Dienstag 16. Mail803 Erstes Blatt« 155. Jahrgang 53 Are heutige Yummer umfaßt 8 Seiten. aber die bi Gchulstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße». Fernspr^chanschluß Nr. 51. Majorität ... zu bezweifeln sein. Der Kaiser in WeH. Der Kaiser traf am 15. Mai nachmittags 5.30 Uhr im Automobil in Metz ein und begab sich nach der Kathedrale, um die Fortschritte der Arbeiten an derselben zu be- ichtigen, und sodann nach dem Generalkommando, wo er Wohnung nahm. Der Kaiser hörte dort den Vortrag deS Reichskanzlers. Der Kaiser!. Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst zu Hohenlohe-Langenburg, der Bischof von Straßburg, Monsignore Fritzen und Staatssekretär v. Köller sind nachmittags hier eingetroffen. Der Kaiser empfing danach im Fahnenzimmer des Gene» ralkommandos den Kardinal Kopp in Gegenwart deS Reichskanzlers Grafen Bülow, des Statthalters Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg und der Herren der Umgebung und des Hauptquartiers, sowie in Gegenwart der hier anwesenden Bischöfe. Der Kardinal überreichte dem Kaiser mit einer Ansprache den Orden vom heiligen Grabe. Der Kaiser erwiderte mit einer Rede. Nach dem Empfange Dr. Kopps gab der Kaiser im Speisesaale des Generalkommandos em Diner. Der Kaiser saß bei der Tafel zwischen Kardinal Kopp und Kardinal Fischer, »welcher dazu eine Einladung erhalten hatte und vormittags von Köln nach Metz gereist war. Nach der Tafel hiest der Kaiser längere Zeit Cercle. — Der Reichskanzler Graf Bülow wird den Kaiser am 16. Mai nach Mörchingen und nach Wiesbaden begleiten. In Wiesbaden trifft der Kaiser am Dienstag dem 16. Mai abends 7 Uhr 10 Min. ein. Die Kaiserin wird. Donnerstag vormittag, die Königin-Mutter von Italien! Donnerstag nachmittag dort erwartet. «Deutsches Reich. Berlin, 15. Mai. Die Ausschmückungs-Kom- Mission des Reichstages hielt unter schwacher Beteiligung am Samstag eine längere Besprechung über die Wahl des Triptychons ab, welche die Wand des Sitzungssaales hinter dem Präsidiumsplatze schmücken soll. Die Aufgabe, die den Malern W. Pape, Angelo Jank, Hugo Vogel, A. Kampf und W. Friedrich nach ihren Skizzen in der Wandelhalle vorgelegen hat, sind Darstellungen aus dem Leben 1) Karls des Großen, 2) des Kaisers Friedrich Barbarossa und 3) des Kaisers Wilhelm I. Gewählt sind die Glanzpunkte, die die Macht des deutschen Kaisertums, seine Aufrichtung und Wiedererneuerung stark hervorleuchten lassen. Zugegen waren neben dem Vertreter des Präsidenten Geheimrat Knack, dem Abgeordneten Fritzen-Düsseldorf, dem Baumeister Hickel und dem Maler Grafen Harrach die Vertreter des Bundesrats Graf Lerchenfeld, Frhr. v. Varnbüler und Geh. Oberreg.-Rat Richter. — Das Abgeordnetenhaus hat heute u. a. den Gesetzentwurf, betr. die Verwaltung gemeinschaftlicher Jagdbezirke, in dritter Beratung erledigt, und die Vorlage, betr. die Erhöhung der Warenhaussteuer, gegen die i Stimmen der Linken in dritter Beratung angenommen. — !Morgen: Schulkompromiß-Antrag, betr. Regelung Iber Lehrerbesoldung. — Heute sand im Reichstagsgebäude eine Mitgliederversammlung des Hauptverbandes deutscher Flotten- ü er eine im Auslande unter dem Vorsitze des Fürsten zu Salm-Horstmar statt. Es wurde der Jahresbericht verlesen, der u. a. das Fluß-Kanonenboot „Vaterland" als das erste sichtbare Zeichen der Wirksamkeit des Verbandes erwähnt. Danzig, 15. Mai. Prinz Heinrich von Preußen traf heute früh hier ein und inspizirte die Kaiser!. Werft. Er reist heute abend ab. Brom berg, 15. Mai. Der frühere nationalliberale Landtags-Abgeordnete Amtsrat Seer- Ni schwitz ist der „Ostd. Presse" zufolge am Samstag gestorben. Karlsruhe, 15. Mai. Beim Aufenthalt des Kaisers in Karlsruhe glaubte, so lassen sich die „Leipz. N. Nachr." berichten, die Polizei einen anarchistischen An- schlag befürchten zu müssen, und die Vorsichtsmaßregeln waren ganz besondere. Das führte zu einem bezeichnenden Zwischenfall. Eine Verehrerin des Kaisers wollte beim Einzug einen Blumenstrauß in den Wagen des Kaisers werfen. Kaum aber hatte sie die Hand erhoben, da wurde sie links und rechts von zwei Detektivs am Arme gefaßt und festgehalten. Absperrung nach Berliner Muster hatte der Großherzog, der bei einem Kaiserbesuch immer in großer Sorge ist, gleichwohl verboten. , . ~ Hamburg, 15. Mai. Die Vorlage des Senats, be- treffend Aenderung der Verfassung und des Bürgcr- schaftswahlrechts, ist heute erschienen. Die Notabeln- und Grundeigentümerwahlen bleiben bestehen; in den allgemeinen Wahlen wählt künftighin die Stadt 71 Abgeordnete, baS Lanb 8. Die Wahlberechtigten der Stadt werden in drei Gruppen nach der Höhe des Einkommens abgestuft, und zwar bis zu 3000 Mk., bis 6000 und über 6000 Mk. Jede Gruppe wählt 24 Abgeordnete und zwar nach dem System derSProportionalwahlen. Alle drei Jahre findet eine halb- schichtige Erneuerung statt. Jede Gruppe wählt 12 Abgeordnete auf sechs Jahre. In den Landbezirken bleibt das bisherige Wahlrecht bestehen. Den Beamten wird das passive Wahlrecht verliehen. In der Begründung der Vorlage heißt es daß der ungeheure Zudrang sehr niedrig besteuerter, unselbständiger Elemente zum Erwerb des Bürgerrechts nicht vorausaeseben werden könnte; binnen Kurzem würden diese Elemente in den allgemeinen Wahlen fast alle Mandate an I NH reißen und mit der Zeit auch in die Notabelnwahlen eindringen Der Arbeiterschaft solle ihr Anteil an den öffent- lichen Geschäften nicht verkümmert werden, aber sie dürfe die anderen Bevölkerungsklassen nicht verdrängen. Die erste Wahl nach dem neuen System soll im Jahre 1907 erfolgen. * Lübeck, 15. Mai. In der heutigenBurgerschastssitzung Tie Abänderung der Hamburgischen Verfassung nnd des Hamburgischen Wahlgesetzes. Man schreibt uns aus Hamburg: Nach langen und schweren Werfassungskämpfen, die ihren Ausgangspunkt im Cho'lerafahr 1892 hatten, kam am 2. November 1896 ein hamburgisches Wahlrecht zustande, das die Berechtigung zum Erwerbe des Bürgerrechts und damit des Wahlrechts von einer fünfjährigen Versteuerung eines Einkommens von mindestens 1200 Mark abhängig machte. Nach 8jährigem Bestehen kam dieses neue Wahlrecht bei den vorjährigen Wahlen zur Bürgerschaft, dem Hamburgischen Parlament, zu seiner vollen politischen Geltung. Die Zahl der der unteren Steuerklasse an gehörigen Bürger war um das dreifache gestiegen und die sozialdemokratische Partei erhielt einen derartigen ungeahnten Stimmenzuwachs, daß sie von 40 Wahlkreisen der allgemeinen Wahlen 13 Wahlkreise eroberten. Dieses selbst von den Sozialdemokraten unerwartete Wahleraebnis erweckte bei den bürgerlichen Parteien die schlimmsten Befürchtungen für die Zukunft des Hamburgischen Parlaments. Aus den drei bürgerlichen Fraktionen bildete sich deshalb eine Gruppe, die in geheimen Beratungen sich über eine Abänderung des Wahlrechts verständigte uno dem Senat von den Ergebnissen der Beratung Mitteilung machte. Das Produkt dieser geheimen Beratungen ist eine jetzt erschienene Vorlage des Senates wegen Abänderung der Verfassung und des Wahlgesetzes. Die sozialdemokratische Gefahr ist das Leitmotiv, das durch die ganze Vorlage geht. Der Senat weist zunächst darauf hm, daß mit der^ Preissteigerung mancher Lebensbedürfnisse eine Lohnaufbesserung für große Kategorien gewerblicher Arbeiter Hand in Hand gegangen sei, und daß deshalb die Lebens- und Einkommenverhült- nisse, auf welcher das Bürgerrechtsgesetz vom Jahre „1896 berechnet war, sich nicht unwesentlich verschoben hätten. Schon unter diesem Gesichtspunkte dränge sich die Frage auf, ob nicht jene, auf der Grundlage der früheren wirtschaftlichen Verhältnisse aufgebaute Gesetzgebung, wenn sie ihren Zweck erfüllen solle, ocn heutigen veränderten Verhältnissen durch eine entsprechende Aenderung der Gesetzgebung angepaßt werden müsse. Eine Hinaufsetzung der für den Bürgerrechtserwerb maßgebenden Einkommengrenze sei nicht zweckentsprechend, weil die Steuerstatistik den Schluß zulasse, daß aus rein politischen Gründen zahlreiche Personen 1200 Mk. versteuerten, ohne dieses Einkommen wirklich zu haben, nur um das Bürgerrecht zu erlangen Der Zeitpunkt )ei deshalb nicht mehr fern, in welchem die unselbständigen Bürger, die Arbeiter, die ab- foutte Mehrheit aller überhaupt vorhandenen Bürger bilden würden Da auch die Zahl der Mitläufer der Sozialdemokratie groß sei und die Zahl der Bürger aus den unteren Steuerklassen wieder erheblich zugenommen habe, so fei ein Eingreifen [b;e§ Staates in diese Entwicklung nötig, wenn bei den allgemeinen Wahlen zur Bürgerschaft in absehbarer Zeit sich nicht ebensolche Verhältnisse ergeben sollten, wie sie sich bei den Hamburgischen Reichstagswahlen bereits seit einer Reihe von Jahren gestaltet hätten. In der Vorlage des Senats wird die Befürchtung ausgesprochen, daß bei den allgemeinen Wahlen zur Bürgerschaft nahezu alle 80 Wahlkreise in die Hände der Sozialdemokratie über- Nr. 114 außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem vesstschrn Landwirt die Gießener Kamillen» Mdtter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Untverj.-Buch-u. Stein- druckeret. 9t Sange. dasjenige Wahlsystem, bei welchem nicht die stärkste Partei alle Sitze besetzt, sondern diese Sitze auf die einzelnen am Wahllampfe beteiligten Parteien im Verhältnis zu der Zahl der von jeder Partei aufgebrachten Stimmen verteilt wird, sodaß auch eine in der Minderheit gebliebene Partei in den Besitz eines oder mehrerer Mandate gelangen kann. Die Senatsvorlage will der Sozialdemokratie aber auch noch weiteren Boden entziehen. Nach der heutigen Verfassung können Beamte nicht in die Bürgers ch atf gewählt werden, und aus Unmut hierüber haben offenbar viele, namentlich Unterbeamte, sozialdemokratischen Kandidaten ihre Stimme gegeben. Die neue Staatsvorlage will jetzt den Beamten das Recht gewähren, sich in die Bürgerschaft wählen zu lassen, und der Senat hofft dadurch sicherlich, daß sämtliche Beamtenstimmen auf die Kandidaten aus Beamten kreisen fallen werden. Die Anträge des Senats werden zu schweren poli- tischenKämpsen in Hamburg führen. Die Mehrheit der Bürgerschaft wird die Senatsanträge in einer vielleicht etwas modifizierten Form annehmen, ob diese Mehrheit erfassungsmäßig erforderliche Dreiviertel- ät der Abgeordneten ausmachen wird, dürste AusSand. Ehristiania, 15 Mai Das Storthing beschloß "mik 81 gegen 36 Stimmen die Einführung der direkten Wahl ür das Storthing unter Zulassung von Stichwahlen. Die Anzahl der Mitglieder des Storthings wurde auf 123 erhöht. Ebristiania wählt dadurch fünf Storthingswitglieder mehr als bisher. Brüssel, 15. Mai. Die int erparla ment arische, Union tagte hier unter dem Vorsitze des Staatsministers Beer--, naert. Die nächste Konferenz ist hier am 28. August. Das Programm betrifft hauptsächlich verschiedene Wünsche für die nächste Staatenkonferenz im Haag. Hervorgehoben sei der Vorschlag Mr. Bartholds (Vereinigte Staaten), einen, Mwterschieds- bertrag auszuarbeiten, alsdann die periodische Wiederkehr dresep Konferenzen zu organisieren sowie die Basis der Vertretung der! verschiedenen Staaten festzulegen. Des weiteren wurde die Stiftung einer internationalen Friedensakademie vor- geschlagen. Am Vorabend der Konferenz wird den auswärtigen Parlamentariern, deren Anmeldung über 400 beträgt, in beti Sälen der Kammer eine Festlichkeit gegeben werden. Portsmouth, 15. Mai. Gestern fanden interessant« Versuche im hiesigen Hafen statt. Man hatte eine riesige Kette, welche mit eisernen Spitzen versehen war, gelegt, um den Hafen abzusperren und eventuelle Torpedoan^ifse auf denselben zu verhindern. Der Hafen war 12 Stunden Ian gl für alle anderen Schiffe gesperrt. 300 Matrosen an Bord von 12 Booten und Schleppdampfern waren mit dem Legen der Kette beschäftigt, wobei mehrere Unglücksfälle vorkamen. Die Versuche ergaben, daß die Kette sogar Panzerschiffe, die den Durchbruch, versuchen würden, schwer beschädigen könne. Paris, 15. Mai. Der unter dem Vorsitz des Präsidenten L o u b e t abgehaltene Minifterrat beschloß, daß die Regierung in der Kammer die Vertagung der Interpellation Pres- senses über ihre auswärtige Politik verlangen wird. Der Marineminister gab Kenntnis von einer ihm zugegangenen Depesche, welche meldet, daß der Torpedobootzerstörer ,,Arbal6te1 und das Motorboot „Ouanb Möme" in Cagliari ein getroffen sind. ' — Unter dem Titel „Vereinigung fur die nationa^ len Interessen und den internationalen Aus gleich" bildete sich eine aus Gelehrten, Schriftstellern, W lern, Politikern, und Juristen aller Länder Europas und Amerikas zusammengesetzte Gesellschaft, die sich zum Ziele letzt, sowohl die innere Wohlfahrt der einzelnen Länder zu fördern, wie auf. gute auswärtige Beziehungen der Länder untereinander hp^uwirken. Gruppen der Vorstände der Vereinigung sind: für Mnkrerch Berthelot, Bourgeois und Deswurnelles, für Deutschland Hackel, für Rußland Baron Stahl, für Norwegen Nansen, für Schweden! Baron Lagerheim. , .. w — Entoeoen anders lautenden Meldungen! stellt die AgeneS Havas seft/daß weder über die Marokko-Angelegenheit noch über den zweiten zwischen Frankreich lind Japan wegen der Nentralitätsfrage erfolgten mündlichen Memungs-Auss- tausch ein Gelbbuch erscheinen wird. Petersburg, 15. Mai. Der Arbeiter Sidertschup gab gestern abend auf den Polizeimeister von Schitomir/ Kujarow, als dieser gerade ein Restaurant betreten wollte, zwei, Revolverschüsse ab. Kujarow verschied binnen weniger Minuten. Der Mörder wurde verhaftet. — In Moskau sind neue empörende Bestechungjeni entdeckt worden, infolge deren Militärärzte militärpflichtige Personen gegen gute Bezahlung als dienstuntauglicher^ Härten. Auch Beamte der Militär-Verwaltung sind an diesem Treiben beteiligt. Eine ganze Reihe von Beamten wurde ver-, hastet. Washington, 15. Mai. Im Verfolg der Reden, welche Präsident Roosevelt und der Kriegssekretär Taft über dm Frage der E i s e n b a b n g ü t e r t a r i f e gehalten haben, nahm der internationale E i s e n b a h n k o n g r e ß vor dem Mschlusie! seiner Beratungen einstimmig eine Resolution an, welche befagtJ daß die Frachttarife auf kaufmännischen Grüftdfätzen beruhen sollen, aber keine willkürliche Differenzierung bet Aufstellung! der Frachtsätze ftattfinben soll, toelcfc letzte soweit möglich, gehen werden. Ehe bei den nächsten Wahlen die sozialdemokratlsche Brandung wiederkchrt. will der Senat durch schnelles Em- areisen dem starken Eindringen der Sozialdemorratre m I das Hamburgisch« Parlament vorbeugen. Zwar werden 80 Abgeordnete durch privilegierte Wahlen in die hamburgyche Bürgerschaft entsandt (40 Grundeigentümer und 40 Mitglieder dier Behörden und der Gerichte) aber der Senat ijält es mit den Gesamtinteressen des Staates für nicht vereinbar, wenn diesen Mgeordnetcn eine große Arbeiterpartei von annähernd 80 Mitgliedern gegenuberstande Der Senat befürchtet, daß diejenigen, welche in e r st er Hin re vie Steuern tragen sollen, ntchtmehr genügend -u Worte kommen oder daß in Angelegenheiten von Sandel und Schiffahrt, der Hauptquellen des Hamburgi- schen Wohlstandes, die hierfür sachkundigen Personen ihren Einfluß und ihre Erfahrung nicht mehr geltend machen könnten Man müsse deshalb, um eine gerechte kVertretung im Darlament zu jichern, die Bevölkerungsklassen zu drei großen Mirtschaftlichen Gruppen zusammeiifassen Dies seien der Arbeiterstand, der Mittelstand, der Großhandel L-JX hfo Grokindustrie Der Senat denke zwar Nicht daran, £ wie in Preußen und Sachsen eüi.' wfülwft man müsse vielmehr die Gefamtzahl der zu ver- gebenden' Mandate auf die drei Gruppen gleißmaßig £& WSSSS; zu bilden: Es sollen angehören: . . , 1 Der ersten Grupp« der Bürger, welche rn jedem der drei letzten ” ein Einkommen von mehr als 6000 S E>°°, hörenden Bürger, welche m iedem_ bei. bxe ■ Jahre ein Einkommen von mehr als 3000 Mark ver- 3. def"dritien"tzruppe alle übrigen wahlberechtigten Jn^WerbüidiiUg mit dieser Gruppeneinteilung will der Senat zugleich die Werbältnrsw ahl emfuhren, d. 1 © © mo^atllch75Pl"oiettel. GletzeimAilzelgerW General-Anzeiger Berantwort!'sine w den polit und rujeut. Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen MUZ zeiaenteil: HanS Becd ließ der Senat durch einen Kommissar erklären, daß trotz de§ am 20. Mai in Kraft tretenden Verbotes außer- preußischer Lotterien die jetzt laufenden Braunschweiger und Hamburger Lotterien bis Ende Mgi ohne strafrechtliche Verfolgung zu Ende gespielt werden können. He Elastizität besitzen sollen, Kl Erg» ist, um die Entwicklung des' Verkehrs zu ennöglichen und die größten Ergebnisse für das Publikum nind für die Dahnen selbst zu zeitigen. Manila, 15. Mai. Eine amerikanische Truppen- «bteiluna unter persönlicher Führung des Generals Wood, welche zur Verfolgu^ deS eingeborenen Häuptlings Pala ausgesandt war, tötete im Laufe der letzten 14 Tage 300 Moros; der Rest der Moros ist umzingelt. Es heißt, die Behörden von Britisck)-Rordbormeo hätten die Gefangennahme Palas gewünscht, weil er 25 Personen, worunter sich mehrere englische Untertanen befanden, in Labadato-DritischMordbori^eo ermodert HKt. Z)eutänse vr. Psd. 55—65 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pstwd 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch vr. Pfund 50—76 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,50—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 All., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse. 100 St. 00-00 Psg. Zwetschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 All. Weißkraut 0.10-0.15. Marktzeit 7-1 Uhr. Kisevbayn-Zeitung. Unsere 4. Wagen kl ässe. Die „Münch. Post" be». merkt in einem Artikel über Personentarife und Betriebsmittelgemeinschaft, daß mehrere höhere Beamte der bayerischen Eisenbahnverwaltung Norddeutschland in der 4. Wagen- kl ässe bereist hätten, um diese Klasse zu studieren. Die Mitteilung wird von anderer Seite bestätigt. Es wird noch hinzugefügt, daß die Berichte dieser Beamten nicht nur gegen die 4. Wagenklasse ausgefallen sind, sondern daß einer dieser Beamten, der vordem marm für die Einführung der vierten Wagenklasse in Bayern cintrat, ja geschwärmt hat, als ihr entschiedener Gegner zurückgckehrt ist. Er sagte: „Das können und dürfen wir unserem Publikum nicht bieten!" und äußerte sich überhaupt sehr drastisch überdas Wesen dieser Fabrgelegenheit. Kerichtslaal. .Hanau, 15. Mai. Vor der Strafkammer stand Heutt der S t a t i o u s v e r w a l t e r Neumann aus Liangeuselbold wegen Gefährdung eines Eisenbahntransportes. Es, handelt sich um den am 11. Februar 1903 auf Station Langem Es starben an: Tuberkulose des — Zollfrei! — Muster an Jedermann! — Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich, An in.: Die in Klammern gesetzten Ziffern sieben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gi e ff en aebra chte Kranke komm en. Sport. Netvy ork, 15. Mai. Der deutsche Kaiser sandte Allison Armour in Newyork am Samstag ein Telegramm, in welchem er dem Startausschusse für dieOz ean- wettfahrt um den Kaiser Wilhelm-Preis und den an „ der Wettfahrt beteiligten Jachtbesitzern die besten Grüße sendet und die Hoffnung ausspricht, daß die Wettfahrt von einem guten.Erfolge begleitet sei, sowie den Wunsch, daß die Jachten eine gute Fahrt haben mögen. Mehrere Mitglieder der deutschen Botschaft begaben sich hierher, um dem Start der Jachten beiznwohnen. DloAo beeinträchtigt, daff verschiedene D a m e n sich nicht veranlaßt gesunden s!rC1s- recht umfanarcichen bitte abzulegen, was ood) die Rücksicht auf die dahinter sitzenden Besucher gebieten dürfte, zumal wenn die -rragerin des Huts infolge unruhigen Verhaltens für ihre Kopfbedeckung e,nen gröberen Raum nötig hat. Hoffentlich genügt diese kurze Notiz, die betreffenden Damen zu veranlassen, für die Folge ihre Hüte in der Garderobe zurückzulaffen. ___ _________ h. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Pirblikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 15. Mai. Bei deni Kammermusik-Abend am 14. Mai d. I. wurde manchem^Besucher der Genuß an den schönen Darbietungen dadurch fewmo oorgerommen D-Zug-UnfaN, wobei mehrere Wagen trümmert wurden und ein Passagier leichte Verletzungen erlitt. Die Sache hat bereits im Frühjahr vorigen Jahres die Straf- ™™mrc.r beschäftigt, und damals waren noch mitangeklagt der Schlosser Hellwmg aus Gelnhausen und der Eisenbahnbeamte Deyer. Hellwmg war beauftragt gewesen, eine neue Weiche auf Station Langenselbold einzubauen. Dabei hatte er nicht wie es Vorschrift war, vor Einlaufen des Zuges das linke Zungenstück dieser tut Bau befindlichen Weiche von der Backenschlene abgesperrt, gleich dem rechten Zungenstück an der Backenschiene festgehakt. Infolgedessen veränderte sich die Spurweite und die Entgleisung war unvermeidlich. Die beiden Beamten beschuldigte man, sie hätten'es an der nötigen Aufmerksamkeit fehlen lassen Hever wurde damals zu 100 Mark, Hellwing zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt, Neumann frcigesvrochen. Gegen Neumanns Frchsprechung legte die Staatsanwaltschaft Berufung beim Reichs- gencht ein, das die Sache, soweit sie Neumann betraf, zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer zurückverwies Das Gericht verurteilte beute den Angeklagten zu 60 Mk Geldstrafe, weil , er nach einer seinerzeit erlassenen Verfügung den D-Zug, etn neues Stellwerk sebaut wurde, hätte halten lassen müssen und erst das Zeichen zur Weiterfahrt hätte geben dürfen, nachdem er sich überzeugt hatte, ob die in Betracht kommende Weiche, die noch keinen Anschluß an das Stellwerk hatte, so festgelegt Unglück ausgeschlossen erscheint. Von der Anklage der fahrlassigm Körperverletzung mehrerer Reisender wurde er >^ei gesprochen. 24-w J®’ Darmstadt, 15. Mai. Die Untersuchung in der Strafsache gegen den angeblichen Professor de Castres aus Belgien imd seine Ehesrau ist nunmehr abgeschlosseii und Verhandlungstermin aut den 19. Juni vor der hiesigen Strafkammer anberaumt worden. Dre Anklage lautet auf Betrug, Kur- p fu sch e r e i, unbefugten Vertrieb von A r z n e i m i t t e l n usw. Der Angeklagte ram im Mai v. I. nach Darmstadt und inaugu- rierte, obgleich fast völlig mittellos, die Gründung einer Handels- " Heilanstalt mit Pensionat usw., kaufte ein Hails für 140 000 Mark, worauf er erst vorher durch falsche Vorspiegelung erhaltene 4000 Mark Anzahlung leistete. Die Haupt- einnahmeguelle sollte die Kurpfuscherei bilden, für welche er M den Blättern große Anzeigen erließ und viele Tausende von Prospekten für Reklamezwe^e bestellte. Inzwischen waren aber die Behörden auf das Treiben des fremden Paares aufmerksam gewordem , Es wurde feggestellt, daß de Castres, nachdem sie längere Seit in der Schweiz in Untersuchungshaft gewesen war, memgeinter Beweise wieder freigelassen worden war und nach kurzem Verweilen in Augsburg und mehreren badischen Orten hierherkamen und sich die ersten Mittel hauptsächlich durch Kautionsschwindel verschafften. Weiter suchte er durch seine angebliche großartige neue Heilmethode gegen alle möglichen Krankheiten Dumme auf den Leim zu locken, was ihm auch "in einer Anzahl von Fälle gelang. Die weiteren Nachforschungen der Staatsanwaltschaft ergaben, daß de Castres auch schon mehrmals wegen Betrugs vorbestraft ist, u. a. in Elsaß-Lothringen mit IV- Jahren Gefängnis. Da der Angeklagte beharrlich 'leugnet und auch absolut kein Deutsch verstehen will, so muß für die ganze, zunächst auf vier Tage berechnete Verhandlung ein vereideter D o lmetscher herangezogen werden; ferner sind mehrere Sachverständige und eine große Anzahl von Zeugen aus verschiedenen Teilen des Reiches vorgeladen worden. Der Angeklagte . hatte sich auch mit größter Dreistigkeit den Professortitel beigelegt und sich für einen hervorragenden Spezialarzt ausgegeben, obgleich erwiesen ist, daß er irgend ein medizinisches Examen überhaupt nicht gemachi chat. Berlin, 15. Mai. Em Verfahren wegen Majestät s- beleidigung ist d^r „Tägl. Rundsch." zufolge, von der Wilhelmshavener Staatsanwaltschaft gegen die Urheber der falschen Mitteilungen über die K a i s e r r e d e bei der Relrutenvereidigung eingeleitet worden. Berlin, 15. Mai. Vor der 4. Strafkammer deZ ßanbaericbtö 1 begann heute der seinerzeit vertagte Prozeß gegen die „Vorwärts"-Redakteure Kaliski 'und Büttner, sowie gegen den Redakteur Schneidt von der „Zeit am Montag" und den Journalisten Ahrend. Der Klage haben sich als Nebenkläger der Geh. Medizinalrat Behr und Medizinalrat Dr. Pfleger, die sich besonders beleidigt fühlten, angeschlossen. Die Verteidiger der zuletzt Genannten protestierten gegen die Zulässigkeit der 4. Strafkammer, der Gerichtshof beschloß, den Protest abzulehnen. Es begann hierauf das Verhör der Angeklagten. Diese übernehmen die volle Verantwortung und erklären, daß ihnen hauptsächlich daran gelegen habe, die Mißstände in Plötzensee aufzudecken. Berlin, 15. Mai. Gegen die bekannte Frauenrechtlerin Anita Au g spur g hat die Staatsanwaltschaft in Hamburg- Altona wegen Beleidigung des Altonaer Landgerichts-Di- reltors Menschiu Anklage erhoben. Fräulein Augspurg wird beschuldigt, in einer in einem Hanckmrger Hoteel ab gehaltenen Fraueiv-Versammlung, in der ein vor einiger Zeit vor dem Schwurgericht in Altona verhandelter Notzuchtsprozeß zur Erörterung gelangte, die Art und Weise, in welcher der Landgerichts- Direktor Dr. Menschin als Vorsitzender die Verhandlung leitete, einer beleidigenden Kritik unterzogen zu haben. —, Gleichzeitig wurde gegen die verantwortlichen Redakteure der sozialdemokratischen Zeitungen „Hamburger Echo" und „Harburger Volksblatt" von vier beziehungsweise acht Geschworenen, die bei der betreffenden Verhandlung ihres Richteramtes walteten, Strafantrag gestellt. ■ "" ---LLLL?-1””--- ""J..1”? ment und auSverkauftem Hause Wagners „Meistersinger" Mr Aufführung kamen. Schon gleich im ersten Akt zeigte sich, daß der Künstler unmöglich seine schwierige Rolle weiter fingen konnte. Ein glücklicher Zufall wollte es, daß an jenen Tagen Herr Spe- mann gerade bei seinen Derwandten in Mannheim weilte und im ^Heater war. Er wurde aus dem Zuschauerraum auf die Bühne geleitet, mit den gerade vorhandenen Kostümsti'icken angetan und sang dann unter stürmischem Applaus die Partie be^ Walter Stol- |ing zu Ende. Auch am letzten Freitag versagte Herrn Carl-ftis Organ gleich im ersten All wieder gänzlich, so daß der schnell berbeigerufene Darmstädter Tenor wieder einspringen und die Voritellnng retten mußte. Jetzt soll nun Herr Carlen vorläufig beurlaubt und Herr Spemann ganz mit dessen Vertretung bis zum Schluß der Spielsaison beauftragt werden. Berlin, 15. Mai. Der heutigen Rektoren-Kouferen z gingen in den letzten Tagen der vorigen Woche Besprechungen mit den Rektoren der vier preußischen technischen Hochschulen Hannover, Charlottenburg Aachen und Danzig voraus. Ueber den Inhalt der Verhandlungen ist allen Beteiligten Stillschweigen auferlegt worden, doch wird behauptet, daß von einer materiellen Beschränkung der akademischen Freiheit kaum noch die Rede sein werde. Vor allen Dingen werde man mit irgendwelchen neuen Verordnungen vorläufig nicht hervortreten. Auch wolle man mit Relegierungen sehr vorsichtig sein, um Feine Märtyrer zu schaffen. Paris, 15. Mai. Dr. Cuguillers teilt mit, daß er ein Heilserum gegenTuberkulose entdeckt habe. Er habe bereits unter Kontrolle anderer Mediziner Versuche mit seiner Methode bei tuberkulösen Tieren gemacht. Kunst und Wissenschaft. R. B. Darmstadt, 15. Mai. Von einem argen Mißgeschick wird seit mehreren Monaten der bekannte Te n o r i st des Mannheimer Hoftheaters, Herr Carlen, verfolgt. Er hat Weihnachten nicht weniger, als fünfmal noch im letzten Moment von dem Versuch, Wagnerpartien zu singen, Wstand nehmen müssen, da er plötzlich total heiser wurde, und der Heldentenor des Darmstädter Hoftheaters, Herr Heinrich Spemann, für ihn eintreten mußte. Am empfindlichsten war die dadurch hervorgerufene Störung am zweiten Osterfeiertag, als bei aufgehobenem Abonne- Kinder Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Ziuivcrsttäts-Dachrichten. Greifswald, 14. Mai. Die Auflösung des Greifs- w'alder Studentenausschusses, dem übrigens Korps und Burschenschaften nichts angehörten, geschah, so meldet die „F. Ztg.", aus folgenden Gründen: Die beiden ihm zugehörigen katholischen Korporationen wurden ersucht, ans dem Ausschuß auszutreten. Da sie das nicht taten und der Ausschuß kein Rechtsmittel besaß, sie zu entfernen, löste er sich auf und konnte infolgedessen nicht auf dem Weimarer Studententage vertreten sein. Peinlich ist es nur, dcrß die Auflösung zwei Tage nach der Erklärung erfolgte, die der Greifswalder Senat im Anschluß an die Göttinger und Marburger Eingaben Mr Wahrung der akademischen Freiheit an den Kultusminister ergehen ließ, und in der bervorgehoben worden war, daß die Zugehörigkeit der Greifswalder konfessionellen Verbindungen zum Ausschuß nie Anlaß zu Streit'a^'ifen gegeben hätte. Familien Nachrichten. Gestorben. Fräulein Emma Cbrist, Kunstmühle Griedel, Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. DoranSstchtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 17. Mal 1905: AUtb und vorwiegend trocken: ziemlich kühl, weniger windig. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Hristinar-Draytmt'sdttnsten. Berlin, 16. Mai. Der „Berl. Lokal-Anz/ meldet: Amalie Schönchen, die bekannte Schauspielerin des Wiener Hofburgtheaters, welche hier zu einem Gastspiel weilt, wurde während der Probe von einer schweren Indisposition befallen, die sich in einer plötzlichen Gedächtnisstörung äußerte. Berlin, 16. Mai. Die Morgenblätter melden aus Adlershof bei Berlin: Die Frail des Fabrikbesitzers Holzel vergiftete sich und ihre drei Kinder in einem Anfall von Geistesstörung. Altona, 15. Mai. Wie die ^Altonaer Nachrichten^ melden, ist der Lederfabrikant Ludwig Karl Heinrich Berger durch Vermittlung des chinesischen Gesandten in Berlin als Instrukteur für von Seiten der chinesischen Negierung zu gründende Lederfabriken angestellt worden; er begibt sich anfang Juni auf seinen Posten nach Huchang. Kopenhagen, 16. Mai. Die dänischen Behörden sind benachrichtigt worden, daß das vierte russische Geschwader in drei Wochen die dänischen Gewässer auf der Fahrt nach Ostasien passieren werde. London, 16. Mai. Der „Daily Telegraph^ meldet aus Tokio vom 15. Mai: Der Hilfskreuzer Nekomaru ist auf der Höhe von Fusan auf ein Riff aufgelaufen und beschädigt worden. Die Dampfer sind mit den erforderlichen Arbeiten beschäftigt. Einem norwegischen Dampfer zufolge, der am 12. Mai in Moji angekommen ist und zwischen 6 und 11 Uhr morgens unter 33,45 Grad nördlicher Breite und 129,20 Grad östlicher Länge Geschützseuer gehört, wurde eine durch Schüsse verursachte Erschütterung wahrgenommen. Doch war, infolge des Nebels, die Aussicht beschränkt. Ein nach der angegebenen Richtung fahrendes japanisches Torpedoboot wurde gesichtet und festgestellt, daß die baltische Flotte auf französischem Gebiet eine Station für drahtlose Telegraphie errichtet und mit Hilfe derselben Nachrichten aus Saigon nach Petersburg gesandt hat. London, 16. Mai. Die „Daily Chronicle^ aus London vom 15. Mai meldet: Von der Höhe von Gaprots aus wurden in der vergangenen Nacht ein Dutzend Kriegsschiffe gesichtet, deren Lichter verlöscht waren. Die Nationalität und Bestiuuuung der Schiffe blieben unbekannt. Paris, 16. Mai. Nach einer Privatmeldung auS Saigon vereinigte sich Noschdj estwensky nach seiner Ausfahrt aus der Honkohe-Bai, 50 Seemeilen nördlich vom 10. Parattelkreise mit dem Ergänzungsgeschwader des Admirals Nebogatow. Paris, 16. Mai. Das „Echo de Paris^ meldet auL Petersburg: Es verlaute dort, Roschdjeswensky sei infolge von Ueberarbeitung erkrankt. 2ldmiralAlexejew soll demnächst nach Wladiwostok abreisen, um das Kommando über die Seestreitkräfte zu übernehmen. Das Gerücht scheint jedoch wenig begründet zu sein. Mailand, 16. Mai. In ganz Oberitalien herrscht seit einigen Tagen Regen weiter. Alle Flüsse sind an- geschwollen und haben bedeutenden Schaden verursacht. Auf den Bergen bei Como ist Schnee gefallen. Der Landwirtschaft und Seidenraupenzucht droht ernster Schaden. Warschau, 16. Mai. Auf Grund des Toleranz-EdikteL traten Tausende von Polen, die in den letzten Jahren zwangsweise zur russisch-orthodoxen Kirche bekehrt wurden, wieder zur katholischen Kirche über. -- Seide ?. 95 Pf. -m KrbeiterSewequnq. Leipzig, 15. Mai. Der große Schneidern ns stand ist beute nach 8wöchiger Dauer beendet worden. Die Gebilsen nehmen die Arbeit bedingungslos wieder auf. _____________ LandwirtsHaft. pn. Lang-Göns, 15. Mai. Tie Blüte der Ob st bäume verspricht dieses Jahr eine reiche. Obsternte. Namentlich stehen die Birnbäume im schönsten Blütenschmuck. Schädliche Insekten sind wenig vorhanden. Mg^elltli^e WnssKt da ssodesM m der Stadt Gießkü 9. Woche. Vom 26. Februar bis 4. März 1905. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 iinkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 16,70 nach Abzug von 4 Ortsfremden: 9,28 °/nn. Gehirns 1 — 1 Rhachitis 1 — — 1 Leukämie 1(D Kl) — — Typhus 1 1 — Schlaafluß 1(1) KD ——1 Herzfehler Blinddarm-Ent- KD 1(1) — — zündung 1 1 — — Lungenentzündung KD KD —- — Verbrennung 1 — — 1 Summe 9 (4) 6(4) — 3 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsern lieben Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Heinrich Ludwig KIOs Siaatsaraaitsgehüiie nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden, im Alter von 25 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Um stilles Beileid bitten die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Klos. Giessen (Hammstr. 16), den 15. Mai 1905. Familie WeisWoiS. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. Mai, nachmittags 5 Uhr vom Portale des neuen Friedhofs aus statt. 1-6/11 ■ "• __________________________________ - ' ' ________-___________________________ Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Ludwig st raße zwischen Bleich- und Bismarckstraße von heute an bis auf weiteres für den Fährverkehr gesperrt. Gießen, den 16. Mai 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ___________________Herber a. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Goethe st raße zwischen Ludwig- und Stephanstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 13. Mai 1905. Großh. Poliz-eiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. In unser Genossenschastsregister wurde heute bei der landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenoffenschaft, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Utphe, das Ausscheiden des Vorstandsmitgliedes Karl Bücher in Utphe und die in der Generalversammlung vom 25. März 1905 erfolgte Wahl des Friedrich Filsinger in Utphe als solches eingetragen. Hungen, den 13. Mai 1905. Großher^oglichcs Amtsgericht. Bekanntmachung. Bett.: Die Vertilgung der Ranpenuester. Die Garten- und Feldbesitzer bev Gemarkung Gießen werden hiennit ausgefordert, bis zum 1. Juni t. Js. ihre Bäume. Sträucher und Hecken von den Raupennestern zu reinigen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leiste"', verfallen in die m § 868 deS Reichssttaiaesetzbuches bestimmte G?!d- oder Haststrafe. Außerdem wird die Vertilgung der vorhandenen Raupennester aus Kosten der Säumigen angeordnet werden. Gießen, den 15. Mai 1905. B 4 Großherzogliche Bürgerin nsterei Gießen. Mecum. In unser Handelsregister Abt. B wurde beute eingetragen: BuderuS'sche Eisenwerke Aktiengesellschaft in Wetzlar, Zweigniederlasiung Lollar. Gegenstand des Unternehmens: a) Die Ausbeutung der erworbenen oder weiter noch zu erwerbenden Bergwerke; 6) das Aussuchen, Erwerben und Verwerten von Erzen, Mineralien anderer Art und Fossilien, ihre Zugutemachung, die weitere Verarbeitung der gewonnenen Produkte und der Verkauf der gewonnenen Produkte und Fabrikate; c) der Betrieb aller hiermit in Zusammenhang stehenden Gewerbe sowie die Beteiligung an solchen in jeder Form; d) die Verwaltung, Ausnutzung und Verwertung des ihr sonst gehörigen und noch zu erwerbenden beweglichen oder unbeweglichen Vermögens; Höhe des Grundkapitals: 7 500000 Mk. Das Grundkapital ist eingeteilt in 2 000 Aktien Litera A zu 1 000 Mk., 4000 Aktien Litera B zu 1000 Mk., 1500 Aktien Litera C zu 1000 Mk. Die Aktien lauten auf den Inhaber. Tag der Feststellung des GesellschastsvertragSr 10. Januar 1900. Mitglieder deS Vorstandes: Eduard Kaiser, Generaldirektor in Wetzlar, Georg Zantzen, Heinrich Jansen, stellvertretende Vorstandsmitglieder beide in Wetzlar. Zur gültigen Zeichnung der Firma sind erforderlich: Die Unterschriften zweier Vorstandsmitglieder, wozu auch stellvertretende Vorstandsmitglieder zählen, oder diejenigen eines Vorstandsmitgliedes und eines Prokuristen oder eines stellvertretenden Vorstandsmitgliedes und eines Prokuristen oder auf Beschluß des Aufsichtsrats diejenigen zweier Prokuristen. Der AufsichtSrat ist ermächtigt, einzelnen Mitgliedern deS Vorstands die Befugnis zu erteilen, die Gesellschaft allein zu vertreten und die Firma allein zu zeichnen. Die Prokuristen zeichnen nach den Bestimmungen des AussichtSratS. DaS Vorstandsmitglied Generaldirektor Kaiser ist berechtigt, die Firma der Gesellschaft allein zu zeichnen; im übrigen erfolgt die Zeichnung der Firma durch das stellvertretende Vorstandsmitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen oder durch je zwei Prokuristen. Dem Buchhalter Ernst Stuhl in Lollar ist Prokura erteilt. Vorstandsmitglieder werden durch Beschluß des Aussichtsrats ernannt. Die Berufung der Generalversammlung der Aktionäre erfolgt seitens des Aufsichtsrats durch einmaliges Ausschreiben in dem deutschen Reichsanzeiger mindestens 18 Tage vor dem DersammlungStage. Bekanntmachungen erfolgen durch den deutschen Reichsanzeiger. Dem AufsichtSrat bleibt es vorbehalten, nach seinem Ermessen für die Bekanntmachungen auch noch andere Blätter zu bestimmen. Zur gültigen Einberufung der Generalversammlung genügt die rechtzeitige Bekanntmachung der Einladung durch den Reichsanzeiger. Gießen, den 13. Mai 1905. Grotzherzogliches Amtsgericht. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen : 1. Firma Friedrich Groß in Gießen, Inh.: Sattlermeister Friedrich Groß daselbst. 2. Firma Heinrich Marx in Gießen; Inhaber: Uhrmacher Heinrich Marx daselbst. 3. Firma Jacob Hengst in Gießen; Inh.: Handschuhfabrikant Jacob Hengst daselbst. 4. Firma Wilhelm Amend in Gießen; Inhaber: Konditor Wilhelm Amend daselbst; angegebener Geschäftszweig: Konditorei und Easä. Bezüglich der Firma Hrch. Gengnagel in Gießen wurde eingetragen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 15. Mai 1905. Gr. Amtsgericht. bi0/s In unser Gesellschastsregister wurde heute bei der Firma Gewerbebank Lollar Aktiengesellschaft eingetragen: Zum Eintrag vom 30. Mai Is. wird berichtigend vermerkt, daß die Vorstandsmitglieder Nies und Moos für sich allein namens der Gesellschaft zu handeln und jeder die Firma für sich allein giltig zu zeichnen berechtigt ist. b16/5 Gießen, den 15. Mai 1905. ^roßherzogliches Amtsgericht. 1 ist die Beste! INKA» »(HenMiiiU., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: 10 Mille Zigarren, 16 Säulenwaagen, 3 Metalldrehbänke u. Möbel aller Arten. [2655 Geißler, Gerichtsvollzieher. MWen-VkMchtilU. Die dem Fürstlichen Hause Psenburg und Büdingen gehörige Mühle in der Stadt Büdingen, bestehend aus einem modern eingerichteten Müblenwerk mit 3 Mahlgängen und aus Wohn- und Wirtschaftsgebäuden soll nebst 5ha Acker und Wiesen von Petritag 1906 ab anderweitig verpachtet werden. Die Pachtbedingungen sind auf unserem Secretari.at einzusehen. Pachtangebote werden bis zum 15. Juni entgegengenommen. Büdingen, den 10. Mai 1905. Fürstlich Ysenbnrg- und Büdingische Rentkammer. ________________Korell._________ss13/6 Freshank. Heute von 4—8 Uhr, morgen von 8—11 Uhr: Kuhfleisch ä Pfd. 50 Pfg. B“/6 Treffe am Mittwoch zum Markte auf Oswalds Garten mit einem Waggon Frachickr smrseslem KochgejW ein und verkaufe in Partien Stück für Slück zu 20 Pfg. [2670 Marten Schwab ___aus Urberach.__ Schöner Spargel, Pfd. 55 Pfg. Junger Spinat, Pfund 15 Pfg. 03335 Carl Herr, Seltersweg 14. Otto Schaaf's 2549 Idlienmilch- Seife ist die denkbar beste Toiletteseife. 1 Stück 50 Pfg., 12 St. Mk. 5.—. 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