äjn(Ueriir«6tM^ .NM M.3.' 155, Jahrgang Zweites Blatt Nr. 26S General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeb'ati für den Kreis Sietzen kleine Abänderung des roten Gartens zur Wiederherstellung Freundschaft auSzusprcchen, die Spanien ,ur sie . als er von erfüllt sei. eser Bewunderung für die Mutter des Königs Ter König erwiderte, ei- nehme freudig die nm :r liiöe, oenheit ’ >hle o Mrscheint tägltth mit Ausnahme deS Sonntags. Die ^Gtetzener LamMendlö'ter" werden dem ,91niciqrr viermal roöcbenilich betaeleqt. Der tanörour erfcheml nwnaüid) einmal. schon seit langem ungeduldig erwartete r den Völkern Oestcrrelch-Nngarns die ynlitirdic Tnaesschan. Der Kampf um die preußische Volksschule beginnt auf der ganzen Linie. Dr. Studt, der preußische Kultusminister, hielt heute dem Kaiser Vortrag, und abends meldet die „Nordd. Allg. Ztg.", daß der Landtag zum 5. Dezember ein berufen werden soll. TaS Schul- Unterhaltungsgesetz wird ihm zweifellos sofort zugehcn. Die Presse setzt mittlerweile das Vorpostengefecht fort, und es stellt sich heraus, daß die .Nordd. Allg. ßtg.* mit ihrer Erklärung, eS sei nach dem Landtagtzschluß mit den Führern keiner Partei über den Gesetzentwurf mehr verhandelt worden, nicht durchzuschlagen vermochte. Die .Kreuzztg.^ allerdings bestätigt dem offiziösen Organ biederen Tones, daß mit den konservativen Parlamentariern keinerlei Rücksprache in dieser Sache stattgefunden hat. Die war auch wirklich nicht vonnöten, denn deS Einverständnisses der Konservativen weiß sich die Regierung unbedingt sicher. Wenn die .Kreuzztg." aber weiterhin meint, bei den Rationalliberalen scheine man nach einem Vorwand zum Rücktritt von dein sog. Schul» kompromiß zu suchen, so ist das ganz unzutreffend. Die .Kreuzztg.", deren Chefredakteur Vorsitzender der Unterrichtskommission des Abgeordnetenhauses ist, mag sich von der sreikonservativen Presse belehren lassen. Dort ist zu lesen, daß bei den früheren Verhandlungen der Regierung mit den Kompromiß-Fraktionen von den Rationalliberalen in der Hauptsache nur in einem Punkte von allerdings grundsätzlicher Bcdciitilng Einwendungen erhoben wurden, die die Freikonseroativen teilten, und daß eine Einigung damals nicht erzielt wurde. Er betrifft die Frage der Neuerrichtung von Siinultanschulen. Die Nationalliberalen tun also einfach ihre Pflicht, wenn sie darauf Hinweisen, daß sie dem Gesetz- enlivurf gegenüber sich freie Hand behalten müßten. Tie Freikonservativen werden höchstwahrscheinlich ebenso erfahren, sofern nicht dre Vorlage dieses Bedenken Rechnung trägt, was ja binnen kurzem erkennbar sein wird. So ganz dürste Fürst Bülow die beim Schulgesetz von 1892 gemachten Erfahrungen wohl nicht in den Wind schlagen. Der Madeira-Zwischenfall. A r König von Spanien in Wien. Wien, 13. November. Der König von Spanien ist heute vormittag hier mit oem Hofsonderzug eingetroffen. Zu seinem Empfange waren Kaiser Fran; Josef, die Erzherzoge und die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden erschienen. Der Kaiser ernannte den König zum Inhaber des Infanterie-Regiments Nr. 38. Im Nedoutensaal der Hofburg fand heute abend zu Ehren des Königs ein Galadiner statt. Während des Diners brachte der Kaiser einen Toast aus, in dem er dem König für den Besuch dankte, :n dem er ein wertvolles Unterpfand für die ausgezei kneten Beziehungen der beide,r Länder erblicke Der Kaiser mpfinde über den Besuch umso größere Freude, hmls W it guten ZeugnW ' *** _ ,> en.uen 91QUC • Itthaftt, schwarz Sffilpt u Prnlm. nStrümpfen 5515 cs, SÄ'1»", !t s&JS •St» o »AW9 Aus ZlaSl llirü KmlL. Gießen, den 14. November. 1*01* 6i»S, AM Dienstag 14 November 1905 O Rotationsdruck und Verlag bet Brühl'sche» Unwersuärsdruckerei. 9L Lange, ©tefeen. r Redaktion,Expedition ».Druckerei ©cbuirtr.t. VÄ 'y V Tel. Nr. bl. relegr.-Adr.r Giepau .die fl- •sssfc £!ii% 07ool_„_—— ____— 1U ll-»' tt ütilüd ««i;; - Geheimerat Dr. Breidert ist zu den Sitzungen deS Zentralvorstandes der Arbeiterkolonien und der Der- pflegungsstationen nach Berlin gereist. " „Klein-Dorrit^, daS neue, nach dem TickenSschen Romane" bearbeitete Lustspiel Franz von Schönthans, kommt am Freitag, dem 17. ds. Mts., als zweite Vorstellung des Theatervereins zur Aufführung. Die beiden wichtigsten Nollen liegen in den Händen von zwei Gästen: die Titelrolle spielt Frl. Poldi Sangora — Kostümbilder der Dame sind inI den Schaufenstern der Herren Challier und Hochstätter ausgestellt —, die Rolle des Vater? Dorrit Herr Arthur B au er. Beide haben in Frankfurt wesentlich zu dem Erfolg des Lustspiels beigetragen, das überall, wo es bis jetzt ausqesührt wurde, gut gefallen hat. — Als dritte Vorstellung soll am Dienstag, den 2 8. d. M., da? ausgezeichnete, seit Jahren hier nicht gegebene Schauspiel .Fedora* von Sardou m.l Frl. Hedwig Lange (der Nachfolgerin von Frl. Triesch) aus Frankfurt in der Titelrolle zur Aufführung gelangen. •• Konzert-Verein. Es ist, wie uns von kompetenter Seite mitgeteilt wird, vielfach die Ansicht verbreitet, daß nach dem ersten Konzert keine Abonnements mehr aus- gegeben werden. Diese Ansicht ist durchaus irrig oder mindestens antiquiert. Es besteht seit 2 Jahren em Beföhle oeS Vorstandes des Konzert-Vereins, auch nach den ersten Konzerten, unter Abrechnung der verflossenen, die Abonne- men tSoer günstigun gen offen zu halten. So wurde | jetzt ein Sperrsitz 3. Platz im Abonnement Itatt 20 Mk. nur! 18 Mk kosten also pro Abend im Einzelverkauf 2 Mk. stall 3 Mk.; beim 2. Platz 2,50 Mk. statt 4 Mk., und beim 1 Platz 3 Mk statt 6 Mk. Bei dem vorliegenden boch- mtereffanten Busf-Wedekind-Abend dürste diese Not.z willkommen sein und zu nachträglicher Benutzung der äußerst günstigen Abonnementsbedingungen veranlaffen. " Rum Oberhessischen Trachtenfeit. Eines Mannes, der sich um die Pflege der Oberhessischen Volks- trachten, besonders der Hüttenbergertracht, verdient gemacht hat * gelegentlich der in Butzbach auigetauchten Be- we' -dacht werden, es ist das LandtagSabg. Leun m Groß°n-Linden. Er hat vor Jahren in Großen-Lmden einen und den warmen Tribut seiner eigenen verehrungSvollen Be- Trachtenverein mS Leben gerufen und gelegentlich ber lanbm. räunbmina f™ ben 6enfd)et zu entrichten, besten fo oft be. Ausstellung in Kiesten 1895 6 K H bem Grost erzog wüstete E?fahrunq, Intelligenz, Weissteit nnb Seit von ben mehrere Frauen nnb fOTabdten m der Huttenbergertracht vor. Feitgenosten allgemein anerkannt feien und von künftigen gestellt. Tie tle.rfame Tracht gestet bamatS dem hohen' Ä M W Ä dasbazuer. *“n9* °uf das Wahl Kaisers «nb W " _____________________________■- worden. Wenn dieser Straßenzug, der von seinem AuSgangS- DeuHcbcS Neicv« punkt im Bogen am Großen-Stemweg vorüber bis zur , Mnltk-ftrabe führt erst fertia gestellt sein wird, ist damit eine ?eia^e'r FaSn^eCu?0 M"t°lmaer. recht wette"rü7gÄngierbastubof, ift ECl Der Fürstenrang wurde nach dem „Riederschles. in der Gemarkung Klein-Linden geplant. Die Eigenlumep Anz." dem Oheim des regierenden Fürsten Leopold v. Lippe Kc§ Geländes sind auf nächsten Mittwoch wegen der Abtretung Grafen Rudolf zur Lippe-Biesterfeld auf Drogelmitz, desselben eingeladen. Kreis Glomm, verliehen. "Besitzwechsel. Der Bahnschreiner Pfeil erward — Ins Herrenhaus berufen wurde FzderkoTmniß- k g Anwesen des Rentners Tauernheim m der besiher Burggraf und Gras^Karl zu^D o h n a- Schlodien r e d n er st r a ß e R r. 3 8 für 26 5O0 Mk. — Wie verlautet, wird Frhr. v. M u mm , jetzt ^sondttr "Duell. Zwischen zwei Korps-Studenten fand qkk in Peking, Botschafter in Tokio, und ari seiner Stelle ^j^nberger Wald ein Pistolenduell statt, biiett"t ®teübeIbgeC^nna^T$eticBe? war'^r General, das zum Giück unblutig vertief. Die Angelegenheit wird konsul in Sljanghai und gilt als ein guter Kenner chinesi- ein gerichtliches Nachspiel haben, da, wie wir erfahren, Anscher Berhältnissc ) jcige erstattet ist. __ Die Einberufung des deutschen Städtetages •• Messerheld. Ein betrunkener HandwerkS- zur Beratung über Maßnahmen gegen die Fl ei sch teuer- bursche, der in der Nacht auf Sonntag im Wartesaal deS ung ist beute endgiltig beschlossen worden. Der Städtetag hiesigen Bahnhöfe? sich roh benahm und von einem wird am 28. d. M. zusammentreten. ^ Portier in? Freie befördert wurde, versetzte hierbei dem Dresden, 13. Rov. Die sozialdemokratische Partei I $ ± cincn Messerstich in den Arm. Er wurde ver« erläßt einen Aufruf, .Massenversammlungen am entschuldigt seine Tat mit Trunkenheit. c/l e n^b^e i e Sß1 a $1x1$ mit15cm ^Vvor* ° 7^ u & ft c i g e frei! Wir verweisen aus die.hei.ttge tionalsnstem zu demonstrieren. Bekanntmachung de? Großh. PolizeiamtS, welche einige Be- Nürnberg, 13 Rov. Zum Empfange der zur Ein- stjmmungen über den Ctraßenveikehr ins Gedächtnis 3^wuck- weihung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. ein- nift, gegen welche gar oft gefehlt wird. Es ist nämlich im treffenden Fürstlichkeiten hat die Stadt reichen Festschmuck ^„tereffe der Ermöglichung des ungehinderten Fuß- angelegt. Der Prinzregent mit dem P/mzenpaar ^riaerverkekrS QUf den Fußsteigen das Be- Den Reichskanzler in Audienz. An eine Screnade der Musik I faßt da? Stehenbleiben, wodurch der^fteie Verkehr gehemmt, von acht Regimentern schloß sich ein Fackelzug b c r I sowie das Traaen von Gegenständen, welche geeignet Erlanger und WürzburgerStudentenan. Spater s-^ andere zu belästigen (z. B. Metzgerbollen, Markt- fand beim Prinzregenten em Souper statt. Tas Ka,.s er- ^en re.). Gerade diese Rücksichtslosigkeiten sollten nicht und das Kronprinzenpaar befinden sich aus ocr I b||r^ Strafanzeigen verhindert zu werden brauchen. R-il-^hi-rhcr^ Eröffnung btt Serfanrmtang bt? nitber- ** 8 u r 811 i f 61 e u er u ng 3f r °° r>'Mfche l°v^ bayerischen üanbtolä hielt btt RegietungSpräsibcnl 5^^” erV^erin^ngen gegen De- von Andnan-Werburg eine Ansprache, in der er .-^üffe des !dessisä)en Land.virtschaftsrats in der Fleischteiierunas- u. a. folgendes ausführte: .. _ ^ge gefaßten Resolution Stellung und weist hierbei die „Ich fyitte es für bedenklich, wenn bei emigermaöcn üon Metgern nch?bmen Vorwürfe zurück. Der augenblicklich abnornien Witterungsverhältniffen sofort und fartgesedt aus i>.e f Viehvreise sei durch die schlechte Futter-, namens Rot der Landwirtschaft hing-wiesen und die Staats- Toffel- und Maisernte des Vorjahres herbeigefübrt und Hilfe in Anspruch zu nehmen versucht wird. Micken wir lnn ^ickN nur in Deutschland, sondern auch im Ausland, auf die Industrie, welche in einzelnen Zweigen gar ost u n t er niir von „Fleischnot", nicht aber von den großen den u n g ü n st i g st e n Verhältnissen zu le i b en hat und Dbttusten, welche die deutsche Landwirtschast in diesem Jahre ohne Aussicht auf genügenden und lohnenden burch den abnorm geringen Ernteertrag im Sommer und die Absatz mitunter längere Zeit zu i hr e m b 11tir e n jnb Meckste Erntewitterung in diesem Herbste gebabt Schaden aufLagerarbeitenmuß, nur um ihre Arbeiter ^n die von den Metzgern in iljm Resolution ausgesprochene zu beschäftigen imd nicht brotlos zu machen. Die so betrosscnen ^nanzielle Rotlage ihr-s oZewerbes könne man ernstlich nirgends Industriezweige müßen eben auch sehen, wie sie durck>wmmen, man sei vielmehr davon überzeugt, dnß gerade das von einer Staatshilfe ist in der Regel bei ihnen reine Metzgergewerbe zu den einttäglichsten Gewerben gehöre. Rede." ________________________I q Lich, 11. Rov. Am Geburtstage deS deutschen Reformators veranstaltete der Zweigverein deS Evangelischen Bundes unter Leitung seines Vorsitzenden, Vorsteher Wagner, in der Turnhalle eine sehr gut besuchte Lut herfei er. Vorträge wechselten mit musikalischen Darbietungen ab. Stists- dechant Klingelhöffer betonte in der Begrüßungsansprache die Wichtigkeit Luthers und seines Auftretens für die ganze geistige Entwicklung der deutschen Kultur. Vorsteher Wagner zeigte sodann, wie Luther im deutschen Volkstum gewurzelt habe, wie er eS aus den seiner unwürdigen Banden befreit habe, und wie der deutsche Mann noch heute im deutschen Volke fortlebe. Dazwischen sangen Kirchengesangverein und Cäcilienverein, unter Leitung des Lehrers Zimmer, Chöre, die der Stimmung des Tages entsprachen, und die Herren ! Alt, Lorentz und Zimmer trugen Klaviertrio? vor. Wie tief die ganze Veranstaltung auf die Versammlung wirkte, konnte man fühlen, als zum Schluffe das Lutherlied: „Ein' feste Burg" mit allgemeiner Begeisterung gesungen wurde. -1-. Friedberg, 12. Nov. Ein junger Mann merkte, als er bezecht nach Hause kam, daß er seinen Hausschlüffel ocrgeffen hatte. Trotz wiederholten Klopfens bekam er nicht ausgemacht, und schichte sich an, als er Rock und Schuhe abgelegt hatte, durch das Abortienster einzusteigen. Emige Nachtbummler ergriffen den vermeintlichen Einbrecher und führten denselben barfuß und ohne Rock trotz großem Lamento zur Polizei, wo sich der Sachverhalt aufklärte. R.-B. Darmstadt, 13. Nov. In einer heule abend I stattgehabten Generalversammlung sämtlicher Ausschüsse der Gartenbau-AuSstellung erstattete der Präsident der Ausstellung, Bürgermeister Dr. Glässing, einen eingehenden Rechenschastsbericht, aus dem vor allem zii entnehmen ist, daß die Ausstellung, die von 108 483 Personen, darunter I 18 900 Schüler, besucht war, mit einem ungefähren remen Ue'oerschuß von über 30 000 Mk. abschliesten wird. Bezüglich der Verwendung deS Ueberschusses wurde auf Antrag des Vorsitzenden beschloffen, 1. dem Gartenbauoerein und der Handelsgärtner-Verbindung in Anerkennung des Verdienstes öer Anregung dieser Ausstellung ihre Beiträge (je 1000 Mk.), sowie rocite-e 3000 Mk. als Reservefonds für eine zukünftige Ausstellung zuzub.ll'gen, 2. Sr. K. Hoh. dem Großherzog, bcir ''-otcktor der Ausstellung, d,e Bitte zu unterbreiten, die eoi 'den Prof. Olbrichs entgegenzunehmen und eine IW Witz Vleichflr.r8,ll. |un. lavcheoov. g-rau qc fällige laubete fcwjii und W ngtmMm esuchi. VA Chirurgischc .ji. zu beieijen. ji' kill Aebiglirase ran od. Mädchen joi.. ani fudiviaiime 6, Etz ist zwar allgemein bekannt, daß überall auf dem Erdball die Engländer den Deutschen Schwierigst i ten in ben Weg legen. AIS besonders interessanter Beitrag zu diesem Kapitel muß mbeffen die Unverfrorenheit vermerkt werden, mit der die Engländer auf portugiesischem Grund und Boden den geschästlichen Unternehmungen Deutscher entgegenarbeiten. Es handelt sich um die unter der Leitung detz Prinzen Hohenlohe stehende Madeira-Sanatoriumsgesellschaft, gegen die die Bevölkerung der Inselgruppe von den dort ansässigen oder interessierten Engländern aufgestachelt wird. Man stellt das Unternehmen als eine zweifelhafte Spekulation hin und soll sogar um daS Einschreiten des Londoner Auswärtigen Amtes ersucht haben wegen angeblich drohender Zivangsenteignung britischen Eigentums. Die Sache hat zu einem No ten ive ch sei zwischen der deutschen und portugiesischen Negierung geführt, über den der Staatssekretär Frhr. v. Nichthofen bei Beratung seines Etats im Reichstage wohl Auskunft geben wird. Mit Politik hat die Angelegenheit nichts zu tun, eS liegt lediglich eine private RechtSstreitfrage vor. Die Briten wollen eben nicht dulden, daß ihr GefchaftSmonopol auf den portugiesischen Inseln von den Deutschen durchbrochen wird, mag es sich auch um ein Unternehmen handeln, das der leidenden Menschheit ohne Unterschied der Nationalität zu gute kommen soll.___________ England bewundert Deutschland! Die ^Köln. Ztg.^ meldet aus Johannesburg vom 13. November: Der Gouverneur von Deutsch-Düdivestasrika, von Lindeguist, kam am Freitag als Gast des englischen OberkommiffarS und Generalgouverneurs von Südafrika, Lord Selbarne, hier an. Au? diesem Anlaß veranstaltete der hiesige deutsche Klub einen Festabend, dem außer dem Gouverneur von Lmdequist als Ehrengäste unter anderen Lord Selborne und die Konsuln beiwohnten. Lord Selborne betonte die Interessengemeinschaft Deutsch- Südwe st afrikas u n d Brit ifch - Südafrikas. Ertrank auf den .Erfolg seines lieben Kollegen" und verhieß ein herzliches Zusammenarbeiten zur Erreichung des großen Zieles der Zivilisation von Südafrika. Redner begrüßte bann noch mit warmen Worten die Deutschen Transvaals und gab seiner Bewunderung für die deutsche Kultur und den deutschen Geist Ausdruck. fceS Durchblickes in die Mitielaxe deS Gartens in Erwägung gu ziehen, 3. den Ueberfchuß entsprechend dem öffentlichen ,md gemeinnützigen Charakter deS großen Unternehmen? zu einer gartenkünstlerischen mit Waffcranlagen sFontänen oder Brunnen) verbundenen Ausschmückung deS Luisen- platze-Z zu verwenden. Die HandelSgärtncr-Verbindung soll bei dec Ausführung der gärtnerischen Anlagen herangezogen werden. 0 Darmstadt, 9. Nov. Das von Gg. Schwab, Hoflieferant, Inhaber der Darmstädter Möbelfabrik, für das Großherzogliche Paar bestinrmte Ges die n k, welches seinerzeit dem Brande in der Darmstädter Möbelfabrik zum Opfer fiel, wurde von der Firma nochmals angefertigt und den hohen Herrschaften nunmehr überreicht. — Das Geschenk besteht aus einem Ständer mit Schmuckkasten. Ersterer ist in dunkel Mahagoniholz, letzterer in schwarz Birnbaum- mit Ced rrnholzemlagen, welche mit 29 ovalen in Silber gefaßten Rubin-Sternen besetzt sind, ausgeführt. Ter ober? Abschluß des Schränkchens besteht aus einer Kuppel mit Elfenbein-Vase, die innere Einteilung aus einer großen und drei kleinen Abteilungen, zum Auchewahren .von Schmuckgegenständcn. Auf der Vorderseite des Standers ist der Tag der Trauung des hohen Paares, auf der Ruckieite der Name des Fabrikanten angebracht. Im Innern deS Schränkchens ist eine Widmung nachfolgenden Wortlauts, befestigt: Widmung. Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog von Hessen in dankbarer Anerkennung seiner großen unvergeßlichen Verdienste um die moderne KUnst alleruntertänigst überreicht von der Darmstädter Möbelfabrik Georg Schwab. Die Höhe des Ständers ist 125 Zentimeter, diejenige des Schränkchens 75 Zentimeter. Das Ganze ist nach dem Entwürfe des Professors Olbrich ausqeführt und stellt ein hübsches, sehr apartes Ziermöbel dar. welches an geschmackvoller Ausrührung und Eleganz kaum übertroffen werden dürfte. [] Marburg, 13. Nov. Der m weiteren Kreisen bekannte Gemeindevorsteher Koppel Strauß beging heute mit seiner Gemahlin goldene Hochzeit. Dem noch rüstigen Jubelpaare wurde die goldene Ehejubiläums- in eda ille verliehen. [] Marburg, 12. Nov. Nach der jetzt erfolgten Abrechnung betragen die Einnahmen zu der BiSmarcksäule 17 539,79 Mk. und die Ausgaben 16 942,42 Mk. Es verbleibt also ein Fonds von 593,36 Mk. Kriegsgericht. (th.) Gießen, 13. November. Das Kriegsgericht der 25. Division verhandelte am Sarns- kaq in der alten Kaserne in sieben Anklagesachen: Der Musketier <0 Böckler der 12. Komp. 116. Ins.-Regt, war angeklagt wegen Widerstand gegen einen Unteroffizier und die Mannschaft der Wacke sowie wegen Nichtausmlmmg eines dienstlichen Befehls. Der Angeklagte, der im Zivilleben mehrfach wegen kleinerer Diebstähle vorbestraft ist, wird als ein leichtsinniger und widerspenstiger Soldat geschildert, der dicserhalb mehrfach mit Arrest- strascn belegt wurde. Er hatte im August wieder einmal 14 Tage strengen Arrest abmmachen und hat sich hierbei m emer Welse benommen, die die Mklage gezeitigt hat, aber auch bei fernem Verteidiger Zivcifel darüber rege machten, ob der Mann über» Haupt zurechnungsfähig sei. Der Unteropizier, welcher die Aufsicht des Arreftlokals hatte, als Böchler darin agiert war, schildert dessen Verfehlungen, erzählte, wie der Angeklagte nicht in der Zelle haben bleiben wollen und sich vor dem schwarzen Mann gefürchtet habe. Er habe drei Tage lang in und außer der Zelle sich so benommen, daß der Unteroffizier zu der Ansicht gekommen ist, Böckler sei nicht ganz richtig im Kopf. Oberstabsarzt Spanier von Worms hat den Angeklagten, ehe er tn den Arrest kam, auf seinen Geisteszustand im Lazarett beobachtet, er hielt denselben für einen geistig sehr beschränkten, schwer ausbildungsfähigen Menschen, der aber nicht als geisteskrank bezeichnet werden kann. Es sei aber nicht unmöglich,, daß der Angeklagte in einem gewissen Dämmerzustand die Verfehlungen begangen hat, in wie weit er strafrechtlich dafür verantwortlich zu machen sei, könne nur eine Beobachtung des Mannes ergeben. Ter auf Veranlassung der Verteidigung geladene Dr. D an ne - mann, Oberarzt der psychiatrischen Klinik, erklärt, ^Böckler habe vollständig den Typus eines Menschen, welche für ihre Straftaten infolge des Vorhanden'' ' ' von Geisteskrankheit Nicht verantwortlich zu machen seien, d. allein beweise jedoch noch nicht, daß man es mit einem Geisteskranken zu tun habe. Nach seiner Ansicht liege die Notwendigkeit vor. beit Angeklagten tn einer Anstalt beobachten zu lassen, die Zeit hierzu bemesse er auf längstens Vier Wollen. Das Kriegsgericht setzte dicSache aus und beschloß, den Angeklagten auf vier Wochen inJ)er psychiatrischen Klinik von Dr. Tannemann beobachten zu lassen. — Der Landwehrmann Gerhard Kock von Mainzlar war an- geklagt, sieben Tage von einer angesetzt gewesenen 14 tägigen Landwehrübung absichtlich ferngeblieben zu sein. Ter Mann entschuldigte sich damit, er habe sich den Finger an der Kreissäge verletzt, dem Bürgermeister gegenüber aber hatte er behauptet, er habe nickt zur Uebung kommen können^ weil er kein Geld und keine Kleider gehabt habe. Ter Sackverständige Medizinalrat Tr. Haberkorii bemerkt, daß Koch wegen Trunksucht und als Verschwender entmündigt worden ist, er habe seiner Zett. den Mann auf Veranlassung des Amtsgerichts in Mainzlar ciusgciucht und müsse sagen, derselbe habe damals auf ihn einen bedauernswerten Eindruck gemacht. Kock habe ihm gegenüber Acußcr- ungen getan, die bewiesen, daß er Verfolgungsideen habe. Kvch habe als starker Alkoholiker gar keine Energie und besäße eine hochgradige Willensschwäche. Dr. Haberkorn erklärt, er habe seinerzeit den Antrag gestellt, Koch in daS Provinzialsiechenhaus unter» zubringen, warum dies unterblieben sei, könne er nicht sagen. Im nüchternen Zustand hält der Sachverständige den Angeklagten für zurechnungsfähig, doch müsse der Umstand, daß man es mit einem Alkoholiker zu tun habe, bei der Strafzumessung als Milderungsgrund erscheinen. Das Kriegsgericht erkannte auf die niedrigste zulässige Strafe, nämlich 43 Tage Gefängnis. — Musketier Lorenz Wollbeck vom 168. Inf.-Regt., ein schon mehrfach sogar während seiner Dienstzeit wegen Diebstahls, vorbestrafter Mensch hat einem Rekruten ein Paar Stiefel gestohlen. Es liegt strafrechtlicher Rückfall vor. Das Kriegsgericht billigt zwar dem Angeklagten noch einmal mildernde Umstände zu, weil sonst auf Zuchthaus erkannt werden müßte. Das Urteil lautet auf 1 Jahr Gefängnis, 2 Jahre Ehrverlust, Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes. — Oberstabsarzt Tr. Spamer aus Worms hat in Bensheim in der Bergstraße mit einem Automobil einen Radfahrer angefahren und hat darauf vom Gerichtsherrn wegen Uebertretnng der Hess. Fahrradordnung einen Strafbefehl über 1 Mark, die niedrigste zulässige Strafe, erhalten, hiergegen aber Einspruch erhoben. Das Kriegsgericht verwarf den Einspruch und erkannte auf 1 Mark Strafe oder 1 Tag Gefängnis. Cs erkannte zwar an, daß Dr. Spamer nicht die mindeste Schuld an der Kollision trifft, er habe auch nur das Rad gestreift, welches der Fahrer, der abgesessen war, an der Hand führte. Nach der Pouzeiverordming, die zu Recht bestehe, hätte der Führer des Autos aber nach dem Zusammenstoß, denn ein solcher liege vor, auf der Stelle halten müssen, und da dies erst später geschehen, rechtfertige sich die Bestrafung. — Musketier Ehr. Schneidmüller, 3. Kvmv. des 116. Inf.-Regis., hat sich vor seinem Diensteintritt bei einer Tanzmusik in Helfersdorf pöbelhaft benommen. Um eine Schlägerei zu verhindern, hat der Gendarm den Mann festgenommen und in das Haftlokal gebracht. Auf dem Wege dahin leistete der Angeklagte dem Beamten Widerstand und verursachte Lärm. Das Kriegsgericht erkannte auf 10 Tage Gefängnis unh 3 Mark Geldstrafe, eventuell 2 Tage Hast. — Die Musketiere Stephan Maerz und Joh. H. Seligmann, 2. Kvmp. 116. Jnf.-Regt., haben am 1. Oft. abends auf dem Wege zur Kaserne den Führer einer Straßenpatrouille, einen Unteroffizier, nicht gegrüßt, und haben weiter dem Anruf des Vorgesetzten, stehen zu bleiben, nicht Folge qb leistet, obgleich der Befehl zweimal gegeben wurde: Maerz hoi auf Befragen des Unteroffiziers noch einen falschen Namen