Nr. 62 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Glehener Familien- Hätte» viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Steindruckerei. 9L Lange. Redaktion. Expedition und Drncrerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. -Fernsprechanschluß Nr. 51. WMWEMWMEMW brftes Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 14 März 1905 Gietzener Anzeiger ** General-Anzeiger Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Vezag-PreiAr monatlich 75 Pf., viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— vierlel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzei^ru ür die Tc rSp'rmm« 's vo-anittog- 'Unc, ' c fernretS: .okir 12 Ps^ auswärts P'z. Verantwortlich |ift den polst, und Teil - P. Wtttko: für ,Stadt und ßanb* und „GerichtSfaal": August Goetz, für den Anzeigenteil: HanS Beck. Air heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Gießen, 13. März 1905. Betr.: Die Ausführung des Wohnungsaufsichtsgesetzes. Das Großherpgliche Kreisamt Gießen an die Großh. Brrr-germeiftereien der Landgemeinden des Kreises. Soweit Sie mit Ihren Berichten auf unsere Verfügung vom 27. Februar 1905, Kreisblatt Nr. 25, im Rückstände .find, werden Sie mit Frist von fünf Tagen an deren Erledigung erinnert. Gleichzeitig machen mir darauf aufmerksam, daß Schlafstellen oder Schlafräume, welche von Arbeitgebern ihren Arbeitern, Lehrlingen, Gesellen, Gehilfen, Dienstboten u. s. w. zugewiesen werden, in dem Formular F mit angegeben werden müßen. I. V.: Dr. Kranzbühler. Zur akademischen Areiheit. Der Kaiser hat gestern den telegraphischen Huldigungsgruß der deutschen akademischen Jugend, soweit sie zurzeit in Eisenach versammelt ist, freundlich erwidert, ihr aber zugleich die ,Achtung vor der Ueberzeugung Andersdenkender^ (vgl. den Bericht über den ,1. deutschen Stu- dententag) dringend ans Herz gelegt. Dieses Kaiserwort wird in weiten Kreisen, soweit sie nicht einseitiger Intoleranz huldigen, freudigen Widerhall finden. Man braucht daraus keineswegs eine Hinneigung des Kaisers zum Klerikalismus zu ersehen, um so weniger, als die Kaiserworte an den Pfarrer Waitz und den Hamburger Senior Dr. Behrmann jetzt beglaubigt sind. (Vgl. die heutige „Polit. Tagesschau": Zentrums-Verstimmung.) In Nr. 10 der linksliberalen Münchener Wochenschrift ^.Freistatt" vom 11. März wirst der Heidelberger Philologe Prof. Dr. O sth off einen Rückblick auf den „Kampf um die akademische Freiheit". Im allgemeinen durchaus, und zwar mit bestem Rechte, auf feiten der Studenten und gegen die preußische Regierung stehend, spricht er sich doch im Sinne der Kaiserdepesche aus: Erscheint aber die Sache, die die heutige Studentenschaft so tapfer und gleich erfolgreich verfolgt, als in jedem Punkte -makellos und einwandsfrei? Es muß zugestanden werden, was auch schon im Urteil der liberalen Presse und aus den Reden mehrerer Abgeordneten, die im übrigen energisch den Standpunkt der Studierenden vertraten, zum Ausdruck gekonmren ist: die auf gewaltsame Unterdrückung der konfessionellen Verbindungen hin- arb-eitende Agitation, was einer der Anlässe zum Eingreifen der Behörden wurde, war ein Mißgriff und selbst e i n V e r st o ß gegen das Prinzip der akademischen Freiheit. Dieser neue Vorwurf kann den eben um diese Freiheit kämpfenden Akademikern also nicht erspart werden. Das Vorhandensein konfessioneller Korporationen und immer neue Gründungen von solchen sei zu bedauern und allerseits bedauert worden. Es könne dem gesundet: Sinn der Studentenschaft daher nicht verübelt werden, wenn sie gegen dieses Unwesen und seinem Geist ankämpften. Aber mit Vorschlägen neuer gewaltsamer Unterdrückung, neuer üntervindung des freien Rechts der geselliger: Vereinigung darf der nicht andere kränken und belästigen, der für sich selbst das größtmögliche Maß der Bewegungsfreihest in Anspruch timnti. Man solle die konfessionellen Verbindungen „mit erlaubten und in rechtlicher Beziehung nicht zu beanstandenden Mitteln" bekämpfen. Nach einigen weiteren sehr beherzigenswerten Ausführungen konstatiert Prof. Osthoff, die Studentenschaft habe den Vorstoß gegen die studentische Bewegungsfreiheit siegreich abgeschlagen und fährt dann fort: Kann man zu dieser erfreulichen Wendung der Tinge unsere -Studentenschaft aufrichtig beglückwünschen, so schließt das doch in sich, daß auch einige ernste Mahnungen zur Beherzigung für Xie daraus sich ergeben. Zu dem Inbegriff der ihlren zugestandenen und zugesicherten Rechte und Freiheiten, die der akademische Bürger genießt, gehört als notwendiges KorrÄat tue Pflicht der vernünftigen Selbft- .oeherrjchung, die vornehmlich dadurch geübt wird, daß man sich stets bewußt bleibt, das Anrecht anderer auf denselben Umfang von Rechter: und Freiheiten, den ich für mich- beanspruche, jederzeit anerkennen und respettierer: zu müssen. Tiefer Pflicht ist, wie hervorgehooen, im Anfangsstadium des von der Studentenschaft durchgefochtenen Konfliktes, nicht vollauf genügt worden. Prof. Osthoff ist in Heidelberg ein beliebter Universi- Mslehrer und alter Burschenschafter, der noch in naher Verbindung mit burschenschaftlichen Kreisen steht. Ganz richtig schreibt auch der nationalsoziale und stramm protestantische „Türmer" (Märzheft S. 811): Die Jugend hat das Recht der Jntonseguenz. Nur dieser mildernde Umstand rann mit dem inneren Widerspruch zwischen der Forderung akademischer Freiheit Und dem gleichzeitigen Angriff auf eben diese Freiheit bei — Andersgesinnten zur Not versöhnen. ALan mag erckschiedener Gegner konfessioneller Stu- dentenkonventtlel sein, und darf dennoch chie Bereästigung, solche zu bilden, vom Standpunkte der akademische Freiheit aus ganz zuletzt bestreiten. Es nimmt sich eigeMümlich aus, wem: akademische Bürger im 9tamen der akademischen Freiheit die Staatsbehörde gegen die Verbände ihrer katholischen Kommilitonen mobil machen wollen. Leutsches Reich. Berlin, 13. Martz. Um 9 Uhr 30 Mn. traf gestern abend der Kaiser ans Bremen hier ein; die Kaiserin! war kurz vorher eingetrofsen. Heute unternahmen beide Majestäten einen Spaziergang im Tiergarten. Ter Kaiser besuchte später den Reichskanzler und hörte den Vortrag! des Ehest des Zwilkabirretts. p- Der Ministerialdirektor int Kultusministerium Dr. Alt Hofs fft vom Kaiser zur Teilnahme an der Mittel- m e e r r e i s e eingeladen worden. Dortmund, 13. März. Laut „Tvrtm. Biss." will die Verwaltung der Zeche „Tremonia" den Bergleuten, die während des Streiks gearbeitet haben, bei der nächsten Lohnauszahlung Belohnungen von 10 Mk. bis 15 Mk., insgesamt 4000 Mk., zukommen lassen. Trier, 13. März. Generalleutnant und Gouverneur von Trotha hat den Arbeitern der Hauptwerkstatt Karthaus, die ihm nach Südwestafrika ein Weihnachtspaket gesandt hatten ein Schreiben zugehen lassen, in! welchem er sich in herzlichen Worten über die Kundgebung aus den Arbeitertreisen bedankt und die Hoffnung ausspricht, daß er nochmals in die Lage versetzt werde, dies den Leuten persönlich aussprechen zu können. I^utjch-r Reichstag. 162. Sitzung vom 13. März, 1 Uhr. Die Beratung des Etats des R e i ch L a m t s des Innern wird fortgesetzt beim Kapitel Reichsamt für das He:mats- wesen. Abg. S ch i ck e r t (kons.) erbittet eine anderweite Regelung des Unterstützungs-Wohnsitzes im Interesse namentlich derjenigen Gebiete des platten Landes im Osten, welche einesteils durch Abwanderung an Bevölkerung verl:eren, andernteils im gegebenen Falle für die Abgewanderten noch unlerstützungspstichtig sind. Staatssekretär Graf.P o s a d o w s k y erklärt, feit Erlaß des Unterstützurrgs-Wohnsitzgesetzes hätten sich die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse allerdings stark geändert. Eine Novelle über das Reichsarmenrecht sei bereits ausgearbeilel und werde hoffentlich dem Reichstage gleich zu Beginn der nächsten Session vorgelegt werden. Das Kapitel wurde alsdann genehmigt. Beim Kapitel statistisches Amt bemängelt Abg. Erzberger (Zentrum) die Mängel und Fehler der amtlichen Streikstatistik. Gegenüber einer Beschwerde des Av- geordn. Potchoff (frs. Bg.) erklärt Staaalssetretär Graf Posadowsky, das statistische Amt habe nur die Aufgabe, das zahlenmäßige Material zu verarbeiten. Könnte jeder Beamte für feine Person seine Schlußfolgerungen aus dem Material veröffentlichen, so würde das Amt zu einer politischen Behörde werden. Im weiteren Verlauf einer kurzen Debatte versichert der Staatssekretär noch, das Amt verfahre nach ganz objektiven Grundsätzen. Beim Kapitel Reichsgesundheitsamt empfiehlt Abg. Baumann (Zentrilm) eine von ihm beantragte, von den Nationalliberalei: und Konservativen milunterschriebene Resolution, die Regierung zu ersuchen, iin Reichstage tunlichst bald einen Gesetzentwurf vor^ulege«, der die Beaufsichtigung des Verkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln sowie derer: Durchführung durch die Landesbehörden einheitlich regelt. Rebner exemplifiziert dabe: besoiiders auf die Weinfälschungen. Abg. S ch e l l h o r n (natl.) empfiehlt einen gleichen Antrag auf reichsgesetzliche Beaufsichtigung des Verkehrs mit Wein wie überhaupt mit Nahrungs- und Geiiußmitteln. Nur so allein sei es möglich, den Naturwein zu schützen. Abg. Sartorius (frs. Vp.) erblickt ebenfalls in einer einheitlichen reichsgesetzlicher: Kontrolle die Voraussetzung für eine wirkliche Durchführung des Weingesetzes. So schlimm, wie Baumann es schildere, seien unsere Weinoerhältnisse nicht. Abg. Blankenhorn (natl.) als Mitantragsteller empfiehlt gleichfalls der: Antrag Baumann. Staatssekretär Graf Posadowsky glaubt, daß bei den Behauptungen über Weinverfälschungen doch manche Ueberlreibunger: mit unterliefen. Er fei der Ansicht, daß die deutschen Weine, die ins Ausland gingen, durchweg gute, gesunde Weine seien. Entwürfe, betreffend die Weirrkontrolle, feien speziell in Preußen ausgearbeitet. Was die Judikatur betreffe, so brauche gezuckerter Wein zwar nicht als gezuckert deklariert zu werden, aber er darf andererseits keinesfalls als ungezuckerter Wein, als Naturwein, deklariert werden. Abg. Rettich (kons.) ist für den Antrag Baumann. Abg. Müller- Meiningen (frs. Vp.) hält eine Regelung des Geheimnuttelivesens für dringend geboten. Abg. Nacken (Zentrum- wünscht Schutz gegen Vergiftungsgefahr in den Betrieben, in denen Blei verarbeitet wird, besonders in den Bleihütien Oberjchlesiens. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt, daß eine bezügliche Verordnung bereits ausgearbeilel fei Ebenso werde einer Regelung der Frage der Verwendung von Bleifarben näher getreten werden. Dem Abg. Müller-Dleiningen erwidere er, daß Niemaiid erwartet habe, es werde mit der Geheimniittelliste nun sofort das ganze Geheunmittelwesen aufhören. Es werde erwogen, ob nicht von Reichswegen in dieser Angelegenheit gewisse einheitliche Grundsätze festgelegt werden können. „ . Abg. Mugdan (frs. Vp.) fragt, ob eine Regelung des Krankenpflegewesens von Reichswegen beabsichtigt sei. Abg. Scheid em a n n (Soz.) wendet sich gegen die Verunreinigung der Flüsse durch Fabrikadwäsfer. Staatssekretär Posadowsky erklärt gegenüber dem Ab- geordn. Mugdan, daß eine Reihe von Kandidaten der Medizin auf ihren Antrag von der Verpflichtung des praktischen Jahres befreit worden find. Ein Entwurf wegen einheitlicher Grundsätze für Ausbildung und Prüfung von Krankenpflege-Personal sei vom Gesundheitsamte ausgearbeitet und liege dem Bundesrat vor. Die Frage der Verunreinigung der Flüsse sei sehr schwierig. Auf sie, als auch auf die Frage der Trinkwasser-Versorgung sei das Augen- Nierk des Bundesrats gerichtet. Hierauf wird die Resolution Baumann angenommen und ebenso^ eine Resolution Müller-Meiningen wegen gesetzlicher Regelung des Geheiminlltelwejens. 'Schluß 5\ Uhr. Morgen 1 Uhr Fortsetzung. Preußisches Abgeordnetenhaus. Man beratet den Erat dec Z e n , r a . g e n o s s en s ch a ft s - koisse — Mg. Dr. Faßbender ^Ztr.) regt an, die ländlia-en Kreditgenossenschaften bei der Regelung oa landwirtsu^suchen Entschnldungsfrage mitwirken zu lasstn. — Mg. Kreth (kons.) spricht seine Freude aus über den Zusammenschluß des Reichs- oerbandes landwirtfchaftkicher Genossenschaften in Stuttgart mit dem Raisfeisenschen Verband. — Finanzminister Frhr. v. R h e i n- b ab en spricht zunächst seine Genugtuung aus über die Beilegung des Zwiespalts. Tie Zentralgeiwssenschaftskasse sei ihrem Ziel, em treuer Freund der Landwirtschaft und des Handwerks zu sein, durchaus treu geblieben. Was die Frage betreffe, ob es möglich fei daß der genossenschaftliche Kredit in den Tienst der Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes gestellt ivirb, so könne sich der Staat hieran nur in einer begrenzten sjßetfe beteiligen, etwa, rudern er eine bestimmte Summe zum Re- servesonss beitrage. — Achg. Skull (Ztr.) spricht sick), auer-s kennend über die Tätigkeit der Zentralgenossenschaftskasse aus, und empfiel/ck dem Zusammenschluß der Neuwieder unb des Darm^ städker Genossenschaftsverbandes. Redner hält die Bedenken ba»| gegen, daß ein Direktionsmitglied der Zentralgenossenschaftskasst Treuhänder bei einem Privatinstitut ist, für gerechtfertigt, ebauH so der Abg. v. ArNiM (kons.). Finanzminister Frhr. v. Rhein--, haben hält es nicht für erwünscht, daß Staatsbecunte Treu-^ händer bei Privatinstituten sind. Es liege aber in diesem Falle tein Anlaß vor, dem Beamten seine Stellung zu entstehen. Abg.s Graf Spahn (Ztr.) empfiehlt die Einrichtung von Professu--, reu für das Genossenschaftswesen an landwirtschaft^ lick)en Hochschulem Abg. Blell (fr. Vp.) stimmt mit bei: Aus-' führungen der Herren überein, die erklärten, es komme nicht auf das System der Genofseiffchaften an. In der Tat sei die! Hauptsache ber lebendige Genossenschaftsgeist, und man müsse mit vereinten Kräften dahin wirken, die kleinen strebsamen Leutes in Genossenschaften zusammenznschließen, um den Mittelstands zu stärken. Abg. v. Brockhauien (kons.) tritt für die lanix« wirtschaftlichen Genossenschaften ein, die segensreich gewirkt hätten. 2lbg. Bus ch (Ztr.) hebt die Verdienste Raiffeisens um das landwirtschaftliche Genossenschaftsw esen hervor. Bei der Position „3000 Mark als nicht pensionsfähige Zulage für den Direktor der Zentralgenoffenschaftskasse"^ erhebt Abg. Gyßling (fr. Vp.) namens seiner Freunde Widerspruch gegen/ diese Forderung, die mit dem Hinweis auf erhöhte Repräsentations- Pflichten begründet werde. Der Titel wurde gegen die Stimmen der freisinnigen Volkspartei und der Polen angenommen. Der Rest des Etats wird debattelos erledigt. Beim Etat der indirekten Steuern erklärt Abg. Dr. v. Heydebrand u. d. Laisa (kons.) namens seiner Partei^ daß sie die schwersten Bedenken gegen die Einführung einer Reichseroschaftsskeuer und einer Reichseinkommensteuer hätten. Redner bitte: die Regierung im Bundesrat gegen den etwaigen Plan der Einführung solcher Steuern zu stimmen. Minister v. Rhein baden führt aus, wenn eine entsprechende Vorlage kommen sollte, Preußen nicht für eine Reichserbschaftssteuer eintreten könnte, da etz einen Ausfall an seiner Erbschaftssteuer erleide:: würde. Ebenso wäre der Weg eines Reichseinkommenstener- gesetzes für alle Bundesstaaten sowie auch für Preußen vollkommen unbestreitbar. Abg. v. .Eynern (nL) tritt für eine Revision der Einkommens- und Ergänzungssteuer sowie des Kom- munalabgabengesetzes ein. Abg. Dr. Wiemer führt aus, seine Partei fei weder grundsätzlich gegen eine Reichserbschaftsstener noch gegen eine direkte Reichseinkommensteuer, wenn der Plan der Regierung greifbare Gestalt angenommen habe. Eine Auseinandersetzung über das Verhältnis des Reiches zu den Einzel- staaten ioeroe allerdings einmal erfolgen müssen. Seine Partei halte es für richtiger, im Reich auf die direkte Steuer zurück- zug^eisen, als immer die indirekten Steuern zu vermehren, die nur auf bei: Schulten: der unbemittelten Klassen lasten. Abg. V e r o l d (Ztr.) l-ätt es für das richtigste, eine gerechte Verteilung der Matrnularbeitrage nach der Leiftungsfähigkeit der Einzel ftaatei: einzuführen. Preußen sei in der Lage, ohne jede wettere direkte Steuer ganz erheblich höhere iDratrihilarbeiträge Ku zahlens als jetzt. Abg. Gamp (frf.) erklärt sich gegen eine Reichst erbschafts- und Reichseinkommensteuer. Steuerquellen, z. B. dis Wehisteuer. .Der Etat wird bewilligt. Ale Russen aus der Aiucht. Dem Schicksale, in ihrer Gesamtheit nmschslossen unK zur Kapitulation gezwungen zu werden, ist die russisch^ Armee auch diesmal entgangen. Es scheint, da.ß Kuro^ patkm den Zeitpunkt zum Antritte des Rückzuges doM rechtzeitiger eqeljen hat, als man zuerst vermuten konnte. Für gewaltsame Verlegung der Strafte nach Tieling hätten^ Die Japaner sehr erhebliche Streitkräfte dort nötig gehabte deren rechtzeirige Linsammlung bei der gewaltigen Au^ dehnung der japanisckMi Angriffs- und Verfolgungslinie von vornherein als unwahrscheinlich angesehen werden' mußte, zumal die Japmter au Zahl schwerlich Überlegenr waren. Im übrigen zeigen auch die russischen Berichte^ mir welchen Schwierigteiten und Verlusten unb in welcher Verwirrung und Unordnung teilweise der Rückzug der btuifen ftatigesunden hat. dcckhere Angaben macht Heutes auch eine Depesche aus dem japanischen Hauptquartier: Alle unsere Streitkräfte sind nach Mukden M vorgerückt und verfolgen den geschlagenen Feindnach allen Richtungen, wobei sie ihm an verfchiedeneu Orten, wo er. Widerpand zu leisten versucht, schwere Verluste Unsere Truppen säuberten bis Sonntag d:e ganze Gegwd brs- 25 Meilen nördlich von Mukden vom Feinde ung setzen noch die Verfolgung fort Die Russen ^öen m derw Gebiete beginnend 13 Meilen von Kaolittm entfernt bis füdttctz von Elinotttutzu und wesllich von der Eiferchahn brs aus emo Entsenrung von 16 Mellen nördlich boot.^^00X11 zahltosej Wagen mit Mundvorräten undMun^tron zurück. Wir hatten keine Zeit die Mengen festzustellen. Dre Fahne des Wnnaregimentes wurde erbeutet, ebenso tn brummtmg Viele weitere Vorräte, die für die Ruffen bestimmt waren. Kuropatkin selber meldet in zwei Telegrammen vom 11. ds. Mts.: Die während vieler Tage ununterbrochenen Kämpfe haben uns 50000 Verwundete gekostet. Der Rückzug vonj Aiukden war außerordentlich fchw:er:g. Dre Nachhut marjcbierte zwar in vollkommener Ordnung, indem sie an den vorbezeichneten Stellen palt machte, aber die Bewegung des TrainS auf der Aiandarinenftraße war infolge der Kanonade der Japaner schwierig Unser Marjch ging durch em Gebiet, welches keine Straßen hatte. Da die Strecke zwischeii Tieling imb Mulden von Flüssen mit abschüssigen Usern durchjchnttten wird, mutzten die ^uhrweake öiters hatten und warten, bis sie an die Reihe zum Passieren kamen, was Verzögerung hervorrief. Der Feind erhielt ve tra ch t liche Verstärkungen." „Die Besichtigung der Gefallenen unb die Unterftlchung bet Gefangenen lieferte uns den Beweis, batz bas Heer Noais an den Kämpfen teilnahm unb außerben: neun Divisionen. Infolge Der kurzen Entfernung Japans unb der Erleichterung des Trmis- portes zur See war Die japanische Armee immer in vollständiger Truppenzahl; außerdem kannten die Japaner infolge des während per Ruhezeit geübten Rekognoszierimgsdienstes immer die Stellung unserer Armee." Vom 12. bs. meldet Kuropatkin: 9lad) ben Berichten bes Führers ber 9Irieregarde zeigen sich seinbliche Truppen in Stärke emer halben Division auf ffanone»* ^ümßwe'te. Meldungen über ernste Kämpfe liegen zrrr Zeit nicht vor. Laut Berichten des Befehlshabers der Ariereqarde der zweiten Armee bat das 1. sibirische Schützenregiment äußerst ernste Kampfe -u besteben gehabt. Die Mannschaften marschierten unter dem Ivener des von Westen her anrückenden Feindes und auch des von Osten her kommenden Feuers der Japaner. Oberst Losch gelang es, sein Regiment mit Fahne, drei Offizieren und 150 Soldaten, sowie auch eine Batterie in Sicherheit zu bringen. Das Regiment verlor in dem Kampfe am 6. ds. mehr als tausend M a n n. Rack den Verlustberickten der anderen Detachements blieben vam Regiment Iurgew der 25. Division nur 6 10 Bason nette mit 2 Offizieren übrig. Ein 1) eilte ringt gangen er Bericht des Marschalls Obama meldet, daß in der Richtung von Hingking die Verluste des Feindes noch nicht sestgestellt, aber über 800 Leichenrussischer Soldaten bereits aufgefunden sind. Nach Aussagen gefangener Russen ist die 71. Division fast aufgerieben. Obgleich die Russen ihre Vorratsmagazine in Machuntnn und artigeren Plätzen verbrannt haben, sind doch noch große Mengen Futter, Munition und Kriegsmaterial in unsere Hände gefallen. Die Stimmung in Rußland. Zn Petersburg verhindert der Karneval vor- -läufig den Ausbruch der trostlosen Stimmung in ernsten politischen Kreisen wegen des großen Mißerfolges auf dem Kriegsschauplätze. „Wjedomofti" rät dringend die unverzügliche Befragung des Volkes, ob man den Kriqg oder den Frieden wolle. Tatsächlich ist eine weitere Mobilisierung jetzt unmöglich. Ter. „Slowo" fragt, ob es jetzt nicht Zeit fei, Dragomirow zur Rettung Rußlands nach dem Kriegsschauplätze zu berufen. Nach Wiener Meldungen aus Petersburg wurde im letzten Kriegsrat beschlossen, Kuropatkin abzuberufen und den Großfürsten Nikolajewitsch zum Generalissimus zu ernennen. Entweder soll Such ominow ober Kriegsminister Sacharow Generalstabschef werden. Auch sei die Mobilisierung von 10 Armeekorps (??) beschlossen worden. General Griepenberg soll nach Wladiwostok geschickt werden. Ein Newyorker Blatt, „Ev erring Po st", laßt sich aus Washington melden, in dortigen diplomatischen Kreisen erwarte man zuversichtlich, daß Z a P a n innerhalb einer Woche den endgültigen Schritt zum Frieden tun und so leichte Bedingungen stellen werde, daß sie von Rußland sicher angenommen würden. (?? D. Red.) Von unterrichteter amerikanischer Seite wird erklärt, daß die ruf fif che Regier un g das zweite Paei- fie-Geschwader zurückberufen habe. * Auf den deutschen Universitäten, auch bei uns in Gießen, studiert bekanntlich eine große Anzahl Japaner Medizin. Japan hat sich nun veranlaßt gesehen, diese Studierenden zu ersuchen, in die Heimat zurückzukehren, um dort in erster Linie als Arzt des japanischen Roten Kreuzes tätig zu fein. Nach uns gewordenen Privatnachrichten ist in den letzten Monaten die Kindersterblichkeit in Japan enorm gewesen; es fehlt einerseits an Aerzten, andererseits müssen aber jetzt, da die Männer fehlen, die Frauen sehr schwer arbeiten und können sich nicht genügend um diie Kinder kümmern. AKS Atudt mW La»d. Gießen, den 14. März 1905. ** Die Hauptversammlung der Freiwilligen Gail'schen Feuerwehr fand am Montag abend im p^fau* statt. Aus dem Jahresbericht ist zu ersehen, daß im vergangenen Jahre 14 Porftandssitzungen, sowie die festgesetzten 11 Hebungen stattfanden. Der Mitgliederstand des Korps ist 130, wovon 99 aktive, 31 Mitglieder der sog. 10. Rotte sind. Die Feuerwehr wurde viermal alarmiert. Der Kassenbericht verzeichnet an Einnahmen Mk. 582.24, an Ausgaben Mk. 575.63, an Vermögen Mk. 376.99. Die vom Korps gestifteten Auszeichnungen wurden verliehen a) für 5jährige Dienstzeit an die Kameraden Dreher, Münch, Sey- bicke, Häuser, Weidenhaus und Schön; b) für 10jährige Dienstzeit an den Kameraden Volz; c) für 15jährige Dienstzeit an die Kameraden Richter und Enders; d) für 25jährige Dienstzeit an den Kameraden Arnold. Weiter wurde mit- geteilt, daß Kreis-Feuerwehrinspektor Loos aus eine 40jährige Mitgliedschaft zurückblicken kann, in welcher Zeit er alle Chargen bis zum 1. Hauptmann bekleidete. Die übrigen Punkte der Tagesordnung, darunter das auf die Tage des 15., 16. und 17. Juli festgesetzte 50jährige Stiftungsfest, wurden ohne Debatte erledigt. Zum Schlüsse sprach Kommerzienrat W. Gail der Wehr seinen Dank aus für die ihm anläßlich seines 50. Geburtstages im vorigen Jahre gewidmete Adresse, sowie für die bisherigen Leistungen des Korps, dessen Interessen zu fördern er stets bestrebt sein werde. ** Alice fr au en der ein für Krankenpflege. Wie aus einer Bekanntmachung im Inseratenteil hervorgeht, läßt der Alicefrauenverrin wie in früheren Jahrein fo auch dieses Jahr Vorträge für Frauen und Mädchen über die Pflege, VerMmdeter und Kranker halten. Tie Vorträge finden Montags von 5—6 Uhr im Zeichensaale der höheren Töchterschule statt und sind unentgeltlich. Beginn am 20. Marz, 5 Uhr nachmittags. Der Kursus wird für alle Teilnehmerinnen von großem Nutzen sein, da sie das hier Gelernte im täglichen ticbeu vielfach verwenden können. Im Interesse des guten Zweckes, den der Alieesranenverein! verfolgt, ist zu wünschen, daß die Vorträge recht gut besucht sein werden. Anmeldungen werden von der Oberlehrerin der Aliceschnle, Frl. Möser, und Frau Kaufmannl Fuhr, Sonnenstraße, entgegengenommen. ** Verbands-Geflügel- und Vogel - Au s - stellung in Friedberg. Unter dem Protektorate Sr. Kgl. Hoheit, des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein findet am 17. bis 20. März d. I. im Saalbau zu Friedberg die 5. Verbands-Geflügel- und V o g^el-Ausstellung des Verbandes der oberhessischen GeMgelzüchtervereine, veranstaltet vom Wetteraner Geflügelzüchterverein, statt. Wie nicht anders zu erwarten war, sind, so wird uns geschrieben, die Anmeldungen sehr ^chlreich eingelaufen, und die Ausstellung wird neben Nutz^ef lüget auch dunch; lehr schönes Ziergeflügel ausgezeichnet, sodaß sie eine Menge des Interessanten und Sehenswerten für jeden Liebhaber bieten wird. Auch die Luchter haben sehr gute Chancen, da eine sehr große Anzahl von Ehrenpreisen zur Verfügung steht. ** Die Generalversammlung des Verschöner- vngs-VereinS am Freitag abend war bedauerlicherweise mir'recht schlecht besucht. Nach dem Jahresbericht über die Wirksamkeit des Vereins hat man die vom Verein angelegten Fußroege gebessert und Ruhebänke mit neuem Anstrich vergehen. Die auf dem Gesellschastsplatz vorhandenen Tische und Banke wurden um je 4 resp. 2 vermehrt. Die Schutzhülle auf der Hardt, am Wege nach dem Gleiberg, erhielt einen Fußboden aus Beton. Beklagt wird, daß böswillige Hände diese Schutzhütte häufig schon beschädigten und verunreinigt haben. In der Oberförsterei Wiefeck resp. am Hangelstein wurde ein neuer Fußweg sowie zwei Treppen an der Teufelskanzel angelegt. Die Quellen des Ludwigsbrunnens wurden auf gegraben, gefaßt und zusammengeführt, wodurch es sich ermöglichen ließ, an Stelle der meist versagenden Pumpe ein laufendes Brünnlein herzustellen. Um den Aufstieg auf den Schiffen berg von der Ostseite her zu erleichtern, wurde statt des bisherigen steilen, ein bequemer zu gehender Fuhrweg hergestellt. Dieser kann als Fortsetzung des alten Schiffen- bergerweges und der anschließenden Fahrstraße nach Hausen hin leicht gefunden und benutzt werden. Der grüne Weg nach dem Gleiberg erhielt einen Wegweiser. Auf Anregung des Vereins hat die Forstverwaltung im Gießener Stadtwald einen Spazierweg zur Ausführung gebracht. Dieser beginnt an der Gabelung des alten Schiffenberger- und des alten Steinbachenveges, verfolgt den letzteren bis etwa zur zehnten Schneise, biegt hier links ab durch schönen Hochwald und mündet auf die Licherstraße in unmittelbarer Räbe des Forst- hauses „Hochwart". Der Verein zählt 425 Mitglieder, vier mehr als im Vorjahre, die Zahl bleibt aber hinter der von 1902 noch um 31 Mitqlieder zurück. Der Verein hat im abgelaufenen Jahre 554.97 Mk. für Wegebesserungen :e. auf- gewendet und verfügte am Jahresschlüsse über den Betrag von 1328.50 Mk. Der Verein beabsichtigt wieder eine Karte der näheren Umgebung Gießens anzuschaffen und jedem seiner Mitglieder davon ein Exemplar unentgeltlich zu überlassen. Die Versammlung erklärte sich mit der Erbauung einer Schutzhütte im Sta dtwald zwischen der Hochwart und der Stadt einverstanden. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig'wiedergewählt: Kommerzienrat Gail und Direktor Spam er hatten erklärt, eine Wahl bestimmt nicht wieder annehmen zu wollen. An deren Stelle fiel die Wahl auf Architekt Meyer und Brauereibesitzer Bichler. ** Dr. m e b. Focken in 'Ullendorf a. b.Sumba t- Am 7. b. M. verschieb infolge eines Schlaganfalles ber praktische Arzt Dr. meb. Reinhard Focken zu Ullendorf. Bei der mit der Nebersührung seiner Leiche in seine ost- friesische .Heimat verburibenen Trauerfeier hat sich ein ganz ungewöhnliches Maß warm empfundener Teilnahme betätigt. Sie galt einmal dem an sich schon so überaus tragischen Falle, baß ein Mann von erst 27 Jahren durch solch schnellen Tob in wenigen Stunden mitten aus seiner Arbeit herausgerissen wurde — ein tieserschütternbes herbes Schicksal für seine Eltern unb Angehörigen sowie für bie Braut bes Verstorbenen —, f ob amt aber'and) bem Manne selbst, benn sein Hinscheiben bedeutet einen großen Verlust für unsere Gemeinde und bereit Umgebung. Erst im vorigen Herbst hatte 'Tr. Focken, der Sohn eines Pfarrers in Wiesens bei Aurich, bie Praxis in Allenborf übernommen. In kaum einem halben Jahre war es ihm vergönnt, sich mit seinem schlichten und leutseligen Wesen, seiner ärztlichen Tüchtigkeit und seiner gewissenhaften Be- rufytreue das Zutrauen unb bie Verehrung aller, bie mit ihm in Berührung kamen, zu erwerben. Er wirb sowohl in feinem Wirkungskreise, in seiner berttftichen Tätigkeit wie in seiner religiösen Gesinnung in gutem Andenken bleiben. ** Gießener Pferde markt-Lotterie. Die Lose des am 22. März stattfindenden Pferdemarktes in Gießen finden guten Absatz. Als Haupttreffer sind vorgesehen: Ein viersitziges Selbstkutschier-Phäton nebst Pferd und komplettem stlberplattiertem Geschirr, ein viersitziger Jagdwagen nebst Pferd und komplettem vernickeltem Brustblattgeschirr, ein Lauterbacher Wagen mit Kutschierbock nebst Pferd und Kummetgeschirr, sowie 7 Pferde und Fohlen, Fahrräder, Nähmaschinen, landwirtschaftliche Geräte und Haushaltungsgegenstände. Die Wagen sind von August Kilbinger, das silberplattierte Geschirr von Sattler Kühne Witwe am Seltersweg, das Brustblattgeschirr von Sattler Groß, der Lauterbacher Wagen von Schmied Becker, das Kummetgeschirr von Sattler Spies geliefert. Der Preis des Loses beträgt 1 Mk., die Ziehung findet am 23. März 1905, nachmittags 2 Uhr, in der Turnhalle der Stadtknabenschule statt. Der Generalvertrieb der Lose ist Herrn Richard Buchacker-Gießen übertragen. Lose können direkt ober durch die von dem Genannten eingerichteten Verkaufsstellen bezogen werden. ** Aus dem Bureau bes Stabttsteaters. Morgen, Mittwoch, ben 15. März, geht als letzte Volksvorstellung Richard Voß' Schauspiel „Wehe den Besiegten" in Szene. Tas Werk ist baburch besonders interessant, daß es die historische Persönlichkeit Napoleons I. auf die Bühne bringt. Tie Hauptrollen liegen in' den Händen der Herren Lüttjohann, Giorai, Lin'zen und des Frl. Gartner. Darstellung wie 'Ausstellung des Werkes haben bei der ersten 'Aufführung (zum Benefiz des Herrn Lüttjohann) allgemein angesprochen, und diese letzte Volks- Vorstellung dürfte zweifellos starke 'Anziehungskraft ausüben. ** Verhaftet wurde gestern abend ein hiesiger Arbeiter, der in der Trunkenheit seine Frau und seine Kinder mißhandelte. Ferner wurde ein Arbeiter festgenommen, der in einer Wirtschaft in angetrunkenem Zustande sich des Hausfriedensbruchs unb der Sachbeschädigung schuldig machte. Weiter mußten zwei zugereiste Handwerksburschen wegen Trunkenheit und Ruhestörung in Haft genommen werden. Einer von ihnen hatte in Marburg aus der Verbandskasse 7,50 Mk. Unterstützung erhalten und diesen Betrag alsbald verzecht. s. Reiskirchen, 13. März. An der Straße von hier nach Burkhardsfelden wurden in der vergangenen Nacht die Seile, womit die Obstbäumchen gerade gehalten werden, an sämtlichen Bäumchen durchschnitten. Den Tätern ist man auf ber Spur. Tie Seile hatte man in der vorigen Woche erst angebracht. Butzbach, 13. März. Dem Vorstand des ^hiesigen Ge- sckäftsleuteverbandes ging auf seine an den Stadtvvrstand gerichtete Eingabe^betr. den Bau einer Balm Wetzlar-Butzbach folgendes Schreiben der Bürgermeisterei Butzbach zu: Auf Ihre Eingabe vom 6. März er. betr. den Bau einer Bahn von Wetzlar-Butzbach erwidern wir Ihnen, daß der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen hat, Ihrem Gesuche, weil zur Zeit gegenstandslos, keine Folge, zu geben, da nicht allein seitens bet Großh. Bürgermeisterei und der für diesen Zweck erwählten Kommission, fonbern auch durch den gesamten Stadtvorstand die Interessen der Stadt in dieser Angelegenheit gewahrt worden lind und auch fernerhin gewahrt werden. Tie bereits mit der Stadt Wetzlar und den zuständigen Behörden geführten und nach zu führenden Verhandlungen zu veröffentlichen, liegt nicht im Interesse der Sache und der Stadt. Von einem Bau einer schmalspurigen Bahn kann übcn> Haupt keine Rede fein, da sich die seither gepflogenen 23er* Handlungen nur auf eine normalspurige Bahn beziehen. —o— Laub ach, 13. März. Heute wurde im Hotel „Solmser Hof" ein Kan in ch en zu chtv erein für Laubach unb Untgegenb gegründet. Schriftführer ist I. Böhnt. Wetzlar, 13. März. Der Provinziallanbtag ber Rheinprovinz wirb sich unter anderem audji mit bem Anträge zu beschäftigen hüben, für bie Wiederherstellung des Wetzlarer Domes eine weitere Beihilfe von 100000 Mark, zahlbar in fünf Jahresraten, zu bewilligen und zu ae^ nehmigen, daß der Ständefonds für die einzelnen Jahre um bie zu zahlende Jahresrente verstärkt wird. Für die- Jahre 1903 unb 1904 waren je 10 000 Mark bewilligt worben. Nach einer Prüfung der 'Angelegenheit im Ministerium sind die zunächst vorzunehmenden Bauarbeiten ein-- geschränkt, sodaß sich ber Kostenaufwand nunmehr auf rund eine Million Mark beläuft. Die Bauzeit ist auf fünf Jahre herabgesetzt. Zur Deckung der Kosten sollen beitragen: ber Fiskus 82 800 Mk., bie Stadt Wetzlar 20 000 Mk., die katholische Kirchengemeiude 4000 Mk., die evangelische 16 000 Mark, der Kreis Wetzlar 12 500 Mk., ber Dombauverein 44 700 Mk. Der Ertrag ber Lotterie für den Tombair istt auf 650 000 Mk. berechnet. rrnd Werkefir. WotkswirlslfiafL Buderus s che Eisenwerke zu Wetzlar. Zu den ^6* scklußziffern für das Jahr 1904, die, bei 556 658 Mk. li. B.> 520 498 Mk.) Reingewinn eine Dividende von. 6 ProzentZ5 Proz.) gestatten, bemerkt der Gesckiäftsbericht, daß das verflossene Jahr die Bestätigung Jür die schon früher ausgesprochene Ansicht gebracht habe, ■ daß die Beteiligung in den verschüdenen Svndikaten io gering bemessen sei, daß sie für den normalen Zuschnitt deS Unterneh-nens nicht genügte. Sollten die großen gemischten Betriebe des Eisengewerbes bei Erneuerung der Svndikate sich nicht zu der Auffassung verstehen, daß sie größere Rücksichten auf die übrigen Mitglieder des Shndikats nehmen müssen, so werde es kaum gelingen, die Syndikate zu verlängern. Von den Gesamtaufwendungen im Betrage von 1472 056 Mk. wurden 791967 Mk. den Anlagerechnungen und 680119 Mk. der Erneuerungsrücklage belastet. Gegen Mitte des Jahres wurden die neuen Einrichtungen dem Betriebe übergeben. Nach den bisherigen Erfahrungen seien die an diese Verbesserungen geknüpften Erwartungen in vollem Vdaße in Erfiillung gegangen. In Bezug auf die technischen Einrichtungen stehe man heute fernem anderen Werke nach. Hinsichtlich der Vereinigung mit den Eisenwerken Lollar betont der Bericht, daß beide Werke sich fortgesetzt im Wettbewerb gegenüberstehen, ber nach Vollendung ber beiderseitig vorgesehenen Neuanlagen (Radiatoren- fabrik und Röhrengießerei) noch eine schärfere Form angenommen haben würde. Durch den Zusammenschluß sei eine verständige Arbeitsteilung möglich Der wohltätige Einstuß der Vereinigring werde sich schon im Jahre 1905 bemerkbar machen. — Die Fusion Lollar mit Buderus ist sehr überraschend gekommen. Erst gingen an der Frankfurter Börse Gerüchte um, bie aber übungsgemäß bald wieder dementiert wurden. Aus dem Geschäftsberichts ber, Lollarwerke wird bekannt, daß von der Verwaltung der Buderusschen; Eisenwerke der Gedanke ausging, unb daß sie mit der Anbrohung einer verschärften Konkurrenz die Eisenwerke Lollar zur.Annahme ihrer Pläne bewegter. Tie Buderusffchen Eisenwerke teilten ganz plötzlich durch die Vermittlung eines Großaktionärs , den Eisenwerken Lollar mit, daß sie eine Anzahl von Spezialitäten dieser Gesellschaft in einer neu zu errichtenden Gießereiabteilung Herstellen würden und ihr außer dieser verschärften Konkurrenz auch in der Arbeiterfrage Schwierigkeiten bereiten würde. Neue russische Anleihe. Alle Nachrichten, die übet, den Fortgang der diesbezüglichen Verhandllmgen an die Oeffent- lichkeit gelangen, enthalten so viel Widersprechendes, daß mart; schließlich zu der Ansicht kommen muß, keine einzige sei gen in der ALicefchule, Kirchstraße 20 tei Ä 392 m 65 Stück 10 Stück 5 Stück Chirurgische Klinik. 338 cbm 17 550 m 40/q Italien. Rente 4V2% Portugiesen 8°/o Portugiesen. . 1 % C. Türken Türkenlose . . . 4% Grieoh. Monopol . 100.40 . 105.50 . 67.90 . 68.25 Augenklinik. 266 cbm 13 600 m 412 m 6 m 150 qm 46 qm 6 Stück 135.60 52.30 45.40 3V2°/o 3% S‘/,°/o 30/o W/n . . 102.00 . . 90.65 . . 101.95 . . 90.70 . . 100.90 . . 99.70 Reiohsanleihe do. Konsole . do. . . Heesen Oberhessen 384 m 12,5 m 55 m 170 m 15 m 298 qm 79 qm 5 Stück Kircöticke Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 3it der Stadtkirche. Mittwoch den 15. März, abends 6 Uhr * 2. Passions-Andacht. Pfarrer Schwabe. ss18/11 15 Stück 10 Stück werde. Tokio, 13. März. (Amtlich.) Die Verluste der Russen bei Hsinchenq seit der crm 24. Februar erfolgten Besetzung von Hsincheug werden wie folgt geschätzt: Den Russen wurden 2200 Gewehre, 6 Maschinengewehre, 320 000 Gewehrpatronen, 11 500 Granaten und Schrapnells, 33 Meilen Feldeisenbahn und 450 Wagen abgenommen sowie zahlreiche andere Vorräte an Nahrungsmitteln usw. Die Russen ließen bei HsincheuA 1200 Tote zurück. 80 Mann von ihnen wurden gefangen genommen. Ihr Verlust ui dieser Gegend wird auf 20 000 Mann geschätzt. Wien, 14. März. Der Pariser Korrespondent des ,.N. W. I." hatte eine Unterredung mit einem hervorragenden Diplomaten, der die Meldung von der Entsendung weiterer russischer Verstärkungen nach der Mandschurei für gegenstandslos erklärte. Diese Meldungen seien lediglich darauf berechnet, Japan einzuschüchtern und vorteilhaftere Friedens- Rußland fei gegenwärtig age, so viele Truppen HOUBEN'S GflSHEIZOFElQ Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witteruna in Hesien für Mittwoch, den 15. März 1905: Zunächst noch trüb und Regerüällc: in Starkenburg und Rheinhessen meist nur geringe Regeniälle. Später trocken und vielfach neblig; etwas milder. Näberes durch die Gießener Wetterkarte. London, 14. März. Der Korrespondent des Reuterschen Bureaus meldet vom 12. d. M. aus dem Lager Kurokis Kriginas-Draötmekdungen. Vom Kriege. 30/0 Mexikaner . . 4VoO/n Chinesen . . Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthar-lbahn , . . Laurahütte . « . Bochum . . . . Harpaner . . . . Staatschatzscheine . üchkeiten und Weiterunaen aussetzen. Gießen, den 8. März 1905. Großherzogin' "r-"'rmeisterei Gießen. Mecum. . 3600 . 95.50 . 14325 . 117.10 . 215 00 192 70 . 143.50 . 158 80 . 164 00 . 142 20 . 17.50 . 191.25 . 263.50 . 247.30 . 212.00 ’TG.HOVßEN SOHN CARL, AACHEN Prospecte gratis- Vertret-eran Fast allen Plötzen^ sprechender Aufschrift sind bis zum 1. April d. I., vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermine, einzureichen._ Zuschlagsfrist 4 Wochen. B ls/3 Gießen, den 14. März 1905. Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten. Becker. Bekanntmachung. Die unterm 3. Februar l. Js, angeordnete Sperre der Kaplansqaffe wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 13. März 1905. Oroßherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Seife; Ta weiße Kernseife bei 5 Pfd. 22 4, bei 10 Pid. 211/, d,,. la. gelbe Seife bei 5 Pid. 21 L, bei 10 Pfd. 20V- la weiße Schmierseife bei 0Pfd. 17^, bei 10 Pfd. 16V, S, in schön. lOPid. Zinkeimern 1.80^ la. gelbe Schmierseife bei 0 Pid. 16 , bei 10 Pfd. 15V» O, in schön. 10 Pfd.Zinkeimern 1.70X L. Steinhäuser, Telefon 346. 11368] Mute Bärte I7J Bekanntmachung. Die Herren: spritz Eccaritrs und Svenolermeister Geora Dabmer dabier find 3«r Ansfübrunq von Anlagen im Anschluß an das Gas- nnd Wastertverk aus Grund der Bestimmungen vom 29. Dezember 1902 zugetnsien morbcit. Herr Ecearius ist auch weiter mtf Grttnd der Bestimmungen -vom 20. Sevtember 1900 uir Ans^nhrnng von Anlagen im Anschluß au das Elektrizitätswerk znaelassen. Wir bringen dies hiermit zur öffentlichen Kenntnis unter dem Aussigen, daß dieienigen Hauseigentümer, welche Anlagen im Anschluß an das Gas- itnh Wasserwerk und das Elektrizitätswerk, oder Ausbesserung und Veränderungen an solchen durch Svenaler und Installateure vornehmen lassen, welche nicht zur Ausiührttnq derselben von uns zuaelasten sind, sich unter Umständen Unannehm- 'inWiMnIUj für 2 amtverlust auf mindestens 100000 onwächst. 50 00 0 bis 60000 Mann find gefangen und über 70 Ge. schütze erbeutet worden. Enorme Mengen Munition und Dorrate fielen den Japanern in die Hände. D^ie japanischen Verluste übersteigen nicht die der früheren großen Schlachten. Selbst Kurokis Armee hat nicht mehr als 500 0 Tote und Verwundete. Suda, 13. März. Unter .toitrcobniiral Mkagalew ist folgendes russische Ges chwa.de r aus Marokko hier einaetrofren: Die Panzerschiffe ,,Imperator" Nikolai I.", ,,Admiral Uschakew^V „Äldmiral Ssenjawin" und „Generaladmiral Aprariu", der Kreuzer „Wladimir Menemach" und eine Reihe von Transportschiffen. W a s h i n g t 0 n , 13. Mrz. (Reuter.) In hiesigen diplomatischen Kreisen wird der Ansicht Ausdruck aegeben, daß Rußland sowohl wie Japan bald der ungeheuren finanziellen Beanspruchung des Krieges unterliegen werden. Es verlautet, der Vertreter einer der neutralen Mächte^ die an dem endlichen Ausgang am meisten interessiert sind, habe kürzlich seit^r Regierung davon Mitteilung gemacht, daß die Ausncht auf eine geheime Verständigung zwischen Rußland und Japan bestände, über die zwischen den Kriegführenden direkt verhandelt werde, und durch die die Präliminarien für die Beilegung formuliert werden. Von anderer diplomatischer Seite wird die Ansicht ausgesprochen, daß das Schlachtfeld den Schauplatz der ersten Verhandlungen bilden 4*/s% Oesterr. Silberrento^ 101.50 4% Unafar. Goldrente, grundelegung des Ministerialerlasses öffentlich ausgeschrieben. 1. Zimmerarbeit: Holz zu liefern ...... Holzwerk Abbinden und Aufschlagen Gesimse, Gauben re. 2. Spenglerarveiten: Standrinnen aus Zink „ „ Kupfer . . Hängerinnen aus Zink . • Abfallrohre aus Zink . . . „ „ Kupfer . . Zinkabdeckungen .... Kupserabdeckungen .... Kupferbekrönungen . . . Kupfergestmse .... 3. Dachdeckerarbeiiett: Schieferdach mit Schalung . Schneefanggitter .... Dachfenster 2C. 4. Blitzableiteranlagc Kupferleitung .... Auffangspitzen .... Ecdplatten ..... Kontrolleitungen :c. 5. Anstreichcrarbeiterr Oelsarbe.n an strich von Dachgesimsen aufzubringen, aT5 es brauche, um die ArmLe tu Dec Mandschurei genügend auffüllen zu können. / Thorn, 14. März. Ein Musketier, der Postew gestanden und die Ablösung mit Schießen bedroht hatte, 'choß in derWachtstube auf den wachthabenden Gefreiten, so daß dieser zusammenbrach. Vermutlich liegt ein Racheakt vor. Der Täter wurde verhaftet. Weimar, 14. März. Ein 15 jähriges Dien stmädchen verübte einen Giftmordversuch gegen die Familie des Fleischermeisters Müller. Die Schwefelsäure im Kaffee wurde rechtzeitig entdeckt, die Täterin ist geständig. Petersburg, 14. März. Vor Mitte Mai ist die Ankündigung der jetzt ausgearbeiteten Fundamental-Artikel nicht, zu erwarten. Der Zar stimmte einem Zwei-Kammer- S pst em mit einem Herren hause nach Muster des österreichischen, und einer' Vertretung der Semstwos mit fünf* jährigem Mandat zu. (?) Warschau, 14. März. In das Haus des DirektorS^ Weckstein der Zementfabrik zu Ogrodzienee bei Zawiereie drangen nachts 20 Maskierte, mit eisernen Stangen bewaffnet, in das Haus ein, brachen dem Direktor einen Artn und zwangen die Frau, alles Silber und ihre Juwelen an sie auszuliefern und zerstörten dte Möbel. In Zontbkowice überfielen in gleicher Weise maskierte Räuber den Direktor der Werkstätte der Elektrizitäts- Gesellschaft, Ignatius Weinstein, raubten Bargeld, Silber und Juwelen und verwundeten den Direktor, seine Frau und die Bedienung. Gerau ist es rmr einer Reihe glücklicher Umstanve zu »erd-rnken, dos; b«3 Lcbcn der gerettet -werden konnte. Der Angeklngte frrtte N-erst ine Tat at? emm Rack-akt bet ei (Knet. In der hentn-en Verbandkuna wollte er sich mit sinnloser Tntnfmbeit enfJcMbigen unb »arnichts wissen, wie seine Brant zn den Mesierssichen aekmnmen sei. Dw Geschworenen bejahten die Söwsdtraaen unter Vernein',ng wildern- >ber Umstände, worauf der Angeklaate M 6 Jahre Zuchthaus nnd 10 Jahre Ehrtrerlnst, ,ow,e Zulaffrgknt der Polizeiainncht verurteilt wurde. „ „ n Bernburg 13. März. Weaen Serausrorderung zum Z tu e 1= famui mit tödlichen Waffen hatten sich aestern der Buch druckerc- hesitzer Schwarzenberger, Verleger der „Bernb.^Ztg. , vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Die Herausforderung ist die svolqe eines Zeitungskrieges, den dw „Bernb. Ztg. mit dem „Anh. Kurier" führte. Schwarzenberger forderte den redaktenr des „Anh. Kurier" auf dreimaligen Kugelwechiel bei fi»nfKn Schritt Distanz. Ms der Redakwur die Fordern-g mit der Bean'induna ablehnte daß Sch nicht Ivtis- ^ktionsfähig sei, ohrfeigte Sch ihn m den Redaktionsräumen des „Anb. Kurier". Sch. wurde nun von der Strafkammer zu einer WocheFestungshaft^verurteilt Memmingen, 13. Marz. Unter Anklage des Sittlich- keitsverbrechens, der Veruntreuung von Kirchengeldern. der llnter- stblaqung und 'des Betruges hatte sich der katholische Pfarrer Philivv Küble aus Illereichen vor der hieiigen Strafkammer zu verantworten. Die Verhandlung, die zunr Teil bei. verschlossenen Türen stattfand, nahm d-m ganzen Tag in Amvruch. Das Urteil lautete auf 2 Jahre Zuchthaus unb o . a 'm. Jjz. 8—45 M. mon. Ktrieheraäer von t4.lL.aii. Zubehör- teile spottbillig. @8 und trank o. Henr. Lehmauu, SelterSweg 68. Frührofen . . . l^clbe Frühe * « Gelbe Rose« . . Magmim bonnm . Prutz (verbesserte M- gnum bonum) . Weltwunder . . Pf. Woltmamr. . Zrof. Leo . ... Jmporatau . . . 01523] Jemand zum Wecktragen gesucht. Ludnngstr. 44 p. 01519] Zuverlässiges, reinliches Laufmädcheu gesucht. Sud-Anlage 15III. Ungem Saasbarsche ofort gesucht. 1350 Georg Adami, Franksurterstr. 9. Riebelpsad 21 zu vermieten. [1242 Näheres Schiffenbergerweg 65. Drama in 3 Auszügen von Richard Voß. 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