en ; g-lucht. 1 (Neuba t loLöeF ^.Ersr. ®rünbetfl,Stt.5jL '‘MS [5313 Mädchen • November gesucht. rau Anna Challter Neuenweg 9. unb ^elte, .bAe'utht. ^ejchaj, . ÄÄtt Hädchi as, ZW- -AchligH zuvertchslgxz , >ung. Niäbchen aus guter >e wird als Lehrmädchen ' bess. Schuhgeschäsi gesucht, n'll. Nleld. unter 6327 an scheuer Anzeiger erbeten, Mädchen kann das Bügel» 'en. Lowengasse 20,111. {*** ini st MM hl. 15298] Reuen Baue 6 usfrau oder Laufmädchev ht. Goethestt. 46,1. M c jung. Aiami ou/fiut ttnaSst. mM/kauimMrL- NL«t Mann, 23 ^sucht Stellung ausbnrsche oder ^aLer. >eres m der TMMeL siebener Anzeigers. M in fluche und HaM- M ersahr.mitgut.Zeu?. Stelle. «. Schmidt, Neuen Bauel Icht, Berläüferm, i.d.Pch ^uJasche-Aranche durchs uchtStellung.-Schr.Ange. r mW a, d. Greß. Aktz^en. chelllklOOCI a. zweite Hypothek- Ml.Meld.u.bMandr-1 !,,er 069971--- legen wganWJ> 84| Grossartige Neuheit -is-tzlich B'l'401 Alleivverkank = ist zu vergeb"- * m- 9392 an Offerte unter Rr- J.'S- &ratt'f bv%, E ■ 5,t“"«a VMS Nr. 243 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Montag 16. Oktober 1905 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Eiehener Lamilienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der -HWjche Landwirt' erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.V. Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen anwes Geistes Kind sie ist und sein will. Man höre den archistischen ,Kanaille"-Scmg: Valitischr Tagesschau. Anarchistische „Kauaille"-Poeste. Die periodische Presse Berlins ist um ein anarchistisches Witzblatt „reicher" geworden. Unter dem gewinnenden Titel .Die Kanaille" erscheint dieses Witzblatt als Monats- beilage zu der anarchistischen Wochenschrift „Der freie Arbeiter". Vier kleine Quartseiten stark, an Inhalt arm, an Witz noch ärmer, verrät die „Kanaille" in einem Leitgedichte, leiten: er meinte, auch den erwachsenen Frauen Gelegenheit zu künstlerisch geregelten Bewegungsspielen, und zwar jetzt höherer Art, geben zu sollen. Dabei hat er jedoch Voraussetzungen gemacht, die nicht allgemein zutreffen — die heute nicht mehr, oder sagen wir optimistisch, die heute wieder noch nicht allgemem zutreffen. Er läßt die Damen nämlich fließend- Gewänder nach Griechenart überwerfen und stellt ihnen die Aufgabe, nunmehr nach den Bedingungen des dichterischen und musikalischen Gehaltes plastische Posen einzunehmen und diese Posen durch entsprechende Bewegungen zu vermitteln. Dies muß vorläufig vollständig mißlingen, weil unfern jungen Mädchen schon nn jugendlichen Alter, zu Anfang der Zwanziger, ine körperliche Geschmeidigkeit, das heißt die natürliche Grazie und das rem physische Krastbewußtsein verloren gegangen ist. Dadurch, daß meist schon vom vierzehnten Jahre an der jungftäuliche Körper in den Schnürleib gepreßt wurde, sind nicht nur die Hüftgelenke und die Schulterpartien sozusagen eingerostet, sondern auch die übrigen Körperteile, der Kopf, die Arme nnb Beip.e tn Mitleidenschaft gezogen und in ihrer Bewegungsfreiheit behindert worden — fürs* es ist zu keiner körperlichen Kultur gekommen. Vermag nun schon das antike Gewand unseren verschnürten Frauen keineswegs sonderlich ästhetische Werte zu verleihen so sind sie zu kallisthenischen Bergungen Kallisto ist em Bemame der Artemis, die dadurch als „die sckwne" bezeichnet wird) schlechthin nicht imstande. Was man uns da jetzt gezeigt hat, sah in höchstem Grade steif aus oder näherte sich gar der Karikatur Erst über die Zwischenstufe eines systematischen. Turnbetriebes (FreiübungenX wobei die Verbannung des Fnchbeni-Mieders natürlich unerläßliche Grimdbedingung wäre, könnte Daleroze vielleicht mit erlesenen Mädchen zu gewissen Ergebnissen kommen. Im Zeichen des Pariser Korsetts „sans ventte" ist dies ganz ^^Lsier^'setzt das Vorbild der Duncan ein. In einem Aufsätze „Der Tanz" (Pädagogische Reform Nr 4 Oktober-Dezember 1904 S 27) schildert Elisabeth Tousiamt das, was die Duncan uns sein will und ist Sie hat uns wieder einen Tanz gegeben, der Weibliche Körperpflege. (Original-Artikel des Gießener Anzeigers.) Vor einiger Zeit sah ich in Frankfurt — endlich nach langem Wünsckwn und nach dem Hinwegräumen mannigfacher .Hindernisse — Isadora Duncan. Dieser Körper, nicht nur beweglich in allen Gelenken, sondern geschickt, jede Bewegung in der denkbar vollendeten Schönheit, deren sie fähig ist, zu geben! In einer Abrundung und einem Ebenmaße, das, nie vordem gesehen, hinterher den Gedanken erweckte: war daS Wirklichkeit oder ein Märchenbild, wie wir es in Tausend und einer Nacht lasen? Und damit verglichen die Modestöcke, die im Zuschauerraume saßen, sans et avec tientre, aber alle gleichermaßen stocksteif, eckig, abstoßend. Vor der Garderobe wartend konnte ich sie passieren lassen: wie wenige, die auch nur ein Fünkckwn Duncanleben in ihrem Körper hatten! Das ist die Frucht unserer gleichermaßen stocksteifen Mädchenerziehung. Dabei soll nicht vergessen werden, daß jetzt mancherlei getan wird, um unsere Mädchen und späteren Frauen und Mütter geschmeidiger, gewandter — gesünder zu machen. Radfahren, Schlittschuhlaufen, Schneeschuhsport (hier leider nur im Bogelsberge zu treiben'', Tennis bringen etwas Leben in die verrosteten Gelenke. Auch nicht immer. Tenn ich sehe, mit geschärftem Röntgen- b»licke zuschauend, noch manche Tennisspielerin im Kvrsett gehen: ein haarsträubender Unfug. In einem Berichte, den Kvrl Hagemann über Neigenspiele and Geberdenspiele der Kinder (Kunstwort, zweites Septcmber- s»'ft 1905) gibt, Iverdcn die Kinderreigen von Dalcroze empfohlen, die, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann, recht geeignet sind, schon die Kleinen unter dem Zeichen von Sang und Spiel beweglicher zu erhalten und späteren wirklich schönen Tanz vorzubereiten. Hagernann fährt dann fort: ,Viel weniger vermochten daaegen die sogenannten „Kallisthe- »ischen Spiele" zu befriedigen, die ebenfalls nach Talcrozeschen Siedern von einigen zwanzig jungen Damen ausgeführt wurden. Mer Künstler ließ sich auch hier wieder von einer hübschen Idee hingen, wenn wir Besitz ergreifen dürfen von diesen altehrwürdigen Mauern, so ist das für uns zugleich ein Fest der Freude und ein Fest des Tankes. Tics schöne Haus, war übernehmen es als ein köstliches Geschenk, aber auch als ein wertvolles Zeichen des Vertrauens. Wir sind uns wohl der Verantwortung bewußt, die uns aus solcher Zueignung erwächst, und wir gedenken alle Kräfte anzuspannen, um dieses Vertrauen nicht zu täuschen, um den Pflichten gerecht zu werden, die der heutige Tag uns auferlegt. Wir leben der Hoffnung, daß das Heim, in deni wir uns jetzt so recht behaglich einnisten wollen, daß es für die Dauer gegründet ist, daß wir mit dem französischen Heerführer sagen dürfen: Hier bin ich, hier bleib' ich, daß die Geschicke dieses Schlosses und dieser Sammlung nunmehr immew dar berknüpst sein werden. Gießen ist, wie Sie wissen, eine Gründung der Grafen von Gleiberg. Tas Schloß, in dem wir heute stehen, ist vor Zeiten nicht das alte, sondern selber das rtcue gewesen, im Gegensatz zu dem alten, ersten Burgbau, der innerhalb der Stadtmauern in der Gegend stand, die noch heute durch den Namen des Durg- grabens gekennzeichnet ist. Unfcr Schloß, eine alte Wasserburg, mag etwa im Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut sein, mit der Bestimmung, als ständiger Wohnsitz des hessischen AmtmannS zu dienen, gelegentlich auch den Landesherren selber gastlich aufzunehmen. Im Ausgang des 16. Jahrhunderts wird es zugleich der Sitz des Oberkommandanten, als diese Würde, die Würde des Hauptmanns, mit der des Amtmanns sich in derselben Person vereinigte. 1605 wird die Kanzlei in das Gebäude verlegt, und diese Aufgabe, ein Hort der Akten und des AktenstaubeS zu fein, ist das Schloß dann im Wesentlichen bis auf unsere Zeiten treu geblieben: ganz zuletzt ist es noch kriegerisch geworden und hat von 1881—1887 eine Kvmpagnie des hiesigen Regiments beherbergt. Unser Herr Konservator selber hat noch dort als gestrenger Kvmpagniechef gewaltet. Während dieser langen Zeiten hat in seinem äußeren Bestand dies Schloß gar manche Umgestaltung erfahren; so schon im Ende des 16. Jahr hunderts, und schon damals sind Erneuerungen, Ausbesserungen notwendig geworden: im vorigen Jahrhundert hat man 1821 und 1860 daran geflickt: als das Militär es verläßt, da gähnt in seinen Räumen das Grauen. Im Haushaltsentwurf für 1881—1891 hatte die hessische Staatsregierung es unternehmen wollen, neues Leben in den Ruinen erblühen zu lassen, indem sie vvrschlug, Dienstwohnungen darin einzurichten: aber dieser Plan hat nicht die Gutheißung der Landstände gefunden. So schien denn das Verhängnis herein-ubrechen über den alten Dau: Im Haushalt für 1891, zu einer Zeit, wo .roch kein Denb malsschutzgesetz bestand, wurde den Ständen der Abbruch deS Gebäudes borgeschlagen: nur der Heidenturm sollte der Vei> nichtung entgehen. Wohl wissen wir, warum wir Seine Exzellenz den Herrn Finanzminister zu unfern Ehrenmitgliedern zählen Am 22. Februar 1891 richtete der damalige Oberbürgermeister Gnauth ein nachdrückliches Schreiben an das Grvßh. Kreisamt, das damals Herr v. Gagern verwaltete, heute Provinzialdirekwr von Mainz und gleichfalls Ehrenmitglied unseres Vereins. 3>n diesem Schreiben war der Ueberraschung der Bürgerschaft Ausdruck verliehen, daß man über das Gebäude entscheiden wolle, ohne der städtischen Verttetung Gelegenheit zur Aeußerung zu geben: es wurde erllärt, daß 'die Stadt Wert darauf lege, daS Gebäude zu besitzen und bereit sei, es zu einem annehmbaren! Preis zu erwerben. Nach mehrfachen Verhandlungen kam es zu einem höchsterfreulichen Schluß: Unter dem 14. Juni 1893 genehmigte S. K. H. der Eroßherzvg übereinsttnrmend mit den Beschlüssen der Landstände, daß das ehemalige Regierungs-G«. bände der Stadt Meßen überwiesen werde. Cs ist der Stadt sogar erspart geblieben, ein Kanffumme zu erlegen: vielmehr wurde ihr noch vom Staat die Summe zugebilligt, die für den Abbruch erforderlich gewesen wäre. Dafür unterzog die Stadt sich der Auflage, ihr neues Eigentum mit einem Aufwand von 40 000 Mark wiederherzustellen und für alle Zeiten zu unterhalten. Das alles unter der Bedingung, daß das Gebäude einem die Interessen der Provinz Oberhessen fördernden Zweck, , der Unterbringung der auf die vberhessische Geschichte bezüglichen Sammlungen dienstbar gemacht werde. So haben wir denn allen Grund, in Ehrfurcht und tieffter Ergebenheit Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog unfern Dank darzubringen; unfern Dank darzubringen der Hohen Staatsregierung, die auch später noch unsere besonderen Zwecke der Uebersiedelung und Einrichtung durch einen namhaften Bettag gefördert hat: zu danken den Landständen, die so bereitwillig den Vorschlägen der Staatsregierung entgegengekommen sind. Aber das Opfer, ba3 dort durch die Hingabe gebracht wurde, eS war mich ein Opfer für die, die es annahmen, ein Opfer an baren Mitteln. Nach dem so großen ersten Zuschuß hat die Stadt noch mehr als einmal bctrachlich in den Beutel greifen müssen: und zugleich ein Opfer an Arbeit und Mühewaltung, für die Leitenden, wie die Aussührenden. Denn auch unser Museum ist nicht an einem Tage erbaut worden. Fünf Jahre nach jenem Vertrag zwischen Staat und Stadt, am 13. Oktober 1898, beschlossen die Stadtverordneten, den vom Stadtbaumeister Schmandt vorgelegten Plan zur Grundlage für die Wiederherstellung des alten Schlosses zu machen. Dieser ’ Plan fand in einer Audienz, die am 27. April 1899 dem Ober- ■ büraermeister Gnauth gewährt wurde, den Beifall Seiner Königl. „Sperrt Maul und Ohren auf und hört die Predigt, Tie die Kanaille ins Gemüt euch brüllt. Wird euch das Trommelfell dabei beschädigt, Tas tut nichts, — wer nicht hören will, der fühlt. Dich Bürger, v o l-l g e f r e s s e n e r H a l l u n k e, Tich, Pfaffen, der von Ocl und Salbung trieft, Dich, Ädelsp ack mit blauer Adertunke, Euch alle, die ihr viel zu lang schon schlieft, Soll die Kanaille zausen, ziepen, zupfen, Bis Hören euch und Seh'n vor Angst vergeht, Soll wie ein Floh um eure Seelen hupfen, Bis ihr um Gnade und um Schonung fleht. Doch euch auch, die mit blank gewichsten Stiebeln Ihr proletarisch tut (d. h. honett „im Rahmen des Gesetzes") soll sie zwiebeln, Bis euch zu glatt wird euer Quatschparkett, llnd wenn auch die Kanaille einmal tauche Co tief in euren Unrat, euren Kot Daß selbst sie trieft von eurer eklen Jauche, — Beruhigt euch: ihr kriegt sie doch nicht tot I Ihr Brüder all! Es wallt das Blut, da? warme, Trotz schwarz' und roter Pfaffen Stank und Dampf!" Um den Eindruck dieses anarchistischen Kampfliedes zu veranschaulichen, sind unter dem Text drei vor Angst schlotternde Gestalten angebracht, die den vollgefresienen Bürger, das Adelspack und die roten Pfaffen symbolisieren. Der Vertreter der letzteren sieht dem „Genossen" Paul Singer ungemein ähnlich. Ob die stolze Ankündigung, daß die „Kanaille" nicht tot zu kriegen sei, lange wahr bleiben wird, muß abgewartet werden. Für den Augenblick allerdings dürften die anarchistischen Kassen hinlänglich gefüllt 'ein, die „Kanaille" in guter Hoffnung zu erhalten. endlich die höchste Schönheit zeigt, den menschlichen Körper. So lange sie aber nur die Antike nachahmt, darf sie und dürfen wir nicht stehen bleiben. Sondern wir müssen auf ihrer Grundlage weiter bauen, um wieder einen wirklich schönen, künstlerischen: Tanz nicht nur auf der Bühne, auch im Volke zu erhalten. Die weiteren Ausführungen der Verfasserin sind so interessant- daß ich etwas davon hierher fetze. ..Die Indianer Nordamerikas haben unter anderem einen Büffeltanz, der die Freuden der Jagd versinnbildlicht. Auf, bert Inseln der Südsee werden vielfach Szenen aus dem täglichen Leben dargestellt int Tanze, so z. B. das Pflanzen, Ernten und Genießen der Feldfrucht. Hier können wir einsetzen bei der Erziehung unserer Kleinen. Wir müssen den^ mimischett Tanz pflegen, nicht nur auf dem Schulhofe und Spielplätze, wo er — freilich oft herzlich verständnislos — geübt wird, sondern mich im Hause. Unsere Kinder sind reich an Spielreimen und Liedern, die zwar oft an Inhalt und Melodie Schaden erlitten haben, die aber mit geringer Mühe der Lehrer und Eltern wieder auf künstlerisch reine Höhe gebrackst werden können. So habe ich von unseren größeren Mädchen beim Turnen ein schönes Lied singen hören, das ich dann m einem Jungbrunnenhefte wieder- fanb: „Es war ein Markgraf über dem Rhein". Meine kleinen Schülerinnen fingen und spielen mit Vorliebe ..Maiglöckchen läutet in dem Tal", andere fingen von dem bösen Jäger und dem armen Mariechen oder vom Dornröschen. Wieder andere zeigen den Handwerker bei seiner Arbeit,*^ die Waschfrauen, das Kind im Spiele. Alle Kinderlieder sind dramatisch, denn eben nur das Dramatische fesselt das Kind; es will nicht denken im Spiele, sondern erleben. Warum soll nickt ebenso der Inhalt der Lieder, die die Heranwachsende Jugend singt, im Tanze dargestellt werden? Es käme nur darauf an, das mimische Spiel nickt fallen zu lassen im Kindesalter, um es nachher im Ballsaale und in der Tanzstunde zu ersetzen durch mühsam herbeigeholte sinnlose fremde Tänze. *) So auch Dalcroze. Deutsche- Reich. Berlin, 15. SD ft Der Kaiser und die Kaiserin fimb gestern auf Wild Parkstatton eingetroffen und haben sich dann nach dem neuen Palais begeben. Der Kaiser hörte dnnn den Vortrag des Ehess des Zivilkabinetts Wirkt. Geh. Aats Dr. v. Lueanus und naym eine größere Anzahl militärischer Meldungen entgegen. — Zur heutigen Abendtafel beim Kaiserpaar im neuen Palais bei Potsdam war der Fürst von Monaco geladen. — Tie Morgenblätter melden, die Kaiserin, die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm, Oskar und Joachim wohnten einer Wohltätigkeitsvorstellung zum Besten der Truppen in Südwestafrika, der An- gehörigen und Hinterbliebenen derselben im neuen Opern- thcatcr bei. Ter größte Teil der gebotenen Komposi- tioner war von dem Prinzen Joachim Albrecht, unter anderen das Ballett „Meeridylle". — Wie der „L.-A." mitteilen kann, sind die Oberpräsi- 6 euten der Monarchie in Berlin versammelt, um mit dem Minister des Innern und dem Kultusminister über das Schulunterhaltungsgesetz zu konferieren. Jtts- besondere handelt es sich um die Frage, wer zum Träger der Schulunterhaltungspolitik gemacht werden soll. Von dem Ergebnis dieser Beratungen wird es abhängen, ob der preußische Landtag noch in diesem Jahre einberufen werden kann, oder ob ihm das Gesetz erst zu Anfang nächsten Jahres unterbreitet werden wird. — Wie die „Berl. Korresp." mitteilt, ist der Anregung des Reichstages entsprechend, der Reichskanzler möge eine Denkschrift über die für Produktion, Preis und Vertrieb von Waren gebildeten Kartelle, Syndikate und Interessengemeinschaften nebst den Vertragsbestimmungen der Gesellschaften vorlegen, zunächst eine Umfrage bei den Bundesregierungen über bjc in Teutschland bestehenden Verbände gehalten worden. Das hierdurch ge- ü___ ■■■»■■■TO— — wonnene Material wird durch einen Schriftwechsel mit einzelnen Vereinigungen und sonstigen Interessenten ergänzt. Dem Vernehmen nach soll auf- Grund dieser Vorarbeiten dem Reichstage tunlichst schon bei seinem Zusammen treten )er erste Teil der Denkschrift mitgeteilt werden, in der eine kattsttsche Uebersicht über den Umfang der Verbandsbildung innerhalb' des Reichsgebietes gegeben wird und die Verträge der Verbände sowett als möglich abgedruckt sind. Hannover, 14. Okt. Der Provinzialausschuß ist bereit, ein Fünftel der Kosten des Rhein - Leinekanals (1077 000 Mk.) zu übernehmen unter der Bedingung, daß ne Städte Hannover, Linde und Osnabrück die übrigen vier Fünftel sickern ehm en. München, 15. Okt. Großfürst Cyrill und sein Bruder Andrej, der gestern von Petersburg hier ein- getroffen war und sich nach Tegernsee begeben hatte, sowie )ie Großherzogin Melitta kamen am 12. d. M. von Tegernsee nach München zurüa. Am Abend reiften die Großfürsten mit Schnellzug nach Berlin bezw. nach St. Petersburg. Die Großherzogin Melitta verabschiedete ssichi im Hauptbahnhofe. — Der König von Spanien, der demnächst hier eintrifft, soll, wie verlautet, nicht lediglich eine Antritts- visite machen, es soll vielmehr eine Heirat mit einer Tochter des Prinzen Ludwin «'plant sein. Aie Einweihung des neuen Museums im allen Schloß. Gießen, 14. Oktober 1905. Zu der, wie bereits kurz berichtet, heute vormittag 11 Uhr erfolgten Einweihung der neuen Räumlichkeiten für daS Museum deS oberhefsifchen GefchichtSvereinS hatten sich die Mitglieder des Vereins, sowie Vertreter benachbarter historischer Vereine in sehr großer Zahl eingefunden. Die Großh. Staatsregierung wurde durch Ministerialrat Freiherr v. Biegeleben vertreten. Von der Provinzialdirektion waren Provinzialdirektor Gcheimerat Dr. Breidert und Regienmgs- rat Dr. Wagner anwesend, die Stadt Gießen war durch Oberbürgermeister Mecum und zahlreiche Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung vertreten und vom Großh. Landesmuseum in Darmstadt war dessen Direktor, Geheimer Kabinettsrat Römheld erschienen. Der Festakt fand in der schmucken und freundlichen Vorhalle des Museums im 1. Stock statt, die durch die mit Pflanzen umrahmte Büste S. K. H. des Großherzogs geschmückt war. Oberbürgermeister Mecum übergab im Namen der Stadt Gießen die Räume dem oberhefsifchen Gefchichtsverein, indem er ausführte, daß, als er vor einigen Jahren zu gleichem Zweck die seitherigen Museumsraume übergeben habe, schon damals daS Gefühl allgemein gewesen sei, daß die beiden Säle deS alten Rathauses nicht auf die Dauer für die Sammlungen genügen würden. So habe es nahe gelegen, daß die Stadt nach Erwerbung des alten SchloffeS daran gedacht habe, hier dem Museum eine bleibende Unterkunfts- ftätte zu bereiten. Dank der Stadtverordneten-Versammlung, die in hochherziger Weise die Mittel dazu bewilligt habe, sei es nicht allein gelungen, daS dem Abbruch geweihte Haus nicht nur zu erhalten, sondern auch aus der Ruine ein so schönes, fast neues Gebäude erstehen zu lasten. Das danke man vor allem dem genialen Architekten Hofmann-Herborn, dem hierfür auch in dieser Stunde ehrende Anerkennung und Dank ausgesprochen sei. Er übergebe das Haus im Namen der Stadt Gießen dem oberhessischen Geschichtsverein mit dem Wunsche, daß mit dem Hause und in dem Hause daS Museum viele Jahrhunderte hindurch Kunde geben möge von dem Gemeinsinn und der Opserfreudigkeit derer, die an dem Zustandekommen deS Werkes mitgewirkt hätten. Möge eS ein Ansporn sein für ihre Nachkommen, eS ihnen gleichzutun, daS werde für alle, die an dem Werk mitgearbeitet hätten, der schönste Lohn ihrer Mühen sein. Hierauf ergriff der Vorsitzende des oberhessischen Gefchichts- vereinS, Geh. Hofrat Pros. Dr. Behaghel, das Wort zu folgenden Ausführungen: Hvchansehnliche Festversanrrnlung! Wenn heute das Oberhaupt der Stadt Gießen dem oberhesfi- ' schcn Gefchichtsverein ein neues Heim überweist für feine Samm- WbÄ'i’ÄÄ von „ihren EpiZ-n und R-ig-n ma«oL Wohltätiges zu befördern geeignet ist, war geradezu verblüffend; und ein werter Monn, der seinem Berufe nach das tz^anze des Schulturnens und der Schulspiele in Deutschland zu über« sehen in der Lage ist, sagte mir, daß dies der ungefähr allgemeine Typus deutscher Schulreigen sei. Dann meine ich allerdings, daß dies mäst ein Mittel, die Jugend zum Tanze zu erziehen, sondern eines fie davon abzuschrecken ist, und daß jede Stunde, die auf eine Arbeit solcher Art verwandt wird, sündhaft vergeudet ist. Die neue Zeit hat vielen von uns die Augen etwas künstlerisch geschärft, sodaß wir anfangen, das Mangelhafte solcher Uebungen einzusehen. „Än uns ist es fetzt, ob wir diese neue Sachlage benutzen, ans rhr dre natürlichen Folgerungen ziehen und an die Aufgabe gehen wollen, em bisher wüstes und unfruchtbares Gebiet der Jugenderziehung urbar zu machen. Hierzu bietet der für den Oktober angesetzte Kunsterziehungstag in Hamburg eine Ge- le^nheit, wie sie, wenn sie ungenutzt vorüber gehen sollte, sich nM lln.cht wieder breten wird. Auf seiner Tagesordnung, die a» Ä W Gymnastik umfaßt, hat auch der Tanz Platz gesunden. , HoAn wir mit Dre^ner, daß von diesem Tage ausgehen jSEurSlÜ Bewegung, die den Tanz (im weitesten bÖOiET"ic6en Rücksichten in unfe« ^hre haben überzeugend gezeigt, daß ein Sbfafera4' ßLifL” von einem edlen nnb Ä bc5 Fortschrittes erfüllt ist, daß sie auf das <^?d gewillt ist, es sich anzueignen und es brrba£Lcauszuproben. In dem tätigen und di? Ä^s^^er Manner und Frauen werden sich, wie ich Snb l?’SLhnb™' d-e den Versuch der Erziehung der wrtd olm?«LXr«8« jntmat praktisch wagen. Dieser Versuch =Ä-!3ii .........dann soll ihnen die Mutter — der Vater ist ja leider meist zu beschäftigt — freundlich entgegenkommen, sichs vortanzen und Vorspielen lassen, mit den Kindern dazu singen oder für fie die Klavierbegleitung übernehmen. Freunde und Freundinnen werden hinzukommen, Brüder und Schwestern mit einander tanzen. Die allezeit rege Phantasie der Jugend wird ein ganz neues Betätigungsfeld finden: Die Kinder werden selbst Lieder und Melodien darzustellen, neue Formen des Ausdrucks für ihren Körper zu finden suchen. Und so wäre eine Tanzstunde geschaffen, die eigenartig wäre und Werte smufe. Es wäre der Grund gelegt für ein Gebäude, wie es die Griechen ichon besaßen, wie es Fidus und Isadora Duncan er- nchten wolleii, ein Gebäude, in dem die Schönheit wohnt." Diese Worte führen uns zu dem Ausgangspunkte zurück. Wir müssen das, was die Amerikanerin uns zeigt, beachten und beherzigen, wenn wir unsere weibliche Jugend allmählich zu größerer Gesundung führen wollen. Dadurch werden wir unserem Volke einen unschätzbaren Dienst leisten. qrr» Noch sei mir gestattet, auf einen Aufsatz hinzuweisen, den Albert Tresdner dn geistvolle Verfasser des „Weges zur Kunst" D'edenchs) m der lebten Nummer des „Säemanns" 9yJ?0b^°n Reforrn 1. Jahrg. 9. H. Teubners Verlag) veröffentlicht. Er würdigt gerade die Leistung der Duncan, die ich in rz-rauffurt sah- Ballet und Chöre aus Glucks Iphigenie - vertritt er seine schon früher ausgesprochene .Inschauung, daß die Kunst der Duncan, die sie in der lebten Seit £„nn’ merklich ausgebildet habe, lehrbar und berufen sei, auch ftir unsere Jugenderziehung ein Vorbild zu werden. "Vw, habe auch einmal", sagt er, „einen deutschen Schul- reigen gesehen. Da fangen die Kinder „?llle Vögel sind schon da" c r*n bcC etwa damit, daß fie im Tempo eines . obweckselnd ihre linken und ihre reckten Deine «.»« Mäftredtm unb d»b fte linlS hm,m Ttpeniten, wenn sie cm § größere Mädchen einen Degrüßungs- und Dankestanz ausführen und wich dabei von der Reigenform ab, indem ich den ursprünglichen Kreis sich *ur Linie ausbilden ließ in verschiedenem Figurenweckscl. Die Begleitung bildete nicht wie sonst ein gesungenes Lied, sondern das Klavier allein. Der Tanz bestand nicht nur im Sclwitte und in den Armbewegungen, sondern ick hatte, soweit sick die Scheu her schon _ halb erwachsenen Mädcken bei einem solchen ersten 'wrfumc überwinden ließ, den Körper mitsprechcn lassen stud c V^vetide gehabt beim Einüben, die Mädchen beim Aufführen xic Mädchen zeigten eine Anmut, die man in manchen von ihnen gar ustht vermutet hat. „ soweit die schule. Das soll und kann nun das Haus lnsteu? Ich sage: das Wichtigste. Wenn die Kinder zu Hause Geschick die alten Formen neu erstehen laßt. Aber wenige haben uns so geholfen, wie der Mann, der in so glänzender Weise die Reihe unserer Gründer und Gönner mit dem G fort setzt: Gareis, Gnanth, v. Gagern, Gundermann: denn er heißt — ich bitte es nicht zu verraten, denn er liebt nicht, daß man von seinen Taten spricht — er heißt Wilhelm Gail. Seinem feinen Verständnis, seinem Spürsinn, seiner Opferwilligkeit verdanken wir es zu einem großen Teil, wenn unfere Sammlung sich heute vor Ihnen kann sehen lassen. Leider ist unser Verein eine Republik, die keine Orden und Ehrenzeichen zu vergeben hat. Tas einzige, was wir tun können, ist, daß ich heute int Namen des Vereins Herrn Kommerzienrat Gail bitte, fortan unser Eh^en- Mitglied sein zu wollen. Ich brauche kaum, die Bitte h'nzuzufügen, daß er uns auch fernerhin seinen Anteil nicht versagen möge, denn wir wissen es alle: er kann gar nicht anders, zu tief ist die Neigung zu Kunst und Altertum in ihm gewurzelt. Vieler Hilfe können wir brauchen, so habe ich gesagt: aber ich meine, Vielen können wir auch etwas bieten. Wohl haben wir kein Schwert Karls des Großen, keine Schnupfdose des großen Preußenkönigs; aber doch wird der Raritätenfreund gar manches finden, woran er sein Herz erlabe. Besitzen wir doch einen Topf aus der Lindener Mark, der in keiner Sammlung seines Gleichen findet, ein Schwert des 13. Jahrhunderts, für das man uns wiederholt viele Hunderte geboten hat. Ter Mann des Handwerks und des Gewerbes, er mag mit Gewinn die alten Formen, die alten Geräte beschauen, und aus ihnen lernen, was man erst neuerdings wieder zu entdecken beginnt, daß der Zweck die Form sich erschafft, daß diese kein zufälliges Gewand ist, die man dem oder jenem Gegenstände anziehen kann. Ter Freund alter Kunst, alten Lebens mag von dem Getriebe des Alltags sich erholen an den Bildern vergangener Tage, mag sie im Beschauen der Tinge selbst lebensvoller vor seinen Augen erstehen lassen, als es der Bericht der Chronik, der alten Urkunde vermag. Aber freilich, wenn wir durchaus nicht bloß für den Gelehrten arbeiten wollen, so soll doch die Wissenschaft unser letztes Ziel sein, die Einheit bilden in der verwirrenden Fülle der Erscheinungen. Unsere Sammlung ist ja nur Nein, sie birgt nicht die unermeßliche Fülle wie das Zentralmuseum in, Mainz; unsere Nephritbeile marschieren nicht legionsweise auf wie im Rosgarten in Konstanz. Aber ich denke, es geht wie bei den kleinen Universitäten: auch die kleine Sammlung hat ihre Vorzüge, „bietet ihre eigenen Lehren. Ich denke dabei nicht nur an die Schätze unserer Papyri und Ostraka, die unmittelbar auf den Gelehrten berechnet sind. Der Kundige vermag es nicht selten, aus dürftigen Scherben unscheinbarer Töpfe Schlüsse zu ziehen, Taffackjen zu erkennen, die keine geschriebene Quelle verrät, und es wird ihm möglich, die Erscheiimngen der Prähistorie, der Vorgeschichte, umzuwandeln in solche der Frühgeschichte. Und die Funde unserer Gegend sind in mancher Beziehung besonders lehrreich dank der Mittelstellung unseres Gebietes zwischen südlicher und nördlicher Kultur. So hoffen wir, daß unsere Sammlung immer mehr auch hineinwachse in die Rolle einer Unterrichtsanstalt, und so begrüßen wir es ganz besonders, daß auch unsere Hochschule heute in so stattlicher Zahl ihre Vertreter entsandt hat. Mögen Sie alle, die ich hier willkommen heißen darf, die freundliche Neigung, dieser oder jener sachliche Anteil zu unserer Feier geführt hat, nunmehr einen freundlichen Eindruck erhalten, wenn Sie unter der Leitung des Herrn Könservators die Sammlungen durchwandern. Ich erfiäre das Museum des Ober- hessischen Geschichtspereins für eröffnet. Ter Vertreter der Landesuniversität, Geh. Justizrat Tr. Schmidt, führte aus: Die Landesuniversität hat mich beauftragt, dem Oberhessischen Geschichtsverein und seinem Vorstände zur Feier des heutigen Tages die Glückwünsche der Ludoviciana zu überbringen. Es gibt einen alten Rat an Reisend?: „Willst Du eine Stadt kennen lernen, so steige auf ihren Kirchturm". Mir scheint, als ließe sich dieser Rat für unsere Stadt in die Worte kleiden: „Willst Du Gießen kennen lernen, so gehe in sein historisches Museum!" Zwei Gedankenverbindungen werden sich bei dem Beschauer auslösen. Die eine wird die Empfindung eines starken Gemeinsinns und einer weitgehenden bürgerlichen Opferfreudigkeit sein, die aus diesen Sammlungen sprechen. Dieser opfer- freubige Gemeinsinn, um den uns manche größere Stadt und mancher größere Verband beneiden könnte, hat den Rahmen einer rein lokalaeschichtlichcn Sammlung gesprengt imb dem Museum auf prähistorischem und römischem Gebiete einen guten Namen verschafft. Wichtiger noch ist das andere, was das Museum des Oberhessischen Geschichtsvereins verkündet, und ihm erlauben Sie mir als Festgruß Ausdruck zu verleiden. Nur Wenige, die flüchtig an Gießen vorübereilen, oder in die durch Krieg und Brand oft heimgesuchte Stadt eintreten, ahnen den reichen historischen Boden, auf dem wir stehen. Wohl sind es keine großen, weltgeschichtlichen Ereignisse, mit denen der Name Gießens und der Provinz Oberhessen verknüpft ist. Aber wer in den lebendigen Blättern der Chronik zu lesen vermag, die diese Säle darstellen, vor dessen geistigem Auge entrollen sich Bilder, wie sie für die ältere Geschichte unseres Vaterlandes nur wenige Gegenden so greifbar in Funden zu bieten vermögen. Er sieht fernher gekommene Einwanderer die ersten, bescheidenen Hochburgen ihrer Kultur auf den sandigen Höhen im Osten der Stadt errichten. Er erkennt, wie neue Völker Vordringen und dem Boden um uns ihre Spuren aufdrücken. Vor seinen Augen ertjebt fick der feste römische Grenzwall mit seinen Türmen und Kastellen, das Zeichen eines jahrhundertelangen Ringens zwischen Römer- und Germanentum. Ihm zeigen die Gräber- ftinde die verfeinernden Einflüsse römischer Kültur bis der Grenz- Wall fällt und die römischen Adler sinken. Nach dieser Zeit wird die Sprache der Funde, die bisher der Boden freigebig spendete, ärmer und ärmer. Für Jahrhunderte verstummt sie in unseren Sammlungen fast ganz. Eine Zeit, die ihren Toten nicht mehr die Zeichen des Lebens mit ins Grab gab, bat uns ftir manches wichtige (Gebiet des wirtschaftlichen Lebens mehr fragen hinterlassen, als die Kulturperioden, die um Jahrhunderte weiter zurückliegen Nur wenige Sammlungen — das weiß jeder, der die deuffchen Museen kennt — sind imstande, hier die Lücken auszufüllen. Um so reicher erscheinen in den Räumen, in denen wir stehen, die Repräsentanten des späteren Mittel. alterZ und der Neuzeit. Sie reden von friedlichen Zeiten, von behäbigem Wohlstand im Hause des Bürgers und ^Bauern, wie von stürmischem Treiben und kriegerischer Not. Sic begleiten das Aufblühen der Stadt, die Gründung und das Wachstum uttferer Universität. Sie weisen auch vielfach die Bahnen, in denen sich die Entwickelung des flachen Landes und seine- Bewohner vollzog. Dieses weitgedehnte Material zu „Bildern aus der deut« scheu Vergangenheit" gefaßt zu haben, ist ein Verdienst, für das wir dem Verein und seinem Vorstand auftichtigen Dank schulden. Die LandesUniversität schuldet diesen Tank doppelt, weil sie den Worten Ihres Herrn Vorsitzenden die Zuversicht entnimmt, daß die Schätze Ihres Museums der wissenschaftlichen Forschung alle Zeit offen stehen und damit die Aufgaben fördern folfen, denen wir, die Mitglieder der Ludoviciana, dienen. DaS Beste aber, was Sie zu geben vermögen, liegt nickt auf wissenschaftlichem, sondern auf uationalerzieherisckwm Gebiete. Goethe hat als die beste Wirkung der Geschickte die Begeisterung bc* zeichnet. Möchten auch diese Sammlungen für weite Kreise dazu beitragen, die Freude und Begeisterung an der Vergangenheit unseres Vaterlandes, an deutscher Art und deutscher Sitte zu stärken und zu vermehren. Das ist der Wunsch, den Ihnen die Landesuniversität zum heutigen festlichen Tage entgegen* bringt. Unter der Führung des Konservators der Sammlungen, Hauptmann a. T. Kramer wurde sodann eine Besichtigung der Sammkun gen vorgenommen. Tas Museum, das sich durch 3 Stockwerke erstreckt, überraschte die Teilnahme an der Besichtigung durch seine Reichhaltigkeit, den Mert der ausgestellten Gegenstände und die geschmackvolle und übersichtliche Anordnung der Airsstellung. .Im mittleren Stock, der zuerst besichtigt wurde, befinden sich die aus dem Mittelalter und der Neuzeit stammenden Gegenstände, Wehr und Waffen, Erzeugnisse des mittelalterlichen Handwerks und der Kunst, Hausrat und Gießener Erinnerungen. Auch die Universität ist mit manchen wertvollen Erinnerungen vertreten und sogar der ehemalige Karzer hat hier seine bleibende Stätte gefunden. Auch die Anfänge einer oberhessischen Trachtensammlung sind hier in mehreren interessanten Stücken zu sehen. Ter obere Stock ist der prähistorischen, römischen und fränkischen Zeit gewidmet. Er enthält die wertvollen Ergebnisse der Ausgrabungen des Vereins, von denen die in der Lindener Mark, auf dem Trieb und am Bodensee die reichste und wertvollste Ausbeute lieferten. Nebenräume enthalten interessante Gegenstände aus der Vergangenheit der Universität und der Stadt Gießen. Das Erdgeschoß endlich enthält in mehreren Räumen die Ausstellung von Werkstätten und Werkzeugen des Handwerks usw. Um 2 Uhr fand im Hause des Gesellschaftsvereins das Festessen statt, an dem sich etwa 90 Herren beteiligten. Iw Verlaufe des trefflichen Mahles ergriff Geheimrat Dr. Behaghel das Wort, um in fein humoristischer Rede an der Hand zweier auf dem Trieb „gefundenen" Scherben die Verdienste von Staatsregierung und Stadt um das neue Museum zu feiern. Der Staat habe gegeben, ohne etwas zu nehmen, und die Stadt habe gewonnen, ohne es zu behalten, sondern noch etwas dazugegeben, und das zu einer Zeit, in der noch kein Tenkmalschutzgesetz bestand. In das auf die Staatsregierung und die Stadt Gießen ausgebrachte Hoch stimmte ote Festversammlung begeistert ein. Professor Tr. Sau er begrüßte die Gäste, insbesondere die anwesenden Dozenten der Landesuniversität, die Vertreter der Staatsregierung, Ministerialrat v. Biegeleben, den „Vater des Tenkmalschutzgesetzes", und Geheimrat Tr. Breidert, die Stadtvertretung, den Oberst v. Lindcnau, Landgerichtspräsident Kullmann die Vertreter der historischen Vereine von Darmstadt Worms, Friedberg, Alsfeld, Butzbach, Marburg und Herborn, sowie die verschiedenen ehemaligen Mitarbeiter und widmete ihnen sein Glas. Geh. Hofrat Prof. Tr. Dehaghel verlas sodann folgenden telegraphischen Gruß des Ehrenmitgliedes, Fiuanzminister Gnauth Exz.: „Zu meinem lebhaften Bedauern dienstlich abgehalten, an der heutigen Feier persönlich teilzunehmen, beglückwünsche ifi hierdurch in alter Treue den Geschichtsverein beim Einzug in sein neues Heim, überzeugt, daß von da zählen wird eine neue Aera schönster Entwicklung oberhessischer Geschuhts- und Denkmalspflege Gn a u t h." Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben wies in längerer Ansprache auf die wissenschaftliche und kulturelle Bedeutung der Geschichtsvereine bin und widmete dem oberhessischen Geschichtsverein sein Hoch. Geh. Kabinettsrat Römbeld aus Darmstadt überbrachte die Glückwünsche des Großh. Landesmuseums, indem er versicherte, daß dieses allezeit bereit sein werde, das hiesige Museum mit Rat und Tat zu unterstützen. Er trank auf das Blühen und Gedeihen des Gießener Museums und all derer, die in selbstlosem Zusammenwirken so schönes zustande gebracht hätten. Ten vier Ehrenmitgliedern des Vereins, Professor Dr. Gareis, Geheimrat v. Gagern, Exz. Gnauth und Kommerzien- rat Gail widmete Landgerichtsrat Tr. Schäfer Worte der Hoheit de? Großherzogs und sodann die fachmännische Anerkennung des Geh. Oberbaurats Hofmann in Darmstadt. Dieser war es auch, der es iür wünschenswert erklärte, daß die Leittmg der Wiederherstellung in eine für solche Arbeiten besonders berufene Hand gelegt würde. Der Vorschlag fand um so bereitwilligere Aufnahme, als gerade damals an das Stadtbauamt eine Reche praktischer Aufgaben von ungewöhnlichem Umfang und von größter Bedeutung herantraten. So wurde am 23. März 1900 beschlossen, die Bearbeitung der Einzelpläne, sowie die ganze Bauleitung dem Architekten Ludwig Hofmann in Herborn zu übertragen. Dieser gründliche uud geschmackvolle Kenner älterer Bauformen bat mm 'm liebevoller Hingebung, mit sorgsamster, nichts übereilender Erwägung ein Werk geschaffen, das den Vorüberwandernden erfreut, den Besucher entzückt, uns, die neuen Hausherren, mit dem leb haftesten und wärmsten Tank erfüllt. Für uns bedeutet das neue Heim ja eine Erlösung aus Sorge und Gefahr, aus Druck und Enge, die Erfüllung von lange gehegten Wünschen, von Hoffnungen, die zurückgehen fast bis in die Anfänge des Museums. Als oberhessischer Verein für Lokalgeschichte ist unser Verem oegrünbet wordcn am 15. Juni 1878. Gleich m der beschließenden Versammlung hat Prof. Tr. Hofmann den Gedanken angeregt, em Museum für Lokalgeschichte zu schaffen, ein Gedanke, der freudig aufgenommen und rasch in Wirklichkeit übersetzt wurde. Hofmann selber entfaltet als erster Konservator der werdenden Sammlung eine eifrige Tätigkeit; bereits am 2. Februar 1879 kann im alten Rathaus in den Räumen des früheren Ortsgerichts, das die Stadt bereitwillig zur Verfügung gestellt hat, das neue Museum dem Zutritt des größeren Publikums eröffnet werden, mit einem für die Kürze der Zeit immerhin recht stattlichen Bestand. Mit diesem Tage trat Prof. Dr. Buchner an die Spitze berneuen Gründung, der nut rastlosem Eifer und ungewöhnlichem Geschick der Mehrung und Ordnung der Sammliingen seine Tätigkeit gewidmet hat. 18 Jahre lang sehen wir Buchner in dieser Arbeit unermüdlich wirksam, aufs nachhaltigste unter-stützt durch freiwillige Helfer, durch den Anteil, den Dpferfinn unserer Bevölkerung. In herzlicher Dankbarkeit gedenken wir feiner Verdienste um den Verein. Die schwierige Aufgabe, ihn nach feinem Hinscheiden zu ersetzen, übernahm Herr Hauptmann Kramer, der schon in Buchners letzten Zeiten ihm zur Seite gestanden hatte, und der noch heute, beständig wachsend mit feinen größeren Zwecken, unferm Museum ein treu sorgender Vorstand ist. Ohne ihn sich unfere Sammlungen vorzustellen, das ist ein Denkvorgang, den zu vollziehen wir völlig aufeer Stande sind. In nimmer auf- hörender Aufopferung, in nie versagender Liebenswürdigkeit, draußen in Wind und Wetter die Ausgrabungen leitend, ober im Rathaus sitzend, seine Schätze beschützend, ordnend, meffenb, beschreibend, stellt er sich in den Dienst der frei gewählten Aufgabe. Was er geleistet hat bei der Uebersiedelung und Neugestaltung des Museums, das drängt sich unmittelbar Ihren Blicken auf; das weiß aber nur der ganz zu würdigen, der ihn bei der Arbeit gesehen, der die wüsten Massen geschaut hat, die drin in den Sälen sich um ihn stauten und über die er fein „Es werde" zu sprechen hatte. So ist nach und nach unsere Sammlung zu dem geworden, was sie heilte darstellt, und sie hat sich entwickelt zu einem immer wichtigeren Gliede in der Reil>e unserer Aufgaben. Das ist hochbedeutsam für die ganze Stellung unseres Vereins, denn eben dem Museum verdanken wir es vor allem, daß wir in enger Fühlung bleiben mit der Stadt und Provinz, mit den Bürgern unseres Gemeinwesens und unserer Nachbarschaft. Und darauf legen wir den allerhöchsten Wert. Wohl waren es große Opfer, die die Stadt sich auferlegt hat, um für ideale Zwecke, für ein Merk des Geistes dieses Gebäude zur Verfügung zu stellen. Heute sind es ja vor allem praktische Ausgaben, die die Gedanken der Stadtverwaltungen beherrschen müssen. Nicht mehr die Vertreter der alten Gefchlechter leiten heute die 6>c- schicke der Stadt; selbst die Herrschaft der Juristen muß zurücktreten, die seit lange als die geborenen Verwaltungsbeamten galten; die Führung gleitet in die Hände der Technik, und die Stadt Gießen ist der fortgeschrittensten eine. Um so mehr Anerkennung und Dank verdient es, ivenn diese Techniker, wenn Herr, Gnauth und Herr Mecum sich verständnisvoll auf die Geschichte der Stadt besonnen, wenn sie erkannten, welchen Wert, welche Bedeutung eine solche Stätte des Beschauens, des Aus- rnhens für den hastenden Menschen der Gegenwart besitzt. Denn •mir wollen nicht bloß ein Werkzeug sein im Dienste der Wissenschaft: nachdrticklich müssen wir den Gedanken ablehnen, als ob wir nur für den Gelehrten und mit dem Gelehrten arbeiten wollten. Wir würden uns selber anfs schwerste schädigen, wenn wir uns der unmittelbaren Begeisterung, der freudigen Hingebung des bloßen Liebhabers berauben wollten. Wir können jeden brauchen, der uns helfen will. Freilich hat auch der Gelehrte bei uns sein gutes Stück Arbeit getan: Ich gedenke vor allem dankbar unseres früheren Vorständskollegen Prof. Dr. Gundermann, jetzt in Tübingeir, der manchen lieben Tag von frühster Morgenstunde bis zum nächtlichen Dunkeln, kaum dem färglicfjen Imbiß einige Augenblicke gönnend, draußen gestandei^ hat, um der Erde vorgeschichtliche Schätze zu entreißen; der geradezu ein Erzieher unseres Vereins geworden ist. Aber gar viele andere haben uns beigestanden: So der Einzelne, Mann oder TVrait, wie die Körperschaft in Kreis und Provrn; wie die staatliche Malt; sogar der Hobe Olymp bat sick mubrotl uns zugeneigt. Sie haben uns geholfen, die einen mit erheblichen Spenden, desjenigen metallischen Stoffs, der mcht bloß zum Kriegführen erstens, s weiten § und drittens not- fft: mit Ucbertaffung entbehrlicher Dopvelstücke, wie das Landesmuseum in Darmstadt: mit der Unterstützung durch lhiX Werkstätten, wie das Zentralmuseum in Mainz: die andern mit eigener eifriger Mühewaltung. Geholfen hat uns der spaten- kundige Mffitär: Tie Ans<->rabungen, die .Herr Major von Schlem- mer geleitet hat, sind mnstergiltig in ihrer Art geworden; geholfen bat uns der kluge Arzt, der das Flicken statt an lebendigen Gliedern nunmehr an alten Knochen und Waffen ausübt: ge- holfen der Mann des Buchgewerbes, der die Vorstufen seiner Kunst mit liebendem Auge sichtet und ovdnet: geholfen ber ehrsame laener de-> ^ate». her nut zähester Geduld, mit immberbarem SSiM vtzKs »äs s M ... K ss"/. [Ö029 ^rtma ^rcrna l°02a tIS Speisekarlöffeln Feinstes KristaBB-BCunsteis Kaiser-Cognac n Zu haben bei: (^r a o Ito»» Sr Ä 179 205 29 422 14001 60 [400] 532 661 756 77 812 81 20021 98 & 536 79 117 58 200 430 48 564 682 21012 [400] 22 58 <3 13 1* hv10/. »<=*« r Kindermehl Monatlicher Zugang ca 6000 Mitglieder e» 54 88 Kein afltigllchesSchuhpirtzen mehr nötig. Überall vorrätigI Fabrik: Union Augsburg. Ohr. Birken, Neustadt 55. Ph. 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Dem Forstgarten-Auf- seher Heinrich Türmer eine Tochter, Anna. Am 5. Okt. Dem Anstreicher Heinrich Wilhelm Büttner eine Tochter, Lina. Am 6. Okt. Dem Vizeseldwebel Konrad Tlotnberger ein Sohn, Willy Ludwig Heinrich Johann. — Dem Schneider Heinrich Ludwig Steinbrecher eine Tochter, Luise Marie. Am 7. Okt. Dem Bäckermeister Johann Peter Pfeiffer ein Sohn. Am 6. Okt. Dem Schlosser Karl Einhäuser eine Tochter. — Dem Former Wilhelm Fuchs eine Tochter, Katharine. Gestorbene. Am 10. Okt. Katharine Paula Wille, 1 Jahr alt, Tochter der Jnstallaiionsmeisters Walter Wille dahier. Am 11. Okt. Karl Ockel, 32 Jahre alt, Rechnungssührer dahier. Am 12. Okt. Josef Schraner, ♦ Erdbeben. Tie unglückselige südiialienische Provinz Ealabrien kommt nicht zur Ruhe. Am 14. Okt. wurde wiederum dort ein mehrere Sekunden dauerndes wellensörmiges heftiges Erdbeben verspürt. 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[Ohne Gewähr.) 21 54 55 74 81 99 113 15 40 [400] 86 227 [400] 89 85 91 [4001 300 13 95 406 517 24 708 49 51 62 85 803 22 29 70 86 (1000) 88 [400 [ 935 [400] 48 1018 |400] 20 [400] 66 127 216 313 18 63 1400 ) 408 32 63 [400] 87 513 623 7071400] 18 46 5397 813 28 46 79 935 [400] 2057 59 149 96 224 308 18 [400] 38 40 79 586 608 16 49 786 [400] 92 860 79 992 |1000J 3030 [400] 56 72 [400] 83 171 [5000] 247 62 844 91 576 650 91 706 42 63 815 24 63 946 4005 7 220 86 [400] 310 487 615 18 40 83 [400] 752 60 816 89 fe die (Safte, inSbefonte? nbeSuniterfität, die fc» sirrialrat v. Bi'egelbn tj&", wb Trheimrat T den Oberst D. 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DMu 1905. 1 479 500 6 21 618 35 63 708 26 [400] 80 [1000] 818 49 65 901 69 48046 79 98 |1000] 141 50 233 72 433 [ 20001 92 [400] 548 82 639 82 849 61 70 [1000] 970 [400] 49016 63 [30 000 [ 75 92 119 68 212 47 [400] 302 7 38 96 489 [400 j 98 551 95 658 64 [400] 96 748 [400] 811 78 909 5 0016 39 79 148 78 220 [1000] 27 28 55 343 [400] 91 97 4151400] 19 2i 72 717 85 831 959 51017 22 64 [1000 i 66 160 81 89 97 209 19 46 52 [400] 320 89 453 98 521 72 81 92 707 9 18 807 87 967 52059 255 314 38 74 [4001 80 401 53 91 603 7 9 36 745 56 66 [1000] 821 [2000] 59 70 87 53016 170 221 412 27 42 45 79 517 73 645 72 94 748 806 9 15 [10001 20 54039 [1000] 47 152 204 [400] 65 66 332 54 [400] 415 [400] 22 39 563 78 95 661 70 94 717 45 46 86 806 46 921 69 55021 49 165 82 200 30 327 82 452 521 54 57 652 726 67 97 827 56 [10000] 56011 33 [400] 138 70 82 416 43 1400] 594 615 23 26 [400] 741 879 954 [400] 60 5 7047 87 128 37 [400] 257 319 22 51 443 60 [1000] 520 68 650 [1000] 64 823 41 916 67 91 58040 185 [400] 214 52 93 332 41 87 [1000] 402 60 65 589 656 850 918 63 5 0057 62 72 103 [1000] 40 295 66 74 420 43 44 56 547 620 [1000] 88 [400] 722 805 29 33 76 906 58 92 60004 137 [400] 96 215 25 395 98 453 511 22 33 610 25 49 [400] 76 722 94 866 [400] 978 61034 [400] 57 64 130 310 76 450 64 70 519 85 615 719 80 81 803 89 906 62292 332 [400] 40 59 421 68 79 505 17 81 645 [400] 96 735 44 808 56 941 [2000] 97 63024 76 78 81 131 92 239 » 35 69 93 371 76 [1000] 411 17 [400] 34 43 63 68 578 [ 4001 605 10 25 31 [400] 67 86 808 15 19 57 64067 [1000] 133 64 81 227 [1000] 38 [400] 393 436 580 606 [400] 98 821 34 80 [400] 82 93 919 ' 65015 55 95 117 309 464 519 68 619 50 [400] 83 731 44 60 841 919 69 81 89 [400] 66037 55 [1000] 187 316 34 39 488 515 49 83 94 647 [1000] 775 847 924 34 [400] 67056 104 62 [1000] 94 213 64 90 445 [10001 74 75 1400] 596 635 57 |400] 65 712 1400] 805 [1000] 49 [400] 56 66 93 94 928 36 69 68007 12 68 192 98 204 18 57 72 81 323 24 49 [1000 ] 78 408 14 44 88 |400] 549 603 82 72 751 99 807 [400] 20 75 902 69061 [1000] 77 [1000] 84 [400] 140 78 87 |1000| 225 43 333 38 50 |400] 55 504 58 [1000] 63 [400] 614 76 732 36 59 76 94 845 [400] 47 907 34 70225 [2000] 55 80 [400] 300 6 82 472 96 [400] 99 593 616 [1000] 35 759 811 41 47 85 947 54 71014 37 305 17 56 441 518 60 [400] 75 [400] 87 651 823 75 99 909 43 72071 81 [1000] 83 136 40 42 97 276 437 553 [400] 56 66 92 821 36 914 50 73086 159 93 [4001 278 485 583 617 1 Gesellschastsvereins da- m 90 Herren beteiligter es ergriff Geheimrat D ftinhumoristi'scher M ed „gefundenen" Ccherbet ;9 unb Stadt um das new >obe gegeben, ohne etwa- »e gewonnen, ohne es zt »abgegeben, unb bas z-> :enkmalschutzgesetz bestand ig und die Stadt Gich? ststversamnlung begriff “*■ >• «s [ Kaiser- Cognac, gesetzlich geschützte, preiswürdigste Marke S gemahlene & Salmiak- f Terpentin-/ S Seife \ | unstreitig K das ung befindet sich in der äußersten Bestürzung. Auch aus Sizilien und dem süditaltenischen Rumotale hat ein Erdstoß Schrecken verursacht. * Newyork, 11. Okt. Eine schwere Sturzsee, die am Mittwoch den D a m p f e r „E a m p a n i a" traf, riß fünf Zwischendeckspasfagiere über Bord; diese ertranken; dreißig Zloischendeckspassagicre wurden verletzt, darunter einige schwer. Tie Decks waren gedrängt voll, als die Welle den Dampfer mittschiffs traf und das Zwischendeck vollständig überschwemmte. Eine Seite des Dampfers kam so tief unter Wasser, daß die auf dem oberen Teck befindlichen Passagiere bis an die Hüfte im Wasser standen. Alle Kujütspassa giere aus dem Oberdeck klammerten sich an die nächsten Gegenstände; sie wurden gerettet, aber die unwiderstehliche Kraft des Wassers, welches durch das Zwischendeck strömte, schwemmte alles fort und zerschlug eine Tür an der Reling. Eine junge Frau brach die Beine, verschiedene Personen Arme und Rippen. Tie Stewards und Stewardessen retteten mehrere Kinder, welche nach der durch das Wasser fortgerissenen Tür hin gespült wurden. — Nach den letzten Meldungen ertranken noch zwei Frauen. Tie Reisende Agnes Earlsen starb im Hospital an chren Verletzungen. AllSMtz «US dell Äsvdessviisrktzistttv der Stab! Aufgebote. Am 6. Okt. Heinrich Wllbelm Wagener, Eifenbahnfchlosser in Siegen nut Elisabeth Trares dahier. Am 8. Okt. Konrad Schlosser, Kutscher dahier mit Margarete Greif Hierselbst. Am 9. Okt. Karl Smoiczik, Schneider dahier mit Karolme Dommck hierjelbst. — Friedrich Glaser, Oberlehrer m Butzbach mit Elisabeths Born da- t)ter. — Willy Ernst Karl August Christian Hoirnann, Kauimaim dahier mit Karoline Braun m Homberg. Am 12. Oft. Hermann Lorenz, Gerber dahier mit Elisabeth Wollrath Hierselbst. Eheschließungen. Am 7. Okt. Carl Schwarz, Kauimaiin dahier mit Klara Müller dahier. — Friedrich Ulm, Schlosser dahier mit Luise Meyer in Wetzlar. — Alfred Backer, Maurer dahier mit Katharine Jmbescheid in Gambach. — Johannes Gehringer, Pflasterer dahier mit Luise KM AW 910 53 [1000] 56 15116 55 240 82 [1000] 85 336 44 [400] 64 99 415 [400] 37 46 [400] 523 659 710 50 64 861 916 66 [1000] 16002 87 [1000] 39 55 65135 94 96 225 52 [400] 69 95 [400] 339 43 [1000] 81 82 623 61 75 76 728 801 32 58 938 64 93 [ 400] 17000 [400] 6 65 122 [2000] 94 247 [1000] 61 382 |400] 83 [1000] 458 62 [2000] 64 82 520 [400] 43 48 82 1 8001 [1000] 91 138 80 207 33 40 72 323 47 [400] 68 420 37 512 610 32 79 [400] 87 733 50 816 21 51 936 [1000] 19304 [400] 460 72 79 571 [2000] 98 689 97 [400] 780 90 830 [400] 36 [400] daß tnes der !$ flßß, *ffg**» * en, 003 AW mfabt' agefrf P '