k W Kl k Mi i IQl 90 47025 I400IM 644 I7 553 614 44 l 73 83 'M i8U78 7» 245 92 W 20 4 66 57 239 83 99 52032 130 L 558 [400] 608 41814001 3280 ö 328 36 1000 J] 57 812 ]1000] 29 | 400] 82 94 ».« n 58035 37 62 Ä [400] 1 82 95 370 422 112 38 45 (4001 71 700 » O2? Ä 49 92 SK L®S 626 64 72 49 50 Z iKr M M '036 60 81 <6 Al 120001 9 SS 82 *“,[4001 8? *70 MO»; Oo 60 102 44 >i<^l4195 ^[4001 A ÄS Iw*1 f" [20001 M 1» Die heutige Wummer umfahl 16 Keilen empfunben, wer sie den drohenden Wort voll Polin- Heimweh haben; Wohl weinen sie dem Scheidenden eine Throne nach, wohl zuckt das Herz in seltsamein Schinerze auf; aber die Thräne trocknet nur zu bald und das Zucken des Herzens wird stumpf und still in der herben, faden Luft des Alltags. Manche mögen die beherrschungski ästigen Eltern bewundern, die den Trennungsschmerz so tapfer zu bemeiltern vermögen, manche mögen die starken Kinder beneiden, denen dos Heimweh nichts anzuhaben vermag. Wer aber tiefer schaut, der bewundert und beneidet sie nicht. Der Psalmsonntagsschmerz und dos Palmsonntagsheimweh bergen einen bleibenden köstlichen Segen, wie ihn keine Beherrschung und keine Stärke bieten kann. Das Heimweh ist gewiß ein tiefes schmerzliches Weh; aber unselig und dreimal elender ist der, der kein Heimweh empfinden kann! Der Schmerz, der beim Scheiden das Herz durchwühlt, hat eine haltende und rettende Kraft. Wenn an das heimatferne Kind böse Versuchungen herantreten, dann ist es oft der nachzuckende Scheideschmerz, das wieder auswachende Heimweh, dos im letzten Augenblick New York, 14. April. Admiral Dewey, der Sieger von Manila, hat in einem Interview über die Aussichten' der Russen und Japaner in dem kommenden Seegefecht Aeusierungen gemacht, welche darauf Hinweisen, daß Japan nicht absolut auf einen Sieg rechnen könne, da die Japaner nicht über eine genügende Anzahl von Schiffen und Kreuzern verfügten. Tokio, 14. April. Eine kaiserliche Verfügung erklärt den Hafen Mako auf den Peskadores-Jnseln mit dem 14. April in Belagerungszustand. Nach einer Marine-Verordnung wird in Mako ein Marinegerichtshof eingerichtet. solches Palmsonntagsheimweh gefühlt hat, den läßt es im Leben nimmer los. Mag das Haar erbleichen, mag die Seele im Lebenskämpfe ermüden und ermürben, mag des Tages Tand und Treiben sonst die Erinnerungsbilder zurückdrängen, allemal, wenn die Palmsonntogsglocken wieder klingen, wenn die Palmsonntagsgrüße wieder über die Lande ziehen, da wacht in vieler Herzen das süße und doch so schmerzliche, das bange und doch so selige Erinnern wieder auf, da sehen wir im Geiste wieder das liebe Vaterhaus, das wir vor Jahren um die Osterzeit auf immer verließen, dann hören wir wieder von fern des treuen Vaters mahnendes Wort, dann fühlen wir wieder auf dem sorgenschweren Haupte der Mutter warme Segenshand. Und diese Bilder machen das Herz wieder groß und jung, still und stark. Selig, wer solche Palmsonntagserinnerungen hegt und hat, sein Leben steht immer im sonnigen Lenzlichte deS Palmsonntagssegens. die Schleier von den Augen reißt, so daß Abgrund schauen. Es ist ein altes schönes sonntagsstimmung: »Selig sind, die da denn sie sollen nach Hause kommen." Wer solchen Palmsonntagsschmerz Ans der Mandschurei. Tokio, 14. April. (Reuter.) Eine amtliche Mitteilung besagt: Eine japanische Streitmacht traf auf dem Vormarsch nach Osten über Fuschun-Hailung auf den Feind und schlug ihn morgens bei Erhuola, sieben Meilen östlich von Wngpan. Der Feind war ein Regiment Infanterie, sechs Sotnien Kavallerie und vier Geschütze stark. Die japanische Truppe besetzte Tsangschitz, ungefähr 19 Meilen östlich von Wngpan, während sich der Feind, bei jedem Schritte kämpfend, in der Richtung auf Hai- lung zurückzog. Seit dem 11. April zog sich der Feind nach und nach auf der Kirinstraße zurück, ein Teil befindet sich noch in Barsvuschn. Jü den Bezirken von Schangtu und Fakumen ist keine Aenderung eingetreten, von gelegentlichen Scharmützeln der Kavallerie abgesehen. Petersburg, 14. April. (Petersb. Telegr.-Ag.) Ein Telegramm des Generals Line witsch an den Kaiser meldet: Unsere Reiterei ging am 9. April bis zum Dorfe Matschentai vor. Die Patrouillen haben den Eisenbahntelegraphen bei Tschakufu und den Telegraphen aus der Straße zwischen Kaijuanwa und Tschantufu am 10. April zerstört. Eine unserer Patrouillen hat zwei Telegraphenlinien bei Kaijan unterbrochen. Nach Meldungen ans Wladiwostok wurden dort neuerdings mehrere japanische Offi» ziere, die als Erdarbeiter verkleidet waren, in dem Augenblick a u f g e g r i f f e n , als sie die Verteidigungs- Werke der Festung photographisch aufnahmen. Da man außerdem bei ihnen Dokumente sand, welche beweisen, daß sie bereits Spionageberichte nach Tokio expediert hatten^ wurden sie standrechtlich erschossen. Kapitan Klado erhält sür eine neuerliche Kritik des Marineministeriums einen strengen Verweis und wird behufs Rehabilitierung mit der Armierung und dem Kommando der Flußdampfer auf dem Kriegsjcbauplatze beauftragt. Z>er Krieg. Noch keine Seeschlacht. Tokio, 14. April. (Reuter.) Das Marinedepartement gibt bekannt, daß die Meldungen von einer Seeschlacht auf der Höhe von Saigon unbegründet sind. Haag, 14. April. Weder von der holländisch-indischen Regierung, noch bei der japanischen, Gesandtschaft ist irgend eine Nachricht eingelaufen über eine Seeschlacht bei den Anambasinseln. Nach einer amtlichen, früher einge- gangcnen Nachricht erwartet man, daß die ru s s i s ch e Flotte bald gänzlich die indischen Gewässer verlassen wird. Petersburg, 14. April. (Petersb. Telegr.-Ag.) Eine Newyorker telegraphische Meldung, daß das Hospitalschiff „Orel" mit einer großen Anzahl Verwundeter an Bord in Saigon eingetroffen sei, erweist sich nach einer von dem Generalstab der Marine eingezogenen Erkundigung als ungenau. Der „Orel" ist allerdings in Saigon eingetrossen, jedoch ohne Verwundete. Amsterdam, 14. April. Der „Telegraf" erhält von seinem Korrespondenten in Batavia ein Telegramm, in dem es heißt: Das Erscheinen der Japaner an der Küste von Cochinchina hat sich bisher noch nicht bestätigt. Russische Kreuzer kamen gestern in Saigon in Sicht. Tas niederländische Geschwader kreuzt bei den An am bas-und Na tun ainseln. Kein russisches Geschwader ist in der Nähe von Banka gewesen. Die Meldung betreffend das Kohlenschiff „Hindoo", welches auf Billiton Kohlen genommen haben soll, kann nicht zutreffend sein, da es dort kein Kohlenlager gibt, lieber die russischen Panzerschiffe ist nichts neues zu berichten. London, 14. April. In hiesigen maritimen Kreisen ruft es Befremden hervor, daß die Russen es versäumt haben, die Na tu na-Inseln zu besetzen. Die Russen hätten sich durch die Okkupation dieser Insel einen wichtigen Stützpunkt gesichert und die Japaner eines guten Beobachtungspostens beraubt. Die Beschlagnahme dieser Inseln durch die Russen hätte zu keinen Weiterungen mit den Mächten führen können, da die Japaner seit einem Jahre die Insel als ihr Besitztum erklärt haben. London, 14. April. Nach den letzten Meldungen wird hier nicht mehr bezweifelt, daß sämtliche Schlachtschiffe sich bei dem russischen Geschwader befinden. Man hält es für ausgemacht, daß Roschdjestwenski sich auf der großen Handelsroute nach dem Norden befindet und nicht daran denke, Saigon anzulaufen. Es wird angenommen, daß die Russen gegenwärtig östlich von Hongkong dampfen und morgen die Fischerinseln erreichen werden, in deren Nähe man das japanische Geschwader vermutet. Für morgen abend oder sür Sonntag rechnet man auf eine Entscheidungs- schlacht. n d o n, 14. Zlpril. „Morning Post" meldet aus S h a n g h a i, es werde befürchtet, daß die russischen Kriegsschiffe „Askold" und „Gromoboi" sich zum Verlassen des Hafens anschicken, um zu dem russischen Ostseegeschwader zu stoßen. Japan habe die Aufmerksamkeit der chinesischen Behörden auf diese Eventualität gelenkt, doch nimmt man an, daß China im gegebenen Falle nicht m der Lage sein werde, seinen Verpflichtungen in dieser Hinsicht nachzukommen. Auß'arid in Sturm und Drang. Petersburg, 14. April. Wie nunmehr verlautet, besteht die Absicht, in der nächsten Woche die Vorarbeiten zur Ausführung des kaiserlichen Reskriptes vom 3. März (betr. die Volksvertretung. D. Red.) zu beenden und alsdann dem Ministerrate zu unterbreiten. Der Ministerrat wird sie prüfen und seine Entscheidung vor Ostern treffen. Petersburg, 14. April. (Petersb. Telegr.-Ag.) Das Finanzministerium wird die Frage der Einkommensteuer beraten. Zu diesem Zwecke ist unter dem Vorsitz des Ministergehilfen Kutler eine Kommission aus Mitgliedern des Finanzministeriums und anderen Finanzleuten zusammengetreten. Paris, 14. April. Der Korrespondent eines hiesigen Blattes will erfahren haben, daß die Petersburger Polizei unter der Blauen Brücke vor dem Marinepalast eine wasserdichte Kiste gefunden habe, in welcher Dynamitbomben enthalten waren. Allem Anschein nach seien diese zur Ausführung eines Attentats auf den Palast bestimmt gewesen. — Mehrere fremde Botschafter und Gesandte sowie andere hochstehende militärische, politische und diplomatische Persönlichkeiten sollen Drohbriefe erhalten haben. — Wie au.8 Odessa? berichtet wird, schoß ein junger, unbekannter Mensch auf den Polizeichef Olckmnski einen Revolverschuß ab und traf rhn in die Brust. Der Täter weigert sich, seinen Namen anzugeben. Petersburg, 14. April. In Kalisch brachte ein Unbekannter vor einem Schullokal eine Bombe zur Explosion, durch die jedoch nur Materialschaden angerichtet wurde. Personen wurden nicht verletzt.— Wie a"s Warschau berichtet wird, verurteilte das Militärgericht in dem Prozeß wegen der jüngsten Unruhen zwei Angeklagte zum Tode durch den St rang, weil sie einen Polizeiagenten tätlich angegriffen hatten. Der G^leralgouverneur begnadigte einen zu 12 Jahren Zwangsarbeit. Stockholm, 14. April. „Aftonbladet" wird aus Abo telegraphiert, daß das dortige Hofgericht heute den früheren finlandischen Senator und ehemaligen General der russ. Armee Schaumann, den Vater des Mörders Bofrikows, von der Anklage des Hochverrats freigesprocheu hat. Petersburg, 14. April. (Petersb. Telegr.-Ag.) 'Die Hafenarbeiter sind tn den Ausstand getreten undi verladen das auf den Schiften befindliche Getreide nicht. Tie Lage der Getreidebändler ist sehr schwierig. Krakau, 14. April. Der „Nowa Neforma" wird aus Warschau gemeldet, daß dort gestern im israelitischen Stadtviertel große Unruhen ausgcbrochen feiert. Militär mußte einschreiten, machte jedoch von der Waffe keinen Gebrauch. Petersburg, 14. April. Professor Ioa cd i m -Berlin hat als Protest gegen bte Entlassung des Direktors des Petersburger Konservatoriums seine Ehren- Mitgliedschaft an diesem Institut nicdergelegt^ Warnung. Betr.: Bekämpfung der Tollwut. Um eine weitere Verbreitung der dahier unter den Hunden auftretenden Tollwut oorvibenqen, ergeht hierdurch nochmals die dringende Aufforderung, die Hunde sest- zulegen und beim Ausgang an der Leine zu führen und mit sicherem Maulkorb gtt versehen. Sollte ein Hund der Tollwut verdächtig sein, so ist derselbe sofort in sichere Verwahrung zu bringen und hierher Mitteilung zu machen. Da die Tollwut auch durch Katzen übertragen werden /arm, so ist auch diesen Tieren gegenüber höchste Vorsicht geboten. Frei herumlaufende Hunde und herunftchweifende Katzen werden eingefangen und getötet. Die Schutzmannschaft ist angewiesen, jede Zuwider- Handlung gegen die Bestimmungen der Hundesperre unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 14. April 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Palmsonntag Es gibt kaum einen anderen Sonntag int christlichen Kirchenjahre, der so von sinniger Stimmung umwoben wäre, wie der letzte Sonntag der Fastenzeit, der Palmsonntag. Die Stimmung des Palmsonntags ist herb und hoffnungsreich, lind und ernst zugleich. Wir sehen rückschauend mit den Augen der Seele den Heiland in Zion einziehen, umweht von den grüßenden Palmzweigen, umrauscht von den Hosiannarufen der jauchzenden Menge; aber hinter dem Grün der Palmen erscheint schon das harte, dunkle Holz des Marterpfahls, und in das jubelnde Hosianna hinein klingt markerschütternd das: „Kreuzige ihn!" Doch auch diese Bilder und Klänge des Wehs und der Wehmut werden verdrängt durch die österliche Morgenröte, die den Horizont zu vergolden beginnt, und durch das näher und näher, mächtiger und mächtiger heranklinqende siegkündende Geläute der Osterglocken. So ringt in den heiligen Erinnerungen des Palmsonntags die höchste Freude mit dem tiefsten Schmerze, das sonnigste Licht mit dem mächtigsten Dunkel, das glühendste Leben mit dem grausamsten Tode. Und dieses Ringen, dieser Zwiespalt der Stimmung wiegelt sich wieder draußen in der Natur, wo der eisige und reisige Necke Winter seinen letzten Kampf mit dem sonnenfrohen Lenze kämpft. Um die Zeit, da der April zur Rüste geht, sind diese Kämpfe an Wandlungen freilich nicht mehr sonderlich reich. Die Palmen des jungen Jahrs, die ersten grünen Halme und frühen Blumen grüßen am sonnenwarmen Tage den einziehenden Lenz als Sieger, schon längst klingt aus dem Munde heimgekehrter und heimfroher Vögel das schmetternde Hosianna ihm entgegen; doch in den Nächten legt sich immer noch gern des Frostes harte Hand auf das lebenlechzende Land, die das Leben im Keime und in der Knospe zu töten sucht. Aber sie hat mir noch kurz datlernde Macht. Die goldene Morgensonne schon durch- ronrmt die lenzlüsterne Erde und lockt aus ihr bunte Blüten und grüne Blätter in Hülle und Fülle nach Weh und Leid zn Wonne und Lust. Auch im Menschenleben, im Leben des deutschen Hauses löst die Palmsonntagszeit die Feffeln des Winters und öffnet die Pforten der Welt. Arn Tage vor dem Palmsonntag schließt das Schuljahr und für viele junge Mitmenschen bildet dieser Tag den Abschluß der Schulzeit überhaupt. Dieser Tag des Abschlllsses einer langen, oft recht bangen Zeit des Lernens hat etwas Frohes, etlvas Befreiendes. Die Zeit der schärfsten Zucht scheint abgeschlossen zu sein. Die sorgenden Elternherzen sehen manche Hoffnung erfüllt, manche Sorge beseitigt. Das Kind, das sie auf sorgender Seele bebend unb bangend getragen haben, ist nun heran- und herausgewachsen. Und doch, welch trübe Gedanken stehlen sich in diese fröhliche Stimmung hinein! Bisher war das Kind in des Hallses hegender Hut, nun muß es hinaus in das kalte Leben, oft in die liebeleere Fremde. Bisher hat des Vaters haltende Hand, der Mutter treues Auge über seinen Pfaden gewacht, nun wird es herausgerissen und hinausgerusen auf Bahnen, da die Vaterhand es nicht mehr zu halten, daS Mutterauge es nicht mehr zu sehen vermag. Es gibt innerhalb des Menschenlebens wohl keinen größeren Schmerz als den, wenn ein liebes Kind sich losreißen muß von dem Herzen, unter dem es getragen ward, und mit dem es innig verbunden ist. So wird der Palmsonntag aus einem Tage festlicher Freude zu einem Tage weinenden Wehs, schmerzlicher Sorge, bangen Betens. Manche Kinder empfinden von dem schweren und doch süßen Schmerze des Palmsonntags so gut wie nichts. Sie freuen sich lediglich der Befreiung aus einzwängenden Schranken; das Neue und Fremde scheint ihnen licht, leicht und lockend, weil der unbequeme Mahner und die unermüdliche Warnerin fehlen. Sie stürzen sich fessellos in das Getriebe der Welt, um darin unterzutauchen und — bisweilen leider unterzugehen. Das Band des Heimwehs hält sie nicht, weil sie vom Heimatzauber wenig gespürt haben. Und wie viele Eltern empfinden die Trennung von ihrem ^.nbe als eine Erleichterung von einer unbequemen Last! Samstag 15. April 1905 (Erstes Blatt Amis- und Anzeigeblait für den Kreis Gießen 155. Jahrgang Nr. 90 äelat tüglich aufoei Sonntag». Dem G,ebener Anzetger werden im Wechsel mit dem kesflschen Landwirt d'e Giehener Zamtlien- Härter viermal m bet Woche beigelegt. NotakwnSdrnck u. Verlag bet Brüh l'ichen llnwerl.-Buch-n. Sletn- bruderel. n Range. Rebafttan. Ervebtttoa und Druckerei. Schul si ratze 7. ßbrefie lür Deveichen: Anzeiger (Aletzea. ^rrnlpvrdianidiluti Wt 61. ietzenerAmeiger General-Anzeiger VezagsprslAr monall«ch7b Pt., viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch dlePost Att.2.—viertel- jährl. ausjcht. Bestellg. Annahme van Anzel'en 'n tue Tr 8 vonntttagS J ; i 'ennrelS: jfii 12 Pf«, a bwärts 3"J. 2 e'antroottrcö iüt den polit und U c. Teil: P. Wittio: für ^Stadt und 2anb* und -Gerichts] aal*: A u au st Goey. für den Anzeigenteil: t>ans Beck Zleutlch-Siidwestasrikk. Berlin, 14. April. Nach einer Meldung des Generalleutnants v. Trotha aus Kub erhielt Hauptmann Manger von der Abteilung Meister in Haruchz durch einen Buschmann die Nachricht, daß Hendrik Witbo^j südlich von Koroise-Kolk sitze. Hauptmann Manger trat sofort mit 279 Gewehren und zwei Geschützen den Vormarsch an und griff am 7. April die Nachhut Hendrik Witbois östlich von jener Vley an. Dein Feinde wurden erhebliche Verluste beigebracht; diesseits ein Offizier und drei Reiter gefallen, drei Reiter verwundet. Der Vorstoß hatte über zahlreiche Dünen 90 Kilometer weit in wasserlose Gegenden hinein geführt und nnifcte schließlich eingestellt werden, da die Neit- und Zugtiere wegen gänzlichen Wassermangels erschöpft waren. Vom Auob entgegengefahrenes Wasser ermöglichte der Abteilung die Rückkehr. — Major v. Estorfs gelangte am 8. April bis 45 Kilometer südöstlich von Kowise-Kolk om Noffob, ohne den Gegner git erreichen. Auch der kleine Noffob wurde vom Feinde frei gefunden. — Oberleutnant B öttlin mit einer Abteilung Bastarde und einem Zlig der dritten Etappenkompanie griff nm 6. April die unter deni Hottentotten Gorub und dem Feldkornett Elias vereinigten Hottentottenbanden am oberen Tsubrevier an. Nach vierstündigem Gefecht wurde die Werft des Feindes und der größte Teil seines Viehes genommen. Vierzehn H^entontten sind gefallen, 70 gefangen, zahlreiches Vieh sowie Gewehre erbeutet worden. Mit der weiteren Säuberung Nordbethaniens wurde die Abteilung Zwehl, die sich cnn 6. April mit der zweiten Ersatzkompanie am Hudup, südöstlich vom Auob, vereinigt hat, beauftragt. Ausland. Brüssel, 14. April. Die Abgeordnetenkammer nahm Has deutsch-belgische Handelsabkommen mit 82 Stimmen bei 47 Stimmenthaltungen a n. Paris, 14. April. Aus Algier wird gemeldet: König Eduard wird morgen hier erwartet. Der englische Generalkonsul hat gestern eine Depesche erhalten, die den Besuch ankündigt. Die königliche Pacht „Viktoria and Albert" wird von zwei Kreuzern begleitet sein. Der König wird 24 Stunden hier bleiben. Die englische Kolonie und die französischen Behörden bereiten einen großartigen Empfang vor. Paris, 14. April. Der die Verschwörungs- «ngelegenheit bearbeitende Untersuchungsrichter verhörte heute eine Anzahl neuer Zeugen, insbesondere einen Hauptmann bei der kolonialen Infanterie in Toulon namens Naroix, dem Tamburini vor zwei Monaten für seine Beteiligung an dem Komplott gegen die Regierung 150 000 Francs bot. Bei den Verhören stellte es sich heraus, wie es heißt, daß Tamburini einigen Ossizieren, die er für seine Pläne zu gewinnen suchte, als Deckadreffe den schwedischen Industriellen Wilhelm Meinkart angab, deffen Pariser Vertreter der kürzlich verhaftete Skandinavier Hansen war. Cannes, 14. April. Die Herzogin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin, die Braut des Kronprinzen, ist heute mittag nach Deutschland abgereist. Sofia, 14. April. Die griechische Bluttat in Zagoricani verursacht hier wachsende Erregung. Das Dorf, ehemals ein Stützpunkt des Bulgarentums im Kastoria- Bezirk, wurde am 2. August 1903 von türkischen Truppen durch Feuer vernichtet. 139 Einwohner wurden getötet und 14 Mädchen weggeschleppt. Seitdem lebten die Einwohner in Baracken, da von 600 abgebrannten Häusern nur etwa 20 wieder aufgebaut worden sind. Durch Eilboten hierher- gebrachte verläßliche Nachrichten melden, daß beim Gemetzel am 7. April 80 Männer ermordet wurden, größtenteils Greise, ferner 17 Frauen, zwei junge Mädchen und 39 Kinder. Konstantiuopel, 14. April. Dor vorgestrige Kampf bet Prizren dauerte bis zur Dunkelheit. Die Ljumesen .wurden schließlich zurückgeworfen. Die Truppen verloren ;oier Mann, die Verluste der Ljumesen sind unbekannt. Aus Stadt und Land. Gießen, 15. Avril 1905. ** I. K. H. die Groß Herzogin hat sich, so schreibt man uns aus Darmstadt, in der kurzen Zeit ihrer Ansässigkeit in der Residenz bereits mit außerordentlicher Wärme und Hingebung an den vielartigen Wohltätigkeitsbestrebungen in der Stadt beteiligt. Auf ihre Anregung wird auch die frühere schöne Sitte des Ostereiersuchens für arme Kinder wieder zur Geltung kommen. In Gegenwart der hohen Frau soll am nächsten Montag den 132 Kindern der Kleinkinderbewahran statt in der Mauerstraße eine solche Ollerfreude bereitet werden, wobei nach dem Gesang von Osterliedern, Ansprache 2C. unter sämtlichen Kindern entsprechende Geschenke zur Verteilung kommen werden. •• Personalien. Ernannt wurden der Gerichts- fchreibergehilfe bei dem Amtsgericht Herbstein, Wagner, zum Aktuariatsaffistenten bei dem Amtsgericht Reinheim, der Gerichtsschreibergehilfe bei dem Amtsgericht Wörrstadt, Heckmann, zum Aktuariatsaffistenten bei dem Amtsgericht Worms, der Aktuariatsassistent bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Oberhessen, Döring, zum Aktuariatsaffistenten bei dem Amtsgericht Butzbach, der Aktuariatsaffistent bei dem Amtsgericht Groß-Umstadt, Scharmann, zum Aktuariatsaffistenten bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Oberhessen und der Aktuariatsassistent bei dem Amtsgericht Gießen, Weisel, zum Aktuariatsaffistenten bei dem Amtsgericht Groß-Umstadt. -— Ernannt wurde am 12. April ds. Is. der Hobaiit und Sergeant im Infanterie-Regiment Nr. 118 in Worms, Schwalbe, zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Herbstein. ** 5)ie Ofterferien an den hiesigen Schulen haben heute begonnen. Sie erstrecken sich bis zum 30. April. Der Unterricht im neuen Schuljahre beginnt aber in den höheren Schulen erst wieder am Dienstag dem 2. Mai, morgens 8 Uhr, an den Volksschulen am 1. Mai. •• Hess-isch-Thüringische Staatslotterie. Bei per heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe siel ein Gewinn X)on 30 000 Mk. auf Nr. 34298, Gewinne von je 10 000Mk. auf Nr. 74918 89646, Gewinne von 5000 M, auf Nr. 29854 73781. (Ohne Gewähr.) ** Diebstahl eines Ueberziehers. Ein Bewohner der Nordanlaqe hatte am vorigen Mittwoch einen fremden Gartenarbeiter beschäftigt. Mit dem Gartenarbeiter verschwand abends auch der sehr wertvolle Ueberzieher deS Halisbesitzers, den er im offenen Fenster des unteren Stockes niedergelegt hatte. Der Ueberzieher wurde noch im Besitz deS Arbeiters, der gestern verhaftet wurde, gesiinden; der Täter hatte ihn ober bereits durch Entfernung der Firmen- allfschrift unkenntlich zu machen verflicht und behauptete, der Ueberzieher sei fein Eigentum, bis die Polizei ihn eines andern belehrte. g. Großen-Lind en, 14. April. Eine recht rege Bautätigkeit herrscht in diesem Jahre wieder hier. Mehrere Hofraiten sind fast unter Dach gebracht und weitere in Angriff genommen. Während sich die Preise für Ballgelände in den vergangenen Jahren noch zwischen 1 Alk. und 1.25 Mk. pro Quadratmeter bewegten, sind sie jetzt cinf 2 Mk. in die Höhe gegangen. Von der Gemeinde wurden dieser Tage drei Bauplätze öffentlich versteigert, jedoch wurde hier für den Quadratmeter nur durchschnittlich 1.40 Mk. erzielt. Tie Genehmigung für diesen Preis dürste ober nicht erteilt werden. Alsfeld, 14. April. Der 1. Punkt der Tagesordnung der gestrigen Stadtvorstandssitzung betraf eine voll der Stadt aliizlinehmende Anleihe von 200000 Mk., die besonders durch den S ch l a ch t h a u s n e u b a it notwendia geworden ist. Für die Begebling der Anleihe sollen möglichst günstige Bedlnglingen angestrebt werden, und der Stadtvorstand wird sich zu dieseln Werk mit Banksirmen in Verbindung setzen. In Anbetracht des billigen Geldstandes wird den betr. Firmen die Bedingung gestellt, daß sie die Anleihe zum Kurs von 98,50 realisieren. Die Finanzkommiffion wirb zur Vornahme der nötigen Schritte ermächtigt. (Alsf. O. Ztg.) ^Marburg, 14. April. Bis in die späten Nachtstunden hinein beschäftigte sich gestern abend auf Freidhoss Terrasse eine außerordentlich stark besuchte Bürgerversammlung mit der für Marburg geplanten Einführung einer sog. Wertzuwachs st euer. Der Vorsitzende des Bundes deutscher Bodenreformer, Adolf Danlaschke aus Berlin, sprach in längeren Ausführlmgen über die Zwecke lind Ziele dieses Blindes und verband damit eingehende Erläuterungen über die Wertzuwachssteuer, die zlierst in Frankfurt a. M. zur Einführung gelangt sei. Im Laufe der Diskussion sprachen in zustimmendem Sinne u. a. auch die Professoren Trölisch und Sieveking. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Kommission vom lanbwirtschaftlichen Provinzialverein von Oberhessen siir Abhaltling eines Provinzial- Biehmarktes weilte am 13 d. Alts, in Butzbach, um die dort zl»r Verfügmlg gestellte Halle in Augenschein zu nehmen. — Rechts- anwalt Dr. Gries er in Mainz feierte am 14. d. Mts. sein 50jähriges Berufsjlibiläilm. Landgerichtsdirektor Dr. Bockenheimer hielt in der Sitzung der Zivilkaulmer des Laildgerichts in Gegenwart fast sämtlicher Nechtsailwälte eine Ansprache an den Jubilar, dem vom Großherzog der Titel Justizrat verlieben wurde._______ vermischtes« * Die Frau Professor. Frau: „Du mußt mir einen neuen Hut kamen . . . den alten trage ich bereits ein halbes Jahr!" — Professor: „Und ich entsinne mich doch ganz genau, daß ich ihn Dir erst im vergangenen Monat kaufte." — Frau: „Da hört sich aber alles auf . . . Du sag' mir nochmal, daß Du zerstreut bistl" * Zwei Menschenleben für — einen Hund. Ein schwerer Unfall ereignete sich, rote aus Wien gemeldet wird, auf der dortigen Donauuferbahn. Als kurz nach 9 Uhr abends ein Personenzug in die Station Handelskai einlief, sprang plötzlich ein Wachthund der Nordbahn auf das Schienengeleis. Um das Leben deS Hundes zu retten, eilten sofort die Bahnwächter Franz Fittum und Johann Faita herbei. In demselben Augenblicke, wo die Wächter das gefährdete Tier durch Zurufe zu verscheuchen suchten, wurden beide von der Maschine des von Heiligenstadt kommenden Stadtbahnzuges erfaßt und überfahren. Frittum konnte nur noch als schrecklich verstümmelte Leiche unter den Nädern hervorgezogen werden; sein Kollege Faita wurde lebensgefährlich verletzt sofort nach betn Allgemeinen Krankenhause in Wien gebracht, wo er bald darauf verstarb. Die Unglücklichen waren verheiratet und Familienväter. * Kleine Tageschronik. InSkalatz (GalizierU stürzte infolge schlechter Bauart das Hans der Kredit-Gesellschaft ein. Der Direktor der Bank, dessen Frau und zwei Kinder wurden noch lebend aus den Trümmern hervorgezogen. — In ihrer Villa in Großlichterfelde bei Berlin ist Frau Mary v o n H o p f e n , die Wittwe des am 19. November v. I. verstorbenen Schrift- slellers Dr. Hans von Hopfen, in der verstossenen Nacht im Alter von 47 Jahren gestorben. Kandel nnd ^erkelr. AoIÜswirischaft. Berliner Börse vom 14. April 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 1% Prozent. Anfangs- Oest. Kredit .... 208.25 Deutsche Bank . . . 241.25 Darmstädter Bank . 143.60 Bochumer Guß . . . 252.90 Harpener Bergbau . 214.10 Tendenz: Ziemlich fest. u. Schlußkurse. 209.12 241.50 143.75 252.00 215.00 3V2 Proz. neue Neichsanleihe. Die Zuteilungsbriefe an die einzelnen Konsorten sind am Freitag zur Versendung gelangt. Nach denselben wurden auf die freien Zeichnungen von zusammen 3955 Mill. Mk. etwa 2 Proz. zugewiesen. Auf die 400 Mill. Mk. Zeichnungen mit Sperrverpflichtung 19 Proz. und nur auf die 145 Mill. Mk. Zeichnungen mit Sperre und Schuldbucheintragung volle 100 Proz. Den einzelnen Konsorten bleibt es überlassen, wie sie die ihnen zugefallenen Summen an ihre Kundschaft verteilen wollen. Grenzen seien hierbei nur insofern gezogen, als nach dem kürzlich im engeren Ausschuß des Konsortiums gefaßten Beschluß die Zeichnungen mit -sperre und Eintragung voll, und die Zeichnungen mit Sverrverpflichtung allein mit mindestens 8 Proz. zu berücksichtigen sind. Rückgang d e r I n d u st r i e - A k t i e u. Wie ichon mehrere Male in der letzten Zeit so zeigten siÄ wieder zu Anfang dieser Woche KurSabschwächungen bei einer Reihe von Jndustrieaktien. Der Kassamarkt für Indunriepapiere hängt wesentlich von der Gestaltung her Lage des Geldmarktes ab. Mit dem Bekanntwerden einer Reihe von Neu-Emissionen wurden Befürchtungen laut, daß eine Geldversteifung ein treten werde und gleichzeitig damit gingen besonders in die Höhe getriebene Jndustriepapiere zurück. DaL ist eine sehr notwendige Korrektur des Kurs- Niveaus, wie sie sich von Zeit zu Zeit noch stets geltend machte. Einen Rückgang im allgemeinen wiä> man jedoch erst dann sehen, wenn eine schärfere Geldversteifung eintreten sollte, oder wenn dem Terminhandel wieder freierer Spielraum gewährt wird. Da nun letzteres nicht zu erwarten steht, wenigstens für noch recht lange Zeit nicht, so wird das Sviel in Kassawerten sich mehr oder minder fortsetzen trotz aller Warnungen. Wir erinnern nur daran, daß z. B. am Donnerstag wieder eine Reibe Industrie- Aktien ziemlich unbegründet in die Höhe gingen: wie die Aktien des Meggener Walzwerke?, die aus einmal I2V2 Proz. stiegen. Ferner gingen in Franksirrt gestern Kunstseide um 6V2 Prozent in die Höbe - auch Zellstoff Waldhof haben eine namhafte Steiger* ung erfahren. Rheinisch-westfälische Kohlenindustrie. Meldungen aus dem Ruhrkohlenrevier zufolge ist seit Eintritt der wärmeren Jahreszeit ein w c s e n t l i ch e r R ü ck a a n g i m K 0 h l e n- absatz eingetreten. Damit haben sich nicht nur die Feierschichten vermehrt, sondern es fmb auch vielfach Artz e i t e r k ü n d i g u n g e n vorgenommen worden. Namentlich wurden hiervon italienische und polnische Arbeiter betroffen. Befürchtet wurde auch, daß das Schicksal der Berggesetznovelle im preuß. Landtag eine neue Artzeiterbeweguua Hervorrufen würde: es wird sich dies jedoch kaum durchfützron lassen. Immerhin sind für die nächste Woche zahlreiche Versammlungen vorbereitet. in denen eine gemeinsame Petition an den Reichskanzler beschlosst werden soll. Märkte. Gießen, 15. April. Marktbericht. Auf heutigem Woctzenmarkr kosteten: Butter vr. Pfd. 1.10—1.20 Ack., Hühnereier 1 St. 5—6 Bfg. 2 Stck. 00—00 Psg., Gäiüeeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse nv. Stck. 6—8 Pf., Käfematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbfen vr. Liter 21 Pfg., Limen vr. Liter32 Pfg., Tauben vr.PaarO,80- 0,90Pik., Hühner pr.St« 1,00—1,60 Nik., Hähne vr. Stück 0,80—1,80 Pik.. Enten vr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gä'nfe vr. Pfd. 55—65 Pfg., Ochsenrleifch vr. Pfund 70—80 Pfg., Kuch und Rindfleisch pr. Pmnd 62—68 Pfg., Schmeine- fleifch pr. Pfund 60—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Psilnd 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,50—0,00 Pik., Zwiebeln pr. Ztr 8,00—10,00 Pik., Milch per Liter 18 Pfg., Aevfel per Zentner 0 bis 0 Pik., in Körben 00-00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg.' Zwetsclien per Zelitner 0.00-0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 Pik. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 8—2 Uhr. fc. Frankfurt a. M., 14. April. Heu- u n d Strohmarkt. Herl kostete heute Pik. 3.20—3.40, Stroh Mk. 2.40 bis Pik. 0.00. 9llles ver 50 Kilo. Tendenz: Heil fest. Wochenbericht der Knxenabteilung detz Bankhauses H. S. Oppenheimer jr., Hannover. Hannover, 13. April. Auf dem Kalikuxeumarkte ist seit einigen Tagen gegen die' Rückschläge der letzten Wochen eine entschiedene Besserung ein- actreten. Die Kurse, namentlich der schweren Werte weisen Steigerungen bis zu 1500 Mark auf. So konnten Bürbach vorübergehend bis 13 500 Mk., Wintershall bis 14 600 Mk., Dil- helmshall bis 14 900 Mk. avancieren. Von mittleren Werten interessierten vornehmlich 'Desdemona, die in großen Poften bis 7000 Mk. bezahlt wurden, sodann aber später abschwächten und bei 6700 Mk. nunmehr erhältlich bleiben. Lebhafte Umsätze wurden ferner in Mexandershall auf Basis von 8800 Mk., Heldrungen von 4750 Mk., Hoheuzollem von 9500 Mk., Carlsfund_vcm 9Ö50 Mark getätigt. Don leichten Papieren wurden Hansa Silberberg! und Deutschland bei 2400 Mk. bezw. 1600 Mk. bevorzugt. Sonst sind in dieser Kategorie von Werten nur wenig Deränderunge»» zu verzeichnen. . Der Kohlenkuxenmarkt liegt ruhig: gefragt werden nur einzelne Mittelwerte, Gottessegen 4600 Mk. Geld, Trappe 3500 Mark Geld und Augusta Victoria 9200 Mark Geld. Sonstiges! unverändert. Kunst nnd Wissenschaft. — Der Kaiser und die moderne Kun,st. Wie eine Bert. „Korr." aus guter Quelle erfahrt, wird der Kaiser, entgegen seiner früheren Absicht, gelegentlich der Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals in Charlotten bürg das neue Charlottenburger Rathaus nicht besuchen. Der Grund für die Aenderung der Absicht ist angeblich in der Abneigung des Kaisers gegen die moderne Richtung in Architektur, Malerei und Skulptur zu suchen. Erst kürzlich soll er wieder ein sehr absprechendes Urteil über die moderne Kunst gefallt haben. Da in der Architektur des Charlottenburger Rathatlses der moderne Stil vorherrscht, soll der Kaiser sich entschieden haben, den Besuch im Rallmuse abzusagen. Hanau, 13. April. In dem feit acht Tagen vor dem hiesigen S ch w u r g e r i ch t zur Verhandlirng stehenden Meineids« v r 0 z e ß wurde heute das Urteil gesprochen. Es waren fünf Männer und drei Frauen atzzuurterlen, die sämtlich aus der Gegeitd von Fulda und Gersfeld und aus der Stadt Ftilda stammten. Einer der Männer wurde sreigesprocheit, die andern 31 l 8 Jahren, 7 Jahreit, 6 Jahren und 31/, Jahren Zuchthaus und eittsprechendem Ehrverlust, zwei Frauen zu je einem Jahre drei Monaten Zuchthaus und eine dritte zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Hauptartführer in dem Meineids- koinplott war nach der „F. Z." der Laitdwirt Johannes Rehm aus Meiersbach im Kreise Gersfeld. Er war seinerzeit von einem Förster bei unberechtigtem Jgqen gesehen worden und hatte bei der darauffolgenden Schöffengerichtsverhaudlung burcb einen Teil der jetzt vor bem Schwurgericht abgeurteilten Angeklagten fein Alibi beschwören lassen, fobaß er freigefproctzen werben mußte. Vov verschiebenen Berufuitgsinstanzen wieberholten sich die Dteineibe/ bis zuletzt bie von ihm gewonnenen weiblichen Zeugen ein Ge-' stänbins von bem wahren Talbestanb ablegten. Ein Taschendieb, der in Fr an e n kleidun g arbeitete, hatte sich am Dienstag vor der fünften Strafkammer des Berliner Landgerichts I zu verantworten. In der Nacht zum 20. November 1903 kam der Arbeiter W. von einer Feier nach Haus. In der Kleinen Hamburger Straße wurde er von einer weiblichen Person angesprochen. Der etwas angetrunkene W. ließ es sich in seiner Bierlaune gefallen, daß die ,.holde Schöne" vertrmrlich ihren Arm durch beit seinen schob und ihn mit sich zog. In angeregtester Unterhaltung ging das Pärchen durch die Straßen. Plötzlich siihlte W., daß eine fremde Hand in seiner hinteren Tasche herumkramte und das Portemonnaie herauszog. Er faßte zu und umfaßte die Hand seiner „Begleiterin". Es kam zu einem Wortwechsel, der bald in Tätlichkeiten auSartete W. bemerkte ^hierbei zu seinem nicht geringen Erstaunen erst, das; seine angebliche Begleiterin ein in Frauenlleidung steckender Maun, der Artist Jacob LaskowSky war. Aus der Polizeiwache förderte eine Visitation die Geldbörse des Arbeiters wieder an das Tageslicht. Vom Schöffengericht wurde der Angellagte wegen Diebstahls und groben Unfugs zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte bald nach seiner schöffengerichtlichen Verurteilung ein sonderbares Wesen gezeigt. Er wurde deshalb behördlicherseits in der Irrenanstalt Herzberge interniert. Der Berusimasgerichtk'hof erkannte auf Aufhebung des ersten Urteils und Freisprechung. Wien, 14. April. Vor bem Schwurgerichte sand heute bic!, Verhandlung einer Ehrenbeleidigungsllage des Bergrates Max Ritter v. Gutmann gegen bie Herausgeber der „Zeit", Dr. Kanner und Prof. Singer statt, wegen eines Artikels, worin behauptet war, daß Gutmann 500 000 Kronen bezahlt habe, um die Berufung ins Herrenhaus durch den früheren Ministerpräsidenten v. Körber zu erhalten. Der frühere Ministerpräsident v. Körber wurde als Zeuge vernommen. Er erllärt, daß die Berufung des Bergrates von Gutmann ins Herrenhaus nie beabsichtigt tocvc und daß mit ihm keine Verhandlungen gepflogen worden feien. Eine Anregung, den Onkel des Bergrates Gutmann, ben Großinbustrielleu David v. Gutmann, in bas ^Herrenhaus zu berufen, habe er, Körber, abgefeimt. Der Minister erklärt bie Mitteilungen der „Zeit" für Erdichtungen, die nur zur Förderung des eigenen Geschäftes dienen sollten. Verschiedene Fragen des Vertreters KannerS an Herrn v. Körber über 'Pauschalien an Wiener Blätter und andere Fakten, die nichts zur Verhandlung stehen, weift der Gerichtsh ' , zurück. Herr v. Körber sagt, her Kaiser habe ihn nur für den Fas 2118 2111 Giessen, den 15. April 1905. Giessen, den 15. April 1905 Danksagung. Für die Beweise freundlicher Teilnahme bei dem Tode unseres Vaters und Grossvaters Herrn «R. Vanpel sagt herzlichen Dank Familie Heinrich Sack 1 Wwe. Danksagung. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen herben Verluste unsers braven Sohnes, guten Bruders, Schwagers und Onkels spricht im Namen der trauernden Familie auf diesem W ege den aufrichtigsten Dank aus Jobs. Balser, Stadtgärtner. KHAW K W Hi. Ix |’ I 1 K I K -? KM '4-. M 'W U W' EM Mi infl. Wie eint bet Soifer, ent# frtfjMunij des neue 61)ar» Der Grund Abneiguny unq, Mv ,6) n twbet e gtiättt ct Rathauses der Reden haben, dev Bankhauses :r. 13. April. U. gegen die Scherung cin- Mlle weisen ■tt ^nrhach vor- G00 A, V-l- eren Dnten in» tim Posten bis Wwiichten nnd te Umsätze wur- ftf., öeldrungen Issimd von 9Ö50 »ansa Silbcrberg 'evorzngt. Sonst Verändnungo' werden nur ein* . Drapve 3500 5e!d. Sonstiges 45 6v, 6 ’heqen. W1 in '■'‘tiger- ^«obelle Iw •hs5 •' Situier w3t N nt. Ami) ■W- Echiveine. Lvr- w in. ", Z» wurde . „cm a -Zergtatc .MelleS^ek' ' habe [yfidftt i*Ä 02455 Heuehelheim, den 15. April 1905. Herrn Beruh. Stein sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für d'e vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dein Hinscheiden unseres unvergesslichen Gatten und Vaters Türk en lose 3°/ 4% 40/ Itaben Rente , Portugieser I Portugiesen. IH TJnif. Türken . 101.60 . 91.— . 101.60 . 90.95 . 100.55 . 99.00 . 10215 101.20 . 100.15 . 105.70 . 67.70 . 67.70 . 88.95 . 138.20 . 51.70 45.70 ga/o Mexikaner 4,/g% Chinesen Electric. Scluckort Nordd. Lloyd . , Kreditaktien . . Diskonto-Kommandil Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsgeß Oesterr. Staatsbahn Lombarden , . Gotthardbahn « . Lanrahütte . • Bochum . . . Ilarpener . . . Staatschatzscheine 8Ve% 8Y'i 3V,o/c •<°/n . 35.80 . 96.50 . 139.60 . 123.30 . 208 60 . 189.90 . 143.50 . 157 00 . 169 50 . 141.60 . 16.50 ' 277*25 . 252.75 . 214 00 . 100.8V iWffgW’Sn Königlich Preussische Staats-Medaille ■HHBHD in unvergleichlich reicher Luewahl. Immer die neuesten und schönsten. - Solide und sehr billig, 4 4 AuSstellungS-Medaillen, 6 Hoslieferanten-Diplome. Deutschlands grösstes Spezial-Seidengeschäft Meeh. Seidenstoff-Weberei Michels & Berlin SW. 19 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen-Strasse. jnjprProben portofrei gwniMilMJKM Reichsanleihe do. Konsols do. Hessen Oberhessen Bekanntmachung. Betr.: Das fahren mit Fahrrädern und Automobilen innerhalb der Ortschaften. Unter Hinweis auf die nachstehend abgedruckten §§ 11, 19 Ms. 2 und 21 der Verordnung die Fahrräder und Automobile betr., vom 10. Oktober 1899, die gemäß § 22 dieser Verordnung auf Automobile sinngemäße Anordnung finden, bemerken wir, daß insbesondere auch seitens der Motorradfahrer innerhalb der Stadt Gießen vielfach mit einer das zulässige Maß weit überschreitenden Geschwindigkeit gefahren wird. Mit Rücksicht auf die hieraus folgende erhebliche ©e^ fährdunq der öffentlichen Sicherheit haben wir das Polizei- versonal mit der strengsten Ueberwachung der gesetzlichen Bestimmungen beauftragt und dasselbe angewiesen, jeden Uebertretungsfall unnachffchtlich zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 10. April 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag den 16. April 1905: Trüb und vielfach Regen, nach milderer Nacht icnn Tage etn^^^5e b‘urrf) Gießener Wetterkarte. 4"6% Oesterr. Riiberrente Ungar. Goldrente • 3h, 96 4% Oesterr. Ooldrente . Hricsinat-Dratjtmesdunqen. Dresden, 15.April. Die Rentnersfrau J ähnich en in Oberpoyritz bei Pillnitz schlug ihrem einjährigen Töchterchen den Kopf mit einem Beile ab, begoß sich hierauf mit Petroleum und steckte sich selbst in Brand. Die Mörderin wurde gerettet. Sie ilt wahnsinnig. Wohl au (Schl.), 15. April. Der Ofensetzer Schmidt Jebus wurde von seinerFrau und seinem Sohn durch Messerstiche und Stockschläge ermordet. Mutter und Sohn wurden verhaftet. London, 15. April. Die Times meldet aus Petersburg, man man erwarte dort jeden Augenblick Nachricht über den Beginn einer Seeschlacht und ist der Ansicht, daß die Schlacht, am der Höhe der Iniel Formosa stattfinden werde. Unterwegs durfte das russische Geschwader doch noch einen kurzen Amenthalt baden miolge der Einnahme von Kohlen und Proviant des Orel m Saigon, der dort auch Telegramme erhielt und abgab. Ander-r- scits glaubt man, Roschdjestmensry werde im Luden bleiben, um dort das Geschwader Begobassows abzuwarten Poesien scheint dies wegen der Kvhlenfrage kaum möglich. Sachkundige sehen bereits eine zweite Seeschlacht in der Meerenge von Korea Benita, 14. April. Ein von Turin kommender Zug entgleiste heute in der Nähe des Tunnels von Giovi. Es heißt, daß vier Personen getötet und 25 verletzt wurden. Mehrere andere erlitten Quetschungen. 4% Griech. MonopoL-Anl. 41/o/. äussere Argentiner Tendenz: behauptet. (xrosse Auswahl* solide Preise. Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. W Musikalien-Handlung und -Leihanstult M Spezialität i Billige AusgaDe». D53/1 Gutmann vom Amtsgeheimnis entbunden. Enr Prokurist des Dauses Gutmann, Wiedmann, und,der bafi David Ritter von Gutmann chr die ,,Zett 100 000 Kronen - beraegeben habe und daß die Herausgeber der wertere Bet- , tragsleislunqen von Gutmann auch spater unh auch noch am < Vorabend äs Erscheinens jenes Artikels verlangt haben - Dc^auf erklärt der Anwalt Gutmanns, daß er. nachdem durch dre Aus- । 1 h önthM-S die Unwahrheit der Angriffe und durch bn ffnfimbeamtm Gi.tmanns die wahren Motwe bJä Sriffe« narqctegt worden feien, dre Anklaee ^urückziehe. Es tzWt Sensation Die Angeklagten wurden hierauf frei- g e s v r o ch e n. ____________ 3d0IH(T «°s Lk« lienimnilnmilltrn der Sind! Girtzro. Aufgebote. mnr:r i tz-mrich Reinschmidt. Schutzmann in Bielefeld, Mit ; in Gros^Bufeck. 2. Peter Meidt, Schmied in Ettings- , mit OTaxie ^rel in Großeu-Linden. 3. Karl Eduard Kobler'rnanti Weißbindermeister dahier, mit Iohannette Magdalene Niftel in Offenbach 4. Maria Joseph Johann Anton Giesen. ® ridUnffefior m Koblenz, mit Margarelbe Diane Keller dalner. T Rör( Schnell Bäcker dahier, nut Anna Opper kuerselbst. 6<* August Lehrmund, Erdarbeiter dahier, mit Anna Marie Spill hierselbst. Eheschließnugeu. Avril 1 Christian Pitz, Taglöhner dahier, nut Lma Bögler, aeb bauffmann, hierselbst. 1. Julius Fourier, Eisendreher dahier, mit Mathilde Rnppel hierselbst. 1. Wilhelm Wüte, Gartner dahier, mit Katharine Lina Schmidt m Romrod. 5. Hemrick B.cke, Büraermeistereigehilfe dahier nut Katharine Seeger b'erse |t. 6. Ioaann August Maria Lusters, Kaufmann dahier, nut Julie Orth hierselbst. Geborene. Märr 26 Dem expedierenden Hilfsweichensteller Johann Georg Kühn ein Sohn ,Hans Heinrich Wilhelm. 26. Dem BahnarbeUer Georg Müller ein Sohn, Heinrich Konrad. 30. Dem Sortiermeister Johann Sturm ein Sohn, Leo Hermann. 30. Dem K ^Atraßen- meister Heinrich Herrmann eine Tochter, Elisabethe Karola. 30.^L em Schlosser Andreas Schröder eine Tochter, Elisabeth, und em Sohn, Willu. 30. Dem Taglöhner Heinrich Christian Panz ein ^ohii, Ludwig Philipp. 31. Dem Schreiner Anton -Lramwr em Sohn. 31. Dem Sergeanten Heinrich Stoffel eme Tochter, Einma. April. 1. Dem Schlosser Franz Otto ein Sohn, Karl k^rich Wilhelm. 3. Dem Handschuhmacher Reinhold Rehme eine -ochtei, Hedwig Karola. 4. Dem Gastwirt Gerhard Nellen eme Tochter, Elisabeth. Gestorbene. April. 1. Wilhelmine Flach, geb. Hoffmann 76 Jobre-alt, Rentnerin dahier. 2. Auguste Hosch, geb. Vix, 56 Jahre olt, Ebe- srau des Nlechanikers Wilhelm Hosch dahier. 3 KarolmeMalko-- mesius geb. Sock, 67 Jahre alt, Ehefrau des Metzgermeisters Karl Malkoinesius dahier. 3. Fanny Johanna Lmse Pfeiffer, Monate alt, Tochter des Taglöhners Ludwig Pfeiffer dahier. 2 Kristian Lamvus, 56 Jahre alt, Kellner dahier. 4. Kail 0"ink, 2 ^obre ölt, Sohn des Taglöbners Heinrich Wilhelm Frank dahier. 4. Pik m Burchardt, 57 Jahre alt, Sanger dahier.. 5. Karl Pu ), 4(j Jahre alt, Gutsbesitzer dahier. 6. Hemrich DZkndeioth, 1 Monat alt, Sohn des Schloffers Johann Wenderoth dahier F. Christine Ulm, geb. Schmidt, 50 Jahre ölt, befreit des Portiers a. D. Karl Ulm dahier. 6. Peter Petrettv, 65 Jahre alt, Schreiner dahier. 6. Wilhelm Berthold Atahler, 29 <.age alt, eohn des Schlossers Daniel Alähler dahier. § 11. Innerhalb der Ortschaften darf der Radfahrer, nur mit der Geschwindigkeit eines mäßig trabenden P.erdes fahren. Das Gleiche gilt anßerhulb der Ortschaften denn abwärts Fahren, wenn die Straße von dem Radfahrer ntchr auf eine angemessene Entfernung übersehen werden kann. In engen, abschüssigen oder verkehrsreichen. Straßen, cm, Straßenkreuzungen, Straßenkrümmungen, beim Ernbregen in eine andere Straße, beim Durchfahren von ^oren und dergleichen, bei der Ausfahrt aus Grundstücken, welche an einer öffentlichen Straße liegen, und bei der Ernsahrr rn solche, sowie nach Eintritt der Dunkelheit und bet starkem Nebel ist die Fahrgeschwindigkeit derart zu mäßigen,. datz, sofortiges Anhalten möglich ist. In den m diesem Absatz^ erwähnten Fällen hat der Radfahrer ferne Annäherung durch das Signal ^u erkennen zu geben. § 19. Abs. 2. Zuwiderhandlungen gegen dre ubrrgen Vorschriften dieser Verordnungen werden, sofern nicht nach anderen Strafbestimmungen höhere Strafen verwirkt smd, auf Grund des § 366 Ziffer 10 des Rerchs-Strafgesetzbuches mit Geldstrafe bis zu 60 Mr. oder mrt Haft brs zu 14 Tagen be?tr^21. Radfahrer, durch deren. Verhalten augenscheinlich eine Gefährdung von Personen zu befürchten ist, kann das Radfahren auf öffentlichen Strafen, Wegen und Plätzen von' den zuständigen Polfteibeamten auf der Stelle untersagt und im Ungehorsamsfalle das Fahrrad vorläufig beschlagnahmt werden. Auch kann denselben von dem Kreis- amte die Nummervlatte auf die Tuner oder für bestimmte Zeit entzogen werden.___________________________________ ß Ernst Challier (Rudolphs Nach!) 1 G1 essen. 11M-LMN für wsikwaaren aller m | T-rTni—i Versteigerung. Montag den 17. d. Mts., nachmittags 21/, Nhr, sollen da- hier, Walltorstraße 6 (Darmstadter HauS): 1) 1 Fahrrad, 2) 2 Pferde, 3) 20 Regenschirme, 4) 6 Stämme Eichenholz, in Bohlen geschnitten, 5) 1 Ballen Kaffee n. v. A., 6) HanS- und Küchengeräte aller Art, sowie v. A. 2124 gegen Barzahlung versteigert werden. DieBersteigernng des Fahrrades findet bestimmt statt. Osteßen, den 15. April 1905. Seidel, Gerick^wstueber. IiMiiM18.Amll.Z., nachmittags 2 ttbr, werden tu dem Hause Goethe- straßc 23 I versteigert: 1 eichen. Schreibtisch, 1 Schrank mit Rolltüre, 1 eichenes Regal, 1 Kontorsessel, 1 Regulator, 1 Piauius, 1 Sopha, 1 desgl. mit Spiegelaustatz, 1 Bertikow, 1 Waschtisch mit -Marmorplatte, 1 Trümean mit Spiegel, 1 Tstch, 6 Stühle, 1 Büffet, 1 Nähtisch, 1 Ecktisch mit Spiegel und 1 Schreibmaschine. 2116 Versteigerung bestimmt. Geißler. (^ericktsnolD'eher. 024-0] Hochfeinstes Blütenmehl, prima Kaiferauszug, empfiehlt Mehthandlg. Sier, Dammstr. 46. Taormina, 14. April. 2)er deutsche Kaiser traf mrt) Gefolge bei herrlichem Wetter gegen Mittag auf dem „SlerMer^ vor Tormina ein und ging an Land Unterwegs hatte ^der Kaiser einen Vortrag des Chefs des Müttarkabmetts, ^afeu Hülsen-Häfeier, gehört. Die Kaiserin, die Prinzen und das Gefolge erwarteten den Kaiser an der Landungsstelle in Gmrdrm, von wo die Herrschaften zu Wagen nach Taormina hmauffuhren. Aste Bevölkerung- begrüßte das Kaiservaar enthusiasttsch. Von den Ramven und den Balkons der Villen wurden Blumen m den Wagen geworfen. Von der Terrasse des Hotels T^meo genossen die Herrschaften eine entzückende Aussicht über die blühende Land- 'chaft mit dem Aetna im DlNtergrrmde sotme über das Meer und die kalabrischen Berge Nach dem Lunch im ^otet Ttrneo begab sich der größere Teck des Gefolges auf dem .'Slerpner' • nach Messina zurück, während der Kaiser mit dem Grafen Eulen^' bürg, deut Gesandten v. Schön, dem Milücwattach^ v. ThelmS und dem Leibarzt Dr. Jlberg in Taormina über Nacht zu bleiben O^P^etersburg, 15. April. Fräulein Trepow, welche sich, weil sie in revolutionär - polittscher Hinstcht kompromittiert war, unter einen Asembahnzug warf und hierbn evt Bein verlor, aber am Leben geblieben Pt, ist die Nichte^des Ge- neralaouverneurs und Tochter des Gehchen des ^aatssekretars, des Reichsrats Alerander Trepow: dw Fürstin T.enischeff, ihre ältere Schwester, die gleichfalls stark kompromittiert ist, bei«» suchte sich zu erschießen, doch Eg dersehl ascrfljingto n, 14. April. KrienZfekretar Saft n*tete ettf. persönliches Empfehlungsschreiben an den e g e r - ck r b etter Ellis, in tpclctjcm re Mi? offijietl seine Anerkennung dafür auslpricht, daß er seinerzeit dieStatue des Königs Friedrichs desGroßen vor der B esch ä digun g durchDvna- mit bewahrt habe, ohne dabei an die Folgen für sem persönliches Wohl zu denken, die darin beständen, daß sein Gehör auf einem Ohre gelitten. __ Telephonischer Kursberichte Frankiere a. N., 14. April, 2‘/4 Uhr mittaprs. ßisenkaKn-Ieitung. — Das hessische Ministerium gab dem Bürgermeister der Stadt Wetzlar als Vertreter der Stadtverwaltungen Wetzlar und Butzbach auf ein Jahr die Erlaubnis, Vermeffungen und Vorarbeiten für eine normalfpuriqe Nebenbahn von Wetzlar nach Butzbach, innerhalb des hessischen Staatsgebietes ausführen zu lasten. Eingesandt. sFÜr Form und Inhalt aller unter bvrr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion d^m Nifblikum gegenüber keinerlei Verantwortung.! w Gießen, 14. April. Die Rovnstraße befindet sich schon während. des ganzen Frühjahrs in einem Zustand, demgegenüber die vielumstrittene Mandschurei immer noch weasam genannt werden durste, ^cun hätte ja dies an und für sich nicht viel zu bedeuten, da wohl kaum ein Mensch auf die Idee kommen wird, die Straße zu benutzen, aber die Qu äl e re i en , denen die P f e r d e ausgesetzt sind, welche die mit Sand und Steinen beladenen Wagen durch diese Straße ziehen müssen, sind unerhört. Der Einsender dieser Zeilen hat es in b-en lebten Tagen zweimal beobachtet, tote em mit Bausand beladener Wagen auf der einen Seite bis an die Axen der Rädgr eingesunken war, und dte Fuhrknechte bet dem vergeblichen Bemühen, aus dem Morast heratiszukonimen, die Pferde fürchterlich schlugen. Nun mag ja keine ‘Diialeiet tm Sinne des Strafgesetzbuches vorliegen, da diese voraussetzt, daß das rohe Mißhandeln und boshafte Zufügen von SÄmerzen ohne vernünftigen Zweck, d. h. um seiner selbst ^willen borgenomnien wird, — eine Quälerei bleibt es objektiv immerhin, die ganz gut durch Verbesserung der Straße beseitigt werden könnte■■ ten denn die Bauunternehmer, die die Straße ausstluießlm) benutzen, nicht dazu angehalten toerben können, zweckmenliche Verbefserimgen vorzunehmen, etwa durch Legen von schwellen an den besonders durchweichten Stellen? Jedenfalls sollte 1 ich die Polizei der Sache annehmen. Ein Tierfreund. Alle Neuheiten in ierrenhüten Marktp’atz 9/10. Marktplatz 9/10. a’7< ■ Wein. 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April l. Js. wurden in -hiesiger Stadt senden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Peitsche und 1 Mester (Dolch); Verloren: 1 silberner chinesischer Ring, verstellbar, mit Wappen. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 15. Aprtl 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Bekanntmachung. Die unterm 11. März lf. Js. angeordnete Sperre der Diez st raße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 14. Aprtl 1905. Großherzoglichcs Polizeiamt Gießen. Herberg. Stenographie I Anfang Mai eröffnen wtr zwei Anfänger-Kurse Zm -i«tl KOI. Pmia KictzkNtt Aepsclivciii im Ausschank. 2122 Nußbaum fourniert und poliert, sowie tannen lackiert bei tadelloser Ausführung zu billigen Preisen. 1808 ?■ Henkel Stuhlfchreiuerei Sonnenstr. 14. Sonnenstr. 14. H« Tf ! und Bohnenstangen empfiehlt | Seltersweg 43, Ecke Goeihestraße. i Zlarl Gerth, Landmannstr. Ij. I inoleum aller Qualitäten u. 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