Nr. 102 Zweites Blatt 155. Jahrgang Mehener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. (Original-Bericht des „Gießener Anzeigers".) Alle den Winters sehr gut aufgesetzt haben. Da ist die Freude, aber 9c|()dnt mü DuSncchme des Sonntags. Die ^Sietzener ^mnilknblätter* werden dem ^Anzeiger viermal wöchenllich beigelegt. Der «helftlchs Landwirt" erscheint monatlich einmal. Dienstag 2. Mai 1005 Rotationsdruck und Verlag der Brühlfch« UntversttätSdruckerei. R. Sange, Gießen. Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.r. Tel. Nr. 51. Lelegr^Adr,» Anzeiger Gieße» beschwerten und dieselben von gewisser Seite als himmelschreiende Ungerechtigkeiten dargestellt wurden. Der Herr Finanzminister hat demgegenüber schon früher betont, daß hoben, daß der gefürchtete Lehrer oder das Fräulein so ganz und gar nicht böse gewesen wäre, sondern recht freundlich und liebevoll. Und die Mütter, die zum erstenmale nun aber für immer ihre Lieblinge ihrer alleinigen Hut entschwinden sehen, sind doch stolz darauf, daß ihre Kinder nun „zur Schule" gehen, und die Feier des Tages kommt in irgend holung wieder an Ort und Stelle erschienenen Angehörigen ängstlich harrend ihre Kleinen lvieder in Empfang nehmen durften, die nun stolz wie Sieger aus einer großen Schlacht von ihren Erlebnissen erzählten und ganz besonders hervor- 1903 begonnen wurde, rührt von dem jetzigen Bürgermeister Stahl in Friedberg her; die Ausführung erfolgte unter Oberaufsicht des Baurats Die hm aus Gießen durch Straßeu- meister Sommer körn aus Laubach. Recht stattlich zeigt sich das in neuerer Weise ausgesührte Bauwerk im schönen Wettertale. Der geräumige Schulsaal liegt hn ersten Stocke, die fünf Zimmer enthaltende Lehrerwohnung im zweiten Stocke; vom Mansardenstocke hat man weithin eine prächtige Aussicht. — Das neue Schulhaus ist für den Lehrer der ersten Schule bestimmt. Die Einweihungsfeierlichkeiten be- durch Stuben, Küche und Flur entzieht. Aber nicht nur im äußeren Leben des Kindes, sondern: auch in seinem inneren auch der Konkurrenzneid, bezw. Jagdneid beim Erlegen eines Kapitalbockes um so größer. Nicht mehr lange wird es dauern, dann sieht man auch die ersten, in ihrem gefleckten Kleide so lieblich und graziös einhertrollenden Rehkitzchen, aber wehe dem Jagdbeständer, der in dieser Zeit nicht be- Wesen ist der Schultag ein Wendepunkt. Die Sorglosigkeit des Lebens in den Tag hinein hat ein Ende; „etrvas fürchten, hoffen und sorgen muß der Meusch für den kommenden man in der Herabsetzung der Stempelgebühren sehr vorsichtig zu Werke gehen müsse; schon die Erfüllung nur einzelner Wünsche auf Ermäßigung könne leicht einen Fehlbetrag ,von 50—60 000 Mk. zur Folge haben. In der Begründung ist leider unterlassen worden, Vergleiche mit den Stempelsätzen in den benachbarten Staaten anzustellen, auch vermißt man jede Angabe über die eventuellen finanziellen Wirkungen der Vorlage. Im allgemeinen bewegen sich die Stempelermäßigungen in dem Tarif des Gesetzes in sehr mäßigen Grenzen. Am empfindlichsten für den Staatssäckel dürfte "die schon erwähnte Bestimmung werden, daß für alle Jahreskarten von Automaten, Musikwerken, Verkaufs-, Kraftmesser- oder sonstigen Automaten, für welche der Stempelsatz von 10—40 Mk. pro Jahr beibehalten wird, ebenso für alle Jahreskarten für Radfahrer, Automobilisten rc. in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März nur die Hälfte des Betrages erhoben werden soll. Es dürften in Zukunft viele dieser Karten nur für die Wintermonate in Anspruch genommen werden. Von der Radfahr- ! steuer sollen in Zukunft auch befreit bleiben 1) Militärpersonen und sonstige Personen, die in Diensten des Reiches oder eines Bundesstaatrs, einer Provinz, eines Kreises oder einer Gemeinde stehen und Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden Amtsgeschäfte benutzen, 2) Personen, welche das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur Arbeitsstelle oder zur Ausübung ihres Berufs- ober Erwerbes benutzen, sofern ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mk. nicht erreicht, 3) Schüler, welche das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Besuche der in einer anderen Gemeinde oder mindestens anderthalb Kilometer von der Wohnung entfernt gelegenen Schule benutzen, und 4) Personen, die sich weniger als 30 Tage im Großherzogtum aufhalten. — Der Finanzausschuß geht hier noch ein wesentliches Stück weiter und beantragt die Befreiung von der Radfahrsteuer für alle Gewerbetreibende rc. mit einem Einkommen bis zu 15 000 Mk., sowie für Schüler. Besonders stark waren bisher die Klagen über den Stempel für Wirtsch aftskonzessionen; es wurden in der Kammer Fälle angeführt, daß für den Uebergang einer Gastwirtschaft an Verwandte, die Witwe, den Sohn rc. im Jahre dreimal Stempelsteuer erhoben worden war. Jetzt auf 2 Mk., bis 30 000 Mk. auf 3 Mk., bis 40000 Mk. auf 4 Mk., bis 50 000 Mk. auf 5 Mk., bis 100000 9)?f. auf 15 Mk., bis 200000 Mk. auf 20 Mk. rc. festgesetzt werden. Für Erbverträge fällt die Stempelabgabe fort'. Für die Erteilung von baupolizeilichen Genehmigungen bleiben die bisherigen Sätze bestehen, doch wird ein neuer Absatz hinzugefügt: „Für die Befristung der^Baugenehmigung ßvird der halbe Stempel erhoben". Bei Tarifnummer 37 I rrT-i Q* ~ — 14 Tagen kommen dürfen, denn die Rehböcke haben es dieses Jahr besonders eilig gehabt mit der Herrichtung ihres Da? Fleischbeschauaeseh Kopfschmuckes. Fast überall haben sie vollständig gefegt, führt zu außerordentlich wichtigen, zum Teil geradezu über- r?.um noc^ bangt em ^etzchen Bast an den in diesem Jahre raschenden Konsequenzen. So ist nach einer Entscheidung scheinbar besonders gut entwickelten Gehörnen, denn von allen des Kammergerichts die Einfuhr von Wurst und Seiten vernimmt man, daß die Böcke infolge des milden Schweinefleisch in Preußen aus Bundesstaa- t en, die keine Tri chinen sch 'au haben, ohne vorgängige Untersuchung strafbar. Die Entscheidung des Kammergerichts stützt sich auf § 2 des preußischen Ausführungsgesetzes zum Fleifchbesch äuge setz. Dieser Paragraph lautet: Rohes oder ^bereitetes Fleisch von Schweinen und Wildschweinen, das Es einem anderen deutschen Bundesstaate ein- , - - geführt wird, ist amtlich auf Trichinen zu untersuchen, wenn es sonders eifrig seine Fuchsbäue revidiert, denn große zum menschlichen Genuß verwendet werden soll und nicht bereits Gefahr droht von dort für die Rehkitzchen. Wo eine Fuchs- * äääsiä i&JSsrs geführte Fleisch. an Wildpret, uni den 6 bis 10 hungrigen jungen Rotröcken Nun hatte ein Schlächtermeister in Bingen, wie wir der die Mäuler zu stopfen, sodaß das Ausheben des roten Getränks. Ztg." entnehmen, in Bingerbrück Wurst verkauft; sindels gar manchen Rehrücken mehr für die Küche des'Jagd- er war von der Strafkammer freigesprochen worden, doch beständers zu liefern geeignet ist. Noch gefährlicher ist aber äs, trspsÄ tosasfsssus x "™ sets -L-v .«yr »r fallen. Ist die Untersuchung von Würsten unmöglich, sö begonnen haben, mcht mürber den zahllosen darf auch ihre Einfuhr in Preußen nicht erfolgen. Hiernach iun$cn ^fen, flir ,e.mc fe^en 9u*e wirkt also das Gesetz wie ein Schlagbaum, der einen ^9$ m Aussicht stellen. Wie schön ist es doch, wenn man Bundesstaat vom anderen scheidet, und es liegt ~~ was bei ein klein .wenig Dusel nicht allzu selten vorauf der Hand, daß dieser Zustand in Grenzgebieten, wie auch kommt — beim Fuchsgraben eine ganze Fuchsfamilie auf bei uns in Oberhessen, besonders hart empfunden werden einmal „umbringen" kann. Freilich darf man darüber be- kann Tie Änderung siege sich durch Einführung der sonders im Interesse der jungen Häslem, nicht vergessen,'auch Trrchrnenschau m Hesien und den ubrrgen suddeut-schen, ble im Reviere befindlichen Raubvogelhorste zu r vidieren Staaten herbeifuhren, die auch aus sachlichen Gründen em- senn w J r v 7 pfehlenswert ist. Freilich müßte Preußen auch logischer- <■9 1 $ J, ,c am „.Inders Ahnend, weise bei sich die Trichinenschau vollständig durchführen, SV1* mct^en gefieberten Räuber am Bruten sinb. Offenbar während es die Hausschlachtungen noch größtenteils vom !tnö t)cuec ^te Raubvögel in Oberhessen chuch zahlreicher als Beschauzwange freiläßt. 'n anderen Jahren, darum ist es den Jägern nicht zu ver- — argen, wenn sie nach Möglichkeit für Dezimierung sorgen, erweisen sie doch damit auch gleichzeitig unserer kleinen gefiederten Sängerwelt einen großen Dienst. Zur Neuordnung der hessischen Stempelaögaken. werden für den Stempel der Gesellschaftsoerträge ver- einer süßen Liebesgabe zum Ausdruck. Manchmal sogar soll (Original-Bericht des „Gießener Anzeigers".) schiedene Abänderungen getroffen, bei stempelpflichtigen Gesell- eine gewisse Befriedigung zu Hause darüber herrschen, daß der In den Motiven zu der bereits im Allgemeinen skizzierten schastsstatuten für Korporationen, Vereine, Stiftungen rc. wird Schulzwang für ein paar Stunden die kleinen Quälgeister Regierungsvorlage zur Abänderung des Gesetzes über den der bisherige Satz von 20 Ml. auf 20—100 Mk. und für unter seine Fittiche nimmt und sie der wilden Jagd daheim Urkundenftempel vom 12. August 1899 wird ausdrücklich Statutenänderungen auf 10 — 50 Mk. festgesetzt. Für Ab- 1 " — betont, daß das Gesetz trotz mancher Anfechtungen doch im schriften aus dem Grundbuch (Tarif Nr. 39) wurden bisher Allgemeinen „seine Bestimmung erfüllt" habe. Denn die für land- und forstwirtschaftliche Zwecke 10 Pfg. erhoben; Abgaben, die es festsetzt, dürften im großen und ganzen als dieser Satz wird auf 20 Pfg. erhöht. Für die Erlaubnis eine angemeffene Vergütung für die im Privatinteresse von zur Anlage einer Notapotheke sollen künftig 5—50 (anstatt staatlichen Behörden geleistete Arbeit und die Benutzung der 1—30) Mk., für eine Filialapotheke 100—300 (anstatt 100— Morgen". Die" Wahrheit dieses Spruches öffnet sich den vom Staate zur Förderung privater Interessen getroffenen 200) Mk. und für eine Apotheke 300—2000 (anstatt 300— Kindern vom ersten Schultag an, und wenn sie auch manche und unterhaltenen Einrichtungen umsomehr angesehen werden, 1000) Mk. an Stempel erhoben werden. neue „Unarten" von den Schulgenossen annehmen, ohne ihre als sie, was ihre Höhe betrifft, vielfach hinter den Abgaben, Für Wechselproteste beträgt der Stempel zur Zeit alten, angestammten zu verlernen, so wird doch das ganze 'die in benachbarten Staaten erhoben werden, Zurückbleiben. 2 Mk. und bei mehr als 2000 Mk. 3 Mk.; er wird in Gebaren der Schulgänger gesetzter und ernster. Alle den -Diese letztere Versicherung ist insofern von besonderem In- Zukunft festgesetzt auf 50 Pfg. bis 50 Mk. Wert, 1 Mk. bei Kleinen ist allerdings die Wichtigkeit und Bedeutung ihres teresse, als sich die Redner der einzelnen Parteien in der 50 100 Mk., 2 Mk. bei 100—300 Mk., 3 Mk. bei 300 neuen Berufs noch nicht gleich am ersten Tage aufgegangen, Kammer stets nur über die enorme Höhe der Stempelabgaben bis 1000, 4 Mk. bei 1000—5000 und 5 Mk. bei Beträgen denn mancher braucht eben länger als ein anderer. So er- beschwerten und dieselben von gewisser Seite als Himmel- von über 5000 Mk. — Für die allgemeine Erteilung einer widerte ein munterer Knabe, als er gefragt wurde, was er Vollmacht wurden bisher 2 Mk. und bei einem Wert- in der Schule gemacht habe, seinem Vater: „Ich'habe ge» gegenständ von 50—100 000 Mk. 20 Mk., darüber 40 Mk. wartet, bis sie aus war'" S0650Ö0amfnT M? feift0000 T T™ ** ,•?0n b" 3«0b. ’SBie mancher Jäger mag in den onnnn 9 an# bL L°n00L 4 am2 „L letzten Tagen eifrig an seinem Jagdzeug hantiert haben^ ‘ 50 000 Mk. 4 Mk. und über damit alles in Ordnung sei für den NUN endlich gekommenen, o ~ ° schon lange erwarteten 1. Mai. Ja, er hätte schon vor Aus Stadt uud Zand. Gießen, 2. Mai 1905. , ™ f r , ** Personalien. S. K. ö. der Nroßherzoa haben J $ßetJerf.Cl-1 bc\ ,t£aaM> Apnl. Unser Ort, wird bestimmt: Die Hälfte der Sätze wird erhoben, wenn die den praktischen Arzt Dr. Philipp Best in Friedberg zum den in der nachiten Zeit mehrere Neubauten, wie die Einholung einer neuen Erlaubnis notwendig wird 1) infolge Kreisassistenzarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Heppenbeim ®rri$tun9 einer Molkerei und eines neuen Bachn- Wechsels des seitherigen Wirtschaftslokals innerhalb des Groß- mit dem Wohnsitz in Hirschhorn mit Wirkung vom 1. Mai erwarten stehen, feierte heute die Einweihung eines Herzogtums; als ein Wechsel im Sinne dieser Vorschrift ist 1905 ernannt. — Der Militäranwärter Christian Fenchel nctten Schulhausbaues. Der Entwurf dazu, der bereits es nicht mehr anzusehen, wenn zwischen der Ausgabe der zu Darmstadt wurde zum Pedellen an dem Realgymnasium F'PnnMMPM tnnrSp """ früheren Wirtschaft und dem Antrag auf Konzessionserteilung zu Darmstadt ernannt. für die neue Wirtschaft ein Zeitraum von mehr als einem " S. K. H. der Großherzog und I. K. H. die halben Jahre liegt, 2) infolge wesentlicher Veränderung des Großherzogin empfingen am Samstag in gesonderten seitherigen Wirtschaftslokals, 3) dadurch, daß die ehelichen Audienzen den Vorstand des Llusschusses für die Darm-- Nachkommen des seitherigen Inhabers den Wirtschastsbetrieb städter Schiller-Gedenkfeier, Oberstleutnant a. D. ZU Lebzeiten oder nach dem Tode des Inhabers unmittelbar Gad, Frau Lilli Wolfskehl und Oberlehrer Laute- fortsetzen wollen und 4) infolge Wiederverheiratung der Witwe sch lä g e r. Die Allerhöchsten Herrschaften geruhten die ihnen des seitherigen Inhabers; es macht in diesem Falle keinen ausgesprochene Einladung zu der Schillerfeier im Städtischen Unterschied, ob die Erlaubnis zum Wirtschastsbetrieb auf den Saalbau am Montag, den 8. Mai, und zu dem Akademi- Namen des Ehemannes oder der Ehefrau erteilt wird. — schen Festakt am Dienstag, den 9. Mai, anzunehmen und Bei Tarifnummer 35, IV wird bestimmt, daß auch für Tanz- bezeugten hohes Interesse für die ihnen über die sieben belustigung bei Nachkirchweihen Stempel erhoben werden soll. Volksfeiern am Sonntag, den 7. Mai, gemachten Mitteilungen. Dieser Stempel beläuft sich in Ortschaften bis zu 500 Ein- •* Der erste Schultag. Heute und gestern öffneten wohnern auf 12 Mk. und bis zu 1000 Einwohnern auf nach der Osterpause die großen Häuser, in welchen unsere 15 Mk.; ein neuer Zusatz besagt, daß in größeren Gemein-- Jugend für des Lebens Ernst und Kampf herangebildet wird, den und in denjenigen Orten, die weniger als 5 Kilometer zum erstenmal wieder ihre Thore. Und neben den Knaben von den großen Städten entfernt sind, der Stempel 20 Mk. und Mädchen, die eilig der gewohnten Stätte des Unterrichts befragen soll. Der Stempel für die Wirtschaftskonzession in zustrebten, trippelten ängstlich festgeklammert an Mutter- Orten mit weniger als 1000 Einwohnern wird von 50 auf oder Vater-Hand die kleinsten unter den kleinen Lernbegierigen, 60 Mk. erhöht; für Schankwirtschaften bleibt der Satz von die einen schweren Gang sorgenvoll gingen, den schwerster^ 35 Mk. bestehen. Der Satz für Wirtschaftsbetrieb bei vor- den ihnen bisher ihr Lebenslauf gebracht hatte: den ersten übergehenden Gelegenheiten sStraußwirtschasten), der zurzeit Gang zur Schule! Besonders sorgfältig hatten sie die Eltern 3 bis 25 Mk. beträgt, wird auf 1 bis 25 Mk. festgesetzt. herausgeputzt und an Ermahnungen fehlte es auch nicht. Sehr wesentlich ist die Herabsetzung^ der Stempelgebühr Ernst soll dem „Herrn Lehrer" stets recht gut folgen und /ür die Eheverträge. Die Zahl der Ehen betrug 1900/01 Ilse soll immer ordentlich aufpassen, damit „Fräulein" sie in Hessen 19 279, bei welchen 2167 Eheverträge abgeschlossen recht lieb gewänne. Dann gab es einen herzbrechenden Abwurden. Um den Abschluß derselben zu begünstigen, soll der schied für einige Stunden, nach deren Verlauf die zur Ab- Satz von 3 Mk. für Vermögen bis 2000 Mk. auf 50 Pfg., ' ' ' ' ~ ~ von 5 Mk. bei 2000—10 000 Mk. auf 1 Mk. bis 20000 Mk. gannen nachmittags 3 Uhr. Ein stattlicher Zug bewegte sich durch das Dorf bis vor das neue Schulhaus. Dort hielt Pfarrer Scriba die Weihrede. Unter einer kurzen Ansprache übergab Herr Sommerkorn den Schlüssel an Bürgermeister Kraus, der ihn Geh. Reg.-Rat Schönfeld von Schotterr überreichte. Dieser eröffnete dann das Haus, und die zahl-» reichen Festgäste versammelten sich, so weit der 9iaum reichte, im Schulsaas. Der unter Lehrer Jakob stehende gemischte Chor trug eine Anzahl von Chorliedern vor. Zum Festbankette versammelte man sich bei Gastwirt Hoffmann. Noch manche Stunde blieb man darauf bei Gesang und Taqt zusammen. Bin gen, 29. April. Hinte avend fand hier die Swetts' Hauptversammlung des Hessischen Oberlehrervereins statt. Tie Beratungen begannen, nttf einer Vertrauensmänner Versammlung, ani die sich die Haupt- tammlung _ schloß. Rach einer Begrüßung der von 140 Versammlung durch den Vorsitzenden, f7nh+f hin r. Oberlehrer Ritsert-Darm- ^^^HÄ?berrcht, ™ den sich ein Vortrag des. Professor^ Or. Coll in-Gießen über das religiöse un8 ^feTT§ Weltanschauung schloß. Rach ^^euwahl des Vorstandes hielt Direktor Dr. Helm-Bingen einen ^ortrag über das Thema: „Die moderne Frauen- ? ,UUb 6ie Höheren Schulen" Ms Ort deri nächsten Versammlung imirde Offenbach bestimmt. Der Vor-' fodnagel-Darmstadt, Di-, rektor Easter-Antwerpen, Vertreter von Preußen, Württem-^ somie Vertreter der staatlich^ Md der tädtsichen Behörden Wiesbaden, 1. Mai. Die Feier, die vorgestern abend in der „SBalticiHa* von der „Sprudel"--Gesellschaft zu Ehren Schillers veranstaltet roorbcn mar, versammelte Alles, was in Wiesbaden zu den Spitzen der Gesellschaft gezählt wird; diese waren sowohl von den staatlichen Behörden, wie seitens der Kommunalvenvaltung, einer großen Zahl Stadtverordneten, den angesehensten Vertretern von Gewerbe und Industrie erschienen, mit ihren Damen, eine jo glänzende Versammlung, wie sie in unserer Stadt nicht ost sich zusarnmcnfindet. Die „Tell"-Ouverturc von Rossini leitete den Abend stimmungsvoll ein, von dem auf 60 Mann verstärkten Orchester in sehr gelungener Ausführung vor* getragen. Es folgen leise Geigenklänge, und Präsident Ehr. Kalkbrenner sprach seinen Prolog zur Gedächtnisfeier des 100jährigen Todestages Schillers. Dann trug Otto Kien- schers (vom Residenz-Theater) Schiller-Balladen vor, „Das SiegeSfeft", „Der Graf von Habsburg". Den Schluß der Feier bildeten die lebenden Bilder, denen eine Vision Schillers voranging. Marburg, 1. Mai. Die Marburger Schillerte ter verspricht ein glänzendes Fest zu iverden, das hinter denen größerer Städte nicht zurückstehcn toird. Wie die „O. Ztg." erfährt, wird Prof. Dr. Birt die Gedächtnisrede auf Schiller halten. Ferner wirken Herr Fritz v. Sachs, Regisseur vom Wiesbadener Hofthecvter, mit sowie Fräulein Äanna v. Sachs, Konzertsängerin aus Wiesbaden, die Schillersche Gedichte rezitieren bezw. Schiller-Schubertsche Gesänge vortragen werden. Bon den Marburger Männergesangvereinen sind der „Liederkrcmz-" und „Liederverein" uusersehen, die Feier durch ihre Chöre zu verschönern. Die Aufgabe, die Schiller-Gedächtnisfeier in Marburg, die am Dienstag, 9. Mar, abends! 8 Uhr im Museumssaale stattfindet, möglichst künstlerisch zu gestalten, wird also nach besten Kräften gelöst werden. * Kleine Mitteilungen .aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bad-Nauheim hat Dr. Hofmann, langjähriger Mitarbeiter des Herzspezialisten Dr. Smith, ein Sanatorium eröffnet. Dr. Smith, der Begriinder der modernen Wecbsel- strom-Herztherapie, wirkt dortselbst als Consiliarius. — D i e büßende Magdalene des großen Malers Corregto ist, wie aus Kassel geschrieben wird, aus Veranlassung der dortigen Polizei in Dunkelarrest gesperrt worden. Cme Kopie des berühmten Malerbildes — das Original ist in Dresden — war in einer Buch- und Kunsthandlung in Kassel ausgestellt worden. Auf Veranlassung der Polizei mußte das Bild aus dem Fenster entfernt werden. Da zwei Damen Eigentümerinnen des betreffenden Ladens sind, so ist nicht zu erwarten, daß gegen die Polizeizensur Einspruch erhoben wird. Die Rentabilität städtischer Gaswerke. (Nachdruck verboten.) Es geschieht heute wohl nur noch ganz ausnahmsweise, baß eine Gemeinde die Errichtung eines industriellen Betriebes mit monopolartigem Charakter, wie es Gas- und Elektrizitätswerke, Wasserleitungen, Schlachthöfe und Straßenbahnen. sind, dem Privatkapital überläßt. Einerseits aus rein finanziellen, andererseits aus öffentlichen Wohlfahrtsgründen werden die Kom- prunen gezwungen, derartige Betriebe in eigene Regie zu nehmen. Die Scheu, die man früher vor einer solchen Wirtschaftspolitik hatte, ist absolut geschwunden, und man nennt mit Recht denjenigen rückständig, der die Notwendigkeit kommunaler Gaswerke pp. bestreitet. Natürlich werden unrentable Werke dieser Art ein schweres Kreuz für die Gemeinde sein und den Gegnern der kommunalen Betriebswerke eine wuchtige Waffe abgeben. Wenn ein Werk schon im Keime verpfuscht, d. h. absolut schlecht angelegt ist, so wird eine Abänderung dieses Mangels gewöhnlich nur unter großen neuen Opfern möglich sein. Anders steht es mit solchen Werken, deren Anlage tut Prinzip, abgesehen von Kleinigkeiten, gesund ist, uttb die doch über eine mangelhafte Rentabilität zu klagen haben. In diese Kategorie gehören namentlich die Gaswerke vieler, nicht nur kleiner Städte, von dem großen München angefangeU, bis herab zu dem kleinen westfälischen Städtchen Kamen. In den beiden genannten Gemeinden — um bei praktischen Beispielen zu bleiben — war die Entwicklung der Gaswerke weit hinter den ersten Erwartungen zurück geblieben. Es war sehr richtig, daß man sich.mit deut Vorhandensein dieses Zustandes nicht zufrieden gab, sondern Schritte tat, ihm ein Ende zu machen. Interessant ist nun, .daß in beiden Städten die Ursache der schlechten Rentabilität dieselbe war: ungenügender Konsum! Der Gasverbrauch für Leucht- und Kochzwecke war nicht populär. Die Vorteile der Gasbenutztmg waren gewiß jedermann bekannt, und doch scheute man sich vor ihrer Anwendung. Der Preis des Gases spielt hierbei gewiß auch eine entscheidende Rolle, aber nicht allein, ja nicht einmal in erster Linie. Weit wichtiger ist etwas anderes: die großen Kosten der Zuleitung des Gases, die ebensowenig der Hausbesitzer, wie seine Mieter auf sich nehmen wollen. Daher beschloß man in München, nicht zunächst den dort ziemlich hohen Gaspreis herabzusetzen — das kommt schließlich bei starkem Konsum von selbst,— sondern man bewilligte die nicht unerheblichen Mittel, um die kosten- loje Zuleitung in die anzuschließenden Privatgebaude gu ermöglichen. Die ftadt. Gasanstalt wurde ermächtigt, die Zuleitungen vom Hauptrohr in der Straße bis zum Hauptgasmesser, einschließlich des Setzens des zuletzt Genannten und der Lieferung des Haupthahnes auf Konen der Stadtgemeinde herzustellen, wobei die Zuleitung innerhalb der Anwesensgrcnze ohne weiteres in den Besitz des Hauseigentümers übergeht. Ferner darf die Gasanstalt, ebenfalls auf Kostei) der Stadtgemeinde, die Steig- rohrleitunaen vom Hauptgasmess er an in die einzelnen Stockwerke und die Zweigleitungen tmch den Wohnungen auf Ersuchen Herstellen, wobei diese Leitungen wieder in den Besitz des Hauses übergehen. Doch blieb die Stadt bei diesem echt kaufmännischen Schritt, der in erster Linie dem. bloßen Anschluß zugute kam, und zwar dem Hausbesitzer persönlich, nicht stehen, sondern Nichte auch dem einzelnen Konsumenten entgegen zu kommen, indem sie solchen Mietern, dre unter 800 Mark Miete zahlen, unentgeltlich einen Gasautomatcn und eine vollständige einfache Gaseinrichtung für Kochen und Beleuchtung aufstellen läßt, wöbet ein einheitlicher Preis von 17 Pfg. pro Kubikmeter festgesetzt wird. Der Erfolgs dieses außerordentlichen Entgegenkommens übertraf selbst die kühnsten Erwartungen der Stadtverwaltung. Ter z. Z. bewilligte Kredit für die erste Neueinrichtung war im Handumdrehen infolge der großen Nachfrage aufgebraucht und es mußten weitere erhebliche Mittel flüssig gemacht werden, was man gern tat, denn produktiver konnte das Geld nicht angelegt werden. Es muß eigentlich Wunder nehmen, daß München erst so spät zu diesen reformatorischen Schritten gekommen ist. Bereits früher war dieser Weg in der Fachpresse erörtert worden; so remonstrierte einmal die „Deutsche Städtezeitung" an dem Musterbeispiele des städtischen Gaswerks zu Neumünster die Notwendigkeit, den städtischen Gasverbrauch zu popularisieren. In Neumünster ist das ganz hervorragend gelungen, und die Rech- 209.00 238.87 141.90 244.90 214.10 Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbatl Tendenz VernrNehSes. * Bismarck als Auskultator. In der beliebten Wochenschrift „Welt und Haus" lesen wir: Eine köstliche Episode aus der Zeit, in der unser Altreichskanzler noch im Iustizvorbereitungsdicnst steckte, und die bezeichnend ist für sein rasch aufwallendes Temperament, sei hier zu seinem Andenken nachträglich erzählt. Das Benehmen eines Bauern während einer Protokollau fit ahme ärgerte den jungen Auskultator, sodaß er schließlich in die Drohung ausbrach, er werde ihn hinauswerfen lassen, wenn er sein Betragen nicht ändere. „Das .Hinauswerfen ist aber meine Sache", wandte der Stadtgerichtsrat ein, „dazu haben Sie, Herr Auskultator, kein Recht." „Gut", sagta Bismarck nach einer Pause zu dem Angeklagten, der sich noch immer höchst herausfordernd betrug, „wenn Sie sich nicht zusammcnnehmen, lasse ich Sie durch den Herrn Stadtgerichtsrat hinauswerfen." . . 208.75 . . 238.90 . . 142.00 . 245.50 . 214.40 : ziemlich fest. ntvtgsbcrichte des dortigen Gaswerkes gehören zu den leuchtend- 'ten Punkten im städtischen Etat. Seit dem Jahre 1871 hat das Werk einen Nettogewinn von rund ein ein Sechstel Millionen Mark erzielt. Der Ueberschuß des Jahres 1891 von 51 060 Mk. war 1903 auf 102044 Mk. gestiegen. Der Selbstkostenpreis teilte sich in dem letztereit Jahre auf 8,84 Pfg. pro Kubikmeter, der Verkaufspreis für Koch- ttnd Heizgas auf 12, für Leuchtgas auf 18 Pfg. Wie populär der Gaskonsum tit Neumünster ist, ersieht man aus folgendem Vergleich. Attf den Kopf der Bevölkerung kämet: in München nur 35 Kubikmeter, in Essen 42, dagegen in Neumünster 80, in Berlin 82 Kubikmeter. Den Hauptanteil beanspruchte die Gaskocherei. Auf sie entfielen allein 57,70 Prozent gegen nur 9 Proz. in Liegnitz und 40 Vroz. in der am günstigsten stehenden Großstadt, in Straßburg i. E. Das ist kein Zufall, sondern erreicht worden durch folgende Maßnahmen: unentgeltliche Legung der Zuleitungen hinter der Bauflucht bis zu 10 Meter pro Gasmesser, kostenfreie Herstellung der Gasmesserverbindung, Abgabe bester Gasapparate zum Selbstkostenpreis, unentgeltliche Reinigung und Justierung der- elben. In der Stadt Kamen lag das Uebel daran, daß die Gasanstält 'irr einen weit höheren Konsum eingerichtet worden ist, als zi:r Zeit vorhanden. Dort fehlt dem Gasverbrauch die so notwendige Popularität. Die Stadt hat sich daher entschließen müssen, fortan nicht nur bie Zuleitungen auf ihre Kosten zu legen, sondern auch noch — wieder erfreulich kaufmännisch — zwei Acquisiteure anzustcllen, welche „Abonnenten sammeln" sollen. Die Kamener Stadtväter werden hoffentlich ihre Freude an diesem Entschlüsse erleben, beim wo immer ähnliche Maßnahmen getiwffen worden sind, da ist der Erfolg noch nie ausgeblieben. Wenn heute noch Stadtgcmeinden „notleidende" Gaswerke, die im übrigen gut eingerichtet sind, haben, so ist das ihre eigene Schuld. Ein Gaswerk ist ein industrieller Betrieb und will nicht nach den Prinzipien des grünen Tisches verwaltet sein, ändern nach den Grundsätzen des rechnenden Kaufmannes. .Den Konsum durch geeignete Maßnahmen zu heben — darin einzig liegt das Geheimnis der Rentabilität, nicht nur bet Gaswerken. Kisenbahn-Zeitung. Die „Berl. pol. Nachr." melden: Die Vereinfachung der Personentarife wird am 5. Mai in Berlin auf einer Kvnferenz preußischer und außerpreußischer Eisenbahnvertreter beraten. Minister v. Budde beteiligt sich an diesen Verhand- handlungen. Die Verhandlungen über die Herbeiführung einer Betriebsmittelgemeinschaft werden am 29. Mai in! Berlin wieder ausgenommen. Spielplarc der vrrrimyten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 2. Mai *): „Tie Afrikanerin." Mittwoch den 3. Mai geschlossen. Donnerstag den 4. Mai: „Götz von Berlichingen." Freitag den 5. Mai geschloffen. Samstag den 6. Mai. „Die Hugenotten." Sonntag den 7. Mai: „Der Troubadour." Montag den 8. Mai geschlossen. Dienstag den 9. Mai: Zu Schillers Gedächtnis: „Das Eleusische Fest." Hieraus: „Die Zauberstöte." Schauspielhaus. Dienstag den 2. Mai*)< Schiller-Zyklus, 4. Abend: „Maria Stuart." Mittwoch den 3. Mai: Letzte Wiederholung des Vortrags-Abend. Gedichte von Friedrich Schiller. Donnerstag den 4. Mai: Schiller-Zyklus, 5. Abend: „Wilhelm Dell." Freitag den 5. Mai: „Kabale und Liebe." Samstag den 6. Mai: Schiller- Znklus, 6. Abend. Net: einstudiert: „Don Carlos." Sonntag den 7. Mai: „Don Carlos." Montag den 8. Mai: „Die Räuber." Dienstag den 9. Mai: Schiller-Zyklus, 7. Abend. Todestag Friedrich Schillers. „Demetrius". Hieraus: „Das Lied von der Glocke." Zum Schluß: „Epilog zur Glocke" von Goethe. „Lebendes Bild." •) Ansang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Offenbach, 1. Mai. Bereits seit einer Reihe von Jahren befindet sich die deutsche Lederindustrie, so schreibt die „Off. Ztg.", in einer schwierigen Lage, die in erster Linie durch die unverhältnismäßig hohen und fortgesetzt steigenden Preise der Rohmaterialien für die Lederbereitung bedingtest und noch wesentlich durch die ausländische Konkurreitz verschärft wird. Durch die Neuordnung der deutschen Zollpolitik wird aber die deutsche Lederindustrie voraussichtlich noch in eine weit schlimmere Lage gedrängt werden, weil sie infolge der Erhöhung der Zölle aus Gerbmaterialien um etwa 5 Psg. pro Kilo im Durchschnitt nach sachmännischer Vercchnimg vom Jahre 1906 ab rnnd 4 Millionen Mark jährlich mehr aufbringen muß. Dabei werden diejenigen Zweige der Lederindustrie, die verhältnistnäßig vrel überseeische Gerbmaterialien bei der Herstellung ihrer Leder gebrauchen, d. i die Fabrikation schwerer Ledersorten, welche am wenigsten lohnend ist, von der Erhöhung der Gestehungskosten der Gerbung am stärksten betroffen werden. Um nun der deutschen Lederindustrie einigermaßen einen Ausgleich zu Bringen und ihr eine Erleichterung zu schaffeit, hat die Handelskammer Offenbach, einem Wunsche des Zentralvereins der deutschen Lederindustrie Folge gebend, in einer ausführlich begründeten Eingabe an das Großh. Ministeriunt der Finanzen , wie an die Eisenbahn-Direktionen Frankfurt a. M. und Mainz das Ersuchen gerichtet, an maßgebender Stelle für eine Ermäßigung der Eisenbahnfrachtsätze für Rohmaterialien zur Leder- bereitimg efnzutreten und zwar derart, daß sämtliche vegetabilsiche Gerbstoffe gleich der Lohe in den Spczialtarif III und die Kandel vrb AerKekr. Aotkswirischast. Berliner Börse vom 1. Mai 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 21/* Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. gesalzenen Häute und Felle aus dem Spezialtarif I in den Spezialtarif II versetzt werden. Eine derartige Frachtermäßigung würde nicht nur im Interesse der beteiligten Unternehmer- und Arbeiterkreise, sondern auch aus Gründen der Nationalverteidigung im vaterländischen Interesse gelegen sein: denn nur dann wird die deutsche Lederindustrie imstande sein, im Mobilmachungsfalle dre alSdann benötigten großen Mengen Leder zu liefern, wenn in Friedenszeiten die Vorbedingungen zu^ einer kräftigen Entwicklung und hohen Leistungsfähigkeit erfüllt sind. Die medizinische Fakultät verliert in dem Entschlafenen, den wir heute zur letzten Ruhe geleiten, ihren Senior, einen überaus Erhöhungen der G e t r e i d e s r a ch t e n. Der bedeutende Preisrückgang für Weizen an den Sorten Nordamerikas hat bereits ein lebhaftes Exportgeschäft von amerikanische mund kanadischem Weizen und Mehl nach Europa zur Folge gehabt. Die Folge davon war, daß bie Fraehtnalen für Verschiffung nach ben europäischen Küsten nicht unwesentlich erhöht würben. So nach Hamburg um 8/< Mk. pro Tonne, auf 88/<—9 Mk. gegen seitherige 8—81/4 Mk. pro Tonne. Im übrigen tft ben Berichten bet Ein- cimiatier Fachblätter zu entnehmen, baß bie jüngsten Niederschläge bas Wachstum der Halmfrüchte ungeachtet ber kühlen Witterung sehr geförbert haben. Somit finb auch die Aussichten auf eine gute Ernte wesentlich gebessert. DerRheinisch-WcstfälischeEffckten markt? Der KohlenknrenmLvkt war heute etwas fester bei weuig veränderten Kursen. Mont Cenis würben mehrfach zu erhöhten Preisen gehandelt. Ferner fanden verschiedcntliche Umsätze statt in Graf Schwerin, Augusta Viktoria, Dahlhauser Tiefbau und Gottessegen. — Am Kalikuxenmarkt wurden heule von schweren Werten Glückmsi bei Sondershausen und serner von leichten Werten Hansa Sikberberg und Einigkeit gesucht. Das übrige Gebiet lag vollständig ruhia. — Von Erzkuxen Wild- berg höher gesucht. Sonstiges ruhig. AvSM svs den StenitsrnnfsmiBriu btt Stabt Gittzkv. Aufgebote. 20. April. Ab am Hettche, Postbote dahier, mit Marganüe Fritz in Treis a. d. Lda. 22. April: Franz Stein, Lehramtsaffeffor in Dieburg, mit Emma Hmistein dahier. 26. Avril: Wilhelm Klein, Heizer dahier, mit Henriette Tröller Hierselbst. — Ludwig Beck, Kaufmann dahier, mit Irma Schuster m Mannheim. —Karl Johann Konrad Heckmann, Dtetzger dahier, mit Elisabethe Häuser in Watzenborn. 27. April: Heinrich Prescher, Schuhmacher dahier, mit Atarie Schätz Hierselbst. — August Wehrheim, Lehrer dahier, mit Karoline Müller Hierselbst. — Heymann Süskind, Kaufmann in Fürstenau, mit Frieda Keßler dahier. Eheschließungen. 22. April: Hermann Wörner, Lehrer in Wallerstädten, mit Lina Franz hierselbst. — August Rück, Kutscher dahier, mit Auguste Hermine Kunz hierselbst. — Karl Huber, Sergeant in Lahr, mit Katharine Tonges dahier. 27. April: Karl Schnell, Bäcker dahier, mit Anna Opper hierselbst. Geborene. 15. April: Dem Kaufmann Georg Karl Hüttenberger eine Tochter. — Dem Bürgermeistereigehilfen, Finanzasvirant Kart Tresor eine Tochter, Luise Ottilie. 18. April: Dem Wirt und Spezereihändler Johannes Marker eine Tochter, Hedwig Karola. — Dem Schlosser Jakobus Sigismund ein Sohn, Friedrich August Wilhelm. 19. April: Dem Fabrikanten Ernst Vletz eine Tochter, Erna. 20. April: Dem Straßenkehrer Johann Theodor Löber eine Tochter. — Dem Oekonomen Heinrich Zölzer ein Sohn, Karl Wilhelm. 21. April: Dem Kellner Ludwig Riehl ein Sohn, Hans Fritz Justus Lildwig. 22. Dem Eisenbahnschafiner Adam Zinn ein Sohn. 24. Dem Bahninvaliden Friedrich Försterling eine Tochter, Elise. —- Dem Schlosser Franz Bevler ein Sohn. 25. Dem Spenglermeister Emil Dörr ein Sohn, Wilhelm Georg. — Dem Kellner Martin Stockert eine Tochter, Amia Eva. Gestorbene. 22. April: Valentin Ludwig Konrad Heinrich Pfeifer, 2 JahrL alt, Sohn des Taglöhners Ludwig Pfeifer. — Georg Schneider, 61 Jahre alt, Gendarm i. P. dahier. 25. April: Helene Schmidt, geb. Schmidt, 51 Jahre alt, Ehefrau des Tanzlehrers und Barbiers Ferdinand Schmidt dahier. — Luise Best, geb. Klotz, 22 Jahre alt, Ehefrau des Zahlmeister-Aspiranten Wilhelm Best dahier. — Sophie Menz, geb. Kranig, 44 Jahre alt, Ehefrau des Maurers Adam Menz dahier. 26. Christian Mai, 46 Jahre alt, Kutscher dahier. 27. Anna Katharine Thomas, geb. Schlaffer, 77 Jahre alt, Ehefrau des Straßenkehrers Nikolaus Thomas dahier. — Heinrich Hornseck, 56 Jahre alt, Mahnbote dahier. — Jrrlius Paul, 27 Jahre alt, Gärtner dahier. 28. Emil Weißbäcker, 38 Jahre alt, Siebmacher dahier. — Wilhelmine Schwan, geb. Pburg, 77 Jahre alt, Rentnerin dahier. __i ii ■■■■!■ .. । ■ । ■■■■■■ ....... ".mjiL — Der Kinder Wohl und Wehe bildet besonders in den Entwickelungsjahren die größte Sorge der Eltern. Trotz aller Vorsicht und Pflege kommt es bei sich rasch entwickelnden Kinder vor, daß eine Störung im Ernährnngsleben eintritt. Das Blut ist nicht im Stande die Lebens- und Ausbaustoffe so rasch und in solchen Mengen herbeizuschaffen, wie sie der junge Körper in seiner, sich int schnellen Tempo vollziehenden Entwicklung gebraucht. Da aber alle Lebensstoffe für die einzelnen Organe tmferes Körpers nur durch das Blut herbeigefchafft werben können, so leuchtet es gewiß Jebem ein, wie groß bie Anforderungen sind, die dann an das Blut gestellt werben. Wer mehr bergeben soll, als er besitzt oder einnimmt, wird bald am Ende sein. So ist's auch beim Blut. Die Folge der Mehrhergabe an Aufbaustoffe und nicht genügender Ersah derselben führt zu ben Erscheinungen, bie wir bei schnell wachsenden und in der Entwicklung begriffenen Kindern häusig beobachten. Das blühende Aussehen schwindet, die Augen fmb matt uni) eingefallen, anstatt fröhlich unb ausgelassen zu sein, werben sie traurig, finb immer mübe, haben keinen Appetit, klagen über alles Mögliche. Dann ist es die höchste Zeit, energisch emzugreifen unb sich die neuesten wiffenschaftllchen Erfahrungen zu Nutzen zu machen. In solchem Stadium Helsen Kinder- unb Haser- mehle, Hämatogene, Lebertran u. s. w. nichts, es müffen blut- bilbenbe Faktoren ingenügenderQuantität zur Anwenbung gelangen. Wir besitzen heute, bank ben langjährigen umfaffenben Versuchen ein solches billiges Jbeal-Kinbernährmittel in bent „Bioson". Aus bem Eiweiß der frischen Milch, frischem Eigelb, löslichem Eisen- und Kakao-Zusatz hergestellt, leistet es für schwächliche, in der Ernährung zurückgebliebene, rhachitische, skrophulose Kinder geradezu Erstaunliches, sodaß man mit vollster Berechtigung sagen faim, daß jede Mutter eine große Unterlassung begeht, wenn ft em ben angegebenen Fallen ihre Kleinen nicht „Bioson", trinken laßt. Ganz vorzüglich ist es auch, ben gehtnben Kinbern in ihrer Ent-^ lvickelung von Zeit zu-Zeit Bioson, entsprechenb in Milch verbunnt^ eine Zeit lang als Morgengetränk zu geben, rote jeher Arzt bestätigen wirb. Das Bioson ist in ben Apotheken, Drogerien u. s. ro. ba§ /2 kg Mk. 3.— erhältlich, woselbst auch bie l)ochintereffante Broschüre „Die Bluternenerungs-Kur" von Pr. Rob. Schultze und bte amtlich beglaubigten Berichte vieler hunbert Aerzte in tausenben von ,-sällen gratis zu haben ist. Bioson ist wohlschmeckenb, letcht herzustellen unb kann am Morgen anstatt Kaffee ober Tee getrunken werben^ ivoburch auch der nachteilige Einfluß ber letzteren auf bie Nerven, ben Magen usw. wegfällt. Bioson spart ben Eltern viel Gelb, weil seine Anwenbung täglich nur wenig kostet unb teuere Eisen- mittel, Hämatogen, Nährpräparate, Lebertran usw. überflüssig macht. ' b7/< Eine Mutter sagt er froh der «deren, HZ Anorrs Hafermehl ein kostbares natürliches Präparat besitzen, das keinem der Binder vorenthalten werden darf! *Es steht fest, ^si man mit Knorrs Hafermehl durch Zusatz von Kuhmilch ein der Muttermilch an Nährwert nahezu aleichkommendes Getränk erhält, welches den Säuglingen bestens bekommt und bei dem sie vorzüglich gedeihen. Knorrs Hafermehl wirkt blutbildend, gibt straffe Muskeln und begünstigt vorteühaft einen festen Knochenbau, weil es viel von dem für die Knochenbildung unerläßlichen Phosphor enthält. Dies dürfen die Mütter im ^ntereste des Kmdeiwoples nie vergehen. g 8*3 iS ö O öS to 01 S ffiö? © Cb Cb (?) Ö«e» R» <5 2 O (D cb Ä CB o S er «> 6) to «3 % (Dcp m 3 CD -ö S ro W Wtjn, A 5 )oc "re' © to & GA (U) 2 CO D (D (Dä 2. (2 S< c «> ö ö V rj 01 Cb S re re iS^iP «? CZZ> O CZ7= re W'O Cf § &° s P»w **-o- Cb Z2, 09 2 2 S5 .•■Cö » SÄ tü & ^>L 2-7 2?ö3>9 s E=5 OCH 5 CXJ söeoffi ro *- (D~öo | öD^-e"^ G)-e-c S rn L :S y CB CW» 3* btifi-i n fi> 5- ft *• O rs ? fit » fit# CB s- s L Gi L- (?) S (?) s< « 6) o K cb S N fd trq 3 M ÖB re m sT Cn co W o s U« 3> 3 VQ cn 3 S* n> pr a ß s p* O o (?)^ ~-2Q 3 n 3 CV 3 U s U) o I m Z m CD cn «r| Ö8^ CO w o labten, mit , mit Auguste m Lahr, mit Bäcker dahier, (Deo R< 9. «3» feiler, 2 Jahre irg Schneide^ fene Schmid/, und Barbiers 22 Jahre alt, . dahier. - bti Maurers alt, Wer :, 77 Jahre alt, ;et. - Heinrich Paul, 2? Jahre ahre alt, Lieb' !(77 Jahre alt, Kienberger eine asvirant Karl iem Wirt und wigKarolo.- iedrich August 1 eine Tochter, )bor Loder eint it Cahn, Karl in Sahn, Hans ilbam Zinn ein rg eine Tochter, )iu 25. Dem icorg, - Dem S< Cb ■O' — O- 2 * ^3gG) 1 Margarete tömgofleliot Wilhelm 7* Ludivia e-m. -Karl dethe Häuser acher dahier, chrer dahier, >» Kauimann CB (9 £8» -U d>e -o>r V^t fi)rpcrl,:r >i-kl»"S in re - Q re (?) — xS a L 2 § erq a Ä wUn^ 28f» "411 S«ä.i5 für* "5$ 6 :«<4 M •Ä 1tn «if eine *l M? f Äti tat /i tau M N »ott LS® »ott W T°z "k-ttU^ Prfre uw " co -e r o Wehe :bßte Sarge bet ; bei sich rM :rnährunqsleben 2, nnb AuidaU' en, wie sie der .llziehendenEnt- [t die einzelnen igeicbaffl ** ,'Ä» äss- <53* ^■S mii»-" * ».„rAnwendu^ l>" ,7l-E : !«> “ÄW lor-E-, m *W£k i‘,n7»rS6nt ÄKL #ü*w l»' ntetM«' f e Sb 9le^e!1 aul bte. ( lyeld. ter« ^te |j rl. nd'°Ä-siiK ülw. v M Cc re z5 ' ß,r-s § - Cö Ö9 CO Cb « Cb Cb ce cb Cb Cb CB 8 CB Cb Cb CB CO tä Cb ;■ cb CB »e» Cb CO Cb Cö Cb Cb CB CB Cö CO CB co CO Cb CO -» CB 07 Cb Cö Cö CB Cö Cb CO <2 © Cb (5 N 8 Co Ct> Cö Cb CO 3 S Cö Cö Cb 8 in ä: v» Co 8 6/ 3 CO o Cb to to CO (?) s< (D CO S Cö -^ÖB D' O' v> (DF ro re -S- 3 Ci (D^ re — Ä re» re 'S* gaHM "S«I Öre »3 re. § ffi O CD P< 2 Weizen 100 Kg. 18,40 9)lf. Roggen 100 „ 15,50 Mk. Getreidepreise in M a n n h e i m §)A ö C re 50 Kg. Schlachtgervicht 72—74 Mk. 7„ Kg. Schlachtgem. 87—90 Pi. V, „ " 67—68^,, Höchste S6)lachtviehpreise in F r a n k i u r t a. M. Weißbrot 2 Kg. 52 Pta. Schwarzbrot 2S^g. 48 Pig. Brotpreise in Gießen v, Kg. 70-80 Psg. | 7- „ 70-74 , ! 72 „ 60 72 , Fleischpreise in Gießen Ä ■ MD Seltersweg: 83, Md tabtier-Karawane 2357 g & MA bewillige. 2418 W E Bitte Schaufenster beachten. "W Eberli. Metzger, dem 2358 Chilesalpeter H n u. a. reiche Auswahl. empfiehlt 2420 Soupers. 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