ysLa-rprsßA, 4>ee stcutrge Plummer umfaßt Itt Selten. Aus dem Reiche. Petersburg, 16. Mai. Die 'Arbeiter hielten gestern mehrere Versammlungen unter freiem Himmel ab, wurden jedoch von 'Abteilungen Dragonern und Kosaken zerstreut, wobei es zu verschiedenen Zusammenstößen kam In dem Arbeiterviertel Wassili Ostrow haben die Bäckergesellen den Au 's st a n d erklärt. Seit Donnerstag sind zahlreiche Arbeiter in allen Gegenden Rußlands verhaftet worden, in Petersburg 1200. In Perm entstanden infolge revolutionärer 'Aufhetzungen große Straßenunruhen. Die Arbeiter durchzogen mit roten Fahnen die Hauptstraßen und sangen revolutionäre Lieder. In der Vorstadt Lewschino begegneten sie einem Haufen Bosjaki und fingen mit ihnen eine Schlägerei an, die bald große Dimensionen annahm Ueber 20 Teilnehmer wurden verwundet, mehrere getötet, Militär schritt ein und zerstreute die Manifestanten. Die „Birschewija Wjedomosti" meldet, daß das Ober- kriegsgericht Moskau die von dem Warschauer Kriegs- gericht anläßlich der Ja nuarunru hen gegen vier Arbeiter erkannte Todesstrafe aufgehoben und die Ueberweisung an ein Kriegsgericht für falsch erklärt hat, da die Tat vor der Einsetzung der Militärgewalt begangen wurde. Riga, 16. Mai. Gestern abend 11 Uhr warfen in der Nähe des Grisernbergparkes unbekannte Personen eine Bombe gegen einen Polizeikommissar und zwei Polizisten. Der Kommissar und ein Polizist wurden schwer verletzt, der zweite Polizist war zunächst unverwundet geblieben, als er aber die Täter verfolgte, wurde ec von diesen durch Revolverschüsse getötet. Der bei dem Bombenanschlag verletzte Polizist ist ebenfalls seinen Wunden erlegen. Odessa, 16. Mai. Die Arbeiterschaft hat hier und der Umgegend in den Generalstreik proklamiert. Der Krieg. Die russische Flotte. Aus Hongkong wird gemeldet, daß nach dort vorliegenden Informationen die gesamte russische Flotte bei der französischen Insel St. John, ungefähr 150 Kilo- rueter südwestlich von Hongkong, liegt. Nach Meldungen aus Shanghai sandten die dortigen Behörden die Matrosen der entwaffneten russischen Schiffe zur baltischen Flotte unter dem Vorwand, sie seien invalid. Beschlagnahme eines holländischen Dampfers. Die Beschlagnahme des auf der Fahrt nach Wladiwostok von den Japanern weggenommenen holländischen Dampfers ,Wilhelmina" wurde von dem Prisengericht in Sasebo für rechtsgiltig erklärt. Zn Lande. Aus G u N t s ch u kin v ub ßemc :2t, daß sich eine gr o B c /«panische Streitmacht von F a lu m o en n a ch Tu n - pfiatu bewegt. Dort sind zwei Pontonbrücken sowie eine 9h?. 115 tttU* außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMschen Landwirt d e Giehener Kamillen, drattrr viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. 93er- lag der Brü h l'schen Un ivers.-Buch-u. Steindruckerei. 8L Lange. Redaktion, (irpebüton und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». Fernsprechanschluß Nr. 51. Deutsches Reich. Berlin, 16. Mai. Zur Kronprinzenh ochzei^ werden, wie die „N. G. C." mitzuteilen in der Lage ist, u. a. folgende fürstliche Gäste erwartet: Den italienischen Königshof wird der Herzog von Aosta, der Vetter des Königs Viktor Emanuel, und den Brüsseler der Prinz Albert von Belgien, der Neffe und einstige Nachfolger des Königs Leopold II., vertreten. Der Kopenhagener Hof entsendet den Prinzen Christian von Dänemark, der als ältester Sohn des Kronprinzen gleichfalls einst die Königs- krone zu tragen berufen erscheint und als Gemahl der Her- zogin Alexandrine zu Mecklenburg, der ältesten Schwester der Herzogin Cecilie, durch deren Vermählung der Schwager des deutschen Kronprinzen wird. Durch wen der Zar, der König von Schweden und Norwegen sowie der König von Spanien am 6. Juni in Berlin sich repräsentieren laffen werden, ist zurzeit noch nicht bestimmt. Von deutschen Fürstlichkeiten ist dagegen bisher die Einladung zur Hochzeitsfeier angenommen worden von den Großherzögen von Baden, von Strelitz und von Hessen und von deren Gemahlinnen, vom Prinzregenten Albrecht von Braunschweig, vom Erbprinzen und der Erbprinzession von Sachsen- Meiningen, vom Herzog von Ko bürg, vom Fürsten und der Fürstin zu Schaumburg-Lippe, vom Herzog und der Herzogin Ernst Günther zu Schleswig-Holstein, sowie vom Herzog und der Herzogin Friedrich Ferdinand zu Schleswig-Holstein-Glücksburg, vom Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und vom Erbprinzen und der Erbprinzessin Neuß jüngerer Linie, wie auch vom Statthalter der Ncichslande Fürsten Hohenlohe- Langenburg, der der Großoheim und zugleich der Pate des Kronprinzen ist. Prinz Eitel Friedrich ist zum Chef der Leib- Kompagnie des 2. Garde-Regiments ernannt worden. — Das Abgeordnetenhaus hat heute dem Kom- mlsstonsantrage auf Beseitigung unbilliger Ungleichheiten in der Belastung der Schuloerbände und in der Höhe des Diensteinkommens der Volksschullehrer unter Ablehnung verschiedener Anträge zugestimmt. Donnerstag Berggesetznovelle. Stuttgart, 16. Mai. Die Königin-Witwe Mar» guerita von Italien traf am Sonntag nackt 11 Ubr Japanische Friedensbedingungen. Der Spezialkorrespondent des Pariser „Journal" be- rrchtet aus Tokio über eine Unterredung, die er mit dem ehemaligen japanischen Ministerpräsidenten Grafen Okuma gehabt hat, der unter anderem gesagt haben soll, daß die Anwesenheit des russischen Geschwaders in den indochinesischen Buchten eine seiner Ansicht nach sehr beunruhigende Situation hervorgerusen habe. Wenn Jndochina einer anderen Nation gehörte, mit der die Japaner weniger gute Beziehungen unterhielten, dann hätte die außerordentliche Erregung des Volkes bereits Mles hinweggefegt und die Negierung mi den äußersten Maßnahmen gezwungen. (Dies ist wohl nur eine Phrase. D Red.) Bezüglich der Frie d en s b ed in gun g en sagte Okuma, Japan werde jeden Friedensvorschlag ablehneu, der Rußland gestatten würde, eine Revanche nach Wiederher- stettung seiner militärischen Kräfte ins 'Auge zu fassen Japan müsse der Schiedsrichter über Ostasien sein „Wir würden uns nichtalsbefriedigt ansehen, wenn wir nur die Herrschaft über Korea und den Besitz der Halbinsel Liautung mit Port Arthur und Dal- ny, sowie die Insel Sachalin empfangen. Wenn Wladiwostok russisch bleibt, dann darf es nur ein Handelshafen bleiben, und die russische Herrschaft muß, wie unter Nikolaus I., api Amurflusse Halt machen." Rußland in Sturm und Drang. Neue Verwaltungseinrichtungen. Ein kaiserlicher Erlaß, der die bezüglich der westlichen neun Gouvernements bestehenden beschränkenden Bestimmungen mildert, ordnet an: 1. Personen polnischer Abstammung haben das Recht, innerhalb uer westlichen neun Gouvernements ohne besondere Begrenzung der Pachtdauer L ä n d e r e i e n zu pachten und auf ledem gesetzlichen Wege seitens Personen von ebenfalls polnischer Abstammung Grundeigentum oder Hypothekeneigentum zu erwerben. 2. Die Polen haben das Recht, mit Erlaubnis der Generalgouverneure oder der Gouverneure der betreffenden Gouvernements in Polen Grundeigentum außerhalb von Städten und Dörfern zur Beseitigung von Enklaven und zwecks Abrundung ihres Grundbesitzes zu erwerben. Es steht ihnen auch das Recht zu, in dem von dem Gesetze vorgesehenen Falle Grundeigentum auszutauschen. 3. Auf derselben Grundlage sind sie berechtigt, zu industriellen Zwecken Grund und Boden in der Ausdehnung von weniger als 60 Desjatinen zu erwerben 4 Der vom Kaiser am 8. Februar 1901 genehmigte Beschluß des Ministerkomitees, welcher das Recht der katholischen Bauern zum Erwerb von Grundeigentum in den neun westlichen Gouvernements beschränkte, wird abgeschafft. 5) Die Adel s- wahlen werden wieder ein geführt. Der Minister des Innern hat sobald als möglich dem Staatsrat seine Vorschläge bezüglich der Adelsversammlungen und der Grenzen der Rechte und Pflichten der Führer des Adels zu unterbreiten. 6. Der Unterricht in polnischer und littauischer Sprache wird in den Schulen der neun Gouvernements, welche das Programm von Elementarschulen haben, und in den Mittelschulen an Orten gestattet, wo die Mehrzahl der Schüler Polen oder Litt au er sind. Der Unterrichtsminister hat die Mittel zur sofortigen Verwirklichung der Bestimmung zu prüfen. Außerdem sind auch die übrigen vom Kaiser genehmigten Beschlüsse des Ministerkomitees bezüglich der neun westlichen Gouvernements durchzuführen. Ein neues Prehgeseh? Wie aus Petersburg gemeldet wird, hat der Minister des Innern Bulygin, während die Kommission Kobekos mit den Herren A. F. Koni und A. S. Ssuworin langwierige Beratungen über die Preßfreiheit abhielt, einen Gesetzentwurf über die Presse aus gearb eitet, der folgende Bestimmungen enthält: Die Organe der Presse bedürfen nach wie vor der Bestätigung von feiten der A d m i n i st r a t i o n. Ausgenommen hiervon sind diejenigen Annoncenblätter, die ausschließlich Inserate brin^ gen,^ deren jedes die Zensur des Stadt Hauptmanns Passieren muß, ohne dessen Genehmigung kein Auserat abgedruckt werden darf. Die lästigen drer Verwarnungen, die dem völligen Verbot eines Organs vorhergehen, werden aufgehoben, ließet das Verbot eines Organs haben nicht mehr, wie bisher, die Minister bei Innern, der Dolksaufklärung und der Justiz, zu entscheiden, sondern allein der Minister des Innern. Die be-' stehenden Zensurgesetze sind für gut befunden worden und bleiben in Kraft. Die Vorlage ist bereits vorn! RerckMat mit 22 gegen 12 Stimmen bestätigt worden , . E^s neue Preßgesetz würde also keinen Fortschritt bedeuten. Was soll es eigentlich bezwecken? Die „lästigen' drer Verwarnungen", die dem völligen Verbot eines OrganS vorhergehen, sollen aufgehoben werden; demnach kann kunftrg eine Zeitung auf Knall und Fall verboten werden? Das wäre ja eine hübsche „Verbesserung der bestehenden Preßzustände. Das Machtwort des Ministers des J-nnerrt soll einzig entscheiden. .Vielleicht hat der Korrespondent der „Franks. Ztg.", der diese Nachricht von einem neuen Preßgesetzentwurf gebracht hat, sich einen Bären aufbinden lassen. Das wäre zu hoffen und zu wünschen! feste Brücke über den Liaofluß gebaut und große Depots angelegt worden. Die Zufahrt geschieht auf Dschunken von Inkan aus. 400 Dschunken im Betrieb, ebenso viele bei Tsintsiatun. Die Japaner scheinen dort ein großes gegen die russische rechte 6l- schußbericht im Druck fertiggestellt ist, werden wir uns noch näher mit den Beschlüssen des Ausschusses beschäftigen Es liegt in der Absicht des Präsidiums der zweiten /ammer, den kürzlich von der Regierung vorgelcgten Entwurf eines Jagdgesetzes namentlich im Jmtcrcsse der Landwirte noch wenn irgend möglich, vor Schluß der gegenwärtigen Landtagsperiode als Gesetz zu verabschieden Infolgedessen wird der zweite (Gesetzgebungs-) Auchchuß am nächsten Donnerstag zusammentreten und sich mit der Vorberatung dieser .Vorlage beschäftigen. Der Gesetzgeb uugsaussainß der ersten Kammer tritt am Mittwoch den 17. Mai noch einmal -ur Beratung zusammen, um die noch rückständigen Gesetzesvorlagen für die Erledigungg im Plenum fertigzustellen. Die W a h 1 r e ch t s v o r l a g e ist, wie früher gemeldet wurde, bereits vom Ausschuß erledigt und die Beratung der vorliegenden kleineren Gesetzentwürfe wird zu umständlichen Debatten keine Veranlassung bieten. Aller Voraussicht nach dürfte die erste Kammer vom Präsidenten gegen End e Mai zur Abhaltung ihrer diesmal besonders wichtigen Be- ratung zusammenberufen werden. hier ein und stieg im Hotel Marquardt ab. Gestern nachmittag machten der König und die Königin der Königin - Witwe einen Besuch, den diese kurz darauf erwiderte. Heute vormittag 10 Uhr ist die Königin-Witwe nach Wiesbaden weitergesahren. . M __ Dem Unterstaatssekretär des Reichsschatzamtes Wirkl. Geh. Rat v. Fischer wurde das Großkreuz des FriedrichS- -rdens, dem Schriftsteller von der Hellen die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Dcrmildjhß. • Plauen i. Vogtland, 16. Mai. Dem „Vogtländer Anzeiger" zufolge wurden Eduard und Hermann Reumann, die am 15. Februar bei VsgtSgrün den Landwirt Forner aus Thoßfeld beraubt und ermordet haben, von dem Schwurgerichte zum Tode verurteilt. * G ö r l i tz , 16. Mai. Za einem Anfall von ® e i st esstör - ung ertränkte heute früh die 43 Jahre alte E h es r a u des SemeidcrmeistcrS Erben die beiden jüngsten ihrer aast Kinder, einen Knaben int Alter von 8 Monaten und ein Mädchen von drei Jahren, in einem Aufwaschfaß. Sie lief dann auf dem Dache umher, jedenfalls in der Absicht, durch Herabsturzen Aus Stadt uud Land. Gießen, 17. Mai 1905. ** Auf das Konkurrenzausschreiben für unser Sta dtth eater sind 4 Entwürfe ein gegangen. Das Preisgericht wird am morgigen Donnerstag seines Amtes walten. Vom Samstag an sollen die Entwürfe einige Tage öffentlich ausgestellt werden. ** Die Ministeria 1 ab tei 1 uu g für öffentliche Gesundheitspflege hat ein Aus schreib en an die Großh. Kreisämter erlassen, dem wir folgendes entnehmen: Das Hcrannahen der Erntezeit für Gemüse und Früchte, welche zur Herstellung von Konserven benutzt werden, legt nahe, in Erinnerung zu bringen, daß au bei untadelhafLem Luftabschluß in Gemüsekonserven Spaltpilze zur Entwicklung und Vermehrung gelangen können, welche in ihrer Stoffwechselvroduk- tion heftig wirkende, dem Fleisch- und Wurstgift ähnliche Gifte zu erzeugen und die menschliche Gesundheit schwer zü schädigen vermögen. Von dem damaligen Direktor des hygienischen Instituts unserer Landesuniversität Geh. Medizinalrat Dr. Gaffky ist bereits in einem Berichte an die Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt vom 11. Juli v. I. bie Vermutung ausgesprochen worden, daß die giftbildenden feinte mit D ü n a e r fl ü s s i g k e i t e n an die Bohnen und damit in den Büchsen zur Vermehrung gelangt seien, und diese Vermutung konnte bis jetzt nicht entkräftet werden. Es erwächst uns hieraus die Vfiicht, gegenüber der Benutzung von Jaucheflüssigkeiten zur Düngung von Gemüsepflanzen auf die Gefahren aufmerksam zu machen, welche der menschlichen Gesuud- heit durch ein solches Düngungsverfahren dann erwachsen können, wenn die Jauche mit den Gemüsepflanzen selbst in Berührung kommt und die darin etwa enthaltenen schädlichen Keime au den Teilen der Pflanze, welche dem menschlichen Genuß dienen, eintrocknen. Es ist deshalb strenge darauf zu achten, daß die Pflanze selbst, sowie ihre Früchte mit der zum Düngen benutzten Jauche nicht beschmutzt werden, zumal es bekannt ist, daß auch andere durch Spaltpilze veranlaßte Infektionskrankheiten, wie Tvphus und Ruhr, auf diesem Wege entstehen können.. Als 'elbstverständlich muß es gelten, daß bei der Bereitung von Konserven peinlichste Reinlichkeit beobachtet werde und daß alle Konserven, die beim Oeffnen der Büchse einen üblen Geruch erzeugen, vom Genuß unbedingt ausgeschlossen werden. Eine gehörige Erhitzung der Gemüse beim Einkochen und üne nochmalige Erhitzung vor dem Genuß muß dringend an- Kerichlssaal. (n.) Gießen, 16. Mai. Die Strafkammer erftarte heute ein Urteil des Schöffengerichts Friedberg! wegen dessen Unzuständigkeit für nichtig und erkannte in der Angelegenheit als erst- Instanz. Im Oktober v. eines Morgens früh in der Dunkelheit, hatte der Mechaniker Jakob Walter M. von Bud-Nauheim mit seinem Automobil einen Zusammenstoß mit dem Hundefuhrwerk des Handelsmannes Ernst Beck von Friedberg, wobei Beck zur Erde geschleudert wurde und eine Quetschung der rechten Hüfte erlitt, so daß er längere Zeit bettlägerig wurde und heute noch an den Folgen des Unfalls zu leiden hat. M. brachte den Verletzten in seine Wohnung und versprach in Gegenwart von Zeugen für alles auszukommen und Beck zu entschädigen Als er aber feinen Verpflichtungen nicht nachkam, sah Beck sich veranlaßt, Antrag auf Bestrafung zu stellen. Vor dem Schöffengericht behauptete M., daß er sich 'die Sache nicht anders erklären kann, als daß der Hund des Beck beim Herannahen des Automobils auf dieses losgesprungen und daß hierbei der Verletzte zu Fall gekommen sei. Die Sache ließ sich nicht aufklären, weshalb das Schöffengericht Freisprechung eintreten ließ. Das Urteil wurde von dem Verletzten, der als Nebenkläger auftrat, und von der Staatsanwaltschaft angefochten. Ein kürzlich vorgenommener Augenschein klärte die Sache auf, sodaß das Berufungsgericht feststellen konnte, daß der Angeklagte nicht Vorschrift s m a ß i g rechts ausgewichen ist und daß nur durch fein Verhalten Der Unfall verursacht worden ist. M. wurde wegen lieber* t r e t u n g zu 10 Mk. Geldstrafe und wegen f a h rl a s s i g er Körperverletzung zu 150 Mark verurteilt. — .^er bei einem Efutspächter zu Nieder-Wöllstadt in Diensten stehende Knecht Veter N. v. Achborn Ijat einem Mitknecht ein Portemonnaie mit 8 Mk. Inhalt entwendet und sich damit heimlich entfernt. Er ist rückfälliger Dieb; es wurde dafür 1 Jahr 4 Monate Zuchthaus angesetzt und unter Einbeziehung einer früheren Strafe auf eine Gesamtstrafe von 2 Jahre und 6 Monate Zuchthaus eitannt. — Ein hier wohnhafter Maurer, Wilhelm Sch. aus! Kohden wurde durch das Schöffengericht Nidda wegen Unter- schlagnng zu 3 Mark Gclbstrafc verurteilt, weil er seinem Arbeitgeber eine Wasserwage beim Verlassen des Dienstes mitgenommen hatte. Er erhob Berufung, der sich die Staatsanwaltschaft anschloß. Das Urteil wurde auf drei Tage Gefängnis abgeändert. — Der Maurer Ludwig A. von Büdingen hat an feinen früheren Arbeitgeber ein Schreiben gerichtet, in welchem er um ein Darlehn von 500 Mark nachsuchte und int Falle der Weigerung mit einer Anzeige drohte, weil er beim Neubau des Beztrks- kasfegebäudes schlechtes Material verwendet habe. Auf erhobene Anzeige würde A. wegen Er pressungsv ersuchS zu 14 Tage Gefängnis verurteilt. - Der Handelsmann Jakob B. von Stockheim, welcher zur Zeit eine längere Gefängnisstrafe wegen Wechselfälschung verbüßt, hat eine Frau von Düdelsheim unter falschen Vorspiegelungen zur Hergabe ihrer Unterschrift auf emen Wechsel veranlaßt, den er nachträglich von 2o Mk. auf 125 Mk. abänderte. Wegen Urkundenfälschung mit Betru g wurden 5 Monate Gefängnis angesetzt und unter Einbeziehung der früheren Strafen auf 2 Jahre 5 Monate Gefängnis unter Aufrechterhaltung der Nebenstrafe von 5 Jahre Ehrverlust erkannt. Die Taglöbner Johann Friedrich L. von Frankfurt a. M. und Leo van M. aus Wachtebeck'e haben ihrem Arbeitgeber zu Bad- Nauheim eine zum Decken des Musiktenipels bestimmte Rolle Kupferblech im Werte von 125 Mark gestohlen und in Sand verscharrt, um sie zum Verkauf nach Frankfurt bringen zu können. Der rückfällige L. wurde zu einem Jahr Gefängnisl verurteilt, v. M. kam mit 4 Monate durch. — Der Gastwirt Heinrich S. zu Friedberg hatte dem Balmbediensteten Otto G. Dienstwidrigkeiten vorgeworken und S. füMte sich heleibtgt durch eine Aeußerung des G. über seine Wirtschaft. Die Folge war Privatklage des G. gegen S. und Gegenklage des S- gegen G. Das Schöffengericht Friedberg verurtellte S. zu 40 Mk. Geldstrafe und ließ G. strafftei ausgehen Auf die Derusilng des S. sprach das Gericht gegen G. eine Strafe von 20 Mark aus und setzte die des S. auf 10 Mark herab, da es die Beleidigung, die G. ausgesprochen hat, für eine schwerere hielt, als die des S. — Jakob Karl M. von Bindsachsen w'ar von Georg Konrad G. und Frau Marie K. von Aulendiebach wegen Beleidigung verklagt worden, weil er ihnen vor geworfen hatte, sie hätten in einem Alimentatiousprozesse einen Meineid geschworen. Das Schöffengericht Büdingen erblickte darin: nur eme Beleidigung des G. und erkannte hierfür auf 5 Mk. Geldstrafe. Auf Berufung der Frau K. wurde der Angeklagte auch derBe- leidigung dieser für schuldig erachtet und zu weiteren o ..cart Geldstrafe verurteilt. „ L , Frankenthal, 12. Mai Ein interessantes Urteil wurd^ heute vor der hiesigen Strafkammer I gefällt. Tw Vost- hilssp'ertreterin Wilhelmine Kauth zu Svever stand unter der Anklage, Gelder für Pockn^rczeichen, Jn- validenkartenmarken und Telephon gebühr im Betrage von Mark innerhalb mehrerer Jahre unterschlagen zu haben,. etner Revision stylte das Ostld, doch ist es bereits gedeckt. Die Berband- lung ergibt, daß P o st h i l ss st ell e n keine bezahlten, sondern Ehrenämter sind, daß die Postverwaltung b^ d-w Errichtung einen eisernen B'stand in Form eines Vorschusses im Werte von ca. 250 Mark liefert. Dieser Bestand ist nach den Diensst Vorschriften in bar zu ergänzen jedoch wird feffgeste t. daß den Agenten das Recht znsiebt. das Geld mit ibrn- Privatkgsse zu ver- schmelzen. Die Angeklagte wurde fteigesprochen mit der Begründung, daß eine Unterschlagung nicht vorliege, well das Gew mangels anderer Mittel (dw Angeklagte befand sich m großer Not), nicht a l S E i g e il t u m der Post anzusehen war. Die Post könne nur zivilgerichtliche Ansprüche darauf erluMn. iS'.o.) Rationen einander näher zu bringen. Er,Hoffe, die Herren würden in Deutschland viele Dinge sehen, die ihnen gefallen würden; eines würden sie sicherlich schätzen, und das würde der äußerst herzliche Willkommen sein, der sie erwarte und ihnen beweisen werde, daß seine Landsleute von den freundlichsten Empfindungen zu dem englischen Volke beseelt seien. — Wie amtlich bekannt gegeben wird, ernannte der König den König von Spanien aus Anlaß des morgigen Geburtstages zum General in der britischen Armee. Paris, 16. Mai. Im Revisionsverfahren des DreyfuS-Prozesses wurde Rat M o r a s vom Kassationshof zum Berichterstatter ernannt an Stelle des erkrankten Rats Michel Jaffard. . . ... D'e rn, 16. Mai. Die internationale Arbeiterschutz- Konferenz ist heute auch über die Festsetzung der Gnmd- züge eines internationalen UebereinkornmenS, betreffend das Verbot der gewerblichen Nachtarbeit der Frauen, zu einer Einigung gelangt. Bukarest, 16. Mai. Am 27. Mai findet die feierliche Einweihung des Kabels Konstanza-Konstantinopel wahrscheinlich im Beisein des Königs Karl statt. $ie beteiligten Länder Deutschland und Türkei werden offiziell, vertreten sein. Damit wird neben der bestehenden SchisfahrtSlinie,Kon- stanza-KonstantiNopel ein neues Mndeglied zwischen Rrlmänren und der Türkei hergestellt. , Konstantinopel, 16. Mai. Bei Straza, 8 Kirn, südwestlich von K^retschowo im Wilajet Uesküb, fand ein Kampf mit einer serbischen Bande statt. Ter Verlust der Bande beträgt sieben Mann. Auf Seit" der Truppen wurde ein Offizier getötet, acht Mann wurden verwundet. — Gerüchte von der Verhaftung des Ehefs der Sondergeheimpolizei, Fe Hirn-Pascha, sanden keine Bestätigung. Tanger, 16. Mai. Das französische Kabel zwischen Tanger und Cadix ist heute für den Verkehr eröffnet worden. Tanger, 16. Mai. Die deutsche Sondergesandtschaft unter bem Grafen Tatteubach wurde heute vom Sultan mit dem üblichen Zeremoniell empfangen. zahlen, daß sie am Donnerstag bei dichtem Nebel in der Tsuhimastraße 70 bis 80 Schüsse gehört haben. Tokio, 17. Mai. (IReuter.) Der nach Niutschwang bestimmte Dampfer „C hu g c t su - M a ruz/, der bei den MiaukauB Inseln auf eine Mine gestoßen war, ist nm 14. Mai bei deu Clliot-Inseln ans Strand gelaufen. Wladiwostok, 17. Mai. Torpedoboote werden gelegentlich an der Küste gesehen. Die Russen verstärkten angesichts der Vormärsche der Japaner die P o ß^ ct-Bu ch t. Für Haushalte. Küche ist die oondensirfe Alpenmilch Nestle unentbehrlich,säiiert nicht-, stete gebrauchsfertig als Sahne f. Kaffee «Tee .als Milch F. Kakao,ChocoLS Speisen. betrsebsangehörigen gewählt und mit dem so erweiterten Ar- deiterausschuß wird nunmehr über die Forderungen der Straßenbahner verhandelt werden. Die Verhandlungen haben heute bereits begonnen. Essen, 16. Mai. Die Solinger Großfirma Hammesfahrlehnte sämtliche Forderungen ihrer Messerschleifer ab In einer am Mittwoch stattfindenden Airberter- Versammlung soll der Generalausstand über die Firma verbannt werden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Bo^ansfichtliche Witterung itt Hessen für Donnerstag, den 18. Mai 1905: Vorwiegend heiter, wärmer wie bisher. Nähere« bitrcb die ßiiefiener Wetterkarte. ' Kriginak-Araßtmekdungen. sd. Darmstadt, 17. Mai. (Eigener Dr aht- bericht.) Oberbergrat Chelius wurde gestern abend wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit, begangen an minderjährigen Kindern, verhaftet. London, 17. Mai. „Daily Telegraph meldet aus Tokio von gestern: 4000 Russen haben den Turnen überschritten. Ihre Vorhut befindet sicy schon in 'Cplju. New York, 17. Mar. Der Schnelldampfer ..Caroni a" geriet bei Vanv-Hok aut Grund. Das Schiff liegt ruhig, es geht wenig See, itnb es besteht feine Gefahr. Schlußkurse. Lande: und Derkelir. Po!L«wi«schast. Berliner Börse vom 10. Mai 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2»/. Prozent. Anfangs- u. Tanger, 17. Mai. Der von Fez abaegangene. französische Kurier wurde geilern wenige Stunden von Tanger entfernt von einem bewaffneten Haufen gefangen und aus- geplündert. Tanger, 17. Mai. In Fez wurde gestern abend Ausbeuten und Zubußen, 1903: 225 Sonnta: schlafen Die tieftrauernden Hinterbliebenen. 2690 Heute nachmitt a; Giessen (Frankfurter Strasse 39), den 16. Mai 1905. J~TT 209.90 237.40 141.10 243.25 213.00 209.50 236.87 141.25 243.25 Ceft Kredit . . Deutsche Bank Darmstädter Bank Vie Beerdigung findet Donnerstag, den 18. d. Mts., nachmittags 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs in Giessen aus statt abend 7'/- Uhr im Alter von 48 Jahren, nach schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden sanft ent Statt besonderer Mitteilung. ; Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber, Giessen (Grünberger Strasse 7), den 17. Mai 1905 Hermann Katz 5 Mäusburg 5 Emma König Julie Rose Ww., geb. König und Kinder. Er, - K » xe. Angebot 8525, Nachfrage 3475. Ein gemgenannteiv lieber Bekannter Freibank* Heute von 4—8 Uhr, morgen von 4—8 Uhr: Kuhfleisch ä, Pfd. 50 $ 'n. BlT/6 Rindfleisch ä Pfd. 50 Psg. Prachtstücke hervorragend schöne Muster werden zu erstaunlich billigen Preisen abgegeben. 17/8 1904: 300. Märkte Smyrna - Teppiche echt handgeknüpft, in Grössen von 2x3 m, 21/,x31/2 m, 3x4 m Die Beerdigung findet statt: Freitag den 19. Mai, nachmittags 2 W U O M ' y‘. - MP ' ——-_______ , । Hur ein Tag! 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