Erstes Blatt. \U. 291 >»«>>* —.—■ -X a «r e iprx Sonntag». V fW V W Lietzener Anzeiger II|j xhx " General-Anzeiger SA WM Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Gießen ttnjelflcr «icfecn. 3>ie heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. 0, 19.75, plion 439. 50, 4.20, t decken 155. Jahrgang eger ,« 1.39, 90, v0 > ten « 55, 80, W ' Montag 1L. Dezember 1905 V,,«g»prel»r monathd)7633f.,otrrtel* — Dir Erstaufführung von Richard Strauß' neuer Over hat in Dresden am Samstag fbattqefimbm. Dor einer europäischen Elite künstlerisch interessierter Zusckmuer, rmter atem- loser Spannung ging Strauß-Wildes „S a l o m e" über die Bühne und endigte mit einem unbeschreiblichen Erfolg, der an vierzig Mal oder mehr, alle Beteiligten danken ließ. De wunderbare Leistung des Orchesters kam in dem vollen Hause noch bedeutender zur Geltung: eine revolutionäre, geistsvrühende Muisk in einer selbstverständlichen Schönheit. Wildes literam'sckr'r Text verlangte nach diesen Tönen, die dem artifiziellen Wesen von Strauß ganz besonders liegen. Die Johannes-Partien dringen durch die Größe ihres Stils, die von unmittelbarer Wirkung ift. tief in unser Herz. Der Tanz ist ein koloristisches D'ld, das keine Palette eines modernen Musikers bisher erreichte. Wie weit das Publikum mit dieser Kübnlxnt mitgohon wird, wird sehr interessant zu beobachten sein. De Over, so wird dem „B. B. C." gemeldet, wird sich in den Geistern mannigfach widerspiegeln, wird uns noch lange intensiv beschäftigen, wie wenige Werke unserer Zeit. e __ Abermals eine neue Serie der Hendelbändcken (Verlag von Otto Hendel in Halle a. S.). Da ist zunächst Henrik L ch a r l i n q s .Meine Frau und ich* (drosch. 75 Pl.). Anheimelnde Schilderungen aus dem Familienleben, in benen bei aller Realistik der Darstellung uerbrat Oie» en und aine*, löten und b in grosser Aos«- “eis am W* [. Man*' T°rM'J' ’S stets das Gute, Heitere die Oberhand behält. — Es folgen: Daniel DefoeS „Sehen und Abenteuer des Robinson 6ntfoe* von Dr. Hermann Ullrich (brofch. 1 Mk.l. Diese neue Uebertragung ist eine billige, wortgetreue und unverfälschte Wiedergabe des Original?. I. P. Iacoblen? „RielsLyhne' (brofch. 75 Pf.). Der Roman deS modernen Hamlet, so wie ihn Shakespeare einst schon vor unS hingestellt. Die Zeit hat wenig an diesem TyvuS geändert. Ewiges, grübelnde? Suchen und stetes Regieren, ewige? Tasten an Fragen und 9lirqflben, die zu lösen die sträste zii schwach. Zugleich daS Buch des mnstischen Romantizismus. Niels Lybne ist der vollendeste TnpiiS höchster, verfeinerter Nerventätigkeit, der Trost für seinen taienlofen Skeptizismus in einem gesteigerten Innenleben sucht. Diele billige, die weicheii Feinheiten der dänischen imb ben fremdartig (eifen wiindervotlen Klang der Zacobfenfchen Svracbe wieder» lebende UeherseMing wird großeii Beifall Finben. Als Schluß der Reibe: Friedrich Hebbels .Her ob es n n b M a r i a ui n e* (drosch. 25 Pf. , eine Tragödie, die so recht die sich in ben fünfziger Jahren volluehenbe Wandlung in der Kunst- und Weltanschauung des Dichters zeigt. Dm Pessimismus, der seine Juaendwerke beherrscht, tritt mrück. Se ne Wrftolten verlieren mehr un^ mehr bas Eck . S ''>k^uio'', bas Ucbermenschüche. Tie Umnittclb.irfeit, bic Glut der L* •>’ r^ert ro-rb gebämvst durch zartere, innigere Regungen und die Neigung ziim Absonderlichen macht sich nicht mehr in dem Maße bemerkbar, wie in ben Iugenbschöpsungen. jährlich Mk. 2-20; durch Abhole- u. ^rocigfteLen monatlich Go Pf.; durch die Post Mk.L.— oiertel- jährl. mMchl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für bie Tagesnmnme» bi6 vormittag? 10 LUyc. ZeilenpreiS: lokal 12ÜU auswärt» 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Witt ko: für .Stadl und Land' und .Gerichtssaal': Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanS Beck. wrzüg. ' 1 prima j 9. Stück J.tM: seinem aus mit 4 a. Stück Lud 4 f*. ouSgebogt IJt) KteinkS Jeuillelon. Den dteSjShrigcu'NobclpretS Cl::en: Ju der Medizin Pcwfeffor Robert K'o ck fKr seine i ien und Entdeckungen ans dem Gebiet der Tuberkulose, in i!rrpfjhRf Professor L cnard-fiir seine Arbeiten über die !h)Wrahlen, in der Chemie Professor v. B a e t.e r-München V- f:ine Untersuckmngen über d.s Indigo und das s^henpl- Wfcm, in der Literatur Henrp S i en k i e wie ^als Dertrettrder ü^trtur und der geistigen Kultur seines ldeS polnischen) Volkes D: Friedenspreis wurde der D^rn Berta v Sutt- »tt zugesvrock)en. Die Zuteilung des FwicdensvrriseS fand 'M virile des neuerbauteu Robelmstituts ?n Cb rast i an i «statt in 'genwert des KSnigspaares. Der ^tz-nde des Robel- frite?e5, der Minister des Mußern Loevland hielt eme Ansprache. it^iTte Nobels Anschauungen und verdienstvolles Wirken, und ?: r? te des aus den Mitteln der Nobesittftung errichteten neuen ^mdes des Nobelinstituts, das als Drnkmal des großen Oihcn Alfred Nobel hier stehe, mck das Stvrthmg und das Ä! gemahne, Nobels Ideen hockzzuhalten, dem Daterlande zur äiibte und der Menschheit zum Nutzen. Loevland gab sodann Abteilung des Friedenspreises an die Baronm von Suttner Bfebu-H. Beweis seiner vollständigen politischen Impotenz. Er ist so gänzlich in seiner Proletarier-Phraseologie auf- oder vielmehr untergegangen, daß er für die denkende Menschheit nicht mehr m Betracht kommt. Seine oft ans Kindische grenzenden senilen Wutausbrüche konnte man kaum ernst nehmen. Sie er« regten öfters peinliche Heiterkeit- Rur die sranzös. Presse heulte ihm Beifall zu. Der „TemvS" besprach mit hoher Aw erkennung die Rede DebelS und erklärte die Kritik, welche dieser an der marokkanischen Politik des Reichskanzlers geübt habe, für ebenso maßvoll al- zuttefsend! Fürst Bülow hielt es für richtig, die von vollendeter Unbelehrbarkeit und proletarischem Fanatismus zeugenden Trompetenstöße des sozialistischen Diktators ins Land hineinflingen zu lassen, ohne sofortige Widerlegung, wohl um sie so noch mehr der Läck^ttichkeit preiSzugeben und ihre Vaterlandslosigkeit der schärfsten Kritik deS deutschen DolkeS auSzusetzen. Erst die SamslagS-Sitzung brachte Bebel bie Abfuhr, und zwar aus dem Lager der bürgerlichen Parteien. Einer der angesehensten liberalen Polittker, der längere Zeit aus Gesundheitsrücksichten sich im Hintergrund holten mußte, der Führer der Nationallibe- raten, Abg Dassermann, kennzeichnete in scharfen Strichen die Kritik Bebels, die den deutschfeiudlickum Elementen im Aus- lande Waffen liefere. Eine unpatriotische und selbstmörderische Politik Auch Bassermann billigt nicht in Bausch und Bogen die auswärtige Politik der Regierung, aber wo er Einwendungen zu madxm hatte, tat er es mit der im Hinblick aus das Ausland gebotenen Besonnenheit. Denn mit Recht bezeichnete es Baffer- mann als die Aufgabe des Parlaments, auf die Beseitigung, nicht auf die Verschärfung der gegen Deutschland unleugbar vorhandenen Mißstimmung hinzuarbeiten. Nach Baffermann erst hielt es der Kanzler an der Zeit, daS Wort zu ergreifen, nachdem der Nationalliberale seine zweistündige Rede in eine patriotische Kuntmebuna hatte auSklmgen laffen. Fürst Bülow sprach mit auffallend gereiztem Ton. und das berührte um so seltsamer, alS er sich geraume Zeit hindurch lediglich mit kolonialen Angelegenheiten beschäftigte, und zwar mit der Tendenz, den Reickistag efn r großzügigen Kolonial- reform geneigt zu machen. Ungleich größeren Beifall wird Fürst Bülow im Lande ffuden mit der schneidigen Abfertigung Bebels. Der Kanzler nannte daS Kind beim richtigen Namen, indem er die Drohung Bebels mit dem Wehrstreik der Arbeiter als „2 a n - deSverrat unter dem Schutz der Immunität" kennzeichnete. Wenn eine Prämie ausgesetzt wäre darauf, die Widersacher Deutschlands in ihrer stkhässigkeit und Hinterlist zu ermutigen, so habe Bebel Anspruch auf diese Prämie. Aber er irre sich. Tie auswärtige Politik werde niemals, solange er, Fürst Bülow, an leitender Stelle stehe, sich unter ben Willen den Sozialdemokratie beugen, und ebensowenig werde die Entscheidung über Stieg und Frieden sozialdemokratischen Agitatoren in der Hasen Heide überlassen werden. Schlag auf Schlag, von donnerndem Beifall der bürgerlichen Parteien begleitet saust" auf Bebel hernieder: mit schneidender Ironie streifte Fürst Bülow die neuesten Zwiste hn fvzialdeiM,kretischen Lager: mit überzeugtem Ernst sprach er davon, daß der Versuch eines Generalstreiks an dem gesunden Sinn des Volkes zerschellen werde, ganz abgesehen von dem Eingreifen der Staatsgewalt, denn noch sei ein Unterschied zwischen den Zuständen in Deutschland und Rußland. Bebel nahm biefe Zurechtweisung schweigend hin. Er gab zwar beim Schriftführer feine erneute Wortmeldung ab, doch er wird mit der Gegenrede keinen Schaden anrichten. Die „Kompetenzen", die die Regierung ihm zugestebt, liegen jetzt für jedermann klar zutage, auch für das von Bebel so gepriesene Ausland. Don Bedeutung war in einer früheren ReickstagSsitzung die Erklärung des Abg. Fritzen vom Zentrum, wonach die Aussichten der St eng el'schen Reform auf ent rechtgeringes Maß reduziert werden. Das Zentrum will keine Begrenzung der Matrikularbeiträge, sondern deren Erhöhung ohne Festsetzung einer Grenze. Auch die Verkehrs- steuern und die Bier-undTabaksteuererhöhung wird eS nicht annehmen. Dagegen empfiehlt es die Erhöhung und Erweiterung der Erbsrfyiftssteuer, bie auch die Sozialdemokraten befürworten. Man muß gespannt Jein, waS bei einer solchen Situation schließlich aus dem Steuerbukett werden wird. Freilich brachte das Zentrum auch seinen Toleranzantrag wieder em, den indes Dassermann am Samstag auch bekämpfte. Im preuß. Abgeordnetenhanse kam, nachdem der Berliner Landtag mit einer nüchternen Thronrede eröffnet worden war, das Spremberger Eisenbahnunglück zur Verhandlung. Die Einaleisigkeit der Unalücksstrecke wurde allgemein als Grund zu der Katastrophe bezeichnet: der Eisenbahnminister erklärte demgegenüber, daß ein.' unerhörte BetriebSbummelei an dem Unglück schuld sei. Ob daS Alkoholverbot viel nützen wird'' Hoffentlich wird dos Eisenbahnministerium zu einem möglichst vollständigen Ausb u deS VahnnetzeS mit zweigleisigen Bahnen immer mehr übergeben und dem Svstem der Fiskalität und Ueber- schußwirtschast nicht allzu weit reichende Kdnzessionen machen. In der Jnterevellation wegen deSWagenmangels. die nach der Antwort des Ministers abgebrochen wurde, ist wohl noch nicht das letzte Wort gesprochen. Es wird unabweislich, mehr Wagen in Dau zu geben, bamit eine Benachteiligung der Industrie oder der Anschein der Bevorzugung einer Industrie vor einer anderen vermieden wird. Die Einkommensteuer- Vorlage sowie das Kreis- und Provinzialabgaben- Gesetz werden einer Kommission überwiesen. Wie töricht die Sorj-rld-^wkra^st urr Zeit operiert, bewes ^Äit einem großen Tage begann die Beratung deS Etats, -rit her diejenige der Flottenvorlage und der Reichs- Hina niteform verbunden war. Fürst Bülow trat mit ihi großen Reden auf den Plan. Die eine gab eine Da^egung > r ngünstigen Entwicklung der Finanzwirtschift deS Reicks und (5 inielstaaten und gipfelte in einer Empfehlimg der Stengel- ikn Reform. In der zweiten wandte sich der Reick-Skanzler der e-o'rt'gen Politik zu. Er gab einen bedeutsamen Kommentar ebem bezüglichen Passus der Thronrede imb deckte mit großem frtirmit die Gefahren auf, denen daS Deutsche Neich trotz seiner ■'*» friedlichen Politik infolge deS Neides und der. Mißgimst Ih c'bartcr Völker ausgesetzt ist Er wies nachdrückl^ attedie üffem zurück, mit denen die ausländische Presse die deutsche Wit« seit Jahr und Tag in der Welt ru diskrcditteren suck< hat dabei natürlich in ein Wespennest gestochen mie sich -- ben Wutausbrückieu der getroffenen Preßorgane des Aus- •'.-M ergibt. Bemerkenswert aber waren «"^^ußerungen ■yt iefreunbeten Auslands presse, namentlich ^Italiens, ^cr tti'che „Mattino" meinte, der leise Ton des M6 tx:a u < • fq r n Italien sei berechtigt durch bie Geschickte der letzten rr, wo ein großer Teil der italienischen Pol'ttker von einem 'irefbunb En gland-Fr a n kr e 1 ch-I tati e n trennte. Artikel schloß mit der Mahnung an ine Italiener, daß Vrr- fta- geschrieben und signiert werden, und der Vertrag Jtalwn- X-: md Frankreich noch nicht geschn.eben sei. Und der italie »■f-c Minimer des Aeußeren, Tittvni, hat den Fürsten Dülow x f-incr Rede über die auswarttge Politik telegraphisch bc- 1 y»_M. Sm einer solchen Zeit des -Einites dm au^värtigen Lage irff es für jeden Dcutscl'en patriotische Pfflckt stm- mit einer Mit hintanzi'balteni und die Einmütigkeit des Deutschtums gegen K- dem Auslande zu betonen. Bebel aber backte sich Lor- SVrt anderer Art zu pflücken. Er lieferte fn einem o«6ctn: beWj- 8-an Anariff auf die a".^" —- am-u tant.n Ausfübrungen v#* mW* biHi«9te" kksi"'5 die Deranüaltinig vonMaiienkundgebungen in Sachsen die sich allerdings am letzten Sonntag nicht wiederholt haben, und der Versuch der Rosa Luxemburg, die russische Bewegung alS vorbildlich für die beutftic Arbeiters^st hinzustellen. ES ist durchaus 'u billigen, daß in ben sächs. Großstädten bad ruZuilflr an den arbeitslosen Sonntagen in den Kasernen konsignint bleibt, zur Begcanung etnmiger Unruhen. Der sozialdemokratische Ram- kalismus ist wohl das allerungecignetste Mittel, um der Arbeitev- sckift neue Rechte zu verscl'afsen. Er ist ein Spiel mit dem Feuer und dient nur dazu, das Bürgertum in einen immer stärkeren Gegensatz zu der EmanzipationAbewegung des vierten StandeS zu bringen. Man kann es begreifen, wenn angesichts emer solckien Entwicklung Leute wie Schippel mürbe werden und bte Tinge laufen lasten wie sie wollen. Ter französische Senat nahm die Trennung 1- Vorlage von Kirche und Staat an. Was der Papst als Gegenwehr plant, ist noch unbekannt. Der Vatikan wist offenbar die Drucklegung be5 AusführungSreglementS abwarten, waS noch Monate dauern kann, ehe er sich mit einer bäpstlichen Enzyklika an bie stanzösiscken Bischöfe wendet. Nach der tnl jetzt befolgten Politik deS PnpsteS zu urteilen, dürft« er alt- geneigt sein, zum Widerstand aufzufordern, der einen Kultus- kampf zur Folge haben müßte. England erlebte die lange erwartete KabinettD- krisis. Campbell Bannerman hat die Neubildung deS Kabinetts und die Leitung des Schatzamtes übernommen. Der bisherige Ministerpräsident Balfour erklärte in einer Rede, er hoffe, die Liberalen werden die auswärtige Politik der unionistischen Regierung fort setzen. Wenn die uuionistiscke Regierung ht der auswärtigen Politik erfolareich gewesen sei, so sei der Grund dafür der, daß d s unionistische Kabinett diese großen Fragen von einem einzigen Gesichtspunkt ans und mit einem einzigen Ideal betrachtete. Er gab gleichzeitig kund, daß er die Absicht hohe, die Führung der konservativen Partei fortzusetzen, die mm die Oppositionspartei fein werde. Die Flottendemonstration gegen die Pfvrtel hat nach der Besetzung von Mytilene und LemnoS zur Nach- giebigkeit der Türkei in Sachen der mazedoniscknm FinaiizkontroNv geführt und die Botschafter haben bereits die letzten Vorschläge der Pforte beantwortet. Die Dauer der Finanzkommistion wird auf zwei Jahre beschränkt, und außer dem Generalinspekwr wird raxf) ein weiteres türkisches Mitglied zugelassen. Die Delegierten der Mächte erhalten den Titel „Conseillers". Die von! der Kommission zu ernennenden Finanz in spektoren sollen türkisch« Untertanen sein. Falls der Generallnspektor die Ausführung eines KvmmistionSbescklusseS verweigert, sost er darüber an biei Pforte berichten, während die fremden Mitglieder die Sache zurj Kenntnis der Botschafter bringen. Außerdem werden an einzelnen Stellen des Reglements die türfifrfvn Hoheitsrechte ausdrücksichi gewahrt. , Rußland steht immer noch unter dem Zeichen der Wirren. beren 1 merm ndliche Schürer wohl außerhalb des rustiscken Reichen bei Feinden Rußlands und Deutschland zu suchen sind DurnowoS Verbot des Post- und T e l e g r a p h en - V e r b a n de s gab den Anlaß zu dem neuen R i e se n stre i k. Gerüchte über eine geplante Gegenrevolution durckschwirren seit einigen Tagen besonders hartnäckig die russ. Residenz. Die militärischen Behörden' sind energisch bemüht, die Truppen durch die Militärgeistlichkeit an ihre Pflichten erinnern zulasten. Tas Wort „Militärdiktatur^ wird immer häufiger vernommen. Die Lage Wittes tffl anscheinend bis jetzt unverändert. Die Sttinde seines Rücktritte» hat trotz gegenteiliger Dersickerungen noch nickt geschlagen. Den . Ruß" meldete sogar, zwischen Witte und dem Minister deS sinnern, Diirnowo, seien Meinungsverschiedenheiten wegen des Post- und Telegraphenbeamten-AusstaTides entstanden. Witte beabsichtige, beim Zaren, der nach engt Meldungen (!) von fast allen Großfürsten verlasten und nichts weiter als ein Gefangener im Schlosse zu Zarskoje Sselo, nach anderen verläßlicheren Nachrichten gesund und vertrauensvost sein soll, die Entlaffungj Durnowos anzuregen. Der AuSstand flaut sichtlich ab: der tZEegraphische Dienst, auck im Innern, versagt noch In der Provinz scheinen sich unterdessen wichtige Ereigniste abzuspielen. Die Nachrichten darüber sind spärlich und unzuverlässig; klar ist nut, daß die Meuter ei der Truppen in Kronstadt, Kiew u. a. O., selbst in Petersburg fortschreitet. Nene GeneraV- streikdroHungen scheinen die Regierung zu großer Milde bestinnnt zu haben ES wurde auS Sewastopol gemeldet, daß der Heraus- geber eines dortigen Blattes unter Androhung der Hinrichtung gezwungen worden sei, einen Äkrtikel zu veröffentlichen, in dem! die Juden und Revolutionäre als Urheber der letzten Aufstände bezeichnet werden. — Nach Meldemgen aus Tokio besteht all- ge meine Verwirrung in Eharbin. 10 000 Mann russischer Truppen sind im Aufruhr und nicht zu bändigen. Die^ chinesischen Geschäfte in Eharbin wurden ausgeplündert und niedergebrannt. ?buck eine staatliche Fabrik wurde von den Meuterern zerstört. Man hat eine neue Verschwörung in Eharbin "ntdeckt und zwar sind die Rädelsflihrer Offiziere, welche eine all-' gemeine Erhebung der Armee gegen den Oberbefehlshaber zustande bringen wollen Die Truppen werden durch aufhetzende Bro-, schüren und Droflamationen, welche aus Moskau und Eharbin gesandt wurden, mit revolutionären Gedanken erfüllt. Nach MeNningen aus Petersburg euffandte die Zentrasteitting der sozial- revchlntionären Pnrtei besondere Emissäre nack Sibirien, nw eine Gäbrnng unter den Truppen im fernen Osten herbeizuführen Sv^t-r liest h^e Iewr^si-itung Mitteffung nack Eharbin fonrrnen. I Volitische Wochenschau. Ter Reichstag begann seine Verhandlungen mit einer ! -Zmi pellation wegen der Fleischteuerung, deren Besprech- ! zwei Sitzungen ht Anspruck nahm, und die bann, ohne zu W< geführt zu werden, auf unbestimmte Zeit vertagt wurde, las Zentrum trat bedingungslos für die agrarische Wirtsckmfts- i k ein Der Ausgang der im Sande verlaufenen Debatte I jibrt ro-'5 Wiffenden längst kein Geheimnis war, daß auf eine I f$i'fe der Teuerung durch diesen Reichstag nid)t zu rechnen ist. tit rwn der Linken geübte Kritik blieb fruchtlos. Das einzige ?|il tat war eine Polemik, die an eine brr üblichen Stuft- hf-r ungen PodbielSkiS anfetzte. Er hatte eine ihm vorgelegte : foh Rechnung als „A p 01 h e ke rr e ch n u n g" bczeidynet, woraus H s orsincndc des preußischen DpothekerkammerausschuffeS, Dr. , Zcbn alS gegen eine deplazierte Redewendung und einen Sckerz cif Stiften eines „schwer um seine Existenz ringenden und arbeiten- brn G tandes'^ einen geharnischten Protest gegen den preuß. Land' vmÜhaftSminister veröffentlichte. Im Lande regen sich nun Metzger und Hof:besitzer, und erhöhen die Preise. Teuer- irgs, ulagen an Arbei er un >> Beamte werden vielfach ausgesetzt, 1 a auch in Darmstadt für die dortigen Eisenbahnunter- . harren Aber die Grenzen bleiben geschloffen. ... $n einem zweiten NachtragSetat für den Haushaltsetat der j Mchmgebiete verlangt die Regierung 5 Miffionen zum Dau der knLüderitzbuckt-Kubub. Die Materie kam im Reichs, tzg znr Verhandlung und bot dem neuen Verweser des Kvlonial- Iri,? Erbprinz v. Hohenlohe-Langenburg, Gelegenheit, seine ora- ylUlv pnsche Befähigung auf dem parlamentarischen Parkett zum ersten I Fall zu zeigen Der Abg. Erzberger wurde vom Zentrum als fi'hrrr gegen die Forderung vor geschickt- Er erhob ferne An- k ge gegen die Mißwirtschaft in der Kolonialverwaltung von niirm und erklärte scl»ließlich, daß Untersckleife vor^kom- rr seien. Auch der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes ! j s-h hch genötigt, gegen den zähen Ankläger aufzutteten. Er ver- I |:ixrtr eine offene Darlegung der Enthüllungen. Erzberger be- II VV. sich indes für später seine Mitteilimgen vor. Man muß 5 trauten, ob seine „Enthüllungen^ von Belang sein werden Die Pupige ging an die Dudgetkommiffion, die sich unter Gamps lusltz am Donnerstag konstituierte imb ihre erste Sitzung nwrgen, Tifn^tag, abhalten wird, so daß das Plenum des ^^'ck^tags sch •-tvr" Weihnachten wohl nizt mehr mit der genanten Bahn v.' MtWftigen hoben wird. Fürst Bülow nahm am letzten eam^tna nockmals Gelegenheit, auf die Dichtigkeit diese- Bahn- 5-u'L hinzuweisen. Nachdem inzwischen Herr v. Lmdeguist bie fol! ständige Unterwerfung der Hottentotten untz niirr übriger aufrMrerifticr Häuptlinge gemeldet hat, ichemt ddk- der Bahubau nickt mehr gar so sehr dringlich. ^1X4 ist r-tz außer achck zu laffen eine «cklerdingS reckt gehässige ■vi) tendenziöse englische Nachricht aus Kapstadt, daß die •Elbingen über die Erfolge in D e u t s ch-S Ü d we st a f r 1 k a .»imiüber den Hottentotten übertrieben seien. Es sei un- ■rrf:ig, daß Wittboi gefallen fei. (?) Er sei angeb- Hih rock am 15. November gesehen worden, während er nach den ■ hritfifben Berichten bereits am 3. November gestorben fern soll. ±1 Süden der .Kolonie seien Morenga und Moritz noch immer ihrem der Lage. Mehrere deuffche Proviantkolonnen seien von •flirr''toten en angegriffen und die Begleitmannschaften getötet g Anfänge des Oktobers und den heil. Die ,ßi berte" schreibt: Wir erfahren c5 wieder einmal und deutlicher als je, das; Deutschland mit unversehrter Willenskraft seine Politik der n a t i o ii a l e n A u s d e h n u n g und des u ii st i l l b a r e n Imperialismus verfolgt. Es handelt sich darum, zu wissen, ob Frankreich dem seine durch seine Politik nicht gestörte Verteidigung entgegenstellen wird. Der „Gaulois" erörtert, der durch die erste Rede hervorgerufene ungünstige Gt n b r it cf werbe durch die zweite nieder verschlechtert noch verbessert. Die Zurückweisung der Einmischtlng der Sozialdemokratie in die auswärtige Politik sei staatsmännisch und beweise die Kraft der deutschen Regierttng. Dies sei leider ein Vorteil, welchen die deutsche Regierung vor der französischen voraus habe. allgemeine. Der „Tcmps Meteorologiscke Beobachtungen der Station Vließen. Wenn Deutschland ivirklich wolle, daß die Bitterkeit der letzten Monate vergessen werde, warum beharrt es so nachdrücklich aus Forderungen, welche Revresfalien gleichkommen? Warum ist es in dieser Anqelcqenhett nicht so objektiv, wie es sich sonst zu sein rühmt? Warum gibt es sich den Anschein der Ob - st r u k t i o n und widerwilliger übler Laune? Wir stellen diese Frage in aller Aufrichtigkeit. Sobald Deutschland die bei uns hervorgerufene Ueberraschung zerstreut haben wird, wird es ohne Mühe seststellen können, daß feilte Interessen in diesem Punkte mit den französischen übereinstimmen. Tas „Journal des Döbats" sagt: Der Reichskanzler sprach fortdauernd von den seit sechs Monaten verschwundenen Gründen, die Deutschland in der Marokko- Angelegenheit veranlaßten und welche in der Reise des Kaisers nach Tanger ihren deutlichsten Ausdruck land. Die allerdings sehr provisorischett und oberflächlichen deutsch- französischen Ucbe reinkomm en vom Juli und Seplbr. beweisen, das; die P o l i t i k d e s S ch w e i g e n s , über die man sich in Berlin so lange beklagte, ausgehört hat. Wenn die deutsche Regierung nicht e r n st e Zweifel in Betreff des von ihr verfolgten eigentlichen Zieles aufkommen lassen wird, dann wird sie gut tim, mehr von der letzten Periode zu sprechen, die zu einer Verständigung geführt bat, und weniger von einer durch lange diplomatische Arbeit ausgelös chtcn Vergangen- .zwischen den Jitterviews nm jüngsten Ausführungen des Reichskanzlers herauszusinden und sagt: Die neueste Rede des Reichskanzlers wird heute schon in den hervorragenden französischen Blättern besprochen. Der „TempS" schreibt, die Rede sei von großem Interesse wegen der lebhaften Angriffe gegen die Sozialdemokratie und wegen der Erklärung betr. die Reise des Kaisers nach Tanger. Der Reichskanzler sei der Ansicht, daß die Reise nur nützliche Folgen hatte, aber in Deutschland sei diese Ansicht keinesivegs eine sucht sodann den Widerspruch * Kleine Tages chrnnik. In W e stere » g«ltT erstickten die beiden Kiiider des GefchirrfübrerS Helle wätz» eines Zimmerbrandes in Abwesenheit der Eltern. — I» ?tt-. bürg wurde der Oberkellner des Restaurams Palt*.'" eines Treffpunktes feudaler Kreise, wegen Kuppelei ucvhmict. *5 Verhaftung erregt großes Aufsehen, da auch Svielal'a-^ größeren Umfanges entdeckt worden sind. — In Hamburg sich eine Eifersuchtstragödie an Bord bcv „Batavia" ab. Ein Pnsiagier Sorg tötete 'eine . onrch zwei Reoolverschüsse und richtete dann die Waffe qeqtr : selbst Der Schwerverletzte wurde der Polizei übergeben. - •:?. die „Braunschw. Landesztg." aus Velpke meldet, wurden - Stationsvorsteher Engelmann und seine Fran verbauet. $ sind geständig, seit längerer Zeit falsches Geld gemacht und breitet zu haben. — Aus Balassa Gyarmal im No ic Komitat wird gemeldet: In dem in der Nähe der 6}crir-: Diosjenoe besindlichen Walde wurde die Lei c' e des ti--,- preußischen Barons Grotte aufgehtnbciL Grotte liaur Diosjenoe ausgebreitete Besitzungen. Am Mittwock beqab - Grotte zur Jagd und gestern fand man die Leiche mü schosiener Brust. Selbstmord scheint ausgeschlosien. Ter . i. - in der ganzen Gegend große Erregung heroorgerusen. — (-* amtliche Depesche aus Ead ix (Spaniens meldet, daß m - Werkstätten desArsenals von La Earraca eine F e u e r Sb r u ausbrach, die Fahrzeuge von geringem Tonnengebalt etqnr • nach drei Stunden gelöscht wurde. Rach nicht bestätigten Gen"- sollen zwei Torvedobootszerstörer und mehrere Schaluvvrn b- das Feuer zerstört worden sein und der Brand sich auf bo5 cc-- Arscnal erstreckt haben, 0krt(fit5fdrt(. Güstrow, 9. Dez. Tas Schwurgericht verurteil!? :■ Amtsrichter Paschen aus Stavenhagen wegen Fälschr- öffentlicher Urkunden, Unterschlagung nmtli- Gelder und Betruges unter Zusicherung mildernderUniiwni!. f ü n f Jahren Gefängnis und fünf Jabren Ehverlusi. Güstrow, 9. Dez. Das Schwurgericht hat ben cd»:: Teske aus Russisch-Polen wegen eines an einer Sc6nin.Tr' Hof Breesen begangenen Raubmordes zum Tode v urteilt. München-Gladbach, 8. Dez. Wegen f a bj lollii' Tötung und Körperverletzung hatte sich gestern derStalie^ a s s i st e n t R a u j o ck vor der hiesigen Strafkammer zu ter worten. Es handelte sich um den Eisenbahnuniall am U fr tember, bei dem eine Person getötet und zwei andere me wurden. Die Verhandlung endigte mit der Freispreru. des Angeklagten. 11 .Riel, 10. Dez. Der Maschinistenmaat Pelikan unbtal vedoheizer Wünnenberg vom Torpedoboot „G 109", die ivejm • keiligung an militärischem Aiürnbr und Angriffes auf 'Bornr am 10. November kriegsgerichtlich zu fünf Jahren Gefänqir- urteilt waren, sind auf ihre Berufung hin vom Dberfriegfr der Ostseestation s r e i g e s p r o ch e n worden L e i v z i g , 9. Dez. Das Schwurgericht verurteilte den inte Geschäftsleiter des Eonnewitzer Konsumvereins, Bock er Bilanzverschleierung in drei Fällen und wegen Ur?, in einem Falle zu einem Jahre und zwei Monaten (Männnil*1 1200 Mk. Geldstrafe, sprach ihn dagegen von der Anklage Mb triiqcvikiicii Bankerotte frei. Höchst« Temperatur am 9.—10. Niedrigste „________„ 9.—10. b Ober-Wöll stabt, 10. Dez. Anläßlich der La», tagswabl, wurde von ber siegenden Partei Freib ° hier verabreicht. Nun besteht zwischen ben beiden 6iepC Gesangvereinen, Lieberkranz unb Germania ein gCfoan Vcrhältniß, bas schon ost zu Reibereien Anlaß gQb nun die Mitglieder des einen Vereins den Saal entspann sich, infolge von Sticheleien und Schimpfereien r Gegner ein Streit, der in eine heftige Schlägerei au?ac Mehrere Beteiligte wurden schwer verlegt, ein junger Namens Peter Kuhn erlitt eine erhebliche Verletzung - rechten Auges. Die anwesenden Herren Hirsche! unb ' zogen es vor, bei Beginn der Affäre sich lsunickzuziehen. Handel und Verkehr. UolküwirW Märkte. fc. Frankfurt a. M., 11. Dez. (Orig.-Telegr. dWM Anz/> Amtliche Notierungen der heutigen Fruch tm anivren Weizen Mk. 18—18.25, Kurhessischer Mk. 18.00—00.00, tew: Mk. 18.50—19.55, Kansas Mk. 18.50—19.25, Roggen Mk. 16.75 —17.00, Gerste (Wetterauerl Mk. 17.75—18.25, selber Mk l8 ,50—18,75, Hafer Mk. 15.75—16.50, Mais Weizenmehl 27—28.00, M. 00—00, 2. Qualität M. - bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 22.50—23.00, Roggenmei Mk. 24.75—25.75, 1. Onalität Mk. 2225.-23.25, Weizenkleie M » bis Mk. 10.00, Roqgentleie Mk. 11.00—11.50, Maiskeimc ’ ■ l bis Mk. 12.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.50—18.00. .IllltV 100 Kg. ab hier. . „ fr. Frankfurt a. SR., 11. Dez. (Telegr. Or,g.-Verick> „Gieß. Anz.^s. Amtliche Notierungen'der heutigen Viebir» preise. Zum Verkaufe standen: 473'Ochsen , 132 jni.' «> reich, 45 Bullen, aus 4 Oestreich, 782 Kühe, Fersen, sheriJ Rinder 0 aus Oestreich, 324 Kälber, 493 Schafe und 1312 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schafläm.ner. wlirde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 30-« » 2. Qual 73—75 Mk., 3. Qual. 66—68Ml.; Bullen l.Qnal. W 70 Mk.. 2. Qual. 64—66 Mk.: Kühe 1. Qual. 70—71 65—66 V!k., 3. Qual. 48-49 Mk, 4. Qual. 46-47 9NL. o. j gy-00Mk. Kälber: 1. Qual. 86—90Pfg., Lebendgewicht v2--« 2. Qual. 75—80 Pfg., Lebendgewicht 45—48 Pfg-, -. 64—66 Pfg., Schlachtgeivicht 62—62 Pfg., Schafe: l.Oual. v- 2. Qual. 58—60 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; 3ckweu'e 1. 77—00 Pfg., Lebendgew. 60- 00 Pfg., 2. Qu.7.5 - 76 Pfg.,-etc, f 58.50—50 Pfg^ 3. Qual. 69—71 Pfg., Lebendgewicht 00-v Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbcöcuim- Kleiiwieh Schweine und Kälbern gedrückt, Schafe gut. land kau,en 2 Waggons geschlachtete Schweine. __—■ idaß trie in Petersburg herrschende revolutionäre Partei dcn. Truppen gestatten würde, nach Hause zurück; u kehren unter der Bedingung, daß die Armee das demokratische Regime unteritutze. D>ie Soldaten in der Mandschurei, welche offenbar gloiiben, daß die Revolutioiräre in Petersburg regieren, nahmen diese Bedmg- ung mit Begeisteriing auf. . Nähtische Mage Mau. Lariam ntarisches. Berlin, 10. Dez. Bei dem Empfang der Reichs- agsprä sidenten sprach sich der Kaiser sehr ernst über die Verhältnisse Rußlands aus. Er fragte den Vizepräsidenten Paasche nach Ostafrika und gab die Hoffnung kund, daß die Entwickelung der Kolonien jetzt vorwärts gehen werde.___________________________ Aus AtaSt nnd Kaud. Gießen, 11. Dezember 1905. •• I ni Befinden des Reichstagsabq. Kreis rat Dr. Wallaii ist eine wesentliche Besserung eingetreten, o daß seine Entlassung auS dem Krankenhause zu Groß- Geraii nur noch eine Frage weniger Tage sein dürfte. Zur vollständigen Wiederherstellung wird er einen kurzen Urlaub antreten. •• Ordensangelegenheit. S. M. der Kaiser und König von Preiißeti hat beni Major von dem Busch, iü()cr in Gießen, Lehrer an der Kriegsschule in Potsdam, die Erlcunmis zur Anlegimg des demselben verlieheneii Ritterkretizes 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt. " Geldncpperei. Währeiid am vorigen Freitag hier erst die unlängst verhafteten Gelbnepper zu 5 und 6 Monaten Gefängnis verurteilt wurden, ist am gleichen Tage in hiesiger Stadt wieder ein derartiger Betrüger ausgetreten und zwar mit Erfolg. Er kaufte in einem Geschäft eine Kleinigkeit, legte ein 20 Mark Stück auf die Thecke und strich bann baS herausgegebene Geld mit dem hingelegten 20 Mark Stück wieder ein und verschwand. Der Unbekannte ist etwa 26 Jahre alt, von großer schlanker Statiir, hat dicken blonden Schnurrbart und war sehr gut gekleidet. Sollte er auch noch in anderen Geschäften Betrügereien begangen ober versucht haben, so ist es geboten, der Kriminalpolizei davon Kenntnis zu geben. ** GießenerStadtt Heater Vor voll besetztem Hause ging gestern Meyer-Försters sentimentales Schauspiel ,,Alt-5)eidelberg" in Szene und zwar, wie bei dem sehr animierten SonntagSpublikum nicht anders zu erwarten war, unter sehr starkem Beifall. Besonderes Interesse erweckten die Darsteller der beiden .Hauptrollen, da sie von Gästen gegeben wurden, deren Engagement in Frage stand. Wenn auch beide Rollen die denkbar tmgeeig- netsten sind, um über das künstlerische Können ihrer Darsteller ein einigermaßen z'.ttreffendes Urteil abgeben zu können — ganz umzubringen sind beide dAkbaren Nollen nicht — so führten beide Gastdarbietungen dennoch zu einem positiven Ergebnis: trotz des lebhaften Beifalls, der beiden zuteil wurde, kann ihr Engagement für unser Theater nicht als wünschenswert bezeichnet werden. Herr Bertram vom Stadttheater in Bochum hatte als Karl Heinz schon äußerlich wenig von dem an sich, was man von einem flotten Prinzen zu sehen erwartet: Eleganz und SchneidigEeit. Seine Darstellung zeugte ja von vielem Fleiß, der auf die Einstudierung verwendet mar, konnte aber doch nicht erwärmen. Die Bewegungen waren eckig und die Sprechweise unnatürlich. Teils deklamierte er in einer Art, wie man Schillersche Verse spricht, teils verfiel er in einen lehrhaften Predigerton. Nur in wenigen Szenen klang das sonst schöne und volle Organ natürlich. Fräulein Senden von Frankfurt ließ allzusehr die Anfängerin erblicken und muß noch viel lernen, wenn sie es zu etwas bringen will. Ihr nettes Aussehen vermochte nicht über die ihr noch anl)aftenden großen Mängel hinwegzuhelfen: unnatürliches Spiel, und vor allem die leise, oft in den ersten Reihen kaum verständliche Sprache. Von den einheimischen Darstellern ist vor allem Herr Lippert zu nennen, der als Kammerdiener Lutz in Spiel und Deklamation eine sehr hübsche wohldurchdachte Leistung bot, die nur durch das öftere Versprechen beeinträchtigt wurde. Als Tr. Jüttner war Herr Reimer stellenweise sehr gut, noch öfter aber war seine Darstellung übertrieben und sein Aussehen gleichfalls. Auch Herr Mendel gefiel sich als Gastwirt Rüder in Ueber- treibungen, während der weibliche Teil des Hauses Rüder durch die Damen Millar und Fischer entsprechend vertreten war. Ter Kellermann des Herrn Herrscher hatte zu viel vom verkommenen Schnapsbruder an sich, um seine Ernennung zum furstl. Hofkellermeister als wahrscheinlich gelten zu lassen. Einwandfret waren der Staatsminister von Haugk des Herrn W i t t m a n n und der Graf Asterberg des Herrit Goll. — Wie wir übrigens erfahren, haben beide Gastspiele nicht zu einem Engagement geführt. —ß. ” Sin Teil des Baugerüstes am Schreinerschen Neubau auf dem Selterkweg brach am Samstag nach, mittag zusammen. ES befanden sich acht Arbeiter darauf, die sich an den Rampen festhalten konnten, so daß sie glücklicherweise keinen Schaden dabei genommen haben. i. Hausen, 11. Dez. Am SamStag wurde unser feit» ■ höriger Bürgermeister Georg Müller III. mit 83 Stimmen einstimmig wieder gewählt. Am Abend fand eine kleine Feier statt, wobei Ludwig Herr unb K. Engel Hard Ansprachen an unseren Bürgermeister richteten und zum Schluß , ein dreifaches Hoch auf ihn ausbrachten. Weiter wurden noch Lieder gesungen und einige Vorträge gehalten, die die . Versammelten bis in die späteste Abendstunde zusammen- 1 l)ielti*n. Dezember + ö,v, J- gesammelt werden". Konstantinopel, 9. Dez. Der Chef der Geheimpolizei, General culnant Fehmi Pascha, ist verhaftet tvorden, nachdem die Untersuchung ergeben hat, daß er das Bombenattentat gegen sich durch einen einer Diener hatte ausführen lassen. Der Sultan etzte den nach Europa geflüchtet gewesenen Kaiumerherrn 9ltif Bey in seine früheren Aemter ein. Auch ein anderes Opfer der unheimlichen Wirksamkeit Fehmis sieht seiner Be- :reiung entgegen. Vor vier Jahren wurde Marschall Fuad der Siegreiche zum Tode verurteilt und später unter Degradierung zum gemeinen Soldaten zu lebenslä nglicher Kerkerhaft nach Damaskus rbegnadigt*. Fuad dürste bereits in den nächsten Tagen wieder nach Konstantinopel zurückkehren. deutscherseis als Kriegserklärung mit offensivem Charakter betrachtet unb von Europa als solche proklamiett werden. ,Jch persönlich hätte dagegen nichts einzuwenden, aber unser Parlament? Andererseits wird verlangt, daß stets ein General Kriegsminister sei. Es müßte ferner der militärische Nachrichtendien st vermehrt, die tatsäch- iche Stärke der Truppenteile erhöht und eine roße Krie gökasse für den sofortigen Gebrauch an» Gicßeucr landwirtschaftlicher Wetterdienst- Vorautzsichlliche witlerung in Hessen für ”I 11. Teumber 1905: Zeitweise au'heitcinb, noch vittwm etwas kälter, jedoch noch keine dlnssicht auf stärkeren (jtoit. Näheres durch die siffeßener Weucrkarle. Kriginal-Dra!Um> tSlingcn. Die Nobelpreise. -, Stockholm, 10. Dez. Dre fcicrlidK Zuteilung per preise fand im großen Saale der Musikakademie m . des Königs statt. Tcr Vorsitzende ber Verwalt-inae y 3:r;' j Nobel st istung, Kanzler der Ibiiucriität Prof. B o st ro m J Begrüßungsrede. Der Präsident der Wademie der -aiM Ausstiche YeuigLeilen. Der Korrespondent des „Berl. Tagebl." telegraphiert aus Petersburg u. a. folgendes: Schon ist die Losung taut -geworden, man sollte dem Staat keine Steuern mehr zahlen. Diese Propaganda zum ©teuer ft reif finbet sehr viel Anklang, wird aber von furchtbaren Folgen für' Rußland und das Ausland sein. Unter Einfluß dieser Propaganda hat ein epidemischer Kapitalsturz aus Rußland begonnen, ein Mschluß eben jenes Kapitals, daß so mühsam durch Witte hergelocki imirde. Diesem Kapital folgt das russische Gold. Die Regierung selbst treibt das Land durch ihr nicht zu rechtfertigendes Verhalten zum St aa ts- bankrott. Man darf den P o st st r e i k nicht unterschätzen; er hat die Beamten organisiert und sie der Führung der sozialdemokratischen Arbeiterschaft in die Arme gewvrfen. Ter „Regierungsbote" aber warnt das Publikum vor den böswillig ausgestreuten Gerüchten über bedrängte Lage der Staatssparkassen. Die Regierung weist darauf hin, daß den aus den Kassen genommenen Einlagen in den Privatwohnungen tatsächlich Gefahr drohe; die Klienten der Sparkassen könnten völlig ruhig sein, da die Finanzlage Rußlands hinreichend f e st sei. Die Po st- iind Telegnhenbeamten hielten in Petersburg am 9. d. M- eine Versaminlung ab, in der mit allen gegen eine Stimme die Fortsetzung des Ausstandes beschlossen wurde. Tas Exekutivkomitee des Ar- beiterdeputiertenrates nahm eine Resolution an, in der ausgesprochen wird, daß der unvtt:meidliche Zusammenbruch des alten Systems es für das Proletariat vorteilhaft mache, den entscheidenden Sck)lag hinanszuschieben. Der Petersburger Arbeiterdeputiertenrat gebe daher noch nicht das Signal zum Generalstre-. k. Ter „Ruß" meldet vom 7. Tezember, daß in Zarskoje Sselo die Einsetzung einer Militärdiktatur beraten würde. Tie Einführung werde bis zum Ausbruch eines bedeutenden Ausstandes verschoben. Rach umlaufenden (Früchten soll das „schlvarze Hundert" eine Kundgebung beschlossen haben, bei der Petersburger Zeitungsdruckereien überfallen werden sollen. Tas schrittweise Nachgeben gräbt der Regierung das Grab, weil keine Einigkeit im Ministerrat herrscht In der Samstagssitzung soll über das Wahlrecht definitiv entschieden werden. Für die Städte soll das allgemeine geheime Wahlrecht, für das Land das Bulyginsche System angenommen werden. General Linewitsch empfiehlt die schleunige Rückberufung der Armee, da sonst Militärrevolten im fernen Osten unvermeidlich seien. 'Jhtdlanb. Paris, 9. Dez. Präsident Lonbet erklatte im jüngsten Ministerrat, er sei abgeneigt, im gegenwärtigen Zeitpunkt ein neues Ministerium zu bilden. Sollte Rouoier zur Demission geneigt sein, so würde Loubet gleichzeitig demissionieren. Eine Kabinettskrise kurz vor den bevorstehenden Wahlen, vor der Marokkokonferenz und inmitten der ernsten äußeren Lage sei sehr bedenklich. Nach dieser Erklärung, die durch Zwiespalt NotivierS mit wichtigen Kammergruppen in der Angelegenheit der Verstaatlichung der Westbahn veranlaßt rourbe, gab Nouvier die Versicherung, er werde alles aufbieten, um eine Krise zu vermeiden. — In einem offenen Briefe befürwortet General LangloiS eine Neuerung, wonach der Kriegsminister, ohne das Parlament zu befragen, die Moblli- fierung der französischen Armee anordnen könne. LangloiS fügt hinzu, zweifellos würde unsere Mobilisierung Dezember 1905. Barometer ! auf 0° reduziert i fr der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feucbtiakeil Windrichtung Windstärke Wette- 10. 2i$ 762,6 4- 5,5 5,3 79 NNE 4 Sonnen: 10. 9" 7655 0,6 4,2 96 s 2 Bow. 11. 7’& 1 767,1 - 0,8 96 S 2 Ncl'ck Handel des Hamburg - Amerik. Paket!. 161.00 . 208 50 4%z Oesterr. Goldrente 4*/. Oesterr. Silberrentc 4 . Ungar. Goldrente . Oberschles. Eisen-Industrie 4% 112.50 . 97.15 Börse, 11. Dez., Anfangskurso crlso am Tage nach der Einberufung des Statt besonderer Anzeige geb. Marchand Witwe des Grossh. Forstinspektors Karl Trautwein, im 79. Lebensjahre Namens der Hinterbliebenen Ed. Trautwein, Grossh. Forstmeister, Giessen, den 11. Dezember 1905. Mathilde Joseph, geb. Trautwein 0» Prima toM/n 6324 Dießen, den 11. Dezember 1905. 100.90 88.95 100.60 89 10 99.10 99.70 100.40 95.50 Elektriz. Lahmey er . . Elektriz. Schocke rt . . Eschwciler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I . Harpencr Bergwerk Lanrahütte . . . N’ordd. Lloyd . . Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn . 167.50 . 145.00 . 288.40 . 178.50 . 185.20 . 160.50 . 208.60 . 174.70 . 144.80 . 238.75 . 97.90 . 160.60 67.50 67.70 87.75 94.90 89.70 135.60 53.30 89.75 67.30 sd. D a r M st a d t, 9. Dez. Die offizielle Eröffnung H: hessischen Landtags durch den Großherzog nÄst daran sich anschließender Hoftafel findet am 20. 237.25 124.50 125.85 3°/n Mexikaner . . 4>$°/0 Chinesen . . Aktien: Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . Tendenz: matt. Berliner Reichsanleihe do. Konsuls . . do. . . Hessen . . . Oberhessen Gestern abend 9 Uhr verschied nach längerer Krankheit unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter il'tenmaot Pelikan im! edoboot „6109”, dir t c und Angriffes oui । zu fünf Jahren fo'r funq bin vom Ctxrfn rr worden. rqericht oerurtfilie dn a\urt\Detein:. fW reex Zöllen uni1 /rfflffl ib ptier Sfo/Mfr.v ßfiw igegtn von der Jlnfiaa;! Ttrzember statt, Landtags. Berlin, T i 8kon1 auf in' 7 Prozent. zu einer Verschärfung der Bewegung, als zur Beruhigung führen. Aus Moskau wird gemeldet, daß die Börse durch Nachrichten von WischnN Do lot sch eck beunruhigt iß. wo mehrere ^abrifbeamte ermordet wurden. SS ar f cf) au, 10. Tez. Hier herrscht ernstliche Besorgnis, daß cs zu einem neuen allgemeinen Ausstand der Bahn bedien steten kommen könne. Die Organisationen wollen den Ausstand der Post« und Tele- graphenbeamteu unterstützen, die Forderung der grundsätzlichen Abschaffung der Todes st rase durchsetzen und die Aufhebung des Kriegszustandes in Livland erzwingen. Die Beerdi"un<” erfolgt Mittwoch, den 13. J. Mts., 3’/4 Uhr nachmittags von der Kapelle des alten Friedhofs aus. Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgcteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse. 11. Dez., 1.15 Uhr. 11. Tez. Die Reichsbank erhöhte den 6 Prozent und den Lombardzinsfuß 3X7o 3% Wlo 3% 3&e/n . 23.40 . 140.60 . 123.50 Kartoffeln prima Speisekartoffeln, magnuin bonum und andere Sorten, Salat- kartoffeln, Mäuschen, Paulsen Juli empftehlt billigst J. Hanckel Kartoffclhandl. Schloßgassc 6 Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwächer. 9 cs gl 3% Portugiesen III 4 russ.Staatsanl. 1905 4yAn „ japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1905 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. . X% äussere Argentinier . 9rof. Dr. Lendstedt gab bic -verteilten Preise für Physik und Chemie bekannt, und hob die bahibrcri-nbe Bedeutung von L e< nt.it b’a Arbeiten über die Käthodenßrahlen hervor. Ter deutsche "Gesandte v. Müller nahm für den wegen Krankheit abwesenden 'Professor Lenard aus der temr.b des Königs das Diplom und b-r Prämie entgegen. Lendstedt ruht fort, t?. Baeyer nehme einen Ehrenplatz unter den ^-üridym ein, welchen die einzig- Ixsstehende Entwickelung der chxemischen Industrie infolge der Dgen Wechselwirkungen zwisch-'n Theorie imb Praris vu danken lei. Redner schilderte die Bede! tnng der Vaeyer'scken Entdeckung Herstellnnq des künstlichen Indigo und hob Baeder's Arbeiten »er das Triphenvlmethan und seine bewundernswerten Unter- i_7hungen über die hydroaromatischen Verbindungen hervor. Für KRt verhinderten v. Baener nahm gleichfalls der deutsche Gesandte Müller Tibiam und Prämie entgegen. — Der Rektor des Karo- üueninstitutes Professor Gras Moerner teilte mit, daß der medi- -öiische Robelpreis Professor Dr. Robert .Kock suertannt sei. qtrtmer führte aus. eine Schild-nrrng der Arbeit (fvck?s und seiner '5fftüler sei gleichbedeutetrd mit einer Ucberficht über die Ent tchckelnng der Bakteriologie in den letzten Jahrzehnten. Redner filürtc Kvch's Arbeiten im Ein-einen auf und sagte, selten seien so viele Entdeckungen von so großer Bedeutung für die Menschheit (UäS der Mirksmnkert eines cin-"fnci* Mannes hervorgegangen, l^dner richtete einige Worte in deutscher Sprache an Professor .' och, welcher unter starkem Beifall der Versammlung Diplom rnfc Prämie aus der Horch des Königs entgegennahm. — Der 6ekretär der schwedifckren Akademie v. Wissen teilte die Ver- I-Übung des Literaturpreises au her poln. Tichter Henryk kiienkiewicz mit. Dieser nahm die Prämie selbst entgegen. — Die Nvbelstistung gab beute nachmittag zu Ehren der eisträger ein Festmahl, an welchem Prinz Gustav Adolf, strnau Prof. Koch und Prin' Eugen teilnahmen. Pro- f-fff o r Bvström brachte zuerst ein Hoch auf Kauig Sskar c i®. Tann bat Prinz Gustav Adolf, dem Andenken Röbels eir stilles Glas zu weihen. Es folgte eine Reihe von Trink- swnichen auf die Preisträger. Professor K' o ch und Sienkie - lr i r 3 autnrorteten periänltch, für die Professoren Lenard und v 'Baeyer dankte der Gesandte v. Müller. In diesem Jahre fallen auf jeden Prämienempfänger 110089,25 Kronen. Danksagung. Allen denen, welche uns bei unserem schweren Verluste tröstend nahe standen, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir hiermit unfern herzlichsten Tank. Familie Wilhelm Tietrich Postschaffner. . 239.90 . 134.50 . 134.50 . 127.00 . 255.00 . 219.70 Christbäume schönste Ware, in größter Auswahl zu billigsten Preisen J Hankel Schlotzgasse 6 Verkaufsstelle: ______Kanzleiberg 9. 6321 Madrid, 10. Dez. Amtlich wird bestätigt, daß bei dem Brande in La Carraca zwei in Reparatur befindliche Torpedoboote zerstört worden sind. Ein Matrose kam in den Flammen um. London, 10. Dez. (W. B.s Tas neue Kabinett ist wie folgt zusammengesetzt: Premierminister und Enter Lord des Schatzes Sir Henrn Campbell-Bannerman, Lordgroßkanzler Sir Robert Reid, Sckal.kanzler A s - guith, Inneres Herbert Gladstone. Aeußeres Sir Adward Grey, Kolonien Earl of Elgin. Krieg Halda n e, Indien Morley, Admiralität Lord Tweed- month, Handelsamt Lloyd-George, Lokalverwal- tungsamt John Burns lvon der Arbeiterpartei), Sekretär für Schottland Sinclair, Ackerbau Earl ofEarington, Generalpostmeister Sydney Buxton, Ehesfekretar fiir Irland Brice, Lordpräsident des geheimen Rats Earl of Erewe, Lord Geheimsiegelbewahrer Marguis of Ripon, Unterricht Augustine-Birrell, Kanzler des Herzogtums Lancaster Sir Henry Fowler. Minister, die dem Kabinett nickt angehören, sind der Lordstatthalter von Irland Earl of Aberdeen, Lordkanzler von Irland Lord Justiee Walker und der erste Kvmmissar der öffentlichen Arbeiten Lewis v. Harcourt. Petersburg, 11. Dez. Da? Exekutivkomitee der Arbeiterdepulierten bereitet einen allrussischen Generalstreik für den 22. Januar vor. Trepow formierte gemischte Regimenter zum Schutze des HofeS. Die Gerüchte von einer Militärdiktatur sind verfrüht. Petersburg, 11. Tez. lTel. Meldung über Eydt- kuhnen.) Tie Bauern Unruhen nehmen einen immer drohenderen Charakter an. In nächster Nähe von Moskau und Kursk sind solche ausgebrochen, wobei die Bauern nicht nur Landsitze an greifen, sondern auch die benachbarten Bahnstationen. Ter friedliche Teil der Bevölkerung erhofft mir noch von der beschleunigten Einberufung der Reichsduma Llbhilfe. Graf Witte, der hierüber befragt wurde, stellt ihre baldige Einberufung in Aussicht, jedoch sind die Bestimmungen der abgeänderten Wahlordnung zur Reichsduma noch nicht bekannt gemacht. Auch gegen das Verhalten des Ministers T u r n o w o in dem Post- und Telegraphenbeamten streik wird protestiert. In Moskau Farn es dieserhalb zu Straßen- I u n r u h e u , die jedoch keinen ernsteren Charakter annahmen. Tie Verhaftung des Organisators des Streiks dürfte eher Pirihi-Cemiii Hannover sches Fabrikat offeriert billigst Fritz Gutmann jr. & Co. Frankfurt a. M. Teles. 4703. 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Wegen labil . tte sich gestern bert: \ iestqen Straifannr.c, n Eiimbahmmlal! er ölet und zwei ante e mit der Freist ’ Harpencr Bergwerk . . 209.00 Lanrahütte..... 239.00 Lombarden E. B . 23.50 Nordd. Lloyd.....124.20 Türkenlose . . . 136.40 Versteigerung. Dienstag, den 12.Dczbr. d.J., nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: >6308 j. ca. 100 Liter Aepfelwein und 21 Liter Branntwein. 2. 1 Bohrmaschine, 11 Neuster, Spiegel m.Trumeaur, Kinderstiefel, 104 Liter Kognak und verschiedene Möbel. Die Versteigenmg zu 1 findet bestnnmt statt. Born t'ücrick'.t-vollG'h.'r lich gutgehende Wirtslhiist zu verpachten. — Nah. in der Gejchäftsst. des Gieß. Anz. [08213 ,10. -10. € Gestern verschied nach langem Leiden unser Heber Onkel Professor 1. P. an der Landes-Universität zu Glessen. vr. Hermann Bach und Frau. den 10. Dezember 1905 Offenbach entschlief plötzlich und sanft unsere geliebte Mutter, Grossmutter und Luise Peppier geb. 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Unserer heutigen Nummer liegt ein Prospekt über das bekannte Kochbuch von Davidis-Holle bei, auf den besonders die geehrten Leserinnen hiermit aufmerksam gemacht seien. 6312 J.HIRZ, SEltERSWEGZZ KUNSC HdNP, LUNG 6ERAMMZEU.UNGEMMMZEBIL' »ER IN GROSSSTER AUSWAHL EINRAHMUNGEN JEPEM GESCHMACK EWCSfRfDffNP PRÖMTC UFREISWERZ Pariiimerien u. loilellearlikel deutsche, engl. u. iranz. Exiraits. Eau de Cologne echte, vo>» Johann Marta Jarina sowie 16319 bestes eigenes Fabrikat. Feinste Toiletteseifen Mit verschiedenen Blumengerüchen in eleg. Kartons verpackt. Artikel zur Zahn- und Mundpflege. Vorstehende Präparate sind vorzüglich zu Gejchenkszwcckeu geeignet u. empfiehlt sich z. Bezug die Adler-Drogerie, Seltersweg 39 Otto Schaaf. Allen Freunden und Bekannten des Verstorbenen dies statt besonderer Mitteilung. Kattee feine Mischungen, tägliche Röstung per Pfd. —.80, 1.—, 1.20, 1.40, 1.60, 1.80. [6305 Bei Rückgabe von 8 Gutsch. 1 Pfd. Würfelzucker 20 Gutscheinen */» Pfd. Kaffee JW“ gratis. 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Nach demselben findet in der Kleinkmder- ichule im engsten Kreise der Kinder und ihrer Angehörigen die Bescherung für die Kleinen statt. Alle, die uns noch Gaben zugedacht haben (wir bitten herzlich im dieselben für unsere 244 Kinder) wollen dieselben recht bald tm die Vorstandsdamen gelangen lohen. Gießen, den 11. Dezember 1905. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. ____________ Dr. Nau mann. 6303 Photogr. Apparate 4 Stück 9x12 und 13X18 billig zu verkaufen bei [6227 Karubach, Kanzleiberg 9, I, Wim Mtker Hund 3jähr., zur Jagd ungeeignet, als treuer Begleithund in nur gute Hände z. Preise v. 30 JC abzugeb. 6274s Näheres „Heff. Hof". 6295s Ueberz. Pferd zu verkauf. 3. Ä. SPieS, Mittelweg 7. 1000 Militär- Mäntel s°s^Lchkso(LtchM) billig zu verkaufen. [08173 Näh. Grünberger Straße 12, p. Wegen Raummangel eüi sehr Ä Kassaschrank billig abzugev. Marktplatz 15. leuib feine tote Wtet PMiW zu verk. Ntarltplatz 15. 16317 fjuttcnartoncln ,u C. 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D,r b L ung deS ,N ' mbniS der brastl. §-!isärdienst rntzie^ '(-nther^ ist mit bt etroffen. 3« 6. [n'iiianischtr Sette Panther^ versucht, Ta'jb Zimmermann r 'M deS Aeußem r «heben. Nach einer hetz« lJnb muß natürlich Sfitannb haben - tMassen, n>gen ! rfl^ Südbrasili >er bralilianische ! Janeiro nach Sübet £c? Merkwürdigstt • «Bk! Jedenfalls hat : rhne englisches Zut I fbiqebSrige der de I NrasüienS verletzt '.ch aus der sofort : rat fache ist nur, ! Colarina die Manr i 27. November an . i SteinboR festzunehr Berlin, 10. Präsidium bei sid'um beS Land fiilaü im ffnfäftii hbicn bnf fRcid/fti25 : nftat/aufti. - Heute fand t ■ straverdundes 1 * beS Braugewerbes ' die gcplmite ! : wrfib führte Komm i urb einachenden D [ j,1 Reichstag den ■ «chdem eine Anza 1 lotrn bte Bcrsammli l i" L bic Erhöhung . brkite für die Brau : »nnnschaft eine M< 3cfftn seien und 1 pibes, sowie die (s •Shbuftrien führen toeigem si »2n Ausgaben des dagegen, t Fnnt und zur T ^^imzbedarfs h -dm errate bai bet S " 1,1 Suttmirf ei- cflhaq. d°s Re i Aul hÄ.l?lttner e -HL i 6ai I I b- dann $)• 1 u -Gin VQb8c ^' I-h- ÄliL9A 2\be"' ‘