Dienstag 14. November 1905 155. Jabraang Drittes Blatt. Nr. 268 ®ieft euer Anzeiger Erscheint tRglich mit Ausnahme deS Sonntags. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Lelegr.-Adr.: Anzeiger Greben. Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'fcbe« UnwerstlälSdruckerei. R. Lange, Dreßen. Die „Glefoener ^amiHenblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beiqelegt Der ^hefstfche Landwirt" erscheint monatlich einmal General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Anschaulichkeit f-i.'bcrt Tr. $). Kiffer-Zürich diese- Fest. Wie hielt int Gegensatz zu bic’ent von Leben und Freude durchglühten ?t’ sr bl die sti le C ns'mkeit. in die Albert Johannsens Ro- m n ..Auf Jben^hos" versetzt. Der zweite Roman „Konzert und Brill" von H. A. Revel spielt in jener Welt des Scheins, die für den ernsten und großen Künstler so oft eine Welt der Sorgen und Entbehrungen ist. — Alfred Friedmann, ein bekannter SchriMeller, der J-Hre lang in F-ranksurt gelebt hat. ist unlängst 60 Jahre clt geworden Im Jahre 1873 führte ihn Kinkel in die Lite- r-tnr ein. Friedmann sckmf dann unaufhörlich: Romane, Novellen. Gedielte usw. Zahlreiche Essays legten Zeugnis ab von Friedm nus umfassendem Wissen. Der Roman Zwiespalt ist ein si'-ch r's'wSgeschenk des 60jährigen an seine Freunde. Der Ver' 's r b h-ndelt darin die Frage, ob eine völlige lieberem» ‘ 'm m in Ansielten, Neigungen und Lebensgewohnheiten zum iner Eh: erforderlich oder selbst nur wünschenswert sei und eb di: Frau ein Recht auf die Vergangenheit des Mannes h'be. ob eine rückwärts gewendete Eifer' " —Beacht ing beanspruchen dürfe Per Hess. ^Landtag unb seine unerfüllten Aufgaben. Von einem Teilnehmer der Wormser Versamm- tun g vom letzten Sonntag wird uns heute geschrieben: 6in Verdikt über die Politik in Worms' Wer hätte geglaubt, daß die Versammlung der Vereinigten Liberalen in Worms am Sonntag, in der (tote wir berichteten) der Führer der hessischen Freisinnigen, Landtagsabg. Tr. Entfleisch- Gießen, über dos Thema: „Der Landtag ' seine unerfüllten Aufgaben" sprach, sich zu einer so wuchtigen, imposanten Kundgebung gestalten würde! Und doch ist dem io. Tr. Gutfleisch's Rede war in -ihrem Aufbau fest und sicher und in der Begründung bezwingend. Und die mehr als 800 aus Stadt und Land erschienenen Zuhörer zollten dem Redner geradezu jubelnden Beifall. Es änderte auch nichts an dem Eindruck, daß Arbeiter zu Beginn der Versammlung Störungsversuche unternahmen und ihre wiederholten Hochs auf fterrn v. Hehl verklangen wirkungslos. Tie „Wormser Ztg." hatte gemeint, den Versammlungsveranstaltern eine beabsichtigte Temonstration nachsagen zu dürfen. Mit Recht wies der freisinnige Führer diese Unterstellung zurück; er 'wollte lediglich zur Aufklärung bei tragen und den Wormsern -nur das sagen, worauf sie ein Reckst haben, es zu Chören. Taß die Zuhörer mir ihren teilweise stürmischen .Beifallskundgebungen zu der Rede diese eine gewaltige Kundgebung werden ließen, beweist, wie notwendig die Worte waren, die Tr. Gutfleisch in Worms sprach. Mehr als zwei Stunden fesselte der Redner die Auf- 'merksamkeit der Versammlung für das große und wichtige Gebiet der Gemeindesteuerreform. Klar war der Sinn der Satze, auf Ueberzeugung brgrünbet und von dieser kommend und darum aucki tn ihrer Wirkung überzeugend. Ter Redner warnte vor dem Hehlschen Vorschlag der ^räzipualabgaben, die das Bewußtsein der Solidarität in den Gemeinden schmälern, abgesehen von der «Schwierigkeit ihrer Abgrenzung. Er rückte den Hehlschen Vorschlag, die Einkommen unter 1200 Mk. und Vermögen bis 3000 Mk. freizulassen, t*i das richtige Licht, indem er die Verhältnisse in armen Gemeinden des Vogelsbergs 'vortrug, wo die Steuerzahler fast samt unb sonders diesen Klassen zugehören. Wie sollen denn da die Gemeindebedürfnisse gedeckt werden? Ter Grundsatz der Leistungsfähigkeit in Verbinduna mit dem von Leistung und ^Gegenleistung kann nicht im Gemeindehaushalt entbehrt werden, wie das Mtquel sehr richtig dargelegt hat. Tr. Gutfleisch ging auch auf die einzelnen Steuerarten näher ein. Herr v. Hehl hat zwar gemeint, daß, wenn man 'die Grund st euer nach dem gemeinen Wert erhebe, man bann dem Besitzer alle Lust nehme, an der Steigerung seines Besitzes zu arbeiten; denn er arbeite ja doch nur „für den Steuerkommissar". Mit solchen Argumenten, die man eigentlich sonst bisher höchstens in Volksversammlungen, aber nicht in einer ersten Kan mer gehört hätte, könnte man schließlich auch jede Lohnsteigerung der Arbeiter als nur „für den Steuerkommissar" bekämpfen. Freilich, wenn der E r t r als Maßstab für die Grundsteuer genommen würde, dann haben Leute, die sich große Parks int Werte von .Hunderttausenden anlegen, fast nichts an Steuer zu zahlen. Gleicherweise die Bauplatzbesitzer. In Mainz werden für ein Grundstücksobjekt 76 Mk. Steuer entrichtet, das auf 1 200 000 Mk. Wert taxiert ist. Demgegenüber vertrete er den Standpunkt, daß der Bürger, der viel hat, auch entsprechend viel bezahle an Steuer, damit die Minder- besitzenden entlastet würden. (Bravo!) Ter landwirtschaftlich benutzte Grund^"sitz wird aber tatsächlich bei einer Grundwertsteuer entlüft. Indem der Redner die ganze große Schwierigkeit der oon der zweiten Kammer geleisteten Arbeit den Zuhörern darllcate, antworteten ihm diese mit lebhaftesten Bravos, als Abg. Etotfleisch daran erinnerte, daß man sich nicht einfach hinstellen dürfe und sagen, das ist alles unsinnige Arbeit, wie das Herr v. Hevl getan habe, man dürfe nicht die anderen gesetzgebenden Faktoren sich abplagen lassen und deren Arbeit dann als verkehrt bezeichnen, sondern man habe auch die Pflicht, zu sagen, wie denn die Sache gemacht werden soll. Ich habe alle Achtung or Hehl als Industriellem, habe auch schon seine Fabrikeinr.chtzungen bewundert, aber es gibt aucy noch andere Leute in Hessen, die gleichfalls das wirtschaftliche Leben, seine Zusammenhänge usw. zu kennen glauben und denen gegenüber man sich nicht in solcher Art für unfehlbar erachten soll, wie das Herr v. .Hehl getan hat. Tr. Gutfleisch erörterte auch die Frage der Wählte form. Wenn man sich in Worms so sehr gegen diese Reform sträube, möchte et Vorschlägen, daß man für Worms eine Ausnahme macht und es auch weiter nach Belieben indirekt wählen läßt. (Stürmische Heiterkeit.) Tie Schuld, daß die mit dem bisherigen Wahlgesetz verbundenen Mißhelligkeiten auch weiterhin bestehen, trägt nur Herr v. Hehl. (Lebhaftes Bravo.j Schließlich rechnete der Redner noch ab mit den Verunglimpfungen der zweiten Kammer und ihrer Mitglieder durch die .Wormser Ztg." Die berechtigte Entrüstung über solche unwürdigen Angriffe weckte den stärksten Widerhall in der Versammlung. Es ging ein reinigender Zug durch den Saal. Im alten Griechenland, so fuhr Tr. G. fort, gab es ein Gesetz, wonach ein Manu, wenn er z u mächtig geworden war. verbrannt wurde. Man möchte wünschen, daß ein solches Gesetz heute für Worms bestehe. Ter Beifallssturm, den diese Parallele auslöste, wollte keine Grenzen nehmen. Er wiederholte sich, als der freisinnige Führer mit dem Appell schloß, wenn Eigensinn die Gesetzgebungsmaschinerie zum Stillstand zwingt, dann müssen dhe zusammenstehen, um das Hindernis zu beseitigen! Tiefe musterhaft verlaufene Bersammluna, deren Wirkung in spontanen Kundgebungen hervortrat, darf wohl als ein großes Ereignis in unserem engeren Baterlande an» gesprochen werden. tzin Acrwallvngsb amter als iter der vesstfchen Schulakteilang? AuS akademischen Lehrerkreisen wird uns geschrieben: In unserem Lande wirkt als Leiter der Schulabteilung bekanntlich seit Jahren zum großen Segen des Schulwesens ein vortrefflicher Fachmann, dem die gesamte Lehrerschaft und über sie hinaus daS ganze Land zu großem Dank verpflichtet ist. Daher ist der Wunsch auch allgemein, es möge dem Chef der Schulabteilung noch lange Jahre vergönnt sein, die Geschäfte seines schweren Amtes zu führen. Ta seine Gesundheit leider nicht die festeste ist, so zerbrechen sich Konjekturalpoliiiker seit Wochen die Köpfe über seinen Nachfolger, und mit besonderer Geflisientlichkeit wird das Gerücht verbreitet, daß ein Beamter der Lokalverwaltung dazu ausersehen sei, fernerhin das hessische Schulwesen zu leiten. Mit Recht wurde vor einigen Tagen in einem Darmstädter Blatt darauf aufmerksam gemacht, wie bitter es die hessische Lehrerschaft empsinden müßte, wenn man an ihre Spitze einen Beamten stellen wollte, der nicht einmal Fachmann wäre, der die Sorgen und Wünsche, die Hoffnungen und Bedürfniffe deS Standes und des Amtes nicht kennt, beim besten Willen auch niemals kennen lernt und der deshalb auch niemals so segensreich wirken kann, wie ein tüchtiger Fachmann, dem eine weise Regierung die genügende Anzahl von au8 den verschiedensten Zweigen des Berufs he^vorgegangenen Fachleuten zur Seite stellt. In der Tat, e§ wäre die verkehrte Welt, wenn man in unserer Zeit, wo man sich mit Recht überall mehr unb mehr zur fachmännischen Leitung des Schulwesens bekehrt, gerade in Hessen von der aufs beste bewährten Leitung durch einen Fachmann auf die früher herkömmliche durch einen Laien zurückgreifen wollte. In vereinzelten Köpfen mag freilich noch immer die Vorstellung spuken, daß der Jurist allerwege der geborene Leiter der aus den minder vornehmen Fakultäten hervor- gegangenen Beamten sei, und die umlaufenden Gerüchte mögen dieser etwas veralteten Lieblingsidee einzelner entsprungen fein. Undenkbar aber erscheint es uns, daß maßgebende Kreise, in denen man schon vor Jahren die Notwendigkeit fachmännischer Leitung des Schulwesens eingesehen hat, diesen Gerüchten irgendwie nahestünden. Denn was früher einmal vernünftig gewesen sein mag, als noch die Lehrer, nicht selten Kandidaten der Theologie, nur zeitweilig unter dem Dach des Gymnasiums Unterstand suchten, bis eine fette Pfründe sie ,gu höheren Zwecken abrief', das ist jetzt unmöglich, wo sich die Lehrer zu einem großen geschloffenen Stand verdichtet haben, mit eigenen Lebens- interessen und eignen Idealen. Dazu kommt, daß sich die Schwierigkeiten der Leitung des Schulwesens seit den siebziger Jahren außerordentlich vermehrt haben, einmal durch das äußere Wachstum der Schulen, vielmehr aber noch durch die Veränderung der Bildungsideale der Nation, die sich noch immer weiter umzugestalten im Begriff sind Wir fürchten, eine Laie, zur Leitung des Schulwesens berufen, wird all den drängenden Ansprüchen seiner Stellung ziemlich ratlos gegenüber stehen, und sicherlich wird die Negierung in der Lage sein, die Schulabteilung, wenn ihr verdienter Leiter einmal au9 seinem Amte scheidet, durch erprobte Schulmänner zu ergänzen. Der unleugbaren Heber» laftung der obersten Schulbehörde kann nur durch Vermehrung ihrer fachmännischen Arbeitskräfte abgeholfen werden, nicht durch Zufügung eines leitenden Verivaltungsbeamten. Das englische Geschwader in Newyork. R. Berlin, 13. Nov. Auf den Besuch des englischen Geschwaders in Newyork, der gegenwärtig stattfindet, waren von allen Gegnern Deutschlands große Hoffnungen gesetzt worden. Die amerikanische Presse, soweit sie in englischer Sprache schreibt, roirb in bet umfaffenbften Weise von England aus deein- lußt. Dieser Einfluß wird nicht nur durch die großen englischen Nachrichtenbureaus geübt, die natürlich vorzugsweise englische Meinungen sowie Meldungen verbreiten, die englischen Interessen dienen, aut politischem und auf wirtschaftlichem Gebiete, sondern es sollen sogar englische Staatsmänner sich angelegen sein lassen, durch eigene Beiträe - den Bestrebungen eine weil- Stütze zu geben. So ist c ns von einer Seite mitgete i worden, die wir für wohin ichtet halten dürfen, mit dem Hinzu- ügen, daß ebenso! irifer Blätter ausgesprochen englanb- rcunblidien Chore sich dieser interessanten Mitarbeiter- chaft erfreuen. :e Verbindungen ähnlicher Art er- ttecken sich auf 1 . Mailand und Petersburg. Mitunter treffen sogar lange Tepesthen auf den mit Die fern Vertrauen beehrten Zeitungsredaktionen ein, ohne daß für die Neuigkeit irgendwelche Spesen zu entrichten wären. So erflärt es sich allerdings, daß ein Teil der ausländischen Presse zur gleichen Zett wie die Londoner Presse auffällig genau von Vorgängen in der Diplomatie unterrichtet ist. Gewährsmänner solcher Art wissen schon mancherlei zu erzählen — besonders von angeblichen Fehlschlägen der deutschen Politik. Tas ist es nämlich, worauf eS an- kommt: Deutschland muß allenthalben als hab - gierig und ränkesüchtig hingestellt werden. Das ist der Zweck der ebenso „selbstlosen" tote kostspieligen Mitwirkung. Wir möchten bei dieser außerordentlichen Rührig- Feit der britischen Interessenvertretung nur immer wieder darauf Hinweisen, daß die Zurückhaltung, wie sie von den an der Leitung unserer auswärtigen Angelegenheiten beteiligten Stellen beobachtet wird, nicht mehr am Platze ist. Fürst Bülow empfängt gelegentlich Beauftragte der ausländischen Presse. Wirksamer scheint es, daß in geeigneten Blättern des Auslandes dauernd den englischen Darstellungen entgegengearbeitet wird. Dazu bieten sich Mittel und Wege genug. Es war also auch für oen englischen Flottenbesuch in den Ver. Staaten sehr geschickt trorgearbeitet worden. Ein großes Verbrüderungsfest sollte in Szene gehen. Seit Wochen lad man in amerikanischen Zeitungen Erörterungen darüber, ob nicht ein herzliches Einvernehmen zwischen Eügland unb den Ver. Staaten sehr nützlicy wäre? Tie beiden mächtigen Flotten könnten ihren Willen der Welt diktieren, D e u t s ch- l an b zurOhnmachtverurteilen usw. Diese schönen Bünbnispläne nun haben bie Iren, die in der Politik der Ver. Staaten eine große Rolle spielen, gründlichst gestört, wobei diesmal ersreulicherweise auch die Deutsch- Amerikaner zur Hilfe kamen. Tie Iren, die unversöhnlichen Gegner Englands, erhoben nachdrücklichste Einsprache gegen Begeisterungskundgebungen beim Empfang des englischen Geschwaders in Newyork. Doch das hätte allein noch nicht genügt. Aber das en.jlifdje Geschwader selbst hat sich den Empfang verdorben. Tie Engländer gedachten wohl von vornherein Sympathien zu gewinnen, indem sie den Prinzen Battenberg mit der Repräsentation betrauten. Im republikanischen Tollarlande imponieren Prinzen ungehener. Aber Prinz Battenberg hat das große Wort gelassen ausgesprochen, daß die in Newyork "verankerten K riegsschiffe Newyork in Atome bombardieren könnten! Nicht genug mit mit diesem freundlichen Bild, äußerte er noch: Amerika habe, bei der exponierten Lage Newyorks, besondere Ursache, den Frieden zu wahren. Ob nun Prinz Battenberg mehr gesagt hat, als er sagen wollte, oder ob er durch diese Perspektive den Anschluß an England zu empfehlen gedachte, genug, die Amerikaner sind in ihrem Stolz empfindlich verletzt. Prinz Battenberg hat bewundernswert gerade die Stelle getroffen, wo sie „sterblich" sind. Tiefer fatale Zwischenfall wird sobald nicht vergessen werden. ............. Jtirrtif unb 5diu(e. — Nach einer Meldung der „N. Bad. Landesztg." faßte der Vorstand d-s Badischen ^ehrervereins in einer Sitzung tu Offenburg einstimmig den Beschluß, daß Mitglieder kons. Lehrervereine nicht zugleich nutn Mitglieder des Badischen Lehrervereins sein können, da die Bestrebungen der simultanen und fenf. Lehrervereine sich in mehrfacher Hinsicht widersprechen, und da ferner die Interessen deS Badischen Lehrervereins durch den kathol. Verband zu schädigen gesucht werden ht d'r Vorstand d^ Badischen Lehrervereins auf Gr.'nd des £ £2 der Vereinsstatuten einstinnnig den Au s schlu fr b-r Mitglieder hrS katholischen Lehrervereins aus dem Badischen' Lehrerverein beschlossen. Arbeiterbewegung. Bochum, 13. Nov. Tie Meldung, die Bergarbeiter- führer hatten über einen neuen Streik beraten und den Beginn bereits festgesetzt, wird von einer hervorragenden Stelle als erfunben bezeichnet. Die Kassen der Verbände verfügten nicht über die zur Durchführung eines neuen Ausstandes erforderlichen M i11el. Abgesehen davon würde sich auch ein gro>r Teil der Bergarbeiter, die burefr dm ungünstigen AuSgang des Jmuer^r-i's kopfscheu geworden sind, an einem neuen Ausstande nicht beteiligen. Breslau, 13. Nov. Die Belegschaft deSderBergwerkS- Gesellschaft Gieschen Erben gehorchen Kronprinzen- Kleims Ifeuilleton. — Aus Frankfurt wird uns gcfchricben: Die Erstaufführung von Glucks „Iphigenie auf Tauris" war für die hiesige Bühne ein großes künstlerisches Ereignis. Es ist eine sehr anerl i.nenswerte Leistung. daß die Intendanz der vor- jälwig.m Aufführung der ..Aulis-Jphigenie" — die, nebenbei gesagt, nach wenigen Aufführungm trotz großen Beifalls wieder vom Repertoire versckw nd — bie weniger bekannte Tanris- Jphigenie folgen ließ. Für d's Werk selbst gilt im vollsten Maße lvas alle Werke Glucks auszeichnet — die vornehme edle Durchsüb'" ng. Tie Rich. Strauß'sehe Bearbeitung paßt sich Überall dem Ra Innen des Ganzen an, tritt aber nur am Schluß des Werkes besonders hervor. Tie hiesige Aufführung war mit großer Umsicht von Dr. Rottenberg vorbereitet, namentlich führten CrrfjeHcr und Chor ihre fcbtvicrige Aufgabe glänzend durch. Bon den Solisten muß in erster Linie Herr Breitenfeld als Orestes genannt werden der besonders gut disponiert, schien: auch Herr Gentner als Pylades leistete Gutes. Wenn beide Künstler an d"" dramatisch belebten Stellen mit ihren [ schönen Mitteln noch etw's mehr Maß halten wollten, so werden sie den Gluck'scheu Intentionen noeb nrfjr gerockst wer>:n. Weniger am Platz war Herr Leydström als Thoas und auch Fran G r e e f - A n d r i e s s e n in der Titelrolle, w^r trotz schöner Einzelheiten enttäuschend. Tie Stimme der Längerin besitzt nicht mehr genügende Biegsamkeit, um den Fernsten des Glucksen Ge- s-nges gerecht zu werden. Das Publikum nahm das Werk mit großem Beifall auf. — In der gegenwärtigen Zeit der "leisch- teuerung wird ein Artikel des Dr. med. Lewinski über Ileischil- oder Pflanzennahrnng" intereff.eren, der sich im 4. Heft der illustrierten Famil.euzeitschrift , ( ur Guten Stunde" (Teutsck?es Ber'.agshaus Bong u. Co., Berlin W 57 Preis des Heftes 40 Pf ' voryndet. D e Frage, inwieweit und bis zu welchem (frr.be Fleisch zu entbehren ist bei dertägsicktcn Nahrung, wird hier eingehend.Ventil''.', und d.e Gefahren, die eine l ä n g e r w ä hr e n de Ent: e h u n g d e r § lc i 1 ch- f oft für die Gesund hei t mit sich b r i n g t -. bervor- g"hoben. — Ein weniger ernstes.Thema b.^ndelt der Artikel über Das Winzerfest in Vevey". Mit gluhenoen Farben und vackeuder /1860\ /t.p.a.p.mX C.nETEP5YPFV WW «<• 3fiu •-•K'äÄ *#*ss STÄS* s" “»<« »y- bn"""'- tnd «f’d' Srrlag u V"', fl,r Ä, mriggg Lust Ä einer fr W« rntschlie Wilhelm D-chler. die im ®olhneb Keller, um weniqe Mon den Tod vc 'Qn(W arbeit^ e?f" 60. Geh, ?n,lia gefolgt n £■* Kör c,7 w,c ein j s'llle gefeiert, c ln W uni Bjs Sä1* Platten 9?rti 1 emem s?'"rali§ fit (tatt Jen u"b «m -« ft*« •« Men „ »rin, S1*, ^ntng t"9 m e»t>n>io9lr "b »er -n 4,^a M Sie 6 und Climmungsb hindurch, daß u heute zugestanden mdglich, ja imbei Bilder regt in Bollsbewegung, yngefäbr olles, i Uniivälziingen vc bigfeit gnvifierm tische Märchen v den fertigen Pali zuvor ein leer.r Miquel hat florl1 sich fleror im täglichen Lr irgendwo der B Mann nach, ol zündenden Funk eine ganz beruh die preußische % gegen ein etwaig ungen. Siber uni nicht erschöpft fein ernstlich stagen, c Ärund zur 11 welche Weise Selbstbewußt ganz au feer oi ,russischen Brüd Anhängern der Richtung ändert somer Forderun zusammen. U demolratiich-n, L" le'en. um tla Nur echt mitDreieck- !sch achtes trat in eine Lohnbewegung ein. Der größte Teil der 'Arbeiter ist heute nicht eingefahren. Auf dem Kaiser Wilhelm- un? i: ro u pr i n , > n s cha ch t der Wildenstcrnsegen- Crübc sind früh 5)0 Mann nicht cingcfahrcn: auch sie verlangen Lohncrhadung wegen Fleischt euer u n g. Kat t owi, Li. Rov. In Schoppinitz sind 1500 Bergleute in deu 2trcii getreicn. Dor acht Tagen hatten die Leute ein? Lohwvuch-ii.r^i? von 15 Prozent verlangt, ferner btc 10 stündige Arbeit--,cit, teeicitigung der neuen Arbeit-.'ordnung •und d:s Zloangcs, deutsch zu sprechen. Morgen treten wertere Belegschaften in den Streik. . M c n n h ciht, 13. J.'co. Die vom Vorstande der Mannheimer Produktenbörse aus heute anberaumte Versammlung der Interessenten am Rotterdamer Gc t r e i de ha u d el faßte mit den Delegierten der GJcri.'iöebörfen und Märkte zu Mannheim, -vrank- furt a. M., Köln, Duisburg, Dortmund, Krefeld und Neus; ern- .stimmig jolgende Rcsoiutivn: Nachdem die Absich» der oberrh. rheinischen und westfälischen Getreidebörsen und Markte durch die Entsendung von Delegierten an der Beilegung des ^strerks rn •Rotterdam ntiljunirien, gescheitert ist, empfehlen wir unsren Kollegen dringende Bezug, nach ffiotterdam nicht mehr zu machen, sondern solange ichcr andere Häfen zu leiten, bis m Rotterdam nieder geregelte Zustände herrschen. , Toulon, 13. Nov. Der Verband der Haren ar ber- t c r erläßt einen Aufruf, worin er die Arbeiter auffordert, ihr Recht zu verteidigen, .r 's gleichzeitig das Recht des gesamten Proletariats sei. Nur durch Solidarität könnten rhre Forder- ii.ngeu durchgedrüci: weroru. Auch die sog. Gelben verössent- sticheu einen Aufruf, in bces heißt, daß die Arbeiter gegen- •wärtig feinen ernften Grund hätten, in den Ausstand zu treten. — Dian glaubt auch, daß in allen französischen Arsenalen die Arbeiter m den Ausstand treten weiden. Der Erlaß der .Hafenarbeiter i;* auch an die Soldaten gerichtet, die aufgesordert werden, im Falle vo i Demonstrationen nicht auf die Arbeiter zu .schießen, d > occ.1 ;ie ~ ur 'Arbeiter seien. HLniversilär Kietzen. Drittes Verzeichnis der neu immatrikulierten Studierenden, a. Juri ft i i d) e Fakultä t. St. Busenbcnder, Wetzlar, in Wetzlar. A. r\iil)iiemuub, Bad Nauheim, m Bad Nauheim. Dl. Mnchnajewsky, Älstrachan, Hillebrandstraße 10. b. Dl e d i z i n i s ch e Fakultät. I. Blaute, Medizin, Essen i. O., Frankfurter Straße 25. E. Bojch, Tierheilkunde, Wesel, Kaplausgasfe 12. K. K oder deck, Aled., Wilhelmstraße 5. G. Lang, Dled., Elverield, Grünberger Straße 44. A. Dient, Tierheill., Oestrich, Frank'urter Straße 83. H. 'Dienen, Tlerheilk., Leipzig, Hillebrandstraße 14. G. Diener-, Dieb, und Tierheilk, Bardowick, Wetzlarer Weg 41. L. Dlöller, Zahnheilk., Lauterbach, Sleinstraße 71. W. Rusche, Dieb., Bremerhaven, Ebelstraße 28. H. Wolf, Med., Effenheim, Bruchskraße 7. c. P h l l o s o p h l s ch e F a k u l t ä t. F. Bartens, Chem.. Hannover, Ludwigstraße 37. K. Emmel, Kl. Philol., Vacha, in Grimberg. S. Facob, Geld)., Nieder-Gemünden, Grünberger Straße 12. K. .Vanibad), Pharm., Gleiwitz. Liebigstraße 31. KepccS, Gesch., Kis-Ujlak, Wohnung, noch nicht oiujcgeben. ;H. tinf, Qlaturiü., Wimpfen, Bleidstlräße 11. !A. Löhr, Ehem., Wiesbaden, Goethesiraße 50. A. Ruppel, Math, nnb Naturw., Butzbach, Bruchstraße 11. Dl. Sadheim, Philos., Grodno, in Frankfurt a. Dl. K. Schlpp, 'Damrw-, ">:eße„, Frankfurter Straße 95. E. Schmidt, Forstw., Darmstadt, Bleichstraße 16a. K. Sledeieder, Naturw., Herrord, Frankfurter Straße 95. •T. Weidet, Chem., Worms, Grünberger Straße 34. Hiuivkrfitats-Nachrichten. — Wie der „Köln. Ztg/' aus New York gemeldet wird, chberwies der Bankier James Speyer dem Kuratorium der Columbia-Universität 50 000 Doll, als Dotation firr eine im Sinne des Präsidenten Roosevelt an der Berliner U n t» berfität cinzurichtcnde Professur für amerikanische Geschichte. Kleine T a g e schron if. Das großeLos der pr e u- ßischcn K l a s s e n l o 11 e r i e siel auf Nummer ^29 738. — Tie Infanteristen Rosinski und Geppert, t - bei OHrowo (Po-sen) ben Wirt Ei. pa und d essen Sohn ermordet und beraubt haben, wurden fiert gefesselt in das Posener Garnisongefängnis gebracht. Auf Verlangen des Kaisers ist ein ausführlicher telegraphischer Bericht über den empörenden Raubmord an das ziriegsminifterium erstattet worden. — In Leipzig wurde an einer Strickereihändlerin ein s chwerer Raubapf all verübt. Als der Laden leer war, erschien bei der Frau ein fremder Mann, der sich Muster vorlegen liefe. Hierbei packte er die Frau und würgte sie am Halse, bis sie bewußtlos zu Boden,anf. Dann raubte er die Kasse aus und flüchtete, ohne daß es der Polizei bisher gelungen wäre, ihn zu verhaften. Die Frau liegt schwer- krank 'Mr n icder._______________________________________ Eingesandt. (Für den Inhalt der u; v ee Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Einsender dieses Scktreibcns fragt an, ob das Trottoir am alten Krosdorferweg für Pferde und Wagen oder für Fußgänger ist. Tcgtäglich sieht man Buotn«gen, Rollwagen, Auto und Radfahrer das Trottoir passieren. Wäre es nicht möglich, die Straße in £rbmmg zu bringen, damit die Fuhrwerke ujw. ihren richtigen Weg fahren, und der zu Fuß gehende Steuerzahler keine Angst vor ihneii zu haben braucht. Hoffentlich genügen diese Zeilen, uin b.r.t Ucbelstand ab-mhcdcn. §pidpltnc der verrtntgten Frankfurter StadttHeater. Lpernhaus. Dienstag ben 14. November'): „Violetta." Mittwoch ben 15. November: 2. Abonnemenlskonzert. Donnerstag den 16. Nov., abends halb 7 Uhr: „Tristan und Isolde." Freitag den 17. Nov.: „Tie luftigen Weiber von Windsor." Samstag den 18. November: ^Ter Postillon von Lomumeau." Hieraus: Z u m e r ft e n Dl o l e: Der verlorene Groschen." Tanzinärchen in 4 Bildern von Johannes Toelber. Sonntag den 19. November, nachmittags halb 4 Uhr:-„Die Geisha." Abends 7 Uhr: „Tannhäuser." Diontag den 20. November geschlossen. Schauspielhaus. Dienstag den 14. November: Zum ersten Male: „Das schwache Geschlecht." (La plus faible.) Schauspiel in 4 Akten von Marcel Prevost, dentsch von Sigmund Lauten- bürg. Dlittwoch den 15. November: „Das schwache Geschlecht." Donnerstag den 16 Nov., abends halb 8 Uhr: „Zaza." Freitag den 17. November: „Don Carlos." Samstag den 18. November: „Tas schwache Geschlecht." Sonntag den 19. November, nachmittags halb 4 Uhr: „Stein unter Steinen." Abends 7 Uhr: „Tas schwache Geschlecht." Diontag den 20. November: „Ton Carlos." Dienstag den 21. November: „Was ihr wollt." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Familien Nachrichten. Gestorben. Herr Carl Scriba, Groß. Hess Hauptmann a. D., Darmstadt — Frau Elise Huber, geb. Schneider, Osthetm. — Herr Anton Krumm, Offenbach a. Dl. — Herr Ruben Hirschhorn, Fried' berg. — Herr August Busch, Dlainz. (SSanfcü und Kerke« r. Kotkswirrjchafr. Märkte. Gießen, 14. Nov. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt, kosteten: Butter pr. Psd. 1.05—1.15 Dlf., Hühnereier 1 St. 8—9 Psg. Ä S & 19 !3 o- S 5 ö « « Öti ■*Xt E 2. o iSe 3 <6 ue Ct) tf» 3<- ®> ä = ÄS ö CD n CD 1 <5? (S) o o Ä —. co öä ÖD — O e s - 2 Stck. 00—00 Psg., Gäuseeier 15—00 Psg., Enteneier 6—7 Dr. Stck. 6—8 Ps., Kasematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbsen vr. Liter 21 Linsen pr. Liter32 Pig., Taubenpr.PaarO,80-0,90Dlk., Hühnerpr.Li 1,00—1,60 Dlf., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Dlk., Enten pr. Stiicj 1,80—2,20 Dlk., Gänse vr. Pfd. 65—70 Psg., Ochscufleisch pr. -Lid. 72—82 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweine- fleijd) pr. Pfund 80—90 Pfg., Schweinefleisd), gesalzen, pr. Pwnö 94 Pfg., Kalbfleisck) pr. Pfd. 70—80 Psg., Hammettieijch pr. Diui- 50—76 Psg. Welsche per Pfund -.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,00—5,50 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 DiL, Milch per Liter 20 Pfg., Derlei ver Pfund 10 bis 25 Pfg., in Körben 00 Pia., Nüsse 100 Stück 30-40 Psg., Birnen per Zentner 8 bis 10 Dis. Weißkraut 0.07—0.10 Mk. Marktzeit 8—2 Uhr. ■—j--------------- - — ' IJI— "m Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 13. November 1905. Fleischpreise in Gießen Höchste Schlad)tviehpreise m Frankfurt a. Dl. Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 82-84 Dlk. Kg. Schlachtgew. 86—90 Pf. V, „ „ 79—80 „ 7, Kg. 72-82 Psg. 7» , 70—80 , V. „ 80 90__, Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Girßen Wetzen 100 Kg. 18.90 Dir. Roggen 100 Kg. 17.35-00.00 Mk. Weißbrot 2 Kg. 52 PiA Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg. S^eßtcDiDloflifttie Beotiachrungen der Station Gießen. —- — November O o o ~z — — e> « .2 riX 3 7. A J-» :e 1905. O c c VD Cl> Absob Jeucl)ti rSf 3 f Wetter 13. pS5 1 726,2 + 6,0 6,4 91 s 2 Vew. Himmel 13. 9“ 726,7 + 5,4 6,4 95 NE 2 Bed. Himmel 14. 729,1 + 4,4 5,8 93 E 2 V • Höck) ’te Ten iperatu r am 13. N oöembe r — 6,3 6 C. Vltebrigfie 13. fr = 4,3° C. 2/ga Millionen Stück Doermg's Eulen-Seife sind bis End.' ST® 1904 zum Versand gelangt. Keine andere Toilette-Sei'r hat einen solchen Ersqlg aufzuweisen l Dieser Verbrauoi gK ist der beste Beweis für die Güte und die vorzügliche Wirkung des Fabrikats. Dian weise minderwertige Nach- ahmungen zurück und verlange nur Doering's Eulcu> Seife, weldte zum Preise v. 40 Pf. p. Stück überall zu haben ist, hv". ü@ufi rar Marke auf der Sohle.