155, Jahrg. Mittwoch, 1. Februar 1905 Nr 27 Gießener Anzeiger Seneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen. UvteMoaSbruS «rS Berte® frei QrUv: In der Komnusiwn tat etne leltene Einmütigkeit in der Beurteilung dieser Frage g 1 j 1• Otavi-Gesellschast hat die Notlage des Reichs ausgebeute es si ein wucherischer Vertrag, der nach dem ^urg l < kaum Rechtsgültigkeit hat. Wird die^Forderung-bewilligt, dann nützt auch der von der Kommission bcanlragte Gesellschaft dann bekommt man überhaupt fern Geld Bon ber ®c eWft zurück, während im Falle der Ablehnung der «°rderung d,e SMo nialverwaltung freie Hand zu neuen V-rhandlungen hat De ganze Aufstand ist nur von der Verwaltung V^schuve^ der vor nichts zurückschreckenden rücksichtslosen Abg. Werner (Antis.) ist auch der Meinung, daß die Firma Koppel bas Reich übers Ohr gehauen habe. Geh. Legationsrat Dr. Zeis? nimmt die ^ma Koppel gegen /Jen Vorwurf, doloS gehandelt zu haben, ^Schutz. Sie Hecke, soweit bis jetzt feststehe, kein Personal her Otavigeselffchaft zum Bau der Bahn Rehoboth-Windhuk abkommandiert. Nur der Kontrollingenieur sei herüber gekommen. Abg. Dr. Müller-Sagan (fteis. Vp.): Wir sollen aus, den Taschen der Steuerzahler nicht das Geld für die Kolonialgesellschan geben. Man sehe fick bock den Vertrag an, und man wird finden, wie sehr er das Reick schädigt. Von einer Notlage bei seinem Abschluß kann keine Rede sein, Der Vertrag kennt lediglich Neckte der Gesellschaft; die Rechte des Reiches stehen auf der letzten Seite Der Drucksache, too nichts Drauf steht. Nach kurzen weiteren Bemerkungen der Dbgg. Dr. Arendt (Np.) und Stortz ssüdd. Vp.) wird Titel 3 in der Fassung, wie sie ihm die Kommission schließlich verliehen, angenommen, und zwar gegen die Stimmen ber Sozialdemokraten, einer Anzahl Freisinniger und der Polen. Titel 4 zu Vorarbeiten für den Bau einer Eisenbahn von Windbuk nach Nehodoth ist bekanntlich zurückgezogen. Bei dem Titel 5 „zur Hilfeleistung aus Anlaß von Verlusten infolge des Eingeborenenaufstandes" 5 Mill. Mk. bat die Kommission 2 Mill. Mk. gestrichen. Außerdem hat sie die Ueberickrist des Titels folgendermaßen geändert: „Zur Hilfeleistung aus Anlaß von Verlusten infolge der Einaeborenenaufstände für den gesamten Bereick des Schutzgebietes". Abg. Dr. Potthoff (freii. Vgg.) beantragt, dem Titel 5 folgende Fassung zu geben: „zur Hilfeleistung aus Anlaß von Verlusten infolge des Hereroaufstandes 3 Mill. Mk.". Kolonialdirektor Dr. Stnbol: Die verbündeten Regierungen hatten einen Nacktraasetat von 5 Mill. Mk. aus Anlaß der durch den Eingeborenenaufstand geschädigten Ansiedler eingebracht. Hiervon sind nun von der Kommission 2 Mill, abgestricken worden. Die wirklichen Verluste sind auf 7 Millionen geschätzt worden. Es ioll nun aber nicht nur die Summe von 5 WW. um 2 M?ll. verkürzt werden, sondern man sieht sogar die Summe pon. 3 Mill, für ausreichend an. um die durch den Herero- und Witboiausstand betroffenen Ansiedler zu entschädigen. Nack unserer Schätzung belaufen sich die Verluste durch den Wirooiaufstand auf 6 Mill., so daß die Gesamtentsckädigungen 13 Mill, betragen müßten. Es würde nach unserer Sckätzuna auf die durch den Hereroausstand geschädigten Ansiedler 27Ao Mill., auf die durch den Witboiaufstanb betroffenen Ansiedler 2V,-» Mill, entfallen. Wenn nun noch die 2 Mill, abgestricken werden sollten, würden die Ansiedler vor die Frage gestellt fein, ob sie überhaupt den Wirtschaftsbetrieb wieder übernehmen ober ob sie arm und enttäuscht die Kolonie verlassen sollen. Man führt nun aus, daß bei den Schädigungen durch elementare Gewalten in Deutschland immer nur Notstandgelder gegeben werden. Diese Parallele ist jedoch nicht angängig. Gewiß gebührt den in Deuffchland Geschädigten gleiche Teilnahme. Wenn jedoch in Deutschland volle Entschädigung nicht gegeben wird, so liegt es daran, daß wir es hier mit althergebrachten, festgefügten wirtschaftlichen Verhältnisien zu tun haben, die auch ohne volle Entschädigung einen sickeren wirtschaftlichen Halt finden, werden. Anders in Südwestafrika. Hier kann nur volle Entschädigung vor wirtschaftlichem Rum schützen. Volle Entschädigung ist nickt nur ein Gebot ber Billigkeit, sondern auch eine Pflicht gegen das Schutzgebiet, deren Nichterfüllung sich bitter rächen würde. „ Wenn Sie an den Abstrichen festhalten, bann beharren bie verbünbeten Regierungen auf dem Standpunkt, daß die gegenwärtig bewilligten Summen nur eine vorläufige Maßnahme zur Beseitigung , ber drin gen bsten Not bebeuten und baß sie sich Vorbehalten, in einem bernnächst einzubringenben Nacktragsetat volle Entschädigung für die Ansiedler zu fordern. Ich bitte Sie, wenn Sie schon den Forderungen der Negierung nicht zustimmen, wenigstens den Antrag Potthoff. Abg. Dr Potthoff (fteis. Vgg.) t Trotz der Verfehlungen einzelner Händler und Ansiedler kann^ man, diesen nicht bie Schuld an dem Aufstand beimessen. Eine Enffckädigung rechffcrttgt sich durchaus. Ob „Entschädigung" oder „NotstanDsgelder" ist nicht 10 wichtig, denn Die Notstandsgelder sollen ja zur Enffckädigung verwandt werden. Der Fonds von 3 Millionen ist aber zu gering für das gesamte Schutzgebiet. Ich will ja nicht bestreiten, daß manche Ansiedler ihren Schaden zu hoch eingeschäht haben, ^bet im wesentlichen sind Die Deklarationen mit einer, erfreulichen. Ge-, wissenhaftigkeit erfolgt. Von einer vollen Entschädigung ist. ja ohnehin nicht die Rede, zumal, wenn man nur 3 Millionen bewilligt. Tie Bereitstellung eines einigermaßen genügenden Fonds entspricht aber gleichermaßen den Geboten der Billigkeit, wie den der polinschen Klugheit. Schließlich ist es ja egal, ob die Summe jetzt oder int 3. Nacktragsetat komplettiert wird. Aber der jetzige Beschluß der Kommission hat in den Kreisen ber Ansiedler eine große Beunruhigung und Entmutigung hervorgerufen. Diesen pspchologifchen Eindruck müssen wir einigermaßen wieder wett zu macken suchen. Ick bitte Sie daher, wenigstens meinem Antrags zuzustimmen. Als Prinzip mütien wir statuieren, daß wenigstens die Hälfte des Schadens vergütet wird. Ich selbst wäre auch bereit gewesen, die 5' Millioneit-Negieritngsforderung zu bewilligen. Abg. Dr. Sndeknm (Soz.): Ans prinzipiellen Gründen lehnen wir die Forderung der Regierung, wie Den Beschluß der Kommission und den Antrag Potthoff ab. Wir haben zu viele morasilche Verpflichtungen im eigenen Lande zu erfüllen, ehe wir nach Sud- wesiafrila Millionen zn Entschädigungszwecken senden. Am besten wäre es, wenn wir Südwestafrika ganz aufgeben. Selbst Gras Caprivi hat seiner Zeit zugestanden, daß diese Frage erwägenswert sei. Die Engländer haben doch auch Kolonien aufgegeben, bie fick nickt rentierten. - Abg. Graf Oriola (nl.): Es ist selbstverständlich, ba^ meine Freunde zu Dem Gedanken, die Kolonie aufzugeben, tn btreitem Widerspruch stehen. Ick gebe zu, daß ein juristischer Anspruch auf Entschädigung den Ansiedlern nicht zusteht, aber es hain elt pck hier um eine Frage der Billigkeit. Die Ansiedler sollen lehen, >.aß ne mii Recht Vertrauen auf den Schutz des Reiches haben Durren. Die Gewährung der Entschädigung ist aber nicht nur billig, sondern auch tlug. Wenn Die Kolonie Bedeutung für Deuffchland vehalten soll, dann müffen wir Denjenigen helfen. Die für das weitere Gedeihen ber Kolonie unentbehrlicy sind. Wir müssen die Kolonie wirtschaftlich zu heben suchen und dazu ist es errorderlich, daß Der Farmbetrieb unter allen Umstanden erhalten bleibt. Es ist darauf Bingetoieic», das; auch bci qroben U-berichwemmuage- in Deutschland und bei Manöverschaden nicht die volle Entscha- dignngssiimme gezahlt wird. ' demgegenüber erinnere ich doch an Die vielen Millionen, Die das preussiicke Abgeordnetenhaus zum Ausgleich der NeberschtoemmnngS- sckäden bewilligt hat, und betone ferner, daß meine Freunde von jeher auf den Standpunkt gestanden haben, daß die Maiioverschaden vollständig entschädigt werden müssen. Es liegt aber auch im Interesse der Steuerzahler, daß den Ansiedlern die Entschädigung zugebillig twird; denn nur in diesem Falle werden die bisherigen Opfer nicht vergeblich gebracht fein. (Sehr richtig.) Der Eintrag der BiidgetkommUsion gebt mir nicht weit genug. Drei Millionen sind zu wenig. Deshalb beantrage ick naniens meiner politischen Freunde, Die Position wieder auf fünf Bttllionen zu erhöhen. (Rufe von de» Soz.: „10 Millionen!") Nein auf fünf Millionen; es ist derselbe Betrag, den Die Regierung beantragt hat und dieser ist auch erforderlich. Sollte unser Antrag abgelehnt werden, so werden wir für den Antrag Potthoff stimmen. Memo Freunde sind iedenfalls enffchloffeii, die Regierung zu uittersmyeu wenig zaghafter Weise solche Forderungen geltend gemacht tow den. lieber das warme Herz für die Ansiedler sollte man doch nicht das warme Herz für die deutschen Steuerzahler vergessen. !Sehr wahr! links.) Die da auf uns schelten, sollten lieber in ihre eigene Ta'cke greifen, nickt aber ihr gutes Herz auf Kosten der deutschen Steuerzahler in Die Tat umsehen. Wie werden wir Abgeordnete verdäckttgt! Wer nicht mit vollen Händen das nationale Geld hingibt, der gilt nickt als national. (Hört, hört! links.) Diese Aeußerung ist der Gipfel des Unfugs, den man in letzter Zeit mit dem Namen „national" getrieben hat. In welcher Weise hat nickt die „Deuffcke Zeitung" des Herrn Lange unmittelbar nachdem die Budgetkommission die Forderung abgelehnt hat, uns Abgeordnete angegriffen! Bei aller Bereitwilligkeit, den Farmern zu helfen, sollte man doch das Jrsteresse der deutschen Steuerzahler nicht vergessen. Ich frage weiter, ob die Regierung beabsichtigt, sich nack Niederwerfung des Aufstandes mit Ehren aus dem Schutzgebiet mrückzuziehen? (Beifall links.) Kolonialdirektor Dr. Stuebel: Wenn in Den Tabellen stehtk „Außenstände für die Hereros", so haben diese Zahlen lediglich einen statistischen Wert. Sie kommen für die Bemessung der Entschädigungen gar nicht in Frage. Was die Entschädigung von Ausländern betrifft, so sind bisher Entschädigungsansprüche von Ausländern noch nicht eingereicht. Diese Frage ist also noch nicht praktisch geworden. In der Kommission ist hervorgehoben, daß, wenn wir bemüht sind, von den anderen Staaten gegebenenfalls Entschädigungen für unsere Staatsangehörigen zu erlangen, es auch iwfere Pflicht ist, eintreimdenfalls Ausländer bei uns zu behandeln, wie wir wünschen, daß unsere Staatsangehörigen von anderen Ländern behandelt werden. Für die Entschädigung kommt der § 4 ber be-üolichen Bestimmungen in Betracht. Hiernach kann Gesellschaften, soweit sie kapitalkräftig sind, nur ein Darlehen getoäbrt werden: diese Gewährung ist noch dazu abhängig von dem Vorhandensein eines Landbesitzes. Der Abg. Kopsch hat Klarhett über die Zukunft von Südwestafrika gewünscht. Er fragt, ob die Absicht bestehe, sich nach Niederwerfung des Aufstandes mit Ehrm aus dem Schutzgebiet zurückzuziehen. - Eine solche Abucht bestehe nickt. (Beifall reckts.l Die Aufwendungen, die wir zum Nuhme und zur Ehre des Deutschen Reickes gemacht haben, werden Fruchto tragen Wir geben uns der bestimmten Hoffnung hm, daß es nach allen den Opfern, die wir gebracht haben, nach Niederwerftmg des Aufstandes gelingen wird, das Schutzgebiet einer erfreulichen uns gedeihlichen wirtschaftlichen Erschließung eritgegenzuftihren. Gerade weil wir diese Hoffnung haben, legen wir einen so großen Wert auf die ausreichende Entschädigung. Abg. v. Staubp (kous.): Tie Ausftihrungen des Abg. .Kopsch waren in sehr gereiztem Ton gehalten. Ich kann mir nicht Denken, daß er Duren seine Gegnerschaft zur Kolonialpolttik allem m Stimmung hineingeraten ist. Er ist über Die Angriffe der Preffe verärgert, aber wer von uns wird denn nicht.angegriffen • Erzberger hat es gar nicht nötig gehabt, es hier darzulegen, Daß bie Ansiebler keinen Rechtsanspruch auf Entschäbigung haben. Das wird keine Partei behauvten, es handelt sich aber hier um eine Maßnahme, die im rigenften Interesse ber Kolonie selbst liegt. Die Negierung fft unseres Erachtens jetzt auf Dem richtigen Weg. Meine Partei wird in erster Linie für bie Regierungsforderung von 5 Millionen stimmen, in zweiter Linie für den Antrag tn dem Bestreben, in Güdwcstaftika wieder geordnete Anstände zu schaffen und sie hallen fest an der Ansicht, das; eine Kolonie nicht aufgegeben werden darf, die nnS soviel Gut und Blut gekostet hat. ' Adg. Dr. Arendt (Rp.): Ick schließe mich dem Vorredner nach allen Richtungen bin an und bemerke, daß der Antrag Pottboff sa vollständig übereinstimmr mit dem Anträge, den ursprünglich auch daS Zentrum in der Kommission gestellt batte. Vollen wir die Kolonie nutzbar machen, wollen wir in ihr eine Duelle de>5 wachsenden Wohlstandes haben, dann müssen wir auch die Grundlagen hierfür schaffen. Der Abg. Dr. Südekum bat sich auf einen AuSspruck deS Grafen Caprivi berufen, aber die Tätigkeit CapriviS als Kolonialpolitiker wird von uns nicht allzu hoch geschätzt. Bedauert habe ich eS, das; der Referent des .Kolonialetats Prinz Arenberg in der „Deutschen Zeitung" so angegriffen ist. Die Stellung deS Referenten ist eine überaus schwere, ich bedaure, das; man sie ihm noch schwerer macht, indem man ibn auch von.kolonialfreundlicher Seite so angreist. Der große Eifer und Fleis; des Prinzen Areuberg ist um w mehr anzuerkennen, als er in seiner eigenen Fraktion Kolonialseinde hat. Erfreulich ist eS. das; Buren Schulter •m Schulter mit Deutschen gekämpft babeu: hätten wir früher Buren hinzugezogen, so hätten wir viel an Blut und Gut sparen können. Abg. Dr. Spahn (Ztr.) bittet. cS bei dem Beschluß der Kommission zu belassen, auch bezüglich der 3 Millionen. Zunächst müsse daS dringendste Bedürfnis befriedigt werden, und dazu reichen die 3 Millionen auS. Abg. Liebermann von Sonnenberg (Mitt': Der Abgeordnete Südekum ist der einzige, der keine moralische Verpflichtung den Ansiedlern gegenüber anerkenn:. Er erwärmt sich für die feudalen Herero, die die Owambo und Bergdamara mit furchtbarer Grausamkeit unterdrücken und zu Sklaven gemacht haben. Herr Südekum sprach von dem Recht der Revolution. Er rief dem Abg. Dr. Arendt gestern zu, wie können Sie da'Recht auf Revolution bestreiten? Besinnen Sie sich nicht anf die Revolution der Kinder Israel in Aegypten? (Heiterkeit.) Nun meinetwegen machen Sie (zu den Soz.) doch auch eine Revolution, die mit Ihrem Auszug endigt. Nehmen Sie meinetwegen auch noch das Gold und Silber mit wie jene. Dir machen dann immer noch ein gutes Geschäft. Südwestafrika ist die Perle unserer Kolonien. (Gelächter bei Den Soz.) Die können Sie das bestreiten? Die Ansiedler sind doch kompetenter als Sie. Die Engländer würden nichts lieber sehen, als wenn tvir ihnen den Platz räumten, sie würden sich dann 1 des Platzes bemächtigen und^die reichen Naturschätze sich zu eigen | wert ist. Daher lenken sie ihre Schritte dorthin und sagen, daS Land sei viel besser als ihr bisheriges. Wenn wir eine Kolonie erwerben und erobern mit nnserm Blut, dann wollen wir sie nicht zu einer Klcin- kindcrbelvahranstalt für die Eingeborenen machen, sondern für unS selbst nutzbar, indem lvir Farmen bauen und die Eingeborenen zur Arbeit erziehen. Und wir müssen mit Strenge erziehen, ganz lvie eS die Engländer stets getan haben. Du Ansiedler sind mit deutschen Idealen nach Afrika gegangen, um dem Deutschtum einen Dienst zu erweisen. Jetzt dürfen wir sie nicht verlassen. Wir sind daher in erster Linie für die Wiederherstellung der Regierungsvorlage. DaS Zentrum sollte auch dafiir zu haben sein. Denn mit politischer Macht ist auch eine Verantwortung vor der Geschichte verbunden. Abg. Patzig (nat.-lib.): Wir sind ja eigentlich in erfreulicher Uebereinstimmung in der Mehrheit. Nur um die Höhe dec Summe handelt eö sich noch. Und da sollte man es doch bei der Summe belassen, die die Reichsfinanzverwaltung nun einmal flüssig gemacht hat. Hoffentlich erleben wir es nicht, das; daS Reich seine Schutzbefohlenen draußen in den Tropen einfach schutzlos läßt! Redner nimmt deS weiteren noch die deutschen Farmer gegen die Vorwürfe des Herrn Erzberger in Schutz. Nehmen Sie den Antrag Oriola an, ich bitte Sie nochmals darum: nehmen Sic ihn an! Nach unwesentlichen Bemerkungen der Abgg. K o p s ch (frcis. Vpt.) und Erzbergcr (Zentr.) wird die Negierungs- fordernng gegen die Stimmen der Rechten a b g e l e h n t ; der Antrag der Kommission wird a n g e n o in m c n. Die Amendements Oriola und Pott hoff werden a b g e l e h n t. Die Weiterberatung wird hierauf, vertagt. Präsident Graf Ballcstrem schlägt vor, anf die Tagesordnung der nächsten Sitzung, die Mittwoch 1 Uhr stattfinden soll, den Toleranzantrag des Zentrums zu setzen. Abg. Singer (Soz.) beantragt, statt deffen den Antrag seiner Fraktion, der aus die Bergarbeiterverhältniffe sich bezieht, auf die Tagesordnung zu setzen. Der Bergarbeiterstreik im Ruhrgebiet erfordere eine schleunige Behandlung dieser Materie. Davon würden alle Parteien wohl überzeugt sein, auch das Zentrum, daS gewiß nichts dagegen einzuwenden habe, daß sein Toleranzantrag, der nich: so dringlich sei, auf einen anderen SchwerinStag verlegt würde. Abg. Tr. v. Czarlinski (Pole) tritt dem Vorschlag des Präsidenten bei, bittet aber, zugleich den Antrag der Polen betreffend Erteilung des Religionsunterrichtes auf die Tagesordnung zu Abg. v. Kardorff (Rpt.) widerspricht dem Vorschlag deS Abg. Singer. ES sei nicht nützlich, bevor die staatliche Kommission ihre Untersuchungen beendet habe, durch eine parlamentarische Verhandlung über den Vergarbciterstreik die Leidenschaften noch mehr zu entfesseln. Er begreife ja, daß den Sozialdemokraten das paffe. Abg. von Normann (fonf.) schließt sich dem Vorredner an. Abg. Dr. Müller-Sagan (fr. Vp.) erkennt an, daß das Zentrum ein Recht habe, die Beratung seines Antrages zu verlangen, bittet aber die Antragsteller, mit Rücksicht auf die Lage im Ruhrrevier, dem Vorschlag Singer beizutreten. Abg. Dr. Spahn (Ztr.): Meine Freunde sind dem Präsidenten dankbar, daß er unseren Wunsch berücksichttgt hat. Ich kann mich aber der Erwägung nicht verschließen, daß die Frage der Bergarbeiter eine sehr wichtige ist und daß es richttg ist, wenn sich die gesetzgebenden Körperschaften hiermit möglichst bald befassen. Wir haben daher nichts dagegen, wenn der Toleranzantrag morgen ab- gcsetzt wird. Allerdings wünschen wir dann die Dispositionen so getroffen, daß wir noch im Laufe dieser Woche einen Schwerins-' tag haben, an dem dieser Antrag beraten wird. Ich würde also Vorschlägen, daß wir zunächst die Resolutionen zum Reichsamt des Innern beraten, die sich auf die Bergarbeiter beziehen, dann die Frage des Normalarbeitstages, hierauf die Dergarbeiter-Jnter- pellation beendigen, dann den Toleranzantrag behandeln und erst dann in die Beratung des Etats des ReichSamts des Innern einzutreten. Abg. Dr. Sattler (nat.-lib.): Dem Abg. Spahn sind die Interessen anderer Parteien ganz gleichgültig, wenn nur die seiner Partei berücksichtigt werden. (Gelächter.) Wir haben doch wirklich durch lange Beratungen den Bergarbeitern genügend Jntereffe bezeugt. Es fragt sich aber, ob in einem Moment, wo der Kanzler mit Energie auf btc Beseitigung der Mißstände hmdrängt (Lachen bei den Soz.), und wo eine Kommission zur Untersuchung der Mißstände eingesetzt ist, es ratsam ist, Verhandlungen hier im Hause zu> pflegen. (Lachen bet den Soz.) Warten wir, bis das Gesetz vorliegt und bis das Resultat der Erhebungen bekannt ist! Dann haben wir wenigstens eine Grundlage, auf dec wir weiter bauen können. Nach wcttercr Geschäftsordnungsdebatte entscheidet sich das Haus für den Antrag Singer. Es wird also die zweite Beratung' des Etats des Reich samts des Innern mit der Berg- arbetterresolution auf die Tagesordnung gesetzt. Vorher: Fortsetzung der Beratung des Nachtragsetats. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr mit obiger Tagesordnung Schluß 7 Uhr. H'«urlamenLarisHcs. Berlin, 31. Ian. ??ic Vudgetk o m m ission deS Fieickstags jc&te die Beratung deS Posletats fort. Xie Petition der Po st unterbeamten um Anrechnung dec vor dem Eintritt in den Postdienst liegenden Militärzeit, wird unter Berück- zicktignng deS Wunsclzes Stober, dies auf alle Unrerdeamlen ßruSzudehrvnt, zur Lerüäsichtigung überwiesen. Dazu wird auch bet (Antrag Oriola angenommen, in welchem eine baldige kumsassende Neuregelung der Bestimmungen über die A n r e ch - nung der Militärdienst zeit auf das Zivildienst- alter gefordert wird. Kccr und Iüotte. — Geadelt. Wie bereits gemeldet, hat den Admirälen Vollmann und Dcndemann des Kaisers Geburtstag das .AdelsPrädikat gebracht. Tie>e höchste preußische Dekoration, die *p alt ist, wie das Königtum der^ Hohenzollern selbst, sollte ursprünglich überhaupt, wie die Sttftungsurkimde in ihrem § 6 besagt, nur solchen Personen verlicl>en werden, die „aus rechtem, aufrichtigem, altem adligen Rttternräßigen Geschlecht /entsprossen und beriüntmen seyn. Sich auch, ehe sie noch einige tOrdensz eichen bekommen, durch Bcpbringung und Beweis der aus ßie adsurmmenden acht ahnen, vier von der väterliä>en und vier 'von der Mütterlichen Seiten dazu fähig macken". Gegenwärtig swird aber jeder Preuße, der den Schwarzen Aolcrorden bekommt, adelig. Vollmann halte schon einmal den Titel dankend für seine Person abgelehnr, es aber für seine in der Armee dienenden Söhne akzeptier^ — ganz so, wie es der Kultusminister Falk für deinen einzigen Sohn tat. Durch den ^Schwarzen 9ldlerordcn wurden übrigens seinerzeit auch geadelt die Staatsminister Delbrück, Maobach und Friedberg, Reicksgerichtspräsidcnt Simson, Kammer- serichtsprasident Uhden und geraume Zeit früher die (Generäle ßlstoc und Krausencck. Admiral v. .Hollmann, der vor wenigen fca^ett in voller Rüstigkeit sein 63. Lebensjahr vollendet hat, -entstammt einer Berliner Kaufmannsfamilie. — 2ldmiral von Dendemann ist der Sohn Eduard Bendemanns, des Malers 'und Düsseldorfer Akademiedirektors. Aber da dessen Vater in perl in a(5 ein geachteter und angesehener Bankier israelitischen Glaubens lebte, wurzelt auch seine Herkunft in ^pree-Athrn. llnb von mütterlicher Seite ist Bendcmann ein Enrel des alten Schadow. Gelegenheit, sich auszuzeichnen, bot ihm die Chinaexpedition, und zurzeit har er als Ches der Marine- fstation der Nordsee in Wilhelmshaven einen der höchsten und /vcrMlwocttmgSreichsten Posten in unserem Seedienste inne. Dcrmijdjkfi» * 25ie beim Kaiser gespeist wird. Das Menu cheim Ordensfeste war folgendermaßen zusammengesetzt: Kraftbrühe, Zanderschnitte, "garniert, Schmorfleisch, Auflauf nach Perigord, Hummer-Mayonnaise, Entenbraten, Komvot, Salat. Ananasbombe, Nachtisch. "Ter bekannte v er st v r b e n e Z o o l o g e P r o f. £anb oi 5 in Münster war in seiner wcstsältschen Heimat »auch durch seine heileren plattdeutschen Dichtungen in Vers jimb Prosa ।ehr geschätzt. Er war als Gelehrter und Mensch einem wunderbaren Humor, der mitunter seltsame flirten trieb, und die köstlichsten Anekdoten sind darüber -erzLhlt stwrden. Tie vollste Geschiü-te ist wohl die,, wie ■£r sich selber einmal über Nacht ein Denkmal gesetzt hat; r£yneof, -l.orgens fand man am Zoologischen Garten, dessen puci/tor er war, etn Bild wert' ausgestellt, das ihn in ^ebensgrvße im langen priesterlichen Gehrock, wie er ihn M. tragen pflegte, und mit dem gewohnheitsmäßigen Bhnnder auf dem Kopf darstellte. Damit nicht genug, bemerke man oatd, daß die Vögel sich vielfach an dem Zy- Lmoeryut ,^u icyafsen machten: in der Röhre war nämlich eme ^^ssnunc., in welche Landois regelmäßig Brotkrumeit uno Logetfutter hinaufpraltizierte — man mag sich uus- ma&te " C Geschichte in Münster für Aufsehen v t k .fle3en Theaterbiltetsteuer. Ta bekannttrch uns. in öeHeti ein Gesetz belr. die Erhebung einer Bttleftteuer oevorsteht, dürste es interessieren, bau Ue SJcrhncr ^)"^Erdtrertoren gegen die vom dortigen Staotverordnetenaus chuß beschlo.fene Theaterbilletsttuer Protest emlegen wollen. Tie Direktoren begründen ihn -amit, datz einersetts die Steuer eme unzulässige B e- itastung des Publikums bedeutet, andererseits aber jDCT Äustchlag auf die Biltets Nicht von den Theaterdirek- Loren selbst getragen werden kann. Tas Publikum würde keinesfalls mit einer Erhöhung der Dilletpreisc eüwcr- fftanüen sein. Nicht zum wenigsten, meinen die Direktoren chandelt es sich auch um eie Steuerwntrolle. Scherereien Arrawgeneh-nfter Art würden vorkommen, bic gar nicht int Wrhaltnis ;u den Ertrugen bei* Steuer stehen ?'‘Vebe Bul-ne würde im übrigen den Anspruch darauf crheven -tulwLellen Intercsten dienen, uno igerude tulturelle Bestrebungen sollen nach dem Beschluß des Ausschusses nicht mit Steuern belegt werden. Es würde aus diesem Grunde vielleicht 511 Prozesse u kommen, in denen die Kulturfrage vor (j.eni Forum des Gerichts entschieden werden müßte. * Ein Ritter Blaubart. Die Polizei in Newyork verhaftete einen gewissen Johann Hoch recte Schmitt, der beschuldigt wird, die Frauen, mit denen er nacheinander verheiratet war, ermordet zu haben. Bis jetzt ist erwiesen worden, daß er fünfzehn Frauen ums Leben gebracht hat. Die Polizei laßt gegenwärtig die Kellerräume im Hause Hochs umgraben, um nach tveiteren Leichen zu suchen. Gin bei Hoch gefundenes unbekanntes weißes Pulver, mit dem er sechs Frauen vergiftet haben soll, wurde dem Chemiker zur Untersuchung übergeben. tZtpei Tage vor dem Tode seiner letzten Frau ließ Hochs ein Heiratsaesuch in den Zeitungen erscheinen, worauf sich unter anderem auch eine Schwester seiner damals noch lebenden Frau meldete. Dieser Zufall führte zur Aufdeckung der Ntord-- taten Hochs. Er hat die Frauerr, die er an verschiedenen Plätzen heiratete, unrgebracht, um sich ihre Habe und die Versicherungssumme anzueignen. Hoch ist 46 Jahre alt, vow Berus Maschinist^ hat aber nie gearbeitet. Er legte sich stets andere Namen bei. Es steht sest, daß er unweit! Bingen gebürtig ist. Kunst und Wistcnschast. — Ein schändlicher Streich. Die „Allgem. Wrresp. für Kunst" teilt mit: Vor wenigen Tagen ging die Nachricht von einem literarischen Plagiat durch die Blätter. Ter Kritiker dec „Wiener Morgenztg.", der seine Referate H. R. zeichnete, sollte eine Besprechung des Gastspiels der Tuse als Kamcliendame und Lucanbiera wörtlich von einem nur wenige Tage früher erschienenen Rcserat eines Münchener Blattes abgeschrieben haben. "Nunmehr hat sich die Sache aufgeklärt, und zwar zu gunsten des Angegrisfenen. Die Angelegenheit verhält sich folgendermaßen: Tic Chisire V. R. benutzte der Krittler der „Wiener Morgenztg." Dr. Heinrich Rottenberg. Dieser war kurz vor den Gaswvcstell- ungen dec Tuse heftig erkrankt und hatte einen Herrn Rich. TuleS mit dem Rc.erat jener Wende betraut. Ter Stellvertreter hat nun das Vertrauen des erkrankten Kollegen auf das schänd- liwste mißbraucht. Wohl um eine alte Fehde mit ihm auszutragen, hat er nicht nur absichtlich die Kritiken wörtlich dem Münchener Blatt entnommen und sie dann mit dec Chiffre Rottenbergs der Redaktion eingeschickt, sondern er hat auch alle Schritte getan, die zur schleunigen Enthüllung^ des Plagiats führten, und obendrein noch auf gründ seiner Manipulationen Erpressungsversuche bei Rottenberg unternommen. Tukes ist bereits geständig und hat Tr. Rotrenberg eine öffentliche Erklärung zur Verfügung gestellt, in der er sein sästmpsliches Tun in jeder Weise zugibt und zum Schluß den schwer Beleidigten flehentlich um Entschuldigung bittet, ihn ersuchend, keine weiteren Schritte gegen ihn zu tun. Wie weit Tr. Rottenberg die Bitte seines reuigen Widersachers erfüllen wird, steht noch nicht sest. In einer Hinsicht scheint auch Dr. Rottenbcrg gefehlt zu haben, indem er nämlich seinem Blatte von seiner Erkrankung und dem zu stellenden Vertreter keine Niitteilung machte, wodurch auch er für den Schaden, der dem Renommee seines Blattes durch das Plagiat zugefügt wurde, nicht ohne jede Verantwortlichkeit ist. — Der Gräfin von Montignoso, dec ehemaligen Kronprinzessin Luise von Sachsen, eigene Gedichte sollen de»nnächst in Buchform erscheinen und zwar — wie man uns mitteilt — in ihren eigenen Facsimiles. Wir sind in der Lage, unseren Lesern eines dieser Gedichte schon heute zur Kenntnis zu bringen. Das Gedicht lautet: Das Glück. Du suchst das Glück? Es steht an Deiner Seite l Tii siehst es nicht 1 und suchst es in dec Weite! Vergebens! Tenn dem Traume gleich Versinkt es in dec Träume Reich. O, halt es sest l Nur einmal schlägt im Leben Tes Glückes Stunde Tic — Tu mußt erstreben Was Dir geboten wird — 0 greife zu, Tein Glück hältst in den Händen dann — nur Du! ■"■■"I I ■■ T. 1,1 ■ II II ■ I (£>erid)ts|aal. Gießen, 31. Jan. Von der Strafkammer tvurde heute ein Ur leit des hiesigen Schösftngerichts, das den, Metzger Heinrich H. von der Au klage des Vergehens gegen bei-5 Nah r un gsmittel gesetz frei gesprochen hat, aus Be- rusung der Staatsanwaltschast aufgehoben. Gelegentlich vec Entnahme von Wurstproben seitens oer Polizei wurde sestgesteNt, oaß H. der von. rym zuoereitelen Fleisch wur ft a r t e m e 1) 1 & u g e f e t hat. Tas Berufungsgericht' ver=2 urteilte H. dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß zu 20 Ml. Geldstrafe. — Wegen verbotenen Glückspiels wurde die Hausiererin Marie Kl. von Frankfurt a. M. zu 3 Mk. Geldstrafe verurteilt. Sie hatte ohne kreisamtliche Erlaubnis gelegentlich des Ortenberger Markts in Wirtschaften Bilder «amsgelost. — Der Schlosser Theodor H. von Offenbach hat zu Michelau in einer Wirtschaft in einem! unbewachten Augenblick ein Portemonnaie mit geringem Inhalt gestohlen. In Nidda und Umgegend'! wurde er bettelnd betroffen, was seine Festnahme zur Folge hatte. Bei der Verbringung nach dem Haftlokale leistete er dem Gendarmen Widerstand und skandalierte, sodaß; ein Menschenauflauf ftattfanb. Er wurde zu insgesamt^ 4 Munateil Gefängnis und 6 Wochen Hast verurteilt. <2^ dann wurde der Laglöhner Karl H. aus Usenborn wegen. Urkundenfälschung und Betrugversuchs Mzw-tt. Monaten Gefängnis verurteilt. H. war auf dem Bingeu- beimer Forsthaus bei dem Präzeptor Lucius als HauÄ-t bursche tätig. Er änderte eine Rechnung auf einen höherer^ Betrag ab, als angegeben war, und versah sie mit einer) falschen Quittung, auf Grund deren er das Geld zu erhebe^!/ versuchte. Zur Theater- und Saalbausrage. Wir erhielten von einem „Gießener Bürger" eine länger^ Zuschrift, der wir folgendes entnehmen: Ter Herr Einsender des Atahnrufes zu Zeichnungen für Theater und Saalbau hat uns das Ergebnis der Sammlung unter den Mitgliedern der Landesuniversität vor Augen geführt. Es ist das recht erfreulich. Daß sich die Bürgerschaft an der Errichtung nach Kräften beteiligt, ist gewiß Ehrensache, denn, ein Bau für Theater und Konzerte tut bitter not! Eine Verpslicktimg zur Beisteuer zu solcl)em Gebäude besteht nicht nur für den Gießener Bürger, sondern für die gesamte Einwohnerschaft. Der Bau ist eben für, alle! Für die Bürgerschaft hat es außer Theater schon so mancherlei Kleinigkeiten gegeben, und es wird sich auch in der Zukunft noch so manches finden — man denke nur jetzt iwch nicht daran imi Interesse der Errichtung des Theaters. Ter Professor ist nur so lange in Gießen, bis ihm Besseres, geboten wird, sagt der Herr Einsender des letzten Artikels. Nun^ cs ist das Schlechteste jedenfalls nicht, lvas ihm hier wird, und wenn ec dafiir o.uch gelegentlich seine Tankbarkeit in Gestalt eines Beitrags zum Bau zeigt, so wird ihm das niemand verübeln, mancher wird es sogar für den Ansprüchen entsprechend halten. Wer von Beamten und Bürgern stets in Gießen bleiben nnrb, wer weiß das heute- Mit dem nun auch einmal erwähnten, eben nicht glänzenden Einkommen dürfte rvohl ein recht großer, vielleicht sogar der größte Teil der Bewohner — nicht nur der Bürger Gießens — gerne fürlieb nehmen! Die Freigiebigkeit findet ihre Grenze in dem Wohlstand der Bevölkening — abgesehen vom Steuerzcttel — und daß elfterer doch ein recht bescheidener, wird nicht bestritten werden können. Tie Freunde des Gesamtprojetts mögen sich das nur immer vor Augen halten! Mit immer höher werdenden Steuern und Sonder abgab en ist heute, vielfach im Gegeusttz, zu anderen Berufsständen der Bürger, insbesondere dec Kleinbürger, belüftet, und es verdient deshalb doch selbst die kleine ttren Verhältnissen angemessene Beisteuer aus solcher Hand ebensoviel Anerkennung nnc die anderer und die Tausende der mit Millionen Gesegneten, die den Grmrdstock zu dem jetzt hoffentlich möglichst anwachstndeu Kapital gelegt hoben. Tie Äufsordermig zu Zeichnungen für den Theaterbau soll sich deshalb nicht.nur an den Gießener Bürger richten.- sondern an die gesamte Einwohnerschaft. Zeichnet nach Kräften zur Errichtung eines schönen Baues! Zlniversttats-Machrlchten. — Ter Rektor der Universität zu Halle entschied, daß die Korps bei der Kaiseigeburtstagsfeier den Borraim haben füllten, dec ihnen überhaupt bei allen akademischen Festivitäten gebühre. Mit dieser Cntsaieidung waren aber die übrigen Studenten nicht zusrieden, und da ihr Einswmch fruchtlos blieb, so ließen sie die Prosessoren und die seinen Korps bei der Feier am 27. Januar unter sich. billiges Seisenpnlver sind nicht so roirf- tii jT <411616 sam als em Paket Gioth's gemahlener ----------—_________ Kernseife nut Salmiak und Terpentin, ganz abgejehen davon, daß sie durch ihre scharfen Zulätze schädlich für die Wäsche sind, oeshalb ist Gioth's gemahlene Kernseife mit Salmiak uno Terpentin, für bereit Güte der Fabrikant I. Gioth, Hanau a. NI. garantiert, stets vocznzlehen. Preis per Paket = V, Pfund lö P'ig. kvi0/<