Nr. 140 Viertes Blatt 155. Jahrgang Gietzener Anzeiger Vrjchrtrrt mit «uSnahm, des Sonntags. Die ^Gietzener FamMenblStter" werden dem gUngetger viermal wöchentlich beigelegt. Der nWfllflie Laudwtrt" «jchetnt monatlich einmal. Samstag 17. Juni 1005 Rotationsdruck und Verlag der Brühliehen UnwerfttätSdruckeret. R. Lange, Gletzen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.K, Del. Nr. 6L Tel eg r^ Adr. i An-eiger Dtetzen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen. Flniversttäts-Hlachrichten. — Professor Wernicke, der Direktor der psychiatrischen und Nerven klinik in Salle, der im Geratal in Thüringen ans einer Radtour verunglückte, ist seinen VerletzrmgeN er^ legen. Eisenach, 15. Juni. Die deutsch e Burschens Hast hat folgenden Beschluß einstimmig gefaßt: „Die deutsche Burschenschaft, weiche ihrer Geschichte und ihren Satzungen gemäß ihre Mitglieder zu vorurteilsfreien Dül> gern im nationalen Staat erziehen will, und sie auf Grunds freier wissenschaftlicher Forschung auf der Universitas literarunr zu einer selbständigen Lebensauffassung führen soll, begrüßt mit Freude die vom Verbände deuffcher Hochschulen geleitete Be-, wegung ffrr die akademische Freiheit und gegen di«! konfessionellen Verbindungen und unterstützt die Beschlüsse des Verbandes deutscher Hochschulen. Sie spricht die Ei» Wartung alis, daß die einzelnen Burschenschaften in diesem Geist auch auf ihre Hochschulen wirken und macht es namentlich ih-rent Mitgliedern zur Pflicht, die konfessionellen Verbindungen zu bekämpfen." Ocrichtssaak. — Der Svielerprozeß gegen den Grafen Johann, vv^ Buinski, der wegm gewerbsmäßigen Falschspiels zu vier Monaten Gefängnis von der Strafkammer zu Schneids- mühl verurteilt worden war, kommt am 23. Juni zur abermaliger; Verhandlung vor die Schneidemühler Strafkammer. Graf Johann von Buinski hatte gegen das erstinstanzliche Urteil Revision beim Reichsgericht eingelegt; dieses hatte die Sache aus prozessualen Gründen zur nochmaligen Verhandlung an die Vorinstauz zurückgewiesen. Temperatur der Lahn und der Luft am 17. Juni 1905. Nach Neaumur gemeßen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 18°, Luft 20 0 R. Mülle r'sche Bade- und Schwimmanstalt. Kursbericht. Frankfurt a. M., 16. Juni Offizielle Schlusskurse. 31/e% Reicheanleiho . . 101.35 30/g do. . . 90.45 3V 0/0 Konsole . . . 101.35 3% do......90.50 3l/a% Hessen .... 100.65 31/, % Oberhessen . . . 98.50 4% Oestorr. Goldrente . . 10180 4l/b% Oesterr. Silberrente . 101.20 4% Ungar. Goldrente . . 99.50 4°/f, Italien. Rente , . , —.— 4% Portugieser I . . . 66.80 30/ Portugiesen. III . . 67.30 \% Unif. Türken . . . 88.20 Türkenlose......135.80 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 54.40 41/,°/0 äussere Argentiner 44.70 Tendenz 3°/0 Mexikaner , , , . 67.76 4,/9Q/n Chinesen .... 96.65 Electric. Schuckert , . . 186 00 Nordd. Lloyd . . , . 123.80 Kreditaktien ..... 208 10 Diskonto-KomroandiL . . 190 20 Darmstädter Bank . . . 141.40 Dresdener Bank .... 156 30 Berliner Handelsges . . 170 80 Oesterr. Staatebahn . . . 143.00 Lombarden.....18.40 Gotthard bahn ..... —.— Lanrahütte ..... 266.45 ßoehum 251.70 B arpener......214 70 Sta atschatzscheine . . . 100.55 : ruhig. für Kinder Kremte,Verhütet U.beseitigttßlarrhoe, ßrgchGUF all, Dgrmkatarrh., MZLsr verhnge ausdrücklich die Originalmarke „Dr. ISomiBtel’s66 Haematogen und lasse sich Nachahmungen nicht aufreden. DV, Couvett§ mit Mma billigst Vrübl'iche Universitats-vruüerei. 3>te Wersaffungsreviston in Württemberg. Der erste süddeutsche Staat, dem der „große Wurf" einer Verfassungsrevision im modernen Sinn geglückt ist, ist Baden; bei uns in Hessen, sowie in Württemberg und Bayern sind dahin gehende Versuche bisher noch nicht zur Vollendung gediehen, aber es sind doch wenigstens Aussichten vorhanden, daß diese drei Staaten dem nachahmenswerten Beispiele des „Musterländles" folgen werden. Bei uns zu Lande ist ja leider allerdings eine machtvolle Strömung eifrig bestrebt, ein vernünftiges Wahlgesetz nicht zu stände kommen zu lassen und wir werden wohl im nächsten Herbst, wie die Bayern, nach dem alten miserablen Wahlrecht erst noch den Landtag wählen müssen, der unter verständiger Rücksichtnahme nach beiden Seiten hin das große zeitgemäße Reformwerk in der rechten Weise endlich unter Dach und Fach bringt und zum Gesetz erhebt. Dagegen ist nun dem württembergischen Landtag eine Regierungsvorlage zugegangen, deren Annahme—wenn auch mit der einen oder anderen Abänderung — so gut wie sicher sein dürfte. Die württembergische Verfassungsreform hat auch schon ihre Geschichte. Bereits im Jahre 1897 machte, ähnlich der hessischen, die württembergische Regierung dem Landtag eine Vorlage zur Abänderung des noch auf der Verfassungsurkunde von 1819 beruhenden veralteten Wahlgesetzes, die aber an dem Bestreben der Ersten Kammer scheiterte, einen größeren Einfluß auf die Finanzgesetzgebung zu erlangen. Nach dem jetzt noch bestehenden württembergischen Wahlgesetz sind nicht nur die Sitze in der Ersten Kammer privilegierten Ständen vorbehalten, auch in der Zweiten Kammer haben 23 Privilegierte Sitz und Stimme neben 70 vom Volke gewählten Abgeordneten. Da sind wir in Hessen freilich heute schon bester dran. Von den Privilegierten sind in Württemberg 13 Mitglieder des ritter- schoftlichen Adels, sechs protestantische Generalsuperintendenten, drei kathol. Prälaten und ein Vertreter der Universität Tübingen. Auf die Entfernung dieser ständischen Vertreter aus der Zweiten Kammer hat die württembergische Demokratie schon lange hingearbeitet, hat es aber abgelehnt, für die Gewährung dieses Wunsches durch die Regierung der Ersten Kammer einen ausschlaggebenden Einfluß auf die Gestaltung der Finanzgesetze einzuräumen und so die Rechte der Zweiten Kammer zu beeinträchtigen. Deshalb mißlang der erste Versuch einer Verfassungsreform in Württemberg durch die richtige Einsicht der Linksliberalen, daß die Negierung doch miedet mit einem annehmbaren Gesetzentwurf hervortreten würde. Und so kam es denn auch. Inzwischen hatte es allerdings die reaktionäre erste Kammer auch verstanden, sich nicht nur die Sympathien des württembergischen Volkes gründlich zu verscherzen, sondern auch die Regierung vor den Kopf zu stoßen und zwar hauptsächlich durch die Ablehnung des von der Regierung energisch vertretenen Schulgesetzes. Die Erbitterung gegen die* klerikale Haltung der ersten Kammer ging so weit, daß im ganzen Lande Protest Versammlungen abgehalten wurden, auf denen auch von vielen Nation al- liberalen die völlige Abschaffung der ersten Kammer gefordert wurde, wie jetzt die hessischen Sozialdemokraten die Beseitigung unserer Ersten Kammer verlangen. Bis zu diesem in Hessen heute von den Sozialdemokraten beliebten Radikalismus versteigt sich die neue württembergifche Regierungsvorlage nicht, aber sie verzichtet verständiger Weise darauf, die Rechte der ersten Kammer allzusehr zu erhöhen. .Am bedenklichsten ist ihre Vermehrung um 18 neue Mitglieder, die zu zwei Kritteln aus der Ritterschaft und hohen Geistlichkeit beider Konfessionen genommen werden sollen, während das übrige Drittel sich aus je zwei Vertretern der Wissenschaft, des Handels- und Gewerbestandes und der Landwirtschaft zusammensetzen würde. Eine durchgreifende Verjüngung der ersten Kammer wird also bei dieser Vermehrung ihrer Mitglieder auf 47 nicht erzielt, da die hohen und höchsten Herren nach wie vor die große Mehrheit bilden. Die Zahl der Abgeordneten der zweiten Kammer soll dagegen um achtzehn vermindert werden. Won Bedeutung kann diese Aenderung werden, wenn zwischen der ersten und zweiten Kammer eine Einigung über ein F i n a n z g e s e tz nicht zustande kommt, weil dann eine Durchzählung der bejahenden und verneinenden Stimmen beider Kammern für die Annahme oder Ablehnung des Gesetzes entscheidend ist. Mlerdings ist zu berücksichtigen, daß auch jetzt schon die 23 Privilegierten der zweiten Kammer meist mit der ersten Kammer stimmten und daß ihre Zahl bei der Beförderung in die erste Kammer um fünf verringert, die der vom Volk gewählten Abgeordneten in der zweiten Kammer dagegen um fünf vermehrt wird, sodaß im allgemeinen keine Verschlechterung nach dreier Richtung eintritt. Insofern g e st e h t j e tz t d r e V 0 r l a g e der ersten Kammer eine Erweiterung ihrer Rechte zu, als sie bisher das Finanzgesetz nur im ganzen an nehmen oder ab lehnen könnt e, während ihr in Zukunft das Recht der selbständige n Beschlußfassung über die einzelnen Kapitel des Hauptfinanz-Etats eingeräumt werden soll, mit der Verpflichtung für die zweite Kammer solche Beschlüsse der ersten Kammer nochmals zu beraten. Man sieht, wie ähnlich die Verhältnisse in Württemberg und in Hessen liegen, wo jetzt die 1. Kammer die Wünsche vorbringt, die die württembergische Negierung der ihren zugesteht. Der Beschluß der zweiten Stammet für die Einstellung der einzelnen Posi- Honen in den Hauptfinanzetat und deren Inhalt soll übrigens, was sehr wichtig ist, in Württemberg allem maß- gebend lein. Nur wenn dann die erste Kammer den Etat im ganzen ablehnt, soll eine Durchzählung stattfmden und )er Beschluß der Mehrheit gelten. Der frühere Entwurf wollte für die ausscheidenden Privilegierten noch zwanzig Abgeordnete durch die vier Kreise auf dem Wege des Proportionalverfahrens wählen lassen. Davon ist die neue Vorlage abgekommen. Sie sieht lediglich für Groß-Stuttgart, das durch die jüngsten Eingemeindungen den achten Teil der Gesamteinwohnerschaft Württembergs umfaßt, die Wahl der sechs Abgeordneten auf dem Wege des Proporzes vor. Wir glauben allerdings, daß eine weitergehende An wen dnngdieses Wahlsystems die Vorlage besser gemacht hätte, doch dürfte sie immerhin eine annehmbare Grundlage für eine Verstänoigung zwischen dem Landtag und der Regierung bilden. Die Existenz der ersten Kammer wird dadurch freilich verfassungsmäßig vollständig sichergestellt, während darüber, ob sie verfassungsmäßig auch wirklich zu Recht bestehe, die Stimmungen bisher geteilt waren. Doch gar so heillos schlimm ist das ja am Ende nicht. Station machten. Es ist den Engländern gerade in Südafrika Gelegenheit geboten, sich erkenntlich zu zeigen, insofern nämlich, als sie von der schroffen Stellungnahme gegen die deutsche Ausfuhr ablassen sollten, freundliche Worte allein kann Deutschland so hoch unmöglich schätzen. DMische Tagesschau. Fiskus und Erben. Welche Steuern immer ein Finanzleiter präsentieren mag, mit noch so schönen Gründen, wie äußerster Notwendigkeit, ausgleichender Gerechtigkeit usw., eÄ sind niemals die „richtigen" Steuern. Steuern müffen ja sein, das gestehen alle Parteien grundsätzlich zu: auch die oppositionellen Politiker kommen hier der Regierung mit wohlwollenden Ratschlägen zu Hilfe. Aber wenn nun wirklich ein Finanzmann auf einen der Partei-Vorschläge eingeht und die gewünschte Steuer ausarbeitet oder ausarbeiten läßt, dann heißt es: So war es nicht gemeint. Die Idee ist richtig, aber die Ausführung ist nichts wert. Aehnlich ergeht es zur Zeit dem Schatzsekretär Frhrn. von Stengel mit seiner Re ich serbschafts ft euer. Dieser „großzügige" Plan sollte das Mittelstück der Finanzreform werden, sollte die Kassen des Reichs mit vielen Millionen füllen, ohne dem Steuerzahler Schmerz zu verursachen. Im Volke der Dichter und Denker vernahm man mit einem Male ziemlich pietätlose Aeußerungen. Erben sei ein „Glücksfall", eine unerwartete und gewissermaßen unverdiente „Bereicherung". Folglich könne es nicht weh tun, in diesem Augenblick dem Reich, dem notleidenden, eine Kleinigkeit von dem in den Schoß gefallenen Mammon abzugeben. Ja noch mehr: Der Fiskus wird in väterlicher Güte und ohne besonderes Honorar dafür zu verlangen, für eine sehr präzise Erbteilung Sorge tragen. Ist Unordnung in den Büchern, die Behörde bringt sie in Ordnung. Sind Guthaben vorhanden, die Behörde vereinigt sich mit den Erben, säumige Zahler heranzuholen. Wissen die Hinterbliebenen nicht, wieviel die im Tresor vorgefundenen Aktien und andere Besitztitel wert sind, die gefällige Behörde berechnet es auf Heller und Pfennig. Der Fiskus einerseits als Mitfteuer lachender Erben, andererseits als höchst sachverständiger, höchst exakter Berater geschäftsüngewandter Erben. Das Bild gefielt manchem nicht. In der ersten Rolle nimmt sich der Fiskus ganz gut aus — lachende Erben pflegen eine leichte Hand zu haben, auch die Steuer stört am Ende ihr Behagen nicht. Mer es gibt nicht nur lachende Erben. Es gibt in der großen Mehrzahl sehr bettckibte, sehr verzagte, die nicht wissen, wie sie über den Kummer hinwegkommen sollen, die nicht wissen, wie sie alle die Ansprüche decken sollen, die ein Todesfall zur Folge hat. Und in diesem Augenblick, nach einer nicht zu lang bemessenen Respektspause, damit ja nicht etwa unlautere Schiebungen vor- genommen werden — erscheint die Steuerbehörde und heischt den gebührenden Anteil. Die Konservativen haben gleich von dieser Zukunfts- Perspektive nichts wissen wollen. Aber auch dem Zentrum sind mittlerweile starke Bedenken aufgestiegen, dem Zentrum, aus dessen Reihen doch Frhr. v. Stengel zu dem Bruch mit den indirekten Steuern imb zur Schaffung einer direkten Reichssteuer ermutigt wurde. Die Nationalliberalen wittern Steuerbelästigungen und Chikanen, behördliche Hernmschnüffeleien in intimen Familienangelegenheiten. Und neuerdings haben auch die Freisinnigen diese Schattenseite der Reichserbschaftssteuer entdeckt. Werden nur die großen Erbschaften getroffen, bleiben Ehegatten und Kinder von der Steuer frei, dann bringt die Steuer bei dem weitläufigen Apparat, den sie erfordert, nichts ein. Werden alle herangezogen, so sind in außerordentlich zahlreichen Fällen Härten unvermeidlich. So etwa stehen gegenwärtig die Aussichten der Erbschafts- fteuer, soweit die Parteien in Betracht kommen. Außerdem aber ist noch eine bemerkliche Unlust insbesondere der preußischen Regierung zu überwinden gegen die Eingriffe in ihr eigenes Steuergebiet. Wir sind gespannt, ob unter diesen Umständen Frhr. v. Stengel seinen Plan zunächst im Bundesrat durchsetzt. Frankreichs Kriegsportefenille. Wenn nicht alles täuscht, dann wird sich zu bett Noten der französischen Regierung bald eine Kriegsministerkcisis gesellen. Berteaux, der radikalsozialistische ehemalige Börsenmakler, ist zwar bemüht, durch Rehabilitierung gemaßregelter Offiziere seinen Gegnern gefällig zu sein. Die Unzuftiedenheit mit seiner Amtsführung hat aber die Mittelparteien in bedenklichem Grade ergriffen, und es wird dem Ministerpräsidenten Rouvicr. von dem man soeben erfährt, daß er das Ministerium des Aeußeren definitiv übernommen hat, im Interesse des Fortbestandes seines Kabinetts wohl nichts übrige bleiben, als sich von diesem K'riegsminifter zu trennen. Man nennt als neuen Mann den General Lacroix, der in seiner Eigenschaft als Führer der nach Bwltn geschickten Hochzeitsgesandtschaft unlängst von KaiserWil Helm aus gezeichnet tmirbe. Der General stand in dem Ruf, zu den Offizieren zu gehören, die für Vervollkommnung des Verteidigungszustandes an der deutschen Grenze eintreten. Das verschaffte ihm Ansehen bei den rechtsstehenden Parteien. Die Berliner Reise gab dem bkneral Gelegenheit zu einem, wie er erklärte, „obsektiven Bericht über seine militärischen Walwnehmungen". Dieser Bericht scheint zu Nn- gunstenderfranzösischenWaffenbereitschaft ausgefallen zu sein. Als zukünftige Finanzminffter werden der Unterstaatssekretär Merlou und der frühere Minister Caillaux genannt. Das freundliche England. R. Berlin, 1'6. Juni. Den Deutschen werden gegenwärtig von englischer Seite recht freundliche Morte gesagt. Die Anerkennung, welche die auf einer Studienfahrt begriffenen Mitglieder englischer Gemeinde- Vertretungen jetzt rheinischen Städten spenden, wird sich in her kommenden Woche auf die Reichshauptstadt konzentrieren, deren Verwaltung bereits ein Programm für den Aufenthalt her englischen Gäste entworfen hat. Andererseits berichtet der Draht von einer Lobrede des Mayors (Bürgermeisters) von Dover auf das Deutschtum' aus Anlaß her Eröffnung der deutschen Dampferlinie Dover-Südafrika. Die Verwaltung dieser englischen Stadt hat allerdings besondere Veranlassung zur Dankbarkeit gegen Deuffchland, denn die Bedeutung Dovers als Hafen wäre bescheiden, wenn nicht die deutschen Danrpfer dort regelmäßig DcrmHd>tese * Eine Frau als Mönch. In einem Kloster in der Nähe von Bukarest starb dieser Tage der Mönch Vazul Popovics im Alter von 90Jahren. Das ganz« Dors betrauerte den gottesfürchtigen Mönch, der die letzten drei Jahrzehnte seines langen Lebens in diesem Kloster verbracht hatte. Groß war jedoch das Erstaunen der from. men Bewohner des Klosters, als es sich herausstellte, daß der verstorbene Mönch — eine Frau gewesen. Dft Mönche schwören Stein und Bein, daß niemals auch .iui der geringste Verdachtsgrund aufgetaucht sei, aus dem mav hätte schließen können, daß ihr Mitmönch Vatul feix Mann sei. , Kunst und Wissenschaft. — Wie die Intendanz des Frankfurter Schauspielhauses frs kanntgibt, hat Frl. Helene Polln er der Theaterleitung mit» geteilt, daß sie sich zu verheiraten gedenke und auS diesem Grunde vom 1. September 1905 an der Bühnenlaufbahn gänzlich entsage. Frl. Pollncr wird sich in den letzten Tagey des August, nach siebenjähriger Tätigkeit, vom Publikum herab* schieden. , ' — In Rußland fehlt es an Aerzten, und bi« russische Regierung hat schon öfters Anstrengungen gemacht, ausländische Aerzte für Rußland zu, gewinnen. Ein entsprechen des Ausschreiben der russischen Regierung wird auch neuerdingß im preuß. „Ministerialblatt ftir Medizinangelegenheiten" bekannt« gegeben. Auch deutsche Hochschullehrer sucht die russische gicrung zu bewegen, in ihren Dienst zu treten. Der „Voss. Ztg.^ wird mitgeteilt: Nachdem mehrere russische Professoren freit willig oder gezwungen ihre Tätigkeit eingestellt hatten, richtet^ die russische Negierung an ausländische Professoren eine Einlaß ung, nach Rußland zu kommen. Auch mehrere Berliner Professoren erhielten vom russischen Unterrichtsministerium eine solche Aufforderung, aber sie entschieden sich einhellig dafttt. das Ersuchen abznlehnen. UV Ö.9 uv UV UV UV UV CD o Ox CD o CD X <0 UV er o UV 5 3 O A 3. or — er 3 P -D ”* UV er . 2 o X- °r 2 5 x" (5) es» *Z) ro CT 3 5 er, es

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