Wte3 Blatt. MM Dienstag 3. Januar 1905 155. Jahrgang Eeneral-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis; monatlich 75Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Alk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen r oie Tagesnummer - vormittags 10 Uhr. 3tilenprei§: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. verantwortlich für i 'n polit. und allgem. Teil: P. Wittko; für y Stabt und £anb* und „Gerichtssaal": August Goetz; für ben Anzeigenteil: Hans Beck. yrr. « Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blütter viennal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brüh l'scheu Univers.-Buch-u. Stein- dructerei. R. Lange. Redaktion, Eroedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gtetzeu. FernsprrchanscblußNr.vl. Die Keutiqe Kummer umtafif 8 weiten. > -----!LJL!L— "1 "■ ------ J’--— KcKannlmachung. Betr.: Rotlauffcuche. Die Notlausseuche in dem Gehöfte des Georg Heinrich Grieb VII. zu Holzheim ist erloschep und die Gehöftsperre aufgehoben. Gießen, ben 31. Dezember 1904. Großh. Kreisamt Gießen. 3. 93.: Dr. Kranzbühler. Kelianntmachung. Betr.: Rotlaufsetiche zu Utphe. Die Notlaufseuche in ben Gehöften bcß Fr. Filsinger II. tinb Heinrich Euler Wwe. ztl Utphe ist erloschen. Die Sperrmaßrraeln sind aufgehoben. Gießen, ben 31. Dezember 1904. Großh. Krersamt Gießen. I. 93.: Dr. Kranzbühler. Gießen, ben 2. Januar 1905. Betr.: Die Ausnahme von taubstuntwen Kindern in bie Taubstummenanstalten bes Laubes. Tas (5rohhcr;oüliche Krcisamt Gleßcr an die Schulvorstände des Kreises. Soweit Sie unserer Auflage vom 6. Dez. v. Js., Kreisblatt Nr. 173, noch nicht entsprochen haben, werben Sie an beten Erledigung erinnert. I. 93.: Dr. Wagner. Btkluuilmnchung. Der Berlinischen Feuer-Versicherunas-Ansialt in Berlin ist bie Erlaubnis zur Ausnahme des Betriebes der Vcrsiche- nmg gegen EinbruchSbiebstahl erteilt worden. Gießen, den 31. Dezember 1904. ©r-'f f-y?or ' r i ^'cßen. I. V.: Dr Kranzbühle r. Bekanntmackung. Die untenn 10. Dezember 1904 angeordnete Sperre bei Sübanlage, zwischen Bismarck- unb Goethestraße, wirb hiermit aufgehoben. Gießen, ben 2. Januar 1905. GroßherzogO • tarnt Gießen. Herberg. Ver Krieg. . Der Fall von Port Arthur. Tas blutige Ringen um Bort Arthur hat nunmehr sein Ende erreicht: der erste Tag des neuen Jahres brachte ben Japanern den Siegespreis, um den sie mit bewundernswerter Tapferkeit und Todrsverachttmg seit vielen Monaten gegen einen an Heldenmut und Zähigkeit gleich gearteten Femd gestritten. Tie Eroberung des 203 Meterhügels, welcher die gesamten Festungswerke von Port Arthur überhöht, und von dem aus somit die Stadt und die For's um her von den Japanern unter direktes Feuer genommen werden konnten, war der Anfang von dem Ende: Schlag auf Schlag fiel ein Fort der Hauptbeststigungslin> nach dem anderen; erst Kikwanseban, dann Erlungschan; weiter, am Shlvester- tage, wie die heute vorliegenden Telegramme melden, Sung- schunschan, und schließlich am Neujahrstage Wangtai. Im Laufe des gestrigen Tages liefen außer der von uns mitgeteilten Nachricht v>on dem Briefe Stössels an General Nogi, die Ueberaabcbedingunaen betreffend, noch die sicheren Meldungen über die Entscheidung bei uns ein. Tie Vorschläge Stössels scheinen von den Japanern außerordentlich schnell aufgenommen worden zu sein. Welcher Art die Bedingungen der Ueber- gabe sind, läßt sich noch nicht ersehen, allein die Javaner haben bereits den Beweis einer vornehmen Kriegssührung auch bei dieser wichtigen Entscheidung dadurch erbracht, daß der Mikado befohlen hat, der tapferen russischen Besatzung von Port Arthur alle Ehren widerfahren zu lassen. Ter Bries von General Stössel, worin er den Vorschlag über die Uebergabe van Port Arthur machte ift am 1. h. M. abends 9 Uhr bei dem Oberknmmandier-nden der Belagerungsarmee eingegangen und die Feindseligkeiten wurden tags darauf eingestellt. Folgende Miel- d un gen über die rasche Beendigung der Kapitulanont Port Arthurs sind zu verzeichnen: Tokio, 2. Jan. (Wenter.) General Stössel ersuchte General Nogi, Bevollmächtigte zu ernennen, um die KapilulationSbedingunqen zu besprechen. General No«i ant- wortere, er habe den Generalmajor Jj i chi und andere Offiziere ernannt, mit General Stössels Bevollmächtigten zusammeuzu- treffm. unter der Bedingung, daß die beiderseitigen Bevollmächtigten ermächtigt wären, den Abschluß der Kapitulation zu unterzeichnen, der sofort in Wirksamkeit treten solle, ohne daß die Natifiz'ernngen abzewartet würden. Tie russischen und die japanischen Befehlshaber beraten heute nachm ttog die Uebrrgabebedingnngeu. Tok o, 2. Jan. fJtcuter.) Die Konferenz über die Kapitulation Port Arthur« schloß um 4'/, Uhr nach- mittag« mit dem Ergebnis, daß ein Abkommen über bie Unterzeichnung de8 formellen Kapitulation«, aktes erzielt ift. 68 verlautet, daß die von ben Japanern vorgeschlagenen Bedingungen angenommen feien. Tokio, 2. Jan. (Am 11i ch.) General Stössels Vorschläge zur Eröffnung von Nebergabe-Äerhandlungen sind an genommen worden. Tokio, 3. Jan. Tie Bevollmächtigten unterzeichneten das Abkommen wegen der Uebergabe Port Arthurs gestern abend um 9S 4 Uhr. In seinem Briese an General Nogi erklart General Stössel, baß jeher Widerslanb jetzt unnütz sei. Der Mikabo sprach in einem Telegramm an Nogi seine hohe Anerkennung für General Stössel aus und wies Nogi an, ber Besatzung Port Arthurs alle Ehren zu erweisen. So flehen benn bie Japaner an bem Ziele, bem sie seit nunmehr sieben Monaten unter Einsetzung ungeheuerer Opfer an Menschenleben zugestrebt haben : nachdem sie bereits einmal — vor zehn Jahren war es, im Kriege gegen China — siegreich in die gewaltige Seefestung eingezogen sind, steigt nunmehr zum zweiten Male das Sonnenbanner über ben Wallen von Port Arthur empor. Mil beispiellosem Helbenmut haben bie Japaner gefochten, in Strömen ist ihr Blut vor ben granitenen Wallen ber Festung gestoßen, unb ncMh zehntausenden zählen die Tapferen, die dort unter dem Feuer ber russischen Geschütze und unter den Flammenströmen, bie sich aus ben russischen Minen ergossen, ihr Leben lasten mußten. Einer der schwersten und blutigsten Festungskampfe, welche bie Kriegsgeschichte kennt, ift zu Enbe. Aber groß ist auch ber Lohn, ber ben Japanern als Siegespreis zufallt. Der japanische Nevanchegedanke, ber durch ben erzwungenen Verzicht auf Pott Arthur im Jahre 1895 aufs tiefste gekrankte Nationalstolz, ist be» iriebigt und außerdem hat bie mit grenzenloser Energie und wnaiischer Opserireudigkeit und Begeisterung burchgefühtte Eroberung von Pott Atthur ben Mut ber japanischen Truppen unb das nationale Selbstbewußtsein aus ber einen Seite und den Kredit unb bas Ansehen Japans im Auslände auf der ^"b^ren Seite noch erheblich vesgr^ßett. Wenn man nun meint, Rußlands Prestige werbe einen unheilbaren Stoß durch ben Fall von Port Arthiir erleiben, so stimmt bas boch nicht ganz. Die lange Dauer der Belagerung, bie ben furchtbarsten ZerstörungSmilteln und verzweifeltsten Stürmen überlegener Massen trotzende Verteidigung, bie gewaltigen Verluste auf japanischer Seite haben das Prestige Rußlands in vollstem Blaße aufrecht erhalten. Der Hauptvorteil, ben bie Einnahme von Pott Arthur ben Japanern dringt, besteht barin, baß ihnen nunmehr die Seegewalt in Öftafien in bie Hände gegeben ift. Ohne Pott Arthur wäre bieses unmöglich gewesen, denn bie Flotte derjenigen Macht, bie bie Herrschaft zur See im äußersten Osten führen will, muß als Stützpunkt über einen eisfreien Hafen verfügen, ber technisch so eingerichtet ist, baß er ber Flotte bauernden Schutz unb stets Gelegenheit zur Jnstanbhaltiing unb Ausbesserung bieten kann. Es ist gar nicht abziisehen, wie bas russische baltische Geschwader in ber Lage sein will, Japan bie Seeherrschaft zu entreißen. Ohne Pott Arthur ift biefer Flotte ziemlich die Möglichkeit genommen, eine ernste Nolle nach mehrmonatiger aufreibender unb bie Schiffe nebst Maschinen abniitzender Fahrt zu spielen. Unb wie nach ber Vernichtung des Nestes ber Pott Arthur-Flotte bie japanischen Heeresstreitkräfte für ben neuen Kampf mit bem heranziehenben baltischen Geschwader frei» geworden sind, so wird nunmehr nach dem Fall von Port Arthur auch bie Armee Nogis, eine Streitmacht von etwa 70 000 Mann, für ben Kamps gegen Kuro- patfin frei roerben. < Groß ist bann natürlich auch ber Jubel in Tokio. Die Bevölkerung ber Stabt ist außer sich vor Freude über General Nogis Berichte. Tie Volksmenge wogt, Beifull rufend, durch bie Straßen unb veranstaltet Umzuge unter Führung von Musikbanden. Wie die Kämpfe um Port Arthur geführt wurden, darüber gibt per „Dailty' Mail"-Korrespondcnt B. W. Norre- qaarb folgenden vom 30. Oktober datierten anschaulichen Bericht: „Unter den vielen Vorrichtungen, die da^u beigetragen haben, Port Arthur zu dem zu machen, was es ist, sind die D r a h t v e r zäu n u n g en die allerwichtigsten. Tic* einfachen und doppelten Reihen von Verzäunungen waren die stärksten passiven Verteidigungsmittel der Forts, und die Japaner hatten viele Mittel versucht, um sich Wege hindurch zu schneiden. Llüsangs glaubten sie, dies würde ihnen einfach mit Hilfe von Sch-eren gelingen, und sie hatten zu diesem Zweck 5 0 00 0 Scheren mitgebracht, aber der Draht war zu stark. Tie Soldaten pflegten meist nach Einttitt der Dunkelheit heranzukricchen und dann, auf dem Rücken lieaend, zu versuchen, die Drähte mit. der Schere zu durchsmneiden. Darüber, daß das nicht gelang, gerieten die japanischen Soldaten mitunter in solche Wut, daß sie die Schere fallen ließen, den Draht mit Händen und Zähnen anpackten und dann solange daran bogen und zerrten, bis er endlich durchbrach. Dann versuchten eS die Japaner aus die Weise, daß sie die ganze Verzäunung samt ben Stangen, au denen die Drahte längSweise uni) kreuzweise in jeder Richtung angebracht, waren, durch Abschtleideic der Stangen mnstürzen wollten. Einmal gelang dies, aber das Experiment wurde, soviel ich weiß, nie wiederholt. Die Soldaten waren dabei dem feindlichen Feuer völlig ausgesetzt und man mußte eint Mittel finden, das weniger Menschenleben kostete. Ein« Zeit lang hatte ein anderes Mittel mehr Erfolg. Ein Mann kroch während der Nacht zur Trahtverzüunung hin, befestigte oben cm den Stangen derselben Stricke und kroch dann, mit den Enden der Stricke in den Händen, zu ben.1 nächsten Schanzgräben zurück, wo seine Kameraden mit „ichi, ni, san" solange daran zogen, bis der ganze Draht- wun^zu Boden stürzten. Aber die Russen fanden dieses Manöver bald heraus, und als die Japaner es das nächste mal wieder versuchten, fanden sie, daß die Stangen so mit Drähten befestigt waren, daß alle Versuche, sie uur- zurcißen, scheiterten. Schildträger und Drahtumzäunungeu. Selbstverständlich zerstörte das Artilleriefeuei; viele Trahtzäune, aber die Japaner hatten auch noch ein anderes Mittel, sie zu zerstören. Sie nahmen lange Bambusrohre und füllten sie mit schwarzem, starken, viel Rauch entwickelnden Pulver. Dann kam ein Mann damit angekrochen, legte das Bambusrohr unter die 93erzaunung, zündete eine Zündschnur an und sprengte so einen TeÄ der Verzäunung in die Luft. Dieselben mit Pulver gefüllten Bambusrohre wurden auch zu Angriffen auf bombensichere Gräben und Eabonnieren in den Forts benützt; sie wurden durch Schießscharten geschoben und dann zum Explodieren gebracht, und von der dichten Wolke schweren! schwarzen Rauches, der die Verteidiger ersttckte und blendete^ gedeckt, machten die Japaner dann ihren Sturmangriff. Bisweilen machten die Japaner den letzten verzweifeltenj Versuch, bei Hellem Tageslicht, geschützt durch große Schilde, auf die Verzäunung los^ugehen und dann ruhig vor den Augen der Verteidiger mit dem Durchschneiden der Drähte zu beginnen. Der erste Mann, der mit einem solchen, von den Schultern bis zu den Füßen! reichenden Schilde ausgeschickt wurde, erhielt sofort eine ganze Anzahl Gewehrschüsse, die ihn vor der Brust trafen, aber den eisernen Schild nicht durchdringen konnten. Doch wirkte der Stoß der Kugeln wie der Schlag eines großen Hammers und warf den Mann sofort auf den Rücken. Er war nicht verletzt, tonnte wieder aufstehen, und obwohl er immer wieder getroffen wurde und immer wieder hinfiel, kam er doch zu den Vev- munungen hin. Bisweilen schütte sich der Schildträger von hinten mit ?mei Bambusstöcken, deren oberen Enden er mit einem Stricke fest an seinem Leib angebunden! hatte, während die unteren Enden hinten herabhingen und uachschleiften. Wenn dann der Aufschlag der Kugeln auf den Schild ihn umzuwerfen drohte, bohrten sich bie Bambusstöcke hinten in den Boden und hielten ihn aufrecht^ Scheinwerfer. Unter den aktiven Verteidigungsmitteln nahmen Me Scheinwerfer unb die Schnellfeueraefchütze den ersten Ran^ ein. Sie blendeten und verwirrten oie Japaner völlig. Tie letzten kriegerischen Ereigniffe vor Port Arthur. Marschall Jamagata teilte Oseneral Nogi auf Befehl des Kaisers mit, daß Sr. Mafestüt in Anerkennung drrSelbst- aufopferung u>nd Hingebung, die Stössel für die Sache seines Vaterlandes im höchsten Maße entfaltet habe, wünsche, daß die einem Soldaten gebührenden Ehren ihm erwiesen werden. General Nogi meldet, daß die FortÄ O st kikrian schau und M a am 2. Januar vor 12 Uhr 20 Min. vom Feinde geräuint, und selbst in die Luft gesprleng't wurden. Tie Japaner besetzten diese Forts, und die Höhen «im Süden davon. Fast allte Schiffe im Hafen und die der Hafeneinfahrt wurden am 2. Januar morgens vom F-eiude selbst in die Luft gesprtengt. Die Operationen der Japaner sind! bis zum Schlüsse der Kapitulationsverhandlungen unterbrochen. General Nogi berichtet über die Einnahme des „Fort- Wangtai am i. Januar, daß das Zentrum und die linken Abteilungen um 9 Uhr morgens den Angriff eröffnet hätten, indem sie sich geschickt das Resultat der Beschießung zu nutze machten. Die japanischen Truppen sttirmten in daA Fort hinein und besetzten es um 3i/g Uhr. Hier-erbeuteten^ die Japaner vier Geschütze, in dem .H^Fort drei und in dem Fort Sungschushan sieben. General Stöffel hat, wie aus Petersburg gemeldet wird, dem Kaiser am 18. Dez. gemeldet: Heute sprengten die Japaner um; 2 Uhr nachmittags eines von den Forts auf der Nordosd- sront in die Luft und begannen gleich daraus, die Front »n stürmen. Um 4 Uhr nachmittags war der Sturmangriff abgeschlagen. In dem in die Lust gesprengten Fort am 15. Dez. wurde General Kondratenko getötet. Die Hospitäler 9 und 6 in der neuen Stadt haben stark gelitten, die russisch-chinesische Bank ebenfalls. Die (Stimmung der Verteidiger ist ungebrockien. Tie Japaner richteten ihr Feuer nach der Einnahme des hohen Berges auf unsere Hospitäler, wo die Verumnbeten liegen, und schossen aus llzölligen Geschützen, heute litt Hospital 9 schwer. Ich meldete das völkerrechtwidrige Vorgehen dem General Nogi. Am 19. Dez. beglückwünschte General Stössel in einem Telegramm ben Kaiser zu seinem N a m e n s t a g c auö Port Arthur. 5aS, inte General Stössel bervorbebt, mit Gottes Hilfe uttd mir Hille der Gebete des Kaisers den elften Monat von ihm behauptet würde. Die Stimmung der Truvven sei ausgezeichnet. An« der Mandschurei. General K u r o b a t k i n meldet deut Kaiser unter bfm 1. Januar: Der Feind richtete nm 30. Dezember auf den Radon des TorseS L i n ch u n p n ein heftiges Ärtillerieseucr. Unsere Als ich vor Jahren Japan durchreiste, Ferner sagte er: Seitdem hat titoet der kler wQs seit dem verstehen würden. Ter Botschafter zu tun, um diese Anregung des Ein bestimmter Plan schwebt dem Großkreuz der Ehrenlegion verleihen zu können. Konstantinopel, 1. Jan. Am Donnerstag überste t eine aus 2 0 Mann besteh/ende Bande in Nah, 24 Kilometer östlich von Kumanowo, den dort wegen der Erhebung des Zehnten weilenden Assad Effendi. Sohn des Bürgermeisters von Kumanowv, und tötete ihn samt dessen mohamedanischen Begleitern. Beim Herannahen einer Truppen ab Leitung flüchtete die Bande, wobei sie Vier- Tote, welche die Uniform der neu errichteten Jägerbataillone trugen, sowie mehrere Bomben und einige Menaiigewehre zurückließ. Es bestätigt sich, daß der Divisionsgeneral Jerid-Pascha vom Vilajet Saloniki, der Divisionsgeneral Seisula-Pascha vom Vilajet Uesküb und der Divisionsgeneral Hadi-Pascha vom Bilajat Monasti mit der Aktion gegen das Bandenunwesen betraut wurden. Sei- Vaterland" treu fcu bleiben und seien der Republik und der Person des Präsidenten treu ergeben. Der Präsident erwiderte, er wisse wohl, daß Brugöre nicht zu denen gehöre, die ihre republikanischen Gesinnungen verhehlten, und er kenne seine tiefe Hingebung an die Armee. Die Regierung habe Vertrauen zu den Generalen und der Armee; auf ihrer moralischen Kraft und auf ihrer sich manches geändert und heute kann man aus Japan zeigen, um zu erkennen, was Vaterlandsliebe und Disziplin vermögen. Japan besitzt heute eine wunderbar organisierte Armee und Marine, ebenfalls alles in den letzten 25 Jahren geschaffen. Wenn Belgien auch nur ein kleines Land ist, so giebt es für eine Ausbohnung desselben keine Grenzen, denn alle Länder, die vom Meere bespült werden, sind unbegrenzt. deutschen Universitäten Vorlesungen Ausland. Haag, 2. Jan. Wie das Blatt „Vaterland" erfährt, fand am ^Samstag eine außerordenUiche Sitzung des Ministerrats statt, an der die Maßnahmen betressend die Neutralität der Niederlande in Hollän- disch-Jndien hinsichtlich der Fahrt der russischen Schiffe beraten wurden. Brüssel, 2. Jan. Der König hielt gestern an die Delegierten deS Senats und der Kammer anläßlich de§ Neu- iahrSbefucheS derselben eine Ansprache, worin er besonders auf die wirtschaftliche Ausdehnung hinwies, welcher Belgien entgegengehe. Er wies hierbei besonders aus die große "Ausdehnung der HandelSsiotte bei dem deutschen Nachbarn hin und erklärte dieses Beispiel besonders nach- ahlnenswert. Deutschland besitze heute die Haupthandelsflotte der Welt und ist diese Flotte in 25 Jahren geschaffen worden. an den war dieses Land nur eine Sehenswürdigkeit. Wien, 2. Januar. Die österreichischen und ungarischen Vertragsunterhändler, im Ganzen zwölf Herrn, sind heute abend nach Berlin abgereist. Schanghai, 2. Jan. Der Taotei lehnte den Vorschlag ab, daß d"r Prozeß gegen die wegen der Ermordung eines Eh in essen angeklagten Matrosen des „L'.skold" vor einem gemischten russisch-chinesischen Gerichtshof statt- frnde und beharrt auf der Forderung, daß die Mörder aus- goliefert werden. ______________ Unwetter. btr wVf'V 2-.Jan. U^en starken Treibeises würbe auf Unb tonar die Schiffahrt eingestellt. Tus -nirmomctcr zeigt neun Grad unter Null. (Ah5 und LlU'd. Gießen, den 3. Januar 1905. ** Se. Kgl. H. der Großherzog ist gestern auf der Durchreise von Sich nach Darmstadt per Sonderzug mit Begleitung um 3,18 Uhr hier eingetroffen und um 3,19 Uhr weiterqefahren. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Hollakaien Leinberger und Sang da? Dienstehren- zeichen für 25 Hofdienstjahre verliehen und den Oberlehrern Balser an der Oberrealschute zu Darmstadt und Enders an der Oberrealschule zu Offenbach den Charakter als Professor erteilt. ** ^-as Groß! Regierungsblatt Nr 3 7 ent- Völker sich besser! f0(qC erzielen möge, dann wünschte der König noch, daß versprach seinerseits I Belgiens konstitutionelle Freiheit unberührt gelassen werde. Kaisers auszuführen. Paris, 1. Jan. Bei dem heute nachmüiag im Elysee Monarchen, wie er stattgehabten Empfange stellte General B r u g ö r cf, daß sich Mittel und Vizepräsident des obersten Krügsrates, in seiner Eigenschaft Auch die Schiedsgerichtsfrage berührte der König, Inhalten, wahrend umgekehrt deutsche Professoren die ameri» I er erflärte, er stelle mit (Genugtuung fest, welche Aende- kanischen Universitäten besuchen und dort deutsches Wiffen! Gingen eingetreten sind in den Schlichtungen politischer Kon- verbreiten sollten. Tie Ausführung dieses Planes würde I stikte, er wünsche nur, daß die Bewegung auch praktische Er- sicherlich dazu beitragen, daß die beiden c'2t- - ■ Volilische Tagesschau. Ter neue Zolltarif. Es verlautet noch immer nichts Bestimmtes darüber, wann die neuen Handelsverträge und Zollsätze in Kraft treten. D'.e verschiedensten Gerüchte sind allerdings in Umlauf gewesen und sind es noch, und die deutschen Getreidemärkte sind infolge deffen beunruhigt. In offiziösen Blättern wurde mitgeteilt, daß der neue Zolltarif erst nach dem 1. Januar 1906 in Kraft tritt. Trotzdem wird geglaubt, daß die Regierung, nachdem das Parlament die Handelsverträge genehmigt hat, die neuen Zollverträge eventuell auch früher in Kraft treten taffen konnte, was jedenfalls nicht zur Beruhigung beiträgt. ________________________ deutsches Reich. Berlin, 2. Jan. Beim gestrigen Neujahrsempfang des diplomatischen Korps zog der Kaiser den amerikanischen Botschafter Chalemanger Tower in ein längeres Gespräch, in dessen Verlauf er einen bedoutungs- vollen Vorschlag zur Befestigung der guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern machte. Er sprach nämlich nach dem Lokal-Anzeiger den Wunsch aus, amerikanische Gelehrte möchten nach Deutschland kommen und halt: 1. Gebührenordnung für die Großh. Notare. 2. Gesetz, die Gerichtskosten betreffend. -7 3- . Einführung bestehender Gesetze in neue GebwtsteUe ver - . 4. Bekanntmachung, die Einführung 'bestehender _ j durch den Staatsvertrag bezüglich der Auslosung de. K minats über die Gemeinde Kürnbach von dem Grotzverz g tum Baden :a| 6 getreten en Gebietsteile betr. — Verwahrung von Verfügungen von Todes wegen bennb.no. - 6. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuwverschr rb- iingcn auf den Inhaber seitens der Stadt.Sbnbingat • — '7. Bekanntmachung, die Bildung einer eigenen Gemarr ung Buchschtag betreffend. — 8. Bekanntmachung zur uuv fülirung des Gesetzes, die 6>ericktts kosten betreffend. ** Die Eisbahn des Eisvereins ist heute eröffne: worden. Für nächsten Sonntag ist, wie uns mitgeteilt wird, Konzert vorgesehen. e . ... *♦ Selbstm 0 r d. Heute morgen erschoß s ich m ferner Wohnung hier Prof. Dr. Pflug. Er war seit langer Zeit schwer leidend und dies wird als Motiv der Tat angesehen. ** Auf dem Gebiete deS kaufmännischen Fort- bi ldun gsschulwesens hat bisher vielfach eine sehr weitgehende Freiheit geherrscht. Es sind von Leuten solche An- ftalten gegründet word-m, denen nicht selten alle Vorbedingungen für ihr neues Amt fehlten. Neben verunglückten Kaufleuten finden wir Personen aus den verschiedensten berufen, die dem jungen Nachwuchfe der Kailsmannschaft ,aur die Beine helfen" wollten. Die Prinzipale bekümmerten sich wenig oder gar nicht um die Leistungen dieser Anstalten und waren zufrieden, wenn der Besuch derselben ihre Lehrlinge nicht allzu lange aus dem Geschäft entführte. Das Publikum verstand aber von der Sache gar nichts und dachte, „es müsse so sein". Man kam in diesen Schulen selten über eine mechanische Einpaukerei heraus und betrieb den Unterricht häufig in wenig genügender Weise. Von den schweren Fällen grober Pflichtvernachläjsigung schweigen wir an dieser Stelle. Das Interesse, welches heutigen Tages die Handelskammern und kaufmännischen Korporationen an dem Fortbildungsunterricht der jungen Leute nehmen, hat die Aufmerksamkeit der beteiligten Kreise auf diese privaten Schulen gelenkt. Wie e5 zum Teil um dieselben beschaffen ist, hat eine Erfahrung gezeigt, die man in Erfurt gemacht hat. Dort beauftragte die Königl. Regierung den Stadtschulrat Dr. Gutsche und den Fortbildungsschuldirektor Haese mit der Revision der in der Stadt bestehenden PrivathandelSschiilen. Trotzdem sich die Forderungen der beiden Inspektoren in den bescheidensten Grenzen bewegten, ergab die Revision doch das Bild eines kaum zu erwartenden Tiefstandes, so daß der Regierungspräsident sämtlichen Anstalten die auf Widerruf erteilte Erlaubnis znm Unterrichtsbetriebe entzog. Wir glauben, nicht fehl zu gehen, wenn wir annehinen, daß Erfurt keine Ausnahmestellung einnimmt, fonbern daß die in manchen anderen Orten bestehenden Verhältnisse ebenfalls ein entschiedenes Eingreifen erheischen. ** Wie uns mitgeteilt wird, beabsichtigt Herr Missionar Martin Maier, der seit Jahren im Dienste unserer Basler Mission in China steht und gegenwärtig beurlaubt in der .Heimat weilt, auf Einladung eines Komitees am 25. Januar in der großen Aula der Universität einen Vortrag über „Tie gelbe Gefahr" zu halten. Es darf wohl angenommen werden, daß ein Vortrag über dieses eben im Vordergründe des Interesses stehende Thema in weiten Kreisen willkommen sein wird, und es wäre nur dringend zu wünschen, daß der Besuch des Vortrags nicht durch andere Veranstaltungei: beeinträchtigt werden möchte. ** Bauernregeln für Januar. Januar warm, daß Gott erbarm. — Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß. — An Fabian und Sebastian, da soll der Saft in die Baume gähn. — St. Pauli schon mit Sonnenschein bringt viel Getreid und vielen Wein. — Nebel im Januar deutet auf ein nasses Jahr. — Wenn der Tag fängt au zu langen, kommt die Kälte angegangen. — Viel Morgenrot im Januar, viel Ungewitter das ganze Jahr. — Ist der Januar feucht und blau, wird das Frühjahr trocken und rauh. »— Wenn der Frost nicht im Januar kommen will, so kommt er sicher im März und Llpril. — Wächst das Gras im Januar, ist's im Sommer in Gefahr. — Januar muß vor Kälte knacken, wenn die Ernte soll gut sacken. — Wenn Pauli Bekehr viel Nebel fällt, der Tod gern reiche Ernte hält. — Vincenz Sonnenschein verheißt viel Korn und Wein. t. Großen-Buseck, 2. Jan. An: Sonntag abend gegen 7 Uhr ging einem 18-jährigen Manne von hier der noch von: Neujahrsschießen her geladene Revolver los und verletzte den Unvorsichtigen schwer am Kopf, so daß er noch abends um 10 Uhr in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. Bad-Nauheim, 2. Jan. Wie der „Bad-Nauheimee Anz." bestimmt erfährt, wird König Eduard von England im nächsten Sommer auf Einreiten seiner Leibärzte eine Badekur hier gebrauchen. R. 8. Darmstadt, 2. Ian. Der Grohhcrzog ist heute nachmittag, kurz vor 5 Uhr mittelst SonderzligS aus schloß Lich wieder hierher zurückgckehrt. Am Abend um 7 Uhr begann im Residenzschloß das offizielle NcujahrS- esscn, an welchem der Groß Herzog, die Minister, das diplomatische Korps u. a. teilnahmen. Von Gießen waren der Rektor der LandeSuniversität, Geheimrat Prof. VossiuS und Provlnzialdirektor Geheimrat Dr. Breidert zugegen. Ansprachen wurden nicht gehalten, doch unterhielt sich der -andesfurst mit den Gästen in leutseligster Weise und nahm deren Glinkwunsche entgegen. 2- ^n. In der vergangenen ocl)c tou^be h:er c:ne altere fremde Frau f e jt g e n o n: - batte' ÖUr$ if,r Benehmen verdächtig g-machb h» 8'rau entpujpptle fiel) als Mauu. In mnn cine lcmggcsnchtc Persönlichkeit erroqajt zu haben. -J: Rödel Heini. 2. Jan. Heute morgen gegen 6 Uhr XL"’ Banblock des Frankfurter Spar, und Bau- S Eisenbahnbediensteten Feuer aus, das den " Stock und den Dachstuhl vollständig zerstörte und so eHe a nnff' das; eine Familie nur das nackte Leben retten konnte. Die freiwillige Feuerwehr verniochte aber nach etwa zweistündiger Tätigkeit den Brand auf seinen Herd zu schranken. Dtan vermutet Brandstiftung. sagte, noch nicht vor, er hofft aber, daß sich Mittel und Vizepräsident des obersten Krügsrates, in seiner Eigenschaft Wege finden lassen, um ihn zu verwirklichen. Ter Kaiser als ältester ^neral, dem Präsildenten Lvubet die sprach dann seine hohe Befriedigung über den glänzenden Mitglieder dieses Ral^s vor und hiett hierbei eine An- und liebenswürdigen Empfang aus, den General von Löwen- 'prache, 'N welcher er betonte die Omzrere der Armee f-ch und Major Graf Schmettow bei der Enthüllung des st-°"°n den festen Wellen, dem alten Wahlspruche ,,Ehre und Denkmals Friedrichs des Großen in Washington zu Teil ge- x worben sei. i — Das Kaiserpaar wird nach den neuesten Dis- i Positionen voraussichtlich den Winter über nicht wieder nach dem neuen Palais zurückkehren sondern im Berliner Schlöffe bleiben, wohin auch die Prinzessin Viktoria Louise folgen wird. — Das Staatsministerium hielt heute eine Sitzung unter dem Vorsitze des Grafen Bülow ab. — Der „Staatsanzeiger" meldet: Dem Oberpräfidenten der Provinz Brandenburg v. Bethmann-Holllveg wurde der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat verliehen. — Gestern abend war im Opernhause auf allerhöchsten Befehl Theater pars. Gegeben wurde 9(uber’§ Märchenoper „Das eherne Pferd". Der Vorstellung wohnten in der großen Seitenloge bei das Kaiserpaar. Prinz Arnulf von Bayern, Prinz Joachim unb Prinzessin Viktoria Luise; in ber Nebenloge ber Kronprinz, die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelu: und Oskar, Prinz Ernst von Sachsen-Altenburg und Prinz Albert von Schleswig- Holstein. — Der Wortführer des Magistrats in Aalesund hatte! an den deutschen Kaiser ein Telegramm gesandt, in beni 1 er herzlichen Dank für die im alten Jahre erwiesene Wohl- tätigfeit (beim großen Brande) aussprach unb ben wärmsten Wünschen für den Kaiser unb die kaiserliche Familie in beni neuen Jahre Ausbruck gibt. Hierauf ist ein Telegramm bes Kaisers eingegangen, in dem es heißt: „Möge das neue Jahr alle Wunden heilen, die das alte Jahr Ihrer Stadt geschlagen hat. — Der Betrieb auf ber Strecke Fischhausen-Palm- niefen ist am 1. Januar 1905 mit dem Zuge 152 in vollem Umfange roieber aufgenommen worden. Düsselborf, 30. Dez. TaS Sparsamkeitssystem bes Fiskus wirb burch folgenbe Vorkommnisse aus jüngster Zeit eigentümlich beleuchtet. Das Amtsgericht in Bochu m hatte! an bie sämtfichen bortigen Zeitungen das Ersuchen um „kostenfreie Aufnahme" einer Lokalnotiz gerichtet, in ber biefe hohe Obrigkeit mehrere — Scheuerfrauen sucht. In Düsselborf hat bie Postbebörbe in gleicher Weise ihren Bebarf an Hllfskräften für ben Weihnachtsverkehr gesucht. Dresden, 2. Jan. Um die Arbeiter an der Au - gustus-Brücke nicht zu gefährden, sind die gelockerten Teile der Gangbahn heute nachmittag in den Strom gezogen, wodurch einem Weiterreißen bei dem nicht zu verhindernden Absturz vorgebeugt werden soll. München, 2. Jan. Ein bewegter politischer Monat wird der Januar für das Königreich Bayern werden. Am 8. tagt in Nürnberg der Lcmdesausschuß ber nationa l- libcralen Partei in Bauern rechts des Rheins, 2 Tage Stärke beruhe die Sicherheit F-rankreichs. Der Präsident gab schließlich seiner Genugtuung darüber Ausdruck, den berben Doyens der Armee, Brugöre und Metsinger, das fula-Pascha ist tzur Untersuchung des Vorfalles in Rah nach Kumanowo labgegangen. Rom, 1. Jan. Arn heutigen Neujahrsempfang bei den Majestjäten im Quirinal nähme:: unter den Vertretern ber Gemeindeverwaltung auch ztz kalen Partei angehörige Mitglicoer teil, Jahre 1870 .zum ersten Male gefdjefyen ist. tktttrieit erwiderten das Feuer erfolgreich. Ms unserer Seite wurden zwei Mann getötet und elf verwundet. De^s Vertreter der „Birfhewija Wiedonwsti" meldet mis M u k- ben vom 1. Januar: Seit heute früh wurde im Zentrum der russischen Stellung ein starkes Gesckmtzfcuer iwrnommen, das an Starke immer mehr zunahm und von Gewchrfeuer unterstimt wurde. Der Versuch des Feindes, das russische Zentrum zu d u r ct)- brechen, wurde z u r ü ck g e s ch 1 a g e n. Das in Tamatare ekugetroffene Geschwader des Admirals Roschdjestwenskys besteht aus den Panzerschiffen ,,F ü r st S u w a r o f f' als Flaggschiff. „Alexander III.", „Borodino", „Orel" und „Os- 1 i a b i a", sowie den Kreuzern .,W a ch n o f f", „A u ro ra , „ a. ts mitri Donskoi", „Ka m sch a tk a" und „Anadyr , dem Hospitalschisf „Orel" und dem Teveschenboot "L:bau Es legte in Tamatare an und ging am selben Abend, dem t. Ian., wirLer ab. Das Geschwader ist in einem ausgezeichneten Zustande trotz des heftigen Unwetters, das es nach der llnt|cgehmg bev KapS zu bestehen hatte. In Berlin hat, wie unser Mitarbeiter von dort meldet- 6er Fall Port Arthurs, obwohl längst als unvermeidliches Ereignis erwartet, dennoch mit der Wucht der Uehcrraimung gewirkt. Man batte bis in die letzten Tage bmem den riissychen Berichten trrtraut, die Festung werde noch bis zum Frub'abr sich halten. Allgemein ist die Anerkennung, die. der bewunderungswürdigen Ausdauer der Belagerten gezollt wird. Auf der andern Seite'haben, was kaum ermähnt wird, auch die Japaner Wuuder ber Tapferkeit k:nd des Todeemutes vollbracht. ^:e ^.erliner Börse faßte die Kapitulation als "Vorläufer des rrr lebens" auf. Eine seltsame Ansicht, da Rußland die neue große Kriegsanleihe vorbereitet. ___ früher fthon halten die Jungliheralen ebenfalls in Nurn- bxra ihren Vertretertap ab. Das Zentrum wird am 9. unb 10 die politische Welt erschüttern, unb ben 28. unb 29. haben sich bie sübbayerischen S o,ialbcm okraten ans- gesucht, um, ebenso wie bie Klerikalen, in München Parabe abzubaltcn. Hamburg, 2. Jan. Letzte Woche wurde em praktischer Fernsprechversuch zwischen Hamburg und Basel angestellt, zu welchem Zweck sich ein höherer Tcle- graphenbeamter in Hamburg mit der Redaktion der .Baseler Zeitung" verbinden'ließ. Obwohl die Entfernung zwischen beiden Städten mehr als 900 Kilometer betrugt unb obwohl ber Hamburger Herr nicht von einer Zentralstelle, sondern von" einer beliebig gewählten Fernsprechftelle in der Stadt aus sprach, verstand man sich vollkommen, ja sogar besser als bei Verbindungen schweizerischer Stabte untereinander. Nur bie Verschrobenheit ber norbbeutschen unb ber schweizerischen Aussprache bereitete einige Schwierigkeiten. Diese Telepbonstrecke bürste wohl bie längste sein, bie bisher erprobt würbe. Aus Südwestafr ka Berlin, 2. Jan. (Amtlich.) Gefreiter Karl Würfel, geboren am 25. Februar 1882 zu Burgscheibungen, früher Hufarenregimcnt Nr. 12, am 29. Dezember im Lazaret zu Ctfofonbu am TvpbuS gestorben. Fleischpreise in Gießen Te«de*N : fwt. . 101.65 . 90.00 . 101.65 . 90.20 . 100.30 . 99.00 . 101.75 100.50 . 100.00 . 104.80 . 64.00 . 63.50 ’ 128*80 49.75 45.30 Ochsen Kälber Schwebte 3% Mexikaner 4V8% Chinesen . iiUectrtc. 8oHiokert Nordd. Lloyd . • tt redftaktien . . D skonto-Koinroandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Her jner Randelsgea. Oesterr. Staatabahn Lombardei; . • Gotthard bahn . . Lanrahtttto . . . Hachum . . « . Marpener . . Sohatzscheino . . Rheinisches Technikum Bingen für Maschinenbau und Elektrotechnik.“'' Reiohsanleihe do. Konsole * do. . . Hessen • Oberhessen Weißbrot 2 Kg. 52 Plg. Scbnwrxbrot 2 Kg. 48 Wo. lllUn^CU 4U uoawavu, --------—-- o ' - - - NR Heft i: Das Problem der ländlichen Grnndentsohuldnng und die Organisation des Realkredits 8° deg. ausg. Prois 60 Rf». Die Marktpreise sür Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpretsc am 28. Dezember 1904. Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. 50 Kg. Schlachtgewicht 74-77 Mk. Kg. Schlachtgem. 81—83 Pi. 7, » „ 59—60 ,, . 32.90 . 92.80 . 127 20 . 104.90 . 21450 194 90 . 144.00 . 160.00 . 187.30 . 140 50 . 17.40 194 50 . 259.00 . 285 00 . 213.70 Mverlitüts Nachrichten. — In Wien ist der Zoologe Professor Friedrich Braun AI "'neuer Präsident der Phpsikalisch-Technischrn Reichs- anstalt zu Charlotten bürg ist Geh. Regierungsrat Prof. E Warburg, Direktor des Physikalischen Instituts der Berliner Universität ausersehen, und der Gelehrte lvird, wie jefct tn unterrichteten Kreisen verlautet, das Amt zum 1. April n. Zv. übernehmen. „ — In Berlin ist der Direktor der UnternchtsanstM des Kunstgewerbemuseums und der Kunstschule, Professor Ernst Ewald nach längerem Leiden gestorben. — Ausländer auf deutschen .Hochschulen, ^n der letzten Sitzung der Leipziger Stadtverordneten bemängelte Rechtsanwalt Schnaub, das; die Leipziger handelshochlchule von beinahe ebenso vielen Ausländern (267) wie Deutschen (298) besucht werde Von den Ausländern stammten nach seinen Ausführungen 134 aus Rußland und dürften zum größten Teile iü di scher Abkunft sein: im Auslande lasse man die Deutschen in kaufmännischen Fachschulen in der Regel überhaupt mcht zu : besonders sei dies in Rußland und Frankreich der Fall; die deutschen Handelshochschulen verfolgten den besonderen Zweck, unsere jungen Kaufleute gegenüber der ausländischen Konkurrenz tüchtig zu machen; dieser Zweck könne nicht erreicht werden, wenn man den Ausländern die deutschen Hochschulen ohne jede Schwierigkeit öffne Der Bürgermeister Dr. Dittrich wies demgegenüber darauf hin, daß eine Ausschließung Fremder zu Gegenmaßregeln des Auslands führen werde. t Paris, 30. Dez. Tr. MeMikoff, Leiter des Pasteurschen Instituts, berichtet über seine Versuche mit dem Topenichen Krebsserum. Seine Resultate sind sehr befriedigend. Er erzielte bei verscksiedenm Patienten eine bedeutende Besserung. Rom, 30 Dez. Seit einiger Zeit macht ein Amerikaner, Prof W a l d st e i n , Propaganda für die Griindung einer internationalen Gesellschaft für Ausgrabungen in hercula- n u m. Gestern hielt er darüber dem Präsidenten Roosevelt Vortrag. Tas italienische Unterrichtsministerium machte bekannt, aue Botschafter seien angewiesen, zu. erklären, daß die italienische Regierung dem Projekt nickt zustimmte. ___________ W/o 3 n licbrt. ^tritfigarntfhrßtCnalilälrn) habe ich fteiS oonäng 364 «T «reife billigt». -MK Ernestine Hopfner Grüllbergerftratze 17. Äinderschlitteu billig zu ver- kaiiseti. Ostanlage 3, I. 033 »iinülhinfl von etwa oZiunnerli, ZüUyiltilljl Aladchenkarnmer u. Zubehör für 1. April gesucht. L||eilen mit Preisangabe unter Nr. 023 an die Exped. d. Bl. Zum 1. 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