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In zwei Tagen finden die Urwablen zur Erneuerung der hessischen Zweiten Kammer statt und die Wahlvorbereitungen sind nahezu abgeschloffen. Gar zu heftig waren sie nicht und .n zahlreichen Bezirken bat eine Wahlbewegung überhaupt nicht stattgefunden. Lebhafter ging es fast nur in den Wahlkreisen zu, wo die Sozialdemokratie ihre Tätigkeit entfaltet, und in einzelnen rheinhesüschen Bezirken, wie Niert'tein-Nieder- Hlm, und im oberhessischen Wahlbezirk Iriedberg-Bad-Nau- hcim 91(5 charakteristischstes Zeichen der Wahlbewegung tritt die weitgehende Unterstützung hervor, die sich Nationalliberale und Zentrum gegenseitig leisten, ; in erster Linie, aber nicht ausschließlich, gegen die Sozialdemokratie. So beschlossen die Nasionalliberalen von Mainz- ; £anb neuerdings die energische Unterstützung deS Zentrums- 1 kandidaten Dr. Schmitt, während umgekehrt die Zentrumspartei ihre 9Inhänger in den Wahlkreisen Groß-Gerau und i Alzey auffordert, für die nationalliberalen Kandidaten Bich- : mann und Diehl einzutceten. 9115 gegnerische Partei kommt in Alzey lediglich der Freisinn in Betracht. Interessant ist ein Blick auf die Kandidatenliste der sozialdemokratischenPartei. Die Sozialdemokratie isi nicht eine Arbeiterpartei, sondern — wie sie von sich selber immer behauptet — d i e 9lrbeiterpartci. Wer5 nicht glaubt, der sehe sich ihre Kandidaten einmal näher an und er wird es glauben oder nicht. Von den 10 sozialdemokratischen Kandidaten sind nur 3 Arbeiter (je ein Elfenbeinschnitzer, Zigarrenarbeiter und Fabrikarbeiter), 4 find Partei- cwgei'tcllte oder Beamte von Einrichtungen, in denen die sofialdemokratische Partei dominiert (je ein GenossenichaflZ- beamter, Krankenkassebote, Expedient und Parteibuchhändler, i Redakteur), zwei gehören der Unternehmerklasse an (ein | Tischlermeister und ein Kaufmann) und auch die 9lkademiker sind in der Person eines reichen Darmstädter Rechtsanwalts vertreten. Das ist die Vertretung, die der „klassenbewussten Arbeiterpartei" gut genug erscheint, die .Interessen des werktätigen Volkes zu vertretend Auch unter den vier im Land- jag verbleibenden „Genossen" befindet sich kein 9lrbeiter, es finb ein Parteisekretär und Schriftsteller, ein Buchdruckereibesitzer, ein Redakteur und ein Krankenkassebeamter. Rahe liegt eine Parallele mit den letzten Berliner Stadtverordnetenwqhlen. In den 16 Bezirken waren — bei einer Doppelkandidatur — 15 Kandidaten ausgestellt und unter diesen 15 ist einer — sage und schreibe einer —, sm man mit etwas gutem Willen als Arbeiter ansehen kenn. Er selbst nennt sich Lithograph. Von den übrigen roar einer Gastwirt, einer Zeitungsspediteur, einer Kassenbk amter, einer Schriftsteller und einer Geschäftsführer; jrc'ei nennen sich Kaufmann, vier „Stadtverordneter" — mch ein „Beruf" — und drei geben keinen näheren Beruf an, aber der Doktortitel kennzeichnet sie ebenfalls als — „Arbeiter". Der eine ist Arzt, der zweite Rechtsanwalt und bf C dritte Millionär und Privatdozent a. D. Tas a. D. bezieht sich aber nur auf den .Privatdozent", nicht auf den Millionär. Und fast alle diese Herren ziehen nun als .Arbeiter"- Vertreter ins reichshauptstädtische Stadtparlament. Ein einziger bürgerlicher Kandidat ist in den 16 Wahlbezirken, um die der fimmpf tobte, im ersten Wahlgang zum Siege gelangt; die acht schon vorher von den Sozialdemokraten vertretenen Bezirke wurden mühelos behauptet und drei bisher bürgerlich vertretene Bezirke wurden von der Sozialdemokratie im ersten , Wahlgang erobert, wahrend sie in vier anderen Bezirken in btie Stichwahl gekommen ist — jedeSmal mit der höchsten Stimmenzahl. Dieser Wahlausgang ist zweifellos ein großer Erfolg für die Sozialdemokratie. Dieser bedaiierliche Ausfall der Stadtverordnetenwahlen ftt Berlin ist ein Beweis für die immer mehr wachsende Herrschgewalt, die von der Sozialdemokratie auf alle Stände tuggeübt wird. Woher kommt es denn, daß die Arbeiter bei allen Wahlen sich in Hellen Hausen beteiligen, sodaß sie nicht nur in den Jndustrieorten, sondern auch in ländlichen £ [[triften Erfolg und Aussicht auf Erfolg haben? Warum gehen denn als Wähler der nationalen Kandidaten nur die Beamten und unabhängigen Leute zum Wahltisch, während Handwerker, Geschäftsleute, Angehörige von Berufsständen, die das größte Jnteresie an einer antisozialdemokratischen Politik hätten, so oft den Wahlen fern bleiben? Es ist, aolßer der gräßlichen Gleichgiltigkeit weiter Bauern- irnd Bürger kreise an politischen Dingen, obwohl es doch ganz in ihren Händen liegt, durch die Wahl einsichtsvoller Standesgenosien die Ges e hge b u n g im mittel, ständigen Interesse zu beeinflussen, — die Furcht vor den „Parteifunktionären", den geheimen Schutzleuten des sozialdemokratischen Parteipolizeistaates. Wir hoben es schon glücklich so weit gebracht, daß durchaus national und patriotisch gesinnte deutsche Männer ihre lieber» zmigung sorgsam vor fremden Augen hüten und ihr nicht ; Ausdruck geben, weil sonst der sozialdemokratische Herr Vertrauensmann nur den Namen deS Geschäftsmannes und daS Wort: „Hat blau gewählt!" zu nennen braucht, um zu er- wichen, daß kein Arbeiter, der mit Sozialdemokraten zusammen arbeitet, mehr seine Bedürsnisie oder die seiner Fa- triilie bei dem „Versehinten" deckt. Selbst Kindern wird die I Durchführung des Boykotts eingeschärft und so wird dann dorr betreffende Geschäftsmann von den Sozialdemo- kvaten zu Grunde gerichtet. Die Folge dieser sozialdemokratischen Schreckensherrschaft ist, daß die von der Kundschaft abhängigen ©eiverbeireibcnben sich überhaupt nicht mehr an öffentlichen Wahlen beteiligen und den sozialdemokratischen Arbeitern das F^lb allein überlasten. So kommen Wahlerfolge für bie Sozialbemolratie zu stanbe, nicht als ein Zeugnis ber rceltecobecnben Idee des Sozialismus, sondern als Ausdruck der schimpflichen Furcht vor dem brutalen Terrorismus ber sozialdemokratischen Umstürzler. Dieser roten Schreckenßherrschast gegenüber sollte das gesamte Bürger- und Bauerntum einen festg-- schlostenen Ring bilden zur Vernichtung der sozialdemokratischen Tyrannei. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn die büraerlichen Parteien einsehen lernen, baß gegenseitige Zersteischung lediglich die Sozialdeinokratie fördert, und daß es darum daS vornehmste Bestreben des Bürgerti,ms sein muß, alles fortzulasten, was die bürgerlichen Parteien trennt und nut zu betonen, was sie einigt. Im Wahlkreis Gießen-Land hat in den letzten Tagen auch die bürgerliche Seite eifrig gearbeitet und mehrere gut verlaufene Versammlungen abgehalten, die hoffentlich ihren Zweck, alle bürgerlichen Wähler an ihre Wahlpflicht zu erinnern, voll erfüllt haben. lieber eine Versammlung in Großen-Linden geht uns folgender Bericht zu: Am Samstag abend fand im Saale des Gastwirts VH Schaum eine allgemeine Wählerversammlung statt. Bürgermeister Leun als Landtagswndidat tesprack in längeren Aus- führungen einige Prefpwtizcn und legte ausführlich auf Grund ber vorgelcgten amtlichen Sitzungs^rUekolle seine Stellung zum birclten Wahlrecht dar. Wie vor sechs Jahren, so beschloß man auch diesmal mit H'uwnsetzung der einzelnen Parteir^-tunaen die von unserem Mitbürger Leun wieder angenommene S' n n b i » batur einmütig zu unterstützen. Auf die Wabl- mcinn erliste, die in diesem Sinne ausgestellt wurde, wird wieder gesetzt Lehrer Bach, während neu hinzukommen von feiten ber Landwirte Ioh LeunH und von feiten ber Arbeiter Weißknndermeister Hck Degen. Die Tie Tabaksteuervorlage bringt nach der „Südd Tageszeitung in der fetzigen Fassung eine Zigarerr^npapier- stempelsteuer von« 2 Mk für lausend Blättchen, eine Erhöhung des Zolles auf ausländische Zigaretten von 270 auf 1200 Mark, beträchtliche Zollerhöhungen für andere Fabrikate, eine Erhöhung des Zolles auf Tabaksaucen von 85 auf 100 Mk. Wertsteuer und für sämtliche Rohtabake von 25 Prozent des Frakturenbelraas. Tie Zigarettenbanderolsteuer ist fallen gelassen lvorden. Mit der Einbringung der Vorlage soll ein provisorisches Sperrgesetz erlassen werden. Tie Mehreinnahme der Tabakvvrlage wird, auf 40 Millionen berechnet. Jetzt also wissen die Tabakinteressenten genau, woran sie sind, jetzt ist der Augenblick für das Tabakgewerbe gekommen, die Kampfstellung einzunehmen. Es steht vor der Gefahr einer endlosen Verschiebung im bisl)cr festen Gefüge ihres Berufs. Wird die Regierungsvorlage genehmigt, was dann! Tie Dezentralisation der Filialbetriebe auf dem flachen Lande wäre weiterhin unmöglich, die Kleinfabrikation verschwende von 'der Bildfläche, weil man zu kleineren Umsätzen größere Kapitalien bedürfen würde. Tas alles bedeutet Umwälzungen, Konsumrückgang, Arbeiterentlassungen, Brachliegen vieler Fabrikbauten auf den Dörfern, Niedergang, Ruin. Tie Sa-che tritt in ein ernstes Stadium. Der Deutsche Tabakverein richtete am Samstag infolge des Beschlusses einer gut besuchten Versammlung der Vorstände eine Eingabe an den Bundesrat gegen jede Mehrbelastung des Tabaks. Die Eintracht der verschiedenen Vereine ist hergestellt. Es soll in kürzester Z^t eine Denkschrift des Deutschen Tabakvereins sertiggest^llt und dem Reichstage noch vor der ersten Lesung unterbreitet werden. Tie ernsten Tage für die Existenz der deutschen Tabakindustrie beginnen. Erwarten wir von der Energie aller Interessenten, daß die Pläne der Reichsregierung zur Mehrbelastung des Tabakgewerbes mißlingen. Volilische Tagesschau. Die neue ,,Vorw'ärts"-Redaktiarr lehnt es in einer Erklärung im neuesten „Vorwärts" ab, dem Verlangen, das aus Arbeiterkreisen an sie gestellt wird, bie Kämpfe, die seit längerer Zeit in der Redaktion _ ausgcfochten sind, darzulegen, unb, wie einige sich ausdrucken, „f e st e r drauf- zuhauen", Folge zu geben. Man wolle nicht von dem Grundsätze, mit Rücksicht auf die Partei-Interessen über Redaktionsinterna zu schweigen, abweicken. Außerdem sei die Frage ganz klar. Mgesehen davon, daß 'nach dem Organisationsstatut den von der Gösamtpartci gestellten Auffichtsbeamten das Recht zusteht, Redakteure te§ „Vorwärts" zu kündigen, die ihr Vertrauensamt nicht in der Weise, wie es diese Instanzen für nötig halten und verlangen, ausfüllen, — unterliege es doch auch feinem Zweifel, daü nicht den in einer Redaktion angestellten Parteigenossen, sondeim allein den Parteigenossen, denen das Blatt gehört, das Recht zustebt. durch die von ihnen eingesetzten Auf- sichtSorgane über das Blatt dessen Redaktionszusammensetzung und politische Haltung zu bestimmen. Zudem sei doch der dem Redakteur einer Kampfpartei anvertraute Volten nicht als Brot- stxlle, sondern als Vertrauensstellung aufzufassen. Rach einer Dresdener Meldung wird der eine der Redakteure, Dr. Gradnauer, künftig als Mitarbeiter der „Sachs. Arbeiter- Ztg." gegen festes G-telt tätig sein. Veutlches Neirch. Potsdam, 12. Nov. Um 12 Uhr fand die Vereidigung der Rekruten der Garnison statt. Der Kaiser und der König von Spanien erschienen im offenen Wagezr. Die Fahnenkomvagnie rtrcr vom Prinzen Eitel Friedrich kommandiert. Neues Palais, 12. Nov. Heute nachmittag begab btt) der König von Spanien nach dem Marmorpalais zu längerem Abschiedsbesuch bei dem Kronprinzen und der Kronprinzessin. Um 6ii Uhr wurde bei der Kaiserin der Tee eingenommen. Anwesend waren der Kaiser und die Prinzen und Prinzen.nncn der königlichen Familie. Hierbei verabschiedete suh der König von der Kaiserin. Der König hat den Kronprinzen ä la suite des spanischen Regimentes Numancia gestellt. Um 6 Uhr 59 Min fanb bie Wrell'e nach Wien statt. Der König benutzt den östreicksischeu Hofzug. Zur Verabschiedung auf dem Dahnbofe waren anwesend der Kaiser, der Kronprinz und sämtliche Prm-en. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In der Preise ift die Beschwerde darüber laut geworden daß mit den Führem ter Nation a l l ib e r a l e n Partei leit Schluß des Landtages über das Volksschulunierhaltungsgesetz nicht mehr aerbanbelt wurde Die Nachriclzt ist richtig, bedarf aber der Ergänzung dahin, daß seit dem gen. Termin auch mit den Führern aller andern Tsirtcien über tes G.setz nickst mehr verhandelt worden ist. Kattowitz, 12. Nov. In einer Sitzung, die gestern im hiesigen N'thauS stcktsand, der der Regierungspräsident Holtz- Öpveln und ein Ministerialrat beiwohnten, wurde besckstossen, das Kontingent der russischen Schweineeinfuhr n'cf) Oberschlesien zu erhöhen, und zwar um 300 Schweine sofort und ie wei'are 300 im Laufe das Dezembers und JanuarS. lieber di? Durchführung russisber S-^'weine durch Oesterreich sind diplomatische Verhandlungen eingeleitet. Barden au, 12. Nov. (Prov. Hannover.! Heute am 150. Gekwrrs^ge Schanchorsts ist hier, an seinem Geburtsort, in feierlicher Weise ein Scharnhorstdenkmal enthüllt worden. Zugegen waren der kommandierende General des 10. Armeekorps v Stünziter, die Generalität, das Offizierkorps und eine Batterie das 1. H.mnoverscten Artillerie-Regiments v. Scharnhorst Nr. 10, •2000 Mitglieder wm Kriegerv-reinen, der Vertreter des Fürsten, von Schaumburg-Livve und andere. Nürnberg, 11. Nov. Eine größere Anzahl Brotfabriken ter Stadt und ihrer Umgebung macht eine Erhöhung des Brot vreises um einen Pfennig für das Pfund infolge der anhaltenden Steigerung de r M e b l pr e i se und angesichts der bevoichtehenten Erhöhung der Getreidezölle bekannt. Die Mühten erachten eine weitere Steigerung der Mehlpreise für UN'Usl's^'iblich. Ausland. Paris, 12. Nov. Der Parlamentsausschuß si7r, Iustiz- v-form n'hm gestern einen Vorschlag an, durch welchen die Vor-' schrifteu führ das gesetzliche Eingehen einer Ehe, abgeändert werden. Es wird darin vvroeschlaaen, die Ehe- mündigkeit auf das 21. Lebensjahr feshusetzen, bte. übliche Anfrage a n die Eltern wegen Zustimmung zur Eheschließung abzn i^ assen und das zweite standesamtluhr. Aufgebot fallen zu lassen. Budapest, 12. Nov. .Handelsminister Börös hielt vor den Wählern des dritten städtischen Wsirks ist Budapest, um beffat Abgeordnetenmondat er sich bewirbt, eine Programmrede. —a Der Minister bezeichnete als einen Grundpfeiler des Programms das allgemeine, geheime Wahlrecht und er-i Härte, daß, da dieses Progrannn wenig Aussicht habe, in demi gegenwärtigen Abgeordneten Hause eine Mehrheit zu erlangen, in-, nerhstb nicht sehr langer Zeit ein Appell an die Wählers wtolgen werde. ßine Aisti-Lcyw-rsammlung. Worms, 12. Nov. Tie vereinigten Liberalen des Wahlkreises'^ Worms-Heppcnheirn-Dimpfen hielten heute nachmittag int Festhaussaal eine Versammlung ab. Ter Saal Nxrr überaus^ stark besetzt. Ten Vorsitz führte Rechtsannxilt Klein aus Worms. Hanptgegenfland der Verhandlungen nxrren bie Wahlrechts frage und die Steuerreform. Landtaasabg. Tr. Gu t f l e i sch-Gießen nahm sodann das Wort. "Seit 24 Jahren sei er für die Vereinigung der Hb. Parteien tätig. Mit dem Wormser Abg. Reinhart fei ec in den wichtigen Fragen, die kürzlich den Landtag beschäftigten, völlig einig. Das Ergebnis der Gemeindeumlagen in Hessen sei um 60 Prozent größer als das ber. Staatssteuer. Tie Verteilung der Umlagen nach bem' Einkommen sei ja im Prinzip das richtige, aber praktisch lasse sich das nicht durchführen, besonders in Darm-! stadt, Mainz, Offenbach, Gießen und Worms würde dann ! die Gemeindeeinkommensteuer sehr stark in die Höhe gehen. । Eine stärkere Progression der Staatssteuer lasse sich auch, nicht durchführen, jedenfalls habe sie eine Grenze. Diel Kreisabgaben betragen in manchen Kreisen bis zu 30 Proz.,j hier sei Abhielfe nötig. Diese Frage werde demnächst ge-J löst werden. Besondere Abgaben für Benützung von Feld-' wegen usw. in den Gemeinden seien zu verwerfen. Sie erinnern an das mittelalterliche Chausseegeld und verstoßen gegen das Solidaritätsgefühl der Bürger. Realsteuern solle derjenige zahlen, der an den Gemeindeleistungen Interesse habe. Zunächst kommen Grund- und Gewerbesteuer in Betracht. Tie seitherige Grundsteuer beruhe auf dem mittleren Reinertrag der betr. Bonitätsklasse. Tie Individualität des einzelnen Grundstücks werde dabei gar nicht berücksichtigt. Ter Ertrag eines einzelnen Grundstücks, Wiese oder Acker, fei1 nicht genau festzustellen. Dieser Weg bei Festsetzung der Steuer sei daher nicht gangbar. In der jetzigen Vorlage sei die freie Abschätzung des Wertes zur Grundlage genommen. Tabei werde sicb auch ein richtiges Verhältnis der einzelnen Steuerzahler zu einander ergeben. Bei der Ertragssteuer würden alle großen Parks, Gärten und Bauplätze unbesteuert bleiben, be. der Besteuerung nach dem Wert sei die Sache ganz anders. Redner führte hierfür einige Beispiele an. Die Besteuerung der Grundstücke nach dem gemeinen Wert entlast? die ßchonungsbedürftigen Grundbesitzer und treffe die leistungssähigerenn Schultern. Ter Abzug der Schulden ber der Grundsteuerveranlabung würde nicht nur Schwierigkeiten, sondern auch Unbrllig- Eeiten im Gefolge haben. Die neue Grundsteuer belaste die großen Grunobesitzer etwas mehr als die jetzige. Tie mittleren und kleinen Grundbesitzer zahlen nicht mehr wie bisher. Tie landwirtschaftliche Betriebssteuer sei so gering, daß sie gar nicht als Belastung in Betracht komme. Was die Gewerbesteuer betrifft, so wäre es ihm, dem Redner, persönlich am liebsten, wenn man sie ganz beseitigen könnte. Aber er stimme den Leuten zu, die st^en, daß man die Gewerbesteuer nicht entbehren könne. Wo Industrie und Gewerbe sich niederließen, entständen den Gemeinden höhere Kosten und deshalb sei die Steuer nötig. Bisher existierte ein Gewerbesteuertarif mit festen Sätzen, der auf die Tauer nicht beizubehalten war. Künftig toerbe, ber Umfang des Gewerbebetriebs für bie Besteuerung maßgebenb sein, b. hl die Große des Gewerbevermögens. Eine Besteuerung des Gewerbes nadj dem Umsatz lasse sich nicht durchftihren. Ter Abzug der Schuldrm bei bei Veranlagung ber Gewerbesteuer stoße auf ähnliche Schwierigkeiten wie bei ber Grunbsteuer. Man könne sicy deshalb darauf nicht einlassen, den einzelnen Gemeinden sei es in dem Gesetz überlassen, die Gewerbesteuer noch dem Ertrag zu erheben. Wenn man 'in Worms diesen Versuch machen wolle, habe niemand etwas dagegen. (Heiterkeit.) Die Rüch'icht auf die Nachbarstaaten sei bei dem Steuergesetz in Betracht gezogen. Wegen der Hohe ber hessischen Gnncindesteuern tziehe niemand aus Hessen fort. In der ersten Kammer fei der Mangel an Sozialpolitik in dem Steuergesetz hervorgehoben worden. Zweifellos könne sich die zweite Kcümner in dieser Be.iu.lmnL Dr. Sander, Landgrafen- de§ Gießener Anz. berei ** Ein Zusammenstoß zwischen einer Droschke und einem Radler fand gestern mittag gegen 4 Uhr vor dem Nomackschen Geschäftshaus auf dem Seltersmeg statt. Der Radler, ein Unteroffizier, flog von seinem Rade aufs Trottoir, glücklicherweise ohne ernstliche Verletzungen davonzutragen. heim, Südanlagc 13, Rabbiner traße 8, und die Geschäftsstelle erklärt. ** Aus dem Bureau Am morgigen Dienstag geht als Eine Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen findet am Mittwoch dem 22. d. M., vormittags Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Bureauko iten des Großh. Bürgermeisters zu Okarben. 2. Gesuch des Karl Schmidt II. zu Gießen um Erlaubnis zum Gast wir tschaftsbetricb im Hause Neustadt Nr. 14. 3. Gesuch des H. Wagner zu Düdels- )ei»i um Erlaubnis zum Betriebe einer Schank wirtschaft. 4. Die Faselhaltung in der Gemeinde Hcrchen- hain- hier die Wahl der Zuchtrichtung. ** Zu Gunsten der Familien der ermordeten ** Personalien. S .K. H. der Großherzog haben : den Direktor des Gymnasiums und der Oberrealschule zu WormS Dr. Theodor Wa lter zum Direktor der Obcrreal- schule zu Worms, die Oberlehrer an dein Gymnasium und der Oberrealschule WormS Professor Dr. Friedrich Becker, Professor Artur Frederkin g, Professor Christian Göckel, Profesior Dr. August Scheuermann, Professor Dr. Hermann Br ieqleb, Professor Dr. Otto Seip, Professor Dr. Friedrich Roth, Karl Berger, Heinrich Diehl, Dr. Friedrich Henkel, Heinrich Hattemer, Karl Krauß, Dr. Max Zimm e rmann, zu Oberlehrern an dem Gymnasium zu WormS; die Oberlehrer an dem Gymnasium und der Oberrcalschule zu WormS Professor Heinrich Haber- mehl, Professor Heinrich Steucrwald, Professor Rudolf Dieckmann, Professor Michael Dietrich, Professor Dr. ?»vkob Keil, Professor Daniel Donin, Dr. Friedrich K raft, Dr. Fritz Meyer, Ludwig Hertsch, Karl KauS, Dr. Heinrich Breidenbach, zu Oberlehrern an der Oberrealschule zu Worms ernannt. S. K. H. der Großherzog haben den Sekretär bei der Zentralstelle für die Landesstatistik Regier- ungsrat Ludwig Knöpfel zu Darmstadt unter Belassung in seiner Stellung als Sekretär zugleich zum Mitglied der Zentralstelle für die Landesstatistik ernannt. S. K. H. der Groß- Herzog haben den Oberlehrer am Neuen Gymnasium zu Darmstadt, Professor Dr. August Baur zum Direktor des Gymnasiums Fridericianum zu La ubach ernannt. Ueber- tragen wurden: dem Schullehrer Heinrich Theodor Koch zu Tornheim eine Lehrerstelle art der Gemeindeschule zu Bürgel, dem Schulamtsaspiranten Johann Karl Seitz aus Bergheim, im Kreise Büdingen, eine Lehrerstelle an der Gc- meindeschule zu Bickenbach, dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Wendel atis Fränkisch-Erumbach, eine Lehrerstellc an der Gemeindeschule zu Büttelborn, dem Schulamtsaspiranten Heinrich Berwig aus Horrweiler, im Kreise Bingen, die 2. Lehreritellc an der Gcmeindeschule zu Elmshausen, im Kreise Bensheim. S. K. H. der Großherzog haben den Knlturtcchnikcr Jakob Schm ah l zu Mainz auf sein Nachsuchen an§ dem Staatsdienst entlassen. Aeutlch-Afrikanischcs. Nack) einem Telegramm des Ostafrikcp-Gouverneurs -Grafen Götzen ist, nachdem die telegraphische Verbindung wieder hergestellt war, ans Kilossa gemeldet worden, daß nicht sowohl die Station, als vielmehr die Dörfer der Umgegend von Kilossa von mehreren tausend Aufstau di sch en an gegriffen wvrden sind, wobei von diesen gegen 0 00 Hlitten verbrannt wurden. Bezirksamtmann Lambrecht hat die Aufständischen alsbald in südlicher Richtung in die Flucht geschlagen. Von der Station Bismarckburg werden Un bot mäßigte iten einzelner Häuvtilingc cieMeldet. Im Bezirk Kilwa ist die Gefangennehmung des wtchtigsteii Hauptaiiführers der Aufständischen, Kirungu, gelungen, was die Wiederherstell- Mig der tclegr Verbindung Zwischen Kilwa und Lindi erwarten laßt. Hauptmann Seyfried ist am 8. November !bion Lindi in der Richtung am Kiswere abmarschiert. Eegen den Kamerun-Gouverneur v. Pii t t ka mer ist wegen der sich immer wiederholenden Anklagen eine eingehende U n t e r f u ch u n g ungeordnet worden, welche /geheim geführl wird. Nach der „Dtsch. LagesZtg." entspricht die Blüttermel- duug den Tatsachen, daß Dr. Karl Peters in irgend einer Form den deutsch ko l on ialen Interessen wieder -dienstbar gemacht werden soll. bc v, Stadttheaters. v .. , 5. Dienstag-AbonncmcntS- vorftellung Wilhelm Jordans reizendes VerSlustspicl „Dtlrchs £)t)r* in Szene, das unlängst am Gebtirtstage der Kaiserin im Neuen Palais zu Potsdam aufgcführt wurde. Die Rollen liegen in den Händen der Damen Don ecker und Schellenberg und der Herren Reimer und L ü t t j o h a n n. mehr Wärme wäre beim Vortrage erwünscht. Am bellen gelangen ihr die frischen neckischen Lieder. Sie errang großen Beifall und mußte auf Wunsch des zahlreich erschieneneit Publikums das letzte Lied wiederholen. Vielen Dank und Anerkennung verdient Herr Theod. Haubach, der sich immer wieder mit größter Liebenswürdigkeit in den Dienst deß Verein? rind des deutschen Liedes stellt. Reicher Beifall lohnte auch ihn, und dies mit vollem Recht. Er dankte durch eine Zugabe. Herr Julius Jahn, welcher alle Begleitungen übernommen hatte, zeigte sich hier wieder, wie schon oft, als tüchtiger Klavierspieler. Auch das Orchester, ein Teck der hiesigen Regimentskapelle, löste seine Aufgabe ganz vorzüglich, so daß wohl sicher anzunehmen ist, daß niemand den Saal unbefriedigt verlassen hat. Es war ein Konzert, welches dem Sängerkranz zur Ehre gereicht. Von Herzen wünschen wir dem, in echtem musikalischem Sinne strebenden Vereine und seinem Dirigenten, auch für die Folge bestes Gelingen. Möge er ets ein Hort des wahren deutschen Liedes in unserer Vater- tadt sein. Aus Slsök imö KauL. Gießen, den 13. November. ** Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. der Groß- Herzog haben dem Oberstleutnant und Kommandeur bc§ 2. Wcstfäl. Husaren-Negiments Nr. 11, v. Storch, seither im 1. Großh. Dragoner-Regiment (Garde-Drog.-Regiment) Nr. 23, das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Zukunft Prenßeus und DsMschlcmtzs unter ihrem Sohne Dkl- bckm voraussieht. In schönen Szenen wurde dies von den '-amen I. Walter, Müller, Becker, L. Walter, Klinkerfuß L-nh Rau vorzüglich dargestellt. Die übrigen Programm-Nummern wurden ebenfalls lebhaft applaudiert. Ten Schluß der schönen dreier bildete ein Ball. _** Unbestellbare Postsendungen. Bei der Cbr Postbirektion Darmstadt Haban im Jahre 1901 18 798 aus Lrtcn Dessen herrührende Postsendungen (und zwar 3822 Briefe, 14 196 Postkarten und 780 Trucksach-nl vernichtet derben müssen, weil sie weder dem Empfänger, noch dem Mftnder hatten Aiigestellt werden können. Tie Zahl hat gegen das Vorjahr um ein ge Hundert zugenommen Unter den Sendungen befanden nm allein 6344 Stück, deren Rückgabe an den Msender lediglich deshalb nicht möglich war, weil er sich weder auf noch in den Sendungen genannt hatte. Wie viel Unannehmlichkeiten mögen den Empfängern und ben Absendern durch die Unanbringlichkeit der Lenkungen^ erwachsen sein, und wie viel ungerechte Dörwürs- über Unzuverlässigkeit sind gegen die Postverwaltung und deren Beamte erhoben worden? Es kann daher den Schreibern der Briefe und Postkarten nur immer wieder empfohlen werden, in aber auf den Postsendungen stets den vollen Namen und die Wohnung des Absenders, sei es handschriftlich, sei es durch Ab- druck eines -Ltempels, anzugeben, damit ihnen, falls der Eni- manger nicht ermittelt wird, die Sendungen zurückgegeben werd'n foTUten. Auf bic Veranstaltungen aus Anlaß be§ Jahresfestes des Oberstes fischen Vereins für innere Mission sei nochmals hinqcwiesen. Der Fest. q ottesdienst, der am Dienstag abend um Uhr in der Stadtkirche gehalten werden wird, wird durch Gesäuge des Karchengesangrercins geschmückt sein, und von dem Fest. Prediger, Pfarrer Palmer aus Offenbach darf ein sehr anregendes und erfassendes Wort erwartet werden. Auch in der um 8V2 Uhr beginnenden freien Versammlung in Steins Garten (Familienabend) wird der Kirchen-, gesangverein mit Vorträgen von Liedern nntwirken Ein ganz besonderes Interesse beanspruchen aber die zur Be- Handlung stehenden Themata („Moderne Wohltätigkeit" und „Sie sittliche Bedeutung der Wohnungsfrage"), über welche zwei berufene Kenner, Dr. Klemmer und Dr. Kahn aus Frankfurt a. M. reden werden. Tie Mitglieder des Mgc- meinen Vereins für Armen- und Krankenpflege, sowie die Baugenossenschaft des Evcmg. Arbeitervereins seien darauf noch besonders aufmerksam gemacht. Zum Ueberfluß sci bemerkt, daß^auch Damen willkommen sind. ** Der eängcrfranj eröffnete sein Wintcrprogramm mit einem in jeder Beziehung ganz vorzüglich gelungenen Konzert. Gleich die erste Estornummer, „Londtzknechtslied' von Klienzl zeigte die Tüchtigkeit des Estors und den hin- gebenden Eifer seines Dirigenten, Herrn Franz Bauer. Scharf und präzis kamen alle Einsätze. Straffe Rytmik und reine Intonation waren besondere Vorzüge. Dick herzlicher Empfin- düng erklang das herrliche Lied von Engelsberg „So weif. Insbesondere fielen stier die Tenöre durch Weichheit in den hohen Lagen auf. Kräftig und bestimmt dcr schöne Chor von Simon Breu „Frühling am Rhein*. (Wo der „Sänger- hang" so oft und so gerne weilt, ein Umstand, der dem Vortrag des Liedes sehr zu statten kam.) Fröhliche Rhein- und Weinstimmung atmet der ganze Chor. Ebenso gut gelangen die anderen Chöre, wenn mir auch eine kleine Temposchwankung im „Amor im Nachen" nicht unerwähnt lassen wollen. Sollten hier nicht vielleicht etwas lässige Sänger die Schuld tragen? — Aus keinen Fall die energische Leitung des Dirigenten. Einen ganz besonderen Genuß verschafften uns die beiden Solisten des Abends. Fräulein Berta Wallenfels besitzt eine schöne klare Stimme. Nur etwas , ... Die bl 5ubett 3um । ** Der Airtillerie-Verein beging am Samstag abend in der Turnhalle des Turnvereins unter zahlreicher Beteilig- ung fein Zehnjähriges! Stiftungsfest. Der Saal war mit Fahnen, Wappen und Guirlandcm geschmackvoll dekoriert, links und rechts der Bühne waren Porträts des Kaisers und Grvtz- berzogs ausgestellt. An der Feier nahmen Offiziere des hiesigen Regiments, Vertreter der hiesigen Vereine, besonders der Mi- litarDcreine. und eine Deputation des Wormser Artillerie-Vereins teil, ^ie Kapelle des 2. Hess. Artillerie-Regiments Nr. CI aus Danttstadt konzertierte Durch den althessischen Parademarsch Landgraf Ludwig VIII. wurde das frst eingeleitet. In der Festrede führte der 1. Vorsitzende, Postassistent Bans ch etwa folgendes ans: „Namens des Vereins danke ich allen für Ihr zahlreiches Erscheinen und heiße Sie herzlichst willkommen. Heute ist es uni ernt Verein vergönnt, sein 10 jähriges Stiftungsfest zu feiern Seine Gründung vollzog sich unter großen Sckwierig- Jeilen und mannigfachen Hindernissen im November 189S, nach- dem an alle grienten Artilleristen eine Einladun,. ctßtmnen F)ar- 'längerer Zeit gelang es dem jungen Verein mit den übrigen hresigen Militärvereinen in ein gutes' kameradschaft- ltches Verhältnis,zu treten und das anfangs gehegte Mißtrauen tchwand allmählich. 9Cnt 20. Januar 1903 wurde b->chtlosse>r bem Kriegerbund Hassia^ beizntreten und im Februar erfolgte die Ausnahme durch das, Hassia-Präsidium. Getreu den Verdands- sa^ungen smd wir bestrebt. Treue zu Kaiser und Großher»vg und echte Kameradschaft zu pflegen. Möge nie wieder die Zeit ko-mmen wo Deutschland der Tummelplatz unserer F-einde wird! Wir ge- demett auch unserer Kameraden, die int fernen Afrika unter MwAn Strapazen, Entbehrungen und Leiden gegen einen fietm- t1.. £pcn ^"td bei ungünstigen klimatischen Verhältnissen rampfen und sich tapfer für das Vaterland schlagen. Wir hoffen day ftc bald siegreich in die Heimat zurückkehren, sodaß es dann wieder heißt: „Friede auf Erden". In diesem Sinne sordere ich euch auf, mit mir einjuftimmen in den stiüf- t-.Selxe,Maiestat der Kaiser und S. Kgl. Hobeck der Großherzog,' sie leben hoch, lwch, hoch!" Darauf wurde die Nationalhymne ge- sungen Sodatln Übergaben die Damen des Vereins eine Pracht^ volle Fahnenschleife in den beutfefen Farben. Fräulein -Jl uller hielt dabei eine kurze Ansprache. Präsident Bausch dankte und brachte einen Toast auf die Damen aus. Ter Bor- ttbeiwe des Wormser Artillerie-Vereins Stock überbrachte die Gruße und Gluckwi'.nsche des Brudervereins und schloß mit einem auf den Artillerie-Verein Gießen. (Lebbafter Beifall.) ^rau- 2ohann sprach einen Prolog, der Bezug nahm auf die Verhaltmsie des Vaterlandes und das 10 jährige Bestehen des Vereins, auch kündete sie darin eine Sammlung für die Afrika- fanqtfer au. Lebhafter Beifall belohnte die Svrecherin. Ein lebendes Bild, welches em Huldigungsbild vor St. Barbara dcr Schutzgottni der Artillerie, darstelltc, schloß sich an den Prolog' rnb die Fender,ammlung sang dazu: Deutschland über alles' *lc ^clkeriammlung für die Kameraden in Afrika ergab die Summe von^3,60 Mk Den Glanzpunkt der frier biltxte un- bretttg tre f t c I „De r Kon igin Traum", in dem R'ömgm SurfE nach betn unglücklichen ^-ekdzug 1806/07 die herrliche doch 'mit der ersten Kammer messen. Mehr Sozialpolitik wie der Abg. Ulrich wolle, werde doch die erste Krimmer nicht wünschen. (Heiterkeit.) Der Deklarationszwang müsse veibehalten werden, ohne ihn könne man nicht auskommen. 2ie Geltungsdauer de-s Gesetzes auf nur sechs Jahre habe eine Reihe von Vorzügen. Redner streifte dann kurz die Wertzuwachs steuer, die den Städten hübsche Beträge einbrinaen werden und völlig gerechtfertigt sei. Was Finanzminister Cnauth geschaffen fabc, sei im Sinne des verstorbenen Finanzministers Küchler geschehen. Gnauth habe bisher alles gehalten, was man sich von ihm versprochen. Gutfleisch besprach sodaurt die Wahlreform. Tas Direkte Wahlrecht sei in Hesjcn nicht mehr zu entbehren. Freisinnige und die rnit ibnen arbeitenden Nationalliberalen tyätten sich schon lange für das direkte Wahlrecht bemüht. Es werbe jedenfalls ein gutes Ergebnis haben, und vor den Sozialdemokraten brauche man sich nicht zu fürchten. Jede Anschauung, die im Volke stark sei, müsse auch im Landtag vertreten sein. Aus allen Klassen müßten Vertreter in den Landtag lBeifall.) Das Proportionalwahlrecht würde von Negierung und erster Kammer abgelehnt werden. Die Einführung des Wahlzwanges sei zwecklos. Die Sozialdemokraten hätten sozusagen ihren Wahlzwang, die bürgerlichen Parteien hätten in dieser Beziehung noch manches zu tun Aber mit Geldstrafen jemand zur Wahlurne treiben, das sei völlw wertlos und zwecklos und zu verwerien. Daß den Städten mehr Abgeordnete zukämen als bisher, darüber könne eigentlich gar kein Zweifel bestehen. Gegenwärtig habe das Land einen unverdienten Vorzug. Wer sich vor den Wirkungen des direkten Wahlrechts fürchte, der wolle cs nicht. Redner gehört nicht zu denen, die die Aufhebung der ersten .Wammer wünschen, aber ihre Rechte zu vermehren, darüber könne doch im gegenwärtigen -Zeitpunkt nicht diskutiert rverden. Bei Beratung der besprochenen Eesetzentwrüfe habe die zweite Kammer eine seltene Einmütigkeit gezeigt. Tie 2' - stündigen Darlegungen des Redners fanden lebhaften Beifall. Ter Vorsitwnde dankte dem Referenten für seinen Vor- ,Lrag. — Kommerzienrat Langenbach aus Darmstadt konnte wegen Unwohlseins sein angekündigtes Referat über die Wahlrechtsvorlage nicht erstatten. In der Diskussion nahm Rechtsanwalt Sold an aus Mainz das Wort. Die vereinigten Liberalen müßten 'sich darüber klar sein, daß die Darlegungen Gutfleischs Entschlüsse ihrerseits im Gefolge haben müßten. Redner wendete sich gegen He-rrn v .Hehl, der nicht mehr in den Reichstag gewählt werden dürfe. (Beifall ulnd Widerjpruch. 1 Nach teer Rede wurde ein stürmisches -Hoch auf Herrn r. Hehl ausgebracht und Schlußrufe laut. »Auch vorher waren schon verschiedentlich Störun- ge 71 der Versammlung vorgekommen. Da weitere ;Webner sich nicht meldeten, schloß der Vorsitzende die Ver- .fammlung kurz nach 6 Uhr mit einem Hoch auf den Aba p£r. Gutfleisch. ___________ bet Änstal b Ml'.<1 bie • Sui!6."®; all5 SR*"1109 im Jl SS» * Ssi' «eier dE ,, ?] 5 “S'V Wntn r;lirn§ ir L , Offber. glitktn trugen K lffleisÄ SiHi-rfe Br-nl Scknrid-r wurde Ditwe so schw^ D verbringen mußte. gd, Dormstac nu»f der be'-nnt- J in Darmstadt, der einen großen Namen (fahren und iH bet 5 Regierungsrat Noacr. Ausstellung wur balle eröfmcL Der Landschasts-Bilden gebenden Meister Corneliu?, Kaulbachs bie Frankfurt-Cr Entgegenkommen ch Stücke repräsentiert, burch einige Meister! Bilder von Spitzme heute schon sehr gi ein russischer 6ti Darmsta dt, ^offenen Nachrichten hier unter besond yarnis onsverw iu Nemyork bei \ hiesige GarnisonSve stühung seines Bat schwach und in bedü Mainz, 12. 91 feiert Herr Zischoj Priesterjubiläun MÄ deMchstgt n GckMmg n soll. irr würde, hosst man, bereiten. WormS, 1 wurde im Bahi der Weichenstelle auSsahrenden Zu Kopfwunden eine Wunden nolöürffii städtische Krankens starb. Der Ungs seit 1895 Wei ro°6nfe in Nerchau Mei Kinder sind ■ falls wird angegeb fiangen blieb und 3» derselben Qeit sa tl. fr der 2 beily Lichtanzünde, Drückt. Er erli -eben sorgen lasse, Worms, 12 fnnobe faßte ein, ne f.ronf'vmie ^gamsationen, ß !Märtnifien ''“SenbDetcin, ^reisrats ab ?E'ch°n, Bürqcr Kassel, 11 *".= «ilitärto neuen Russische ReuigLeitcn. Der „Köln. Ztg." wirb aus Petersburg gemelt»ct: In solchen 'Sitcikn bic wwobl dem Hofe als auch bem Grafen Witte ^?Uehen, wirb die Besorgnis nicht geteilt, baß oie liberale Witte,che .Herrschaft Gefahr lies?, bnrch eine reaktionäre abgelöst £u.)ücrbcn. Gras Witte habe sich dahin geäußert, daß Kaiser Nikolaus nicht nur den N e fo r m v 0 r schl ä ge n zuge - ft t m nt t, lonbern auch nach reiflicher Ucberlegnng bekannt habe, er jet innerlich von bcr Notwendigkeit des liberalen z^bf ormw er kcs tief überzeugt. Tcm entsprechend habe der Kaiser auch 6u allen '\efornicii stets seine Zustimmung gegeben, .IPfT*, ftu daran glaube, da'? er damit soivohl dem Interesse Hernes Volkes als auch seinem eigenen am Besten biene. ,?olen aber macht dem Grafen Witte besonders viel zu schaffen, ^lrn sind aus verschiedenen Teilen Polens Erllärimgcn befreiicnb die volle ?ln10 n 0 mie Polens zngcgangen Unter guderem crhrcll er ein Telegramm aus Kalisch mit der Mit- leilung, das', eine, Zahlreich besuchte Versammlung dort zu dem Schlüsse gelaugt sei, nur bic Einführung der K'onsti tu tion für Polen und die volle legislative und administrative Anwnv- mie sowie bi.' Autonomie in Schule und Rechtspflege unb die Berufung eines Landtages nach Warschau auf bei Grundlage des allge u inen gleichen und g e h e i m e n W a h l- rechts könne zn einer gesunden Entwicklung des Landes sillsten Die Folge davon ist ein Ukas des Kaisers, durch den in allen 3enit pvln Gouvernements das Kriegsrecht proklamiert wurde. Die rnssisckie Regierung erhob beim heiligen Stuhle Ein- spruch gegen die Beteiligung des polnischen Klerus an bcr rcvol. Bervegnng in Warschau, wo Priester mit dem Kru- fetTir in der Hand sich an die Spitze der Aufrührer stellten. Den I u den massa kres will die Regierung nicht weiter tatlvS gegemibersreheu. Der Iusffzminisier bat mit Zustimmung Wittes einen Entwurf ausgearbeitet über die Vornahme von Untersuchungen in den Ortschaften, n»o gegen die Juden 'gerichtete Unorbnungen stattgeffinden haben. Die betreffenden Kvm- missionen werden aus Mitgliedern des Senats zusammengesetzt sein. Der llckn.rv'i >"ll bem ^^inick-rrat nntrn'l'reitet werden. Äreßen er S ta d 11 he a t er. „Telephongeheimnisse" -l,lcn unsäglich flachen unsinnigen SckMank der „Lichts -Mna Hermann H a u s l c i t e r und Mar Reimann. Mitglied des Jraillfurtcr Schauspielhauses, batte fein uuch in Lzene gesellt Witze waren in dem Stiick genug ^u Hoven unb auch gelacht wurde von dem animierten Sonntags« VribllkuM' aber gute Witze waren so selten, wie reine Strolllen in iSieffen Dagegen gab es eine Unmenge geistloser und unmog- licherVersteckszcnen. bi'- neben den alten bühnen bewährten Zu« flnchtsorte wie Reisekorb, Bett ufro. ein Telephon unb ein Patze- ttmmer^in ttnspruch n-.hmeii. Die uralten, abgebrauchtesten ^ck^-ankftguren ein Pantoffelheld unb sein Hausdrache, ein ver« Ucbtn: alter Geck, aibernc Backfische, ein dunnnpsiffiger Haus- oursche, em vcrlrebter Leutnant usw. bilbcten die Leuchtm bief-5 grckworlassenen Unfinn«, und die paar aktuellen Schlagworte über Vchillerbegeisterung, Fleischnot, Autosport usw. mno'tcn oas drei« flitxge Ragout nicht schmackhafter. Fast nchchten wir es unseren Darstellern zur Clne anrechnerr, daß die Aufführung stellen- n^ise sehr stockte, auch ihnen schien offenbar die bedeutende Cn- nndungsarmiit des Stuckes übet den Spaß zu gehen. Von den ~o I2^vc?I„ ^CTFn. Lobend genannt Herr Reimer, der seinen ,,Lehmkubl allerdings zu stark karrikierte, die Damen Schcl- lenberg und Dvnccker als die Vertreterinnen des jüngeren weiblichen Elements, Herr Goll als Leutnant von Randau, öm Sibert nte Organist Höflich und Herr Herrscher als Hausbnriche. Wemger gefielen die Herten Witt mann lMajor Schmelzer) und Lüttjohann (Gutsbesitzer Mtlich. die beide !EL » "^urg Rechnung trugen. — Den ersten Zwischenakt kürzte -zrl. ^ldrui, die talentvolle Ballettmeisterin, durch graziöse Tanze. -- Laubach, 12. Noo. Zu Ebnen des an die Augustinerschule in Friedberg versetzten GymnafialdirektorS Prof. Dr. Balser batten sich im ^Schützenhof^ geftern abend eme größere Anzahl Herren zum AbschiedSdsessen versammelt. Graf Karl zu SolmS-Laubach brachte daS Hoch auf Kaiser und Großherzog auS, Oberlehrer Professor. Dr. Wetzell hielt die Abschiedsrede, auf die der Gefeierte dankend mit einem Hoch auf das Gedeihen des GymnasinmS Handel . 211.40 111.90 Börse, 13. Nov., Anfangskurse 215.00 Statt je'ler besonderen Anzeige. (4 C’ 5834 B”/. MarkIP: 6496 ZMMKMMKMW?KK 246.00 138.10 besteht nunmehr die Absicht, in die Nähe deS Fort Bühler, wo die Militärbehörde noch umfangreiches Gelände besitzt, den neuen Uebnngsplaiz zu verlegen. Auch der Neubau einer Pionierkaserne ist in's Auge gefalzt, die voraussichtlich auf das Gebiet deS alten Pionicr- 6,50 C. 2.2 0 0. I <4 Harpener Bergwerk Laurahfltte . . Lombarden E. B Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . 25.00 127.50 . 99.20 . 165.00 . 172.70 . 149.20 Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . .. . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn 140.50 133.00 266.50 228.20 167.30 214.80 256.50 127.75 134.20 173.40 149.70 240.90 180.00 189.60 164.90 100.55 88.90 100.75 88.90 99.55 Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an Reichsanleihe do. Konsols do. . . Hessen . . Oberhessen Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Esch weil er Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paket! Harpener Bergwerk. . . Lanrahfltte ...... Nordd. Lloyd . . . - . Oberschics. Eisen-Industrie Berliner Handclsges. . . 100.55 100.70 96.10 Aas Kroßherzogliche ^rovmzialravbinat Dr. Sander, Landgrafenstraße 8 und die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Hlriiversita'is-Vachrichken. — ®in allgemeiner deutsckerUniversitäts- und Hochschul-Kalender wird jetzt auch herausgegeben von Cito Schröder, Sekretär der Universität Nostock. Inhalt: 1. Teil: 1. Universitäten. 2. Technische Hochschulen. 3. Tierärztliche Hochschulen. 4. Landwirtschaftliche Hochschulen. 5. Forstakademien. 6. Bergakademien: Geschichte, Verfassung, Behörden, Dozenten, deren Lehrfächer, Geburtsdaten, Besoldung uv., Gebühren, Frequenz- Übersichten, Institute vp. der einzelnen Lehranstalten, studentische Meteoroloflische Beobachtungen der Station Gießen. . 25.30 . 143.50 . 126.00 des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse. 13. Nov., 1.15 Uhr. Verbindungen. — 2. Teil: Das Studium dessen Kosten, Lehrpläne. Prüfungsvorschriften vp. — 3. Teil: TaS studentische Verbindungswesen. — Anhang: Verzeichnis der Habilitationen, der Pensionier- unpeu, der Sterbciälle, der Garnisonen der llniversitotS- DP- Städte, der Akadeinilchen Presse, Portotaril, Verschiedenes. — Geheftet m starkem Umschlag, über 300 Seiten, Preis 1 Mark. G. B. Leopold'!..l'c UinverÜLüs Vm'^andlin-. ''L-'wck i. V!.. röhliche Rhein« ur: Ebenso qut gelange ine kleine Teini- ’ unerwähnt top.? >a§ läffigc Sät:??. u’c encra^ .ds. FmlniiÄcni imme. ünscht. Am W , Sie ettang grobr hlreich erschienen! Vielen Tank ut ich, der sich im n Dienst deß Strtiii Beifall lohnte Ec dankte bun welcher alle k- sich hier iviek avierspieler. Reflimcntßlap^ asi wohl sicher ec- nbefriediat verlast in Sängerkranz zr r dem, in #■ reine nnd seiner Selingen. Mög-' S in unserer M 67.85 67.65 94.50 94.75 89.70 136.10 53.00 90.20 67.75 97.90 Bochum Guss . . . . Buderus E. W. . . . Tendenz: schwach. Berliner Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: träge. 3%°/'» 3% 3*x°/( 3% 3X°/0 Ausbau der Anstalt hat er sich in verschiedenster Weise bemüht, so wurde der mit der Schule verbundene fakultative Unterricht für die Handfertigkeit eingeführt. Butzbach, 11. Nov. Die Maschine des Zuges 6 Butzbach - Licher Eisenbahn entgleiste gestern Nachmittag au§ noch nicht festgestellten Ursachen beim Rangieren im Nebengeleise deS Steinbruches zu Trais- Münzenberg. Hierdurch entstand eine Betriebsstörung von 3 Stunden. (B. Ztg.) Herbstein, 11. Nov. Am 6. November feierte die evangeliche Gemeinde im engsten Kreise der Gemeinde- angehörigen ihr 50jähriges Bestehen. Eröffnet wurde die Feier durch einen am Vorabend veranstalteten Gottesdienst mit Abendmahl. Am Abend des eigentlichen Festtags fand dann im „Deutschen Hause" eine Gemeindefeier statt, bei welcher der OrtSgeistliche, Pfarrer Zinn, einen wohlgelungenen Vortrag hielt über daS Thema: „Die Geschichte deS Evangeliums in Herbstein in alten und neuen Zeiten." Ansprechende Liedervorträge von Mitgliedern des Gesangvereins Bruderliebe, sowie Deklamationen von Gemeindegliedern trugen in dankenswerter Weise zum Gelingen des Abends bei. (2. A.) r. Erdhausen, 12. Nov. Innerhalb weniger Tage sind zwei hiesige Familien von Unglück schwer betroffen worden. Ter Former Theodor Scheld zog sich bei seiner Arbeit starke Brandwunden zu und der Arbeiter Georg Schneider wurde in der Gladenbacher Spinnerei Müller Witwe so schwer verletzt, daß man ihn sofort in die Klinik verbringen mußte. sd. Darmstadt, 12. Nov. Gestorben ist heute nacht der bekannte Kunstmaler Pros. a. D. Aug. N oa ck in Darmstadt, der besonders durch seine Kirchenbilder sich einen großen Namen gemacht hat. N. stand in den achtziger Jahren und ist der Vater deS seitherigen Landtagsabgeordneten Regierungsrat Noack. — Die DarmstädterJahrhundert- AuSstellung wurde heute vormittag in der hiesigen Kunsthalle eröffnet. Der Schwerpunkt liegt in der einheimischen Landschaft? - Bildermalerei, doch sind auch die maßgebenden Meister des letzten Jahrhunderts, wie Achenbach, Cornelius, Kaulbach, Lessing, Schwindt rc. vertreten. Auch die Frankfurt-Cronberger Malergruppe ist durch das Entgegenkommen einer Frankfurter Firma durch einige hübsche Stücke repräsentiert. Der Großherzog hat die Sammlung durch einige Meisterstücke, u. a. Landschaft von Spahn, und Bilder von Spitzweg sinnreich ergänzt. Der Besuch war heute schon sehr gut. — Erschossen hat sich beute nacht ein russischer Student in einem hiesigen (5of6. Darmsta dt, 11. Nov. Nach aus Amerika einge- /roffenen Nachrichten befindet sich der vor etwa 5 Jahren hier unter besonderen Umständen spurlos verschwundene GarnisonSverwaltungS-Dircktor Wild zur Zeit iu Ncwyork bei seinem Sohne. Von letzterem soll an das hiesige Garnisonsverwaltungsamt ein Gesuch um Unterstützung seines Vaters eingetroffen fein, da derselbe geistig schwach und in bedürftigen Umständen sein. (Darmst. Ztg.) Mainz, 12. Nov. Kommenden Dienstag, 14. November, feiert Herr Bischof Dr. Kirstein sein 2 5jährige§ Priesterjubiläum. Außer einer entsprechenden Feier- lichkeit beabsichtigt man in katholischen Kreisen, dem Jubilar eine Geldspende zu überreichen, welche den Grundstock für die Gründung einer weiteren Pfarrkirche in der Neustadt bilden soll. Während der Bischof jede persönliche Spende ablehnen würde, hofft man, ihm in dieser Weise eine hohe Freude zu bereiten. WormS, 12. Nov. Gestern früh kurz nach 4 Uhr wurde im Bahnhof, in der Nähe des alten Friedhofs, der Weichensteller Matth. Magenheim er von einem ausfahrenden Zuge überfa hren; er erlitt außer einigen Kopfwunden eine Verstümmelung beider Beine. Nachdem die Wunden notdürftig verbunden worden waren, wurde er ins städtische Krankenhaus gebracht, wo er kurz nach 5 Uhr starb. Der Unglückliche war seit 1884 bei der Bahn und seit 1895 als Weichensteller angestellt: er ist 49 Jahre alt, wohnte in Neuhausen und hinterläßt Frau und vier Kinder, zwei Kinder sind noch schulvstichtig. Als Ursache des Unfalls wird angegeben, daß Magenheimer an Leitungsdrähten hängen blieb und kurz vor der Maschine zu Fall kam. — Zu derselben Zeit ereignete sich ein zweiter U nglü ckS -- 'fall. In der Maschinenhalle wurde der Heizer Lamely beim Lichtanzünden von einer vorbeifahrenden Maschine gedrückt. Er erlitt schwere innere Verletzungen, die für sein Leben sorgen taffen. (M. Tgbl.) Worms, 12. Nov. Eine hier abgehaltene Dekanatssynode faßte eine Resolution, die als Fürsorge für die konfirmierte männliche Jugend freiwillige Organisationen, Christenlehre, Volksbibliotheken und je nach den Verhältnissen der Gemeinden attch konfessionelle Jugendvereine fordert. Eine kürzlich unter dem Vorsitz deS KreiSrats abgehaltene Versammlung der Lehrer, Geistlichen, Bürgermeister :c. des Kreises sprach sich gegen konfessionelle I u g e n o c r e i n e aus. (F. Ztg.) Kassel, 11. Nov. Wie daS Mainz. Tagebl. meldet, hat die Militärbehörde in Folge der ganz bedeutenden Kosten darauf verzichtet, in der Nähe der Nuthof'schen Werft einen neuen Pi o nie rü b u n g s p la tz zu errichten. Es Als den haltbarsten und daher billigsten ümmischh empfehle den echten Petersbt’rgep« Wilhelm Herbert Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Frank- titrier Straße zwischen Südanlaqe und Alicestraße von heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverkebr gesperrt. Gießen, den 13. November 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. handel und Tlerkel'r. •Eofftswirfftfflff, Hibernia und Fiskus. Die „Deutsche Bergw. Ztg" will wissen, daß eine Einigung zwischen Hibernia und Fiskus erzielt sei. Die kürzlich erfolgte einmalige Notierung der Hibernia» Aktien an der Börse soll als Uebernehmekurs für den Rest der Aktien gelten. Ter Fiskus werde dem Syndikat dann bei treten. — Was dem Handelsminister v. Möller nach vielen Känwsen nicht gelungen ist, soll dem neuen Handelsminister nun gerade so in den Schoß gefallen fein ?! — Plut u?. Kritische Wochenschrift für Volkswirtschaft und Finanzwesen (Herausgeber: Georg Bernhard). Inhalt vom 45. Hest des zweiten Jahrganges: DdbLele; Tolstois Bodenreform. Von Dr. Allons Goldschmidt-Berlin; Rechtswissenschaft und Gerichts- vraxis; Revue der Presse; Börfen-Kritik; 5 */? °/0 Diskont; Streikend e Unternehmer; Nachruf; Aus unseren Banken ; Gedanken über dc4°/0 russ.Staatsanl. 1905 4y?\ japan. Staatsanleihe 4 % Gonv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3% Mexikaner . . . . 4X°/o Chinesen . . Aktien: Höchste Temperatur am 11. November — Niedrigste „_______„ 1-- ■■ ~ NH „Trink-Eier“ vollsrisch u. absolut reinschmeckend empfiehlt (5557; Georg Wallenfels Marktvlatz 21 Televhon 46 gegenüber d. Engel-Apotheke. * Was soll ein junges Mädchen mit den Liebesbriefen machen, die es von seinem Verlobten erhalten hat? Es gibt junge Mädchen, die die poetische Liebesprosa ihrer Verehrer sorgfältig aufheben, um später hübsche, mit blauen oder rosenfarbenen Bändchen (die Farbe hängt von dem Teint der jungen Dame ab) zusammen- gebündene Paketchen daraus zu machen; die Päckchen verstecken sie in einem Geheimfach ihres Iungfraucnschränk- chens und holen sie nur in weihevollen Stunden hervor, um die Briefe mit Entzücken noch einmal zu lesen. Andere Mädchen wieder verarbeiten die Briefe zu.Haarwickeln; noch andere machen gar nichts damit, sondern verbrennen sie einfach. Ein iveit praktischeres Mittel zur Verwertung der Liebesbriefe ihres Bräutigams hat eine junge Engländerin gefunden. Sie benutzte sie zur Füllung eines gestickten Kissens, und als sie dieser Tage mit dem Verlobten zum Altar schritt, nahm sie das Kissen mit. um während der feierlichen Handlung darauf zu knien. Ein außerordentlich sinnreiches Symbol, dieses Liebesbriefkisscu: man legt sich sozusagen an der Pforte der Ehe die Liebesschwüre des Geliebten noch einmal zu Füßen und kann während des Honigmondes auf dem Brieflissen süßer ruhen als auf dem bekannten Ruhekissen, das aus dem guten Gewissen fabriziert wird. ____________ ^rb-iterbewequng. Rotterdam, 11. Nov. Zwölf deutsche Getreidehand l e r hatten mit dem Komitee der Getreidebörse eine Besprechung, um einen Vergleich mit den Aus ständigen zu finden. Die Konferenz, sowie eine solche des Börsen-Komitees mit den Ausständigen blieb erfolglos. Halberstadt, 11. Nov. Der „Halberst. Ztg." zufolge wurden hellte Abend sämtliche Maurer und Bauarbeiter ausgesperrt, weil auf zwei Bauplätzen, auf denen 90 Zimmerleute ausgesperrt wurden, die Maurer sich mit diesen solidarisch erklärt, die Arbeit niedergelegt und die Wiederanfnahme der Arbeit a b g e l e h n t hatten. Die Zimmerpoliere, die trotz ihrer vierzehn- täqigen Künldigungsfrist ebenfalls sofort die Arbeit niedergelegt haben' wlirden von dem Gewerbgericht zum Schadenersatz verurteilt. 9tn m . Aendun2°"E feen Ä Ltzch i«ch, . vereine *!'»• Ter st llm 61' hh, ' ', ■ Von dew 'v «'ra * aber die m r2?EJ' u/cr wc!L t9heber des ^pflege, föhnet ~TCin§ seien baTQr H sc Winierprograinc ^züglich gelungene - "Landsknecht?li^ iors und den b-r. Bauer. 6cbr Rytmik und n:r herzlicher (h,pfi& Eisberg ,So weil'. Tcleohongeheimm^ innigen schwank t- ldMRcnna n n m Otm . iriniKt»«?® , wie reine W eistloser ühnenbemhrtcn^ L'feut5 nnd ein. . £ tW* M die Mela rinnen & [cttntei^"' brcn lh»!' 91 .f.n «c in* y»» r die Für dt" h Weichheit in de ' ü der schöne Gfe . (Wa der „Sänge:, j Ausrus. Die dringende Bitte um gütige Spenden für die schwer heimgesuchtcn russischen Juden wiederholt das Lokalkomitee an die Bürgerschaft unserer Stadt. Zum Empfange von Gaben sind bereit: Der Dorstand der israelitilchcn Aetigionsgemeinde r Euch. Ich will fromme und tapfere Soldaten in meiner Armee haben, keine Spötter. Euch wird der Vorzug zuteil, bei der Garde in Potsdam z», dienen, wo Ihr auf Schritt Andenken an den großen Soldatenkönig, der nicht lueit von hier feine Ruhestätte gefunden hat, und an die Ruhmesstätten Preußens begegnet. Zeugt Euch dieser Auszeichnung durch besondere Hebung der soldatischen Tugenden würdig." Zum Schluß brachte der Kaiser ein Hoch auf den König von Spanien aus. Görlitz, 13. Nov. In der Nacht wurde die 9jährige» Tochter deS Arbeiters KlooS in der elterlichen Wohnung ermordet. Es liegt Lustmord vor. Der Täter ist unbekannt. London, 12. Nov. Die Mitglieder der deutschen^ Botschaft, welche als Ehrenmitglieder in den Junior- Uni t e d Service Club ausgenommen wurden, haben in dem Wunsche, die ihnen gewährte Gastfreundschaft zu vergelten, dem Klub das Bildnis des Deutschen Kaisers gestiftet. Telefonische Kursberichte F. Jacobi und Frau rv) Anna geb. Bautz. Lollar, den 12. November 1905. £ £ CD O 0 Versteigerung. Dienstag, den 14. d. Mts., nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier «egen Barzahlung: [5840 I 2 Drehbänke, 1 Bohrmaschine, 2 Mille Zigarren, 11 Fenster, 1 Wanduhr und Möbel aller Art. I Born. Gerichtsvollzieher fctta-Spilze mit ß!ock8ngeläuiß. Schönste Zierde des Weihnachtsbaumes! "Nach Anzünden der Kerzen läuft das IC cm grosse Rad durch die Wärme getrieben rund, wodurch die an den Badflügeln befestigten Glasperlen gegen die unterhalb angebrachten 3 harmonisch abgestimmten Glocken schlagen und so ein wunderbar schönes Geläute hervorbringen, welches die Festfreude so recht weihevoll macht. Ag ui hochelegant, blank po'lertem Hlckelblech, unbegrenzt haltbar, garantiert sicher funktionierend, m t 3 foln vereilborten Kettchen und 3Ei»iapfon aus Giss verziert und das Ganze durch ein Lameftcbüumchdn bekrönt. 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Ans, Bütger unb Bat Weiter einer nnrrsüUf vertreten sein woU tage lediglich die der Parteiobe ■iijfe ansässij hängigen Bür und nur das vech In weilen K bürgerlichen Nichtii 2euns entschiede! 6 ^hren überhanv lna( mit irischem $ ^lein.Linden [ fanrnihinß* ganze s, der Kandidat Neise auf jener 6 Sonntag in Wak '®.r* Häuser o/'kanische bticii "'cht qfnubt, daß Üch kurz. wird, hätte Obsteben, auf bcm öen russischen, der anebnenb füc bie 9 ^"stu»g Andersdei '!nfS 'ofialdemokr h,nen e'srigen 9ln(). °7 'Wenn wir ft '''°bregeln-. ^^enborn-St^k. a"b M «ut4 y. 6,s v ” imm d-r l*n «t bi„ '""“mnf, ß,A_, '■ -oohr s »Cb, $: lh8". S ult* Ullml 8i^'l,b-'Ütn.Ut Oi" st « st u"t> bi, o2'.'61 t*»4enb. 9 ’iife ‘ ^chdeig