Montag 19« Juni 1905 155. Jahrgang Erstes Blatt. waren im Automobil Der Kaiser war in vorzüglicher Helgoland in See. Gchalftraße f. Adresse Hit Depeschem Anzeiger Gießen. Kern!prkchan auftMigster Tul uabmL eriüJti Ick herein irre, uucb mit Ihnen .n der Trauer Kr. i4i Mietet «»gttch au bei Bönning*. Dem G »ebener Anzeiger »erden im Wechte! mit dem VeMsche» Landwirt die Sietzrner Kamillen. Hättet viermal in der Woche beigeLcgt Rotottonflbmd a. Der» leg der Brühl 'ichen Vnwert.-vuch-u. Vletid» druckerei. $L Sauge» deS Menschen. Die Philologen lebten in ganz fern liegenden Jdeenkreisen. — Zu der Frage des Frauenstimmrechts in bet kirchlichen Gemeinde äußert sich Pastor Gebhardt von der Luther gemein de in Berlin im Juniheft der Monatsschrift „Die Frau" (herausgegeben von Helene Lange, Verlag von W. Moeser, Berlin S. 14). Er vertritt die Ansicht, daß die Mitarbeit der Frau in allen Angelegenheiten der kirchlichen Gemeinden nicht nur dem Sinne oeS Christentums in keiner Weise widerspräche, sondern auch dem kirchlichen Leben manche neue Impulse und manche wertvollen Kräfte zusühreu würde. Die gleiche Nummer der „Frau" bringt einen scharfen Artikel von H. Ludwig über „Die Kasernierung der Prostitution", in dem die Aufhebung der Regle- mentation und Kasernierung mit starken ethischen Argumenten gefordert und das jetzige System in seiner praktischen Wertlosigkeit und mit seinen sittlichen Gefahren einer treffenden Kritik unterzogen wird. um den Dahinaeschiedenm, der als Erforscher dcS dunklen Weltteils, als siegreicher Bekämpscr des Araberaufstentes in Deutsch-Ostafrika und als Gouverneur dieses Schutzgebietes sich unvergänglicte Verdienste erworben hat. Der Name Wißmann bleibt mit der Geschickte afriftmifito Forschung und deutsmer Kolonisation für olle Zeiten unlösbar verknüpft, gez. Reichs- kanzler Fürst Bülow. — Das Begräbnis Hermann v. WißmannS flirtet DienStaa nachmittag in Köln von dem Lo.ngenschcn Hanse auS statt. (Wißmann war durch seine Heirat mit einer Tochter teS Kölner Großindustriellen Sangen verschwägert mit der Familie des großen nordischen Poeten Drörnson, dessen -me Tochter die Gattin deS Münchener V^lagSbuchhändlerS Alb Langen, eines Bruders ter Frau v. Wißmann, ist. D. Red — Das Gerücht, daß ter Ministerialdirektor Dr. Althofs als Nachfolger von LukanuS zum Chef des Geh. Zivilkabmetts in Aussicht genommen sei, ist nach ter eigenen Erklärung des Ministerialdirektors völlig auS ter Luft gegriffen. , — Der Verein deutscher Bibliothekare, ter seine Jahresversammlung in Posen abhielt, hat einen Beschluß gefaßt, ter sich als eine Ehrung des Ministerialdirektors Dr. A l t- h o f s darstellt. Zur Verhandlung stand die Frage der Weiter- führung und Drucklegung des Gesamttatalogs, der die Bücherbestände aller größeren deutschen Bibliotheken verzeichnen soll. Bon verschißenen Seiten wurde betont, wieviel das deutsche Bibliothekswesen ter Fürsorge Mthoffs zu verdanken hat, dem i seit mehr alS zwanzig Jahren die Verwaltmig der preußischen wissenschaftlichen Bibliotheken unterstellt ist. Durch seme Initiative seien nicht nur die Verhältnisse ter preussischen Vcbliothcken nach fast allen Rickttrngen wesentlich verbessert worden sondern es ist auch eine Reihe von großen Unternehmurrgen ins Leden gerufen, die sämtlichen deutschen Bibliotheken zugute kommni: ter Gesamtkatalog, die Auskunstsstelle der ten tft o t f) c fcn und die Katalogisierung der Inkunabeln. Mit Rücksicht hierauf beschloß die Versammlung, der Preußischen Unterrichtsverwaltung ihren Dank zum Ausdruck zu bringen. — Der rüdeTon, in dem der alternde Franz Mehring sich in ter ,Leipz. VolkSztg" gefällt, hat auch m ten I engeren Kreisen ter „Genossen Missbehagen erregt Dr. Mehring wünscht sich nun augenscheinlich zu rechtfertigen. In I einem Artikel „in eigener Sache" kündigt er an, daß er demnächst für seine Beschimpfungen der Königin Luise, die er chtt „6 6 A ft Intrigant- Person" genannt Latte, den B«. I weis ter Wahrheit erbringen werte. Das soll in emer „Denkschrift geschehen, die zur ,^Jahrhuntertfeier" der Schlacht bei I Jena erscheinen soll. _ . , . _ < . f . — Die „Nordd." teilt mit: Nachdem durch den .Kolonialetat die Heranbildung besonderer Ko l o n i a l b e a m ten die Genehmigung ter gesetzgebenden Körperschaften liesimten hat, beabsichtigt nunmehr die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes etwa 10 Anwärter zur Ausbildung anzunehmen. Die „Nordd. Mlg. Ztg." teilt sodann die hauptsächlichen über die Zulassung I von Bewerbern zur Kolonialbeamtenlaufbahn bestehenden Be- Der Krieg. Die Umzinqelnng der tnfii|<6en Mandschureiarmeen (ogl, unsere heutige Politische Wochenschau) wird von der Petrrsb. Tel.-Agentur in einem Telegramm aus Godsiadan vom 17. Juni halb und halb, allerdings in höchst sorgen- loser Form, bestätigt. Diese Depesche lautet: Am 16 d. Mts. bestand eine der russischen Abteilungen einen Kampf von 2 Uhr n a ch t 8 b i s 8 U h r morgens. D,e russischen Tnippen erwarteten den Vormarsch des Gegners, der mit starker Manterie und zwei Batterien aus Liaownwapmg vorn'lckte, drei Kilometer vom Dorie entfernt. T,e russische Artillerie zwang die Japaner sich uwi 6 Ubr morgen« auf der ganzen Linie zuruckzuzi ehen. Gleichzeitia zeigte eS sich daß ein Bataillon, drei Schwadronen und eine Batterie der Japaner die russische linke Flanke bei Dunljahe umgangen hatten. Die Batterie eröffnete ihr Feuer dirett gegen die Flanke der rnffikben Stellung; sie wurde von der rilssischen Artillerie bald zum Schweigen gebracht. Um 3 Uhr morgens wurde eine Umgehung des r e ch t e n r u s s l s ch e n Flügels durch ein Regiment Infanterie, 20 Schwadronen und Artillerie bemerkt. Der rechte Flügel der rmssischen Abteilung mußte sich von Liaojanwaping ails seinen Stellungen zurückziehen, um einen Reiterangriff vorzubereiten. Während eine russische Abteilung kurze Rast aus den Höhen nordwestlich von Liaoianwapmg hielt, beobachtete ihr Führer daS Anrücken einer starken Jnsanterle- kolonne aus diese Ortschaft. Die rilssischen Verluste belaufen sich nur auf sechs Verwundete. Die Friedenskonferenz. Petersburg, 18. Juni. (Petersb. Telegr.-Agentur.) Der Minister deS Aeußern Graf Lamsdorff hat den hiesigen amerikanischen Botschafter davon in Kenntnis gesetzt, daß Rußland vollkonimen zustimme, daß die Ziisammenkunft der russischen und der japariischen Bevollmächtigten in Washington stattfinde. Tokio, 17. Juni. Die japanischen Zeitungen drücken ihren Dank aus für die Beteiligung deS deutschen Kaisers an den Bemühungen für den Frieden. stimmimgen mit. , r*. München-Gladbach, 17. Juni. Auf emen Glückwrmfch, welchen ter Gesamtvrrband der e v g n g e l i s ch e n A r b e 11 e t > Vereine Deutschlands an ten Reichskanzler Fürsten BL l o w zu feiner Stanteserhöhung sandte, erwiderte dieser folgendes: „Durckdrim-gen von ter Ueter^ugung, daß die Sorge für die wirtschaftlich Schwachen eine ter Jo o x» nehmsten Ausgaben ter Staatsreglerung ist. wünsche ich ten nationalen und cl'rij.lich n S;rv:n.gnngcn ^'etelhen, welche eine Sammlung der Arbeiter zur Förderung ihrer Interessen außerhalb der Sozialdemokratie cav streben. Bayreuth, 18. Juni. Der Bayerische Kan al der ein hielt hier seine Jahresversammlung ab. ter u a mich Vrmz Ludwig von Äayern beiwohnte. Bei dem Festmahl brachte der Prinz einen Trinkspruch aus den Kvnalverem aus, der seine Tätigkeit nicht auf die Verbindung Dayeriis nut dem Rhein beschränken, sondern die Verbindung teS Landes mit ter Elbe und der Weser erstreben müsse München, 17. Juni. Staatswinister Frh^ v VotewilS hatte aus Anlaß eines Prozesses, ten tee „Münch. Mg. Ztg- gegen die „Münchener Post" angestrengt hatte, gestern nachmittag mit dem Chefredafteur der „M. Mlg. Ztg. eine Besprechung, in ter ter letztere darlegte, es sei unter Dinwels ! auf ten StaatSminifter Frhrn. v. PotewilS m jenem, Prozesse versucht Worten, zeugenschaftlich zu erhärten 1) daß bte „Mlg. Zta" zu Beginn ter Ministertätigkeit teS rrrhrn. v. PotewilS ter königl. Staatsregierung als bereit Organ angeboten ater abgelehnt wttrten sei, 2) daß die „Allg. gegen eine jährliche Unterstützung, die in einem Falle auf 30 000, m einem anderen Falle auf 150 000 Mark angegeben tourte, der bayerischen Staatsreg-ierimg ihre Spalten zur Verfügung gestellt W, 3 dah bic Mla Ztg " sich ter bayerischen Regierung zum Ankauf an- geboten habe, oder daß Fühler in dieser Beziehung autzgestreckt Worten seien. Der Staatsminister ermächtigte darauf den Redakteur ter „Allg. Ztg." der Oeffentlichkeit davon Kenntnis zu geben daß diese Behauptungen unbegründet und an die königl. Staatsregierirng bezw. an ten Vorsitzente« des Mimster- rates keinerlei derartige Ansinnen seitens der „Allg. Ztg. jemals gestellt Worten sind. Kirche und Achule. — Vom deutschen Erziehungstatte Aus Weimar schreibt man unterrn 15. Juni: In äußerst rvdi- kaler und aggresiver Form und voller maßloser Uebertreib- unaen vertrat auf dem zweiten allgemeinen Tage für deutsche Erziehung der Veranstalter dieser Tage, Artur Schulz-Friedrichshagen, den „modernen" Standpunkt der Erziehung. Er sagte u. a.: Die Unterscheidung zwischen Gymnasien, Oberrealschulen usw sei unwürdig Zur Einheitsschule brauche man einen einheitlichen Lehrerstand. Es dürfe nicht mehr, wie heute, der Akademiker auf den Volksschullehrer berabfehen. Der Staat selbst sei ein Gegner der Freiheit der Lehrer und Schüler Dann wandte sich der Redner sehr scharf gegen die Philologen und Humanisten und ihre Erziebungsweise Ein deutscher Knabe solle vor allem deutsche Geschichte und deutsche Kunst kennen lernen, und dann erst griechische und römische Auch die deutsche Sprache komme nicht zu ihrem Rechte. Daher lese man dann auch das furchtbare Juristendeutsch und den schlechten Kanzleistcl DaS heutige Gymnasium hindere die Entwrckelung Gießener Anzeiger General-Anzeiger « ** v ** te« polti. imb ij ,<14 u Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Die öeutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Der Kaiser unterwegs. Sigmaringen, 17. Juni. Der Kaiser, der heute hier zum Begräbnis des Fürsten Leopold v. Hohenzollern weilte, ernannte den Fürsten Wilhelm von Hohenzollern zum Generalmajor k la suite des 2. Garde-Regiments zu Fuß und zum Chef des Füsilier-Regiments Fürst Karl Anton von Hohenzollern (Hohenzollernsches Nr. 40). Hannover, 17. Juni. Heute morgen traf der Kaiser, von Sigmaringen kommend, hier ein. Er begab sich nach dem Schloß und von da nach der Vahrenwalder Heide zur Besichtigung deS KönigS-Ulanen-RegimentS. Bei einer Attacke stürzten mehrere Ulanen mit ihren Pferden, wobei ein Ulan und ein Pferd sofort getötet, mehrere schwer oder leichter verletzt wurden. Nach dem Bormarsch vor der Ulanen-Kascrne überreichte der Kaiser dem Regiments-Kommandeur, Oberst Freiherr von Lützow, den ZÜonenorden 3. Klasse. Beim Frühstück brachte der Regiments-Kommandeur das Hoch aus den Kaiser aus. Der Kaiser toastete auf sein Regiment. Bald daraus verabschiedtte sich der Monarch besonders leutselig von dem Oberst v. Heyden-Linden und vom kommandierenden General von Stünzner sowie dem | Regiments-Kommandeur und fuhr alsdann mit dem Auto-! mobil der Lüneburger Heide zu. Lüneburg, 17. Juni. Der Kaiser nahm auf der Automobilfahrt hier Aufenthalt unb besichtigte daß Rathaus. Hamburg, 17. Juni. Der Kaiser mit Begleitung traf heute nachmittag im Automobil von Hannover kom- mend an der St. Pauli-Landungsbrücke ein und begab sich sofort an Bord der dort liegenden Jacht „Hohenzollern". Heute abend fand bei dem preußischen Gesandten von Tischirschky-Boegendorff ein Diner statt, an dem der Kaiser mit den Herren des Gefolges teilnahm. Hamburg, 18. Juni. Heute vormittag hielt der Kaiser an Bord der ^Hohenzollern^ Gottesdienst ab. Die Predigt handelte über Psalm 46 VerS 8 »Gott mit unS*. Am Nachmittag fuhr der Kaiser in einem Schimmelviererzug beim Generaldirektor Ballin vor und stattete diesem einen Neuwahlen er- Klein-Umstadt übertragen. Von 8. 10. (Hunqen-Lich) . . . (Gießen-Land) . . . (Homberg-Ulrichstein) (Alsfeld-Ulrichstein) . (Nidda-Ortenberq) . (Altenstadt-Büdingen) Starkenburg: 8 Nationalliberale, 8 Bauernbündler, 5 Zentrumsmänner, 2 Sozialdemokraten, 1 Freisinniger und 1 Fraktionsloser. 11. 12. 14. 15. 17. 2. 3. 4. 5. z7. 8. 10. Die öefüschen ^andtagswahlen, die für den nächsten Herbst bevorstehen, werden sich wohl noch nach dem verstaubten und zermürbten alten indirekten Wahlsystem abspielen. Es gilt darum, da die Sozialdemokraten bereits ihre Agitation ausgenommen haben, auch für die Liberalen, sich jetzt schon für den baldigen Kampf zu (Ostholen) .... (Wörrstadt)..... dj fefjr ivityw Wichtigkeit der j. verarrW, V'ut eber^ulegen. Der wattige polÄc hi eg bringt in Ansehen ist dorl ckkofrage ver- te FrankreiH rin- > gewinnen könne, ullimmung finden, be? Anwachsen daneben die A- Sachsen traf heute nachmittag hier ein Bahnhofe von dem Großherzog empfangen. KeriStssaal. Oldenburg, 17. Juni. Der frühere Geschäftsführer I m m i k aus Eickel bet Gelsenkirchen, der die Gastwirtswitwe Müller in Oldenburg und deren Tochter ermordet und beraubt und ihr HauS danach in Brand gesteckt hatte, wurde heute zweimal zu lebenslänglichemZuchthaus und außerdem zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.______________________________________________ "[«träges. luhnannmer, Engelhardt J«. von der Ek verurteilt Termin '• Juni d. K. -rzlenrat neuer- von hier verhaftet und nach Rosenthal ins Gefängnis gebracht. lieber die Tat gehen die mannigfachsten Gerüchte um, und eine große Aufregung erfüllt die Bewohner dieser stillen, weltentlegenen Gegend. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar st aaten. Im Frankfurter Stadtwald wurden die Ueberreste einer Leiche gefunden, die seit etwa 25 Jahren dort verscharrt gelegen haben mag. Ob ein Verbrechen vorliegt, ist noch nicht festgestellt. — Bei Kreuznach öffnete em Knecht des dort wohnenden Holzhändlers Bremer die geschloffene Barriöre, um noch vor dem aus der Richtung von Bingerbrück heranbrausenden Schnellzug mit seinem Gefährt das GeleiS zu passieren. Die beiden Pferde, zwei wertvolle Tiere, wurden von der Lokomotive ergriffen und zermalmt. Juni. Der New York, 19. Juni. Die ost chinesische^ oder mandschurische Eisenbahn soll angeblich die Garantie für die Kriegsentschädigung ab geben*. China forderte, einer Washingtoner Meldung des „Herald" zufolge, Zurückziehung der japanischen Truppen ausderMandschurei nach dem Friedens-^ schluß. Japan besteht nicht darauf, das strategisch überschätzte Port Arthur in Besitz zu nahmen, vorausgesetzt, daß keine andere Macht sich dort festsetzt. Shanghai, 18. Juni. In Charbin fordert die Cholera zahlreiche Opfer. Dä " * “ ~ Personen sterben. In der Stadt befinden sich insgesamt 60 000 Verwundete und Kranke. 18 Lazarette zur Isolierung König von und wurde am Lieferung von Futzbodenöl. Die Lieferung von ca. 1530 kg Fußbodenöl für die städtischen Gebäude soll Samstag den 24. Juni d. Js. vormtttags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Bedingungen liegen während der Amtsstunden bei unS — Zimmer No. 3 — zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an unS einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 17. Juni 1905. B17/a Städtisches Hochbauamt. ©erbet bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.50—23.00, Roggenmehl Mk. 22.75—23.25, 1. Qualität Mk. 20.25—20.75, Weizenkleie Mk. 10.75 bis Mk. 11.00, Roggenkleie Mk. 11.50—12.00, Maiskeime Mk. 11.50 bis Mk. 12.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Alldeutscher Berbandstag. S. u. H. Worms, 17. Juni. Mit einer Sitzung des 'geschäftsführenden Ausschusses begann Hestern hier die Tagung des Alldeutschen Verbandes. Der vom Geschäftsführer des Verbandes, Geiser-Berlin, erstattete Jahresbericht an den Verbandstag hebt einleitend hervor, daß das letzte Jahr für den Verband ein außergewöhnlich arbeitsreiches gewesen ist. Im Vordergründe der Anteilnahme stand, wie der Bericht hervorhebt, der Eingeborenen-Aufstand in Südwestafrika, der erste Kolonialkrieg größeren Stils, in dem das deutsche Volk seinen Kolonialbesitz zu verteidigen hat. Der Verband hat bei diesen überaus ernsten Ereignissen nicht die Kritik und die Erörterung der Schuldfrage in den Vordergrund gestellt, sondern die positive Mitarbeit an der Ausheilung der dort geschlagenen Wunden. Dagegen hat der Verband wiederholt betont, daß das ganze System der bisherigen Regierungstätigkeit in Deutsch-Südwestasrika, insbesondere die Konzessions- Politik und die Eingeborenenbehandlung schwere Mitschuld an der Katastrophe tragt. Trotzdem ist der Verband entschieden eingetreten für die Bewilligung der seitens der schwer getroffen en Farmerschaft. erhobenen Entschädigungsansprüche. Die zweite wichtige Angelegenheit, die die Tätigkeit des Verbandes im vergangenen Jahre in Anspruch nahm, war die Marokko-Frage. Durch Beitritt zu der von deutschen Männern der Wissenschaft, des Handels und der Industrie gegründeten „Deutsch-Maroftanischen Gesellschaft" belästigte der Verband seinen Entschluß, auch weiterhin dieser hochbedeutsamen Frage seine werktätige Teilnahme zu widmen. Den deutschen Schulen und Gemeinden im Auslande hat sich der Verband auch im letzten Jahre als Freund und Helfer bewiesen. In Förderung der deutschen Belangen in der O ft m a r k des Reiches nahm er mehrfach Gelegenheit, für die deutsche Versammlungssprache in Vorträgen und Entschließungen tätig zu sein. Der Alldeutsche Verband hat seine Forderung nach dem Bruch mit der paritätischen Behandlung von Deutschen und Polen bezüglich des Landerwerbs erhoben. Der Jahresbericht gebt dann zu Erörterungen der Vorgänge at Innsbruck über, die sich an dem von der oftreichischen Regierung gefaßten Plan der Gründung einer italienischen Universität in Innsbruck anschlossen. Die Tätigkeit des Verbandes für die Buren war im großen und ganzen bereits mit dem Jahre. 1903 abgeschlossen. Zu den Präsidenten der früheren südaftikanischen Burenrepubliken trat der Verband im letzten Jahre noch 'ein letztes Mal in Beziehungen, das eine Mal, indem er sich durch seinen amtlichen Vertreter als' einzige reichsdeutsche Körperschaft dem verstorbenen Präsidenten Krüger bei dessen Bestattung in Haag das letzte Geleit gab, das zweite Mal, als er die Freude hatte, den in voller Genesung begriffenen, heute bereits wieder in die Heimat zurückgekehrten Präsidenten Steijn als seinen Gast in der Reichshauptstadt zu begrüßen. Der Kampf zwischen Rußland und Japan im Osten berührt die eigentlichen Belange des Verbandes nur insofern, als er die Frage der Erhaltung der großen deutschen Werte in Oftasien, sowohl der wirtschaftlichen, wie auch unseres dortigen Flottenstützpunktes Kiautschou, je nach dein Ausgange dieses Krieges aufrollt und wurde in diesem Sinne mehrfach, insbesondere durch den geschäftsführenden Vorsitzenden in der Oesfentlichkeit erörtert. Die gewaltigen inneren Wirren des russischen Reiches sind, soweit sie nach einer liberalen Politik, zumal gegenüber den einzelnen Rationalitäten Rußlands hindrängen, für die Erhaltung und die Zukunftsaussichten des baltischen Deutschtums, aber auch für die Entwicklung des Nationalismus in ganz Europa von größtem Belange und werden nach dieser Seite hin vom Verbände aufmerffam verfolgt. Endlich ist in dem Jahresbericht die Rede von einer Erweiterung des Flvttengesetzes. Die Zahl der Verbands-Mitglieder betrug Ende 1903 19 068 und Ende 1904 19 111. Die eigentlichen Verhandlungen begannen heute morgen. Am Vorstandstisch sah man den VerbandsvorsitzendeN Prof. Dr. Hasse-Leipzig, denReichstags abg. Frhrn. Heyl zu Herrns- heim, Oberbürgermeister Köhler- Worms, den bekannten alldeutschen Politiker Rechtsanwalt Claß-Mainz, Generalleutnant z. D. v. Liebert und viele Andere. Auch mehrere Studentenvertreter sind zum Verbandstag erschienen. Gegen 11 Uhr eröffnete Professor Hasse den Verbandstag. In seiner Eröffnungsrede berührte er die Schiller-Gedenkfeier, die ein wahrhaft alldeutsches Fest gewesen sei, den „Eindruck des Versuches, den Deutschen Flottenverein zu einer offiziösen Werbeanstalt herabzudrücken", und die erfreuliche Bewegung der akademischen Jugend für die „akademische Freiheit". Dann besprach er die auswärtige Politik. Der Zwischenfall von Marokko ist, so führte Hasse aus, zu einem lehrreichen und glücklicherweise erfreulichen Ereignis' in unserer auswärtigen Politik geworden. Er hat gezeigt, welche Sprache — es kann auch eine ftirnrnte sein — man mit Frankreich sprechen muß, um Frankreich heute von seiner Machtlosigkeit zu überzeugen. — Unsere auswärtige Politik können wir des weiteren dazu beglückwünschen, daß sie es verstanden hat, in dem Konflikte zwischen Rußland und Japan die Neutralität zu wahren. Das sicherste Mittel, um auch hier nicht nur den Frieden zu wahren, sondern was mehr ist, unsere Zukunft sicher zu stellen, das ist ganz gewiß die fortgesetzte Pflege unserer Wehrkraft zu Lande und eine Verdoppelung unsererRüstungzu W aHer. Leider sind die Beziehungen Englands zum Deutschen Reiche unerfreuliche. Wenn die Engländer uns grollen und wenn englische Unterstaatssekretäre und Mmirale Drohreden gegen Deutschland halten, dann ist nur der englische Größenwahn daran schuld, und was Deutschland anbelangt, lediglich die Güte und Erfolg deutscher Arbeit auf dem Gebiete des Erwerbslebens, der tn Großbritannien als eine deutsche Verschuldung', als eine deutsche Gefahr empfunden wfttz. Die Ereignisse in Deutsch-Sud- west-Afrika sind ein hartes Lehrgeld für uns gewesen. Glücklicherweise scheint es, daß dieses Lehrgeld nicht ganz erfolglos ausgegeben wurde. Freilich herben wir uns noch auf wertere Opfer gefaßt machen müssen. Zu diesen Opfern rechne ich vor allem auch eilte dauernde Versorgung der Invaliden, mit bereit Pension unser Reichshaushalt auf die Dauer schwer belastet werden wird. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog von Hessen. Es erfolgten Begrüßungsreden des Oberbürgermeisters Köhler- Worms und be§ Reichstagsabg. Frhrn. Heyl zu.Herrnsheim. . - Bevor in die Tagesordnung etngetreten wurde, nahm der Verbandstag folgende Resolution pes Generalleutnants z. D. n. Siebert zur Flottenfrage an: „Die Hauptversammlung des Alldeutschen Verbandes halt es für ein Recht und die Pflicht der nationalen Kreise des deutschen Volkes, der Besürchttmg Ausdruck zu geben, daß unsere Rüstung zur See dem Vaterlande nicht genügenden Schutz ge* währt: denn die Söhne des Volkes sind bjc Opfer, wenn sie auf veralteten und geringer armierten Schiffen dem besser gerüsteten Feinde entgegengeführt werben; cm Jedes Glied des Volkes würde die Niederlagen zur See schwer zu fühlen belommen. Der Alldeutsche V 'rband erneuert daher ftme Forderung: Beschleunigung des Schiffsbaues, Verstärkung des Typs der Panter- schiffe, Verstärkung an Panzer- und Artillericmaterml, crhcbliche Beschleunigung der Ersatzbauten für 13 völlig veraltete Panzer- Nervorragend bewährt bei rechdurchfalt, Li^Darmkatarrh, Diarrhoe Tra n R ete. Sommersprossen und Finnen fhSEsSE Obermeyers Hcrba-Scife ist ein vortreffliches Waschmittel gegen Sommersprossen u. Finnen, sie hat eine grossartige Wirkung bei mir gezeigt. Hochachtungsvoll J. Arpe in Quickborn. Z. h. i. a. Apoth., Drog. U. Parf. p. St 50 Pfg. u. 1 Mk. Obenneyer & Co., Hanau. Kandel und HierKekr. Kolstsnnrlschaft. Noten d e r B a n k f ü r S ü d d e u t s ch l a n d. Die Bank macht darauf aufmerksam, daß ihre Noten, die seit Ende 1902 auf- qehört haben, gesetzliches Zahlungsmittel zu sein, nur noch bis Ende 1905 bei der Bank für Handel und Industrie in Darmstadt und Frankfurt a. M. eingelöst werden. Die nach dem 31. Dezember 1905 nicht zur Einlösung gelangten Banknoten sind wertlos. Die Deutsche Waffen- und Muiiitioiisfabriken in Berlin haben von der russischen Regierung einen bedeutenden Auftrag erhalten, der, unabhängig davon, ob der Krieg mit Japan fortgesetzt wird, oder nicht, zur Ausführung gelangen wird. Paris, 17. Juni. Die Börse war wahrend der ersten Börsenstunde fest mit Rücksicht auf die B e s s e r it n g derfran- zösisch-derltfchenBeziehungen und auf das Gerücht, daß bereits ein Waffenstillstand zwischen Rußland und I ap a n a b g es ch l oss en sei. Dann trat Geschäftslosigkeit ein. Es wurden einige Realisirungen vorgenommen. Schluß behauptet. Türkische Anleihe bedang Frc. 1.50 Prämie, später Fre. 1.25. Erz-Kuxe. «ernte. Angebot 3100, Nachfrage 3025. Ausbeuten und Zubußen, 1903: 225; 1904: 300. Märkte. fo. Frankfurt a. M., 19. Juni. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 488 Ochsen, 218 aus Oestreich, 60 Bullen, 4 aus Oestreich, 693 Kühe, Fersen, Stiere unb Rinder 0 aus Oestreich, 252 Kälber, 182 Schafe und Hämmel. 1296 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht' Ochsen 1. Qualität 74—78Mk., 2. Qual 68—70 Mk., 3. Qual. 61—65Mk.; Bullen l.Qual. 63 bis 68 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 68—70 Mk., 2. Qual. 62—64 Mk., 3. Qual. 49—51 Mk, 4. Qual. 42—44 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: l.Qual. 87—90Pfg., Lebendgewicht 52—54 Pf., 2. Qual. 80—84 Pfg., Lebendgewicht 47—50 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 64—80Pfg., Schafe: l.Qual. 72—74, 2 Qual. 64—66 Pfg., 8. Qual. 00—00 Pfg.: Schweine 1. Qual. 69—70 Pfg., Lebendgew. 55.05 Pfg., 2. Qual. 68 Pfg., Lebendgewicht 54.05—00" Pfg., 3. "Qual. 63—65 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut. fc. Frankfurt a. M., 19. Juni. (Ong.-Telegr. des „Gteßen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 18.50—00.00, Kurhessischer Mk. 18.50—18.75, La Plata Mk. 18.25—19.25, Kansas Mk. 18.50—19.25, Roggen (hiesiger) Mark 15.75—16.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.75—18.00, Frankenfelder Mk. 00,00-00,00, Hafer Mk. 15.00—15.50, Mais Mk. 12.25—12.50 Weizenmehl 0 All. 26.75—27.75, 2. Qualität Mk. 24.75 ans Petersburg vom 18. d. M.: Der britische Botschafter hat die Aufmerksamkeit des Grafen Lamsdorff auf den Fall des Dampfers St. Kild a gelenkt, der am 5. Juni von einem russischen Hilfskreuzer zum Sinken gebracht wurde, und auf die ernste Lage hingewiesen, die durch solche Vorfälle geschaffen werde. Der Botschafter stellte die Forderung, daß eine hinreichende Entschädigung geleistet und unverzüglich Maßnahmen ergriffen würden, um die Wiederholung solcher Fälle unmöglich zu machen. Graf Lamsdorff gab das Versprechen, die Angelegenheit sofort dem Marineminister zu unterbreiten, und fügte hinzu, daß für die neutralen Schiffe während des letzten Jahres Sicherheiten getroffen worden seien. Der Fall der „St. Kilda" stehe vereinzelt da und beruhe wahrscheinlich auf einem Mißverständnis. Wien, 18. Juni. Etwa 4000 Maler-, Anstreicher- und Lackierer-Gehilfen haben in einer heute abgehaltenen Versammlung einstimmig beschlosien, morgen in den Aus stand zu treten. Petersburg, 19. Juni. Gestern nacht wurden in Siverskaja, zwei Stunden von Petersburg, zwei wichtige Mitglieder der Kampfesorganisation verhaftet. In ihren Landwohnungen in Siverskaja fand man 8 fertige und über hundert unfertige Bomben vor. Die Revolutionäre hatten in den umliegenden Wäldern zahlreiche Experimente in Bezug auf die Explosivkraft der Bomben angestellt und einen Anschlag gegen einen hohen Beamten vorbereitet. NniVersttäts-Machrilkten. [•] Marburg, 18. Juni. Die Marburger und Gießener Burschenschaften, sowie Deputation zahlreiche anderer Universitäten, begingen gestern und heute hier in promphafter Weise das 90sährigeBe st ehender de utschenBurschenschaften. Gestern abend gegen 7 Uhr durchzog ein prunkvoller Festzug mit drei Musikkorps die Straßen der Stadt, und anschließend fand im Museum ein Festkommers statt. Unter den Teilnehmern bemerkte man auch eine Menge alte Burschenschafter, die längst in Amt und Würden sind. Die Festlichkeiten wurden heute durch das einge- tretene Regenwetter etwas beeinträchtigt. Spislpla« ter vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Von Samstag den 17. Juni bis inkl. Freitag den 14. Juli er. bleibt das Opernhaus geschloffen. Schauspielhaus. Dienstag den 20. Juni: Zum ersten Male: „Telephon- Geheimniss e."___________________ schiffe, sodaß ba# deuftche Reich von 1912 an als achtunggebietende Seemacht dafteht." Hebet Uebersee- oder Festlandspolitik sprach Dr. Reis- mann-Grone; Prof. Dr. Kuhlenbeck-Lausanne behandelte daS Thema: Die politischen Ergebnisse der Rassenforschung. Professor B a i ft - Friedberg bemerkte: In Konstantinopel hat ein Deutscher feine Frau einem Pascha regelrecht verschachert. (Stürm. Pfuirufe.) Die Zeitungen haben eingehend über den Fall berichtet. Aber kein Blatt hat den Mut gehabt zu sagen, daß dieser Mann, der nach den bestehenden Gesetzen nun einmal nicht bestraft werden kann, ein Lump ist. (Lebh. Heilrufe.) Der letzte Gegenstand der Tagesordnung lautete: Die Ausländer an deutschen Hochschulen. Der hierzu vorliegende Antrag des Vorstandes hat folgenden Wortlaut: „Die Hauptversammlung des Alldeutschen Verbandes spricht ihre Befriedigung darüber aus, daß die vom Alldeutschen Verband wiederholt angeregte Säuberung bet deutschen Hochschulen von kulturell minderwertigen ausländischen Elementen von einer Anzahl deutscher Hochschulen und Unterrichtsverwaltungen praktisch in Angriff genommen worden ist. Sie erwartet, daß in dieser Richtung fottgefahren und das Werk auf alle deutschen Hochschulen und auch Fachschulen ausgedehnt wird. Insbesondere fordert sie: 1) Deutsche Volksgenossen aus dem Auslande genießen die Rechte der reichsdeutschen Studierenden; 2) Ausländer können an allen deutschen Hochschulen nur als Studierende ausgenommen werden; 3) Hierzu bebürfen sie eines Zeugnisses, das von den Ministerien als völlig gleichwertig mit den Reifezeugnissen eines humanistischen Gymnasiums, eines Realgymnasiums, einer Oberrealschule ober einer dieser Schulen für das technische Studium gleichgestellten Lehranstalt im Deutschen Reich anerkannt wurde; 4) Dieses Zeugnis muß im Lande seiner Ausstellung zum Studium an einer technischen Hochschule, oder fa^s keine solche vorhanden ist, an einer Universität als Studierende berechtigen; 5) Für Ausländer ist weiter Bedingung, daß in ihrem Heimatlande Angehörige des Deutschen Reichs mit einem deutschen Reifezeugnisse zum Hochschulftubiiim als Studierende zugelassen werben; 6. Ausländer können in den Zeichensälen, den technischen und chemischen Arbeitssälen erst 14 Tage nach Beginn des Unterrichts Plätze erhalten; 7) Jeber Auslänber hat als Unterrichtsgeld minbestens einen Preissatz zu zahlen, ber dem auf ihn entfallenden Anteil an den Unterhaltungskosten der Hochschule und der Verzinsung des Anlagekapitals gleich ist. Auch hinsichtlich der Prüftmgsgebühren usw. sind für Ausländer entsprechend höhere Anteile zu verlangen; 8) Von den Ausländem wird diejenige Reife in der Beherrschung ber deutschen Sprache verlanat, die zum erfolgreichen Betrieb des Stnbinms an einet deutschen Hochschule nötig ist; 9) Die technischen Mittel- und Fachschulen sind staatlicher Beaufsichtigung zu unterstellen; hinsichtlich der Aufnahme von Ausländem an solchen Anstalten sind Bestimmungen zu erlassen, die den für technische Hochschulen erlassenen Festsetzungen entsprechen." Nach ckurzer Debatte wird der Vorftandsantrag einstimmig angenommen. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten wurde der Verbandstag geschlossen. Heute abend findet ein Kommers statt, morgen ein Ausflug nach Heidelberg. • Kleine Tageschronik. Nach einer Meldung ans I e - katerinoslow zirkulirt seit gestern Abend das Gerücht, daß bei einer Explosion schlagender Wetter auf der Kohlengrube Iwan bei Khartlischk 300 Arbeiter um gekommen seien. In L i l i e n s e l d (Niederöst.), überfielen Arbeiter der Stahlgießerei der Firma Lenz, den Besitzer der Fabrik, von Lenz, als dieser mit seiner Frau eine Spazierfahrt unternahm. Lenz wurde durch Steinwürfe ziemlich erheblich verletzt. Eine Anzahl Arbeiter wurden verhaftet. _____ ________________________________ Belanntmachune In unser Handelsregister wurde bezüglich der Firma Lindau & Winterfeld, Filiale Gießen, folgendes eingetragen: Der Kaufmann Max Lindau ist am 16. Mai 1905 aus der Gesellschaft auSgeschieden und diese aufgelöst. Geschäft wird unter der alten Firma von Arthur Lindau weiteraeführt. 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