jahre 35 Liter Branntwein, in Württemberg nur 0,5—0,8 Äter. Im Jahre 1903 hatte Württemberg 4% Mill, ertragfähige Apfelbäume und 1 8 Millionen ertragfähige Birnbäume. Der gesamte Obstertrag, den diese Bäume lieferten, stellte sich in den Jahren 1894—1903 im Durchschnitt auf 783 000 Doppelzentner. Diese große Produftion reichte gleichwohl zur Obstweinfabrikation noch nicht aus und so wurden durchschnittlich etwa 565 000 Doppelzentner eingeführt. Württemberg hat daher im Spätherbst lebhaftes Interesse cm zollfreier Obsteinfuhr, dagegen auch ein lebhaftes Interesse daran, daß auf Obstwein der Zoll erhöht wird. Der bisherige Zoll für Obstwein wirkt dann auch durchaus prohibitiv. Wir haben Umfrage gehalten und man hat uns versichert, daß der Obstweinzoll, wie er hier im Tarif vorgesehen ist, den württembergischen Interessen entspricht. Bei den Vertragsverhandlungen sind genau Leistungen und Gegenleistungen abgewogen worden. Redner belegt dies mit einer Anzahl von Beispielen, wobei er sich über eine Anzahl von Positionen verbreitet, bleibt aber ir.t einzelnen unverständlich. Abg. Stöcker (b. k. Fr.): Ich muß den Ausführungen der Herren von der Sozialdemokratie entgegentreten, damit nicht der kleine Mann sich von solchen Reden beeinflussen läßt. Meine Wähler sind kleine Bauern, kleine Handwerker und kleine Kaufleute, und diese haben sich mit meiner Haltung in Zollsragen einverstanden erklärt, sie sind für die Zölle, weil sie sie hn Interesse der Gesamtheit für notwendig halten. Ich kann von dem Grafen Caprivi nur mit der größten Hochachtung sprechen, aber er ist in mancher Beziehung unpraktisch gewesen, er hat die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Landwirtschaft vergesien, weil er zu sehr von dem Gedanken beseelt war, daß Deutschland ein Industriestaat sei. Ich hatte damals oft das Gefühl, die Regierung wolle Handelsverträge um jeden Preis. Gewiß, wir wollen Handelsverträge, aber doch nicht solche, die uns schädlich sind, und das waren die Caprivischen Verträge. Den jetzigen Verträgen kann ich nur das höchste Lob spenden, sie sind mit außerordentlicher Sorgfalt und Kenntnis vorbereitet worden. Naivetäten wie bei der Vorbereitung der früheren Handelsverträge sind diesmal nicht untergelaufen. Freilich, mühelos Reichtümer werfen sie uns nicht in den Scboß, aber was hülfe es dem Wrenschen, wenn er die ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Ich bm garnicht so sehr für die Weltwirtschaft; bei der Landwirtschaft sind keine Millionen zu erwerben. Wie kann man diesem Stande solche Beschimpftmgen an den Kopf werfen, als ob er eigennützig und gewinnsüchtig wäre? (Sehr gut! rechts) Die meisten, die über die Landwirtschaft reden, verstehen nichts davon (Sehr wahr!), es sind z. T. Berliner. (Heiterkeit.) Die Fürsorge für die Landwirtschaft ist ebenso notwendig vom sozialen Standpunkte wie die Fürsorge für andere Klassen des Volkes. Die Entwicklung zum Industriestaat zahlen wir in Deutschland sehr teuer, die Sozialdemokratie nimmt dadurch zu, und wenn nicht die Landwirtschaft dazu ein Gegengewicht bildete, so wüßte ich nicht, was aus unserem schönen deutschen Vaterlande werden sollte. (Sehr wahr!) Dem Abg. Gothein gegenüber, der sagte, Bismarck habe die Zölle wieder abschaffen wollen, möchte ich darauf aufmerksam machen, daß noch 1887, also kurz vor Bismarcks Abgang, die preußische Regierung einen Getreidesoll von 6 Mark forderte. Selbst Sozialdemokraten wie Kauiskh, Schippel, Calwer, erkennen die Notlage der Landwirtschaft an, Schippel macht sich sogar über die freisinnige Vereinigung lustig, weil sie die Notlage bestreitet. Sie (nach links) fordern, datz die Agrarier ihre Leute bester behandeln aber wovon sollen sie denn mehr Lohn zahlen, wenn Sie ihnen die Einnahmen aus den Zöllen nehmen wollen? Wollen Sie, daß die Besitzer zu Grunde gehen und mit ihnen auch die Arbeiter? Wenn Sie für die Arbeiter sorgen wollen, dann müssen Sie auch den Landarbeitern helfen. (Zuruf bei den Soz.: Tun wir auch!) Ja aber bloß durch leere Redensarten! (Zustimmung rechts.) Meine Wähler sind verständig, die sozialdemokratischen Lehren fassen bei ihnen feinen Boden, und für die Verhetzung sind sie zu aut Der Abg. Singer hat dem Schlagwort Kornwucher noch das Wort Viehwucher hinzugefügt. Wer die Verhältnisse objektiv beurteilt kann weder vom Vieh-, noch vom Kornwikcher reden. Sollen wir die Landwirtschaft vor unseren Augen zu Grimde gehen sehen? Neber die Ausführungen des Abg. Gothein, daß die Bauern ihr Getreide verfuttern, wurde jeder kleine Schuljunge auf dem Lande lachen (Sehr gut! rechts.) Wann verfuttern die Leute ihr Getreide? Nur. wenn es so billig ist, datz sich der Verkauf nicht lohnt. (Sehr wahr!) Für die deutsche Industrie bildet Amerika die größte Gefahr. Es ist vor allem nötig, die Frage der Meistbegünstigung genau zu prüfen. Deshalb bin ich für Ueberweisung an eine Kommission. (Bestall rechts.) Abg. Brulm (Antis.): Die Freisinnigen sind gegen die Der--- träge, obwohl der jetzt neu gewählte Abg. Merten in der Wahlbewegung erklärt hat, sie nehmen das Erreichbare. Das ist doch Schwindel. . . . Vizepräsident Graf Stolberg rügt diesen Ausdruck. Abg. Bruhn sfortfahrend): Wenn der Abg. Gothein beit Bauern das erzählt, was er hier gesagt hat, wird er bald aus Greifswald-Grimmen herausftiegen. (Lachen links.) Sie sprechen vom Brotwucher der Junker. Die richtigen Wucherer sind jene ägyptischen Edelleute (Lachen links), die schon, feit Olims Zeiten Kornwucher treiben und an der Börse den ehrlichen Bauer um den Ertrag seiner Arbeit bringen. (Erneutes Lachen links.) Wir wollen dem Bauer Helsen, wir glauben noch an das Wort: Hat der Bauer Geld, bann hat's die ganze Welt. Wir freuen uns, daß die Regierung aus Deutschland nicht einen Industriestaat machen will. Darunter würde nicht nur unsere Wehrkraft leiden, sondern auch unsere Staatsordnung ttsiftde dadurch schwer geschädigt. Die Sozialdemokraten versprechen den Leuten alles mögliche, aber hier, wo es sich um eine Maßnahme handelt, die den Arbeitern Vorteil bringen kann, stimmen sie dagegen. Es ist ja sehr leicht, die Arbeiter zu verhetzen und aufzuwiegeln. Wir stimmen den Handelsverträgen in der Hoffnung zu, daß für die Landwirtschaft bessere Zeiten kommen, als sie bis jetzt gehabt hat. Abg. von Gerlach ffreif. Vergg., mit Qho-Rufen von rechts empfangen): Es wäre Ihnen natürlich lieber, toenn_nur Befürworter der Verträge zu Worte kämen. Aber Sie müsien schon gestatten, daß hin und wieder auch mal ein Redner der Linken das Wort ergreift. (Ruf rechts: Kilometerredner!) Cs kommt nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität an. (Große Heiterkeit.) Herrn Heim sind wir nicht böse, er hat uns zwar etwas gekitzelt, aber seine Rede bietet uns gutes Agitationsmaterial. Die Handelsverträge sind 7 Wechselbälge, sie sind das ganz naturgemäße Erzeugnis des Monstrums Zolltarif. (Aul au! rechts.) Wir danken Ihnen, Herr Doktor! (Abg. Dr. Heim:. Den Dank, Dame, begehr' ich nicht! Große Heiterkeit.) Ob Sie ihn wollen oder nicht. Sie kommen um den Dank nicht herum. Die Behauptung des Abg. Gothein, daß Bismarck sich zuletzt von der Zollpolitik abgekehrt habe, ist von der Regierung unwidersprochen geblieben Also besteht sie zu Recht. (Lachen rechts.) Der Abg. Sieg meinte: wir sollen jetzt die Streitaxt begraben; der Dbg. Tove erwiderte ihm: oh nein, nun erst recht! Die Stellung der National-Liberalen ist sehr schwierig. Welchen Eindruck hafte man von der Rede des Abg Beumer? „Sie saßen an den Wasseim von Babel und weinten." (Große Hefterkeit.) Herr Beumer schilderte, wie unsere Maschinenindustrie direktpreisgegeben, in den Skat gelegt sei, wie das Hauptfachblatt einer anderen Industrie mit Trauerrand erschien: kurz, wie übel Ihnen (zu den Natt.) jetzt, zu Mute ist, daß Sie für den Tarif gestimmt haben. Wir. wollen jetzt nicht ruhen, wir wollen die Agitation in das Volk hinaustragen, damit das Jahr 1918 ein Jahr der Abkehr von unserer Zollpolitik werde! (Zustimmung in der freif. Vgg.) Bei seinen weiteren Ausführungen wird Redner wiederholt von Zurufen der Rechten unterbrochen, was Präs. Graf Ballestrem wie folgt rügt: Ich bitte, den Redner nicht zu unterbrechen. Sie halten dadurch nur das Geschäft auf! (Schallende Hefterkeit. Zuruf links, zur Rechten hinüber: „Sie halten wirklich Ihr Geschäft auf!") Abg. v. Gerlach (freif. Vgg.): Der Abg. Stöcker meinte: seine Wähler, kleine Leute, seien für Zölle. Nun, meine Wähler sind auch kleine Leute! Freilich, der Abg. Wolf meinte im vorigen Jahre: das feien blinde Hessen gewesen! (Große Heiterkeit; Abg. Dr. Wolf nickt eifrig.) Nun, ich wünsche, Ihre Wähler hätten so helle Augen: bann säßen Sie hier nicht im Reichstag! (Heiterkeit.) Ich bin selbst vom Lande, weiß auf dem Lande sehr genau Bescheid (Lachen rechts) — vielleicht bester, als mancher, der ein Rittergut besitzt, aber nie etwas von der Landwirtschaft gelernt hat! (Sehr gut! links.) Daß Der Groß grundbesitz Vorteil von den hohen Zöllen hat, das bestreitet bei uns kein Mensch. Aber wft sind der Ansicht: wft haben überhaupt viel zu viel Großgrundbesitz; es wäre ein Segen, wenn er vermindert würde. Staatssekretär Graf Posadowsky: Ich habe mich über bK Stellung des Fürsten Bismarck zu den Getreidezöllen schon, gelegent- licki der Beratung des Zolltarifs geäußert. Ms es sich im Jahre 1887 um die Erhöhung des Gefteidezolls auf 5 Mark handelte, hat die Negierung einen Zoll von 6 Mark voraeschlagen. (Hört, hört!) Es ist ganz natürlich, daß man bei Verhandlungen mit anderen Staaten höhere Zölle einsetzt, um etwas nachlasten zu können und um Kompensationen zu haben. Wir haben das mit unserem auto* nomen Zolltarif ebenso gemacht. In der Kommission wies Fürst Bismarck darauf hin, daß man unter allen Umständen höhere Satze einstellen müste, um dadurch, daß man etwas ablätzt, beste« Bedingungen für unsere Jndustrieprodukte nach Rußland zu erharren. Ganz denselben Standpunkt haben wir eingenommen; auch hnr brauchen Kompensationen, um industrielle Zölle zu errerchen, unter denen unsere Ausfuhr nach Rußland möglich ist. Auf die lichen Ausführungen Bismarcks hin, daß er auf die Getrndezolle von 1881 zuruckgehen würde, habe ich bre Akten durchsehen lasten, aber auch nicht die Spur eines amtlichen Anhalts dafür gesunden, daß Fürst Bismarck jemals auf den Zoll von 1 Mark zuruckgehen wollte. (Hört, hört!) Aber wenn Bismarck, was taftachlrch mcht zurrifft, wirklich gesagt hätte, wir wollen mit ven Gefteidezöllen unter 5 Mark herabgehen, was würde das bedenren? ©taatSturyt ist eine Kunst, die mit den vorhandenen Umstanden rechnen mutz. (Sehr richftg!) Sie ist kein Dogma und kein Petrefakt; und wenn wir heute etwas anderes tun, als vor zloanzig Jahren, so würde daraus noch lange nicht folgen, daß wir unrecht haben. (Sehr richftg!) Denn die Verhältniste änbem sich fortgesetzt. Wenn Fürst Bismarck noch lebte, würde er jedenfalls unserer Ansicht fein. iLebhaste Zustimmung.) In der Periode von 1884—1887 betrug der Weizenpreis in Preußen 164 Mark, bet Roggenprers 137 Mark. Obwohl mm seitdem die öffentlichen Lasten ganz ungeheuer gestiegen und vor allem infolge der Leutenot die Löhne erheblich zugenommen haben infolge der Konkurrenz der Industrie, war doch tn der Periode von 1896—1899 der Weizenpreis ebenso hoch wie 1884—1887, nämlich 164,50 Mark und der Roggenpreis betrug sogar 134 Mark, also nur 3 Mark weniger. (Hört, hört!) Daraus folgt doch mit absoluter Sicherheit, daß wft angesichts der autzer- ordentlich gestiegenen Brutto-Kosten der Landwirtschaft die ZöLe au erhöhen genötigt waren. (Sehr richtig I) Vergesten wft doch nicht, daß das allein Entscheidende nicht die Rr«ste der Produktion, Indern die. Höhe des Reinertrags ist. (Sehr richtig I) Wenn Sm innner sagen: die Zölle kommen nur den Großgrundbesitzern *1 gute, so kommen Sie bei aller Dialektik nicht über die Tatsache ümweg, daß die Bauernvereine ohne Ausnahme für höhere Zölle etm getreten sind. (Widerspruch links.) Dft Ausnahme ist sicher emej Stap. 36 Landesuniversität daß vor weit des die Re- orm-Gymnasiums gediehen seien. Glanzende Verteidigung Dr. Schädels. nur künstlich hervorgerufen. Er hoffe, das; nach diesen Ermahnungen nun wieder mehr Beruhigung Eintreten und die „Preßkosaken" in beiden Lagern mundtot gemacht werden. Mg. Ulrich meint, die Religionsgesellschaften sollten alle ihre Angelegenheiten für sich ab machen; aber dazu sei nötig, daß alle Anforderungen für dieselben im Etat einfach gestrichen würden. Es müsse die Trennung der Kirche von: Staat hcrbeigeführt werden und seine Freunde würden diesem Verlangen dadurch Ausdruck geben, daß sie gegen die Forderung stimmten. Das Kapitel wird daraus mit allen gegen die Stimmen der sechs Sozialdemokraten genehmigt. ivirb in Verbindung nut den Anträgen der Abg. Köhler und Gen., Hirschel und Tr. Gutfleisch, betr. das landwirtschaftliche Sn ft i tut beraten. Abg. Köhler dankt der Negierung für ihr Entgegenkommen bezüglich seines Antrags iubetresf des Landwirtschaftlichen Instituts, imb meint, der Anbau des italienischen Hafers würde bedeutende Ersparnisse mit sich bringen. Abg. Tr. Schmitt wünscht Verbesserung der Sitzgelegenheit für die Studenten und bezeichnet eine Vernt e y r u u g der Lehrkräfte für die j n risti s ch e Fakultät als driugcnd erforderlich. Ministerialrat Weber bespricht zunächst den Antrag Köhler und legt dar, daß die jetzige Vereinbarung mit' der landwirtschaftlichen Bersuchsstetle in Gießen selber getrosten wurde. Tie Sitzgelegenheit sei ungenügend, man werde im nächsten Etat eine entsprechende Abänderung schaffen müssen. Tic Vermehrung der Dozenten für die juristische Fakultät sei von dieser selbst schon angeregt, aber wieder zurückgezogen worden. Er werde jetzt infolge der Anregung des Abg. Dr. Schmitt die Frage mit der juristischen Fakultät, naher in Erörterung ziehen nnd hoffe, im nächsten Etat auf eine Vermehrung der juristischen Lehrkräfte Bedacht nehmen zu können. Abg. Hirschel bedauert, daß in der Universitätsbibliothek die meisten Bücher nidjt eingebunden seien. Abg. Brauer dankt ebenfalls für das Entgegen- komnten der Regierung bezüglich des landwirtschaftlichen Instituts und wünscht, daß die Gießener Wetterstation, die sich vorzüglich bewährt habe, eine Untersttitzung vom Staate erhalte. Die Erhaltung derselben sei im Interesse der Landwirtschaft dringend wünschenswert. Ministerialrat Weber bemerkt, die Negierung bcab- ichtige nicht, die Wetterstation eingehen zu lassen, sie sei vielmehr zu einer Unterstützung derselben bereit. Nach kurzer weiteren Debatte wird das Kapitel genehmigt, ebenso Kap. 37, Technische Hochschule, Einnahme 47b 933 Mark, Ausgabe 663 713 Mark? Ungerechte Angriffe auf Geheimrat Tr. Schädel. Bei stai?. 38, Gymnasien, pieaigymuasicn, Lberreal- und Realschulen, pädagogische Seminarien usw. Einnahme 1313 413 Mark, Ausgabe 2207031 Mark, entspinnt sich eine teilweise sehr erregte Debatte. Abg. Tr. David bemerkt, er könne nicht unterlassen, hier eine Sache zur Sprache zu bringen, die in Gießen die Spatzen vom Dache pfiffen. Ec habe seine Jnfornta- tUrnen darüber nicht Lehrerkreisen, sondern von anderer, sicherer Quelle. Es handle sich um den Direktor des Gießener Gymnasiums, Herrn Dr. Schädel. Man sage ihm nach, er sei ein Mann, dem man einmal die Fähig- feitcit ab spricht, ein objektives Urteil über Lehrer und Schüler abzugeben. Es würden besondere Tinge über Vorgänge zwt,chen den Lehrern und dem Direktor erzählt. Letzterer solle Jähzorusansälle bekommen und Injurien eien die Folge. Jetzt sei zwischen dem Lehrerkollegium und dem Direktor das Vertrauen geschwunden. In den oberen Klassen des Gymnasiums habe eine Tisziplmlosig- eit platzgcgrisfen, woran ebenfalls den Direktor die Schuld treffe. Ta die Dinge so die Ocfsentlichkcit beunruhigten, ei es notwendig, baß seitens der Negierung eine amtliche Untersuchung ein geleitet und so eine Klarstellung her- beigesührt werde; es liege im Interesse aller, auch der Eltern und Schüler, daß hier bald eine Aenderung eintrete. Weiter fragt Redner, ob die Regierung bereits über die Durchführung der Streichung des Staatszuschusses für i)ie Vorschulen und über die Ausdehnung der Studieuberech- tigung Erhebungen angestellt habe, und wie Schritte zu einem Versuch mit der Einführung Ös® Wäsche ruinieren fiel) leine HausFau, weil, das AuSbessern derselben feine an* genchme Arbeit ist und die Neuanschaffungen kostspielig find'. Des- bald nehmen Sie keine unbekannten Waschpulver, von denen Nie* Nlaiid luciB, was sie enthalten, sondern Gioth's gemahlene ton- lene mit Salmiak und Terpentin, für deren llnschüdlichkeit der ö'Qbvitant Giolh, Hanau a. M., garantiert. Per Paket 15 Pfg. hvl% Keßijchcr ^anötag. E.-B. Darm sta dt, 14. Februar. Am Ministertische: Finanzminister Dr. Gnauth, die Ministerialräte Dr. Eisen Hut, Best, Weber und Geh. Oberschulrat Nodnagel. Präsident Haas eröffnete die Sitzung um 10^ Uhr und teilt vor Eintritt in die Tagesordnung folgende Allerhöchste Botschaft mit, die von allen Mitgliedern des Hauses, auch den Sozialdemokraten, stehend angehört wird: ERNST LUDWIG, von Gottes Gnaden Großherzog von Hcffen und bei Rhein. Unseren Gruß zuvor. Liebe und (betreue Stände des Großkierzogturns! Nachdem Wir Uns am 2. Februar ds. Js. mit Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Eleonore Ernestine Alane zu Solms-Hoheu- solms--Lich, Tochter Seiner Durchlaucht des verewigten Fürsten Hermann und hochdessen verewigten durchlauchtigsten Geiiiahlin Agnes, geb. Gräsin zu Stolberg-Wernigerode, vermahlt haben, setzen Wir hiervon Unsere Lieben und Getreuen Stände des Grost- herzogtums in der Ueberzeugung in Kenntnis, daß dieselben an diesem für Uiis und Uiiser Großherzogliches Haus so beglückenden Ereignis herzlichen Anteil nehmen. Womit Wir Unseren Lieben imb Getreuen Stände des Groß- Herzogtums mit landesÜirstlicher Huld und Gnade gewogen bleiben. Romrod, 13. Februar 1905. (gez.) Ernst Ludwig. (gegengez.) Rothe. Dec Prästdent teilt mit, daß nunmehr morgen eine Adresse an den Groß Herzog beschlossen und abgcsandt werden solle. Tas Haus setzt darauf die Eiatsbcratung bei Kap. 31, Gendarmerie, fort; in Einnahme sind hier 840 All., in Ausgabe 539 706 Mk. angesetzt. Abg. Hirschel richtet an die Regiertlng die Bitte, auf die Einführung einer leichteren Uniform in den Sommermonaten Bedacht zu nehmen. Ministerialrat Best bemerkt, man habe mit der Frage, ob die Einführung der Litewka sich als praktisch erweise, noch keine genügenden Erfahrungen gemacht. Sie sei zunächst nur probeweise in Württemberg eingeführt, er hoffe aber, daß sie vielleicht auch schon bet uns in diesem Soinmer erprobt werden würde. Abg. Ulrich beklagt, daß man immer noch an der nnlliart|chen Organisation der Gendarmerie festhalte; er bleibe bet seinem schon früher geäußerten Standpunkt darüber. Weiter beklagt Redner, daß die Gendarmen wenig von ihrer Sonntagsruhe hätten, da sie häufig zum Appell antreten und Umform tragen müßten. irtijxcricilrat J3e|t sagt zu, die vom Vorredner angeregte Frage naher zu prüfen. Tie Regierung werde bereits zem, iede Erleichterung zu gewähren, die sich mit dem ^tensttntereste vertrage. Abg. Wolf empfiehlt, die leichtere Uniform, z. B. Regernnan^l, wie sie bei der Post eingeführt seien. Abg. Lahr empfiehlt, anstelle des Helmes für die r n^cn kinzuführen, und die blanken Knöpfe abzuzchafsen. ri Kapitel wird darauf bewilligt. Ausgabe 90 700 Mk. spricht nur’ ? Wunsch aus, daß der Fiskus nicht der Schutzleute, sondern auch zu ^'^dergeldern 10 Prozent Zuschuß leisten möge. b st sagt zu, den Wunsch in nähere Erwägung zu ziehen. 1 tsntx ^S-^-er ersstch^ die Regierung, zu veranlassen, di? ©enbaracÄ '^schluß an Wg. $ena®lnmitt ™ ben Msführungen Abg. Hirsch e l bemerkt/ man habe in den Zeitungen gelesen, datz m Offenbach eine Menge polnischer Juden: mir gefälschten Hausrerscheinen verhaftet worden. Diese Juden wurden von den Hinterleuten in Frankfurt und Mainz dirigiert; er empfehle der Polizei vrinaend ein wachsames Auge auf dieselben zu S 1 9 W itJei. Kap. 34, Arbeitshaus Dieburg erklärt Abg. Tr. Schmitt, daß diejenigen Gemeinden in benen sich Zuchthäuser oder Arbeits- und Siechcnhüuser befanden^ sehr durch cte vielen Ansorderuugcn au otrincn- unterstützungÄl zu leiden hätten. Er bitte, zu untersuchen, in welc^r Weich frier rlbhtlfe zeichasfen werden kann Bei Kap. LS, Kirchen - und Retigiousaemein- schäften, Ausgabe 483 221 Mark kommt Avg Wolf nochmals auf die Kundgebungen der Abgg. Dr Smmitt und Tr. Buff über den Zwiespalt unter beit Konfessionen! zurück und betont, die Bevölkerung wolle von ivlcheu religiösen Hetzereien nichts wissen; dieselben würden auch vara aviS. In: allgemeinen jinb die Bauernvereine für einen höheren Schutz der lcurdwirtschafklichen Produktion ein getreten. (to)c richtig!) Glücklicherwccke ist ja bas Verhältnis zwischen Großgrundbesitz und Bauer noch ein freuubschaftlickxes. Wer so weit gebt die Freundschaft doch nickt, baß die Bauern eine Forderung erheben, lediglich um den Großgrundbesitzern zu helfen. (Sehr richtig!) So selbstlos ist der deutsche L^aner nickt. Tie Gkgitcr der Ge- /reidczölle unterschätzen die ungeheure Schwierigkeit, mit der me LDndtvirtschaft des Ostens infolge der Leutenot zu rechnen hat. (Sehr richtig!) Auch der Bauer braucht fremde Kräfte, und wenn Sie nach dem Osten kommen, trerbeit Sie hören, wie der 5)auer darüber klagt, daß es ikstn gar nicht mehr möglich ist, einen Diecht über eine Magd zn beroimncit, weil die Leute nach der ^otadt ziehen und ein nach ihrer Ansicht angenehmeres Leben filhren. vSehr wahr!) Tie AuSführmigen des Vorredners sind etwas sehr überraschend gewesen: er sagt, der Mg. Tr. Beumer habe die Lage der Industrie ganz ausgezeichnet bargestellt, aber aus das, was mein Kommissar gesagt hat, der doch die ganzen Verhand- lungen geführt hat, daraus gibt er nichts. Wenn einer_ meiner Kommissare, der so grüirdlich in der Sache^besvandert ist, itaay weist, oaß die Industrie von dem neuen Taris grobe Vorteile hat, so darf man das nicht als ein Kolloquium betoichten, sondern als eine objektive Feststellung von Tatsachen. Abg. Vogt- Hall (wirlsch. Vg.) bekämpft den Standpunkt der Linken. v . Abg. Mi11ermeier (wirtsch. Vg.) behandelt l>aupt,ächlscl> rie Gerstenzollfrage und bestreitet gegenüber Heim, daß bie baye- rffchen Lmrdwirtsch-aftsrat die kleinbäuerlichen Interessen hinter denen des Großgrundbesitzes zuruckständen. Mg. Gothein (frs. Vg.), mit Lärm von rechts und aus der Müte empfangen, hält seine Mitteilung über die Stellung des Fürsten Bismarck zur Frage der Höhe der Getreidezölle im Jahre 1887 aufrecht. Staatssekretär Posadowsky bemerkt hierzu, die ganze Sackn' beruhe auf einem Mißverständnis. Fürst Bismarck habe nicht Heravsetzung des Getreibezvlles von 6 Mk. auf 1 Mk., sondern um 1 Mk. für zulässig erklärt. (Heiterkeit.) Tamil schließt die Generaldebatte und die Verträge gehen an eine Kommission von 28 Mitgliedern. Samstag 1 Uhr: Toleranzantrag. Schluß 61/2 Uhr. Geh. Oberfcyulrat 9t 0 b 11 a g c l entgegnet, zwei Jahren ein Beleidigungsprozeß zwischen den .Herren Tirektor Dr. Schädler und Tr. med. Klein stattgesnnden habe, in welchem letzterer zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde. Damit schien zuerst die Sache abgetan, da tarn aber plötzlich eine Druckschrift heraus, unterzeichnet „Dr. med. Klein", worin gegen den Direktor schwere Vor- würse erhoben wurden. Der wahre Urheber der niederträchtigen Anschuldigungen sei leider nicht ermittelt worden, doch sei festgestellt, daß der angegebene Autorname eine Mystifikation war. Auf Veranlassung der oberen Schulbehörde fand eine Untersuchung und Vernehmung des Direktors, wie' der Lehrer statt, in welcher sich die Be- chuldigungen als feige, niederträchtige Denun- Stationen heransstellten und der anonyme Urheber nur den Zweck verfolgen konnte, den Direktor zn verleumden. Auch alles, lvas Tr. David über die Dienftführuug desselben sagte, sei unzutreffend. Bezüglich der Anfrage Davids, wie es mit der Errichtung eines Neformgymnasiums tehe, bemerkt , der Redner> auf eine Umfrage an die Eltern der Schüler hätten sich nur sehr weuige mit dem Versuch der Einrichtung eines solchen Resormgymnasiums einver- tanden erklärt; die Sache sei also sehlgeschlagen. Abg.^ v. B r e n t a n 0 spricht sein t i e f st e s B e 0 a u e r n aus, daß man so ungeheuerliche Dinge und Beleidigung hier gegen einen pflichttreuen Beamten chleudere, der sich nicht verteidigen könne. Wohin soll das führen? Es muß dadurch die Schaffensfreude zer- töri werden, wenn jeder elende Denunziant es in der Hand hat, einen Abgeordneten falsch zu belehren und dieser dann einfach hier im Hause öffentlich so unverant- wortnngsvolle Vorwürfe erhebe. Es sei in erster Linie Sache eines Abgeordneten, wenn ihm derartiges berichtet werde, sich auch näher über die Richtigkeit zu informieren, man hätte ja auch vielleicht „hinter den Kulissen" bei der Behörde sich Auskunft verschaffen können. Dr. David sei z w e r f e l l 0 s ganz s a l s b e r i ch t e t worden, und es schädige das Ansehen des ganzen Hauses, weurs hier so uubeg:ruudete Vorwurfe erhooen würden. Redner kennt den Angegriffenen von seiner Tätigreit in Offenbach; datz er kein objektives Urteil habe, müsse er enuchicden bestreiten. Er fei dort ein sehr tüchtiger Lehrer stets ein durchaus objektiver Beurteiler seiner Schüler gewesen. Worum cr diese Eigenschaft plötzlich in Gießen verloren haben solle, könne er nicht begreisem (Bravo.) 1 Abg. Schlenger wendet sich gegen die Gleichberechtigung der höheren Schnleii. Abg. Dr. Hei den reich tadelt scharf das Vorgehen Dr. Davids und stimmt den Ausführungen v. Brentanos vollständig bei. Abg. Pennrich befürwortet die Umwandlung der Ober» realschule in Bingen. Abg. Dr. Giltfleisch beklagt das uiangelnde Entgegen- [ommen der Negierung den Kammerwünschen gegenüber. Die Ausschüsse beider Kammern hätten sich für eine Berücksich- tigung der Petition der Oberlehrer erklärt, aber die Negierung habe es für angeniessen erachtet, mit feinem Wort darauf einzugehen. Ein solches Verhältnis sei eine tief bedauerliche Sache und könne gewiß nicht die ArbeitSfreildigkeit der Abgeordneten erhöhen. Lllinisterialrat Dr. Eisen Hut entgegnet, der Vorredner möge überzeugt sein, daß für die ablehnende Haltung der Negierung bezüglich der Wünsche der Oberlehrer gewichtige Gründe vorgelegen hätten; eine Mißachtung der Beschlüsse des Hauses sei natürlich nicht beabsichtigt gewesen. Nedner koinmt dann noch auf die Ausführungen Dr. Davids zurück und bcmertt, er sei lange nicht so ergriffen gewesen, wie über diese dnrch nichts erwiesenen Angriffe auf einen absolut makellos dastehenden Beamten. In einer so schwerwiegenden Sache hätte doch allch ein sozialdemokratischer Abgeordneter so viel Rücksicht üben und die Negierung von feinem beabsichtigten Vorgehen unterrichten können; er, Nedner, sei ganz nnvorbereitet darauf gewesen. Daß aber ein Abgeordneter sich nicht scheute, öffentlich so schwerwiegende Anklagen zn erheben, ohne auch nur den Versuch dazu zu machen, sie zu beweisen, sei ein Zeichen der Zeit, ein Beweis für den Rückgang unserer öffentlichen Verhältnisse. Die Mitglieder der Regierung erhielten jetzt zahlreiche anonyme Anzeigen über unbequeme Beamten mit der Drohung, daß, menn die Regierung nicht mit Maßregelungen gegen den Betreffenden vorginge, man sich einfach hinter Herrn Dr. David stecken werde. (Hört, hört!) Die Regierung werde es sich angelegen sein lassen, unschuldig angegriffene Beamte stets mit aller Kraft zu schützen. (Lebhafter Beifall. Abg. Dr. David, der den Redner wiederholt unterbrach, wurde vom Vorsitzenden zur Sache gerufen). Abg. Dr. David erklärt, er müße seine Behailptiingen, die aus sicherer Quelle stammten, bis zur llutersuchung aufrecht erhallen. Wären die Aeußerungen des Vorredners außerhalb des Hauses erfolgt, so würde er anders gegen ihn vorgehen. Ministerialrat Dr. Eis en hui erklärt nochmals, dciß der. Beamte für ihn als völlig unbescholten und makellos gelte, nnd er ihn mit aller Krast schützen werde, wie jeden unschuldig angegriffenen Beamten. Dr. Schädel habe ] 899 seinen Posten in Gießen unter den schwierigsten Umständen angetreten und er freue sich, daß derselbe so gut und korrekt seine Aufgabe erfüllt habe. Die Debatte wird hier der vorgerückten Zeit wegen ab» gebrochen. Fortsetziing morgen früh 9 Uhr.________________ parlamentarisches. Berlin, 14. Febr. (Budgetkommissivn des Wgeordnetcn-i Hauses.) Bei der Beratung des Kultusetats wurde zur Sprache! gebrack)t, daß sich der Kurator der Universität Bo nm an einem Aufruf zu Sammlungen anläßlich des Berg-- arbeitet ft reiM beteiligte. Minister Studt erflärte, die Erwägungen feien noch nickt abgeschlossen, inwieweit dem Kurator disziplinarische Vorhaltungen zu machen seien wegen seiner Beteiligung an dem Aufruf. — In der Budgetkommission des Reichstages erwiderte Staatssekretär v. T i r p i tz auf eine Anfrage des 2lbg. Erzberger, ob die Errichtung einer Bank im Kiautschou- gebiet in Aussicht genommen sei, in Kiautsckwu sei die deutschostasiatische Bank ansässig. Erzberger danke cr für die Anregung Der Errichtimg einer zweiten Instanz.bei den Gerichten in ftiau*; tschvu, da diese lnnbedingt nötig sei. Gröber (Ztr.) sraat, wie sich die Gerichte in Kiautsckiou unter Zuziehung von Laieiv bewährt haben. Er hofft, daß man bald das gute Beispiel von Kiaut schon in Teutschland nach ahme. Staats- fefretär v. Tirpitz erwidert, die Marineverwaltung in Kiau- tschou habe Laicnelemente zu den Gerichten hinzugezogen, weil es sich dort meistens um Handelssachen und gewissermaßen um das Gewohnheitsrecht handelte. Darauf werden die Kapitel 1 bis 12 genehmigt. Bei der folgeriden Beratung der einmaligen Ausgaben entspiimt sich eine längere Düskussion über die Befestigung von Ki a nts ch0 u, wobei sich mehrere Redner gegen die Agitation des Flottenvereins wenden, dessen Verfahren sie für bedenklich und für die Marineentwickelung schädlich erklären. Staatssekretär v. T i r p i tz erwidert: Er könne keinerlei Einfluß aufdenFlotten verein ausüben. Tas Kapitel 1 wird sodann bewilligt. Bei der Beratung der Einnahmen spricht v. Tirpitz die Hoffnung aus, daß sich die Einnahmen aus diesem Schutzgebiet vermehren werden. Er bespricht ferner die Frage eines Freihafens für den Transithandel imb die Errichtung eines Transitlagers in Tsingtau. 05 01 b a, 14 3-ebr. Tie neue D 0 m ä n e nv 0 rla g e ist heute int gothaqchen Landtag einstimmig en bloe unverändert angenommen worden. __________________ Kandel und ZZerKeyri KolüswittlHast. ~ Zur russisch en Wirtschafslage. Die Handelskammer in Minden beurteilt Rußlands Wirtschcütslage sehr ungünstig und lagt iii ihrem neuestenJabresbericht: »Die wirlschaülichenZikfmnnlen- brnche imD innerpolilijchen Unruhen im russischen Reiche mußten den Gcschastsverbuidilngen dorthin größte Vorsicht anserlegen. Diese Sachlage ist ziirzeit noch vorhandeli mib scheint bei dem Fehlen Mlicher oriedensailssichten nnd der immer schär'er werdenden Zu- splizung der uinerriissijchen Verhältnisse sich noch densticher imb bedrohlicher auszuprägen. .,. Zur Lage des M i n e n a k t i e n m a r k t e s. Aus ver- snnebeneii Berichten, die über Lonbori kommen, geht hervor, daß die Lage für die Spekulation in Ästnenwerten sich noch weniger günstig zu gestalten scheint, als wie seither, zumal auch angenommen ivirb, daß der Aii'schwnng der Erzeugung^ langsamer vor sich geht, als seither. Auch aii Besorgnissen polstiicher Art iür die Zuknnst der (Polbinbustrie soll es nicht fehlen, namentlich in Rhodesien sei die Lage nicht gestlnb. Litis allen diesen Gründen föimcn wir, wie schort oik, unseren Lesern mir zur äußersten Vorsicht aus dem Gebiete der Allncnspekillatlon raten. 856 Die Beerdigung findet Freitag den 17. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. und Sohn Gießen (Seltersweg 44), den 15. Februar 1905. Todes-Anzeige. Heute nacht entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater Hm Friedrich Schombrr Schneidermeister im Alter von 46 Jahren. Hin stille Teilnahme bitten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Henriette Schomber, geb. Jahn, W 8 W RH 6 AH M -EW WWW 8*.1 A..:. W8WWWWWWWWWWWWWWWMMWWWWWWWWW ■iv:./ aj ■ 1 wl Jl r ■ 11 11 F|J 11 W ?EA'W M WWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWW lßeningen^ rde er ante ,erläge' L vnonäM ibgtoriniden#j zur LvrE itat Bonn des Äers- ; crflärie, die dem KuM i seien W ’l^Stgen. fec“«3 k bartmi , "Querte, ,ilt der Ab, »als, bti$ tei mb malrl- ätzen wttök, Si; Schädel jchmieritzsten rjelbt jo gut "83 'Stioung • 5tt<9 '3 Miet. «nücno“ , uni W “SotBbnet Mtung bet ir Wichtige ’tr «-'-hlü fn: %bnet :as,b« zurück e n gewesen, ?"gr>He ^eamten. sozial. )cn und die uniemchten Ql,i gewesen, öffentlich j0 uur den . c,n Zeichen >erer ößent- gierung er» ^gen über ung, daß, n9cn gegen lter Herrn Regierung Udig an- Kraft zu üb, der den ätzenden zur mässe [ein? eichstag!! :age des A raut schor» [ei die deulp Oie Anregung aiten in - fragt, wie ■ Don £01/11 [e LeisP'el )me. iung in W ygc^gen, d'sewaveu ®{ tic Hapitel 1 ber eminaW über die «e- Jhrne Redner . 1 Stahlschmidt 12 15 P. S. 1 n Lanz 20—30 P. 8. billigst abzugeben. hv3/2 Herborner Pmnpenfabrsk. Bekanntmachung. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, tvonach die Garten- und Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- oder Fußwege« cinfriedigenden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Meter Höhe ititd 0,50 Meter Breite zurückzuschneiden haben, wird mit dem Aufügett wiederholt zur öffentltchen Keuntitis gebracht, daß Zuividerhaudltlugen auf Grund des Artikel 43 des Feldstrafgesetzes mit Geldstrafe von 1—40 Mark bestraft werden. Gießen, ben 9. Februar 1905. Bu/2 GroßherzogU^e ' >.(rgermeisterei Gießen. M e e u m. Molster- und Tapezier-Ar- qP beite« fertigt 0728 Carl Reh, West-Anlage 25< Versteigerung. DounerStag, de« 16. d. M.» nachmittags 2 Ühr wird in dem Hause Bleichstraße 23 I auf Antrag des ©rben das zum Nachlasse des Herrn Prof. Tr. Pflug gehörige Mobiliar versteigert. Ls kommen zum Ausgebot: 1 Bnffet mit weißer Marmorplatte (Nußbaum), 1 ov. Tisch mit Marmorplatte, verschiedene Tische, 2 Sessel in rotbraunem Plüsch, 1 großer zweitüriger Meiderschrank in Kirschbaum^ 1 Teppich, 2 Spiegel, Stühle, 1 Lustre, Lampen, Bilder, 3 große Oelgcmälde, 4 Büchergestelle, lAktenschrank, iSchreib- pull, 2 Oesen, 1 Amerikaner und ein Irischer, 1 Klavier, 1 Herophon mit 15 Platten, 1 Tafelservice für 18 Personen, Glas- und Porzellan, 1 Bowle, Wein- und Eham- paguergläser, 1 Waschkommode mit Vtarmorplalte, 1 Regensaß, 3 Fahnen, 1 Zimmerklosett, 1 Flobertgewehr, 1 Brockhaus Kono. Lexikon, 1 Figur (Aes- eulap),Kleidungsstücke,darunter 1 schwarzer fast neuer Tuch- mautel tu v. a. Dio Versteigerung ffudei bestimmt statt. — Die Sachen können am 16. d. M. von 10 Uhr Englische Krankheit M Aiigltcin hich. Lmäeniaorn K Gesetzlich geschlitzt vor unwirksamen Nachahmungen unter Nr. 57 048. Gegen Nachnahme von Mk. 3.50, mit Wein von Mk. 5.— nebst genauer Gebrauchsanweisung — nur allein — von Apotheker Kielt. Linden born, Daaden, Bezirk Koblenz Bestandteile: Zum Cinneh- Einreibung: 250 gr 807o Alkohol men: 200 gr feinster Dampf-1 m. äther. 0,5°/0 Auszug v. Lavendel, trän, 50 gr Kalk, durch > Thymian, Nelken, Zitronen, MuskcU- Pseffermünz schmackhaft. | miß, Zimmt, dazu 2°/0 Perudaljam. WT Viele I>ankNchreiI>cn. 'Tjfe 644 Gießen, am 11. Februar 1905. 192] Sentzselder, Kreisstraßenmeister. 0,38—0,47 r 0,25—0,46 „ 0,52 , „ Bohnenstangen „ 5,18 „ Birken-Derbstangen „ 4,74 „ für Wagner geeignet, Rm. Kiefern-Scheitholz, Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstratze 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstbote« «nd LebrNngen) unentgelmch Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 biS 1 Uhr und von 8 bii 6 Uhr geöffnet. Es können eingestellt werde«: B18/s 1 landwirtschaitl. Knecht, 1 Bauschlosier 1 Wagner, 1 Wagenlackierer, 2 Schreiner, 2 Bäcker, 1 Putzfrau, 2 Glaser, 1 jüngerer Schneider, 1 jüngerer Hausbursche, 12 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen, 2 Laufmadchen. Es suchen Arbeit: 5 lcmdwirtschiche Knechte, 1 Tapezier und Polsterer, 2 Lackierer, >2 Schremer, 1 Bäcker, 2 Putzfrauen, 1 Schriftsetzer, 1 Kaufmann, 1 Bureaudiener, 2 Kutscher, 1 Fahrbursche, 1 Hausbursche, 1 Kellnerlehrling, 1 Kinderfräulein oder Stütze der Hausfrau, 1 Laufmädchen, 2 Lauffrauen, 1 Bureaugehilfe. Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Freitag den 24. Februar lsd. Js., nachm. 3 Uhr, sollen im städtischen Pfandlokal dahier Seltersweg 11 die wegen rückständiger Örtskrankenkaffe-Bei- träge pro September 04 ae- pfändeten Gegenstände, Möbel aller Art, versteigert werden.^ [842 Gemrnecker, Pfandmeister. Waldeingang. Gießen, den 13. Februar 1905. Ble/5 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Eurschmann. w ,, Knüppelholz, ,, Naoel-Stockholz, Wellen Nadel-Reisig, für Bäcker besonders geeignet, , Brrken-Reisig, zu Besenreisig geeignet, „ Aspen-Reisig, uw „ Eichen-Reisig. Die Zusammenkunft ist auf dem alten Steinbacher Weg, üamwmtsms phonola zu m. sso Pianola zu m. 1200 ■ — 200 Instrumente stets vorrätig. Jede Zahlungserleichterung - Höchster Barrabatt. 10jährige Garantie. - Freie Lieferung. Gespielte Pianos. Pianos zis vermieten auch Harmoniums. MonatL Mietpreise: 2—12 Mk. Jede Reparatur an Pianos und Harmoniums wird in eig. Werkstätte fachgemäss u. vollendet ausgeführt. Klavierstimmen. Aufpolieren von Pianos. WILH. RUDOLPH, Filiale in MARBURG, Elisabethstrasse 4. = 0,94 fm. Die Zusammenkunft ist auf bent Schlag weg (Lich—Burkhardsfelden) nahe der Grenze zwischen dem fürstlichen und Albacher Wald, auch unweit des Kreurvunktes Schlagweg und Albach— Hattenröder Vizinalweg. Dienstag de« 21. Februar: a) tn den Dtstrikken Wehrholz nnb Häuserberg: Eichen: 32 rm Rundscheitholz, 37 rm Knüppel, 66 rm Stöcke, 1340 Wellen; 9 rm Birken°Knüppel; Nadelholz: 23 rm Knüppel, 44 rm Stöcke, 600 Wellen. — 760 Fichten-Bohncustange«, 1 Cicheu-Schnitt- holz = 0,43 fm (67 cm Durchmesser), 69 Eichengrubenholz — 12,40 Im. — Zusammenkunft vormittags 9% Uhr an der Grubenbahn im Wehrholz; b) im Distrikt Erlesberg: Kiefern: 137 rm Knüppel, 8 rm Stöcke, 450 Wellen. — 35 Fichtenstangen — 1,81 fm. — Zusammenkunft vormittags 12 Uhr am Teich. BH/2 Holz - Versteigerung im Gemeindewald Mainzlar. Montag den 20. Februar d. Fs., vormittags 9 Uhr beginnend, sollen in den Distrikten Schabcnberg, Cichwald, Stemrück und Zipfen folgende Holzsortimente versteigert werden: Liefern von Grundbausteinen , Decksteinen 0 w H ff 400,— 400,— , . Kies N U 120,— Steinsetzen ...... ' tr n 40,— Steinmessen ...... ff u 18,— Schlosserarbeiten .... V w 145,25 "Ik'" Mh*l, tzM« - Md« i*’1 Urtnxtf.-® # brucferri- » und ltu f *«'**' «dr°ß->u' «a-et-er' gkrnsvr^l Ter bei Einen ^nt; habe Leranla über die Ha qeftoW oc und Handel die deM-.' Zeugnisse sei in den a! Verbesserung Zollsätze |ei erkennen. 2 erfüllt, i mit stark c gleichwol der Vertrag dies, weil lüge dielen eine noch Sm rot Äeigm an, Vorlage dem Kanal Hannover, der Schll werde: er zu fordern Betriebst Streßen der dem( mit eigei nicht neck rfsen-olit! sinsung ■ In i auf die T »nd Fu Äe Baur ßicifen i llnterftaa Bestimm zur Anr her vers^ zwischen Wg. Gas Berhandl fcheiduna Graf Das durchaus noch ein Staatssek Angelegei örteruiiQ solcher $ wieder g, ®id"(r tag fvrid Abgabe Ne Erheb bisher zu Gers Mlle der vcrglcj Konkurses Weite Unfei > Dir Age in S’W Der! Darum n man bieje ^,'rtscha * bod Urtejs, frr, wo &9e k toenin h'Scfo 'n Ubsa JftSertt r die @ "7'nere nc, ^°Nde t»' «ic^°n b! ^d fn 814] Hübsch möbl. Zimmer. $ heizbar, per sofort oder 1. Mc zu verm. Frau A. 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