nhtit III Ult rcr. r« Mnibms. LtMttlhlltll- Ltmidicibcn. a.__W g. * vormittag ge Gemeinde» und Fcldjagd ! bekannt ge- [ötn; bemerk! unde von der üglicher» i ist. 264 iM irburg. luiammenW y n „4M’h -- 25,86 , D £urd)m'55 z, ci» Durch"- «a° Du-^ 12,26 iö- ac*** et Nr. 14 Erstes Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 17. Jannar 1905 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B r ü h l'schen Urnvers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprechanfcblilß Nr. 51. Bezugspreis: monatlich 75Ps.. vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestetlg. Annahme oan Anzeigen ’ür die Lc ■ 2dmimmer ' 's vomrittaqs 01 cTir. Zc'^envreis: •ofn'i2.?3U an§roärt5 -0 -B'j. Verantwortlich für den polit und u -em Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land* und „Gertchtsiaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Gießener General-Anzeiger zeige r Iie Kroßi'erzogin Karoline von Sachsen-Weimar Wir erhielten heute früh folgende Drahtnachricht: Weimar, 17. Jan. Die Großherzogin Karoliue ist heute früh 3’/2 Uhr gestorben. In dem Befinden der Großherzogin war schon gestern eine weitere Verschlimmerung eingetreten. Nach dem gestern morgen 10 Uhr ausgegebenen Bulletin hat die Großherzogin die Nacht ohne Schlaf in großer Atemnot verbracht. Der Puls war 128 bis 144, die Temperatur morgens früh 38,2, Atemzüge 64. Der Kräftezustand ließ nach. Die Großherzogin ist in sehr jugendlichem Alter von 20 Jahren gestorben. Eine Prinzessin Reuß ä. L., die drittälteste ihrer fünf Schwestern, war sie am 13. Juli 1884 geboren. Sie war erst kurze Zeit mit dem Großherzog Ernst verheiratet. Eine junge, sehr sympathische Erscheinung, die am Hofe von Neuß und Greiz von ihrem schrullenhaften Vater sehr kurz gehalten wurde. Sie hat in Weimar ein sehr lebhaftes Jnteresse für die moderne Kunst gezeigt und war es in erster Linie, die den hervorragenden Kunstgewerbler van de Velden nach Weimar zog. Sie war vor kurzem an Influenza erkrankt. Ausstand der Bergarbeiter im Wrchrgcöiet. Ter befürchtete und in seinen Folgen gar nicht zn übersehende Streik der Bergarbeiter ist Tatsache geworden. Wir erhalten folgende Meldung: Essen, 16. Jan. Die auf heute einberufene Versammlung der Delegierten der Bergarbeiter beschloß auf den Vorschlag des Vorstandes, da die Antwort des Bergbaulichen Vereins ablehnend lautet, in den allgemeinen Ausstand einzutreten. Ausgeschlossen von der Ausstandsbewegung sollen diejenigen Zechen sein, wo die Gefahr besteht, daß die Zechenbefitzer sie endgiltig stilllegen. Ter BergbaulicheVerern hat folgendes Schreiben cn den Vertrauensmann, Herrn Johann Effert, in Alten- essen, gerichtet: „In Erwiderung Ihrer gedruckten Zuschrift vom 13. d. M. teilen wir Ihnen nachstehenden, in unserer heutigen Vollsitzung einstimmig gefaßten Beschluß mit: Wir beklagen auf das tiefste, daß ein großer Teil der Belegschaft sich dazu hat hinreißen lassen, unter rechtswidrigem Bruch des Arbeitsvertrages in den Ausstand zu treten, und zwar in den allermeisten Fällen ohne zu wissen, was man wollte, und unter erst nachträglicher Aufstellung zusammengesuchter Forderungen. Wir weisen auf das entschiedenste die Behauptung zurück, daß zu solchem Vorgehen irgendwelche unerträgliche oder allgemeine Mißstände Veranlassung gegeben hätten. Wir betonen ausdrücklich, daß Vereinbarungen auf Grund der Bestimmungen der Arbeitsordnung nur Sache einzelner Zechen-Verwaltungen und einzelner Arbefter sind.. Unseren Mitgliedern werden wir niemals empfehlen können, auf diejenigen grundsätzlichen Aenderungen des Ärbeitsvertrages einzugehen, welche in Ihrer Zuschrift aufgezählt sind: ihre Mnahme würde der Ruin des rheinisch-westfälischen Bergbaues und der für diesen so unerläßlichen Disziplin sein. Wir müssen daher die uns angetragene Vermittelung ablehnen und vertrauen auf den gesunden Sinn des Kerns der Belegschaft, daß sie sich nicht in Not und Elend. ftüneu werde. Glück auf! — Verein für bergbauliche Interessen: Krabler, Kirdorf, Kleine, Engel." In der Begründung der Antwort des Bergbauvereins auf die Anträge der Bergarbeiter heißt es, bei der Erörterung der Anträge sei zunächst die volle Uebereinstimmuna darin festgestellt worden, daß die in den sogenannten Volks- und Belegschaftsversammlungen gewählten Delegierten wie die aus diesen zusammengesetzten Versammlungen nicht als Vertreter der Gesamtbelegschaft anzuerkennen seien. Daß Freitug und Samstag eine erhebliche Zahl von Belegschaften neu in den Ausstand getreten ist, größtenteils wiederum, ohne irgendwelche Forderungen zu formulieren, beweist, daß jede Verhandlung mit Len Antragstellern völlig zwecklos wäre, da ihnen die Autorität über die Belegschaften mangelt. Tie Aufnahme von Verhandlungen wäre eine Anerkennung der Zulässigkeit des Kontraktbruches; damit würde die Grundlage des Fortschrittes des wirtschaftlichen Lebens, die Rechtssicherheit, erschüttert. Tie zur Bemäntelung des begangenen Fehlers des gesetzlosen Vorgehens aufgestellten Forderungen sind ulte, schon ftüher erörterte Forderungen. Tie Achtstundenschicht und der Minimal- lohn für Bergarbeiter sind bereits 1890 allenthalben, insbesondere auch seitens der staatlichen Bergverwaltung Saarbrücken, abgelehnt worden; die Antwort gibt die ausführlichen Gründe der damaligen Entscheidung wieder; ferner wird auch die Notwendigkeit, bei der Annahme der Forderungen ungeübte Bergleute beranzuziehen, hingewiesen, wodurch eine bedenkliche Vermehrung der Nn- glücksfälle, sowie bei Absatzstockungen erhebliche Lohnrückgänge und zahlreiche Arbeiterentlassungen unvermeidlich würden. Ein Minimallohn sei wegen ungleicher Arbeitsleistung unmöglich. Der Regicrungskommissar habe am 12. Dezember 1904 im Reichstage nachgewiesen, daß die Beschwerden über das Wagennnllen wesentlich übertrieben sind. Tie Antwort gibt die Rede, namentlich die in ihr enthaltenen Ermittelungen wieder. Tie Rede hebt hervor, daß vom Juli 1902 bis Juli 1903 auf 16 Gruben mit 30 000 Mann zwei Prozent, auf 67 Gruben mit 97 000 Mann aber weniger als ein Prozent gonuNt werden, daß laut den Grubenjournalen der monatliche Durchschnittslohn durch das Nullen keineswegs wesentlich gedrückt wurde, das; der Versuch, das Nullen den Hauern (anstatt den Zechenkontrolleuren) ein weit stärkeres Nullen durch die Hauer ergab, daß die Lohnbeträge für genullte Wagen der Arbeiternnterstützungskasse zugeführt werden, daß das Jinillcu im Interesse der Bergleute Geld st rasen vorzuziehen sei, weil das Nullen eine mildere und die gerechteste Strafe sei. Bei Geldstrafen ist es sehr um die Zeit des Schichtwechsels nie feststellbar, daher die Tragung der milden Strafe durch die ganze Kameradschaft die gerechteste Form ist. Zur Forderung der Arbeiter, Delegierte als Gruben kontrolleure zu bestellen, gibt die Antwort die Rede des gleichen Kommissars wieder, besagend, daß sich die Sicherheitszustände bei den Berufsgenossenschaften tatsächlich nicht verschlechtert haben, und die Gründe für die Steigerung der entschädigungspflichtigen Unfälle darin zu suchen seien, daß von den Ar-- beitern auch die kleinsten Unfälle angemeldet werden, um eventuell eine Rente zu erhalten, sowie daß auch der Begriff Betriebsunfall die wohlwollendste Auslegung ctfahren hat. Der Kommissar legte dar, daß die tödlichen Unfälle abgenommen haben. In jener Rede wird weiter ausgeführt, daß in England keineswegs Arbeiter.- inspektoren ständig die Grüben befahren, sondern nur monatlich einmal durch zwei ihrer Vertreter befahren lassen dürfen; daß zwar die Denkschrift einer nach dem Auslande entsandten Kommission des preußischen Handelsministers der Einrichtung von Arbeiterinspektionen einen gewissen Anteil an dem Rückgänge der Unfälle zuschreibt, keineswegs aber der Rückgang der Unfa'ltziffer hauptsächlich hierauf zurückzuführen sei, vielmehr in jenen Bezirken Englands, wo die Arbeiterinspektionen am ersten durchgeführt wurden, die Unfallziffer die höchste ist, ungefähr der preußischen gleichkommend. Die Antwort des Bergbauvereins fährt fort: Die Forderung der Arbeiteraus- schüsse ist abzulehnen, da der Arbeitsvertrag nur mit dem einzelnen Arbeiter abgeschlossen ist, demgemäß auch nur mit ihm verhandelt werden kann. Der innere Zweck dieser Forderung will nur die Stärkung der Sozialdemokratie mit ihrem auf die Vernichtung der Staatsordnung gerichteten Endziel. Ihre Bewilligung wäre auch' die Anerkennung der Arbeiterorganisationen. Der Rest der aufgeführten Forderungen enthielt sich der generellen Regelung und ist Sache der einzelnen Verwaltungen. Wie zusammengesucht die Forderungen sind, zeigt Punkt 9: Lieferung von Teputatkohlen zum Selbstkostenpreise. In Wirklichkeit liefert die Mehrzahl der Gruben dieselben heute unter dem Selbstkostenpreise. Auf Grund aller dieser Erwägungen beschloß der Vorstand einstimmig, nachstehende Antwort zu erteilen: Es folgt der gemeldete Brief. Tie Antwort gibt sodann das ^rotckoll der Verhandlungen des Oberhauptmanns v. Velsen mit dem Bergbauverein vom 14. Januar, abends, wieder. Danach erklärten in der Zusammenkunft der Vorsitzende und die anwesenden Mitglieder des geschästs führen den Ausschusses des Bergarbei- tervereins übereinstimmend, daß es völlig ausgeschlossen sei, auf den Vorschlag der delegierten Bergarbeiter einzugehen, nach welchem Verhandlungen über ihre Forderungen zwischen ihnen und dem Bergbauverein stattfinden sollten. Dem stänoe entgegen der unter Kontraktbruch begonnene Ausstand und dre völlige Unsicherheit der Exe- quierbarkeit etwaiger Verhandlungsergebnisse. Es bestehe nicht die geringste Wahrscheinlichkeit, oaß die Delegierten die Autorität besäßen, die Beogarbeiter auf den gesetzlichen Boden zurückzuführen. Die Vertreter des Bergbau- Vereins erklärten sich ferner für eine objektive Untersuchung, um festzustellen, daß irgendwelche allgemeine Mißstände im Ruhrbezirk nicht beständen; sie erklärten sich bereit, alle Aufklärungen zu geben, wenn die Staatsregierung im Einvernehmen mit dem Landtage eine Enquete über alle einschlägigen Verhältnisse veranstalten wollten. Bei der Mittagsschicht, also noch vor der offiziellen Proklamierung des Generalstreiks, betrug die Zahl der Streikenden insgesamt 91 000 A.r- -beiter, die sich auf 124 Zechen verteilen. Die Arbeiterführer erwarten für morgen eine nach Zehn tausend en zählende Zunahme der Streikenden. Der Knea. Der Kaiser an die Generäle Stoffel und Nogi. Tie „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Der Kaiser teilte den Generalen Stössel und Nogi die Verleihung des Ordens Pour le mörite durch nachstehende Telegramme mit: „Generalleutnant Stössel, Port Arthur. Im Ein- verständnis mit Ihrem Kaiser, verleihe ich Ihnen die höchste preußische Kriegsdekoration, von Friedrich dem Großen für außergewöhnliche Leistungen im Kriege gefbiftet, den Orden Pour le in&ritc. Sie wollen in der Verleihung den Ausdruck uneingeschränkter, höchster Bewunderung erblicken, den mit mir meine ganze Armee Ihnen darbringt für Ihre heldenhafte Verteidigung an der Spitze der in den Tod getreuen tapferen Schar." — „General N o g i, P o r t A r t h u r. Mit Gmehmigung des Kaisers Ihres gnädigsten Ferrit, freue ich mich Ihnen den Orden Pour fc niörite zu verleihen. Es ist dies die höchste preußische Militär- auszeicbnnng, die mein ruhmreicher Vorfahr Friedrich der Große für außergewöhnliche Leistungen im Kriege stiftete. Der Orden soll ein Zeichen meiner von meinem Heere geteilten Bewunderung für die glanzenden Fülwereigenschasten sein, die Sie ait der Spitze ^hrer tapferen Truppen während der Belagerung und Einnahme der wacker verteidigten Festung bewiesen lmben." Die Antworttelegramme der Generale Stössel und N o g i an den Kaiser lauten: (Juercr Majestät Telegramm erreichte mich in der schwersten Stunde meines Lebend. Ich und die Garnison der Frstnng sind tief aerübrt und grehrt durch dve Verleihung des hohen preußischen Ordens bVr mich Ins an ureiu Lebensende ehrt. Mögen Etn. Maiestat überzeugt sein von meiner Anerkennung für die erwiesen^ Gnade. fric Ehre, Euerer Majestät meinen und meiner Soldaten fonifc in übersenden, gez. lZkneral-Adjittallt Stössel." — Feh statte den tiefgefühltesten Dan kab für die Güte, die Eure Majestät mir durch die Verleihung des Ordens Pour le mörltc nnevachtet der Geringfügigkeit meiner Treuste erwiesen haben Indem icb Enver SNalestät Orden mit der keiften T-ankbarkert annehme, drücke ich in Ehrerbietung meine vdlle 5)ochachtun-g für Euere Majestät ans. gez. General Nogi." Ein Telegramm beb Generals Kuropatkin sagt: Ich habe zwei Meldungen über Offensivbewegungei^ nnser-r Kavallerie erhalten. Am 10. Januar abends wurden IV2 Kompagnien japanischer Infanterie und ein e halbe S chw adron Dragoner vernichtet. In der Nacht darauf zerstörten unsere Patrouillen einen Teil der Eisenbahnlinie, wodurch ein Zusammenstoß zweier Lokomotiven herbeigeführt wurde. Am 11. Januar wurde Niutschwang von unÄ besetzt. Die japanische Besatzung, bestehend aus einer Kompagnie und zwei Schwadronen räumte nach einem Gewehrfeuer den Platz. Während dieser beiden Tage erbeuteten wir 5 00 Wagen mit Vorräten und nahmen einenOffizier unbl 4 Mann gefangen. Auf unserer Seite fielen 3 Offiziere und 15 Mann: 10 Offiziere und 49 Mann wurden verwundet. Am 12. Januar wurde die Bahnlinie bei Scbeitze, 6 Werst von Inkan, durch unsere Patrouille beschädigt. Nachmittags 4 Uhr näherte sich eine Abteilung Inkan. Unsere Artillerie beschoß den Bahnhof unt> legte die Depots in Asche. Ein Teil der Abteilung saß darauft ab und griff den Bahnhof an. Die Japaner eröffneten gegen dieselben ein Gewehr- und Magazingeschützfeuer. Unsere Soldaten suchten zunächst Schutz in den Gräben und griffen dann von neuem an, mußten sich aber schließlich vor der Uebermacht zurückziehen. Die Gefallenen und Verwundeten wurden beiter, die keine Anstellung finden, plündern die Passanter» Edelmut Nogis. General Nogi schrieb an den Gouverneur von Nagasakr bezüglich der Behandlung Stössels folgenden Brief: Sie werden durch die zuständigen Behörden Instruktionen erhalten, aber es mag nicht unangebracht sein, hervorzuheben, daß Stössel jetzt weder Gefangener noch Feind, sondern ein misländischer Gentleman ist, der seinem Vaterland rühmlich gedient hat. Ueber- dies ist die vcrlvickelte Arbeit der Uebergabe der Forts und der Munition Port Arthurs, die notwendigerweise sich in die Länge, gezogen hat, so gut erledigt wordnr, daß sie verdient, ihm und seiner militärischen Ehre zu gute gerechnet zu werden. Ich empfehle ihn Ihrer Hochachtung. Aus Port Arthur. Nachdem die Japaner in der neuen Stadt eine Parade ab* gehalten hatten, ritten die japanischen Generale durch die Städte welche wenige Spuren vori Bombardement zeigte. Frauen und Kinder wurden gar nicht verletzt; sie wohnten in den Käufern und wurden an die Geschosse geivohnt. Champagner war- stets vorhanden. Tvphus und Tpsenterie traten nur wenig auf, dagegen kräftiger Skorbut. Viele Offiziere waren nutzlos und nahmen Urlaub. Wenn die Angriffe erfolgten, ließen sie Sergeanten für sie kommandieren. Die Marineoffiziere waren, meist betrunken. Der Tod des Admirals Makarow hatte die ganze Marine demoralisiert. Bei der Konferenz vor der Kapitulation stimmten einige Kommandanten von den Forts für einen weiteren Widerstand, Stössel entschied aber dagegen. Als die Kapitulation am 31. Dezember bekannt wurde, plünderten di/ Sol-- baten ein Magazin mit 5600 Flaschen Wutki. Es gab furchtbare Orgien auf den Straßen, an denen die zur Unterdrückung der Orgien ausgeschickten Trrrppen teilnahmen. Nahrung war genügend für drei Monate vorhanden, aber nur Pferdefleisch und Maultierfleisch. Keine privaten Magazine wurden regniriert. Der Einmarsch der Japaner dauerte drei Stunden. Die Heeressäule war drei englische Meilen lang. In der Ebene im Norden des Dorfes Schuischi wurde ein Gedächtnis-Gottesdienst für die Geister der gcfallencn Japaner abgehalten. Es waren Truppenabteilungen zugegen, die die Vertretung des ganzen japMiischen Heeres dapstellten. Folgen des Krieges. Aus W arschan wird gemeldet: Infolge des Krieges werden in Lodz fast alle Fabrikarbeiter entlassen. Die Ar- Lbeiter dia feine Anstellung finden. plün-derndiePas sauten auf den Straßen. Dieser Tage überfiel eine Räicherbande am bellen Tage eine im Zentrum der Stadt gelegene Limonadenfabrik und raubte die Kasse aus, wobei der Inhaber erschosseit wurde. Mehrere Angestellte wurden schwer verletzt. ZZesuch des Königs von Sachsen in Wertin. . Gestern, Montag, nachmittag 2 Uhr traf der König von Sachsen in Berlin ein. Am Bahnhofe waren der Kaiser und der Kronprinz, die in Berlin und Potsdam anwesenden Prinzen, der Reichskanzler, die Generale und Admirale und die sächsische Gesandtschaft anwesend. Beide Monarchen begrüßten sich auf das herzlichste und küßten einander. Nach dem Vorbeimarsch der Ehrenkompanie fuhren die Monarchen in das Schloß, von dem Publikum überall sympathisch begrüßt. Eine Ulancneskadron bildete , die Eskorte. Im Schlöffe, auf dessen Hofe eine Ehrenkompanie des Kaiser Alerander- Garde-Grenadierregiments aufgestellt war, wurde der König von der Kaiserin empfangen. Der König, der im Schlöffe Wohnung nahm, besuchte heute nachmittag u. a. den Reichskanzler. Bei der Tafel im Schlosse hielt der Kaiser folgende Ansprache: Daß Euere Majestät die Gute gehabt haben, bald nach bc* schweren Tagen, welche Gottes Ratschluß durch den Heimgang von Euerer Majestät Vater über Sachsen verhängte, diesen Besuch hier bei uns abzustatten, eriullt mich mit tiefer Dankbarkeit. Ich wage meinen Dank soivohl wie den der Kaisenn zu verbinden mit dem herzlichsten innigsten Willkommen, dem sich auch mein ganzes Volk von Herzen anschließt. ES setzt dieser Besuch Euerer Majestät eine Reihe von Beziehungen fort und knüpft daS Band der i n n i g e n F r e u n d s ch a s t zwischen unS und unseren Häusern fester, wie sie schon so lange von unseren Vorfahren gepflegt worden sind. Ich habe an den S ch i ck s a l e n d e« sächsischen Volkes teilnehmen dürfen wie ein Mitglied desselben. Ich habe mit Euerer Majestät zusammen an der Bahre zweier großen Könige, zweier Feldmarschalle und Ritter des Eisernen Kreuzes gestanden, tief ergriffen bin ich von diesen Vorgängen, welche durch Gottes Ratschluß über Jkw HauS verhängt wurden. Ich habe dabei gebandelt nach der Ucbcrltefenma, wie ich sie von meinem seligen Großvater und meinem Herrn Vater überkommen habe. Euerer Vlajestät kann ich die Verslcherung au5sprecheu, daß das enge B^md aufrichtiger treuer .neundschaft. mich mit herzlicher V eude erfüllt und daß was auch Gott uns schicken mag, was auch unserem Vaterlande beschieden sein mag.' Euere Majestät an Mir immer einen festen unfci "x vxrix v n y n*n v jinocn rDcruen- ^rr xocrangiutg Oje]Ct (^cfinnuna erhebe Ich mein Glas und feere es auf das Wohl Euerer Majestät, des Wettiner Hauses und des schönen Sachsen- >ndes. Hierauf antwortete König Friedrich August: Euerer Majestät danke ich bereichst für die soeben au mich aerichteten hochehrenden Worte und für den mir bereiteten warmen Empfang, der mir beute hier zuteil geworden ist. Eure Maiettai in enger Freundschaft mit meinen beiden nun in Gott ruhenden Vorgängern haben auch mir in der kurzen Zeit meiner Negierunci Beweise wahrer Huld, Freundschaft und Bundesfreundlichkeit gegeben, die mich hoffen lassen, das; das alte Band, welches unsere Hauser und Länder schon so lange verbindet, sich auch weiter meiner Negierung erhalte und so Gott will, noch inniger gestalte, Euere Majestät haben mir nach der Beisetzung meines heikgelledten Vaters versprochen, mich stets bei der Ausübung der s cb w c r en Regentenpflicht wo immer es ginge, zu unterstützen. x>cii kann diesem hochherzigen Versprechen Eurer Majestät nur die -ber« ffchenmg entgegenbringen, daß es stets mein Bestreben fern wird, in treuer Erfüllun g meiner Vfli ch ten als Bundes- fürst das Meinige beizutragen zur Erhöhung de r I cacbt und Herrlichkeit uns eres gro ße n deuts ch e n 5b a t e r - landes. Ich freue mich von ganzem Herzen daß ich einem lang gesuhlten Wunsche nachkommend heute an dieser Stelle die (9c üble zum ^lusdruck bringen kann, von denen ich für Eure JJmieltaten erfüllt bin und ich sehe mich in der angenehmen -age, bem erhabenen Herrscherpaare, welches zum Heil und -Legen 'cmei' Untertanen schon so lange den Thron des großen dcachbarreiches ziec und auch 'ür unser großes deutsche Reich feine Muhe und Opfer scheut, meinen wärmsten Dank auszusprecheu, tnoem ich Die an- wesenden auffordere, in den Ruf einzustimmen, Ihre Jlajeitaten der Kaiser und die Kaiserin sie leben hoch! Deutsches Neich. Berlin, 16. Ian. Der „Reichscnrzriger" veröffentlicht eine Anweisung zur Ausführung des Gesetzes betr. Gründung neuer Ansiedelungen in den Provinzen Ostpreußen, Westvreusien, Brandenburg, Bommern. Vosen, Schlesien, Sachsen und Westfalen vom 10. August 1904. „ — Heute trat eine abermalige von sämtlichen deutschen Staatsbahnverwaltungen, beschickte, Konferenz betreffend die Personentarifreform zusammen. — Minister von Budde versieht die Ämtsgeschcifte innerhalb beS Ministeriums in vollem Ummnge. Er kann nur für einige Zeit noch das Haus nicht verfassen. — Nach einer heute im Abgeordnetenhause abgegebenen Erklärung des Handelsministers Dr. Möller hat der Vorstand des Bergbaulichen Vereins in seiner Sitzung, vom 14. Januar den Wunsch ausgesprochen, eine staatlich er seits vorzunehmende Untersuchen g über die gesamten Ar- beits- und Lohnverhältnisse im Ruhrrevier eintreten zu lassen. Diese Untersuchung ist seitens des Stantsministeriums sofort in die Wege geleitet worden. — Tie Abgeordneten Rewold und Riepen hausen brachten mit Unterstützung von ?U>geordneten aller Parteien im Abgeordnetenhause einen Antrag ein, die Staatsregierung auf» zufordern, schleunigst ausreichende Mittel bereitzustellen, nm dem Notstände entgegenzuwirkm, der durch die Sturmflut vom 31. Tezember 1204 an der O st' eekü st e verursacht worden ist. Salbe (Saale), 16. Jan. Bei der Reichstagsersatzwahl, die am 12. Januar im Wahlkreis Quedlinburg-Aschersleben und Stadt Salbe stattfand, wurden insgesamt 39 409 giltige Stimmen abgegeben. Es erhielten Albrecht, Schneidermeister zu Halle (Saale), Sozialdemokrat 19 013, Placke, Kaufmann zu Aken a. d. S\, nationalliberal, 11785 Stimmen. Somit ist Stichwahl zwischen Albrecht v.nb Placke erforderlich. Akuisch-Südweiiasrika. Sin Telegramm aus Windhuk meldet: In dem Gefecht 6ei Großnabes am 2. 3. und 4. Januar sind gefallen: Reiter Martin Fischer, geb. am 27. Nov. 1881 in Holz: Reiter August Wenning, geb. am 11. Dez. 1881 in Jastrow: leicht verwundet: Unteroffizier Adolf Koslowskh, geb. am 10. Juni 1879 in Meiningen in Th.; Wachtmeister Michel Tiemries, geb. am 21. Juli 1873 in Medischkehmen: Reiter Franz Hevv, geb. am 5. Skt. 1882 in Bochum, früher Jnf.- Regt. Nr. 16; vermißt: Reiter Ferdinand Bauer, geb. am 9. Juni 1883 in Leiblfing. — Reiter Wilhelm Kersting, geb. am 15. März 1883 zu Bigge, früher Jnf.-Regt. Nr. 144, am 14. Januar im Lazarett Windhuk am Tvphus gestorben. Reiter Franz Krovf, geb. am 12. Juni 1876 zu Elmshagen, früher Jnf.-Regt. Nr. 87, Reiter Richard Schmidt, geb. am 4., Nov. 1883 zu Mützschlena, früher Eisenbahnregiment Nr. 1, beide nach Verirrung auf der Jagd tot auf gefunden, anscheinend verdurstet. Hamburg, 17. Jan. Auf den beiden Dampfern der Wör- mannlinie „Lulu Bohlen" und ,,Hans Wörnran n" wurde ein . Truppentransport für Deutsch-Südwest- afrika, bestehend aus 1104 Mann und 528 Pferden, etngePif't Gebern abend verabf biebrtc Generalmajor v. Versen die Truppen mit einer Ansprache, die mit einem begeisterten- schloß. Sine Abteilung des Roten Kreuzes verteilte die ublicl'en Liebesgaben des Senates. Die Abfahrt, die um 10 Uhr ab"nc§ erfolgen sollte, wurde wegen des durch den stürmischen Cfttoinb bcröorgerufenen ni drigen Wasserstandes unmöglich. Tie SÄfffe müssen einen höheren Wasser st and abwarten. Auskand. „ J51 o ä f) o 1 tn, 16. Jan. Der Reichstag wurde heute eröffnet. Die Er ös snungssihung war mit der Einweihung desneuenEinweihuugsgebäudes verbunden. Der Äpntg ernannte dieselben Präsidenten und Vizepräsidenten b erd er Kammern wie in der vorigen Session. Paris, 17. Jan. Ministerpräsident Eombes beschloß, tat dem Ministerratc, der am Mittwoch unter dem Vor- Ntze des Präsidenten Loubet ab geh alten wird, sein Rück- trittZSejuty iu überreichen. In tzem morgen statt- sindenden Ministerrate wird er dieses Schreiben verlesen. Vorsitzende der Mehrheit begaben sich gestern nochmals tn das Mtnrsterrum, um Eombes von seinem beabsich- trbzuhalten. Eombes bleibt jedoch bei seiner Absicht bestehen. W i e n, 16. Jan. Tas Be sind en des Erzherzogs gibt fortgesetzt zu Befürchtungen Anlaß, sodaß die Auslofung stundlrch erfolgen kann. Au d n revidierte Sksstschen De waltunqsgesetzev. Sie allgemeinen Grundzüge der sechs revidierten Ver- rvaltnngsgesetze, die seitens bpr Großherzoglichen Regierung her Zweiten hessischen Kammer in Vorlage gebracht worden sind, haben mir bereits in einem lancieren Artikel in unserer Nr. 9 des Näheren dargelegt, in welchem auch zugleich die wesentlichsten Abweichungen der neuen Bestimmungen gegenüber dem bestehenden Rechte hervorgehoben wurden. Bei der Wichtigkeit der ganzen Materie dürfte es aber an'gezeigt er> scheinen, an dieser Stelle auch die hauptsächlichsten Einzel - bkstimmungen einer ausführlicheren Betrachtung zu unter- ziehen. In den ersten Artikeln des Gesetzentwurfs über die verwaltun gSrechtSpfleqe werden Begriff und Ausübung derselben, sowie die Zusammensetzung der drei Ver- waltungsgerichte bestimmt. Bezüglich der Besetzung der Kreis- unb Provinzialausschüsse finb Aenbenrngen nicht getroffen worben. Dagegen ist eine wesentliche Neuerung im Art. 4 ff., -gaB tnr vcn xserroaitungngcrtffirsnor cinsser ben Mli- nliebern im 9?ebenamt auch Mitglieder im poupt. amte vorgesehen sind. Diese Aendernng ist speziell ans den geplanten Wegfall der Ministerialinstanz zurttckzuMrem Eine diesbeziigliche Zahl ist noch nicht gefordert, kann sualich nudi jetzt iioch nicht angegeben werden. Nur der Präsident und dann fein Stellvertreter sollen vorerst ernannt werden. Die besondere Einreibung des Präsidenten ist eine Anlehnung cm dgs Gerichtsverfassungsgesetz. Für die Befähigung zum Mitglied des Gerichtshofes' soll die Befähigung zum Richteramte gefordert werden, resp. Befähigung gum Eintritt in den Höheren Verwaltungsdienst für den Fall, daß s. ßt. die Staatsprüfungen für Gericht und Verwaltung getrennt werden könnten. Im Großen und Ganzen soll cS hier bei den früheren Bestimmungen fein Bewenden haben. Was die Dauer der Angehörigkeit zum Gerichtshöfe an* betrifft, so ist man auch hier dem Gerichtsverfassungßgesetze gefolgt, so daß also Personen, die ein Amt überhaupt nicht bekleiden, z. B. Rechtsanwälte, und in den Ruhestand versetzte Beamte auf Lebenszeit, in Dienst befindliche Beamte dagegen für die Denier der Bekleidung ihres Hauptamtes ernannt werden. Die Mitglieder im Hauptamte müssen naturgemäß auf Lebenszeit ernannt werden. Für diese kann auch nur eine Versetzung in den Rubestand in Betracht kommen; sie soll unter denselben Voraussetzungen wie bei den Mitgliedern des Reichsgerichts erfolgen (Art. 71). Als Zahl der Mitglieder halt man fünf für ausreichend, damit dem Beispiele der bereits genannten Staaten folgend. Bei Entscheidungen von Kompetenzkonflikten und in dem Verfahren bei Vorentscheidungen sollen mindestens drei Mitglieder dem Oberlandesgericht angehören. Die Art. 9—11 behandeln die Frage des Vorsitzes und Geschäftsganges, welcher durch eine von dem Gerichtshöfe selbst auszuarbeitende, der Genehmigung des Stggtsmiwste- riums bedürfende Geschäftsordnung geregelt werden soll. Wenn eine vorschriftsmäßige Besetzung des Gerichtshofes durch atsächliche ober rechtliche Verhinderung von Mitgliedern nicht möglich ist, soll das Staatsministerium von Fall zu Fall Ersatzrichter ernennen, die dem Dienstzweige des verhinderten Mitgliedes zu entnehmen sind. Die örtliche Zuständigkeit wird teils durch die belegcne Sache, teils auch durch den Sitz öffentlich rechtlicher Verbände unb Anstalten bestimmt. Vereinbarungen über die Zuständigkeit von Verwaltungsgerichten hgben entgegen den Grundsätzen des bürgerlichen Rechtes feine rechtliche Wirkung (Art. 21). Sonst finden im wesentlichen — wie bereits nngcbcufct — über die Ausschließung und Ablehnung von Richtern, Sitzungspolizei, Berotung und Abstimmung re. die Bestimmungen des Ger.-Vers.. Ges. Anwendung. Die Gerichtsferien sollen vom 15. Juli bis 1. September bouern; Feriensachen sind solche, die einer besonderen Beschleunigung bedürfen unb von bem Vorsitzeuben von Amtswegen oder auf Antrag als solche bezeichnet werden. Alle Verfügungen über Vorbereitung unb Leitung bes Verfahrens werben von bem Vorsitzenben getroffen; bie Zustellungen erfolgen von Amtswegen noch ben Vorschriften bei* Z.-P.--O., noch welcher sich auch bie- verschiebenen Fristen richten sollen. In bem gleichen Rahmen soll auch bie Wieber- einsetmng in den vorigen Stand gewährt werden. Der zweite Teil, Art. 39 ff. behandelt das Verfahr n, welches entweder auf Grund einer Klage ober von Amtswegen auf Anorbnung bes Vorsitzenben an ben Kreis- unb Provinzialausschüssen eröffnet wirb. Für bie Erhebung der Klage, burch welche bie Rechtshängigkeit herbeigeführt wirb, sind etwa bie gleichen Unterlagen unb Jnhgltsbezeichnungen erforberlkch, wie bei ber zivilrechtlichen Klage. Auch bie Zurücknahme ber Klage ist zulässig auf Kosten bes Klägers. Die Erhebung ber Klage bei einem unzustänbigen Verwaltungsgericht wahrt trotzbem eventuell Notfristen; bas un- zustänbige Gericht muß bie Klage glsbglb an bas zustänbige abgeben. Im übrigen regelt sich bas weitere Verfahren — abgesehen von einigen wenigen Perschiebenheilen — analog den Bestimmungen der Z.-P.-O. Eine Reihe von Abweichungen seien hier erwähnt. Es muß bie Klage ber Gegenpartei zur Gegenerklärung von Amtswegen in Abschrift zugestellt werden; eine Entscheidung ohne mündliche Verhandlung ist bann möglich, wenn bie Beteiligten barauf verzichten, ober bei ber Einrebe ber Unzustänbigkeit bes Gerichtes über den Inhalt ber Einrebe. Ein Versäumnisverfahren ähnlich bemjenigen ber Z.-P.-O. gibt es im Verwaltungsstreitverfghren nicht; es wirb bann nach Lage ber Akten entschieben. Die Beweiserhebung erfolgt noch bem Ermessen bes Gerichts, ungbhängig von einer etwaigen Beweisantretung seitens ber Parteien, entweber in ber münb- lichen Verhanblung ober vorher durch ein damit beauftragtes Mitglied bes Gerichtshofes. Die Entscheibnngen erfolgen nach freiem Ermessen bes Gerichts burch Urteil, bas nicht über den Gegenstand ber Verhanblung unb bie beteiligten Parteien hinausgehen bars, boch kann bas Gericht bie Reilabung dritter, indirekt beteiligter Personen anorbnen, besonbers wenn öffentliches Interesse vorliegt. Die Form unb ber Inhalt der Urteile entspricht den Bestimmungen der Z.-P.-O. Die Zustellungen der Urteile erfolgen auch von Amtswegen nebst einer Belehrung über die zulässigen Rechtsmittel. Die Ergänzung unb Berichtigung etwaiger Fehler rc. erfolgt ebenfalls nach den Grunbsätzen ber Z.-P.-O., nach welcher sich auch die Wirkungen rechtskräftiger Urteile richten sollen. Alle Beschlüsse, welche mit der Beschwerde angefochten werben können, müssen mit Grünben versehen fein. Auch wirb bem Vorsitzenben bas Recht ber einstweiligen Verfügung im Sinne ber Z.-P.-O. gewährt, eine bcfonbers im Sinne bec '-Qeteiliaten sehr erfreuliche unb heilsame Neuerung. (Fortsetzung folgt.) Aus Stadt und Land. Gießen, 17. Jannar 1905. ' Zur Vermählungsfeier des Großherroas erfährt das ,D. Tagebl.', daß der Kaiser am 2. Februar um halb 10 Uhr vormittags in Darmstadt eintreffen wird Um 12 Uhr findet in der Lofkirche die Training statt unb baron anschließend das bochzeitsmahl. Danach, neuen 3 Uhr roirb der Kaiser die Residenz wieder verlassen. Das neu- Dcnnät)lte Paar wird gegen ö Uhr von Darmstadt abreisen und sich zunächst zu lurzcm Aufenthalt nach yngDfii)loB Romrod begeben. ** Personolien. Uebertragen wurde nm 11. Januar bem Schnlamtsaspiranten Stellwagen au§ Framersheim im Kreise Alzey eine Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Wonsheim. — Dem Steuerkommissär in Osthofen Blum würbe der Charakter als Regierungsrat erteilt. — Der Kreisgeometer bcS Kreisvermessungsamts Bübingen, Linbenstruth, wurde zum RevisionSgeometer bei bem Katasteramt ernannt. — In ben Ruhestand versetzt würbe ber Weichensteller in der Hess. - Preuß. Eisenbahn - Gemeinschaft Heckw o ls zu Darmstadt. ** Reichslban k. Alm 30. Januar d. I. wird in ©aat*bittg (Lothringen) eine von der Reichsbankstelle in Metz abhängige NeichsbanknebensteUe mit Küsseneinrichi- ung und beschränktem (Giroverkehr eröffnet werden. ** Meisterprüfungen in Oberhessen. Wie uns mitgeteilt wird, soll bei genügender Beteiligung auch in diesem Jahre durch den Ortsgtewcrbeverein Gießen, in der Zeit vom 3. Alpril bis mit 19. April d. I., ein Vorbereitungskursus für die Meisterprüfungen abgchalten werden, um den jungen Handwerkern in der Uebergcmgszeit die nötige Gelegenheit zu geben, sich in den vorg'eschriebenen Prüsimgssächern hinreichend vorzubilden. Alle diejenigen, welche durch die nächstgelegen en Ortsgewerbevereine keine Gelegenheit finden zum Besuche eines solchen Vorbereitungskursus, werden daraus aufmerksam gemacht, daß sie zum Besuche des hiesigen Kursus sich bis spätestens 20. März d. I. bei dem Gewerbelehrer Architekt Schramm — Gewerbeschule Gießen — schriftlich zu melden haben. ** Unfallmeldungen zur .Herbeiführung von Hilfe in Unglücksfällcn (bei Feuers- oder Wassersgefahr, in Krankheitsfällen, bet nächtlichen Diebstählen u. dgl.) können, wie uns amtlich geschrieben wird, nicht allein in Form von Telegramm n, sondern auch durch Unfallmelde- gesprache übermittelt werden. Unsallmeldegespräche 'wischen öffentlichen SprcchsteNen, zwischen Fernsprech- anschlüssen und öffentlichen Sprech stellen zulässig, jedoch nur insoweit, als die Betriebs- und örtlichen Verhältnisse die Herstellung der erforderlichen Sprechverbindungen ermöglich en. Die Ablvickelung der Gespräche unter Benutzung der Apparate der öffentlichen Sprechstellen kann aus naheliegenden Gründen während der Nacht nur solchen Personen gestattet werden, die dem Verwalter der öffentlichen! Sprechstclle bekannt sind; sie ist ausgeschlossen, wenn der Apparat im Schlafzimmer nntergebracht oder die Verwaltung der Sprechstelle weiblichen Personen übertragen ist. Haben die Empfänger der Unsallmeldungen keinen Fern- jprcchcmschluß, so können sie, sofern es die örtlichen Verhältnisse gestatten, an den Lkhparat einer öffentlichen Sprech st eile herangcrufcn werden. Die Gebühr für ein in der Nacht abruhaltendes Unfallmeldegespräch bis zur Tauer von drei Minuten beträgt: a. int Ortsverkehr 20Psg., b. int übrigen Verkehr das Doppelte der für ein am Tage zu führendes Gespräch von gleicher Dauer festgesetzten Sätze, mindestens jedoch 50 Psg. Für Unfallmeldegespräche in den Dienstpausen der VermittelnngssteUen während des Tages werden außer den gewöhnlichen Gesprächsgebühren besondere Zuschläge nicht erhoben. Für das Herbeirufen, von Personen an ben Apparat, soweit es sich nach den örtlichen Verhältnissen überhaupt ermöglichen läßt, beträgt die Gebühr 25 Pfg. Die Gesprächsgebühren und bie Gebühren für bas Herbeirufen werben auch dann erhoben, wenn bas Gespräch aus irgenb einem Grunbe nicht z-u ftanbe kommt. ** Der Großh. Univ.-F ech t- und Tanzlehrer Friedrich R.oese wurde am Sonntag unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe bestattet. Auch die Gießener Studentenschaft war äußerst zahlreich vertreten. In der Kapelle sang der Kronbanersche Gesangverein zwei Lieder. Auf dem Wege zur Gruft schritt dem Sarge voran die Musik. Rach Einsegnung ber Leiche legte ber Rektor ber Lanbes- Universität, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Vossius im Namen der Lcmbesuniversität einen Kranz mit b>en Farben der Universität am Grabe nieder; dasselbe tat Stud. med. Fahet im Namen des S. E. # Der Veteranen verein beging am Samstag die Feier seines 20-jährigen Bestehens und des Gedenktages des 14. Januar 1871 in der Restauration Bourgeois. Zu der zveicr, die mit einem Abendessen eingeleitet wurde, waren die Kameraden fast vollzählig erschienen; 9 waren durch Krank* beit oder Dienst an der Teilnahme verhindert. Der 1. Vor- li^nde warf, nachdem er die Kameraden herzlichst begrüßt hatte, einen kurzen Rückblick auf die Ereignisse seit der Grün* bung des Vereins und ging dann über auf den Gedenktag, ben 14. Januar 1871, welcher für das 2. Jnf.-Regt. ein Ehrentag bedeute, da es mit dem 2. Chevauxlegers Regiment unb der rettenden Batterie zu einem Detachement unter dem bes Generals v. Ranzau vereinigte, den Ansturm einer französischen Division abzuweisen hatte unb einer Um» ^ngchinq zu entgehen wußte. Mit einem begeistert aufae- nontmenem Hurrah auf S. M. den Kaiser und unseren ge- [lebten <3anbeSfürfteu schloß der Vorsitzende seinen Vortrag., Uns Vorschlag des Vorsitzenden wurden folgende Depeschen obgesandt: An Se. Kgl. Hoß. den Großherzog: mit demKeden^?^ 2,0,,a?rkf|en Stiitnngsfeier, zuiarnrnenfavend ? 141 3m?UQr 1871 «Briare). gedenkt der Tsioifionsführ'i-? n 1er ®cffentveue des bnmnliqen -limers imfer f t® °^"uchteii IN Mott ruhenden unvergeßlichen Katers, unter Euthletung des ehrfiirchtoollsten Grußes." Darnistodt" @C‘ ®cncra( = 2cutnant Hof in, P°rsihmden°der " ^diutanten unb dem ersten Verein Gießen bei icinnm f a ifi a sendet der Veteranen- des 14. Januar 1871 ?9?r “Olfl^ri(lcn Stütungsieste und Gedenkfeier * in Sonnfnl } kmneradscbafflichen Gruß." mtenmif -S b -ms.lf üercmi^ten sich wieder die Kame- (ichcn Kaffee zu einem gemeinschast- (aufen: * H. ist folgende Antwort cinge- litzenden Herrn^-1 J c ’ .n ® i e f? c n, z. H. des Vor- zuin Ausdruck gebrachte rar nnv ?m heutigen Gedenktage versammelten Kameraden wärmsten" Tank. 36nC" Unb bm ** <. Ernst Ludwig." fandVnV« ben® 15.6bC "59" ttw es in etrenfen nnc, ^°"eralversammlung statt, 2?Ä # B Z K Wtimg. R-ch ^Kaufen Sie nur Schmiöt’s patent-Wasctaschmen! als neueste „Die Eiserne“ Genera!vertrieb: C. KOCH Berleburg. MAGGI IT.&, P’s. V.-Gance iriHprake, Fifchk«, ssMtk« rc. piltwkUrn Gckchmalk. Mayonnaise u Nemonlaken-Sauee pib ». ««v^esäÄekr »Ütr ........ izlehrer ter ffcoßer c Geßener 3n der ni hiebet ‘bk Musik- ,'t Laubesim Namen 'irben der meb. Wkt eyÄ btt Gt- eif)obeit, ‘ nicht Mtb stelle 5 voinrich^ erben. cn- Wie lun9 auch iVl'fn ^April Inster, nbiwrtern ?u geben, ^reichend vochftgele. 'den zum 'en daraus ''hiesigen Gewerbe. Mhen - ' die ** Ld C* 5l,96^oi '■ 3Qnua» ’^ule J ter ^reiZ, ;nftruth .ernannt '"'tcller in* m°lf zu ^,-nwllend ^Lt.der ^eßltche« Hof Eingesandt. Anfangs- u. Schlußkurse. 214.00 Telephonischer Kursbericht F »«ktnrt a. t?.9 16 in iV/o Konsole . 102 00 . 89.90 . 101.90 . 89.90 . 100.20 . 99.70 . .101 to 106.20 64.00 64,30 132.00 52.60 Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 Kg. 52 Pfg. Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg^ «®/o »lW0 214.62 237.25 142.50 238.37 210.25 Mgemeine Ver- do Haeeen —SehatesoheiB» Tendene: fest. Anfall von Verfolgungswahnsinn gehandelt hat, wurde in polizeilichen 'Gewahrsam genommen. tc. Von der Röhn, 16. Jan. Wie in den Vorjahren traf auch jetzt wieder eine A bieitung des 2. bayerischen Jägerbataillons in Aschaffenburg, bestehend aus fünfzehn Mann und 1 Offizier, in Bischofsheim ein, um auf dem Kreuzberg Hebungen mit Schneeschuhlaufen vorzunehmen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Reioheantoihe do. 8»/o Mexikaner 41/e|/r Chinesen . EleetHe» Sobuctaert Nord4. Lloyd . . lEreditaktteR . . Diskoato-Komea»iifb ParestiAdter Bank hreedoeer Beek . BerRn er Handetsfföe. Oeeterv. 8taaW»ehu 8V|0/0 W/o und es wurde einstimmig beschlossen, die Bock- ßaltung aufzuheben nnd die Stadt Gießen für bte Heuchelheim, welcher mit dem Jahre 1905 auf ein Oberschenkel. Kamp wurde ins städtische Krankenhaus gebracht, Reubold, von dem man annimmt, daß er in einem Verantwortung.) Gießen, 17. Jan. Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 16. Januar 1905. . 236.50 . 142.40 . 236.75 . 209.75 Gießener Landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch den 18. Januar 1905: Trüb und vielfach Niederschläge (zunächst noch Schnee), startwindig, milder. Für die kommenden Tage Tauwctter m Aussicht. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. 50jähriges Bestehen zurückblickt, hat feine Jubelfeier auf Sonntag den 2. Juli festgesetzt. — In Pfeddersheim bei Worms hat man vor einiger Zeit einen fränkisch- merovingischen Friedhof aufgedeckt. Bei jüngster Tage weiter vorgenommenen Nachgrabungen wurden weitere 20 Grabstätten freigelegt. — In einem Neubau in der GervinuS- straße in Frankfurt stürzte am 16. d. MtS. der 50 Jahre alte Weißbinder Gong, Bergerstraße 55 wohnhaft, die Treppe hinab, erlitt einen Schädelbruch und war sofort tot. — In Hahn schnitt sich der Landmann Karl Land die Kehle durch, weil gegen ihn ein Verfahren wegen Meineides eingeleitet worden war. „Teutonia" l1/, X Oberheseau . . 4H Oeeterr. Goldreete . Gotthard bahn Laerahfitte . Baehmn . . Harn »war Nach barsta ateu. Der Gesangverein J air.Ln Uo;LUi7X U ba ' bfl§ Form und Inhalt aller unter dies 7 Rubrik stehenden Artikel Halttmg der 3tegftt6ocre_eauftom^^jcmeit, q M ^.«5 ^ein{mmt bie R-dllkti^ d-m Publikum gegenüber keinerlei Januar. . . 33 50, . . 93.00 . . 143 00 . . 107.40 . . 21430 . . 194.20; . . 142.40 . . 159J0i . . 166 2» . . 13200' . . 17.90s . . T94.06 . . 248.75 . . 236.00i . . 2O9.2G; Gießen, 17. Jan. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0.85— 0.90 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfg. 2 Stek. 15—00 Pfg.. Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Pfg^ Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21Pfg^ aj.gen pr. Liter32 Pfg., Taubenpr.PaarO,80- O.VOMk., Hühnerpr.St. foo—i,60 Mk., Häbne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück IM—2^0 Mk., 6)änse vr. Pfd. 55—65 Pfg^ Ochsensteisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Kuh- und Nindsteisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfq., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50-74Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—6,50 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8 00-lO.OO Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepsel per Zentner 0 , dis 0 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00- 00 Pfg Zwischen per Zentner 0.00- 0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis 10.00 Mk. Weißkraut 0.10-0.15. Marktzeit 8—2 Uhr. Es sei an dieser Stelle auf einen Nebel stand hin gewiesen, der gewiß von sehr vielen Anhängern des schönen Eissports recht unangenehm empsimden wird. Bei der so sehr ungünstig gewählten Zeit, während welcher die Eisbahn geöffnet, ist, dürste wohl nur denjenigen Rechnung getragen sein, denen ziemlich viel freie Zeit zur Verfügung steht. Jedoch könnte der Vorstand des Eisvereins auch an diejenigen seiner Mitglieder denken, die tagsüber durch ihren Beruf, sei es als Kaufmann, als Bureau- bcamter, Techniker oder dergl. keine Gelegenheit finden, die Eis- bahn zu besuchen (ausgenommen Sonntags). Ta die hier Aus- geführten erst um 6 über 7 Uhr in ihren Geschäften schließen, so haben sie auch von der seit zwei Jahren ein geführten elektrischen | Beleuchtung der Dahn keinerlei Nutzen, da die Eisbahn um > i/27 Uhr geschlossen wird. Tiefe kann, wie die Sache letzt liegt, während dieser elektrischen Beleuchtung doch falt nur von den- ienigen benutzt werden, die auch bei Tage hierzu Gelegenheit haben. Wir fragen nun: Wozu hat man überhaupt bte elektrische Beleuchtung ein geführt? Dv'ch wohl nur, um auch denen, die tagsüber ihren Beschäftigungen nachgehen, i einen Besuch der Eisbahn zu ermöglichen. Warum wird die Bahn i nicht in der Weise geöffnet, wie dies vor zwei Jahren^der Fall war? Damals wurde um 5 Uhr geschlossen und von < 9 Uhr wieder geöffnet. Jedenfalls sollte man die Eisbahn abends etwa von 7 — 9 oder ?i/2 — 9Vs Uhr öffnen. — Was in anderen Städten in dieser Beziehung möglich ist, wird sich auch hier bet etwas gutem Willen bewerkstelligen lassest. Mehrere Mitglieder des Gießener E i s - V e r e t u s. VIX Oeeterr. Mlberrente 100.60 4-4 U»,ar. GeMreetw, . . 100.16 Menefte Meldungen. Berlin, 17. Jun. Dem sächsischen Gel'crwvtew Grafen Hohenthal ist vorn Kaiser in Anerkennung nmf seine langjährigen Verdienste um die Bundesfreundschoftz zwischen Preußen und Sachsen aus Anlaß des Besuches desj Königs von Sachsen eine prachtvolle Vase geschenkt: worden. Ter König lmt dem Gesandten ba5 Gr otzkreuh des sächsischen Verdienstordens verliehen. Dem-, Reichskanzler hat der König vorgestern einen Besuch ab- 4®/ Italien. Rente . . . 44',-» Pertufieeer . . . 30/ Porin«fiese«. . . . . 1 % C. Türken . . . . Türkenleee...... 46-'e Grieeh. Monepel.-Ael. 41/® % äuisere Ar^entiner gestattet. Berlin, 17. Jan. Im „Vorwärts^ veröffentlicht der sozialdemokratische Parieivorstand einens Aufruf, in welchem die Arbeiter aufgrfordert werden,' ihren Genossen im Ruhrrevsier beizustehen. Es' sollen unverzüglich Sammlungen ein^eleitet werden'^ um die kämpfenden Bergarbeiter so reichlich als möglich zu unterstützen. Washington, 16. Jun. (Reuter.) Dem Repräsen-, tantenhause gehen zwei Gesetzentwürfe über bie- Regelung der Eisenbahnfrachtpreise zu. Einer der Entwürfe sieht die Einführung einer juristischen Bundesbehörde vor, die die von der mterstaatlichen Handels- kommission bestimmten Preise zu erwirken hat und gegen. ! deren Entscheidungen lediglich Berufung an das oberste, Gericht übrig bleibt. Der andere Entwurf soll der inter-^ staatlichen Handelskommiffion volle Machtvollkommenheit/^ I verleihen, die Preise zu bestimmen und sofort einzusührem^ Tie EisenbahngeseNschaft, die gegen die Verfügungen verstößt, soll mit Strafen bis zu .5000 Dollars täglich belegtz werden können. London, 17. Jan. Der „Standard" hört von der.' brasilianischen Gesandtschaft, inrß das, provisorische Ab- kommen Ztvischen Peru und Brasilien über ben, Acrestreit um sechs Mvnate verlängert wurde. Deu brasilianische Gesandte fügte hinzu, daß seine Negierungj^ I mit Peru zu einem Einverständnis zu tontmen wünsche, aber: mit der Völlen Ueberzeugung handele, daß Pern keinerleil berechtigte Forderungen habe. L o ndo n , 17. Jan. England hatte gestern den kältesten. Tag seit Jahren. In der letzten Nacht schlug, das Frostwetter in warmes Regenwetter um. Während eines heftigen Schnee-^ sturmes sanken an der Küste mehrere Schiffe, und man befürchtet den Verlust vieler Menschenleben. Vor der Insel White: sank ein kleiner französischer Segler: seine Mannschaft erttcmk vor den Augen zahlreicher Zuschauer. Fortgesetzt laufen zahl-, reiche weitere Nactnichten über Schiffsunfälle ein, die zumeist kleinere Fahrzeuge betreffen. In den Straßen Londons entstand^ gestern abend durch den Regen aus dem gefrorenen Boden Glatt-, leis, dem viele Pferde zum Opfer fielen, und das zahlreiche aitbere Unfälle verursachte. Bom Kriege. London, 17. Jan „Mornrng Post" meldet aus Shanghai von gestern: Eine japanische Untersee-^ bootsflottille ist fertig gestellt. Fertige TeZe der ^ahta- zeuge sollen vor furflem in Amerika und England beschafft wvr- Petersburg, 16. Jan. (Peterburger Telegr.-Agentur^ Aus S a s ch e t u n wird gemeldet: Ein Kavalleiiedetachement M von seinem Stteifzug gegen den Rücken der Japaner glücklich zurückgekehrt. Die Verluste ber Russen belaufen sich auff 300 Tote und Verwundete. Die letzteren wurden zurück-^ gebracht. Der Stteifzug machte auf die Japaner einen großen« Eindruck. Gesetz ja vorschreibe, daß die Gtaneinbc für Zuchtvieh an sorgen hat, und da bie Stadtverordneten abgelehnt haben, dem Ziegenzuchtverein 400 Mk. jährlich zur .Haltung der drei Böcke zu bewilligen. Wetter würbe beschlossen, bte Versicherungsbeiträge um zwei Prozent herabzusetzem da bann-das Defizit, das seither von den Versicherungsgeldern besttitten wurde, nicht mehr stattfinden wird. Bei ber Vorstandswahl wurde der alte Vorstand fast gänzlich wreder Getreidepreise in Mannheim Weizen 100 Kg. 18,85 Mk. Roggen 100 „ 14,70 ,, t Nidda, 16. Jan. Der allgemeine Staatseisenbahn-Verein Nidda beging am Samstag sein all- jähriges Winterfest. Mit dem Fest war auch eine Geburtstagsfeier S. M. des Kaisers vcrttiupft. (?) Friedberg, 16. Jan. Eine stark besuchte Gene- '-alversammlung hielt gestern nachmittag der Wetter- auer Geslügelzuchtverein im „Hotel drer Schwerter" unter dem Vorsitz des Kreisrats Feh ab, welche sich in erfter Linie mit der Verbands-Geflügel-Ausstellung für die | Provinz Oberhessen befaßte. Diese Ausstellung soll aus I Anlaß des 10jährigen Bestehens des Vereins vom 17.^bls 20 Mär« im Saalbau zu Friedberg stattfinden. Der Vorsitzende, Kreisrat Fey, begrüßt die Mitglieder und teilt mit, daß S. K. H. der Großhertzog das Protck^to-! rat über die Verbands-Ausstellung 'übernommen hat. Dies solle ein Ansporn für die Mitglieder sein, die Ausstellung reichlich zu beschicken. Der Großherzog hat auch einen Ehrenpreis gestiftet und Baron von Leonhardr-Groß- Karben einen Preis von 50 Mk. gestiftet. Weitere Preise von der Stadt Friedberg, vom landwirtschaftlichen Verein usw. stehen in Aussicht. — Es fanden darauf die Wahlen zu den Ausstellungs- und F-est-Ausschüssen statt. Zu Vorsitzenden wurden gewählt: Kreisrat Fey und Kreisamtmann Werner, in den Bau- und Dekorations-Ausschuß Beigeordneter Hierouimus, Empfangs-Ausschuß: Dr^ von.----- r I Peter Preß-Ausschuß: Professor Reichelt und zu Preis- KcUldel und Verkehr. Votttswlrk!chask. richtern: Müller-Bingen, Kullmann-Homburg, Jung-Langen, Berliner Börse vom 16. Januar 1905. hake und Kreisamtmann v Bechtold zu Ehrenmit.-! ^aefatzt und gab zu umiaugreicben Käufen in Montauwerten, gliedern des Wetterauer Geflugelzuchtverems ernannt. Kohlen-, wie Eisenaktien Anlaß. Im Anschluß hieran war Zum zweiten Vorsitzenden wird Kreisamtmann Werner durch bic Gesamttendenz der übrigen Märkte ebenfalls eine recht feste. Zuruf erwählt. Eine Gratisverlosung bildete den Schluß Bon Amerikanerri wurden besonders Canada auf New-Yorker der Tagesordnung. Nameiis der vor einigen Tagen ge- Anregung 511 höheren Kursen umgesetzt; von Renten wurden die nrünbeten ,Ob er hessisch en Geflügel- und Mast-Verwert-^ von Paris abhängigen Werte, welche m Erwartung des neuen ungL-Genossenschaft" sprach dann Oekonomierat Schlenke- MinisterurmS Nouvrer von dort wesenttich besser gerneldet wurden, werden und 6> Ä“ 6.8? m« Zahlt 50 Mk. als Anteilschein, die Haftsumme bettagt öcm qjiarft genommen. Von sonstigen Werten waren noch Dynamit Mark. Geflügel und Eier werden pfundweise von der Ge- ^^hluß an die Steigerung sämtlicher der Pulver- nossenschaft bezahlt. Oekonomierat Schlenke und Kreisrat s^h^kation nahestehenden Werte wesentlich höher. Die Haltung Fey empfehlen das Unternehmen aufs wärmste. Wie ver- Kassa-Jndnstriernarktes war ebenfalls eine feste, speziell hielt lautet, beabsichtigt die Genossenschaft, die Geflügelzucht- das Interesse für Eleltrizitätswerte auch heute an. anstalt zwischen Friedberg und Bad-Nauheim anzukaufen. Privat-Tiskont 25/8 Prozent. tz Brensbach i. O., 16. Jan. Das in weiten Kreisen bekannte und geachtete Ehepaar Heinrich Büchler III. §est. Kredit - feiert am 29. JÄN. d. I. hier in voller Rüsttgkeit ihre $^^7 Sant' ' diamantene Hochzert. , _ . Bockmmer Gnß y. Büdingen, 15. Jan. Der O ber-Pr rm aner M. Harpener Bergbau tmb der Ober-Sekunbbaner Bi. sind wegen nacht- " Tendenz: Fest, sicher Ruhestörung und Sachbeschädigung auf Essen, 16. Jan. (Ko l; l en m arkt.) ein Jahr von den höheren Schulett Hessens aus- legenheit wegen Kohlen. geschlossen worden. Süddeutsche Diskonto-Gesellschaft Mann- 8. Darmstadt, 10. Jan. Der 22-jährige Schreiner heim. Die Umwandlung deZ Bankhauses W. H. Ladenburg u. Georg Reubold geriet heute morgen in dem.Zigorrengeschäst S-Z--^^uumnehr^T°tsack^ ^rdcn^^ von Karl Kamp m der Landwehrstraße mit dem Besitzer de^> ^ftiengese'.lschaft umgewandelt, die den Namen Süddeutsche Drs- Ladens in Streit und schoß ihm eine Kugel in den linken konto-Gestllschast A.-G. annehmen wird. Tas Aktienkapital be- ....... . ~ ' trägt 20 Millionen Mark und wird von den seitherigen Testhabern sowie der Diskonto-Gesellschast übernommen. Tie Firma E. Laden- lmrg in Frankfurt a. M. bleibt unter kommanditarifcher Vcteülgung seitens der Süddeutschen Diskonto-Gesellschaft A.-G. bestellen Das Aktienkapital ist demnach nicht so hoch bemeffen, wie kürzlich angegeben wurde: damals sprach man von 35 Millionen Mark. Wie weit die Diskonto-Gesellsckmft sich mit Aktienanteft beteütgt, ist aus obigen Müteilungen nicht zu ersehen. SchlietzUch wtw noch gemeldet, daß das Bankhaus Veit L. Homburger m KarlS- rrrhe an die neue Gesellschaft angegliedert werden soll. Hamburg, 16. Jan. In der heutigen Aussichtsratssitzung der Hamburg-Südamerika Nischen Dampfschlfs- fahrtsgesellschaft wurde beschloßen, bei der Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 8 Proz. gegen 6 Proz. im Jahre 1903 vorzuschlagen. Märkte. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. M. Fleischpreise in Gießev I Ochsen Kälber 1 Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 70-74 Mk. V, Kg. Schlachtgew. 81—83 Pf. V, „ „ 59-60 „ 7, Kg. 70-80 Psg. 7, h 70-74 r 7? „ 60-72 „ Teutschnatioualer KandLüngsgchitfen-Mröand. Ortsgruppe Gießen. Mittwoch bett 18. Januar, abends 9l/4 Uhr, findet im oberen Saale des Kaiferhofes öffentlicher Vortrag über: ,,Die KaufmannSgerichte und die bevorsteheubeu Beifitzerwahlen" statt. v17/1 Zahlreiches Erscheinen bittet ^er Borfianb. — Einen grossen Posten = Feine Damen-Wäsche Reisemuster wkiofi bedentend eatcr Preis. J. Kaan jr. Kreunplatz, 334 In Kapseln mit 2 Portionen zu 10 bezw. 15 Pig. ange- legentlichst empfohlen von C17/1 CaB*ä Schwaabg Hoflieferant. 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