Dienstag, 17. Januar 1908 1W>. ^5in;,],. Nr. 14 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den «reis Siehrn. (Beifall links.) DaS Leben einnehmen. Berta? ta WW'MMr OÄtx>cd*tftxfltnctt E wundern, daß wir von Ihrer Bu.ideLgenossenschaft nichts w.ffen wollen. Wenn die Freisinnigen mal wirklich d,e Regierung greifen, so greifen fie aber gleich darauf S"m Somgtopf, Herren Geheimräten eine gehörige Portion Süßstoff zu I l - damit sie ja nicht in den Verdacht kommen, eine oppositionellePartei zu fein. DaS ist doch ein geradezu widerwärtiges Bersayren. dazu. Ich bin nicht als Richter hier, sondern als Abgeordneter, s ich habe also gar kein Recht, als Richter hier zu sprechen. Als i Abgeordneter habe ich aber die Forderungen meiner Wähler zu vertreten, und habe das neulich auch getan. Wie ich dabei herein- < gefallen sein soll, verstehe ich nicht. Im Gegenteil: Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß mein Verlangen nach einer Art Preßabteilung Ar Reustsiusttz- amt dringend notwendig wäre, so wäre er durch die Behandlung der von mir vorsichtig gestreiften Angelegenheit Freundel erbrach-. Ich habe lediglich Auskunft und Klarheit verlangt. Nach der Erklärung des Staatssekretärs haben die Behörden in diesem ?>alle völlig korrekt gehandelt, allein wozu diese Geheimnlskramere^ Maii hätte längst öffentlich antworten können. Um solche Falle zu verhindern, habe ich meinen Vorschlag gemacht. Er ist ebenso gut durchführbar wie in Oesterreich. Redner geht des wehren auf dw dortigen Zustände ein. Tie Aufgeregtheit des Kollegen Gamp begreife ich nicht. Ich wünschte, er hätte seine Rede heute nicht gehalten. Tenn er hat offenbar gar nicht verstanden, worum es sich hier handelte. Es handelte sich um die Gefahr der Vermischung von Justiz und Vertvaltung. Und der müssen wir entgegentreten. Ich bin gerade der Meinung: wir sollten solche Kritik nicht der «o- zialdemokratie überlassen. Dadurch verschaffen wir ihr bloß Oberwasser Herr Kollege Gamp hätte seinen ganzen Husarenritt ruhig unterlassen sollen. Vom Kollege Gmup zum Kollege Schnudt-War- burg! Tie Aufregung der Herren vom Zentrum über die von uns verlangte Aushebung des Kirchen-Liiirichtuiigs-Beschimpsungs-Para- graphen (8 166| ist eine höchst auffallende. Sie (zum Zentrums fassen den Antrag offenbar als einen Kampfantrag auf. Tas zeigt, wie riesig das Machtgefüh! und Rkachtbewutztsein des Zentrums hier gestiegen ist. Herr Kirsch meinte, an eine Annahme des Antrags sei nicht zu denken. Ich glaube das Gegenteil. Nicht nur die ganze Linke, sondern auch Teile der Rechten werden für den Antrag ein* treten. In der heftigsten Weise hat Herr Schmidt-Warburg Herrn Schrader angegriffen und gesagt. Schimpfen sei immer schlecht. Ein hübsches Geständnis! In einer freien Stunde werde ich ein -exikon über die Schimpfliteratur zusammenstellen, mit welcher ich feit der Lex Heinze versehen toorden bin. Herr Schmidt-Warburg wird ein Exemplar in Prachtband bekommen (Heiterkeit), vielleicht findet er darin einige Mitarbeiter, die hier in seiner unmittelbaren Nahe sitzen (Sehr gut! links.) Kennen Sie nicht das gemeinste Machwerk, die katholischen Flugschriften „Zur Wehr und Lehr", welche den Protestantismus als die Quelle aller Unsittlichkeit hinstellenr Eine Vorlesung aus diesen Flugschriften würde zeigen, wie Sie Ihren eigenen Bundesgenossen hier auf der Rechten in ihren religiösen Gefühlen aufs tiefste verletzen. Herr Schmidt-Warburg meinte, niemals könne jemand behaupten, daß die oberste kirchliche Stelle die christlichen Gefühle anderer durch Schimpfen verletzt habe. Sie halten uns für viel mangelhafter unterrichtet, als wir wirklich sind Ta Sie die Herren der Situation sind, so müssen wir uns näher mit Ihrer Literatur unb Wissenschaft beschäftigen, umsomehr, als Ihnen nun formell । die Schule ausgeliefert werden soll. Was würde nun Herr Schmidt- i Warburg sagen, wenn ick hineingriffe ins volle Kirchenleben (Heiter- , feit) und eine Reihe päpstlicher Bullen verlesen würde aus den । letzten Jahren, welche den Protestantismus als Reich des Satans, als Gift und Ansteckung bezeichnen? Ich erinnere nur an die Bulle > humanum genus vom 20. April 1884 und das berühmte Canisius-Rundschreiben vom 1. August 1897, und vielleicht . als stärkstes Stück an das Rundschreiben des Papstes an die Erz- : bischöfe und Bischöfe Bayerns vom Jahre 1887. Einmal müßte uns doch die Geduld platzen, wenn Sie immer nur die gekränkten Lämmer spielen wollen. Herr Spahn behauptet, jeder Jurist könne entscheiden, was Kircheneinrichtung und Kirchengebrauch sei. Nein, die Kirche entscheidet allein darüber. Wir wollen nicht, daß das naab liehe Recht abhängig werde vom Bischof, d. h. vom kanonischen Reckst und den Grundsätzen der Bulle una sancta. Dazu kommt die extensive Interpretation des Begriffes^ Veschimpfung.E Früher war Beschimpfung nur gegeben beim Vorliegen einer besonders rüden, verächtlichen Form. Jetzt genügt, wie der Tolstoi- und der Simpli- zissimus-Prozeß beweisen, der scharfe, kritisch beißende Inhalt. Darin besteht das Gefährliche. Im Kampf können auch wir von einer scharfen Kritik so toenig wie Sie absehen. Dazu die Imparität! Wir wollen nicht, daß jede, auch die zweifelhafteste Religuienver- ehrung geschützt ist, die Bibel, die heilige Schrift der Protestanten aber mit Schmutz begossen werden kann. Wir wollen nicht, daß das Andenken eines Menschen, wie Johann XII. und Alexanders VI. Borgia, wenn es auch nur in einem losen Zusammenhang mit dem Papsttum gebracht wird, geschützt ist. auf der anderen /Seite aber daS Andenken LutherS, Zwinglis und Melanchtons ungeniert m den Kot gezogen werden kann. Wird der Antrag angenommen, so zweifle ich nicht einen Moment, daß er die Zustimmung des Bundesrats findet. Der Protestantismus will keinen strafrechtlichen Schutz, er will aber nicht, daß der Schutz gegen scharfe .Kritik dem Gegner allein gewährleistet wird. Wir erblicken in dem § 166 ein Ausnahmegesetz zu Gunsten Roms, das wir unter keinen Umständen konzedieren dürfen. Parlamentarische Berhanvtnnaen. Nachdruck ohne Beretnbaruntz nicht gestattet. Dentlcher Reichstag. 119. Sitzung vom 16. Januar. 1 Uhr. Das Haus ist schwach besetzt. Am Bundesratstisch: Dr. N i e b e r b i u g u. a. Die zweite Beratung des Etats des Neichsjustizamts wird beim Titel „Staatssekretär" fortgesetzt Abg. Krzyminstt (Pole, fast unverständlich) W gemeine polnische Klagen vorzubringen und beschwert pch darüber daß im FraktionSzirnmer der Polen Bilder deutscher Manner und gegen die Polen gerichtete Sprüche aufgehangt leien. Präsident Graf Ballestrcm erinnert den Redner daran, baß jetzt die zweite Lesung des Etats des Reichsiustizam s auf der Tagesordnung stände und bittet ihn, zum Reichsjustizamt z sprechen. (fortfahrend) beklagt sich darüber, baff in *en Standesamtsregistern den weiblichen polnischen Namen das a genommen und dafür ein i gesetzt werde. Das Kammergerlcht hab leider Beschnvrden gegen dieses Verfahren zuruckgewiesen. Tas polnische Volk sei der Ueberzeugung, daß bet dieser ganzen Angelegenheit politische Einflüsse geltend gewesen W- Abg. Kirich (Ztr.) tritt dafür em. baff der § 166 des Ctrap gesetzbuck's (GotteslästerungsparagrapH) aufrecht erhalten bleibe. Der freisinnige Antrag, diesen Paragraphen abzuanbern, Ki ja ganz aussichtslos, da daß Häuflein der Freisinnigen nicht großer geworden sei Sodann weist Redner die Angriffe zuruck, die von sozialdemokratischer Seite gegen das Zentrum wegen feiner Ho - fung zum Kontraktbruchsaesetz gerichtet smd. Das Zentrum habe in der Kommission ausdrücklich gegen das Gesetz gestimmt unb werde auch svcuer dagegen stimmen. « , t Astg. Gamp (Reichst).): Auch ich bin dafür, daß der sogenannt. ( Tierhalttmgsparagraph umgeändert wird. Millionen ftnb den Land- } hnrtrn nfwnommrn, weil sie lick, letzt „egen tz.e Sckmden, die hr , Vieh anrichten kann, versichern muffen. In vielen ^Nen sind kleine . Leute, die sich nicht versichert hatten und die hohe Entschädigung , nicht zahlen konnten, von Hmis und Hof getrieben Wenn letzt z. B. । Pferde durch ein Automobil scheu werden und Schaden anrickiten, so muß der Pferdebesitzer den Schaden tragen Das nt.doch im höchsten Grade ungerecht. Meine Freunde werden daher einen An^ trag einbringen, den betreffenden Paragraphen, den 8 »63 des B G. B., abzuandem. Herr Kopsch hat sich neulich mit wemp Glück auf das juristische Gebiet gewagt. bat m; großer Warme sich einer Dame angenommen, die wegen Brandstiftung ungeklagt aber glanzend freigesprochen sei Nun, gar so .^n^end war d Freisprechung nicht. Die Beweisatisnahrne hat tm Gegenteil s.br viel Belastendes gegen diese sogenannte Dame ergeben. Wenn Herrn Kopsch die Fähigkeit fehlt, die Sachlage zu Übersehen, so hatte er sich an einen juristisch gebildeten Kollegen wenden sollen. Was soll das ewiae Gerede über die Reform deS StrafVollzugs. DaS heißt ja doch einfach, dem Reichstag seine Zeit stehlenI Ich glmibe, man kann sich über die Behandlung der Jregefangenen nickt beklagen. Sie ist eine sehr humane Wenn Herr Lenzmann so dringend ein Strakvollzugsgesetz verlangt, so mochte tet) ivm wünschen, daß et zuvor einige praktische Erfahrungen sammel^ (Heiterkeit.) Denn er einige Monate selbst tn einem Gefängnis zubrinaen wollte (Heiterkeit), würde er vielleicht anders reden. Aus der Rede des Herrn Lenzmann habe ick, leider-iin allgemeinen sehr wenig Belehriing geschöpft. Heiterkeit.) Er sag er kenne alle Hazardspiele (Heiterkeit), und da hoffte ich, daß er wenigstens auf diesem Gebiete meine Kenntnisse wesentlich bereichern würde. Leider hat er auch in dieser Hinsicht mich ent- täiischt. (Heiterkeit.) Er hat sich nur über daS sogenannten Pokern ausgelassen, und daS ist das einzige, was ich gelernt habeDas Pokern ist in unserer Gegend nämlich unbekannt. lHeiterkeit^ Herr Lenzmann hat aber im übrigen von sem.est Kenntnissen gar keinen Gebrauch gemacht und nur über den Minister Ruhstrat geschimpft. Das hatte er eigentlich nicht tun sollen. Er beschuwlgt den Minister des Glücksspiels. Er hat aber gestern selbst gesagt. „Ich spiele Gottes Segen bei Cohn." tHeiterkeit ) Das st doch vnzweiselhaft ein Glücksspiel. Dann konnte er doch nicht so über den Minister herfallen wegen des gleichen Vergehens. , lHe'terkeitZ Herr Lenzmann ist fteilich noch nickst Minister nicht einmal Olden^ burgiscker, aber ich glaube, man muß an die Abgeordneten doch die selben Anforderungen stellen. I» stelle sognr einen Abgeordneten noch viel höher als einen oldenburmscheu Minister. Ich komme nun zu Herrn Müller-Memmgen, der für mich immer die ptece de rtsistance ist. Herr Müller-Memmgen )a wieder einmal einige „Fälle" vorgebracht. Diesmal waren es zwei Mit dem einen Fall ist er gründlich sozusageu heremgefallen. C8 hat sich herausgestellt, daß der ehrenwerte Mann, für den er ich so sckiarf ins Zeug legte, ein gaiiz grober Verbrecher ist, der schon 4 Jahre Zuchthaus hinter sich hat. Wir sollten uns überhaupt hier nickt mit allen möglichen Fällen beschäftigen und zum mindesten erst abwarten, bis sie von der letzten Instanz entschieden sind. Unsere Zeit ist doch wirklich zu kostbar und die memiqe ist eS jedenfalls (Heiterkeit), als daß wir sie hier mit solchen Tratschereien tot* schlagen sollten. Herr Müller-Meiningen hat dann ferner gegen Den deutschen Richterstand die Beschuldigiing erhoben, daß nicht ohne Ansehen der Person geurteilt werde, daß die Richter k nach icm Stand der Betreffenden verschieden urteilten. Ich muß solche Beschuldigung auf das allerentfchiedenste zurückweifen. Solches Rütteln an den Grundlagen des Staatswesens sollten wir den Sozml- dernokraten überlassen. (Lachen links.) Ich kann nicht dnlden, daß so von Richtern gesprochen wird, mögen sie evangelisch oder katholisch, konservativ oder freisinnig sein. Die meisten Richter sind ja leider Gottes noch freisinnig. (Heiterkeit.) Ich hosfe, daß die Worte deS Abg. Müller-Meininaen Widerhall finden und daß Sie sich abwenden von einer Partei und einem Herrn, der sich nicht scheut, solche Vorwürfe gegen ihn zu erheben. Daß ein Richter sich dann unb wann die Person ansehen muß, ist doch gan^ klar. Wenn ein Student zum andern sagt: „Dummer Junge", so ist da? nicht so schlimm, wenn man daS aber zu einem ReichstagSabge- ordneten sagt, so mutz der Richter VaS doch schärfer bestrafen. Ick kenne aber feinen Richter, der sich von politischen Motiven leiten läßt. DaS tut höchstens der Richter Müller-Meiningen. Präsident Graf Ballestrcm: Ich bitte Sie doch, die Reichs- tagSmitglieder nicht mit dem Titel anzurcdcn, den sie im privaten auch rin falsches Bild. . . R Abg. Kunert (Soz.) empfiehlt die Aufhebung des §166 Str.-G.-B., der von der Gotteslästcrung und der Beschimpfung einer Einrichtung einer anerkannten Religionsgemeinschaft handelt. Man dürfe nicht alle notwendigen Aenderunaen bis Sememen Resor." dc§ Slrafrechts verschieben. Auf die bewcisloien Ver dächtigungen und protegierenden Anzapfungen des Abg. ^.enzmann wolle er nicht eingehen. . Vizepräsident Graf Stolberg: Es ist unzulässig, emem Abgeordneten Verdächtigungen vorzuwerfen Abg. Schrader (fr. Vgg.) tritt ebenfalls für eine Aenderung Abg. Stadthagen (Soz.) legt auf8 neue dar, wie notwendig ein Strafvollzugs-Gesetz sei. Es ist auch die höchste Zeit dazu Sehr erfreulich ist die Erklärung des Zentrums, daß es gegen da- Kontraktbruchgefetz stimmen wolle. Nun, man wird,ja sehen, wie die Sache läuft. Ich habe ja auch keineswegs getagt, daß bau Zentrum bafür stimmen wird. Aber schließlich: eS braucht ja bloß bei der Mstimmung ein Teil zu „fehlen". Warten wir ab Herr Lenzmann m-inte, wir schwächten die Wucht unserer Angriffe durch Ueberireibungen ab. Unb das sagt Herr Lenzmann! Ich fordere ihn auf, einzelne Fälle anzuführen. Sonst zeigt er, d y M«t-r e.9.5 = C ä* ro ro § r Uti 58 u &) ro W 3 3 « r? » — 5C5 P o st e t a t.) Schluß 0V4 Nhr. 9« 05 t» Av die katholische Kirche sei in der Stellung deS Verteidigers, rkm- ficfcfrt: wir Protestanten stehen seit Jahrzehnten in der Stellung des Verteidiger". Das deutsche protestantische Volk^ würde seines VamenS nicht mehr turrt sein, wenn eS nuf die beständigen Angriffe non jener Seite immer vollständig schweigen wollte. Herr Spahn hat vorhin gesagt: die Aufhebung deS § 166 ist keine konfessionelle Frage. Nun Wohl: mag er dies Wort zur Wahrheit machen, indem er für die Aufhebung stimmt. (Lebhafter Beifall bei den National- Liberalen.) Abg. Ledcbour hält gegenüber dem 2lbg. Lenzmann seine Behauptungen aufrecht. Abg. Werner (Autis.) meint, er habe Herrn Lenzmann stets für einen geheimen Antisemiten gehalten; er macl)e ja auch äußerlich den Eindruck eines urgermanischen Bierphilisters. (Heiterkeit.) Er begrüße daher den Abg. Lenzmann als seinen Parteigenossen. sHeüerkeit.) Abg. v. Kardorff (Rp.^ gibt gern zu, daß in der Anwendung des § 166 eine Imparität zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche bestehe. Beleidigungen eines Papstes oder Heiligen U'ürden unter Anklage gestellt, Beleidigungen Luthers aber nicht. Er könne jedoch nicht zugeben, daß die evangelische Kirche schlecht dabei gefahren sei, denn jede Verurteilung komme nicht der katholischen. sondern der evangelischen Kirche zu gute und stärke daS Bewußtsein der evangelischen Bevölkerung. Er werde daher heute ruhig für die Aufrechterhaltung des ganzen Paragraphen 106 stimmen. Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, in diese Lage werden Sie gar nickt kommen, denn der Antrag Müller-Meiningen steht gar nicht auf der Tagesordnung. (Große Heiterkeit.) Abg. v. Nornmnn skons.) bemerkt, daß seine Freunde sich erst dann über den § 166 äußern würden, wenn der Antrag Müller- Meininaen auf hie Tagesordnung gesetzt werde. Abg. Dr. Spalm polemisiert gegen die Abgg. Dr. Hieber und Müller^Meininaen. Da? Zentrum werde sich nach luic vor mit aller Kraft a-'aeu die Abänderung des $ 166 wenden. Hiermit schließt die Diskussion. Persönlich bemerkt Abg. Gump: Herr Dr. Müller hat sich veranlaßt gesehen, einen Zwischenruf von mir mißzuverstehen. Präsident Graf Ballestrem: lieber einen Zwischenruf dürfen Sie keine persönliche Bemerkung macken. (Heiterkeit.) Abg. Gamp: Dann lege ich dagegen Verwahrung ein, daß man mich als Bundesgenossen deS Zentrums hinstellt. Abg. Lenzmann: Ich freue mich, daß der Abg. Werner mir endlich meine germanische Eigenschaft bezeugt hat. Hierauf wird die Resolution Müller-Meiningen betreffend das Gegenseitigkeitsverhältnis zu anderen Staaten und die Fremdenpolizei in allen Teilen angenommen. Die Resolution des Zentrums auf Vorlegung einer Statistik über die Gefängnisarbeit wird ebenfalls angenommen. Der Titel „Gehalt des Staatssekretärs" wird bewilligt, desgleichen der Rest des I u st r z e t a t s. Ö3$ er 2, O ä ra • Stabttb- japanischen Nearer Äesuch auszllvnscn mancherln Aeziedun 'Interesse. Ale die. Tunserer eigenen tu .gibt, daß unsere ft llichm Boden in m nst, me im perför mochten wohl gern mahme einen Blick ldie, Jahrhunderte Lurch ihre Selehri öigenart un3 in im io ffüditigtr ff rteffen, ben bie/t 3; iMageS int fernen £ Kögen hatte eine t verstanden nickt-. ( diese wenig klangt'. ^eOuch berichten tr »«’S 6) ($>-& ($i Ä 2. r> 22 rs" _ -55*' -S*' Oj P& •5*' o an ** O o öss to 5 S i seinen Artikel auf Grund einer unrichtigen Photographie gebracht hat. (Mehrere Zurufe der Soz.) Präsident Graf Ballestrem: „Ich bitte dringend, alle Privat- gespräcke zu unterlassen. Eö dauert (mit einem Blick auf die Uhr) so schon lange genug. (Heiterkeit.) ?lbg. Lenzmann sfortfahrend): Ganz ungerechtfertigt ist der Vorwurf der Denunziation. Halten Sie mich denn einer Denunziation für fähig" Uebrigeus kann der Staatsanwalt ja gar nicht wegen der Photographie allein Vorgehen. Dagegen ist es eene Denunziation schlimmster Sorte, wenn Herr Ledcbour cö so dar- stellt, als ob ich mich bei den Ministern lieb Kind machen wollte. Meine 15jährige parlamentarische Tätigkeit sollte mich doch gegen solchen Vorwurf schützen. Wenn ich den Staatssekretär gelobt habe, so tat ich daS mit gutem Recht, und ich werde ihn weiter loben, wenn ich es für nötig halte, sei es auch nur, um die anderen Minister anzuspornen. (Heiterkeit.) Stolz nach unten, stolz nach oben, Mutig loben, was zu loben. Mutig tadeln, lvas zu tadeln, DaS nur kann den Menschen adeln. Mg. Dr. Hieber (nat.-lib., sehr schwer verständlich, da er der Tribüne den Rucken zukehrt): Das Schlagwort des Kulturkampfes ist in völlig ungerechtfertigter und deplazierter Weise in die Frage der Aufhelm na des § 166 hineingeworfen worden. Mit Kulturkampf bat d'eseö Verlangen nichts zu tun. Warum haben denn schon seit einer Reihe von Jahren nanihafte Juristen, Kirchen- männer der vegschiedensten Richtung sich für diese Aufhebung ausgesprochen: cirrr.al, weil sie sagen, daß sic nach ihrer protestantischen Uebcrzeueung überhaupt jeden Schutz der Kirche durch den Staat ablehaen müssen, zweitens, weil sie sagen, daß auf Grund von Vorfällen es sich gezeigt hat, daß der 8 166 zu einer Verhetzung her Knnfessw ' führe und endlich, weil der § 166 in seiner Handhabung dazu fuhrt, daß katholische Rechtsanschauungen tu Rechts? anschaimnge" des Staates werden, in unsere Rechtsprechung hin« eingeführt we- den. Der Kampf der Konfessionen an und für sieb ist durchaus m bts schlimmes. ES ist auch nichts schlimmes, wenn dieser Kampf N r Geister mit allzu scharfen Waffen geführt wird. Gewiß' pecc-tnr intra et extra niuros. Aber dasselbe findet ja auch auf dem Gebiete der Wissenschaft statt. Da wird auch der Kamp' der Meinungen in heftigster Weise geführt. Schlimm wird die Sache ers-, wenn man mit giftigen Waffen kämpft und wenn man diese Kämpfe hinausträgt in das Volk, uni die Massen zu fana- taneren, die selber nickst das richtige Urteil über die Dinge haben können. Schlimm wird die Sache noch, trenn diese geistigen Anschauungen zu politischen Anschauungen norden, sodaß es schließlich garnickt mehr möglich ist, die (Bren Linien anangebcn, wo das religiöse Gebiet aufhört, wo das staatliche und rechtliche beginnt. Ist e§ nickt schlimm, wenn in die Mass? das Wort hinein- geschleiidert wird: „Luther Ivar ein Mann, der die Fahne des Aufruhrs in deutschen Landen erhoben hat"? Es sind von katholischer Seite Streitschriften gegen den Protestantismus verfaßt worden, die von katholischen Wissenschaftlern selbst als gemeine Sudeleien bezeichnet und so sckarf verurteilt worden sind, daß fein Protestam sich schärfer hätte aussprechen können. Es ist eine vollständige Entstellung der Tatsachen, wenn man in den Reihen des Zentrums sagt: > J*» «um . ... iAm .. ’n f» t-vjnuA uni vtcunn., jinj ZU mäßigen. Abg. Schmidt-Warburg (Ztr.) ist für Beibehaltung des § 166. Der liehe Gott bedürfe des Schutzes dieses Paragraphen nicht, arct all die Leute müßten geschützt werden, die in ihren religiösen Gefühlen verletzt seien. Abg. Bruhn (Antis.): Wenn ich, wie es der Abg. Lenzmann tat, einem Herrn geantwortet hätte: „Ich spiele nur Gottes Segen bei Cohn", bann hätte die Partei des Abg. Lenzmann gewiß gesagt: DaS ist wieder ’ne antifemitifche Roheit. Herr Lenzmann hat durch seine vorgestrige Rede nur gezeigt, daß er dem stillen Antisemitismus huldigt. Und wenn er sich hier auf der Tribüne gegen den Antisemitismus ausspricht, so tut er dies nur, damit seine jüdischen Freunde Bravo rufen. Seitdem Graf Pückler sieb so scharf äußerte und auch Bebel seinen lieben Freund nannte, haben meine politischen Freunde mit ihm gebrochen. Wir veranstalte:' schon lange keine Pücklerversammlungen mehr. Sehr unschön war es auch, daß Herr Lenzmann den Namen „.Hammerstein" in die Debatte warf. Herr von Hammerstein ist tot. Wenn wir eö wollten, könnten wir auch Leute von Ihrer (zu den Freis.) Seite •rennen, die sich ähnlicher Vergebungen schuldig gemacht haben. Abg. Spabu (Ztr., schwer verständlich): Ich meine, daß ein Richter hier auch auf die Stellung Rücksicht nehmen muß, die er außerhalb des Hauses einnimmt. (Chol links ) Das hat der Abg. Müller-Meiningen vernachlässigt. Es ist nicht wahr, daß in päpstlichen Enehkliken der Protestantismus beschimpft ivorhcn, ist. Es handelte sich dabei nur um ein historisches Urteil über die Reformation. (Sachen links.) Allmählich aber haben wir es satt, immer und immer wieder über diese Frage zu diskutieren, es ist widerwärtig, immer dieselben Beschuldigungen zurückweisen zu müssen. Dr. Müller hat hier den Ton eines Kulturkämpfers angeschlagen. Abg. Dr. Muller-Meiningen: Ick bestreite aufs entschiedenste, oen Ton eines Kultnrkämpfers angeschlagen zu haben. Wir sinh Gegner des Bismarckscken .Kulturkampfes gewesen, wir wollten nickt ben Staat (jenen die Kirche mobil machen. Aber das Zentrum will die Hilfe des Staates in Anspruch nehmen, um die Macht der Kircke zu befestigen. Und das wollen wir erst reckt nickt. Wenn uns vom Zentrum der Kampf aufgedrängt wird, müllen wir ihn aufnehmen. In der einen päpstlichen Bulle wird gesagt, daß „Kommunismus, Sozialismus und Nihilismus die Folge des Protestantismus feien". Dies denke ick, wird doch genügeu, um den Geist der Bulle zu kennzeichnen. In einer katholischen Flugschrift werden die Protestanten mit Dirnen und Zuhältern auf eine Stufe gestellt. Ich bedauere es daher, daß Herr Gamp heute als Bundesgenosse des Zentrums ausgetreten ist. Wenn das Zentrum seine Toleranz zeigen und gleiches Reckt für alle üben will, so möge es für unseren Antrag auf Abänderung des § 166 stimmen. Abg. Lenzmann ffreif. Vp ): Ich begreife nicht, wie man von einem gelegentlichen Witz auf eine antisemitische Seelenstimmung schließen kann. Denn es wirklich wahr wäre, daß ich die Juden , als Raste und Konfession nicht leiden könnte, so wäre ich damit - noch lange kein Antisemit in Ihrem Sinne. (Heiterkeit.) Herr । Ledebom: hat so gesprochen, als ob er auf einem sozialdcmokrati- : schen Parteitage wäre. Er hat aber nickt da? geringste von dem 1 widerlegt, was ich gesagt habe. (Zuruf des 2lbg. Ledcbour: „Ick 1 bin anderer Ansicht!") Ich bleibe dabei, daß der »Vorwärts" i Orte), o _ ns« ' l!«° - buFiJk« ü” T"’ M n"1®' « V" in Z-, re6i!i"l'9mÄ ■e püa 6"-; inten d°t «6 «»- ümche beim r-:-_ Hierauf v e r t a g t sich das Haus auf Tielistag 1 Uhr. (Etats des R e, ch s s ch a tz a m t s, R e i ch s e i s c n b a h n a m t s und M gebt, ttt cM lebhaft Ack blutvergießm jinb !< Mb trenn man tc- Zeugnissen auf bl Mng in Jato v daß fie pM nur die S- ^ben und bei ' Len des p “jMrrBnnng l^ Ntonü ; ■teh: war? ?•-' 'Nnte,'.: ;. ' und Inj;" 6b rrL KKs no&ungen ««»btt X y'nbltotrV“’ Nnbcr 11 !I- gb "' beun o hfe S SyySg»- tnoh,nctNfüb>? Co ISti. H 3 «u 1- ' 50 Co Co t-. __ Co S # 'tz> U <3= = = <-•> — im Innern D8/t * * Lieb' Klschen, was hast bit * * Irtl wurde beibehalten, die Oeffnung aber wesentlich niedriger und mit vorspringendem Dach gehalten, da es nach. Westen weist. Das Ganze hat die Form des Achtecks. Ta der Tempel an einer Böschung von 4 Meter steht, kann man das Untergeschoß als Pr-oberanm ftir die Kurkapelle benutzen. Die jetzige Derrassen-Treppe wird durch eine neue ersetzt, weil sie baufällig ist. Bei Her Neuanlage ist eine kleine Brunnenanlage geplant. Fr an ken b a ch . 15. Jan. Mittwoch, den 1. Februar vormittags 11 Uhr soll die hiesige Gemeindejagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Sie umfaßt zirka 378 Hektar Wald mit) 400 Hektar Feldjagd mit einem ganz vorzüglichen Wildbestand. — für alle Toiletten-Z wcoke! — zollfrei! Muster an Jedermann! Nur direkt v. Seidenfabrkt. Henneberg, Zürich. Ans MM und La>»d. Gießen, den 17. Januar 1905. *♦ Stadttheater. Die gestrige Vorstellung des japanischen Theaterensembl-es hatte nicht so zahlreichen Besuch auszuweisen, wie man hätte erwarten können. In mancherlei Beziehung verdiente diese Veranstaltung volles Interesse. Mle die, denen ein Schritt außerhalb der Linie unserer eigenen kulturellen Entwicklung die Erkenntnis gibt, daß unsere künstlerische Kultur, auf trautem, heimatlichem Boden in uns erwachsen, ein uns begleitender Besitz ist, tote im persönlichen Leben Liebe und Freundschaft, mochten wohl gern und mit unbedingter Achtung und Teilnahme einen Blick hüt in die Seele jener fremden Rasse, die, Jahrhunderte völlig vott uns geschieden^ neuerdings durch ihre Gelehrigkeit und ihr Verständnis für unsere Eigenart uns in so hohes Erstaunen setzt. Matt konnte bei so flüchtiger Bekanntschaft natürlich nicht den Wert ermessen, den diese Spiele dem Kunstsinn des kleinen Menschenschlages im fernen Osten bedeuten, und unser ästhetisches Mögen hatte eine harte Nuß zu knacken. Zunächst: wir verstanden nichts. Kein Dolmetsch brachte uns Licht in diese wenig klangvolle fremde Sprache, und das gedruckte Textbuch berichtete nur ziemlich trocken, was da ungefähr vor sich gehe. Tie Bühnenvorgänge an sich waren äußerst lebhaft und wohl begreiflich — Messerstiche und Blutvergießen sind leider auch uns nichts unbekanntes —, und wenn man von den gestern gesehenen dramatisches Erzeugnissen auf die allgemeine Eigenart dieser Kunstgattung in Japan schließen könnte, so würde man sagen dürfen, daß sie sich eng mit dem Leben deckt und fast einfach nur die Wirklichkeit zu reproduzieren sucht, ohne dem Leben und der Nahtr einen tieferen Sinn beizumessen. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Llond. In Gießen vertreten durch Carl LooS, Kirchenplatz. Bremen, 13. Im,. (Per transatlantischen Telegrapb.) Dep Toppelschrauben-Vostdampser „Breslau", Kapitän H. Prager, ootm Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 4 Uhr morgend wohlbehalten in Newyork angekonunen. Familien-Nnchrichten. Verlobte: Elise Lindau, Butzbach, Ludwig Nenschäfevz München. _ . . Gestorben: Herr Friedrich Wilhelm Krauß, Bad-Nauheirm Herr Sally Buch, Kassel. — Frau Georg Habicht Witwe, geborene, Duchardt, Lauterbach. Frau Jacobine Wolff, geb. Bock, Darmstadt. Wochenmarkte zu Tilsit auf dem SHenkendorfplatz hielt ernej Bauersfrau aus Dwischacken einen Korb Eier zum Verkauf. Sie, verlangte 7 Pfg. pro Ei und ließ sich durch nichts zu einem niedrigeren Preis bestimmen. Als der Marktschluß nahe war,'' ohne daß sie mit ihrem „festen Preise" durchdringen konnte, wurde sie sehr erregt; plötzlich ergriff sie ihren Kvrb, ging Nach der Garnisonstraße und warf ihn nut den Worten: „Uck nicht een Pfennig billiger!" mit solcher Gewalt ans die Straße, daß auch nicht ein Ei heil blieb. Nun erst war ihr Aerger verflogen:! sie nahm ruhig ihren leeren Korb auf den Arm, warf noch einen' letzten Blick auf die „gelbeit Trümmer" der Erzeugnisse ihres> Hühnerstalles und verließ dann unter großer Heiterkeit des! Publikums den Markt. * Kleine Tageschronik. Die Verlobungsanzeige deS' Fräulein Bertha Krupp mit Dr. rned. W. Heck in Rhevdt beruht auf einer Mystifikation. — Der Sekretär des Vereins , Berliner Künstler, Hauptmann a. D. Barth, ist v e r> hastet worden. Er soll Gelder in Höhe von 25 000 M k. unterschlagen haben, die bei der Dresdener Bank hinterlegt warem Bereits seit mehreren Tagen befand sich Barth nicht mehr in seiner Stellung, er stellte fich schließlich selbst der Behörde. — In Bern erschoß sich autdemBalle der ru s s i sch e n Studenten^ l der anläßlich des Neujahrs ftattfand, der 24 jährige Doktor derj Philosophie, Reichesberq. — In Berlin ist ein neuerj Vandalismus in der Nacht verübt worden. Ruchlose Hände, beschädigten in derselben Weise wie früher die Lessingbrücke undj das Amtsgericht und Landgericht I in der neuen Friedrichstraße, jetzt die Moltke- und Alfenbrücke. — In Aachen zog sich beim. Einsargen einer Leiche ein Schreinermeister eine HaudoerletzuuO zu, die sofort einen äußerst gefährlichen Charakter annahm. Trotz | der fürsorglichsten ärztlichen Behandlung ist er nach überaus! schmerzlichen Leiden der Blutvergiftung erlegen. — Die Schulden des flüchtigen Notars Rosenbaum in Solingen beziffern- I sich nach genauer Feststellung auf 80 000 Mark unterschlagene: Depositen und 30 000 Mark Piuvatschulden. Für diese Summa von 110 000 Mark sind zur Deckung vorhanden etttrc25 000 Mark bar und der Wert des Wohnhauses des Notars, der auf 37 000 Mk. geschätzt wird. Von dem Flüchtigen selbst fehlt bis jetzt noch jebe Spur. — In Wien verletzte sich der Tiroler Dialektschriftsteller: aus Meran, Karl W olf schwer durch einen Schuß in den Unter* leib aus seinem eigenen Gewehre infolge eines unglücklichen Zufalles. — Im russischen Gouvernement Wjatka sind vom 4. bis 10. Januar 46 Fälle der sibtschen Pest vorgekommen. Ast I der Beulenpest find im Uralgebiet vom 3. bis 9. Januar 8 Personen erkrankt. Die Gesamtzahl der Erkrankungen seit dem Auftreten der letztgenannten Epidemre beträgt Über 370, Todesfälle- I 340. Von Cholerafallen sind in den verseuchten Teilen des Reichs^ I vom 2. bis 8. Januar 23 festgestellt, gegen 61 in der Vorwoche.» DMiftlie Tagesschau. Die Verschuldung der Landwirtschaft in Preußen. Zur Beschaffung geeigneter Unterlagen für eine Statistik der Verschuldung des ländlichen Grundbesitzes Tjattcn1 die Einkommensteuer-Veranlagungskominissionen auf Grund der ©teuermatertfrTien des Jahres 1902 in der Zeit vom 15. Mai bis 1. Oktober 1903 für alle Personen, welche innerhalb Preußens über einen Grundbesitz von mindestens 60 Mark Grundsteuerreinertrag verfügen (selbständige Landwirte), Zählkarten mit Angaben über deren wichtigste Vermögens-, Einkommens- und Schuldverhältnisse auszufüllen. Mit der Verarbeitung des so gewonnenen Stoffes ist das König!. Statistische Bureau beauftragt. Die amtliche Statistische Korrespondenz veröffentlicht als erstes Resultat dieser Arbeit eine Tabelle, die nach sieben Grundsteuerreinertragsklassen die ziffernmäßige Verschuldung der Grundbesitzer und Landwirte Preußens im Hauptberufe' darstellt. Wir heben daraus das Folgende hervor: In Preußen sind die selbständigen Landwirte im Haupt- herufe zusammen mit «etwas über einem Viertel des Wertes ihres Gesamtvermögens verschuldet. Diese Verschuldung sinkt in den Grundsteuerreincrtragsklassen von weniger als 750 Mk. auf weniger als ein Fünftel herab, steigt aber andererseits bei den höheren Klassen über drei Zehntel hinaus, bei der Klasse von 1500 bis 3000 Mk. Grundsteuerreinertrag sogar bis fast zu erneut Drittel. Ferner stellt sich die Schuldenbelastung auf etwas mehr als drei Zehntel des Grundvermögens; int einzelnen schwanken die Ziffern von einem Fünftel in der Klasse von 60 bis 90 bis zwei Fünftel in derjenigen von 3000 und mehr Mark Grundsteuerreinertrag. Im allgemeinen findet sich in den östlichen Provinzen eine erheblich gröbere Verschuldung als in den westlichen (einschließlich Sachsens). Am höchsten ist sie in West- und Ostpreußen, dann folgen Posen, Pommern, Posen, Schlesien. Wie im Gesamtstaate ist auch im Osten die Grundsteuerreinertragsklasse von 1500 bis 3000 Mk. am meisten verschuldet. Im allgemeinen erscheint die wirtschaftliche Lage der selbständigen Landwirte im Hauptberufe um so ungünstiger, je größer ihr Grundbesitz ist. Die Statistische Korrespondenz führt diese Tatsache vornehmlich auf die teueren Arbeitslöhne und gedrückten Getreidepreise zurück. Dazu aber treten doch auch noch überhohe Güterpreise sowie Kapital- schwäche beim Gütererwerb und bei der Bewirtschaftung. neren und größeren Beschwerden, daß etwas nicht in Ord-I nung ist; Nervosität, mangelnde Verdauung, Uebellannig- Feit und Unlust zur Arbeit machen sich geltend, aber man tut nichts dagegen in der trügerischen Hoffnung, daß es von selbst wieder besser würde. Ofenaii genommen ist es nur Bequemlichkeit; man läßt die Dinge gehen, wie. fie wollen, statt sich nach einem Heil- und Vorbeugungsmitted umzusehen. Ein solches Mittel sind vernünftig betriebene Leibesübungen und namentlich die Uebungen, die unter dem Namen Männerturnen, Gesundheitsturnen usw. in fast allen größeren deutschen Turnvereinen gepflegt werden. Die hierbei getriebenen Uebungen sind dem Alter der liebenden besonders angepaßt und haben nur den Zweck, der Gejundheit zu dienen und alle Teile des menschlichen Körpers und namentlich, die durch Beruf und Lebensweise vernachlässigten zu kräftigen und widerstandsfähiger gegen Krankheiten zu machen. In unserer Stadt herrschte stets ein guter Geist für die edle Turnsache, warum sollte nicht so mancher die ihm gebotene Gelegenheit der Beteiligung passender Leibesübungen, als Freiübungen, leichte Geräteübungen und Turnspiele mit Freuden begrüßen? Diese findet er im hiesige nTurn- erein, der jeden Dienstag abend 8—10 Uhr in seiner Turnhalle, Stein st raße 3, eine stattliche Zahl Turner versammelt sieht, die so recht den Zweck turnerischer Leibes- Übungen erkannt haben. Möchten diese Zeilen dazu führen, der bestehenden Männerriege noch recht viele Freunde zu-! zuführen, es wird der Erfolg in der Erhaltung guter sundheit und erhöhter Lebensfteude ein dauernder sein. Tarum, aus zum Turnen nächsten Dienstag abend. ** Von der Jagd. Trotz nur preußischer Vorschrift war auch, so wird wns 'aieschrieben, fiir uns daZ Erscheinen des 15. Januar von Bedeutung, denn er verbietet den hessischen Hasen, in preußischen Gebietsteilen verzehrt zu werden. Der frühe Be-ginn der Schonzeit ist mit Rücksicht auf unsere stets milden Winter sehr begründet, denn in Anbetracht solcher Witterungsverhältnisse nimmt der Hase in dies Jahreszeit gerade nicht an Appetitlichkeit zu. Gleichzeitig schadet auch eine Abkürzung der Schußzeit um deswillen nicht, weil b4e armen Hcislein in neu zu verpachtenden Revieren immerhin viertz,ehn Tage profitieren, in denen jbter Versuch der gänzlichen Dezimierung nicht fortgesetzt iverden kann. Größere Treibjagden werden jetzt in Hessen kaum noch sein wegen des erschwerten M- atzes, es sei denn, daß es sich um Lieferungen ins Ausland l ndelt; besonders nach Frankreich werden deutsche Hasen in Menge versandt. Sonst werden bei uns wohl nur hier und da einige „Kücheuhäschen" dran glauben müssen, bis der 1. Februar auch hier das „Hahn in Ruh" kommandiert. ** lieber die geplanten Neu bauten in Bad- Nauheim hielt im nnttelrheinischen Architekten- und Ingenieur-Verein in Darmstadt Bau Inspektor Jost einen Vortrag, worin er nach der „D. Ztg." folgendes Bild von den geplanten Neubauten entwarf. Alles gruppiert sich um die in der Mitte befindlichen drei Sprndel. Um einen 125 Meter langen nnd 52 Meter breiter: Hof, der an vier Seiten mit Zugängen versehen ift; legen sich die einzelnen Badehäuser. Eine offene Halle um den Hof vermittelt den Verkehr und den Zugang zu den einzelnen Badehäusern; hinter dieser Halle liegen Wartehallen, lieber den Zellen! befinden sich darin Räume ftir Personal, Ma>gazine usw. Am Eingang zum Bade-Gebiet von der Bahnhofsseite erheben sich die beiden Verwaltungsgebäude, die gleichzeitig als Portalbauten architektonisch mir Fen; im mittleren Teil sind sie einstöckig, links und rechts zweistöckig und die niedrigeren Badehänser verdeckend. Die Gebäude waren ursprünglich in historisch treuem Barockstil geplant, man kam aber dann zu einfacheren freieren Formen; der 5)aupt- wert wird auf die innere Ausstattung gelegt. Die Sprudel XII, VIII und XTV sollen architektonisch neu gefaßt werden. Was die eben erwähnte innere Ausstattung betrifft, so follen Flure kwnd Zellen in einfachen nnd kräftigen Farbenkontrasten gehalten werden, und zwar durch Anwendung roter Tonfußböden, Bellet buntglasiger Plättchen für die schwierig anszusührenden Installationen werden sich sämtlich im Kellergeschoß befinden. Zur Frage des Steinmaterials hat man Versuche angestellt und schließlich einen Muschelkalk aus der Gegend von Würzburg als sehr widerstandsfähig gegen die Soole gefunden. Tie Anlagen um den | Kurbrunnen betreffen eine ganz bedeutende Vergrößerung! der Trinkhalle, deren Wandelhallen dann hufeisenförmig um! den Kurbrunnen hernmgehen, Kaufläden aufnehmen usw. Auch eine Reklame-Halle, Liegehalle, ein Eafs mit besonderem Hof und mit nach Süden offener Terrasse kommen zur Anlage. Inmitten der hnfeifenförmigerl Anlage werden sich der neue Kiltbrunnen und der neue Musiktempel befinden. Die südlich der jetzigen Trinkhalle befindliche Gärtnerei wird künftig im nordwestlichen Teil des Parks zwischen Kurhaus und Teichhaus untergebracht werden. Auch die seit längerem unzulängliche Terrasse am Kurhaus soll umgestaltet werden. Die Neuanlagen verlmrgen eine bedeutende Erweiterung des Platzes und Verlegimg des Musiktempels auf die Osffeite desselb«en, sodaß die Oeffimng auf einen völlig geschlossenen Hof weist. Dio Eoncha jalten, die Oeffnung aber wesentlich mebriger Für beit Wert bes menschlichen Lebens, für bte künstlerisch bildenbe Verklärung des Erlebten, scheinen bie Japaner- wenig Verstänbnis zu haben. Ein solches Wiebererleben nach den alltäglichen Gesetzen bedeutet uns nicht Kunst in unserem Sinne, mag aber Zeugnis für das Bedürfnis der Unterhaltung, der Freude tun Schaffen, bei diesem Volke ablegen. Und wer könnte sagen, ob man von den gestrigen Darbietungen auf bie allgemeine Beschaffenheit her japanischen bramatischen Literatur wircklich schließen darf? Haben nicht «auch wir künstlerisch wertlose bramatische Erzeugnisse genug? — In ethnographischer Hinsicht bot bie Veranstaltung viel neues unb sehenswertes. Lebensart, Kleibung unb Sitten der Japaner erregen lebhaftes Interesse. In biesen trippclnben kleinen Menschen wohnt ein jähes unb gewaltsames Vorwärtsbrängen. Mut unb Tapferkeit vor bem Feinde, Lebensverneinung vor den Hindernissen, die sich ihrem blinden Drang nach vorwärts cnbgegenstellen. So wird im Techaus wohl der Versuch sriedsertiger und gemütlich unterhaltsamer Zusammenkünfte unternommen, aber es herrscht die schwüle Minen- iluft, die jeden Augenblick von einer Katastrophe zerrissen werden kann. Musik und Gesang sind für unser Ohr kein Getön; bas was uns bie kleine Geisha sang, war so eintönig näselnb, baß es uns beinahe auf bie Beine gebracht hätte. Etwas anberes ist es mit ben rein äußerlichen Begabungen ber Japaner, ihren Bewegungen. Hier begegnet uns viel, was unser Auge erfreut. Die Kleibung, so ungewöhnlich sie für uns ist unb so wiberwillig unser empsinblicher «Gewohnheitssinn sie ablehnen möchte, ist zweifellos bem Körper ästhetisch mehr angepaßt als unsere l^ewänber, beim Manne sowohl wie bei ber Frau. Unb die überaus bewnnbemswerte Grazie, mit ber so eine Geisha sich zu betoagen weiß unb die sie beispielsweise beim Setzen offenbart, wird bei unseren Damen im allgemeinen nicht angewandt, womit indessen nicht ausgesprochen sein soll, daß das mongolische Weib verlockender sich präsentiert als unsere heimische Frau. — Das gestrige Publikum nahm bie ungewöhnliche Darbietung recht fteundlich auf. Tie Aühnenausstattung, die die, fremden Gaste uns vor- sührten, namentlich der Anblick des zierlichen Hauses des nrnten Ebelmannes, war prächtig. So hatte bi1 in ihrem künstlerischen Gesamtgefüge uns unverständlich gebliebene Ausführung boch mancherlei Reize unb Ueberraschlingen für uns. A. G. ** Auf zum Turnen! Man schreibt uns vom hiesigen Turnverein: Zur Herbst- unb Winterszeit, menn trübes, regnerisches Wetter eilt tritt, fällt für viele Leute ciuch bie Möglichkeit unb Lust fort, ihre Gesundheit durch Spaziergänge in freier Luft, Schwimmeu u. dgl. vor den mannigfachen Schäden und ^Nachteilen, die das moberue Kulturleben, namentlich in bett Städten, mit sich bringt, zu BGvahren, Mau curpsinbct wohl an mancherlei kl ei- andern für Preußen bestimmt' Darob wurden aber bte] aufgeregten Berliner vor bem Palais recht unwirsch, fiq wollten ihren „richtigen, echten Prinzen", ben „Tyrons erben" haben unb behalten! Aber wie die verhängnisvolle Verwechselung ber beiben Neugeborenen toieber gut gis- macht werben sollte, bas wußten die Berliner selbst nicht, und als es infolge ber Unruhe sogar zu „schlagfertigen" Auseinanbersetzungen in ber aufgeregten Meufchenmasse kommen wollte, ba mußte bie Polizei einschreiten, um! die größten Unruhestifter zur Mache zu bringen. Die Verhafteten konnten indessen an der nächsten Straßenecke wieder freigelassen werden, ba bie Nachricht von ber Unwahrheit bes Gerüchts von ber Zwillings gebürt sie noch zur red) tetr Zeit erreichte, um ihre Gemüter zu beruhigen. Ms nun aber nach «wenigen Tagen ber eine Thronerbe, auf beit die Berliner ein unverbrüchliches Recht zu haben meinten, wirklich erschien, da war des Jubelns und Frohlockens kern Ende. * Blinde Wut einer E'ierhäNdlerin. Auf dem« Vermischtes. *Wie die Berliner die Geburt Kaiser Wil-; Helms II. begrüßten, darüber erzählt Ernst Frens- dorsf in den Mitteilungen für die Geschichte Berlins einen höchst ergötzlichen Vorfall, ber im „Morgenblatt für gebildete Leser" (1859, StuUgaN. Cotta) überliefert ist. Bereits feit Anfanlg Januar drängte sich vor bem Palai- bes Kronprinzen Friebrich Wilhekin täglich eine große Menschenmenge, bie in lebhafter Bewegung ber Tinge, bie ba kommen sollten, entgegxnharrte. An bem letzten Sonntage vor bem 27. Januar verbreitete sich plötzlich die Knude, der so lange ersehnte Augenblick sei ba, jedoch es sei kein Anlaß zu einer reinen und int getrübten, Freude vorhanbeu. Mau höre tmb staune: ES touren zwei Prinzen zur Welt gekommen! In frcnbtgfter Verwirrung nnd Bestürzung habe man sie verwechselt und wäre sich nun nicht mehr einig darüber, wer ber älteste bei beibcn fei Höheren Orts habe man beit einen für England, den „Henneberg-Seide“ r. 95 Pf. M fiir einen garstigen Husten, jcnste Fran SchutidL zu itner kleinen Nachbarin, tut denn deine Mama garnid)i9 dafür? O ja, meine Mama hat mir gestern Abend Brusttee ge kocht und heute Morgen Bonbon- auf den Schulweg gegeben, aber ich bade irr der Klasse dennow fortnxldren» hilft en muffen. Kein Wunder, liebe Utfie, MtTt i< nicht, sag' Deiner Mama, sie t»He der sofort eme Schachtel Fay'S echte Sodener fühnernlpaftillen kaufen, bie wischst du nach imd nach und hetint wirst Du selten, daft du gerade so sckmeN ren deinem Husten befreit bi'! Die dema kleine Freundin Trude, die hat nämlich noch arger gc> duftet und auch die echten Fan - „Sadvmr .,ebraucht3 Zu haben a 85 Pfg. per Schachtel in allen Apotheken, Drogerien und Miiieralwasscrhandluugeu. .WZm Kunst und Wissenschaft. — Der Verband der Kunstfreunde in den^Län^ bern amRhein, dem neuerdings auch der König von Württemberg als Stifter beigetreten ist, hat für das Jahr 1905 fünf Ehrengehälter bewilligt und zwar, wie uns aus Düsseldorf geschrieben wird, an die Maler Iodokus SÄmitz in Düsseldorfs I. V. Cifsarz in Darmstadt, Leo Schnug in Straßburg, Bauer in. Stuttgart und Wulff in Stuttgart. Sport. — Nordische Spiele. (Stockholmer Sportwoche 4. bt5' 12. Februar 1905.) Me zwei Jahre veranstalten die Skandinavier: abwechselnd in Christicmia und Stockholm ein großes Wintersports fest, zu denen sie Sportliebhaber cinladen und wenn nicht alless täuscht, so wird die diesmalige „Stockholmer Woche" ein Ereignis ersten Ranges werden. Anmeldungen von überallher im Aus-i lande sind erfolgt imb die ersten Amateure und Sportsleute von^ Beruf werden sich an den Kämpfen beteiligen. Dem reichbaltigenj Programm entnehmen wir: Am 4. Februar: Europa-Meister-, schäft auf Scktlittschub 500 und 5000 M.; 5. Februar: Kunstlaufen auf Schlittschuh um bie Weltmeisterschaft 1500 undi 10 000 M.; Eisyachttvettsegeln, Automobilrennenaufdem! Eise; 6. Februar: „raib" Uppsala-Stockholm, Hockey nnd Cur-j ling, Wettfechten, Jlluminationsfest: 7. ^Februar: Stapellauien^ auf Ski (Schneeschuh, Distanzsabren auf Ski mit Pferd), Preis-! springen zn Pferde, Vorführung im Königl. Opernhaus: 8. Febr.:; Distanzfahren auf Rennwolf, Trabreimen; 9. Februar.^ Lust-, schiffahrt, Pferderennen; 10. Februar: Dampferau-flug (mit EiS- büetftr), Jayd zu Pferd, Schlittenpartie, Galaoper; 11. Februar Wettrennen auf Ski: 12. Februar: Berffwettstchrteu, Schlüße lenket t. 326 Gießen, den 16. Januar 1905» nff*VS S5? Ab 324 werden. 0258 Total-Ausverkauf Rock. 275 gewachten, unö in 237 breites Hemdentuch Qual. M., per Meter 35 Psg. 45 Qual. J. 6 Schulstrasse 6. 6 Schulstrasse 6. Total-Ausverkauf 331 empfiehlt a»/< yWX. 80 cm 80 cm 790 600 210 2 17 4 53 18 10 93 3 4 8 4 41 13 2100 2680 1320 Beide Qualitäten sind omb besonders preiswert. Marktplatz 9—10. Kaselochjensiettch 40 Pfg. [B11/1 Lchwezuesieitch 45 p,g. Anzüge nach Mass zu Mk. 35.—, 37.—, 42.—, 48 —, Julius Fischer AchmrsteigerunF im Gießener Stadtwald. Moutag, 23. Januar 1905, vormittags 97, Uhr beginnend, sotten un Gießener Stadlwatd in den Distrikten Grubentopf, Münster, im Januar 1905. Gr. Bürgermeislerei Münster. G u n t r u m. 2. ea. 2000 Stück Kichten-Derbstaugeu von 2,70 Mir. Länge, am unteren Ende 45 Millimeter Durchmesser und am oberen Ende 30 Millimeter Durchmesser, gesund und grade gewachsen, Hegen Kasse zu kauten gesucht. Angebote mit Ausschritt bis Montag de« 30. Januar d. I. an unterfertigte Stelle erbeten. 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Der Kaufpreis pro Fm. anzugeben; die Gebote find schriftlich, mit passender Aufschrift versehen, bis zum Kreitag den 20. Januar 1905, mittags 1 Uhr auf Gr. Bürgermeisterei Hattenrod emzureichen. Die Eröffnung findet an demselben Tage nachmittags .2 Uhr aus dem hiesigen Rathaus statt, wozu die Interessenten eingeladen find. Hattenrod, 12. Januar 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Hattenrod. Um mein Lager bis 1. April vollständig zu rftumen, verkaufe meine sämtlichen Buxkins in Winter- und Sommerware sowie meine Echt steirischen Herren- und Damen-Loden Herren-Wäsche, Trikotagen, Krawatten B. Schaumberger Kohlcnhaudluug. Gießen Wastnvofstraße 58. Nchnstofstraße 58 Aschaficnburg, Landingstraßc 9. Würzburg. 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König, und Kinder. e$ic " ,6onnknfn ... ®ini6iag ' ^onnlgq Montoq ?°"NerStoq n-reifQq 9 Monfc Holzversteigerung > in der fürstlichen Oberförsteret Lich. Montag de« 23. Januar, von vormittags 9V, Uhr an, im Dillrikt Meilvach: Scheitholz: 585 Rm. Buchen; Kmippel: loo Sun. B^en, 27 Rm. Eichen, 3 ^m. Eisbeer, 10 Rm. Birken; flocke: 177 iRm. Buchett, 12 Rm. Eichen, 2 Rm. Nadelholz; Wellen. 6240 Buchen (darunter 1600 Forslwellen), 280 Eichen, 60 -Nadelholz. - 2 Eichenschuittholz = 2,01 Fstm., 4 Bucheuschutttholz == 3,86 Fstm., 8 Elzbeer-Werkholz = 2,00 Fstm. Die Zusammelitunst ist am ^reuzpurstt der Wege Lich Hattenrod und Burkhardsselden-Nieder-Be,singen. Dienstag den 24. Januar, von vormittags 9 /, Uhr an, rm Distrikt Konzebühl: Scheitholz: 214 Rm. buchen, 12 Rm. Eichen; K.mppel: 74 Rm. Buchen, 27 Rm. Glchen, 4 Rm. Lmden; Stocke: 116 Rm. Buchen, 108 Rm. Eichen, 2 Rin. Ltndeii; Wellen: 2540 Buchen, 710 Eichen, 100 Weichholz. — 2 Rm. Buchen-, 4 Rm. Lichen-, 2 Rm. Liuden-Werkhol-, 6 Rm. Buchen-, 14 Rm. .Eichen-^cheitbrocken; H Eicheu-Lchntttholz = 14,69 tzslm., 7 Eichenarubeuholz lWagnerholz, Piostenholz) — 1,83 Fstm., -0 Vucheuschnittholz - 10,21 Fstm., 1 Eschen-Werkholz — 0,08 Fstm. Die Zusammenkunft ist auf der Lhaussee Lich—Gießen beim untersten Leichdamm, > L Mu 120 Rmtr. Weitzbucheuholz, gesund, grade gen aftiret und mcht swckig, m Gängen von 1,00 Meter Stärken von 18 Ettn. Durchmesser aufwärts, zu Bicketstielen re. nventur-Räiimuiios-Verkauf «ringe hiesigem und auswärtigem Publikum zur ge- AÜ0 3(1)10) WlttC tl 0hN0 Ausnahme iSn«^enntmS’ b“6 untcm’ §euti9en am v”n\ sind im Preise bedeutend reduziert -WE um eine Räumung unseres Lagers herbeizusühren. S.*”*$pringniann's Schuhwarenhaus Sch um geneigten Zuspruch. 1 A v Wegen einer wichtigen Angelegenheit werden sämtliche Würger des Süd-West zu einer öfseiitiilhe» UekssmAlnz auf Mittwoch iki 18. 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