Nkr. 140 ISS. Jahrgimg Erstes Blatt. Samstag 17. Juni 1S0S Amis- und Anzeigeblali für den Kreis Sietzen nach GatschirrH Äbrefl< für Depefchem Nn»etger «tetzen. FernjprkchanjchlußNr 51. ihr am 19. Juni erteilt werden wird. Die Benachrich- tiauna wurde mit der bevorstehenden Abreise de- des Großfürsten wird in allen Gesellschaftskreisen mit Genug tuunq begrüßt, da er im Verlauf seiner 24jährigen Amts tätigkeit dazu beigetragen habe, die Unordnung, Verrottung und Bestechlichkeit in diesem Ressort groß zu ziehen. Die nächsten Verabschiedungen dürften den Marineminister Avellane und den Statthalter Alexejew treffen. Der Posten deS Großfürsten AlexiS dürfte an den Schwager des Zaren, Großsürsten Alexander Michai- l owitsch übergehen. Nach einer anderen privaten Meldung soll Avellane bereits seine Demission gegeben haben. Admiral Nebogatow, der viel Beschuldigte, soll im Gefangenenlager von Sasebo einen jSelb st Mordversuch gemacht haben, ein Gerücht, das I natürlich wie tausend andere unkontrollierbar und höchst wahrscheinlich erfunden ist. Die FriedeuSgrrKchte. Washington, 16. Juni. Gestern Abend 10 Uhr sprach der britische Botschafter auf das Ersuchen NooseveltS im Weißen Hause vor. Er benutzte dre Gelegenheit, den Präsidenten wegen seiner Tätigkeit bei der gegenwärtigen Krisis zu beglückwünschen, welche von der ganzen zivilisierten Welt anerkannt werde, und sprach bi< Zuversicht aus, daß die Friedensverhandlungen einen glatten Verlauf nehmen werden. Auch der japanische Gesandte Takahira stattete gestern Abend zu früherer Stunde dem Präsidenten aus sein Ersuchen einen Besuch ab. v , Washington, 16. Juni. Der Wortlaut der japam- scheu Antwort auf Präsident Roosevelt» Schreiben vom 9. Juni wird heute amtlich bekannt gegeben, er entspricht dem bereits am 11. Juni veröffentlichten. Cs wird von maßgebender Seite behauptet, daß Nelidow der russische und Marquis Ito, wenn e» seine Gesundheit gestattet, der japanische Bevollmächtigte sein wird. Petersburg, 16. Juni. Den russischen ©c vollmächtigten für die Friedensverhandlungen m Washington sind auch ein Kriegs- und ein Staats- rechts lehr er als Berater beigegeben worden. New-Dork, 16. Juni. Aus Washington wird meldet, daß Rußland die japanischen Bedingungen in Umriffen bekannt sind und annehmbar befunden werden, nämlich eine Kriegsentschädigung von 2—4 Milliarden, Erwerb von Korea und Liaotung mit Port Arthur, Rück- । gäbe der Mandschurei an China und eine japanische oder internationale Kontrolle der mandschurischen Bahn. Kcer und Alotte. — Zehn Millionen Mark soll angeblich nach der „Zukunft' der Fürst Guido Henckel v. Donnersmarck im Einvernehmen mit dem Neichsbankpräsidcnten Dr. Loch von Aeulsch-Mika. Berlin, 16. Juni. (Amtlich.) Der Hererokaprtän Andreas war von den Komasbergen nach dem Tal deS Kuiseb gezogen, um das englische Walfischbai-Gebiet zu erreichen. Der Weg dorthin wurde ihm durch Etappentruppen versperrt und am 12. Mai ist er, gleichfalls von Etappen- truppen, bei Hudaob geschlagen worden. Als er sich nun nach Norden wandte, warf ihn Hauptmann Blume am 27. Mai im Gefecht bei Goagas nach Süden zurück. Vor- aussichtlich in dem Bestreben, sich mit Hendrik Witboi zu i vereinigen, wich Andreas jetzt nach HoornkranS, 70 Kilometer westlich von Rehoboth, aus. Als am 7. Juni seine Leute bei Chamassis, 25 Kilometer südwestlich von Rehoboth, Vieh raubten, gingen von den ELappentruppen sofort drei OffizierS- Patrouillen zur Verfolgung vor, nämlich Leutnant Stübel von Rehoboth, Hauptmann Wunsch von Tsumis, 45 Kilo- meter südsüdöstlich von Rehoboth, Oberleutnant Krüger von Kub, südlich von Rehoboth, aus. Am 8. Juni stellte die Patrouille des Leutnants Stübel den Feind fest. Am 9. Juni griffen die vereinigten drei Patrouillen, zusammen etwa 100 Gewehre, bei Atis, 45 Kilometer nordwestlich Kub, südlich von Rehoboth, den stark überlegenen Feind an. Nach dreistündigem Gefecht floh Andreas nach Westen zu; er verlor im ganzen 14 Mann, darunter seinen Sohn, 250 Stück Großvieh, 800 Stück Kleinvieh, sowie Hausgerät aller Art. Es ist anzunehmen, daß er nunniehr den größten Teil seines Viehs eingebüßt hat. Diesseits siel Leutnant von Versen (früher Grenadier-Regiment Nr. 4), Oberleutnant Krüger leicht verwundet. Die unter Hauptmann Wunsch vereinigten Patrouillen verfolgen den Feind, im Zusammenhang mit den Etappentruppen, die über Nauchaus, rund 30 Kilometer südlich von Hoornkrans. im Vormarsch sind. 3annn dem letzten Jahrzehnt hat Wißmann oft das reizend qeleaene Sudharzstädtchen Lauterberg besucht, wo seine cm u" 2P11te hochbetaqt lebt und wo er regelmäßig ÄÄÄ-» 'S'ÄÄMKZ den harten Kämpfen die Rede i s n; m i rh tTnimickelima unseres Der Knrg. Es ist aus militärischen Rücksichten nicht wahrscheinlich daß der Beginn der Friedensverhandlungcn die ofo'rtige Einstellung der Feindseligkeiten und den Abschluß eines Massen stillstand es auf Grund der gegenwärtigen Kriegslage nach sich ziehen wird. Es wäre ehr verständlich, wenn Japan, wie Deutschland 1870/71, als Preis für einen Waffenstillstand, der den russischen Rüstungen mehr zugute kommen wird als den javanischen, gewisse Garantien forderte, die seine militärische Position verbessern. Solche Garantien wären die Besetzung von Wladi- wosiok oder der Rückzug des russischen Heeres hinter Chardin. Rußland wird sich hierzu schwerlich bereit- finden. Es herrscht auch in letzter Zeit wieder eine regere Tätigkeit ans dem Kriegsschauptah, ohne daß allerdings die zahlreichen Vorpostengesechte da? Gesamtbild der Lage merklich verändert hätten. General Lincwitsch telegraphiert an den Zaren vom 15. Juni: 91 m 11. Juni ging eine Abteilung in der Richtung auf Van- " „nd Julcmtszi vor und führte eine Umgehnngs- b^vea ünaaus, durch welche sie den Feind zwang, sich bis MM ^orie O n f a n l o u z u r ü ck z u z. e h e n. Sie verbra.mte tue Vorräte in Jnlantszi. Eine andere Abteilung zog am 12. Ium m oe^Tal des Tsinho bis zu dem Dorfe Valungow und trieb die Vorhut des Feindes zurück. Am 12. Juui besetzte unsere Kavallerie das Dors Nanshantchanzi und d ra n g t e d e n F e r n d e l w a o n o u M Großfürsten Alexis üon der Leitung der Marine wird nutgeteilt: Die Enthebung Ausland in Sturm und Prang. Die Deputation des Sem st wo kon gr esseS in Moskau erhielt die Benachrichtigung- daß die endgiltige Antwort, ob sie durch den Kaiser empfangen wird oder nichts ihr am 19. Juni erteilt werden wird. tigung wurde mit der bevorstehenden Kaisers von Zarskoje-Sselo n begründet. „ , Im Dorfe Lagiewniki unweit Lodz veranstalteten die. Bauern in der katholischen Kirche eine revolutionäre Demonstration. Der Gendarm Primatschenka, der die BersamM- lung auflösen wollte, wurde von den Demonstranten in der K'ircke durch Revolverschüsse getötet. Der Polizei ist noch'nicht gelungen, die Attentäter zu verhaften. s ch e i n l i ch. Ob er nun selber Hand an sich gelegt hat oder ob ein anglückseliger Zufall ihm den Tod gebracht hat, jedenfalls war für den seit langem schwer leidenden Mann der .Lod eine Erlösung. Die deutsche Nation aber steht trauernd an der Bahre dieses ihr durch den Tod ebenso wie zuvor schon seinem Wirkungskreise tiiel zu früh entrissenen edlen Sohnes, des erfolgreichsten, sympathischsten und — reinsten unserer Afrikaner, denen wir die Erwerbung unseres Kolonialbesitzes zu verdanken haben. Am 4 September 1853 in Frankfurt a. O. geboren, im Kadettenkorps erzogen, seit 1874 Leutnant in einem mecklen- burgischen Infanterieregiment, unternahm Hermann Wig- mann 1880 mit Pogge die erste Afrikareise, die ihn 1882 zu der berühmten ersten Durchquerung des Kontments durch einen Deutschen von West nach Ost führte. Don 1883 87 unternahm er in belgischen Diensten die Forschungsreise von Loango aus in das südliche Kongobecken, auf der er den Unterlauf des Kassai seststellte, die Station Luluaburg gründete und vom Sankuru aus über Nvangwe den Tan- ganlika, den Ryassa und Schire zur Sambesimündunq gelangte. 1888 traf ihn, als er in der Heimat mit der Bear- Leitung seiner Reisen beschäftigt war die Berufung des Reichskanzlers zur Bewältigung des Araberaufstandes in Deutsch-Ostafrika; der Kuß, den iym Bismara beim Abschied auf die Stirn drückte, ist ihm zeitlebens unvergeßlich geblieben. Zum Reichskommissar ernannt und zum Hauptmann befördert, bildete Wißmann eine schwarze Kolonml- truppe, 'eroberte mit Hilfe des Kreuzergeschwaders di« Küstenplätze wieder, stürmte am 8. Mar 1889 das befestigte Lager des Rcbellenführers Duschiri, besetzte im September Mpwapwa und schlug, nachdem im Herbst Buschtri gefangen genommen und hingerichtet worden war, im Frühjahr 1890 mit Hilfe einer von Major Liebert neugebildeten ^.rup^ auch Buschiris Nachfolger Dwana §ert, womit der Ausstand bewältigt war. Die Ernennung äum Major und die Er- Hebung in den Ad-lstand lohnten nach der Rückkehr m die Heimat Wißmanns hervorragendes Werdrcns. In den nächsten Jahren setzte Wißmann sem Werk der Erforschung und Organisation der Kolonie als Kommissar der Zivilverwaltung mit großem Ersolge fort, war aber schon w eder- holt aus Gesundheitsrücksichten zur Unterbrechung seiner Tätigkeit genötigt gewesen, als ihn cnn l. Mai 1895 die Ernennung zum Gouverneur von Deutsch-Ostaftrka erreichte Unter manchen Widerständen und im Kampfe mit seiner 'erschütterten Gesundheit hat er diesen Posten nur noch ein ^abr 'Bis Juni 1896, bekleiden können. Seither lebte w mÄ in Steiermark, -ruf dem Gute seiner Frau durch Krankheit selbst an der Fortsetzung seiner ftüheren umfassen- ven literarisch-wissenschaftlichen Tätigkeit verhindert Wißmann hinterläßt eine Witwe, eine geborene Langen aus Wien unb vier Kinder im Mer von zwei bis zwol WtzenerAmeiger General-Anzeiger ,es* Mission einzusetzen. ^v. Eine lebhafte Erörterung rief der Antrag der Mteilung Bremen hervor, der eine Beteiligung von Kolonialinteressenten an der Verwaltung imserer .Kolonien wünscht. Die Versammlung nahm mit großer Majorität eine Resolution an, worin der Aufschub beauftragt tm^ im Sinne des Antrags bei dem Reichstag und der Kolomalabteüung des Auswärtigen Amtes vorstellig zu worden, indem sie der Hoffnung Aufdruck gibt, daß es den vereinten Bemühungen der Kolonial- abtetluna, der Gouverneure, Ansiedler und Jnteresieuten gelingen werbe, diejenigen Maßregeln zu finden, die zu einor wirkungsvolleren Vertretung der europäischen Bevölkerung in den Gou- vernementS-Veiräten der Ansiedler-Kolonien .beM der Interessenten in der Handels- und Plantagenkolonien führen können. Zum Schluß gelangte nocb ein A n t r a g D a r m st a d t zur Beratung, in den Satzungen den Zusatz emsufugen: „Noch nicht 25 Jahre alte Personen können als (ausieror- d e n t l i ch e) M i t g l i e d e r der Gesellschaft, redoch ohne Stinim- unb Antragsrecht, ausgenommen werden gegen einen Jahresbeitrag von 3 Mark" Der Antrag wird der nächsten Generalversammlung zur Erledigung überwiesen. OT,.T - „ Der Präsident machte sodann Mitteilung« vom Avleben Wißmanns, dessen Andnik.m die Vonammlnng durch Erheben von den Sitzen ehrte, ^ach (Srtebigung Scf6öfth^r beiten dankte Gonverneiir Truppel der Kvlonialgesellsckwft und dem Prösibenten für bas ben Kolonien, besonders Kiautsckwu, bewiesene Wohlwollen. 5)erzog Johann Albrecht zollte dem Gou- veriieur für bie Tätigkeit im fernen Osten lebhafte Anerkennung. Die Versammlung dankte dem Herzog für die Leitung her Tagung, worauf dieser die Tagaing schloß. — Für den Nachmittag nxnren bie Teilnehmer an der Tagung von tfran Krupp zu einer MlficH'it aus W o^rnhen. auhei BotmlagK Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMsche» tanbwlrt die Gietzrner ZamUlen« GiiMee viermal in der Woche betgelegt Rotationsdruck a. Der» Ug der vrü h l'lchen Unwerl^vuch-u. Steür- bturfmi. @L Bange. Barlamkntarisckes ans Kkllen» Die hessischen Sozialdemokraten wollen also wirklich btc Abschaffung der Ersten Kammer. Die Abgg. Ulrich, Adelung, Berthold, Cramer, David und Orb beantragen, unter Hinweis auf den Initiativantrag von 21 Mitgliedern der Ersten Kammer, betreffend Erweiterung des verfaffungs- mäßigen Einfluffes derselben: Die Zweite Kammer wolle be- 'chlicßen, die Großh. Regierung zu ersuchen, den Landständen । alsbald eine Vorlage aus Aenderung der VersaffungS- und | Wahlrechtsbestimmungen rc. rc. im Sinne der Beseitigung | der Ersten Kammer zu machen. Darmstadt, den 14. Ium 1905. Der Abg. Köhler stellte folgende Anfrage an die Regierung: 1. Gedenkt die Großh. Regierung noch im Laufe deS gegenwärtigen Landtages bezüglich der Einkommens-, Gehalts-, PenstonS- und Hinterbliebenenversorgnngsverhältnisse der OrtS-, Polizei- und OrtsgerichtS-Diener dem Landtage entsprechende Vorlage zu machen? Oder steht im nächsten Budget die Einstellung eines AnSgabepostenS zu erwarten, mit dem Zweck, den OrtS- und Polizeidienern emo ihrer Mühewaltung In staallichen Diensten entsprechende Vergütung zu gewähren? 2. Steht mit dem nächsten Landtage die Vorlage eines allgemeinen GemeindedeamtengesetzeS ju er- warten, in dem die Angelegenheiten aller Gemernde- bcnmien, insonderheit auch der OrtS- und Polizeidiener geregelt werden? ____________ Kolonialgesellschaft. Essen, 18. Juni. In bet heutigen Vormittags'.tzung der Deutschen Kvlonial- aeseMchaft beschäftigte man sick mit ber Erörterung der öe* siedelungSsrage für Deutsch-Sübwest afrika. Die Versammlung sprach sich bahin aus, baß biesem Gemete bie vollste Aufmerksamkeit geschenkt werben müsse, daß es oder mcht ratsam erscheine, bevor der Aufstanb im Schutzgebiete ganz nieder-' geschlagen sei, weitergehenbe Maßnahmen , m der Besiebclungs-, frage zu treffen. Sobald bie Loge einigermaßen geklärt sei, solle eine kräftige VesiebelungSpoliti? betrieben werben. Ein Antrag, für die Vesiebeluna Deutsch-Sübwestaftikas einzutreten, unb zwar durch Wort, Schrift, sonne durch AuNellimg eines Planes für Vorbereitung unb Dnrchführirng ber Besiedelungs- tätigkeit, dessen Ausführung bet ber Koloniolverwalttmg anzu- regen sei, unb für dieses Vorgehen einen Slmberausschuß em- zusetzen, wurde dem VerwaltungSrot für bre Wohsiohrtslotterie als Material für bie Vc-rwrudimg her für Deutsch-Sudivestaftika bestimmten zwei MiN.'onen Mark au§ den ErtAgntssen der Lotterie mit der Maßgabe überwiesen, daß ber Verwoltungsrrn gebeten wirb, für die Vorbereitung ber Angelegenheit eine Kom- monatlich/b vtettrl- jährlich Mt. W. durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o 131.; durch diePost Mk.L.—viertel- jührl. auSschl. Bestellg» Annahme von Lnzei'O It die Tz ÄN nrnn« S vomitttiqS 4 '"thl» Zc kemrretS: air^roddl <4 o’j. ^ereniwaitllcü füI den polt! und Steil: U ÖUtto: für ,Stadt und Land* und .GerichtSlaalE: A ua u st Goetz; mr den Anzeigenteil: §)anS Bech Vie yeutige Mrmmer umfaßt 18 ScltLN. Major vo» Wiszmann f Aus Liezen in Steiermark kam am Freitag mittag die (in u nseren gestrigen Depeschen bereits enthaltene) Trauerkunde, daß sich Hermann v. Wißmann auf einer in Gesellschaft unternommenen Rehpirsche aus eigener Unvorsichtigkeit durch einen Schuß in den Kopf getötet hat. Heute erfährt man aus Graz, daß dort über dieses vortrefflichen ManneZ jähes Ende verschiedene Vermutungen im Umlauf sind. Wißmann sei, so lautet eine Darstellung, während der Jagd gestrauchelt; dabei habe sich sein Gewehr von selbst entladen und die ganze Schrotlaoung sei ihm durchs linke Auge ins Gehirn gedrungen, was den sofortigen Tod zur Folge hatte. Es werden mich Stimmen laut, daß Wißmann, um seinem langjährigen nervösen Leiden, das ihn sehr plagte, ein Ende zu machen, selbst Hand an sich gelegt habe. Daß ein Verschulden einer dritten Person vorliegt, gilt als absolut ausgeschlossen. Wißmann war am Donnerstag abend mit dem Erzieher Hafermann und dem Revierjäger in dem Jagdrevier Fischern auf Rehpirsche gegangen und hatte sich am Waldesrand auf einen Stuhl gesetzt. Hafermann und der Jäger pür chteu in anderer Richtung. Bei Eintritt der Dunkelheit pfis der Jäger, der Verabredung gemäß, zweimal, erhielt jedoch keine Antwort. Als er den Jagdherru anrief, antwortete dieser mit Ja. In demselben Augenblicke krachte ein Schuß. Der Jäger suchte Wißmann sofort aus unb sanb ihn auf der Scssellehne zurückgebeugt tot. Der Schuß war ins linke Auge eingedrungen und hatte die Schädeldecke abgehoben. Das Gewehr stand zwischen den Füßen deS Verunglückten. Ein Lauf war ab geschossen, der Hahn deS zweiten Laufes gespannt. Um 11 Uhr nachts wurde durch eine Gerichtskommission der Tatbestand aufgenommen. Der Gc- richtsarzt nähte die Schädelbasis an und veranlaßte die Ueoerführung ber Leiche nach Weißenbach. Nach dieser Darstellung ist ein Se l b stm or d wahr- Ende 1. Apr. beginn Nüssen 89.50 Minus 4'/^°/. Japaner 75.— 86.12 Der Vorsitzende: Koch. Der Syndikus: Dr. Knipper. 3235 <£♦ IC rufe. 3242 4 3 1905 88.10 die von 1904 89 30 76.50 1. Jebr. 1904 97.- 9. Rebr. 1904 94.— 64.— Hrö ilcrvewcgung. Wetzlar, 16. Ium. Wie der „W. A." hört, sind nunmehr Berhandlnngrn zwischen den streikenden Maurern und deren Arbeitgebern eingeleitet, van denen zu hoffen ist, daß sie zu einer Verständigung führen. Ausflug nach Heuchelheim — znv „Ludwigsburg". - Bringe meine Lokalitäten in empfehlende Erinnerung. sy/o vilbeler Ztadt-OWgationen Bei der heute stattgehabten Verlosung wurden folgende Nummer gezogen: Lit. A. No. 15 mit 1000 Mark Arbertsvergebuug. Die für die bauliche Unterhaltung* des Forsthauses auf der Hoch- rvarte erforderlichen Maurer- und Dnchdeckerarbeiten sollen Samstag, den 24. Juni d. I. vormitttags 11'/, Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschiaasfrist 14 Tage. Gießen, den 17. Juni 1905. J BI7/e Städtisches Hochbauamt. _____________________ G e r b e l. Kelmmitmachung. Wegen Vornahme von Kanalisotionsarbeiten wird Stephan st raße zwischen Bismarck- und Gartenstraße heute ab bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 17. Juni 1905. Großh. Volizciamt Gießen. Herberg. Heutig. Seit Kriegs- Kurs m B. „ 36 u. 39 „ je 500 Die Rückzahlung erfolgt vom 1. Oktober d. Js. an entweder bei der Stadtkasse Vilbel, ,, „ Dresdener Bank in Frankfurt a. M. oder bei dem Bankhause I. Grünewald in Gießen. Die Verzinsung dieser Obligationen hört vom 1 Okt 1905 auf. Von den bereits . verlosten Obligationen ist die Obligation Lit- ^cr. 63 über 200 Mark noch nicht erhoben. den 8. Juni 1905. Gr. Hess. Bürgermeisterei Vilbel. Müblschwein. Aus Stadt uud Land. Gießen, 17. Juni 1905. ' Das Resultat der letzten juristischen Staatsprüfung wird nunmehr bekannt. Von 18 Examinanden haben 15 die Prüfung bestanden; die übrigen 3 können sich erst bis zum Frühjahr 1906 wieder zu dem betreffenden Examen melden. Ueberfahren. Gestern nachmittag wollte ein hiesiger Arbeiter am Oswaldsgarten einen fahrenden, mit Kohlen beladenen Wagen besteigen. Er fiel dabei herunter und die Räder gingen über seinen linken Fuß, sodaß der Mann in die Klinik gebracht werden mußte. sä. Darmstadt, 17. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Die Stadtverordneten haben in geheimer Sitzung den Betrag von 20000 Mark für die Kunst- und Kunstgewerbeausstellung 1907, die in Darmstadt stattfinden wird,. bewilligt. S. K. H. der Großherzog hat für den gleichen Zweck 50000 Mk. zur Verfügung gestellt. Mit der von den Ständen bewilligten Summe von 60000 Mark stehen also für den erwähnten Zweck 130 000 Mark bereit. Madriz, 16. Juni. In der hiesigen Mischgasanstalt oer Eisenbahnverwaltung ist gestern nachmittag, anscheinend durch Selbstentzündung, eine Gasexplosion erfolgt, wodurch eine teilweise Zertrümmerung des Daches und eine Beschädigung von Seitenwänden der betreffenden Gebäude eingetreten ist. Auch verursachte die Explosion einen kleinen Brand, der indessen innerhalb weniger Minuten gelöscht werden konnte. Leicht verletzt wurden bei der Explosion zwei Personen, und außerdem erlitt ein Arbeiter aus Äoden- heim so schwere Verletzungen, daß er in bedenklichem Zustande in das Vinzenzspital gebracht werden mußte. (M. Tgbl.) Wiesbaden, 15. Juni. Zum Biebricher Mord verlautet jetzt, daß wahrscheinlich eine Frau die Hand im iel habe. Möglicherweise liege gar kein Raubmord Kunst und ZSistenjchast. (hc.) Abschluß von D r. Theodor Kochs brasi- lian N ch e r F ors ch un g § r e i f c. Wie Dr. Koch dem „Globus unter dein 4. Mai aus Manaos mitteitt, ist er dorthin von feiner letzten Reise auf weitem Umweoe über den Rio de ^iguio und Rio Japurä zurückgekehrt. Auch diese Reise ist rSf r- verlaufen. Dr. Koch hat damit seine Forschungen ab- peschlosten_ und gedenkt, Ende Juni in Hamburg einzutreffen. Unsere gestrige Rotiz ans G'rünberg, insbesondere von der Verlobung des Forschungsreisenden, beruht auf falscher Information unseres Knrr-'snondenten. Bekanntmachung. Betreffend: Handelskammerwahlen. Entsprechend einer Verfügung des Großbzgt. Ministeriums des Innern vom 25. Mab 1905 hat anstelle der verstorbenen Handelskammermitglieder A. Katz und E. Balser aus Gießen gemäß Artikel 19, Abs. 5, des Handelskammergesetzes für den Wahlbezirk Gießen-Stadt eine Ersatzwahl für den Rest der Wahlperioden stattzufinden. Die Wahlperiode des.Herrn Katz endigt am 31. Dezember 1906, diejenige des Herrn E. Balser am 31. Dezember 1908. Die Ersatzwahlen für die beiden verstorbenen Mitglieder haben unter Zugrundlegung der bei der letzten Ergänzungswahl festgestellten Wählerlisten des Wahlbezirks Gießen-Stadt zu erfolgen. Zur Vornahme der Wahlen wird Termin bestimmt auf Dienstag, den 27. Juni d. Js., nachmittags 2 bis 6 Uhr im Bureau der Handelskammer, Nordanlage 15. Als Wahlkommissar wird Herr C. W. Nowack aus Gießen fungieren. Die Wahlberechtigten werden zu der Wahl mit dem Anfügen geladen, daß derjenige als für die längste Amtsdauer gewählt gilt, auf den die meisten Stimmen entfallen. Gießen, den 17. Juni 1905. bit/„ Die Großherzogliche Handelskammer. das europäische Kapital der jüngsten asiatischen Großmacht erteilt — Wenn es mit dieser „asiatischen Großmacht" nur keine bittere« trrsahnmgen macht. Märkte. dlnf heutigem Wochenmack 0-90-1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 5-6 Psq. 2 ^'-00-OO Vfg G^^seeier 15—OO Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Näse pr. Stck. 6—8 Pf Kasematte 2Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., 32S- Taubenpr.Paar0,80- 0,90 Mk., Hühner pr.St. ^0-1'60 9^., Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr Stück 7080 802 ®önfe vr. dsd. 55—65 Pfg. Ochsenfleisch pr. Mund 70-80 Pfg Kuw und Rindfleisch pr. Pfund 70-72 Pfg., Schweirw- 8r$km^ Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund K W 70-74 Pfg., Hammelfleisch vr. Pfmid '^0—^ dfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,50-8,00 Mk., Zwiebeln pr Ztr Liter 20 Pfg., Aeps/ per Zentner 0 bis 0 Mk., m Korben 00-00 Pig., Kirschen pr. Pfd. 30-35 Pfg. 0.00-0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Wemkraut 0.10-0.15. Marktzeit 7-1 Uhr. Handei und Derkelr. DoLüswlNschaft- Ru ssisch e un d j a pa n isch e Anleih e n. Es bat lange gedauert, bis der Kurs her russ. Anleihen so weit zurückging, daß man von Kriegskursen sprechen konnte, und jetzt ist er schon wieder bis 90 gestiegen. Es notierten: Zlruversttüls-Ziachrlchten. — Vom 12. bis 15. Juni sand in Koburg der 37. Kongreß der irn Koburger L. C. vereinigten Landsmannschaften auf deutschen Hochschulen statt. Vertreten waren 29 aktive Landsmannschaften. Vor dem Kongresse, am 11. Juni, hatten. die Vertreter des Alte Herren-Verbandes getagt, der z. Z 5 örtliche Vereinigungen alter LandSmannsel-aster in Deutschland und der Schweiz zählt. Bemerkenswert ist, daß während der Tagung ein freundlicher Depeschenwechsel zwischen den Lands- mannschaftern ui Koburg und denen in Arnstadt, die sich vor acht Jahren vom Koburger L. E. losgelöst hatten, stattfand. "Ete. Folge hiervon wird ein freundschaftlicher Verkehr beider Verbände sein, und nicht unmöglich erscheint es, daß m absehaarer Zeit wieder ein einziger und einiger starker Verband an den deutschen Hochschui n die landsmannschastliwen Prinzipien vertritt. An den deutschen Hock-schul verband wurde vom Koburger L. C. sowohl wie vom STP* Herren-V"rband eine ^-vmpalhiekundgebung gerichtet. Die üblichen Festlichkeiten, (Kommers, Ball, Besuch der Festung, Ausfahrt und Ausflug nach Eallenberg^, an denen sich auch di-' Bürgerschaft Koburas ^evoait^bet^bap^ ^ndlunaen Dalitischk Tagesschau. Zur Frage der Tabakstenererhö'hnng erhebt die „Dtsche. Tabakztg." ihre Stimme und tadelt die Regierung wegen ihres „Versteckspieles", das „unwürdig und schädlich" sei. „Viel bester erfahren die betroffenen Kreise schon jetzt ihr Schicksal, als daß man sie eines Tages kurzerhand überrumpelt." Die Tabakindustriellen werden, so meint die „Dtsch. Fr. Pr.", auf jeden Fall gut tun, wenn sie sich auf das Schlimmste gefaßt machen und sich nicht durch offiziöse Nachrichten, denen zufolge die Tabaksteuer aus dem Reichsfinanzreformplan des Staatssekretärs Freiherrn v. Stengel ausgeschieden sei, in falsche Sicherheit wiegen lassen. Die „Augsb. Abendztg." bringt über die Pläne be8 Freiherrn v. Stengel in Bezug auf eine Reform der Reichsfinanzen einen Artikel, der anscheinend auf guten Informationen beruht und in dem es heißt: Hinter die kürzlich durch die Presse gegangene Versicherung, baß von einer Erhöhung der Tabakbesteuerung im Rahmen des nächsten Steuerprogramms endgültig Abstand genommen worden sei, muffe ein Fragezeichen gemacht werden. „Der Grundsatz: „Der Tabak muß mehr bluten!" gehört noch immer zu den Steuerdogmen unserer Regierungskreise, bei denen jede Erhöhung der Tabaksteuer der besten Aufnahme sicher sein darf. Deshalb will es uns nicht recht eiuleuchten, daß Frhr. v. Stengel, der allerdings mit Recht daraus bedacht ist, daß seine Pläne auch Aussicht haben, im Reichstag eine Mehrheit zu finden, auf höhere Erträge aus der Tabakbesteuerung endgültig verzichtet haben sollte." Sollte wirklich so wenig den Offiziösen zu trauen sein? Je mehr die Tabakinteressenten trotz aller offiziösen Ab- leugnungen in ihrer Furcht verharren und sie in solcher Weise wie die „Deutsche Tabakztg." zum Ausdruck bringen, desto mehr muß die Negierung zu der Ueberzeugung gelangen, daß mit dem Tabak doch noch etwas zu machen sei. Deshalb wäre eS wohl klüger, den offiziösen Stimmen zu erwidern, wie unmöglich die Erhöhung der Tabaksteuer wäre aus tausend ökonomischen und sozialen Gründen, im übrigen aber zum äußersten Kampfi sich zu bereiten. Sport. GießenerBallspielklub. Am Sonntag, den 18 Juni, findet m Siegen zwischen dem Fußballklub „Jahn" 1. Mann- S Hellen und dem Gießener Vallspielklub ein Wettspiel statt. Da sich zwei fast gleiche Kräfte gegenüberftehen, steht ein sehr gespannter Ansaana in ^rw<>rtuna Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. 1O ^oranHsichtliche Witterung in Hesten für Sonntag, den 18. Ium 1905: Zeitweise wolkig und Gewitter, anhaltend sehr schwul. v Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Hrkginal-Draßim-sdunffen. Snnnovcr, 17. Juni. Der Kaiser traf heute früh von Sigmaringen auf dem hiesigen Hauptbahnhofe ein. Er fuhr nach dem Leine-Schloß, von wo der Monarch sich nach der Buhremvalder Haide begab, um dort die Truppen zu besichtigen. Lllsdann fuhr der Kaiser per Automobil nach Ham bürg. 9lltona, 17. Juni. Sidney O'Danne, der frühere Haiiptmann und einstige Erzieher des Kaisers, ist hier im 67. Lebensjahre gestorben. Er wurde zu einem regelrechten Cchivmdler, der den Gerichten oft zu schaffen machte. Seit Jahren war sein Wohnort das Gefängnis und das Irrenhaus. Wien, 17. Juni. Es ist Tatsache, daß Wiß, mann sich durch Unvorsichtigkeit selbst erschossen hat. Wißma nn war ausgezeichneter Schütze. Er hatte das Gut Weißenbach vor 5 Jahren gekauft, da ihm eines Nervenleidens wegen der Aufenthalt im Hochgebirge und in Waldluft vorgeschrieben war. Er hatte sich vollständig erholt und gekräftigt und hätte nach zwei Jahren wieder eine Asrikareise unternehmen können. Petersburg, 17. Juni. Der durch den Rücktritt des Großfürsten Alexis frei gewordene Posten eines Großadmirals bleibt vorläufig unbesetzt. Der Empfang der Sem st wo v ertreter unter Führung de§ Grafen Heyden durch den Zaren dürfte als gescheitert zu betrachten sein. Der Zar kennt den Inhalt der zu überreichenden Adresse schon genau und äußerte sich dahin, einige der Deputierten vollkommen privatim empfangen zu wollen. Eine offizielle Ueberreichung der Adresse dürfte somit nicht zustande kommen. Petersburg, 17. Juni. Gestern nachmittag fand ü der Synagoge eine Versammlung der hiesigen jüdischen Gemeinde statt, an der Juristen, Journalisten, Aerzte, Bankiers, Kaufiente und Handwerker teitnahmen. Den Vorsitz ührte Baron Gins bürg. Nach lebhaften Erörterungen wurde eine Erklärung verfaßt, in der die jüdische Gemeinde Einspruch erhebt gegen die Absicht der Negierung, sechs Millionen russische Untertanen mosaischen Glaubens von der Teilnahme an der Volksvertretung auszuschließen. Dieße Maßregel würde die revolutionäre Bewegung im westlichen Gebiet zu neuen Flammen emporlodern lassen. Die russische Gesellschaft aller Schichten wird aufgefordert, mit für die gerechte Sache der Juden einzutreten. Die Erklärung wurde dem Ministerrat übersandt. Die Provinz-Zensur hält alle Nachrichten über die Juden-Metzeleien in Brestlitowsk zurück, die besonders grausam waren. Lieferung von Fnszbodenöl. Die Lieferung von ca. 1530 kg Fußbodenöl für die städtischen Gebäude soll SamStag den 24. Juni d. IS. vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Bedingungen liegen während der Amtsstundcn bei uns — Zimmer No. 3 — zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der bei uns er- haltlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns cinzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 17. Juni 1905. ß17/ Städtisches Hochbauamt. Gerbet. vor, sondern es handle sich um einen Mord aus Eifersucht. Die Behörden suchen einen Naliener RarnenS Guiseppe Blasucei, der in Griesheim beschäftigt war, aber seit einiger Zeit vermißt wird. Es wird angenommen, daß er möglicherweise mit dem Ermordeten identisch ist. ** kleine Mitteilungen aus Hesfi n und den Nachbarstaaten. Der^ KreiSauSschuß in Alsfeld wäblte den Platz in der Rambach für das demnächst zu erbauende Kreis- krankenbauS. — Die elf bürgerlichen Mitglieder des Hanauer Stadtverordneten-Kollegiums haben gegen den sozialdemokratischen Stadtverordneten Hoch, den ehemaligen Reichstagsabgeordneten, Strafantrag wegen Beleih i g - u n g gestellt. Die Beleidigung soll darin bestehen, daß Hoch den betr. Stadtverordneten wiederholt vorgeworien habe, sie hätten in einer Sache wider besseres Wissen gehandelt und a b g e st i m m t.______________________________ DermUd^te^ * Wien, 16. Juni. Baron Nathaniel Rothschild wurde heute unter Beteiligung aller Gesellschaftskreise der Residenz auf dem Zentralfriedhof bestattet. Unter den Anwesenden befanden sich der Minister des Acußeren Graf Goluchowsky, der deutsche Botschafter Graf v. Wedel, der französische Botschafter Marquis de Reverseaux de Rouvray und der bayerische Gesandte Frhr. Tücher von Simmelsdorf. Baron Rothschild hat seinen Bruder Albert Rothschild zum Universalerben eingesetzt. Für wohltätige Zwecke hat er mehr als 20 Millionen Kronen vermacht. Sein Palais und seine berühmte Kunstsanunlung vermachte er seinem Neffen Alp ho ns. * Kleine Tageschronik. In der katholischen Pfamckirche m Schwerin a. d. Warthe schoß während der Messe der Arbeiter Johann Bausche auf den celedrierenden Dekan Hahnemann. Der Schuß ging fehl. Die Kugel drang m den Millar ein. Der 9(11entcitev wurde verhallet. - m .-----. —— 99.75 Plus 25,7 Der Pariser Platz hat die russischen Werte mit aller Energie und in Berlin sind diese Bestrebungen mit vollen Kräften unterstützt worden. Die Japaner brauchten keine Unterstützung, sie ftnd in die Höhe gegangen aus eigener KTast «■vauc$ sonst auf den verschiedensten Gebieten geltend madn. Japan hatte im Beginne des Krieges einen effektiven Rentenzmsiuß von mehr als 6 Proz., und jetzt muß es nur noch 41/2 zahlen. Die Kursbesserung seit dem Ausbruch des ^eges betragt, wie wir oben darlegten, über 25 Proz., und bte Zeichner her verschiehenen japanischen Anleihen haben große Gewinne erzielt. Zum ersten Male notierte in ben letzten "Lagen hie spanische Rente höher als hie russische. Japan ist c?0? Kredit betrifft, in die Reihe der modernen Knlturttaaten getreten und in der günstigen Preisgestaltung der lapanischen Renten liegt ein großes Vertrauensvotum, welches Verdingung. Das Lösen und Transportieren von 1140 cbm Bodenmaffen sowie die Herstellung von 950 qm Wegebefestigung zur Wegever- leguiig in km 33,63 der Strecke Gießen—-Gelnhausen (bei Bahnhof Rchda) soll im Wege des schriftlichen Angebots verdungen werden. Die Zeichnungen und Verdingungsunterlagen liegen irn Bureau der unterzeichneten Betriebsinsvektion und bei der Bahnmeisterei 65 in Huiigen zur Einsicht aus, die letzteren können auch von hier aus gegen 1,00 Mk. in bar bezogen werden. Die Angebote sind postfrei, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Er- offmmgstermine, Samstag, den 1. Inti er., vorm. 11 Nhr hierher emzureichen. — Zuschlagsfrist 4 Wochen. B17/rt Gießen, den 16. Juni 1905. _______Grotzherzogliche Eisenbahn-Bctricbs-Jnspektiou 2. Die Arbeiten und Lieferungen zum Ilm- und Erweiterungsbau des Empfangsgebäudes auf Bahnhof Stockheim sollen in einem "os vergeben werden. < ar Angebote sind auf dem vorgeschriebenen Formular mit oer Umschrift „Angebot für die Arbeiten und Lieferungen zum Um» und Erweiterungsbau des Empfangsgebäudes auf Bahnhof Stockheim" poft- und bestellgeldfrei und versiegelt bis zum 1. Juli 1905, vormittags 11 Uhr, an das technische Bureau der Königlichen Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., Hedderichstraße 67—69, einzureichen, die Oeffmmg der einlaufenden Angebote findet Hedderichstraße 61 Zimmer 21, llx/4 Uhr in Gegenwart der erschienenen Bieter statt. Angebote ohne Proben sind ungültig. Zuschlagsfrist 14 Taae. Bedingungen, Anschläge iind Entwurfszcichnungeii liegen in erstgenanntem Gebäude zur Einsichtnahme offen, auch können die Anqevotsforiiiulare samt Bediiigilngen. Preisverzeichnissen und Entwurfszeichniingen zum Preise von'3Mk. gegen poft- und bestell- geldfreie Einsendimg — nicht in Briefmarken — von unserer Kanzlei, Hedderichstraße 67—69, bezogen werden. Frankfurt a. M., den 15. Juni 1905. B17/, _________________________Königliche Eiserrbahnbirektion. ven Leitern großer Bankfirmen erbeten haben zur Stiftung eines Fonds, aus dem her Kaiser Offizieren Zulagen gewahren kann. Die großen Berliner Bankiers aber durften sich, so wie wir sie kennen, höflich geweigert haben, aus ihrem Geldbeutel daZ preußische Offizierkorps zu unterstützen, in dem ihre eigenen Söhne zumeist keine .Aufnahme zn finden pflegen. geb. Bodioker im Alter von 55 Jahren, Die tieflranernden Hinterbliebenen Giessen (Wilhelmstrasse 8) und Windhnck, den 15. Juni 1905. Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. Juni, 4% Uhr nachmittags von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 3240 Die trauernden Hinterbliebenen Krofdorf, den 17. Juni 1905. Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. Juni, nachmittags 3 Uhr statt. im Alter von 59 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Todes Anzeige. Gestern abend 6 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schweren Leiden mein lieber Gatte, unser guter Herr Carl Drescher Maurermeister Heute morgen 11% Uhr entschlief nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden unsere innigst geliebte Mutter 3224 Frau Postmeister Charlotte Luckhardt Wwe. 'M l M M?' M R- ?>■ 1 w ’.Tr* W K Von Wichtigkeit für die Herren Bäckermeister. Welcher der Herren Bäckermeister ist bereit, mit mir behufs Einstellung eines Backofens indirekter Heizung, Heißluftsystem mit 1—4 Etagen zum äußersten Z»reis in Unterhandlung zu Der bctr. Ofen würde von mir in mustergültiger und bester Ausführung gebaut, um alS Reklameofen für dortige Gegend zu dienen. Ich füge noch an, dak ich im Laufe der letzten 2 Jahre im In- ii. Ausland über 200 Oefen zur größten Zufrieden, heit meiner geschätzten Abnehmer berstellte. Ferner leiste ich Garantie, daß meine Oefen von der feinsten Aonditorware Sls zum gröbsten Schwarzbrot, also auch jedes ortsübliche Gebäck, tadellos backen. Zu weiterer Auskunft bin ich gerne bereit. Wilhelm Steinweg, Backofenbangeschäft. Inhaber goldener Medaillen und staatlicher Anerkennungen. & )en Rücktritt i eines Groß« er Empfang Men Heyden 'etrad)ten fein. enden Adresse n Seputitrten Mrn. Mr somit nicht t. daß Wiß. ßerschosstn Er hatte das w , ihm eines ;ebirge und in vollständig er- :n wieder eine lc» der frühere :f»S, ist hin W einem regel- 'Men machte, gnis und das rdienst. Sonntag, d-n anhaltend F 'te. it. Wt früh 'Hose ein. Er nQrd) sich nach e Truppen zu utomobil nach ib ein *-.Ää elh<"" Vodenmassk" ia iuf Weaever- (bei tW™ «Ä ier aus ^A «t* B*7. 1 ef$iM i“"1 W6®' Lttbeti»' ^Äi-n-n-n Zmittag sand ii en jüdischen aliften, Aerzte, n. Den Vorsitz n Erörterungen rische Gemeinde kgierung, sechs ubenS von der Ijiif^ieüen. kgung im wett« m laßen. De fordert, mitf® xjk Erklärung „-.Zensur M in Brestlit-»«^ em 5tl, '1 ÖÄ? > Pfg., ß Jübi, Änc. -'ich n Todes-Anzeig*© 3248 reau. la 3220 Anwendung. Sorte 6 Gold Tapeten steigert werden. 3233 20 3132 Heuchelheim. 5) 6) punkte auf den Bergen u. Ruinen der Umgebung. Interessante Ausflüge in den nahen Spessart und Odenwald. Zwei Aerzte. Apotheke, sowie albhygien. Anstalten (städtJ der Neuzeit: Kanalisierung. 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Zusammenkunft daselbst nachmittags 3 Uhr. Tagesordnung durch die „Biene" bekannt. 3238 Für Speise und Trank ist gesorgt. Butz. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Karl Doch I. Weistbindermeister im Alter von 61 Jahren heute morgen 973 Uhr nach langem Leiden sanit entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 16. Juni 1905. 3241 Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2 Uhr statt. Bahnstation der Linie Aschaffenburg—Miltenberg. Gesunde herrliche Lage. Wundervolle schattige Waldspaziergänge (direkt vor dem Städtchen beginnend) mit romantischsten Szenerien und Felspartien. Entzückende Aussichts- Feier des 20 jährigen Bestehens des Giessener Radfahrervereins 1885 Der Vertrieb der ossiMen FestPstklirtev ist zu vergeben und wollen Bewerber bis zum 20. d. Mts. bei dem Vor« sitzenden des Musik, und VergnügungS. Ausschusses M. 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