treuer Onkel Eck- Ave Sorten M9 litori# Öaw ■Mti ^T^dbilligsten schönsten unv iW -hr Allskvo!" «’s ttt S*6. ül“ .-gflra«W?W ÄS’ 1 .e'tnabme von Anzeige« it bte Xr ÄN'iimn« ■'3 vormittags g1tfite Ze 'envreiS: öir-würts '.'4 Wz. Verantwortl'/ch phr den poltt und teilt P. Witiko: fflt .Stadt und 2anb' und .GerichtSsaalE; August Goetz; Mr den An« zetgenteil: Sans Beck- Truppennachschub für SüdwestasriKa. Ein längerer Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." beschäftigt .sich mit der Frage des Truppennachschubs für Südwestafrika. Er stellt fest, daß der Umfang der bereits bewirkten oder für die nächste Zeit in Aussicht genommenen Transporte stark übertrieben werde, und daß die jüngsten Transporte keineVerletzungdes Budgetrechts bedeuten. Das Blatt teilt mit, daß der Reichskanzler die budgetrechtlichen Einwendungen gegen die neuesten Truppen aussendungen zum Anlaß genommen hat, eine genaue und alle Einzelheiten der verwickelten Materie umfassende Nachprüfung der gesamten bisherigen budgetären Behandlung des Truppennachschubes für Südwestafrika anzuordnen. Die „Nordd. Allg. Ztg." führt dann aus: 'Alle Mitteilungen, die von irgend einer erheblichen Verstärkung der im Felde stehenden Truppe sprechen, gehören in das Reich der F a b e l. Die Regierung war und bleibt ernstlich bemüht, die Truppenaussendungen innerhalb des Rahmens der von den gesetzgebenden Körperschaften ausgesprochenen Be- willigungen zu halten. Nur dann würde sie hiervon abweichen, wenn und soweit der Gang der Ereignisse in Südwestafrika es gebieterisch erfordern: sollte; keinesfalls aber würde sie zu einer derartigen Maßnahme schreiten, ohne sich der vorherigen Zustimmung der gesetzgeberischen Körperschaften vergewissert zu haben. In dieser Beziehung hat der Reichskanzler anläßlich der Jndemnitätsdebatten bei der Beratung des zweiten Nachtragsetats für 1904 an die beteiligten Ressorts die strengsten Anweisungen gegeben. Sodann wird dargelegt, daß der Rahmen der durch den Etat für 1905 erfolgter: Bewilligungen bei dem bisher bewirkten und weiter in Aussicht genommenen Transport, an den sich die budgetrechtliche Diskussion in der Presse in erster Linie angeschlossen hat, innegehalten wurde. Der Julitransport erfolgte zur Verstärkung der Etappentruppen und Fuhrparkkolonnen. Ueber die mit der Bitte um größte Beschleunigung erbetene Etappensicherung braucht in Anbetracht der zahlreichen Ueberfälle auf Proviant- und Munitionskolonnen kaum ein Wort verloren zu werden. Die „Nordd. Allg. Ztg." führt weiter aus, alle Kredite für Südwestaftika, insgesamt 77,6 Millionen, seien sowohl in dem ursprünglichen wie im Nachtragsetat unter dem einen Titel „Ausgaben infolge Verstärkung der Schutztruppe zur Niederwerfung des Eingeborenen-Auf- standes" ausgebracht, und zwar in Form einer Pausch- summe. Die einzelnen Formationen des Sollbestandes und Verstärkungen sind jedoch abweichend von dev sonstigLN Etatisierungsform in dem südwestafrikanischen Etat nicht im Dispositiv einzelner Titel, sondern lediglich in der Erläuterungsspalte als Grundlage für die Veranschlagung des angeforderten Pauschalbetrags aufgeführt. Dasselbe gelte von den Ergänzungstransporten. Die abweichende Art der Etatisierung wurde gewählt in Anbetracht der im voraus nicht zu übersehenden Gestaltung der Kriegslage, der militärischen Bedürfnisse, namentlich der Ergänzungstransporte. Der Reichstag hat die Notwendigkeit eines solchen Vorgehens anerkannt durch die Genehmigung des Etats in dieser Form. Außerdem wurde vom Reichstag wiederholt anerkannt, daß es sich um einen Kriegsetat handle, wobei die Festlegung und Innehaltung von Einzelheiten unmöglich sei. Der Reichstag stellte also der Negierung für einen einheitlichen Zweck einen Kredit zur Verfügung, über den die Regierung nach bestem Ermessen nach Maßgabe des bezeichneten allgemeinen Zwecks unter Innehaltung der in den Erläuterungen angeführten Durchschnittszahlen zu disponieren hat. Wenn dabei dringende mil:- tärische Interessen zeitweise Vers chiebungen gegenüber den Berechnungsgrundlagen in Erläuterungen erfordern, darf die Regierung sich auf Grund der allgemeinen Fassung des Titels, seiner Bedeutung und der Erläuterungen zu Abweichungen ermächtigt halten, sofern die zeitweisen Verschiebungen sich im Laufe des Etatsjal "es ausgleichen und innerhalb der genehmigten Summe hau t. Diese Erwägungen treffen in vollstem Maße auf die bisher bewirkten und in Aussicht genommenen Truppentransporte zu. Die Kosten sowohl siir die Verstärkung der Etappentruppen, ellva eine Million Mark, als auch siir die Beschleunigung der von Anfang an vorgesehenen Ergänzungstransporte, etwa Vs Million, sind im Verhältnis zu der ausgeworfenen Pauschsumme von 77,7 Millionen so geringfügig, daß fte jetzt schon durch die beträchtlichen Abgänge größtenteils oder sogar völlig aufgewogen sind, daß.jedenfalls be einer nur einigermaßen günstigen Wendung des Feldzugs ein vollständiger Ausgleich des dritten und vierten Quartals des laufenden Etatsjahres in Rechnung gestellt werden kann. Die siir den Beginn des Etatsjahres 1905 veranschlagte Sollstärke der Truppe an Offizieren und Mannschaften betrug 14 004 Köpfe, die effektiv nicht vorhanden war, d a die Abgänge nicht abgezogen waren. Die 'Anzah! der Abgänge durch Tod, Verabschiedung usw. beträgt bis heute 1828. Die Anzahl der im Etatsjahre 1905 ausgesandten Transporte einschließlich des Julitransports und der für August und September vorbereiteten Transporte insgesamt 1919. t r Nach den Erläuterungen zum dritten Nachtrag des HauS- haltsetats für die Schutzgebiete von 1904 ist der erste Ersatztransport im Februar 1904 von 250 Köpfen auf Abgänge voll in Abrechnung gebracht. Dagegen ist von den folgenden Ergänzungstransporten lediglich die Hälfte auf Abgänge zu verrechnen, während die andere Hälfte eine Verstärkung des Sollbestandes darstellt, in Anbetracht der Ungewißheit der bevorstehenden Abgänge, die auf den für Ende August und Anfang September vorbereiteten beschleunigten Ergänzungstransport anzurechnen ist. Es läßt sich zur Zeit überhaupt noch nicht übersehen, ob durch die Aussendungen eine auch nur zeitweilige Ueberschreitung der nach den Etatserläuterungen zu berechnenden Kopfstärke herbeigeführt wird. Jeden- allS ist zur Zeit eine Ueberschreitung der Sollstärke durch >ie Iststärke nicht vorhanden, denn die gesamte Kopfzahl der bisherigen Aussendungen zuzüglich der bei Beginn de? Auf- tandeS vorhandenen Schutztruppe beträgt unter Einrechnung des Julitransports 15 734 Köpfe. Davon sind 1828 Abgänge. Es bleibt ein Jstbestand von 13 906, während der Sollbestand Ende Juli 14 254 betrug. Von den bis 1905 ür die Niederwerfung des Aufstandes bewilligten 185,9 Millionen waren bis Ende Juli 137 Millionen verbucht, o daß der Regierung immerhin noch der ansehnliche Kredit von 48,9 Millionen zur Verfügung steht, während im vorigen Sommer nicht nur die bewilligten Kredite gänzlich aufgezehrt waren, sondern bis zum Zusammentritt des Reichstags ein vielfaches der bewilligten Mittel verausgabt werden mußte. Die angeführten Zahlen tun dar, daß eS heute noch gar nicht übersehbar ist, ob und in welchem Umfang durch die 1905 bewirkten und in Vorbereitung begriffenen Transporte auch nur eine Etatsüberschreitung eintreten wird, während eine außeretatsmäßige Ausgabe überhaupt nicht in Frage kommt. Unter diesen Verhältnissen liegt für die Regierung nur die Einbringung eines Nachtragsetats vor. Zur Herbeiführung der schleunigen Genehmigung eines solchen durch die gesetzgebenden Körperschaften ist nicht nur kein Anlaß vorhanden, sondern genau genommen nicht einmal eine Berechtigung. Sollte sich im Endresultat eine geringfügige Mehrausgabe auf den Titel: Verstärkung der Schutztruppen für 1905, ergeben, wie sich vor Feststellung des Kassenabschlusses überhaupt nicht konstatieren ließe, so würde diese wie jede andere Etatsüberschreitung behandelt werden müssen. Sollte sich jedoch im weiteren Verlaufe des Etatsjahres im voraus übersehen laffen, daß die bewilligte Sollstärke nicht ausreicht, und die bewilligten Kredite nicht innegehalten werden können, oder sollten andere im Etat nicht vorgesehene Ausgaben im Zusammenhang mit dem Aufstand sich unabweisbar zeigen, so würde der Reichskanzler, der fest entschlossen ist, die Rechte der gesetzgebenden Körperschaften auch unter den durch den südwestafrikanischen Krieg geschaffenen schwierigen Verhält- niffen aufs peinlichste zu beachten, nicht zögern, den gesetzgebenden Körperschaften einen Nachtragsetat vorzulegen und zur Genehmigung die gesetzgebenden Körperschaften rechtzeitig einzuberusen._________________________________________________ Die Begegnung Kaiser Franz Josephs und König Eduards. Wien, 16. Aug. Die Entrevue zwischen dem Kaiser Franz Joseph und König Eduard in Ischl erhielt durch die beiden langen Unterredungen, welche beide Monarchen auf der Fahrt von Gmunden nach Ischl und beim Tee im Hotel Elisabeth mit einander hatten, und die zusammen über Vj2 Stunden dauerten, eine besondere Bedeutung. Heute unternahmen beide Monarchen eine Rundfahrt um Ischl, von der sie direkt zum Bahnhof fuhren, wo bereits bte anderen Mitglieder des Kaiserhauses versammelt waren. Die Verabschiedung war überaus herzlich, der Kaiser und der König küßten sich zweimal. Im Gmunden machte der König Eduard einen kurzen Aufenthalt und nahm im Hofwartesalon mit der herzoglichen Familie von Cumberland, die zu seiner Begrüßung erschien, das Frühstück ein. Der König setzte sodann seine Reise nach Marienbad fort, wo er heute abend eintrifft._______________ Englische Hetze. London, 16. Aug. Die „Times" schreibt, die Gewährung einer deutschen Anleihe an Marokko müsse Frankreichs öffentlicher Meinung einen Stoß versetzen und Frankreichs Mißtrauen gegen die deutschen diplomatischen Methoden vermehren. Deutschland hätte kein besseres Mittel finden können, Frankreich dazu zu provozieren, daß es die Marokko-Konferenz nun ablehnt. Doch werde^rank- reich allein zu sagen haben, welche Haltung es gegenüber der neuesten Entwickelung der deutschen Diplomatie einnehmen werde. Jedenfalls werde Frankreich die vollste Unterstützung Englands haben. Der Vorfall zeige wieder einmal die provozierende Tendenz der modernen deutschen Politik, welche die wahre Wurzel von Englands Mißtrauen sei. Dieses Mißtrauen bedauerten alle, aber es sei unvermeidlich solange Deutschlands jetzige Staatsmänner nicht auf ihre klobigen Nachahmungen der unwür- digeren unter den Methoden Bismarcks verzichteten. Zur Trennung Schwedens und Norwegens. Christiania, 16. Aug. Das Storthing tritt Montag abend zusammen. Die Idee, die Frage der Grenzfestungen einer internationalen Fachkommission zu überweisen, ist so gut wie durchgedrungen. Björn son, bisher der stärkste Gegner der ganzen Bedingung, ermächtigte einen Korrespondenten der Franks. Ztg., seine Zustimmung zu versichern. Sigurd Ibsen schlägt Schweizer und belgische Offiziere vor. Geheime wohlakkreditierte Unterhändler befinden sich zur Zeit in Stockholm. Die Haltung der schwedischen Presse gegenüber dem Plebiszit verstimmt hier. Es ist unwahr, daß eine freie Meinungsäußerung hier unterdrückt gewesen ist. Pastor Brun erhielt die Erlaubnis, wo immer öffentlich für ein „Nein" zu sprechen, nur nicht in der Kirche. Politische Tagesschau. Die Ursache der Spremberger Eisenbahnkatastrophe. Die folgenschwere Spremberger Eisenbahnkatastrophe ist dem Alkohol aufs Schuldkonto zu setzen. Die bisherigen Feststellungen haben als zweifellos ergeben, daß ber oer- haftete Stationsbcamte wenige Stunden vor seinem Dienstantritt an jenem Unglückstage eine längere Kneiperei hinter sich hatte. Ein Unterbeamter, der auf den im Anfahren be. griffenen Zug aufmerksam machte, wurde, dem „BreSl. Gen.« Anz." zufolge, von dem angetrunkenen Stationsbeamten hart angelassen und ersucht, sich um seine eigenen Funktionen zu bekümmern. Das furchtbare Unglück wäre also sicherlich ver- mieden worden, wenn der Stationsassistent, wie es sich gehört, in nüchternem Zustande seinen Dienst angetreten hätte. Dieser Vorfall rückt die Bedeuttmg der Alkoholfrage ftir den Eisenbahnbetrieb in das grellste Licht und wird hoffentlich die Verwaltung veranlassen, ihre anerkennenswerten Bemühungen, bei den im äußeren Dienst tätigen Beamten den Alkoholgenuß zu bekämpfen, zu verdoppeln. Man braucht keineswegs Abstinenzfanatiker zu sein, um zu wünschen, daß, wenn Leben und Gesundheit der Reisenden auf dem Spiele steht, Enthaltsamkeit geistigen Getränken gegenüber zur Pflicht gemacht werde. * Gegen den Grundstucksschacher hat der! Regierungspräsident in Potsdam eine zweckmäßige Neuerung getroffen. In Neu-Lickitenberg soll eine Apotheke er- richttt werden. Bei derartigen Ausschreibungen wurden btsher die Straßenzüge, wo die neue Apotheke hinkommen sollte, genau bezeichnet. Die Hausbesitzer suchten natiirlich diese Kenntnis beim Verkauf eines HauseS an den Inhaber der Apothekenkonzession gehörig auszunutzen. Die neue Ausschrcrknmg deS Potsdamer Regierungspräsidenten vermeidet diesen Uebelftand. Wegen der genaueren Oertlichkeit, heißt es darin, wird sich der betr. Konzessionär seinerzeit mit dem Regierungs- und Medr- zinalrat in Verbindung zu setzen haben. Die künftige Lage der Apotheke braucht so nur dem Inhaber der Genehmigimg und der Behörde bekannt zu sein. Dem Handel mit Apotheken-K'on- zessioncn will die Ausschreibung dadurch entgegentreten, daß eine eidesstattliche Erklärung darüber verlangt wird, ob bet Bewerber eine Apotheke bereits besessen hat. Zutreffendenfalls' sind Zeitdauer des Besitzes zu nennen und die Gründe darzulegen, welche ihn zur Aufgabe seines Besitzrechts an der Apotheke veranlaßt haben; auch ist ein genauer Nachweis des Kauf- und Verkaufspreises der Apotheke zu erbringen. Apotheker, welche erst nach dem Jahre 1888 approbiert sind, haben bei der großes Zahl älterer Bewerber keine Aussicht auf Berücksichtigung. Kirche und Schule. Großstabtvolksschulen. Ein gelegentlicher Mitarbeiter schreibt uns: Wie viele von den Gymnasiasten, die hoffnungsfreudig von ihren Eltern in die Sexta eingeschult werden, erreichen wohl ihr Ziel und legen das Abiturientenexamen ab? Höchstens ein Drittel oder ein Viertel. Diese Tatsache hat keinen Einfluß auf die Organisation der Gym* nasien. Das Lehrziel steht fest. Wer es nicht erreicht, mag sehen, was er mit seiner unvollkommenen Bildung anfangen, oder wie er ihr einen Abschluß geben kann. Ms die Ab* fallenden wird keine Rücksicht genommen, wer nicht mit* kommt, wird ausgeschieden. Die Volksschule ist nicht in der Lage, minder begabte Schüler abzuschieben. Sie muß, vielmehr alle — ausgenommen völlig Bildungsunfähige — behalten und soll sie in einer bestimmt abgegrenzten Zeit zu einem gemeinsamen Ziele fuhren. Der Grundlehrplan der Berliner Gemeindeschulen drückt dasdurjch die Forderung aus: „Die Kinder sind in allen Klassen soweit zu fördern, daß sie in ihrer überwiegenden Mehrzahl ein Jahr vor der Beendigung ihrer Schulpflicht die Versetzungsreife für die erste Klasse erreichen." In allen Volksschullehrplänen findet man diese Forderung mehr oder weniger deutlich ausgesprochen. Wie sieht nun diese „überwiegende Mehrzahl" aus? Das „Statistische Jahrbuch deutfcher ©täbte" gibt herüber Auskunft. Nur brei Beispiele seren zur Illustration gewählt. In ben achtktassigen Volksschulen Mannheims haben Ostern 1901 von hunbert abgehenben Schülern. 64, in ben siebenklassigen Posens 73, in beu sechsklassigeu Magdeburgs 49 nicht die erste Klasse erreicht. Berlin hat noch ungünstigere Abgangszahlen. Sie liegen in der Ueber* gangszeit vom sechs- zum achtklassigen System begründet. Nie wird die überwiegende Mehrzahl die erste Klasse erreichen. Ungefähr ein Drittel der Großstabtvolksschüler er* hält eine Torsobildung. Und da die für unser Kulturleben besonders wichtigen Kenntnisse fast ausschließlich den beiden obersten Klassen zugcwiesen sind, ist das Manko in der Bildung bei den Schülern, die diese Klasse nicht mehr erreichen, ein ganz bedeutendes. Aus welchen Gründen bleiben denn nun Kinder sitzen? Keineswegs ist Unfleiß der hauptsächliche Grund. Geringee Begabunrg. Krankheit ober schlechte häusliche Verhältnisse lassen bie Schüler häufig nicht bas Klassenziel erreichen. Diese Kinber haben boch das Recht, eine ihren Fähigkeiten entsprechenbe Ausbilbung zu verlangen. Unb die Schule hätte bie boppelte Pflicht, gerabe biesen schon von ber Natur oder vom Schicksal stiefmütterlich behandelten Kindern ganz besondere Fürsorge zuteil werden zu lassen. Man hat Vereinfachung der Lehrpläne unb Herabminderung der Klassen fr eguenz gefordert. So berechtigt diese Forderungen sind, so sind sie doch nicht das Allheilmittel: das beweist Leipzig, das trotz niedriger Schülerzahl und einfachem Lehrplan noch ein Viertel seiner Schüler entläßt, ohne daß es die erste Klasse erreicht hat. Der rührige Stadtschulrat Mannheims, Dr. A. Sickin- ger, ist der Meinung, daß die achtllassige Schule eine Uniform ist, die nicht für alle Schüler paßt. Er hat für Mann Hein: die Differenzierung der Schüler nach ihrer natürlichen Leistungsfähigkeit burchgekübrt .Stort iS ein» int Südwestasrika gegen die Besckuldigungen, die jetzt vielfach hegen ffm erhoben werden, in Schutz nimmt, u. a. folgendes: „Wir haben keinerlei Beziehungen! zu Herrn b. Trotha und ahnen nickt, wie er sich entschließen wird. Doch wissen wir, daß ferne 63nttin in einem hiesigen K'rankenhause todkrank darniederliegt, und es will uns nicht ausgeschlossen erscheinen, daß er selb st deshalb bald nach Berlin kommt. An und für sich brauchte eine solche Reise nock nickt als Verzicht auf seine jetzige Stellung angesehen zu werden." Unter allen diesen Umständen wird es allerdings wahrscheinlich, daß Herr v. Trotha bald einem andern in Afrika Platz machen wird. — Ein Telegramm iius Windhuk meldet: Unteroffizier Karl Köhler, geb. zu Hannover, früher im kgl. württem- bergiscken 4. Fcldartillcricrcgt. 65, am 12. ds. in der Krankensammelstelle Dawigueb an Tvvhus gestorben. Reiter Georg Lesser zu Schmalkalden, früher Infanterieregt. 167, hat sich am 11. August durch eigene Unvorsichtigkeit eine Schußverletzung an der linken Hand zugezogen. Em Attentat auf die Kaiserin von China. Die „Franks. Ztg." meldet aus Tientsin oom 16. b§.: Auf die Kaiserin von China erfolgte ein Attentat auf dem Wege zum Sommerpalast außerhalb des Nordwesttores. Der Täter war als Soldat verkleidet. Er wurde von einem regulären Soldaten mit dem Bajonett erstochen. Die Kaiserin in der Sänfte blieb unverletzt. Ausland. Kopenhagen, 16. Ang. Amtlich wird mitgeteilt: Das englische Kanalgeschwader, bestehend aus zehn Schlachtschiffen, vier Kreuzern und zwölf Torpedobootszerstörern trifft hier am 8. September ein und bleibt voraussichtlich bis zum 12. September. Paris, 16. Aug. Kontreadmrral Aubert ist zum Lhef des Generalstabes der Marine ernannt worden. Catania (Italien), 16. Aug. Heute morgen fand im Dorfe Grammichele eine Versammlung der Arbeitskammer statt. Rach dieser griffen die Versammelten, der Aufforderung eines Mannes folgend, die Vertreter der öffentlichen Macht an, schleuderten Steine und versuchten, im Zivilklub, der im Erdgeschoß des Rathauses belegen ist, Feuer anzulegen, indem sie die Eingangstür zum Rathaus einschlugen. Rach den gesetzlich vorgeschriebenen Aufforderungen und nachdem alle Mittel versucht waren, die Ruhe wieder herzustellen, feuerten die Polizisten, wodurch sieben Manifestanten getötet und mehrere verwundet wurden. Auch die Polizei hatte mehrere Verwundete. Der Unterpräfekt eilte mit Verstärkungen herbei und stellte die Ruhe wieder her. Petersburg, 16. Aug. Die Veröffentlichung des kaiserlichen Manifestes und der Reichsduma-Ordnung wird voraussichtlich am 19. August erfolgen. Von den dem Kaiser vorgelegten 8 Entwürfen des Manifestes soll das von Pobjedonoszew verfaßte den Vorzug erhalten haben. Petersburg, 16. Aug. Die diesjährige Ernte wird über Rußland neues Elend bringen. Nicht weniger als 26 Gouvernements sind von der Mißernte betroffen, deren Folgen jetzt bereits sichtbar werden. — Der Zar fuhr am 10. August mit seiner Gemahlin von Zarskoje Selo auf seinem Automobil nach Tatschina. Unterwegs geriet das Automobil in eine Kuh- herbe. Der Hirt wurde in den Straßengraben geschleudert. Der Zar ließ anhalten und dem Hirten aus dem Graben helfen. Konstantinopel, 15. Aug. (Wiener Korr.-B.) Der Stellvertreter des bulgarischen Metropoliten in Mona st ir, der am 5. August verhaftet worden war, ist fr ei gelassen worden. — Das serbische Klo st er Lischlaj, nördlich von Monastir, wurde von einer bulgarischen Bande verbrannt und der Verwalter ermordet. Am Freitag ist eine 100 Manu starke griechische Bande in Kladorabi, in der Nähe von Florina, eingedrungeu. Sie tötete 17 Anhänger des Exar- chates mit Messern und Knütteln und plünderten das Dorf. In Kumanieevo, im Bezirke Kastoria, wurden ein Priester des Exarchates, sowie zwei Frauen von Mitgliedern einer Bande getötet und ein Knabe verwundet. — Eine türkische Note an die diplomatischen Missionen verlangt, daß die fremden Hotelbesitzer über den früheren Aufenthalt der ankommenden Reisenden genaue An- ügaben machen. Tientsin, 16. Aug. In Taiyuensu ist ein Aufstand ausgebrochen. Ein Mandarin wurde getötet. 2000 reguläre Soldaten sind angeblich zu den Auf- ,ständischen übergegangen. Aus Kindt und Kaod. Gießen, 17. August 1905. ** Ein mutiger Monteur. Aus München wird uns geschrieben: In der Westermühlstraße in München hatte man anläßlich der Herkomer-Konkurrenz eine Automobil-Einstellhalle errichtet, die mit vier Wagen bestellt werden konnte. Der Besitzer eines Autos, ein Herr Vogel, fuhr nach beendetem Rennen mit seinem Chauffeur zur Halle, wo das Fahrzeug gereinigt wurde. Abends gegen 6 Uhr fuhr auch der Monteur R. Göbel aus Gießen mit seinem nach Heilbronn gehörenden Auto ein. Dort angekommen, ließ er sich von zwei anderen Chauffeuren eine eben gekaufte 50 Liter-Kanne Benzin aus dem Auto heben. Kaum stand die Kanne auf der Erde hinter dem Vogelschen Wagen, so erfolgte eine Explosion, welche im Nu beide Wagen in Flammen setzte. Alles sprang davon, nur der Monteur Göbel zeigte eine außergewöhnliche Geistesgegenwart. Er schwang sich auf seinen brennenden Wagen und fuhr ihn heraus, wo er ihn sofort ablöschte. Das gleiche machte er mit dem Vogelschen Automobil, das vollständig in Flammen stand. Auch die schon angebrannte Autohalle rettete er, so daß der inzwischen herbeigeeilten Feuerwehr nur noch die Löschung der Benzinkanne übrig blieb. Beide Wagen machten trotz des Unfalles das dreitägige Nennen mit. Der Monteur Göbel hat sich im Gesicht und an der rechten Hand leicht Derbrannt. Wäre ihm sein Benzinbehälter im Wagen an- gebrannt, so wäre er rettungslos verloren gewesen. ** Ein jugendlicher Schwindler. Am 15. d. M. gegen abend fanden zwei Kinder in der Alieestraße ein Poremontuaie mit Inhalt. Ein älterer Junge, der zufällig vorbeiging, meldete sich sofort als der Verlierer, und Hie Kinder gaben den Fund auch sofort an ihn ab. Es stellte sich aber heraus, daß er nicht Eigentümer des Portemonnaies war, sondern es den Kindern baeschwindel'i Ute. Das Portemonnaie wurde dem Schwindler wieder abgenommen; es befand sich noch ein Betrag von 2,73 Mark darin. ** Bei na he überfahren. Gestern nachmittag geriet ein 3V2 jährig es Kind am Oswaldsgarten unter die Pferde einer d ah erfahr en den Droschke. Es kam glücklich ohne Verletzung davon. Den Kutscher traf keine Schuld; das Kind war in einem unbewachten Moment unter die Pferde gelaufen. ** Große Gefahr droht der Ansichtskarten- Jndustrie falls sich die Gerichte der übrigen Bundesstaaten einem Erkenntnisse des höchsten bayerischen Gerichtshofes ansckließen sollten. Letzterer hat nämlich entschieden, daß der Ansichtskartenverkauf nicht zum Gastwirtschaftsbetrieb gehört und daher an Sonntagen ein Verkauf außerhalb der für den Handel freigegebenen Stunden in den Gastwirtschaften nicht stattfinden darf, auch selbst dann nicht, wenn die Karten nur Ansichten der eigenen Wirtschaft aufweisen. Da der Verkauf von Ansichtskarten am stärksten an den Sonntagen ist, so würde, falls die erwähnte Entscheidung allgemeine Anerkennung finden sollte, die Ansichtskartenindustrie eine schwere Schädigung erleiden. ** Der Kampf mit dem Drachen ist seitens der Postverwaltung jetzt regelrecht eröffnet worden. Sobald die Ernte begonnen hat und der Wind über die Stoppeln weht, machen die Angestellten der Reichstelegraphie mobil, denn sie haben gegen die langgeschwänzten Ungeheuer eine regelrechte Kampagne zu führen. In dieser Zeit werden durch abgerissene Drachenschwänze die Telegraphen- und Telephonleitungen vielfach gestört. Besonders bei feuchter Witterung, nach längerem Regen ober einem Gewitter, kann die Verbindung zweier Leitungsdrähte durch den Drachenschwanz leicht zu einer teilweisen oder vollständigen Ab- teitung des elektrischen Stromes führen und hiermit unangenehme Betriebsstörungen zur Folge haben. Die fahrlässige Gefährdung einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphen- und Telephonanlage wird aber nach § 318 des Reichsstrafgesetzbuchs mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 900 Mark bestraft. Die Verwicklung von Drachenschwänzen oder auch Leitschnüren mit Telegraphen- und Telephonleitungen ist daher unter Umständen ein kostspieliges Vergnügen. Es empfiehlt sich also, den Kindern einzuschärfen, daß sie beim Steigenlassen der Drache:: den Telegraphenleitungen möglichst fern bleiben und nur solche Wege und Felder wählen, auf denen eine Berührung der Drachenschwänze mit den Leitungsdrähten ausgeschlossen ist. 'Mainz, 16. Aug. In der vergangenen Nacht wurde ein von Kastel nach Mainz gehender, in der Synagogenstraße wohnender Schreiner auf der Straßenbrücke überfallen, von drei Kerlen zu Boden gerissen und seiner Geldbörse mit 72 Mk. beraubt. Die Täter liefen nach Kastel davon und konnten nicht mehr eingeholt werden. — Gestern trieben sich drei Handwerksburschen bei Kostheim herum. Auf dem Weg nach Kastel schlugen plötzlich zwei von ihnen auf den dritten mit Steinen los, bis er bewußtlos zusammenstürzte. Dann beraubten sie ihn. Ein mitleidiger Fuhrwerksbesitzer nahm später den inzwischen wieder zu sich Gekommenen mit nach Kastel auf die Polizei, wo er den Uebesfall mitteilte. EZ gelang denn auch, die beiden Räuber in dem Augenblick abzufassen, als sie mit dem Trajektschiff nach Mainz fahren wollten. Sie kamen in Untersuchungshaft. (M. Tgbl.) Bingen, 16. Aug. Auf dem Nahequai überfuhr heute nachmittag ein Automobil das fünf Jahre alte Söhnchen des bei der Gasfabrik beschäftigten Arbeiters Rappold. Das Kind wurde tödlich verletzt. Eine Anzahl Viehhändler, die sich des heutigen Viehmarktes wegen auf den: Nahequai aufhielten, nahmen den Führer oes Automobils fest und überlieferten ihn der Polizei. Homburg v. d. H., *6. Aug. Der Kronprinz von Griechenland ist heute von Schloß Friedrichshof zum Besuche des Großfürsten Georg von Rußland und seiner Schwester, der Großfürstin Marie, in Ritters Parkhotel eingetroffen. p Brandober ndorf (bei Wetzlar), 15. Aug. Auf noch nicht feststehende Art entstand heute hier Feuer, dem die Baulichkeiten des Landwirts Johannes Hofmann und die Scheunen der Landwirte Joh. Busch und Konrad Ott zum Opfer fielen. Ein Glück, daß unsere unlängst angelegte Wasserleitung den bald zur Stelle gewesenen Spritzen genügend Wasser zum Löschen zuführen konnte, sonst wäre das Unglück gewiß groß geworden, da fast sämtliche Bauersleute im Felde mit dem Schneiden der Sommerfrucht beschäftigt waren. Laasphe, 15. Aug. Ein beklagenswerter Unfall ereignete sich gestern nachmittag auf dem Kirchplatz. Dort vergnügten sich mehrere Kinder im Pfeilschießen mit sog. „Flitzbogen". Durch einen unglücklichen Zufall flog dabei ein Pfeil dem siebenjährigen Söhnchen der Witwe Burck- hardt, das gerade vorbeiging, ins Auge und verletzte das- elbe schwer. Das Kind mußte heute morgen in die Marburger Klinik gebracht werden und dürfte die Sehkraft auf dem verletzten Auge verlieren. vermischte». "Folgende „Anleitung zum Genüsse einer rumänischen Monopol-Virginia-Zigarre" gibt eine rumänische Zeitung ihren Lesern: 1. Beim Aussuchen uche man eine hellgelbe zu erwischen, da die schwarzen auch ür den stärksten Magen schwer verdaulich sind. 2. Man uche die hervorstehenden Bindfadenstücke, Roßhaare, Lederabfälle und Schweinsborsten sorgfältig heraus. 3. Die übet» flüssige Feuchtigkeit in der Zigarre ist durch kräftige Behandlung mit einem Nudelwalker zu entfernen. 4. Man lasse sich in eine Lebens- und Unsallversicherungsgesellschaft aufnehmen. 5. Man begebe sich dann an einen Ort, wo sich auf mindestens drei Kilometer Entfernung kein Lebewesen mehr befindet. 6. Ein Arzt, eine Hausapotheke, ein Waschbecken, eine Luftpumpe, sowie eine Tragbahre und zwei stämmige Dienstmänner sind mitzunehmen (Arzt und Dienst- inänner müssen mit Nasenklammern uvd einem Essigschwamm versehen sein). 7. Man lasse sich von den beiden Dienstmännern festhalten und suche dann die Zigarre mit List und Beharrlichkeit und unter Aufwand von zwei Schachteln nationaler Streichhölzer in Brand zu stecken. 8. Man überlege sich die Sache doch noch einmal, trage die Zigarre nach Bukarest zurück und übergebe sie einem der städtischen Mistver- brennunqsöfen oder dem Schinder zurVertilgung." Werwagtes, Ritte mn oder Knauv'? Hoch das rumänische Tabakmonopol! Sport. München, 16. Aug. (Herkomerkonkurrenz.) Bis 5 UTyr nachmittags trafen 67 Wagen ein. Die g"nze Fabrt machte die Prinzessin von Battenberg mit. Von 79 Wagen kamen 66 gütige Wagen zurück, davon 28 ohne jeden Defekt. Für die Preise kamen in Betracht: Ladenburg-München (Mercedes), Hynd'-Wien (Mercedes), Langen-Köln (Hermes) und Poege-Chem- nitz (Mercedes'». Oriqinak-Draütmesdunaen. Berlin, 17. Aug. Die „Nationalztg." meldet: Die Aachen - Münchener FeuerversicherungS - Gesellschaft stellte dem Berliner Magistrat für die Forckenbeck- Zell-Stiftung 20 000 Mk. zur Verfügung. Stettin, 17. Aug. An dem am 29. August in Gegenwart des Kaiserpaares stattfindenden Stapellauf des neuen Schn elldamp fers der Ham bürg -Amerika-Linie, der den Namen Kaiserin Auguste Viktoria erhalten soll, werden voraussichtlich auch vier Admirale des englischen Kanalgeschwaders, darunter namentlich Admiral Wilson mit seinem Stabe teilnehmen. Das englische Geschwader trifft am 28. ds. in Swinemünde ein und verbleibt dort bis zum 30. August. Barmen, 17. Aug. Der Kassierer der Barmer Verwaltungsstelle des sozialistischen Textilarbeiter- Verbandes ist nach Unterschlagung von mehreren tausend Mark flüchtig gegangen. München, 16. August. Das Ergebnis der mit der dreitägigen Tourenfahrt München — Baden-Baden — Nürnberg — München beendeten Herkomer Konkurrenz ist folgendes: Erster Preis Edgar Ladenburg- München (Mercedes), 2. Preis Hermann Weingand-Düffel« dors (Mercedes), 3. Preis Willi Pöge Chemnitz (Mercedes), 4. Preis Fritz Opel-Rüffelsheim (Opel), 5. Preis Fritz Werner-München (Clement), 6. Preis Hynek-Ruzieska-Wien (Mercedes), 7. Preis Robert Katzenstein-Frankfurt a. M. (Mercedes), 8. Preis Julius Turck-Lüdenscheid (Benz), 9. Preis Adler-Fahrradwerke-Frankfurt a. M., 10. Preis Karl Löhr-Koblenz (Adler), 11. Preis Bernhard Flinsch- Frankfurt a. M. (Merdes), 12. Preis Eduard Scharrer- Cannstatt (Benz), 13. Preis Prinz v. Battenberg (Fahrer Gras Arce, Mercedes), 14. Preis Josef Göß-Nürnberg (Adler) und Anton Baur-München (Clement). Ein Wagen des Herrn Friedrich Kösel-Schretzheim, der außer Konkurrenz fuhr, traf als 4. ein. Paris, 16. Aug. Als das französische Geschwader den Hafen von Portsmouth verließ, sandte Präsident Loubet eine Depesche an König Eduard, in der er für diesen neuen Ausdruck der zwischen beiden Ländern bestehenden Freundschaft seinen Dank aussprach. König Eduard erwiderte, England, sowie auch er wären entzückt, der französischen Marine die Freundschaft zu beweisen, die sie für Frankreich hegten. Ministerpräsident Rouvier und Lord Lausdowne wechselten gleichfalls herzliche Depeschen, in denen sie erklärten, daß die Erinnerung an den Besuch in Portsmouth unvergänglich sein werde. Trient, 17. Aug. Von einer über Calceraniea marschierenden schmalspurigen Haubitzenbatterie stürzte ein Geschütz über die Berglehne zehn Meter tief ab. Drei Pferde sind tot, zwei Soldaten leicht verletzt, das Geschütz ist beschädigt. Zürich, 17. Aug. Bei einer Kahnfahrt auf dem Lac de Teux im Jura ertranken drei Deutsche namen§ Albrecht, Köhler und Schenk. Petersburg, 16. Aug. Durch kaiserlichen Erlaß vom 14. August sind alle Immobilien und alle Gelder, die armenischen Kirchen, Konventen, Schulen und religiösen Stiftungen gehören, unter die Verwaltungen und Satzungen der armenischen Kirche gestellt. Durch kaiserlichen Ukas sind zur Disposition gestellt die Admirale Krieger, Kommandant der Seedivision im Schwarzen Meere, Vishnevetzky, zweiter Kommandant derselben Seedivision, Kapitän Guze- witsch, Kommandant des „George Pobjedonessez" unter Beförderung zum Kontreadmiral und der Kommandant des „Prut", Korvettenkapitän Baranowsky, unter Beförderung zum Kapitän zur See. Tanger, 16. Aug. Eine Anzahl in Marokko ansässiger Algerier sandte eine Abordnung zu dem französischen Gesandten, um gegen die Verhaftung eines algerischen Untertanen Widerspruch zu erheben und ihn zu bitten, dafür Sorge zu tragen, daß die ihnen durch Verträge zuerkannten Rechte geachtet würden. Der Minister versprach, daß auf den Einspruch Genugtuung gegeben werden würde. Portsmouth (Rew-Hampshire), 16. Aug. (Reuter.) In der heutigen Vormittagssitzung der Friedenskonferenz beschäftigten sich die Bevollmächtigten mit der Beratung des siebenten Artikels. In der Nachmittagssitzung wurde die Debatte über diesen Artikel fortgesetzt. Pitts bürg (Pennsylvanien), 16. Aug. (Reuter.) Hier und im Monongahele-Tale herrscht eine noch nicht da- gewesene Tätigkeit in der Errichtung von Stahlwerken, Hochöfen und Maschinenfabriken. Die Kosten der bereits hergestellten und der noch in Errichtung begriffenen oder geplanten Anlagen belaufen sich auf 25 Mill. Doll. Die Produktionsfähigkeit der Stahlwerksanlagen am Monon- gahela-Fluffe wird nahezu verdoppelt, sobald der Bau der geplanten Stahlwerke beendet ist. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. M. 17. August 1905. 4% Oesterr. Goldrente 101 95 47,-6 Oesterr. Silberrente . 101.50 97.70 4l/2°'o äuasero Argenfiner . 100 65 . 263.50 . 251.40 . 223.40 linear. Goldronte Italien. Rente , Portugieser I '•ortugiesen. m Unif. Türken . 68.80 . 96.60 . 136 40 . 135.60 . 210.00 193.20 . 148 50 . 163 80 . 171.00 . 144.00 . 18.40 68.75 68.60 89.60 135.00 55.20 4% 40/ 4% 3°' 1% 3V9% 3o,, 3V,% 3°/o 37«% 3 */,% Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen 101.25 90.15 101.35 90.05 100.70 3°/0 Mexikaner 47eo/n Chinesen . Electric. Schlickert Nordd. Lloyd . . Kroditaktien . Diskonto-Kommandii Darmstadter Bank Dresdener Bank . Berliner Handeisges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahi^, , Laurahütte . . Bochum . . . fTarpener . Türkenlose .... 4% Griech. Monopol.-Anl. ... o " . 97.60 Stnatschatzscheine . . . 1GG. Tendenz.: Renten fest, Montanwerte und Banken abgeschwächt. V.'."'Nvortlich für die gesamte Redaktion: August Goetz. *$66,S"66 Men melbef. „. runng J'.$ie un9d 4f!’6««. en2®.®*« in '‘“gulte Bit. .7^ °'-r üId. te* s. ”6*' *S ^rmer Der. Textilarbeiter. 19 00n mehreren der mit der ^°den-BadEn ^rkomer Kvn- Edüar Ladenburg. Wemgand-Düssel. 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Aug. lN-uttt.) ^riedenskonse ten mit der Beratung stagSsitzung wurde *eT?Ä’- - ’floden 1 au' Monon- «:** 96.60 13640 135.60 210.00 J93.20 14850 16380 17100 144.00 18.40 263.50 251.4® 923.40 100 &> sberichti;<6 17. August1 k»ner • ' ineeen - ‘ c ch ncken • loyd • ' Ur’*" ’ r n*nk' flende*^5 gta»t»b,hB' -c ' ' ' b»rt‘ Zur Reise-Saison c”7r im Aller von 10 Jahren entschlafen ist. 4288 4293 : j, . S ' -’3 Seltersweg V. k 6.50 3.00 Helene im Alter von 1 Jahr 10 Tagen. offerieren wir Damen-Blusen weiß seiden Batist . . Die trauernden Hinterbliebenen Wieseck, 17. August 1905. Familie Weller. Die Beerdigung findet Freitag, den 18. August, nachmittags 3 Uhr in Wieseck statt. Die trauernden Hinterbliebene» Familie Ludwig Kinn ULI. Heuchelheim, den 17. August 1905. Die Beerdigung findet Samstag, den 19. August, um 12'/, Uhr vom Sterbehaufe, Bachstraße 28, aus statt. Todes-Anzeige. Gestern abend 11'/. 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Das Grummetgras von den Domanialwiesen der Oberförstereien Wieseck und Gießen wird versteigert: 1. In der Gemarkung Alten-Buseck Donnerstag, den 24. August l. I., vormittags 10 Uhr in der Wirtschaft des Herrn Otto Rabenau zu Älten-Buseck. 2. In der Gemarkung Wieseck Freitag, den 25. August l. I., vormittags 10 Uhr in der früheren Dorfeld'schen Wirtschaft zu Wieseck. 3. In der Gemarkung Gießen an demselben Tage, nachmittags 2 Uhr, in der Leib'schen Wirtschaft im Philosophenwald bei Gießen. Gießen, den 15. August 1905. Großherzogliche Oberförsterei Gießen. Koehler. Großherzogliche Oberförsterei Wieseck. 'Weigand. B17/a Hie Lieferung m 250 Ar. NHM No. 2 für die Kirche und den stiftischen Gemeindesaal zur Heizung pro 1905/6 soll vergeben werden. Die Korngröße der Ware darf 30—40 mm nicht überschreiten, das Anfahren muß bei trocknein Wetter bis spätestens den 15. Oktober ds. Js. geschehen. Schriftliche, verschlossene Angebote sind bis zum 20. d. Mts. an den Stiftsrechner zu richten. 4251 Ev. Marienstist zu Lich. Gustav-Adolf-Fest. Der Gießener Zweigverein der Gustav-Adolf-Stiftung feiert sein diesjähriges Jahresfest nächsten Sonntag, den 20. August, nachmittags 2’/4 Uhr in der Kirche zu Treis an der Lnmda. Festprediger ist Herr Pfarrer Groth-Rodgen. Nach dem Gottesdienst findet eine Nachversammlung statt, die bei günstiger Witterung im Freien gehalten wird. Die Mitglieder und Freunde des Gustao-Adolf-Vercins sind herzlich willkommen. B17/s Gießen und Treis a. d. 2., den 14. August 1905. Str Sicfiencr ZmiMÄ iitr Wn-MIs-Wunz. Icr cmg. Mirdjcnnoritanö Treis n. >. L. In meinen Neubauten au der West-Anlage find Mehrere schön eingerichtete elegante zu vermieten und per 1. Oktober ev. früher beziehbar. Durch Zusammenlegen von 2 Stockwerken mittels Verbindung einer separaten Treppe können die schönsten herrschaftlichen Wohnungen von 10—11 Zimmern mit allem Zubehör hergerichtet werden. 3252 Näheres «augeschäft Winn, Hofmannstr. 14. 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