werden den Ehrgeiz hat, aus der eigenen Tasche bezahlte Privatstunden zuschanzt, duelliert sich der junge Rommel mit vorlauten Burschen, die über seinen Vater sich ungeziemend zu äußern erlaubten. Die „Nadeln* aber im Kopfe des StudiosuS heften das zerrißene Band zwischen Vater und Sohn wieder zusammen. Dio Parallelgeschichte in der feudalen Etage Gimpern führt zu ähnlichem versöhnlichen Ende. Da§ Stück ist rohe Zimmermannsarbeit, der Dialog bei volkstümlicher Derbheit frisch, frei und froh, die Handlung um so weniger spannend, als in den ersten Szenen schon der AuSgang abzusehen ist. Manche Situationen sind recht wirksam, manche Witze treffend, die Charakterzeichnung, wenngleich von einfachster Holzschüttart, ehrlich und lebendig. Der Hofschlächter Rommel wird jedem guten Darsteller stets Erfolg bringen. Herr Lippert, der das ganze Stück mit bestem Humor trug, war ein recht gemütlicher und gemütvoller Grobian. „Berlinern* kann er ja nicht sehr, dafür aber schnitt er als Podagrist die drolligsten Grimaffen. Als Pod- (bielskischer) Agrarier und väterlicher Leidensgefährte trug Herr Witt mann, der sehr geschickte und umsichtige Regisseur des Abends, den vornehmen „Pli* mit gar großer Steifheit zur Schau. „Die Herren Söhne* vertraten die Herren Lütt- j ohann und Goll in flottester Naturwüchsigkeit, der erstere mit edlem Anstand, der andere mit lebendiger Pantomimik; aber ein bischen mehr hätte er das „Hackfleischgesicht" des Korpsstudenten, von dem die Rede ist, doch zeigen können. Sehr nett ausgcarbeitet hatte wieder Herr Reimer, der Graziano des ersten Abends, die kleine komische Charge des unentwegt austragShungrigen Weinhändlers. Die „kleine Range" des Frl. Don ecker hätte vielleicht ein wenig mehr ihrem anzüglichen Namen gemäß gestaltet werden können, war aber ganz gefällig. Köstlich war Frl. Schell en berg als Schlächtersmamsell in allen drei Akten; ihre anfängliche kleine Zerstreutheit hatte sie sehr bald überwunden. Die Damen Millar und Fischer gaben die leidende und die leitende Hausfrau in rechtem Tone mit rechter Geberde. Das Sonntagspublikum nahm das Stück als eine gute, kräftige Hausmannskost mit lebhaftem, lautem Beifall entgegen und zeigte sich auch sehr interessiert und dankbar für die ausdauernde und figurenreiche choreographische Kunst der Balletmeisterin Frl. Öldini. P. W. ♦ Frankfurt a. M., 15. Okt. „DerSchwurderTreue" von Oskar Blumenthal fand bei ferner gestrigen Aufführung im Schauspielhaus bei dem Publikum eine freundliche Aufnahme. Der anwesende Autor sowie die Darsteller wurden nach jedem Akt gerufen. — Der ist im Alter dem Theater — Ein berühmte englische Schauspieler Wash. Irving von 67 Jahren in London gestorben, als er aus zurückkehrte. Staatsanwalt als Musikkritiker. Wir lesen in der „Neuen Musik-Ztg." (Grüninger in Stuttgarts: „Der in Mainz kürzlich gestorbene Oberbürgermeister Dr. Heinrich!! Gaßner hat als hervorragender Verwaltungsbeamter gegolten, sodaß die Trauer um den Dahingeschiedenen in Mainz allgemein ist. Dr. Gaßner übte aber auch, als er noch Staatsanwalt war, in seinen Mußestunden das Amt eines — Opern- und Kvnzert- kritikers aus. (Davon haben wir zu unfern Leiern schon kurz gesproäien. D. R. d. „G. ?L"), und zwar ebenfalls mit sehr guten Erfolgen. Diese Tätigkeit hat der spätere Oberbürgermeister nicht vergessen und er bewahrte für die Presse stets ein warmes Herz. Speziell für die Theaterkritiker hatte er in Mainz eine Verfügung getroffen, die überall zur Nachahmung bestens empfohlen fei. Er, der die Launen emvsindlicher Direktoren aus Erfahrung kannte, sorgte nämlich dafür, daß in dem Vertrage der Mainzer Bürgermeisterei mit der Stadttheaterdirektion bestimmt wurde: für die Vertreter der Presse sei ein für allemal eine bestimmte Anzahl Platze zu reservieren. Die Kritiker wurden also Gäste der Stadt, nicht des Theaterdirektors.. Offenbar in Dankbarkeit wegen solcher Verdienste hat Professor Tr. Fritz Bolbach in Mainz sein neues Männerchorwerk „Der Troubadour"' dem Verstorbenen gewidmet." — Professor Dr. v. Behring weilt zur Zeit in Lyon. Er erklärte dort einem Redakteur in einer Unterredung, daß er nur die Verantwortlichkeit für diejenigen Erklänmgen übernehme, die er während des Tuberkulosekongresses in Paris gemacht habe. Nach seiner Rückkehr nach Marburg werde er sofort eine gewisse Quantität seines Heilmittels einigen französischen Professorenl zustellen, damit auch diese damit Versuche anstellen können. — Ter sozialistische Wg. Gerault Richard wird in der französischen Kammer einen Antrag einbringen, einen Kredit von 100 000 Fr. zu gewähren zwecks Erleichterung desStudiumsderMittel zurBekämpfung derTuberkulose. Tiefer Antrag wird gcftellt auf Grund eines Wunsches, welchen Dr. Huchard aus dem Tuberkulosekongreß geäußert hatte. Der Betrag soll entweder dem Professor v. Behring oder den Gelehrten zur Verfügung gestellt werden, welche mit dem Behringschen Heilmittel Versuche unternehmen. — Professor Ludwig Dill, der bekannte Karlsruher Maler, hat an eine größere Zahl hervorragender Künstler die Aufforderung zur Teilnahme an der Internationalen Ktunstausstellung verwandt, die von Frühjahr bis Herbst! 1907 von der Stadt Mannheim veranstaltet wird. Es ist zu erwarten, daß diese Ausstellung, die Werke der Malerei, Bildhauerei, der zeichnenden, vervielfältigenden, dekorativen und Kleinkunst umfassen soll, nicht nur von den bedeutendsten deutschen und auÄändischen Meistem beschickt wird, sondern das Gepräge besonderer Eigenart tragen und einen Fortschritt im Ausstellungswesen bilden wird. Es stehen bereits jetzt im Stadium der Vorbereitung über 300 000 Mark zur Verfügung, für die voni staatlicher, städtischer und privater Seite Ankäufe ,auf dieser Ausstellung garantiert werden. Die Stadt Mannheim als die Veranstalterin des bedeutsamen und groß angelegten Unternehmens, das den Mittelpunkt der Jubiläumsfeier ihres 300 jährigen Bestehens bildet, läßt durch Professor Hermann Billing- Karlsruhe mit namhaftem Aufwand eine Kun st Halle errichten, d'v zunächst diese Ausstellung und späterhin die städtische Kunstsammlung aufnehmen, soll. — Infolge eines Aufrufs des Dichters Richard Voß kaufte kürzlich der bekannte Berliner Bankier v. Mendelssohn die Villa Falconieri in Frascati bei Rom. Die „Tribuna" meldet nun, Mendelssohn beabsichtige sie dem Kaiser zu schenken, der sie zum Sitz einer deutschen Kunstaku^ d e m i e bestimme ' (fö, ach Munfttrtfdta WSfer von i^r"1,e l“'4utWn? l Mer m Gießen, m llihnrr11'Gtfn®r,6,,'nroe8- MMem in LanOock a Ig- geladene 6Pfennig. MWm-Wchm Marke „HaSloch", m"erl exakteste Füllung es Material, starke verläW muß (großes Kupferhütcheni er vorzügliche Deckung be stärkstem Durchschlag 100 Sluck Rai. 16 Mk. 5.84 Entnahme von 500 Slüt :• 5.70 frei ab Fabrik in! Verpackung. mchlose Patrone Marke „Specht". je vorzüglichen, trotz ihm (gleit mit größter eorgiat vierten, mit 1905er Sasa», 9er gelabenen Patronen (in) magtnb in Durchsch^ unb Deckavg 30 Sluck ftal. 16 M. 7.60, mlnahme von 600 Stück 725 frei ab Fabrik inf£ Verpackung. Dickorfc, sMmuchNV letze«, Lchauzeustraste 8. Telephon 416, 5381 Der beste Schutz gegen 05869 Einbruch istPatent-Sicher^iMloß ■■FOX" 150157* Beste bewahrt l »bschraubenM«öM Zu haben bei: Bruder iibt, Seltersw^: .A- Söhne, Karl henich Walltorstr. ; Edgar Bo SWKÄ:: SShSi: ; Prinia «• i «“ M gaifet’» b.'n Einfluß die Großindustrie heute in volittschcn _^ngen b^t Und gerade von diesem Gesichtsvunkte aus dürste die Wahl des Nachfolgers Moellers ganz besonders allgemeines Interest e ^^Ueber H ben Lebens gang und die Familienverhältnisse des Oberpräsidenten Telbrück macht uns ein Berliner Mitarbeiter folgende Mitteilungen: . 3 .ooo Clemens Gottlieb Ernst Telbrück wurde als So Hundes 1892 verstorbenen Areisphvsikus und Geh. Sanitatsrates Ernst Delbrück, 1856 zu Dalle a. S. geboren. 1885 bis 1891 war er Landrat in Tuchel, 1892 wurde er zum Danziger Oberprasldmm versetzt, 1896 ivurbc er zum Oberbürgermeister von ranzig gewählt und vertrat die Stadt Danzig auch im Herrenhaus. Während seiner sechsjährigen Wirksamkeit als Oberbürgermeister erwies er sich als ein Mann von weitem Bleck, außergewöhnlicher Arbeitskraft und den angenehmsten Umgangsformen. Tem damaligen Oberpräsidenten Dr. von Goßler war er ber helfen Bemühen, eine ostdeutsche Industrie zu schaffen, eine verständnisvolle und energische Stütze und die Provinz begrüßte daher seine Ernennung zum Nachfolger Goßlers 19CL mit warmen Sympathien. Delbrück, dessen Baler ein Vetter des verstorbenen Staatsministers Rudolph von Delbrück war, ist seit 1883 mit Meta Magdalena Liedtke verheiratet, einer Tochter des Ritter- gutsbesitzers Liedtke auf Lowinneck, und Vater von drei Söhnen und einer Tochter. ~ . Nun aber kommt noch eine Meldung, die einen anderen Mmin als Nachfolger Möllers nennt. Tie „Dort^ munder Arbeitcrztg.", das .Hauptorgan der rheinisch-westfälischen Sozialdemokratie, tritt mit der Behauptung hervor, der Tortmunder Oberbürgermeister Geh. Oberregierungs- rat Schmieding wäre von den rheinischen Großindustriellen als ihr Vertrauensmann für den Handelsminister präsentiert. Tas Blatt erinnert daran, daß sich Schmieding vor kurzem in Berlin aufgehalten und dort mit den hohen Regicrungspersönlichkeitcn konferiert habe. Tie Meldung wird in Jndustriekreisen durchaus für möglich gehalten, zumal seine Nennung zum Vertrauensmann der einflußreichen Vertreter der rhemisw-westfälischen Großindustrie erfolgt sein soll. Tie „Wests. Ällg. Ztg." aber ist ermächtigt, die Meldung zu dementieren. Afrikanisches. Aus Deutsch-Ostafrika liegen heute folgende Meldungen vor: Die Unruhen im Bezirk von Dar-eL-Salaam sind nicht be- denklich und bleiben auf den südlichen Teil des Bezirks beschränkt. Hauptmann von Kleist kehrte mit der 8. Kompagnie am ll. d. M. nach Dar-es-Salaam zurück. Nachdem er einige Hausen von Ausständischen zersprengt hatte, fand er den Küstenplah Kifidju zerstört und die dortigen Akida vertrieben. Bezirkshauptmann Boeder bleibt vorläufig noch mit einer Polizeitruppe südlich von Tar-es-Salaam. Es scheint, daß religiöser Fanatismus die Ursache der Unruhen ist. Die Eingeborenen kämpfen unter schwarzen Fahnen mit dem Ruf: „Wasser! Wasser!" (d. h. Zauberwassec). Im Norden der Bahnlinie ist alles ruhig. Für die Ausbreitung des Aufstandes ist der wesentlichste Grund die Berbreitung falscher Nachrichten gewesen, wie die der Zerstörung Kilwas und der Ermordung des Gouverneurs, sowie die Vernichtung der Schntztruppe, die ihre Wirkung auf die Neger nicht verfehlten. Mahengc wurde am 20. September durch Hauptmann Nigwann von Iring entsetzt. Im Hinterlande von Kilwa ist der Gegner schwer zu fassen, da er im Busch überall ausweicht. Das Aufstands- gebiet ist bei seinem großen Umfang völlig unwegsam, wodurch sich die Langsamkeit der Niederwerfung erklärt. Die Nord- und Westbezirke sind Nlhig, jedoch empfiehlt eS sich nicht, sie von den Truppen zu entblößen. Die anitlichen Nachrichten von Unruhen bei Bueini und Kondutschi beruhten auf Irrtum. Zwischen Dar-es-Salaam imb Bagamoyo ist alles ruhig. Hauptmann Merker schätzt die Aufständigen in den Matumbi- bergen und Kitschibergen auf 5000 mit Vorderladern ausgerüstete Leute, die mit Speer und Bogen Bewaffneten nicht mitgerechnet. Die Ausständigen vermeiden natürlich alle Gefechte, führen aber geschickt ben Busch- und Guerillakrieg. Leutnant Spiegel hat auf dem Marsch von Kilwa nach Lindi am Mbekurn den Ausständigen mehrfach schwere Verluste beigebracht. In Britisch- und Portugiesisch-Ostafrika gährt /s gleichfalls. Eni Hamburger Privattelegramm der National- zeitung meldet: Laut einer Mitteilung aus Zanzibar in Britisch-Ostafrika ist ein Aufstand deS Stammes der Nondi ausgebrochen, der die Ugandabahn bedroht. Ein größeres Gefecht mit den Aufständischen hat bereits stattgefunden. Die Eisenbahn ermöglicht aber den Engländern die sofortige Konzentration größerer Truppenmassen im Aufstandsgebiete. Mit ben Unruhen im deutschen Schutzgebiete soll die Bewegung nicht im Zusammenhänge stehen. — Aus indischer Quelle stammende Nachrichten besagen, daß auch im Hinterlande Portugiesisch-Ostafrikas Unruhen aus- gebrochen seien. Die Bestätigung dieser letzteren Nachricht steht noch aus. In Südwestafrika ist ein deutscher Posten von Morenga und Morris überrumpelt worden. Sechs Deutsche fielen, einer wurde verwundet, zwei gefangen genommen. Zur Fleischteuerung. Wir lesen in der „Nordd. Allg. Ztg.": Auf das telegraphische Gesuch der Abordnung des Städtetages um einen Empfang in Sachen der Fleischteuerung ist vom Reichskanzler Fürsten v. Bülow an den Oberbürge rm ei st er von Berlin, Kirschner, das nachstehende Antwortschreiben ergangen: Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister. Euer Hochwohlgeboren erwidere ich auf das gefällige telegraphische Ersuchen sehr ergebenst, daß ich gern bereit bin, eine Abordnung des Vorstandes des deutschen StädtetageS, bestehend aus den Ersten Bürgermeistern von Berlin, Dresden, Frankfurt o. M., Karlsruhe, München, Straßburg und Stuttgart, in Sachen der Fleischteuerung zu empfangen. Zur Klarstellung der Rechtslage glaube ich aber schon jetzt auf folgendes Hinweisen zu sollen: Die Anordnung oder Aufhebung von Maßnahmen zur Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen liegt gesetzmäßig den Landesregierungen ob. Als Reichskanzler habe ich nur die Berechtigung und Verpflichtung, die Ausführung der erlaffenen Abmehranordnung zu überwachen, nötigenfalls die Regierungen der beteiligten Bundesstaaten zur Anordnung und einheitlichen Durchführung der erforderlichen Maßregeln zu veranlassen EL unterliegt für mich keinem Zweifel, daß ebenso wie Preußen auch die anderen Bundesstaaten pflichtgemäß geprüft haben werden, auf welche Gründe die vorhandene Fleischteuerung zurückzusühren ist, und welche Maßnahmen etwa hiergegen zu ergreifen sind. WaL insbesondere die Erweiterung der Einfuhr lebender Schweine anlangt, so sichern die jetzt gültigen Vertragsabmachungen mit Rußland diesem daS Recht, ein bestimmte- Kontingent lebender Schweine nach Oberschlesien einzuführen. Durch die neuen Handels- vertrage, die erst im nächsten Jahre in Kraft treten sollen, ist das Kontingent erweitert und ein neues Kontingent für Oesterreich-Ungarn zugestanden worden. Anträge auf vorzeitiges Jnkrastsetzen dieser erweiterten Kontingente sind bisher von keiner Landesregierung bei mir oder dem Bundesrat gestellt worden. Ich glaube deshalb anheimgeben zu müssen, Vorschläge zur Ab- Wendung der in den einzelnen Landesteilen vorhandenen Fleischteuerung an die Regierungen der einzelnen Staaten zu richten. Für Preußen kann ich als Ministerpräsident nur versichern, daß — außer den Ermittlungen, welche der LandwirtschaflSmintster seinen Entschließungen in allen Stadien der Frage zu Grunde gelegt hat — sorgsältigüe Erhebungen über daS Vorhandensein und die Gründe einer Fleisch, teuerung eingekitet und ihrem Abschlüsse nahe sind Deren Ergebnisse werden für die weiteren Entschlüsse der preußischen Staatsregierung maßgebend sein. Unter diesen Umständen glaube ich den Vertretern deS Vorstandes des deutschen Städtetages anheimstellen zu sollen, ob der Wunsch auf eine mündliche Verhandlung der Sache aufrecht erhalten wird. In besonderer Hochschätzung verbleibe ich, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, Ihr sehr ergebener (gez.) Bülow. Russische Yeuigkeileu. Prinz Friedrich Leopold von Preußen ist am gestrigen Sonntag vormittag in Petersburg angekommen. Zur Begrüßung auf dem Bahnhof erschienen 5 Großfürsten u. a. Die Leibgarde-Kosaken stellten eine Ehrcn-Eskadron mit Standarte und MusikkorpS, sämtliche direkte Vorgesetzte derselben von» kommandierenden General des GardekorpS standen abwärts vom rechten Flügel. Vom Bahnhöfe begab sich der Prinz nach dem Winterpalais, wo er als Gast deS Kaisers vom Hofminister Baron Fredericks empfangen wurde. Um 11 Uhr fuhr der Prinz nach Peterhof, um dem Kaiser und der Kaiserin einen Besuch abzustatten und an dem Familienfrühstück teilzunehmen. Der Zar hat dem Prinzen das Ge- orgskreuz verliehen. Das Turiner klerikale Blatt „Momento" veröffentlicht eine Unterredung mit dem in Warschau lebenden polnischen Dichter Sienkiewicz. Auf die Frage, ob Rußland den Polen die Autonomie geben werde, erwiderte Sienkiewicz, dies sei schwierig, da die deutsche Negierung ihren ganzen Einfluß gegen eine solche Konzession aufbiete. (?) Speziell erkenne Kaiser Wilhelm die ganze Gefahr, die der Polenpolitik aus der Gewährung der Autonomie drohen würde. Deshalb tue der Kaiser alles, um Petersburg die Wünsche der Polen zu Hintertreiben. Das Ideal der Polen wäre übrigens eine Autonomie nach dem Modell der vom Wiener Kongreß im Jahre 1815 gewährten. Die Leiche des Moskauer Uuiv.-Rektors Fürsten Tru- b etz ko i wurde am Sonntag von Petersburg mittels Sonderzuges nach Moskau überfuhrt. Unter den vielen Kränzen befand sich auch ein vom Kaiser gespendeter. Als sich die nach Tausenden zählende Menge auf dem Platze vor dem Petersburger Bahnhofsgebäude befand, sprengte plötzlich eine Eskadron Gendarmen mit gezogenen Säbeln gegen die Volksmenge. Es entstand eine momentane Panik, die Menge drängte nach dem Newski-Prospekt zurück; aus der Menge fiel "ein Revolverschuß. Einzelne Gruppen sangen die Marseillaise. Als die Leute am Newski-Prospekt entlang am Admiralität-Boulevard angelangt waren, wurden rote Fahnen entfaltet. Dem General Stössel wurde, wie eine russische Korrespondenz meldet, von oben empfohlen, sich auf einige Zeit ins Ausland zu begeben, wie dies der Statthalter a. D. Alexejew seinerzeit getan hat. Letzterer ist bis jetzt noch nicht nach Rußland zurückgekehrt. In Paris verbreitet sich das Gerücht, Prinz Louis Napoleon sei im Kaukasus ermordet worden. In Lodz streiken teilweise die Arbeiter der großen Fabriken von Scheibler, Geier und Tesurmont, sowie auch die der Ginsbergschen Manufaktur in Zawierce. Am 14. Oktober wurde in dem Fabrikstädtchen Markt bei Warschau, wo die große Spinnerei der englischen Gesellschaft Briggs-Posselt sich befindet, ein Ueberfall a u f das Palais Briggs verübt, woran sich etiwi 12 Leute beteiligten. Es wurde eine Bombe geschleudert, wodurch ein Teil des Palais stark beschädigt wurde. Die Köchin und ein Gärtner wurden getötet. Tie Attentäter, von der Polizei verfolgt, gaben Revolverschüsse ab und erschossen drei Polizisten. Kosaken halten jetzt Markt besetzt, wo unlängst ein wocbenlanger Streik von 10 000 Arbeitern durch geführt wurde. K onstantinop el, 14. Okt. Am vergangenen Sonntag hat eine bulgarische Bande in Aitos, südwestlich von Florina, vier Manner und zwei Frauen getütet. * — Marine-Bestellungen an Frankreich verteilen sich folgendermaßen: Vier Zerstörer zu 290 000, zwei Avisos zu 40 000, zwei Kanonenboote zu 250 000 und das Material zur Erneuerung der Brücke über daS Goldene Horn zu 120 000 Pfund. Die gesamte Bestellung wurde Schneider- Creuzot übertragen. Newyork, 14. Okt. Der Zentraloerband der deutschen Krieger- und Veteranenvereine von Nord-Amerika beschloß, Kaiser Wilhelm als Geschenk zur silberne n Hochzeit eine silberne Punsch bowle nebst einem Begleitschreiben zu übersenden.________________________ Aie ßstotera Nach dem preuß. „StaatSanz/ sind vom 13. bis 14. Oktober mittags im preußischen Staate zwei choleraverdächtige Erkrankungen, ein Todesfall an Cholera, und zwar bei einem Zimmerlehrling im Kreise Elbing und bei ungarischen Feldarbeitern im Choleralazarett bei Oranienburg, sowie drei Bazillenträger auf dem Rittergute Stolpe, Kreis Niederbarnim, amtlich neu gemeldet. Die drei letzteren Personen sind eine Frau, zwei Kinder aus zwei einheimischen Arbeiterfamilien, die mit den ungarischen Feldarbeitern in einem Hause zusammengewohnt hatten. Von den früher gemeldeten Erkrankungen stellte sich eine in Schwedenhöhe, Landkreis Bromberg, nicht als Cholera heraus. Die Gesamtzahl der Cholerafälle beträgt bis jetzt 275 Erkrankungen, wovon 91 tätlich waren. In der poln. großen Industriestadt Lodz sind in den letzten zwei Wochen infolge von verschiedenen Krankheiten, einschließlich epidemischen, auch Cholera und Typhus, insgesamt 427 Personen, gestorben. Der Gouverneur der Philippinen telegraphierte aus Manilla, daß die Cholera dort jetzt endlich so gut wie erloschen sei. Seit dem 23. August seien 713 Krankheitsfälle und 553 Todesfälle eingetreten._____________________________ Der Ausstand in der Berliner Elcktrizitätsindustrie ist beendet. Nachdem Arbeiterversammlungen am Freitag und Samstag sich für die Wiederaufnahme der Arbeit erklärten, fand am SamStag eine Schlußbesprechung zwischen den Vertretern der Elektrizitätssirmen und den Obmännern der Arbeiterausschüsse statt. Die Obmänner teilten mit, daß die Schraubendreher und Lagerarbeiter bereit seien, die Arbeit zu den vor dem Streik angebotenen Bedingungen aufzunehmen. Darauf wurde über die Wiederaufnahme folgendes festgestellt: 1. Die männlichen Schraubendreher des Wernerwerkes erhalten die im Protokoll des Arbeiterrates vom 16. Sept, niedergelegten, erhöhten Akkordsätze. 2. Tie Lagerarbeiter des Habel- wertes an der Oberspree und der Automobilfabrik erhalten vom Tage des Wiederautrittes ab gleichfalls die vor dem Ausbruch des Streiks bewilligten Lohnsätze. 3. Die drei Firmen beginnen am 16. Oktober morgens (also heute) mit der Wiedereröffnung ihrer Betriebe und der Annahme der Arbeiter. 4. Die bisher beschäftigt gewesenen Arbeiter werden nach Maßgabe der Betriebsverhältnisse wieder angenommen, so daß eine Einstellung fremder Arbeiter tunlichst erst erfolgt, nachdem die bisher beschäftigten wieder uiücrgcbracht sind. Die Arbeitsniederlegung und Arbeitsverweigerung sollen einer Wiedercnünahme nicht eni'- gegenstehcn. Eine B e l ä st i g u n g der während des Ausstandes in Arbeit verbliebenen oder neu cingetretenen Arbeiter ist unzulässig und gilt als Eutlassungsgrund. 5. Die erschienenen Vertreter der Arbeiterausschüsse erklärten, daß die Arbeiter unter den vorbezeichneten Bedingungen die Arbeit wieder aufnehmen. Der russisch-japanische Ariedensschtuß. Washington, 14. Okt. Heute ist hier ein Telegramm eingegangen, das anzeigt, daß die Kaiser von Rußland und Japan die ihnen zugestellten Friedens- vertragSurkunden unterzeichneten und damit den Krieg offiziell beendet haben. Diese Nachricht wurde dem Staatssekretariat durch den russischen Botschafter und den japanischen Gesandten mitgeteilt. Unmittelbar darauf beauftragte das Staatssekretariat telegraphisch den amerikanischen Geschäftsträger in Petersburg, das russische Ministerium des Aeußeren davon in Kenntnis zu setzen, daß der Kaiser von Japan den Vertrag unterzeichnet habe. Wahrscheinlich werden noch ein oder zwei Monate vergehen, bevor die Vertreter Rußlands und Japans die unterzeichneten Urkunden hier austauschen._________________ Ausland. Stockholm 14. Okt. Da die Antragsfrist im Reichstage abgelaufen ist, ohne daß der König zur Einwilligung in die Kandidatur eines schwedischen Prinzen für den norwegischen Thron aufgesordert worden, so ist diese Frage erst jetzt erledigt worden, d. h. die Kandidatur ist definitiv abgelehnt. London, 15. Okt. Dem „Obseroer" zufolge ist der norwegische Thron dem Prinzen Karl von Dänemark noch nicht formell angeboten worden, aber alle Parteien haben seine Kandidatur so gut wie angenommen. England wird jene Klausel des sogenannten November-Vertrages von 1855, worin England und Frankreich die Integrität der skandinavischen Halbinsel garantieren, bezüglich Norwegens aufrecht halten, unter gewissen Bedingungen, von denen eine die ist, daß Norwegen eine Monarchie wird. — Nach dem .Observer* wurde am 1. Februar zwischen Rußland einerseits, Deutschland und Oesterreich andererseits ein Vertrag unterzeichnet, wonach im Falle einer Revolution in Russisch-Polen Deutschland und Oesterreich zusammen nicht weniger als zwei Divisionen ins Feld schicken. Der Vertrag soll auf Veranlagung Deutschlands geschloffen worden fein. Wien, 15. Okt. Nach den neuesten Versicherungen soll sich die Zolltrennung nicht int Programm Fejervarys befinden, dagegen das allgemeineWahlrecht, Ernennung der Beamten an Stelle ihrer Erwählung, Magyasierung aller Volksschulen und Parzellierung des klerikalenGroß- grundbesitzeS. Belgrad, 15. Okt. Aus Mazedonien treffen hier Nachrichten über Metzeleien zwischen Griechen, Serben -und Bulgaren ein. Eine bulgarische Bande verbrannte ein serbisches Torf Korbunitza, eine andere das griechische Dorf Aitos, und eine griechische Bande zwei bulgarische Dörfer, wobei zahlreiche Manner, Frauen und Kinder um kam en. Aus Stadl lmd Sund. Gießen, 16. Oktober 1905. ** Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog haben den Revisionskontrolleur bei dem Haiiptsteueramt Offenbach Albert Dexheimer in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptsteueramt Darmstadt versetzt. — In den Ruhestand versetzt wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Eberstadt, Kreis Darmstadt, Wilhelm Schaffner, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. November 1905. " Ordensverleihungen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung Sr. Kgl. Hoh. des Groß Herzogs den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Friedberg: Ferdinand Hohmann, Gerhard Steinbeck und Philipp Klein. — Se. Kgl. Hoh. der Großberzog haben dem Kommunal- forstwart Wilhelm Diehl II. zu Södel aus Anlaß seiner Versetzung in eben Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für freue Dienste* verliehen. *' Wichtig für Vermieter. Das Polizeiamt weist in seiner heutigen Bekanntmachung darauf hin, daß zur Anmeldung des am 1. Oktober zahlreich stattgehabten Wohnungswechsels sowie der Ab- und Zuzüge die vorgeschriebenen Formulare, welche auf dem Polizeiamt, sowie bei den Oktroierhebern zu erhalten sind, zu benutzen sind. Weiter wird darauf hingewiesen, daß insbesondere die Schlafstellen, welche an Arbeiter abgegeben werden, alsbald anzumelden sind. Wer seiner Meldepflicht noch nicht nachgekommen ist, möge dies bald tun, um einer Strafanzeige zu entgehen. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Als erste Volksvorstellug geht am Mittwoch, den 18. Oktober, „Der Kaufmann von Venedig" in Szene. Diese Aufführung des Werkes ist unbedingt die letzte. Da Ausstattung und Darstellung des Stückes gleichermaßen an- gesprochen haben, dürfte auf starken Zuspruch zu rechnen sein und Interessenten werden gut tun, zeitig sich Plätze zu sichern. Die 2. Dienstag-Abonncinentoorstellung morgen, 17. Oktober, bringt eine Wiederholung von Maeterlincks „Monna Vanna*. Die Hauptrollen liegen bekanntlich in ben Händen der neuen Helden, Otto Steinmann, der Frl. Lia Maurice, ^des Herrn Lüttjohann und Wittrnann. Die Temperatur ließ sich heute morgen recht winterlich an, nachdem c5 um Mitternacht recht stark geregnet hatte. Heute früh waren es nur zivei Grad Wärme und die Itarke Reisbildung erinnerte daran, daß wir unS mitten im Herbst befinden. (Sine Schutzmannsschule für das Groß Herzog f u m ist kürzlich in Darmstadt ins Leben getreten. Die Anregung dazu ging von dem Großh. Polizeiamt Darm- (in % -fall tL®obi to in ben *bcn™ Meilen, a unb Typhus, ins. neu telegraphier aus endlich so gut wie er. e,cn 713 Krankheitsfälle L £M ,, 16. Oktober 1905. . Hoh. der Großherz« dem hauptsteueramt Offen er Diensteigenschast an d°! _ Zn den Ruhestand w> Sememdeschule zu Eber- Haffner, auf sein Nch ngjährigen treuen Dienste. 05. , r .. Das Ehrenzeichen vr. wurde verliehe" W r^vrzogs den B zu Friedberg: Ferdma und Philipp Klein-- haben dem Kommuna- Södel aus Anlag Igemeine Ehrenzechn nd ' i 0 <| i u ö t ™ , Ab- und 5U.5UJ f -ui Ä d-s g‘a®iä< w geht ,"S in Säene. “nW’"8X««6'n St----- 9*"^ inen 3*U( j" W» zeitig sich § morße"; ntoorste ^terlinikl erboliing bekanntlich .nd MtiNNN"' ft« ;Snllterfe ba6 u(e blcttrizitätsindnstric Ölungen am Freitag N'inahme der Arbeit er. hlußbesprechimg zwischen n und den Obmännern männer teilten mit, daß r bereit seien, die Arbeit en Bedingungen auszu« Wiederaufnahme folgendes >er des Vemerwerkes er» ates vom Iß. Cept, nieder- Logerarbeiter des Nabel- omobiltabrit erhalten vom - die vor dem Ausbruch des drei Firmen beainnen Heutes mit der Wieder- :r Annahme der Arbeiter, beiter werden nach Maßflak ommen, so daß eine Gin- erfolgt, nachdem die bisher . Oie Meitsniederleor^ VBieberaiMjme nicht 'm? während des Ausstands wen eingetr etenet gilt als &itlol/n/i^runb, terans/Ee etflärien, daß i Bedinguntzen die ArdeU n90"°O .»"?* '°°° U"d L''>k ^liy als ßu!e D°n l^L- orci. lederen $ec. MS: . den früher 7' in aw»-sn» Ein Teil der Arbeit in die seit 88"/, eingebenb zu orientieren. Handel des 114.70 Börse, 16 Okt., Anfangsknrse. 18 Jen Ausgaben müssen 582 Mk. auf 1905 übernommeniol) Kg. ab hier. 8. Sep» von hier ihm ein- (Wehl. Anz) Im benachbarten Harpener Bergwerk Lanrah ütte . . Lombarden E. B. Nordd Lloyd . . Ttirkenlose . . . . 175.30 . 150.20 . 242.10 . 104.80 . 00.00 Reichsanleihe do. Konsols . , do. Hessen . . . Oberhessen 3^°/0 3% 3^°/0 3% Wfo Wo Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Pakctf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... Nordd. Lloyd..... Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Gamstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien..... Baltimore- und Ohio- Eisenbahn ..... Gotthardbahn..... Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn . Habt aus, das tm vongen Jahre eine Schuhmannsschule in? Leben gerufen und damit gute Erfolge erzielt haü Die zehn Schuhleute, die damals an dem Unterricht teilnahmen, haben inzwischen im Dienst ganz erfreuliches geleistet. Auf die Anregung des Großh. Polizeiamts in Darmstadt gingen alle hessischen Städte, die eine Schuhmannschaft haben ein, nur Offenbach und Bad-Nauheim konnten sich bisher nicht dazu entschließen. Am nächsten Montag beginnt der erste auf acht Wochen berechnete Unterrichtskurs. Teilnehmer dazu sind angemeldet aus Gießen, Mainz, WormS, Friedberg, Alzey und Darmstadt. Der Unterricht zerfällt in eine theoretische und eine praktische Abteilung. Den theoretischen Unterricht, der in der Regel vormittag? stattfindet, erteilen Negierung?» rat Tr. Kräh, Vorstand deS Polizeiamts, Polizeiamtmann Gebhardt, Polizeiasscsior Kraemer, NegienmgSasiesior Pistor, sämtlich in Darmstadt und Polizeiinspektor Bischoff aus Worms. An den Nachmittagen werden die Teilnehmer verschiedenen Polizeirevieren zur praktischen Ausbildung überwiesen, die unter Leitung deS betr. Kommissars erfolgt. Der erste Kursus wird namentlich für jüngere Beamte abgehalten, später sollen Kurse für ältere Beamte und Kriminalschtitzleute folgen. Voraussichtlich wird in Zukunft im Frühjahr und Herbst jedes Jahres ein solcher Kurs abgehalten. Krofdorf, 13. Oktober. Unser Ort steht anläßlich der Gemeinderatswahlen im Zeichen einer Wahlbewegung, wie wir sie noch nie erlebt haben. Die bürgerlichen Parteien, welche sich in einen Bürgerverein vereinigt haben, der bis jetzt 60 Mitglieder zählt, stehen im Kampfe mit der Sozialdemokratie, um deren Mehrheit im Gemeinderat ein Ende zu machen. War man schon lange mit dessen Beschlüssen nicht einverstanden, so wirkte ein Beschluß, das Läuten der Glocken morgens, mittags und abends zu beseitigen, wie ein Funke im Pulverfaß. Der 26. Oktober wird nun entscheiden, ob im sozialistischen oder im bürgerlichen 146.90 137.25 275.80 244.50 169.70 222.75 269.80 133.50 139.60 175.25 151.00 241.90 185.50 192.70 167.80 21L50 Hauptversammlung des LandeS-Verbands vom deutschen Flottenverein für das Großherz. Hessen. (Original-Bericht des Gstßener Anzeigers.) Offenbach, 15. Okt. Tic Hauptversammlung tagte unter dem Voorsitz deS Obersten Becker-Darmstadt in der Turnhalle des Turnvereins und war au5 aanz Hessen besucht. Der Vorsitzende teilte mit. daß der 1. Vorsitzende Tr. MerS-Darmstadt infolge Krankheit verhindert sei und führte aus. daß durch den Krieg in Ostasirn und infolge der Enthüllungen der letzten Tage Deutschland wieder gesehen habe, wie not- trendig eine starke Flotte ,ei. Er schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog. Auf seinen Vorschlag wurde an den Großherzog folgender Hulbigungsgruß gesandt: ,Die Hauptversammlung des hessischen Landesverbandes des deutschen ^-lottrnvereins. erfreut und ermutigt durch die Tatsache daß Ormimratfnn und Mit- gliederzahl wiederum erhebliche Fortschritte aufweisen, bekennt begeistert auf? neue ihr Ziel, für Vermehrung und Stärkun" der deutschen Flotte zu wirken, und bringt Ew. Kgl. Hoheit .dem hohe Schutzherrn, untertänigste Huldigung Oberst Becker." Hierauf folgte die Verlesung des Jahresberichtes: darnach hat der Landesverband wiederum einen bedeutenden Mitgliederzuwach? erhalten. Hauptmann Vollmar berichtet über die diesjährige Schillerfahrt nach Hamburg und . 256.10 . 139.20 Bochum Guss . . . , Buderus E. W. . . . Tendenz: fest- Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: lustlos 101.25 101.15 96.55 105.60 68.50 68.20 97.10 94.45 90.50 137.60 53.50 90.50 68.75 97.85 23.50 145.30 129.40 Friedhofstore geschlossen. Gießen, den 12. Oktober 1905. Gropherzognu.-. isterei Gießen. Mecum. 221.40 00.00 23.70 133.60 00 00 beteiligt waren, wieder in vollem Betriebe. Streikenden hatte bereits am Sonntag abend den Elektrizitätswerken wieder ausgenommen. sd. Frankfurt a. M., 16. Okt. Der werden. Der Voranschlag für 1905/06 zeigt 13 477 Mk. Einnahme und 14 140 Mk. Ausgabe. Bezüglich der dem Kriegs- chiff „Hessen" gestifteten Hessen glo cke teilte Oberst Becker mit, daß sie vollendet sei, der Guß sei wohl gelingen. Der Ueberschuß der Sammlung dient als Unter- kützungskasse für hessische Schiffssoldaten Gegenwärtig bienen über 500 Hessen bei der Kriegsmarine. — Admiral a. D. Korwan referierte nun über „die Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins in Stuttgart und unsere nächsten Aufgaben". Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen: „Die Hauptversammlung, überzeugt von der dringlichen Notwendiakeit, unsere Flotte zu ver- tärken, ihren Ausbau zu beschleunigen und ihre minder - vertigen Schiffe möglichst bald durch vollwertige zu er- etzen, stimmt den auf der Hauptversammlung zu Stuttgart gefaßten Beschlüssen in vollem Umfang zu: sie nimmt mit Befriedigung Kenntnis von der Erklärung des Präsidenten des Deutschen Flottenvere.ns, daß der Flottenverein wie bisher, so auch in Zukunft nach bestem Wissen und Können als unabhängiger Verein unentwegt seine Ziele verfolgen werde." Hierauf fand ein gemeinsames Mittagessen statt, bei dem Oberst Becker folgende telegraphische Antwort des Großherzogs vorlas: „Wolfsgarten. Erfreut über die Nachricht von dem Fortschritt und der Entwicklung des Deutschen Flottenvereins danke ich dem hessischen Landesverband herzlich für die telegraphische Huldigung und wünsche seinen auf Stärkung'der deutschen Wehrkraft zur See gerichteten Bestrebungen auch für die Zukunft besten Erfolg! Ernst 2 n b tot g." Als letzter Punkt der Tagesordnung erfolgte die Wiederwahl des engeren Ausschusses und die Wahl des weiteren Ausschusses.__________________________________________________ 100.75 89.15 100.90 89.15 99.80 Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 16. Okt., 1.15 Uhr. tembcr b. I?. vermißte Oberlehrer Eollischonn ist nunmehr gesunden worben. Jniolge von Kirchliche ?lachrich1en. Evangelische Gemeinde. Montag, den 16. Cftobcr, abenb? k Uhr, versammelt sich die Vereinigung ber konfirmierten wei blichen Iuaend der Matthäus gemeinde im Gemeinbesaal, wozu auch die Neukonfirmierten eingelaben werben. 6)rsnin"l-Dralj1mofdttnqen. Berlin, 16. Okt. Seit heute früh sind bie großen Berliner Elektrizitätswerke, bie an ber Arbeiterbewegung Meiches machte gestern ein lahmer, schon lange Zeit bett- lägeriger Greis seinem Leben durch Erhängen ein Enbc. Sein Sohn suchte die Sache zu vertuschen, schnitt die Leiche ab und gab an, sein Vater sei eines natürlichen TodeS gestorben. Der Leichenbeschauer traute aber der Sache nicht und erstattete Anzeige. Im nördlichen Vogelsberg haben sich im Lause des Sommers nicht weniger als 7 Personen erhängt. R. B. Darm stadt, 16. Okt. (Eigener Draht- bericht des Gießener Anzeiger.) Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern bei der elektrischen Straßenbahn. In der Dieburgerstraße unweit der Hirsch- köpfe stießen 2 Motorwagen (roie es heißt, durch Unachtsamkeit des Wagenführers des aus der Stadt kommenden Wagens) zusammen, gerade da, wo die steile Straße eine starke Biegung macht. Der Zusammenstoß erfolgte mit solcher Wucht, daß die Vorderteile beider Wagen vollständig zertrümmert wurden. Die beiden Wagenführer erlitten so schwere Verletzungen, daß sie sofort in das städtische Krankenhaus verbracht werden mußten. Glücklicherweise befanden sich auf beiden Vorderperrons keine Fahrgäste, sonst wäre das Unglück noch viel größer geworden. cl. Mainz, 15. Okt. Das heutige Nennen auf dem Mainzer Sportplatz sollte leider nicht ohne schweren Unfall verlausen.' Am „Dauerfahren mit Motorschrittmacher" beteiligten sich Heckel-Wiesbaden, Seidenspinner-Mainz, Drescher-Mainz. Während der 4. Runde platzte dem Schrittmacher Drescher?, Pokorny, der Reif feine? Motors und beide stürzten. Drescher überschlug Pokorny und die Gefahr bestand, daß die nachfolgenden Motorfahrer mit den Radfahrern in da? Ehaos hineingerieten. Zum Glück konnten die beiden Verunglückten noch schnell die Bahn verlassen, während vom Publikum schnell die Räder beseitigt wurde». Pokorny kam mit dem Schrecken davon, während Drescher cinscheinend eine schwere RückgratSverletzung davon- ttrug. Er mußte vom Platze gebracht werden. Die weiteren Rennen wurden aufgegeben. io. Kassel, 15. Okt. Am Freitag abend wurde hier ein Verein zur Erforschung und Pflege der hessi- sschen Mundarten gegründet. Die Aufgaben deS neuen Vereins sind: 1. Erforschung und wissenschaftliche Fixierung der Mundarten, 2. Fortbildung der Mundarten und Anregung zu dialektischer Forschung, 3. Sammlung der bezüglichen Literatur. ** kleine ÜRittriiunncn o u s Hefse n unb den N a ch b a r st a a te n. Nach dem Flugblatts deS „Sirup li- i H i m n „Fort mit der Liebs!" würbe in ben Frankfurter Buchhandlungen, hei den Kolvorteuren u. s. w. am Freitag unb Samstag gefahndet. Die vorgefundenen Exemplare wurden beschlag- nflhmf. 4% Oesterr. Goldrente. . 4x)t% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4 % Italien. Rente ... 4 % Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen ,, III 4%°'o russ. Staatsan!. 1905 4%° „ japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3% Mexikaner . . . . 4 XA °/0 Chinesen . . . . Aktien: Kiel, an der 45 Lehrer unb 145 Schuler teilnahmen. Bezüglich ber Organisation sprtcvt Oberst Becker den Wunsch wus, baß alle 'Mitglieder eines Kreises sich zu einer Kreis- «ruppe zusammenschließcn möchten. — Nach der Rechmmgs- aiblage betrug die Gesamteinnahme 10 430,97 Mk. Bon Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß bie Friedhöfe vom 16. Oktober 1905 bis 15. März 1906 vo« morgen» 8 Nhr bi» abends 5 NHr geöffnet find. Die Schließung der Friedhofs wird durch Läuten der Friedhof»* glocke angezeigt. Bel Beginn des Läutens muß der Friedhof sofort verlassen werden. E'ne Liertelstunde nach dem Lauten werden die ss10/£ J vornehmste, gediegenste Corset-Einlage. Jedes Corset trägt den Namen „Herculesa-Baleine*4. Sinne weiter gearbeitet werden soll. △ Ulrichstein, 14. Oktober. getroffener Briese aus Rorschach am Bodensee begaben sich seine beiden Brüder dahin unb sanden ihn wohlbehalten dort vor. Nach seiner Angabe ist die Ursache seine? Wegganges von hier in einer infolge Uebercsrbeitung entstandenen seelischen Depression zu suchen. E. machte den Weg von Hier zum Bodensee völlig zu Fuß. Essen, 16. Okt. Im ganzen Ruhrgebiets fanden gestern Bergarbeiterversammlungen statt, in denen gegen die von den Zechenverwaltungen verhängte Sp e rre als eine Beeinträchtigung der Freizügigkeit protestiert und auch die Fleischnot behandelt wurde. Vielfach wurde die Ansicht ausgesprochen, daß ein neuer Kampf bevorstehe. Bautzen, 15. Okt. Heute nachmittag wurde in Hoch- irch ein Denkmal si'ir die in der Schlacht bei Hochkirch am 14. Oktober 1758 gefallenen Oesterreicher und Preußen enthüllt. An der Feier nahmen Deputationen österreichischer und deutscher Regimenter, sowie Militärvereine beider Nationen teil. Eßlingen am Neckar, 15. Okt. Heute fand hier ein Fest der Angehörigen der ehemaligen Württemberger Jägerbataillone statt, die am Kriege von 1870/71 tcil- genommcn haben. Zu dem Feste traf auch der König ein. Der König begrüßte die Jäger mit einer Ansprache, in der er für den herzerfreuenden Empfang dankte. „Mögen Sie die schönste Erinnerung von diesem Tage nach Hause nehmen, damit Kinder und Kindeskinder davon erzählen, wie ein rechtes Jägerherz empsindet: Wahrhaft und treu zur Fahne und Pflicht, die man übernommen hat, und so der großen Tage gedenken, die in aller Erinnerung leben. Es ist die erste Pflicht des Soldaten, dessen zu gedenken, waS wir auf dem Felde der Ehre vor 35 Jahren erkämpften. Ein einiges Deutschland, ein einiges Heer! So legt sich von selbst der Ruf in den Mund: Der oberste Feldherr, Se. M. der Kaiser hurra!" Petersburg, 16. Okt. Der „Regierungsbote' oer* öffentlicht ein (Kommunique betreffend die vollzogene Rati- si kation des gestern vorn Kaiser unterzeichneten Vertrage? von Portsmouth. Der Vertrag tritt mit dem 15. Oktober in Kraft. Chardin, 16. Okt. (Petersb. Telegr.-Ag.) In bet neutralen Zone wurden von den Japanern Fouragierringen für die Armee in Korea vorgenommen. Einer Fourageko mpagnie wurden von russischen Truppen 10000 Kilogramm Fourage und eine Anzahl Vieh abgenommen. Die bewaffneten japa- nischeu Soldaten wurden fest genommen.________ 350,000 Oefen verkauft in ber verhältnismäßig kurzen Zeit von 10 Jahren ist ein tatsächlicher Beweis für bie außerordentlichen Vorzüge eines Ofensystems, mehr wie irgenb welche Anpreisungen unb Morte. Wie uns mitgeteilt wirb, ist mit ben bekannten Patent-Ger- manen-Oefen ber Firma Oscar Winter, Hannover, obiger Absatz erreicht worben. Es empfiehlt sich baher bei Bedarf eines Ofens über bas bewährte System bnrch Bezug ber Original-Verkaufsliste von einer besseren Ofenhanblung ober direkt vom Fabrikanten sich Ein Gelehrtenstreit besteht bekanntlich zwischen dem früheren Professor an ber Hochschule zu Freiburg in der Schweiz und jetzigen agrarischen Agitator Tr. Ruhl and in Berlin und dem Gießener Universitätsprofessor Dr. Biermer. Im Verlage von Roth in Gießen erschien vor Jahr und Tag eine Broschüre von Prof. Biermer, in der er nach einem Kammerantrage des Abg. Köhler-Langsdorf, eine neu zu errichtende agrarwissenschaftliche Professur an der Gießener Universität dem Dr. Ruhland zu verleihen, in nachdrücklichster Weise sachlich und wissenschaftlich Dr. R. bekämpfte. Teile dieser Broschüre hat dann bald darauf der Berliner R e - dakteur Tr. Mancke in seiner „Dank- und Handels-Ztg." zum Abdruck gebracht, und Professor Ruhland hat auf Grund dieser Tatsachen zuerst gegen Biermer und dann auch gegen Mancke Beleidigungsklagen eingerichtet, die noch in derSchwebe sind. In dem gegen Professor Biermer schwebenden Verfahren hatte nun Tr. Mancke dem Beklagten zur Charakteristik des Klägers brieflich mitgeteilt, daß Professor Ruhland von einwandsfreien Leuten als „notorischer Lump" bezeichnet worden sei. Diese Tatsache kam bei dem Prozeß Biermer zur Sprache und veranlaßte den Professor Dr. Ruhland, wegen dieses Ausdruckes gegen Dr. Mancke klagbar zu werden. Um diese Beleidigungsklage handelte es sich zunächst. Ter Angellagte hatte seinerseits Widerllage erhoben, und zwar auf Grund folgenden Tatbestandes: Ms Beilage der „Bank- und Handelsztg." erscheint ein „landtoirtschaftl. Anz." In diesem hatte er einen Angriffsartikel gegen Ruhland erscheinen lassen und daran in der nächsten Nummer der „Bank- und Handelsztg." Besprechungen geknüpft. Prof. Ruhland war der Ansicht, daß der Titel der Beilage, für die zeitweilig ein anderer Redakteur bestellt war, nur eine Art Zeitungsmaske darstelle, zu dem Zweck, gewissermaßen „verschleiert" Artikel in die Oeffentlichkeit zu bringen, zu denen man sich bekennt, aber Gelegenheit erhalten möchte, sie in der eigentlichen Zeitung zu besprechen. Prof. Ruhland ersuchte darauf das Börsen-Ehrcngericht, diesen Fall zu untersuchen. Er führte in seiner 9knzeige aus, daß dies ein Verfahren sei, das mit Treu und Glauben nicht vereinbar sei, sprach von gemeingefährlicher, grober Fälschung der öffentlichen Meinung usw. Tas Dörsen-Ehrengericht hat seinerzeit eine Untersuchung gegen Dr. Mancke auf Rnhlands Antrag nicht eingeleitet, die Mlehnimg vielmehr damit begründet, daß es hierzu nicht berufen sei. Was den Klagepnnkt betrifft, so berief sich Dr. Mancke auf den Oekonomierat Stein- mever in Danzig und Grafen Arnim-Güterberg, die bei einer Gelegenheit den Ausdruck „notorischer Sump" in Bezug auf Prof. Ruhland gebraucht haben sollten. Sowohl in erster Instanz, als auch in der zweiten ist nicht erwiesen worden, daß'dieser AuÄ)ruck von den genannten beiden Herren gebraucht worden ist. Das Gericht verurteilte daher den Angektaaten Dr. Mancke zu 180 Mark Geldstrafe. Aus die Widerllage billiate das Gericht dem Prof. Dr. Ruhland den Schutz des ß 193 zu und erkannte bei ihm auf Freisprechung. Dieses Urteil Würbe am letzten Frei- toa trnrn Kvn'-rn--r^c-rick>t w w-rlin mhoiffin bestätiat. * Kleine Tageschronik. Reisende, die aus Saarbrücken in Forbach eintrafen, verbreiteten das Gerücht, daß Leutnant a. D Bilse, her bekannte Verfasser von „Aus einer kleinen Garnison", ermordet worden sei. Rach einer anderen Version habe er Selbstmord begangen. Indessen lebt Bilse ganz vergnügt int idyllischen Brunnen am Vierwaldstätter- Sce. — Gegen die Weichensteller Schmidt aus Spremberg und Wiedemann aus Schleife wurde die Voruntersuchung eingeleitet, da sie verdächtig sind, dasSprembergcr Unglück mitverschuldet zu haben. — In Sck-labitz (Vrov. PoseM brach in einem Hanse Feuer aus. Man fand nach der Löschung d-'s Brandes hie Leiche einer Frau, an der zweifellos ein Mord verübt worden war. Ta bie Leiche verkohlt war, wird angenommen, daß das Feuer angelegt wurde, um den Mord zu verdecken. Es verlautet, die Tote sei ein Dienstmädchen. — In Sarvar sKomitat Eisenbnrg) fand in einer Sndenfabrik eine Erpl 0 si 0 n statt, durch die das Geschästsgebäude in Brand gesetzt wurde. Ein Teil derselben stürzte ein und begrub zahlreiche Personen. Bis Mitternacht wurden ,echs Tote und eine aroße Anzahl Verwundeter aus den Trümmern hervorgezogen. Türk merhen N"ch rn-rniv-t Märkte. fc. Frankfurt a. M., 16. Okt. (Stiegt. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz/l. Amtliche Notienmgen ber heutigen Viebmarkt- vreife. Zum Verkenne standen: 448 Ochsen, 161 mis Oest. reich, 63 Bullen, 3 aus Oestreich, 834 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 256 Kälber, 437 Schafe und Hämmel, 1451 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Vfimd Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 79—84 Mk., 9. Olial 72—75 Mk., 3. Qual. 66—77 TU.; Bullen l.Qual. 67 bis 69 Mk.. 2. Qual. 64—66 Mk.: Kühe l.Qual. 71—73 Mk., 2. Qual. 67—69 Mk., 3. Qual. 52—54 Mk, 4. Qual. 50—51 Mk., 5. Qual. 0y—gyMk. Kä'lber: 1. Qual. 86—90Mg., Lebendgewicht 52—54 Pf., o Qual. 80—82 Pfg., Lebendgewicht 47—49 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 60—64Ma., Schtoe: l.Qual. 70-72, 9 Qual. 60—62 Pfa., 3. Qual. 00—00 Pfa.; Schweine 1. Qual 79—00 Big., Lebendaew. 61.50 Vfa., 2. Qu.77 - 78Pkg., Lebendaew. 60—61 Pfg., 3. Qual. 72—74 Pfg., Lebendgewicht 60—00 Pfg. ^efchnft bei Hornvieh gut, Ueherstand unbedeutend, bei Kleinvieh Schafe und Schweine) guL kein Ileberstand, Kälber gedrückt. fc. Frankfurt a. M., 16. Okt. tOrig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktoreife. Weizen Mk. 17.50—00.00, Kurhesfifcher Mk. 17.50—00.00, La Plata Mk. 18.50—19.25, Kanfas Mk. 18.50—19.25, Roggen lbiefigerl Mark 15.75—00.00. Gerste lWetterauerl Mk. 17.25—17.75, Franken- fe(ber Mk 17 50—18,00, Hafer Mk. 14.75—15.75, Mai? Mk. 13.50—13.75 'Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.75, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk 95.25, 3. Qualität Mk. 22.50—23.00, Roggenmehl 0 Mk 23 50—94 25 1. Qualität Mk. 20.00—21.75, Weizenkleie Mk. 10.50 bis Alk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.50—12.00, Maiskeime Mk. 10.75 bis Mk. 11.00, Franken, Pfälzer, Rieb Mk..17.50—18.00. Alles per Bekanntmachung. Die beim letzten Quartalswechsel in großer Anzahl flott* gehabten polizeilichen An- und Abmeldungen sowie WohnungS- veränderungen geben uns Veranlassung darauf hinzuweisen, daß zu diesen Meldungen die vorgeschriebenen Formulare zu benutzen sind, welche außer bei unS auch bei den Oktroierhebestellen verabfolgt werden. Außerdem werden alle diejenigen, welche einen Zu-, Wegoder Umzug, oder welche eine der gesetzlichen Revision unterstehende Mietwohnung oder Schlafstelle nicht angemeldet haben, aufgefordert, dies unverzüglich nachzuholen. Die Unterlassung der Meldepflicht zieht Bestrafung /»ach sich. Gießen, den 14. Oktober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Verdingung. Beim HI. Bataillon Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm No. 116 soll die Lieferung dec im Küchenbetriebe erforderlichen Kartoffeln, Gemüse und sonstigen Lebensmittel für die Zeit vom 1. Stovember 1905 bis 31. Oktober 1906 vergeben werden. Ebenso wird die Abnahme des Spülichts für vorgenannte Zeit verdungen. Vertragsbedingungen pp. liegen auf dem Geschäftszimmer der Kaffenverwaltung zur Einsicht auf. Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen der Küchenverwaltung zum 19. Oktober 1905, vormittags 10Uhr einzureichen. Die Oeffnung der eingegangenen Offerten wird um 10®6 vormittags im Beisein der etwa erschienenen Submittenten vorgenommeii werden. -0"/M III. Bataillon Iufautr.-RegtS. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. US. Kaufmännischer Verein und Orb-GewerieVerein Giessen. Mittwoch, den 68, Oktober 1805, abends 8V- Uhr pünktlich im Hotel Saalbau I. öffentlicher Vortrag. Herr Reallehrer Will: Venedig (mit zahlreichen Lichtbildern). Eintrittskarten tilr Nichtmitglieder sind zu 50 Pfg. v16/io abends an der Kasse zu haben. o* tc CO IBS! Für* die Tanzstunde empfehle ich zweckentsprechende Tanzschuhe für Damen und Herren in Chevreaux-, Lack- nnd Gemsleder von Mk. 2.50 an. Marktstrasse 9 "HF CGI Marktstrasse 9 u. Wettergasse «J■ W aOtS u. Wettergasse. Telephon 484. 6387 Mittwoch, den 18. l. Mts., abends ^9 Nhr im Vereinslokal. vie/10 . m»-- ' .. - — i— 'flpparofe /ÜX Hochdruck- oller Art leitungen MMW Wasserreiniger * bampfuberhitzer Mittwoch, ötn 18.6. Mts., nachmittags 2 Nhr werden im Bieker'schen Saale Möbel aller Arten, eine Partie rooll. Jackeii und Kinderhemden, Schirme, Stöcke, Bierkrüge, Zigarren, Konserven, Zigaretten, 1 Ladeneinrichtung, 1 Kassen- schrank, 2 Stämme geschn. Eichenholz, 60 Mtr. Glas, 1 Fahrrad u. a. m. öffentl. meistbietend gegen Barzahlung versteigert. [5378 Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Dienstag den 17. d. MtS., nachm. 2 Uhr, versteigere ich Weit nabt 65 dahier gegen Bar- zahlung: 5382 2 Mille Zigarren, 10 Handelö- waagcn, 2 Trehbänke, 11 Bände Kochs Encyclopädie, 2 Sofas, 1 Tisch, 3 Rohrstühle, 1 Spiegel, Regenschirme, 16 Bände Brock Harrs Konversations-Lexikon. Born, Gerichtsvollzieher Versteigerung. Mittwoch de« 18. Oktober l. I., nach«. 3 Uhr, sollen im städt. Piandlokal Seltersweg dahier die wegen rückständiger Orts- krankenkassebeiträge pro Monat Juni 05 gepfändeten Gegenstände, Möbel versch. Art, 1 Pferd und 1 Kaffenschrank versteigert werden. Gemmecker, Pfandmeister. __________________________5389 Versteigerung. Donnerstag, den 19. d. Mts., vormittags 11 Uhr versteigere ich auf Oswalds- garteu dahier im Auftrag des Biehhdls. Julius Kahn in Hungen eine Kuh gegen Barzahlung. [5381 Born, Gerichtsvollzieher in Gießen. Klavier > Stimmen Reparieren C Polieren > 1 in tadelloser Ausführung g durch D,7/7 « Wilh. Rudolph < 1 Grossh. Hess. Hoflieferant « > Pianohandlg. u. Reparatur- < > werkstätte, Seltersweg 91. • °6987] la Limburg. Käse per Psd. 60 Pf., große BauermHandkäse per St. 7 Pf., Frische Eier per St. 7Pf., Land-Eier per St.8Pi., holl. Bollhertnge 2 Stück 13 Pf. empf. W. Ullrich, Schloßgaffe 7. Bon jetzt ab stets vorrätig 8 schön verzierte, gußeiserne Sänle» billig zu verkaufen. 06945________Seltersweg 2. 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