Samstag 14. Oktober 1905 -tr. L42 Zweites Blatt 155, Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Lrschetnt täglich mit Ausnahme des Sonntag?. Die „Siebener Kamilienblätter" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^helsti^s Laad wüt" erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.V. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Airzeiger Gießen. Pferd jähr, gutes kauMd, prrii- rt zu verlaufen. 5 Mittffraße 21 Valitische Tagesschau. Im Reichstagswahlkreise Kattowitz ist ein Stock pole, ein Totfeind des Deutschtums, im ersten Wahlgange gewählt worden. Aber die auf den nationalen Bewerber fallende Stimmenzahl ist außerordentlich viel größer, als man nach dem konfessionellen Verhältnisse der Bevölkerung hätte erwarten dürfen. Die Protestanten und die Juden machen ungefähr 8 Proz. der Bevölkerung des Wahlkreises aus; wären nur ihre Stimmen dem liberalen Bewerber Voltz zugefallen, so hätte dieser, da im ganzen etwa 44 000 Stimmen abgegeben worden sind, nur rund 3 500 Stimmen erhalten können. Da auf ihn aber 7 700 Stimmen gefallen sind, so müssen mehr als 4000Katho- liken für ihn eingetreten sein; d. h. also: ein liberaler Kandidat hat mehr katholische als protestantische und jüdische Stimmen erhalten. Zum zweiten ist vom nationalen Standpunkte aus der enorme Rückgang der Sozialdemokratie zu begrüßen. Nach der Wahl in Essen meinte der „Vorwärts", der Singsang von dem Rückgänge der Sozialdemokratie würde wohl um einige Oktaven herabgestimmt werden und die „Dortmunder Arbeiterztg." sagte, die Geisterseher, die von unaufhaltsamem Rückgänge der Sozialdemokratie fabulierten, seien gründlich ad absurdum geführt. Bei der Kattowiher Wahl hat nun aber der sozialdemokratische Kandidat absolut etwa ebensoviel Stimmen verloren, wie seine Partei in Hessen gewonnen hatte, relativ aber ist der Verlust noch viel größer, denn in Essen haben die Sozialdemokraten nur um etwa */* zugenommen, in Kattowitz aber haben sie um mehr als die Hälfte abgenommen. Die Wahl in Kattowitz beweist somit, daß der bei den Ersatzwahlen der letzten Jahre beobachtete Rückgang der Sozialdemokratie tatsächlich vorhanden ist und daß der relative Erfolg in Essen nur auf die besonderen Verhältnisse dieses Wahlkreises zurückzuführen war. Größer noch als die N i e d er la g e der Sozialdemokratie ist die des Zentrums. Wie wenig man in den Kreisen des Zentrums an diesen Ausgang glaubte, geht daraus hervor, daß noch fünf Tage vor der Wahl das führende Zentrumsorgan Preußens schrieb: „Der Zentrum s- kandidat Kapitza wird entweder mit Korfanty oder mit Morawski sich in der engeren Wahl zu messen haben." Es schien dem rheinischen Blatte also sicher, daß der Zentrumsbewerber an der Spitze stehen würde und es schien ihm nur fraglich, mit wem er in der engeren Wahl zu kämpfen haben würde. Und freilich, nach dem Wahlresultate von 1903 schien ja diese Annahme gewiß ge- rechtfertigt, denn damals hatte der Zentrumskandidat vor dem nächstfolgenden Bewerber noch einen Vorsprung von über 8000 Stimmen. Diesmal hat er nur ein Drittel soviel Stimmen wie Korfanty, der fast noch mehr ein Totfcind des Zentrums, als des Deutschtums ist. Man erinnere sich nur an den von der Geistlichkeit des Wahlkreises gegen ihn angestrengten Beleidigungsprozeß. Und dieser kecke Verhöhner der Geistlichkeit wird von dem frommen oberschlesischen Volke gegen einen Geistlichen gewählt!! Interessant ist, daß die „Schles. Volksztg.", das Haupt- organ des schlesischen Zentrums, schreibt, das Zentrum habe mit der sehr wahrscheinlichen Möglichkeit zu rechnen, auch die anderen ReichstagSmanda te im ober- schlesischen Jndustriebezirk sowie die in Pleß-Rybnik und Ratibor bet' den nächsten Wahlen an die Radikal- Polen zu verlieren. MM t in jedem Duantmn (481 iniffe noch gut erhalt. [&M Erzieher, 2 Anzugs schwarz. Gelirockanzn' rll verk, Sonnenstr. 5,1 rschiedene alte holläE in -LelgemäldeaiäEichu» gemalt, zu verlausen, gliche Meldmaen ' an den Gieß. Anz. eck_ Die neuen Retchßfieuer«. —tt— Berlin, 13. DK. Daß bei den Beratungen über die Reichsfinanzreform!/ einstweilen kein Einverständnis unter den 9tein gierungen erzielt worden ist, verlautete seit mehreren Tagen in politischen Kreisen. Es dürfte auch zutresfen, daß sich infolge der Abänderungsvorschläge mehrerer Bundesstaaten die Einberufung des Reichstags verzögern wird. Bier- und Tabaksteuer, sowie die Stempelsteuer-Erhöhung sind, wie man vernimmt, weniger umstritten, als die R e i ch s e r b s ch a f t s st e u e r> die wegen der grundsätzlichen Bedenken gegen direkte Reichs- steuern auch in der preußischen Regierung Gegner hat. 1 ,________________ . ■.■■■/ daher vielleicht auch den Zweck gehabt haben, den ehemaligen hohen ProteKor zu kompromittieren. Für die Auftichtigkeit der englischen Staatsmänner Deutschland gegenüber erscheint besonders charakteristisch die Erinnerung an die Gründung des Anglo-German Union Club vom Juni d. I. Diese Bereinigung, deren Mitglieder sich verpflichten, die Freundschaft zlvischcn dem englischen und dem deutschen Volk zu fördern, hielt ihre konstituierende Konferenz ab unter dem Vorsitz keines Geringeren als — des englischen M i - nistcrs des Auswärtigen. Und in der Zahl der ausgezeichneten Persönlichleiten, die durch Zuschriften an das Komitee ihrem Beifall an der neuen Gründung Ausdruck gaben, befanden sich u. a. Lord Balfour, der Kriegsministcr Arnold Forster, Selbourne, der Herzog von Eonnaught. Von einer W ir ksa m keit des Frcundschaftsklubs hat man seither nichts gehört, sie würde sich auch schlecht zu- sammenreimen mit der Telcasiä in seiner Deutschfeindschaft bestärkenden Haltung der leitenden englischen Persönlichkeiten, die fast zu derselben Zeit kundaegeben sein muß, als man dem Gedanken der Gründung des Freundschaftsklubs nähertrat. Die „Voss. Ztg." wiederholt, daß die englische Regierung bisher^?eine Erklärung den Mächten gegeben hat. In demselben Sinne läßt sich das Schweigen her „Rordd. Allg. Ztg." deuten. Wären, wie Londoner Privatdepeschen behalten, „beftiedigcnde Versicherungen" des englischen Kabinetts in Berlin eingegangen, so würde sicherlich Fürst Bülow die Oeffentlichkeit von dieser beruhigenden Rote in Kenntnis setzen. Frankreich schüttelte Herrn Delcassö gründlich von sich ab. Tie unabhängige Pariser Presse fordert ihn auf, sich deutlicher zu erklären, wenn sein Verhalten nicht als der Ausbruch einer bei ihm eingetretenen Gehirn- erkrankung ausgelegt werden solle! Eine Rote der offiziösen „Agence Havas" meldet :Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß die in den Blättern erschienenen Erzählungen über die Zwischenfälle, die den Rücktritt Del- cafsös betreffen, und besonders über die Einzelheiten betreffend die Sitzung des Ministerrates, die dem Rücktritte Telcasfts vorausging, unzutreffend sind. »fercte • «SÄ [.Sessl« PierdcmSL--- t»"?7 5823 W Such®»* ,6(»be ® f% Deutsches Reich. Berlin, 13. Okt. Tre „Hohcnzollern" mit temt Kaiser an Bord, sowie die Begleitschiffe „Hamburg und „Slerpner" sind, wie aus Kiel gemeldÄ wird, heute von! Glücksburg dort eingelaufen. Die im Hafen liegenden Schiffe salutierten die Kaiserstandarte. Der Kaiser und die Kaiserin verließen heute abend die „Hohenzollern". Um 11 Uhp ging der kaiserliche Sonderzug nach Potsdam ab. — Reichskanzler Fürst Bülow wird voraussichtlich auf nächsten Sonntag von Baden-Baden wieder hier ein- tresfen. Alsdann sollen verschiedene dringende Fragen ex* ledigt werden. Auch das Staatsminifterium wird dann eines Sitzung abhalten. — Ter „Lokalanz." meldet, der Reichskanzler habe sich bereit erklärt, eine vom Vorstand des deutschen Städtetages in Fragen der Fleischteuerung ge* wählte Deputation zu empfangen. Ort und Tags des Empfanges stehen noch nicht fest. — Ter Oberlandesgcrichtspräsident v. Plehwe iw Königsberg i. Pr. begeht heute sein fünfzigjähriges Tienst- jubiläum. Jin Jahre 1879 wurde er zum Ersten Staats-, anwalt in Tilsit ernannt und kam darauf in gleicher Eigenschaft an das Landgericht in Königsberg i. Pr. Er blieb hier bis 1888, wurde dann Landgerichtspräsioent in Braunsberg und wurde 1890 Oberstaatsanwalt in Königsberg. 1897 erfolgte seine Ernennung zum Geh. Obberjusnz- rat, worauf er zwei Jähre später zum Präsidenten desf Oberlandesgerichts in Königsberg befördert wurde. — Eine hiesige Kvrrespondenz berichtet, daß im Bun* betrat eine Unterbrechung in den Verhandlungen!! über die Reich sfinanzreforrn, die im Ausschuß für^ das Finanzwesen vom 7. bis 10. d. M- beraten wurde, ein* getreten ist. Es scheint, die Pause dürfte dazu ausgenutzts werden, eine Verständigung herbeizusichren und neue Instruktionen bei den einzelnen Bundesregierungen einzu-» holen. Trier, 13. Oft. Tas Hinscheiden der Fraw v. Trotha, der Gemahlin des Oberbefehlshabers iw Teutsch-Südwestaftika, Generalleutnants Lothar v. Trotha, findet hier allgemeine Teilnahme. Frau v. Trotha, deren mehr als 80jährige Mutter noch lebt, war die Tochter des Mainzer Garnisonverwaltungsdirektor Neu-, mann und durch große geistige und körperliche Vorzügq ausgezeichnet. München„13. Okt. D^e Kammer der Abgeord^ n t e n setzte die Beratung über die 23 a h l r e ch t s an tr ä ge> fort. Ministerpräsident Frhr. v. Bodewils führte u. a. aus, ba£ Zentrum habe nicht versucht, durch Drohung mit Budgetverweigerung die Minister in der Frage der Mahb- kreiscinteilung zu beeinflussen. Auf eine Anfrage Cassel-, manns, ob er oder einer seiner Kollegen einen Ver, trauensbruch begangen habe, erwidert der Minister Handelsminister Möller hatte am Donnerstag mittag, wie uns eine Korrespondenz aus Berlin berichtet, auf Einladung des Chefs des Zivil- kabinctts, v. Lucanus, mit diesem eine längere Unterredung. Nach dem „Berl. Tagcbl." hat der Handelsminister sein Entlassungsgesuch eingereicht. Tie Ernennung Delbrücks zu seinem Nachfolger wird dem „Lok.-Anz." zufolge in den nächsten Tagen erfolgen. Tie Art, wie dem preußischen Handelsminister gewisser, maßen der Stuhl vor die Tür gestellt wird, muß es den Parlamentariern als einen zweifelhaften Vorzug erscheinen lassen, in die Regicrungswolken aufzusteigen. Bei der Be-, rufung Möllers ins preuß. Ministerium stürzten sich sogar Poeten in Unkosten, um das große Ereignis nach Gebüpr; zu feiern, was dem ?lbg. Richter zu einer sarkastischen Bemerkung im Parlament Anlaß gab. Besonderen Einfluß hat ja ein Handelsminister in Preußen nicht, das mußten auch die Vorgänger Möllers, die Exzellenzen Brefeld und v. Berlepsch, erfahre,' Ter „lange Möller" richtete noch we^ Niger aus, als diese, doch er hat einen Leidensgefährten in dem ftüheren konservativen 2lbg. v. Buchka. Tessen Tätigt keit als Kolonialdirektor war ein fortgesetzter erfolglosere Kampf gegen einflußreiche „Kulissenpolitiker" und gegen Widerstände in der Kvlonialabteilung selbst. Man sagt, daß auch Herrn Möller durch Geheimräte aus dem Handelsministerium, die sich auf dem schwierigen VerwaltungK- gebiet natürlich ganz anders auskennen als der industrielle. Fachmann Möller, verdrießliche Opposition gemacht wordew sei. In den Nachrufen, die ihm bereits geschrieben werden, heißt es- „Erreicht hat er herzlich wenig." Tas ist richtig! und wird besonders bedauert inbezug auf die Börsen- Novelle, von der es jetzt heißt, daß ihre Wiedereinbringung weit im Felde stehe. Tie Börsenkreise hatten auf Möllers Ministerschast Hoffnungen gesetzt, doch die Gleiche giltigkeit, mit der der leitende Staatsmann, Fürst Bülows der parlamentarischen Verschleppung dieser Vorlage gegen* überstand, ließ je länger je mehr erkennen, daß Möller hier keinen Einfluß geltend machen konnte. Er mag sich in der ihm im Grunde frcn.ben Welt der Bureaukraten nach und nach überflüssig vorgekommen fein, und von bec; Zukunft keine Aenberung versprechen. An Erfteulichexw wirb Exzellenz Möller ins Privatleben hinübernehmen eine hohe Orbensauszeichnung und bie Erinnerung an mehr*! jähriges Verweilen in einem der elegantesten Berliner, Ministerhotels, das sogar für ihn eigens neu hergerichtet- wurde^ Die Kriegsgefahr des vergangenen Sommers. Unter dem Titel „England und die Demission relcassss" veröffentlicht der „Figaro" einen Brief, aus welchem folgende interessante Einzelheiten zu entnehmen sind: Wenn auch kein b e stim m t s An g eb ot gemacht worden ist. so besteht doch ein gewisses Engagement Eng- ■ton b5 und Fran kreichs. Die Wahrheit über diesen Punkt sei Folgendes: Dor der marokkanischen Krise hat in dem Jahre, iviches nach Abschluß des englisch-französischen Schicdsvertrages v-rslossen ist, die englische Negierung mit der französischen diplmnatische Fühlung genommen, um fcstzustellcn, obFrank- ■»ich bereit tvärc, mit England einen Allianzvertrag ab- juschließen. Die französische Negierung habe sich mit Rück- sihl auf Rußland, toelrfjeS in einen Krieg mit dem Verbündeten lknilcmds verwickelt war, geweigert, die Frage zu erwägen. 86» c§ nQ($ den Änarchi sten Jaffai, auf welchen die Polizei schon längere Zeit fahndet. Jaffei ist beschuldigt, an der Er- mordung König Humbert,s von Italien beteiligt gewesen zu fein. Budapest, 13. Okt. Die hiesige Studentenschaft beschloß, Aufrufe an die tschechischen und polnischen Studenten zu richten, in denen es heißt, die ungarischen, tschechischen und polnischen Studenten müßten sich vereinen, um gemeinsam für die Freiheit zu kämpfen, selbst um den Preis der Revolution. mittags übergaben die Bürgermeister der vrachtvolle Lampe. Unt 3*/2 Uhr fand Provinzialdirektor Tr. Breidert ein und von S. K. H. dem Großherzog verliehene erlaß über bicL , den Bezirksamtmännern vielfach als Luft behandelt worden sei, und daß die späte Bekanntgabe der Urmahlbezirkseinteilung die Erledigung von Beschwerden unmöglich machte. Wenn der Minister so schwach sei, daß er auf die Bezirksamtmänner nicht mehr einwirken könne, fo wäre es an der Zeit, daß er einer stärkeren Kraft Platz mache. Easselmann (lib.) führt aus, das Ministerium werde das Zentrum niemals zufrieden stellen, wenn ihm nicht sämtliche Mandate verschaffe. Das Nürnberger Programm der bayerischer! Liberalen bedeute eine Einigung aller liberalen Richtungen zum Kampfe gegen die gemeinsamen Gegner, ohne die Selbständigkeit der einzelnen liberalen Organisationen aufzugeben. Tie politische Agitation der katholischen Geistlichen, die unverantwortliche Verquickung von Religion und Politik, die maßlose Agitation der Zentrumsagitatorcn im geistlichen Gewände, die selbst das Gebetbuch zum politischen Kampfe mißbrauchen, verschaffen dem Zentrum seine jetzige Mat. Tr. Hein (Ztr.) wendet sich, mit scharfen Dorten gegen Easselmann. Tic Liberalen seien bei den Wahlen dezimiert worden nicht durch die Agitation der Geistlichen, sondern infolge der Fehler ihrer eigenen Partei. Bei den Liberalen herrsche Uneinigkeit, das Zentrum da- mif Nr. 32035 (nach Mainz) 86280 (nach Offenbach) 55856 (nach Rudolstadt) 76610 (nach Kobnrg), Gewinne von je 5000 Mk. auf 9ir. 31071 21024 26802 78601 85305, Ge- Aus Stadt un6 AmrS. Gießen, 14. Oktober 1905. Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bureau deS Stadttheaters. Die erste Fre in d en v o rste ll u n g der Saison bringt am nächsten Sonntag nachmittag 3^/, Uhr Shakespeares „Kauf- Aus Pretoria wird gemeldet: Der Untersuchungsausschuß der Buren, welcher beauftragt war, die Lebensverhältnisse in Teutschsüdwestafrika zu prüfen, ist zurückgekehrt und veröffentlicht seinen Bericht, in dein es heißt, daß die Auswanderung der Buren in nung. Nach Schluß des offiziellen Teiles versammelten sich die Festteilnchmer im Saale zum Löwen. Geheimerat Pro- oinzialdirektor Tr. Breidert toastete auf den LandeSberrn, Pfarrer Weber auf den Jubilar. Lehrer Graulich feierte Geheimerat Tr. Breidert, Beigeordneter .Roth den Ober« amtSrichter Rausch. Tiefgerührt dankte der Jubilar für die ihm in so reichem Maße gewordenen Ehrungen. Noch lange hielten die gastlichen Räume zum Löwen die Festteilnehmer zusammen, wobei noch manche Ansprache gehalten wurde. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, sein zum Segen der Gemeinde verwaltetes Amt noch lange Jahre zu führen. R. B. Darmstadt, 13. Okt. Der hiesige Landgerichts» rat Tr. Buff, nationatliberater Landtagsabgeordneter für Darmstadt, ist sicherem Vernehmen nach soeben in das R eichsju st i z a m t in Berlin berufen worden. Dr. Buff, der bekanntlich auch als einziger hessischer Jurist der Reichs- kommission für die Umorbcitung deS deutschen Strafrechts angehört, wird zunächst das 9(mt eines vortragenden NatS provisorisch übernehmen und seinen neuen Posten in Berlin bereits mit Beginn der nächsten Woche antreten. Tr. Buff bat sich in den Jahren seiner hiesigen Tätigkeit namentlich auch als Vorsitzender der Kammer sür Handelssachen und des Gewerbegerichts allgemeine Achtung und Sympathie erworben, sodaß man ihn nur sehr ungern von hier scheiden sieht. Zum Nachfolger des Justizministers Ewald als Reichsgerichts rat ist Oberstaatsanwalt Dr, Schmitt in Mainz ausersehen. sd. Darmstadt, 13. Okt. Der Architekt Peter Birkenholz in München, der vom Großherzog eine Berufung in die Künstlerkolonie erhalten hatte, hat abgelehnt, weil er hier nicht mit Professor Olbrich kollidieren wollte nnd in München mehr verdient, als dies in Darmstadt möglich wäre. Neuerdings schweben mit einem anderen Münchener Künstler Verhandlungen wegen seines Eintritts in die Künstlerkolonie, die voraussichtlich Erfolg haben werden. — Professor Scharrvogel aus München, der, wie schon früher mitgeteilt, die Leitung des Großh. Keramischen Instituts übernimmt, siedelt Mitte November hierher über. DaS Keramische Institut ist zur Zeit im Bau begriffen. — Das hiesige BiSrnarckdenkrnal soll am 1. April, nm Geburtstage des Reichskanzlers, feierlich enthüllt werden. Groß-Umstadt, 12. Oft. Der Raubversuch an dem Lehrling des Kaufmanns Max Roth hier auf der Straße von Groß-Umstadt nach Dieburg an den sogenannten Drei Brücken hat sich als ein von dem unreifen Jungen ersonnener Schwindel erwiesen. Nachdem durch zahlreiche Streifen seitens der Gendarmerie keinerlei Anhalts- punkte gefunden werden konnten, bequemte sich das 14V3 Jahre alte Bürschchen dank den Bemühungen deL Wacht- meisters Schneeberger zu Groß-Umstadt, einzugesteben, daß er die ganze Anfallgeschichte erfunden habe, weil 'er nicht mehr den Weg von Groß-Umstadt nach Dieburg gehen wollte- mann von Venedig" in gänzlich neuer Ausstattung. Das Werk hat bekanntlich als Eröffnungsaufführung schon sich durch Ausstattung und Darstellung lebhaften Beifalls zu erfreuen gehabt und wird in dieser Fremdenvorstellung m derselben Gestalt ohne Kürzung gegeben werden. Das gesamte Personal ist in der Vorstellung beschäftigt, deren Ende gegen 6 Uhr stattfindet. — Am Sonntag "abend 8 Uhr findet eine Aufführung des unterhaltenden Volksstückes „Die Herren Söhne" statt, die dadurch besondere Anziehungskraft ausüben dürfte, daß unsere Balletmeisterin Lina Oldini — früher Balletmeisterin am Straßburger Stadttheater — sich im ersten Zwischenakt des Stückes in einem graziösen „spanischen Tanz" dem Publikum vorslellen wird. *’ Das Promcnadenkonzert unserer Regimentsmusik findet morgen, Sonntag vormittag lli/z Ühr, ui der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Krönungsmarsch a. d. Oper „Der Prophet", von Meyerbeer. 2. Schatz- Walzer, von Strauß. 3. Fantasie ans der Operette „Die Asrikareise", von Suppe. 5. Auf hoher Warte! Marsch von Gageur. '* Unsere Reg imentSrnnsik konzertiert morgen (Sonntag) nachmittag im Neuen Saalbau. Wie aus dem gestrigen Inserat ersichtlich, werden die Konzertbesucher mit den neuesten Berliner Schlagern aus Paul Linckes jüngstem Schwank „Bis früh um Fünfe" bekannt gemacht. Der so schnell bekannt gewordene geschickte Operetten-Komponist hat auch in seinem neuesten Werke seinen herrlichen musikalischen Humor reichlich fließen lassen. Auch Morena ist mit feinem neuesten Potpourri „Aus dem Berliner ParadieS" vertreten. "Die Einweihung des neuen Museums irn alten Schloß am Brandplatz fand heute vormittag 11 Uhr statt. Die Uebergabe an den Oberhessischen Geschichtsoerein erfolgte durch Oberbürgermeister Mecum, worauf der Vereinsvorsitzende, Geh. Hofrat Professor Dr. Bchaghel eine die Bedeutung des Tages würdigende Ansprache hielt. Eine Besichtigung des Museums schloß sich an. Um 2 Uhr sand im kleinen Saal des Gesellschaftsvereins ein Festessen statt. (Näherer Bericht folgt.) " Einbruch. Ein Wirt von der Grünbergerstraße fuhr geltem abend 11 Uhr, nachdem er sein Lokal geschloffen, mit seiner Familie nach der Stadt, um einen befreundeten Wirt zu besuchen. Diese Gelegenheit benutzte ein Dieb zum Einsteigen durch das Küchenfenster und entwendete neben Eßwaren etwa 10 Mark aus dem Musikinstrument, eine silberne Damenuhr und diverse Zigarren. Als der Wirt nm 1 Uhr aus der Stadt zurückkehrte, bemerkte er alsbald öen Dieb'tahl. Der gegen einen der gerade anwesenden Gäste ausgesprochene Verdacht bestätigte sich nicht. "Ueber den Bau und Betrieb von Warenhäusern veröffentlicht soeben, wie wir der „Frkf. Ztg " entnehmen, das Großh. Ministerium die von ihm auS- gearbeiteten Bestimmungen. Den Anlaß gaben die im I"' und Ausland m den letzten Jahren vorgekommenen zahlreichen Warenhausbrände. Es werden besondere Maßnahmen m baupolizeilicher, feuer- und sichcrheitspolizeilicher Hinsicht in bezug auf den Bau und den Betrieb von Warenhäusern getroffen. eine Frau aufVerlangenihresMannes ' 111 elnc ervenanpalt sich begeben? Ehegatten sind zur ehelichen Lebensgemeinschaft einander verpflichtet. Aus diesem ■ safce zieht das Reichsgericht eine wichtige Kvnsequenz Tie > Klägerin hatte auf Scheidung gellagt. Sie im ab- worden. Ter Mann batte Wiederherstellung kr ' ehelichen Lebensgcmemsckstift gefordert, und als sich seine Frau ' Ate ßffolera Ter preuß. „Staatsanz." meldet: Vom 12. bis zum 13. Oktober mittags sind im Preußischen Staate feine choleraverdächtigen Erkrankungen und keine Todesfälle an Cholera amtlich gemeldet worden. Tie Gesamtzahl der Cholerasälle beträgt bis jetzt 271, wovon 90 tätlich verliefen. Dagegen wird von anderer Seite gemeldet, daß in Berlin als choleraverdächtig der 47 Jahre alte Händler Gustav Mascha in der Isolierbaracke des Krankenhauses Moabit untergebracht worden, und daß in Schönmoor im Kreise Elbing ein Zimmerlehrling, der in Hohenwalde im Kreise Marienburg gearbeitet hatte, unter dem Verdacht der Cholera gestorben ist. ä«6ri9i"s len °>" , (t,0Ii>e Ut Sol i*n r™ ..-richt' >0 D°pp' » Set! $•£- Acutsch-Südwestasrika. W. B. meldet amtlich: Durch Erkundung wurden stärkere feindliche Kräfte anscheinend unter Hendrik Witbooi und Simon Köpper, östlich von Aubes festgestellt. Major v. Estorff vcrsammelte'2 Kompanien und 21/2 Batterien in der Linie Persip-Amadab-HaruchaS gegen sie zum Angriff. Morenga und Morris sind aus den Gr. Karrasbergen nach dem Süden abgezogen. Ersterer hatte früher verschiedentlich Verhandlungen wegen feiner Unterwerfung angeknüpft. Jetzt soll er aber erklärt haben, daß er bis zum letzten Mann kämpfen werde. Weiber und Kinder will er auf ein englisches Gebiet nach Pella, etwa 75 Kilometer südöstlich von Warmbad, bringen. Zum Angriff gegen Morenga und Morris ist Oberstleutnant v. Semmern im Vormarsch begriffen und hat mit 5 x/2 Kompanien und mit Maschinengewehren die Linie Amas-Hudab-Dawignab erreicht. Cornelius hat sich von Morenga und Morris getrennt und ist aus den Großen Karrasbergen in nord- westl. Richtung an Keetmannshoop vorbei, abgezogen. Er hatte angeblich die Absicht, sich m i t H en d ri k W i tb o o i zu vereinigen, über dessen Flucht nach Osten er nicht unterrichtet war. Er wird durch eine Abteilung von 70 Mann und einem Geschütz unter Hauptmann v. Lettow verfolgt. Ein Telegramm aus Windhuk meldet wieder mehrere Verluste. Gestorben ist u. a. am 9. Oktober im Lazarett zu Swakopmund an Typhus und Darm bluten: Militär- und Krankenwärter Gustav Jung vorn Infanterie- Regiment Nr. 116. (N. Hess. V.) Marburg, 11. Okt. Lehrer Menge! aus Wiesenfeld, der die 15jährige Tochter deS Landwirts Kinkel dort eines Nachts im Juni ohne Veranlassung erdolchte, wurde nach einer sechSwöchentlichen Beobachtungszeit in bet Landeshellanstalt entlassen. Man wunderte sich damals, daß er, obwohl für geistig unzurechnungsfähig erklärt, trotz der Gemeingefährlichkeit seines Zustandes dennoch auf freien Fuß gesetzt wurde. Erst jetzt hat ihn >em Bater „ m einer Privatheilanstalt untergebracht. Ein zweiter ähnlicher Fall betrifft einen Arbeiter Becker, der vor etwa einem Jahre ohne Veranlassung in Gladenbach einen jungen Mann erstach und wegen seines Geisten- zustandeS außer Verfolgung gesetzt wurde, noch heute frei nm h erlauft. Er soll für ungefährlich erklärt worden sein, obwohl es, nach der „Franks. Ztg.", nicht das erstemal mar, ?arVV!nC"^n,$en mit dem Messer angefallen hat. Eine solche Praxis ist vom Standpunkt der öffentlichen Sicherheit schwer zu verstehen. J 1 ^arbutg, 13. DFt. Im letzten Mannöver trafen, nach dem -Werraboten- zwei Fähnriche des Infanterie- Regiments Nr. 3. aus der Garnison Meiningen in einem Restaurant nut einem Einjährigen des Marburger Zager-Bataillons zusammen. Die Fähnriche, welche Russische Hleuigkeiten. In Petersburg verstarb plötzlich der Rektor der Moskauer Universität, Fürst Sergius Trübe tzkoy, einer der hervorragendsten Kämpfer des Liberalismus bei der Einführung der Volksvertretung. Fürst Tru- betzkoy hatte eine längere Unterredung mit Minister Glasow, in welcher er für die volle Autonomie der Universitäten eintrat, und nahm an der Sitzung zur Ausarbeitung des neuen Universitätsreglements teil, während deren ihn der Schlag rührte. In dem Verltorbenen verliert Rußland einen Mann mit hohen politischen Idealen, den Träger einer festen poli- tifdjen Idee, die er seinerzeit auch unerschrocken vor dem Zaren entwickelt hat. In Moskau dauern die Unruhen fort. Die Streikenden errichteten Barrikaden, gegen welche die Kosaken vorgehen, wobei zahlreiche Mannschaften und clma 20 Aufrührer verwundet wurden. In der Fabrik von Dobrow und Nabholz in Moskau war die Einstellung der Abeit von einer blutigen Schlägerei zwischen streikenden Arbeitern und Streikbrechern begleitet. Auch in den Möbelfabriken und großen Tischlereien ruht die Arbeit. Dichte Arbeitergruppen durchziehen die Fabrikviertel und zwingen ihre Kollegen, die Arbeit niederzulegen. Auf der Dolgorukowskaja kam es vor der Möbelfabrik Siebert zu einem blutigen Zusammenstoß. Die Arbeiter feuerten auf den Polizeileutnant Bunar, der vor der Fabrik Wache stand und auf einen Schutzmann, der sich in seiner Nahe befand, Nevolverschüsse ab. Die beiden erhielten gefährliche Kopfwunden und mußten nach dem Hospital transportiert werden. In KraßnojarSk wurde bei der Rückkehr vom Theater Polizeimeister von Eydmann in Gegenwart seiner Familie durch 6 Schüsse getötet. darauf bezog, daß sie hysterisch und ihr Zustand derartig fei, daß sie ohne Gefahr für ihre Gesundheit die häusliche Gemeinschaft nickt fortfeton könne, hatte er beantragt, sie zu verurteilen, sich auf seine Kosten in eine Nervenheilanstalt zu begeben und dort so lange zu bleiben, bis diese Gefahr beseitigt sei. Diesem Antrag hat das Gericht entsprochen und das Reichsgericht hat die Revision der Frau zuruckgewiesen. Nach § 1353 V. G. B. sind die Ehegatten einander zur gegev- seitigcn Treue, zu gegenseitigem Beistand, zum Zusammenleben verpflichtet. Wenn eine solche Pflicht in einem Verhältnis vorliegen würde, auf Grund dessen es sich um Geld und Gut handeln würde, so würde offenbar der Verpflichtete nach Treue und Glauben etwaige öinbernffe beseitigen müssen, die der Er- füllung seiner Vervflichtung entgegenftünben. Ebenso ist es Pflicht der Ehegatten, alle öinbemiffe aus dem Wege zu räumen, bie der Pflicht entgegenstehen, in ehelicher Gemeinschaft miteinanber zu leben. Wenn in der Tat eine Frau hysterisch ist und nicht ohne Gefahr für ihre Gesimbheit bie eheliche Gemeinschaft fortsehen kann, so muß sie eben bazu Mitwirken, daß diesem Zustande abgeholfen wird: Ke muß sich in eine Heilanstalt begeben und dort Gesundung suchen. Sic hat sich zu fügen, weil der Mann ein Recbt auf eheliche Gemeinschaft hat. Tas kann er nicht auSüben, wenn seine Frau nicht gesund ist. Um wieder gesund zu werden, muß sie sich in eine Heilanstalt begeben. Tas Urteil ist von einschneidender Bedeutung. Z-rauen suchen sich so schreibt unser Jurist — recht oft der ehelichen Pflicht dadurch zu entziehen, daß ste Krankheit vorschühen. Der Mann konnte bisher nichts tun. Künftig wird bie Frau sich nicht allein in eine Nervenanstalt, fonbem auch z. B. in ein Frauen bad begeben müssen, um dem Manne nicht nur die eheliche Gemeinschaft im allgemeinen, sondern auch die geschlechtliche im Besonderen ohne Gefährdung ihrer Gesundheit leisten zu können: denn auch darauf hat der Mann ein gesetzliches Recht. g. Nieber-Bessinqen, 12. Oft. Heute beging bie hiesige Gemeinde ein seltenes Fest. Bürgermeister Horst, der sich sowohl hier wie bei der Behörde größter Werfchätz- ung erfreut, feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. Am Vormittag erschien bei dem Jubilar unter Führung deS Beigeordneten der OrtSvorsiand und überreichte als Ehrengeschenk der Gemeinde einen wertvollen Regulator. Nach- - Dem ®t Ä »hm man noch Emer ort »'»arbeiten la des Ganze» wird, iic eine d-r 9«** 6tenen - iK - J?“ erforderte, so M Jufti hat bie, ga ausitellen lassen, Bild so viel als wirrenden Embri zu begegnen - schattenreich der dahin; bie M neue Gesonitkatal Kmjten von der auf eine einhcW raliuen mit den Es ist dies cinfo Wandanstrich nc vereinigten Gen» unterstützende o gab. Leicht m sammlnng doch kann darin ni werden wie in lammt, Zeiten nn Ganzen ei Dennoch ist bt sehen läßt, bai envoijenen Wc ioldien Räumen Hagen geltend n - «Tatz L oerautzgegebeu \ souale, dlolocD hält viele roix1 voller Wirkung Wiewardd Die ftrau aus unsere (3ei Wiiraer Arbeit, -er Mai und d Zeughaus" . Mainz, 1 Krehes Sckuui fa'en übrig gel Wüern 13737 eingetragen habe, vmiMyml Nerz, bei Mattel für Mmel s uimnstn mmgen. In eine ntm Vorkommen ^demie, Gener ™ dahin, da Menscki ft §°mng des seine persöi -Everitandiae f lassen. ÄW Geistesstörungen iEagte schon fe L,,d°SH-lb M *™lr?9i 3 Ich 2'ra™i 3»6n Wt vernrt obzü N«ung au6§ TMt, hast j ^"'Nassl'hio Präsident, daß er auf solche Anfragen keine Antwort gebe, idem allg. internationalen Brauch unterzeichnet werde, sowie g (Ztr.) beschwert sich, daß der Ministerial- betr. die Aufhebung der geltendcu Bestimmungen über das Bildung klc't'er er Urwahlbezirke von Unionszeichen in der schwodisch :t ?.:.iTer Regiecungs- yipM L-M1 MW Zen müssen •nben k ? die bet re, ^meins^st b:!; j bilftcrifrf. ‘'-nDn^ ! •blc ehelL V "‘ 'M - 'N eine &•, Bt, fe' * "eine5, 5 " Ut edeutunq SÜ b-geber, ft oft der LZ * "°-E'die"LA ift® S;6eiik dem, b« !^"weiileib°r» f|oc.b' »*t «erldjj: *' m!« Äninq bei "b-michk 01s 6to„, öden SRcflufafor. 3|^, b'r Uingcqenb ein, . 'Qn& !tch Geheimere "Nb überbrachte bit Z^ne Orbensauszeich, 5f,le§ versammelten fi6 °men. Geheimerat Pro- eie auf den LanbeSberrn ^hrer Graulich feiert mter Roth den Ober wlte der Jubilar sü rdencn Ehrungen. Roä zum Löwen die FesltA anche Ansprache gehalte: vergönnt sein, sein zun nn noch lange Jahre z; Der hichge LandgcriW LandtaqSabgeordneter i? 'n nach soeben in k; uien worden. Tr. $itf, Mcher Jurist der Reilbt» deS deutschen CtrafreK eines nortrngenben fflol: neuen poften in Beck 5)e nnfreten. Tr. M n Sätigfeit namentlich : Handelssachen unb bei ad Sympathie envorben, )on hier scheiden sieht. Ewald als Reichs« )r, Schmitt in Mainz Ter Architekt Pete, ii Grobherzoy eine Br. hatte,hat abyelehnl h kollidieren wollte m! in Darmstadt möglii iem anderen München Eintritts in die Künftl» haben werden. - ünchen, der, wie fö» Grohh. Keramisch» November hierher M t im Bau begriffen. - al foll «m 1- «ck feiert,d) enf6üat ®* ^Cr Raubversuch » M hier aus n den sogenannten ^ n unreifen Jung n Nachdem durch r° «wie "“S'Ä bequemte H B-mUhimS-" . b„i 'den habe, w i fc « er Dengel ausW'e^ I r b,5 M®lrtS/f X . n ®'obÄ «n* M nmnbedeM ; erlitt fst einen ^lu Aladen' Seranlaffungn^^, i letzten *^‘[5 I' i «i4.‘ in ei- iftt **fi"*£ ** Kleine Mit "Mn n ii § Neffen und den von einem Revolverschuß verletzt. Handel des Gelsenkirchen Bergwerk . 244.75 Oberschi es. Eisen-Industrie 139.75 115.00 Berliner Börse, 14. Okt, Anfangskurse. Total-Ausverkauf Kaufhaus S. Elsoßer Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Schuckert . Esch weil er Bera’werk 146.60 137.90 274.80 Hauptgeschäft: Marktstrasse 27. . 255.R0 . 139.70 100.80 88.95 100.95 8915 100.00 . 269.30 . 133.75 . 175.10 . 150.60 . 242.30 . 105.80 . 167.90 101.50 101.10 96.60 00.00 68 50 68.00 97.00 94.70 90.50 137.50 53.85 Harpener Bergwerk Laurabütte . . . Nordd. Lloyd . . Harpener Bergwerk Laurahfltte . . Lombarden E. B. Nordd Lloyd . . . Türkenlose . . . verhaftete 18 Studierenden Tokio, englischen stücks täfel brachte einen Admiral Noel . 90.50 . 68 50 . 97.75 3M7c 356 3>67c 356 3167c 3167, Reichsanleihe do. Konsols . . do. . Hessen . . Oberhessen Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: fest. Na chb a r st ag t e n. Das Hotel Stinner in Herdorf ist fäll fit di für den Preis von "5 000 Mk. in den Besitz des Herrn Rod. Giesler ans G i e st e n, Oberkellner im Hotel „Deutscher Kaiser (Witwe Kattwinkel) übergegangen. Die Uebernahme erfolgt nm 1. Februar n. I. 9Irjt Dr. Volbeding wegen Sittlichkeitsverbrechens zu verantworten. Der Angeklagte erhielt 13 Monate Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust. Er wurde seinerzeit zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt und ihm das Toktorvrädikat entzogen. Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn Arbeiterbewegung. Gera, 13. Olt. Die der Ortsgruppe Gera des Verbandes der sächsisch-thüringischen Webereien angc^örigen Weberei-Be- triebe beschlossen heute nachmittag, sämtlichen 12 000 Stuhlarbeite. rn für den 27. Oktober zu kündigen, da sich die Voraussetzung, dast bis Donnerstag abend in den vier Betrieben, in denen die Arbeiter heute vor acht Tagen zum größten Teile gekündigt haben, eine genügende Anzahl von Arbeitern sich zur Fortsetzung des Arbcitsverhältnisses bereit erklären würde, nicht erfüllte. Die notwendige Folge dieser Kündigung wird, wie die „Ger. Ztg." meldet, sein, dast in der nächsten Woche die Schließung der sämtlichen zum Verbände der sächsisch-thüringischen Webereien gehörigen Betriebe angeordnet werden wird. — Gestern erschienen in zwei Textilbetrieben nur je cm Arbeiter. Die Stimmung der Arbeiter ist kampflustig. Berlin, 13. Okt. Tie streikenden Schraubendreher haben heute dem Anträge der Streikleitung zugestimmt und sich zur Wiederaufnahme der Arbeit bereit erklärt. Dagegen haben sich die streikenden Lagerarbeiter diesem Anträge gegenüber ablehnend verhalten. Türkenlose..... 456 Griech. Monopol-Anl, 4 56 äussere Argentinier 37O Mexikaner . . . 4J67o Chinesen . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W. . . . Tendenz: fest. von den städtischen Behörden ein geloben. Ueberall herrschte das herzlichste Einvernehmen. . 175.50 . 151.00 . 242.50 . 185.20 . 192.70 . 168.00 . 212.00 Briefkasten der RkdalUiaa. (Anönhme Anfragen bleiben nnl'erücksichtigtl. P. N. Die in unserer Nr. 240, 2. Blatt, erwähnte kleine Schrist des Hamburger Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. F. Sieveking: „Die Hamburger Universität", erschien in Otto Meißners Verlag iu Hamburg. Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse. 14. Okt., 1.15 Uhr. . 23.50 . 145.20 . 127.20 13. Okt. (Reuter.) Admiral Noel und die Offiziere waren heute zur Früh- im kaiserlichen Palaste geladen. Ter Kaiser Trinkspruch auf König Eduard aus, einen Toast 'auf den Kaiser von Japan. Ferner gab der Mayleklub ein Festmahl zu Ehren des Admirals Noel. Tie Mannschaften des englischen Geschwaders waren . 220.50 . 00.00 . 23.60 . 133.30 . 00.00 aller durch das betroffene Brandanglück beschädigter Waren betreffend, bitte ich verehrl. Publikum zum Zwecke pünktlicher Bedienung, möglichst «B* zu die Einkäufe VOPßlUittagS machen. £111111 und Wissenschaft •* Dem Stüde lschen Institut in Frankfurt ist letzthin ergangen wie einem alten Familicnschmuck, den man nach Erwerbung eines überaus wertvollen Steines derart umnrbcitcn lässt, daß das Prachtjuwel zum Mittelpunkte des Ganzen wird, während dieses in allen seinen Einzelheiten durch die veränderte Fassung zu einer weit besseren Wirkung gelangt als früher. Wenn der neue Rembrandt, der eine der grausigsten, mit unerbittlichem Realismus gemalten Szenen — die Blendung SimsonS — in die bestrickendste Farbenpracht taucht, notwendig einen beherrschenden Platz erforderte, so ist man dabei nicht stehen geblieben. Direktor Justi hat die ganze Sammlung neu geordnet und ausstellen lassen, wobei ihn zweierlei leitete: einmal jedes Bild so viel als möglich zu isolieren, um dadurch dem verwirrenden Eindrücke der Ueberfüllung im einzelnen Raume zu begegnen — wie weit sich das machen liest, ohne das Schattenreich der Rumpelkammer merklich zu vermehren, steht dahin; die Umgestaltung ist noch nicht ganz beendet, der neue Gesamtkatalog noch nicht erschienen; dann aber nach Kräften von der feinen modernen Kunst Nutzen zu ziehen, die auf eine einheitlich-harmonische Zusammenstimmung deS Dekorativen mit dem Wesentlichen sich so wundervoll versteht. Es ist dies einfach dadurch versucht worden, daß man den Waudanllrich nach den vorherrschenden Farben der im Saale vereinigten Gemälde bestimmte und ihnen so eine die Wirkung unterstützende oder ein erfreuliches Gegengewicht bietende Folie gab. Leicht war es nicht. Denn da eine öffentliche Kunstsammlung doch immer der allgemeinen Belehrung dienen soll, kann darin nicht so unsystematisch geschaltet und gewaltet werden wie in einem Privatmuseum, wo es nicht darauf ankommt, Zeiten und Stile durcheinander zu würfeln, wenn cs im Ganzen eine aparte Farbenharmonie zu erzielen gilt. Dennoch ist das Experiment gelungen, was sich daraus erleben lässt, daß die Wirkung der verschiedenen, immer wohl «erwogenen Waudsärbung sich unaufdringlich als ein in solchen Räumen ungewohntes Gefühl von Wärme und Behagen geltend macht. — „Das Leben" ist eine neue illustrierte Wochenschrift, «nerausgegeben von Arthur Kirchhoff. Die Zeitschrift behandelt Soziale, biologische, philosophische und künstlerische Fragen und enthält viele wirkungsvolle Illustrationen, die Kunstdruckpapier zu voller Wirkung bringt. Das erste Hest enthält: Robert Saudek: Wie ward der e r ft e Gott geschaffen. Fritz Mauthner: Die Frau aus dem Tierpark. Prof. Wilh. Engelmann: S in b untere G e n u st mittel Güte? ' Arthur Kirchhofn Der Würaer Arbeit. Paul Leppin: Tanz und Erotik. Julius etmbc : Der Mai und die Liebe _____ mandosprache. Moskau, 13. Okt. Unter den Beamten der Stadtverwaltung ist eine Bekanntmachung im Umlauf, in der sie aufgefordert werden, sich dem Aus stände der Arbeiter an zu schlie tz en. Dorpat, 13. Okt. Die Universität ist wegen der Versammlung der Studierenden, die wegen der kürzlichen Verhaftung von acht Kommilitonen stattfand, zeitweilig geschlossen worden. Beim Verlassen der Versammlung sang ein Teil der Studierenden auftübrerische Lieder. Tie Polizei von ihnen. Ein Polizist wurde von einem nur eine einfache Litewka ohne Gradabzcichcn trugen, stellten den Einjährigen zur Rede, weil er sie nicht gegrüßt hatte, der daraus erwiderte, das habe er nicht nötig; für ihn seien beide einfache Soldaten. Es entwickelte sich nun ein Wortwechsel, in dessen Verlauf der Einjährige die beiden Fähnriche tätlich angriff. Natürlich kam die Sache vor ein Kriegsgericht, das aber den Einjährigen freisprach, weil er nicht hätte wissen können, daß er c5 mit Vorgesetzten zu tun hatte. Nun folgte eine Forderung. Die Fähnriche kontrahierten auf Pistolen, der Einjährige dagegen, als Marburger Burschenschafter, bestand auf seinem Recht, die Waffen zu wählen, und entschied sich für Säbel. Das Doppelduell wurde ausgcfochten und der eine Fähnrich soll erhebliche Verletzungen erlitten haben. — Die Richtigkeit dieser Darstellung müssen wir dem „Werraboten" überlassen 4 % Oesterr. Goldrente. . 4xI6% Oesterr. Silberrente 4-6 Ungar. Goldrente . . 496 Italien. Reute . . . 4 96 Portugiesen Serie I . 396 Portugiesen „ III 4167o russ.Staatsanl. 1905 4)6°'n Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 noch die französische Regierung zeigen vorläufig die Neigung, mit Erklärungen bemr^utreten — Nachdem weiter m dem Telegramm der „Köln. Ztg." das Dementi in der «avaS- N 01 e als vollständig ungenügend und nur geeignet bezeichnet worden ist, den Verdacht eher zu verstärken, alS zü entkräften, und nachdem betont worden ist, daß die Angelegenheit ohne Zweifel in der französischen Kammer und im englischen 4?ar> lament erörtert werden wird, b-ifst es zum Schlüsse: Wenn auch die KlärungSarbeit in erster Linie Sacke Frankreichs und England? ist, bat sie doch auch für Deutschland ein sehr berechtigtes Interesse. .Handelt c5 sich auch zum Glück um eine durch die Ereignisse überholte Gefahr, so ist es doch natürlich, dast man in Deittscl'lmid den weiteren Verlauf der Angelegenheit mit großer Aufmerksamkeit verfolgen muß, weil wir au? ihr manches lernen können. Hamburg, 13. Okt. Professor Hans T i e ck h 0 f \ von der Technischen .Hochschule in Eharlottenburg ist. wie da? „.Hamb. Fremdenlb." meldet, zum technischen Direktor der Wörmann- und Ostafrikalinie ernannt worden. München, 13 Okt. (Abgeordnetenhaus.) Ter An« trag der Sozialdemokraten wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Liberalen ab gelehnt, .ebenso der Primärantrag der Liberalen auf Proportionalwahl: dagegen werden der Zentrum santrag und der Eventualantrag der Liberalen einstimmig einem beinnbemt Ausschuß überwiesen. London, 14. Okt. Von hoher diplomatischer Seite wird versichert, daß di" Negierung dem deutschen Botschafter über die Enthüllungen des „Matin" Erklärungen gegeben habe, welche die deutsche Regierung voll befriedigen. (?) Der „Matin"-Zwischenfall gilt damit als abgeschlossen. (?) Tie englische Regierung habe die bereits im Mai gegebene beruhigende Versicherrung bezüglich der Entente cordiale mit Frankreich jetzt wiederholt. Rom, 14. Okt. Der Pariser Krorespondent der „Patrik berichtet, daß in dem Ministerrat, in dessen Verlauf Tel- cassö demissionierte, der letztere, nachdem er die Versicherung einer englischen Unterstützung im Kriegsfälle gegeben hatte, auch ein Schriftstück vorlas, wonach Italien sich verpflichtet hätte, im Falle eines deutsch-französischen Konflikts strikte Neutralität zu beobachten. (??) Ter Korrespondent versichert, diese Information von einer hohen Persönlichkeit aus der unmittelbaren Umgebung Telcassö erhalten zu haben. Mailand, 14. Okt. Ein japanisches Geschwader unter dem Kommando des Admirals Togo besucht baldigst Livorno, Genua, Neapel und Palermo. Togo und die Ofsiziere werden sich nach Rom begeben, wo der König sie empfängt. Wien, 14. Okt. Die Entscheidung ist erfolgt. FejervaryS Ernennung zum Ministerpräsidenten wurde vollzogen. Feiervarvs Programm soll fast alle Gebiete des wirtschaftlichen unb sozialen Lebens umfassen, mit Ausnahme der Kom- Zenghanptmann Künemund vor dem Kriegsgericht. Mainz, 13. Olt. Ter heute vernommene Bücherrevisor Kr e'h es bekuni d'ß die Führung der Bücher sehr zu wünschen übrig qele'''n habe. Während der Angeklagte in den Büchern 13 737 Ml. bezahlt an den Dachdeckermeister Märtel, eingetragen habe, seien in des letzteren Hauptbuch nur 9619 als vereinnahmt verzeichnet. Ter Sachverständige halt aber die Micher des Mart'l für keine besonders zuverlässigen. Im Hauptbuch Martel's stimmten die Beträge nicht mit seinen ausgeltellten Rechnungen. In einem ordentlichen Geschäftsbetrieb durfte ^artiges nicht vorkommen. Ter Subdirektor der .Friedrich Wilhelm- Akademie, Generalarzt Tr. Kern, schloß fein eingehendes Gutachten dahin, dast der Angeklagte ein stark übermüdeter aber normaler Mensch sei. Künemund leide an einer allgemeinen Erschöpfung des Nervensvstems. Die Arbeit des Angeklagten sei für seine persönliche Leistungsfähigkeit zu viel gewesen, xer Sachverständige emvfahl dem (Mernftt, mildernde Um stände walten zu lasstn Ter Sachverständige Tr. Risch aus der Jrren- enstalt Eichberg behauptet, dan Künemund an vorübergehenden Geistesstörungen leide. Er müsse dabei bleiben,^ daß der Angeklagte schon seit etwa fünf Jahren an diesen ^torungen lewe unb deshalb unzurechnungsfähig sei. Kriegsgenchtsrat Brendel beantragt 3 Jahre Gefängnis, Anrechnung der Untersuchungshast von einem Jahre und Entfernung aus dem Heere. Das Kriegsgericht verurteilte Künemund zu 2^2 Jahren Gefängnis abzüglich ein Jahr Untersuchungshaft und Entfernung aus d e m H e e r e. Das Gericht zog mildernd tn Betracht, dast der Angeklagte geistig minderwertig, aber doch zurechniinasfähia sei. ^Frkf^Jtg^)_________ G.richlsiaal. Chemnitz, 13 Okt. Vor der 3. Strafkammer des hiesigen Landgerichts hatte sich der bekannte ehemalige homöopathische cSriginal-DraljliNi'lvuiigkn. Berlin, 14. Okt. Ter Geh. Archivrat Prof. Dr. Ernst Berner, langjähriger königlicher Hausarchivar, ist gestorben. Köln, 13. Okt. In einem Berliner Telegramm der „Köln. Ztg" wird über die Auslassungen des „Figaro" (vgl. unfern heutigen Artikel „Tie Kriegsgefahr des vergangenen Sommers") ausgeführt: In der Hauptsache deckt sich diese Darstellung des „Figaro" mit früheren Angaben, verschärft sie aber insofern, als sie als Vermittler der Angelegenheit den Namen des Botschafters Cambon nennt, der von Lord Landsdowne die Zusage Englands erhalten haben soll. Während man also in früheren Enthüllungen nur vermuten konnte, daß es sich um amtliche Abmachungen von Staat zu 'Staat gehandelt habe, wird dies tm „Figaro" offen behauptet, unter Angabe bestimmter Namen. Man kann unter diesen Umständen nichts anderes sagen, als daß die Anschuldigungen gegen Del- cassä sich immer mehr verdichten und daß durch die jetzt erfolgte Nennung Landsdownes die Angelegenheit in ein auch für England sehr unbequemes Licht gerückt wird. Wir können nur wiederholen, daß es uns auf das Tiefste widerstrebt, englische Staatsmänner, wie Balfour und Landsdowne emes solchen Spieles für fähig zu halten. Wenn aber derartige Enthüllungen sich mehren und unwidersprocheii bleiben, wird man nicht umhin können in der Sache immer skeptischer zu werden. Man fragt sich, wie cs möglich ist, daß unzweifelhaft ernst zu nehmende Männer, wie die f r a n z ö s i s ch e n M i n i stc r , an das Bündnisangebot Englands geglaubt haben, wenn für eine so überaus ernste Sache keine hinreichende Grundlage vorhanden war. Man muß sick auch darüber klar werden, daß Teleasse in der Regierung der ftanzösischen Republik eine 10 starke Stellung einnahm, daß seine plötzliche Kaltstellung nur durch sehr schwerwiegende Gründe verständlich gemacht werden könnte Solch schwerwiegende Gründe würden allerdings vorgelegen haben, wenn der „Matin" Jaurös und der „Figaro" im Recht sind und die Politik des Leiters der französischen au sw. Angelegenheiten im Einvernehmen mit England auf einen Krieg zustrebte. Wenn eine Frage von dieser Bedeutung einmal in die Oesfentlichkeit geworfen ist, ist es wohl undenkbar, daß sie auf die Tauer unbeantwortet und ungelöst bleibt. Weder die engli,che Hamburg - Amerik. Paketf. 169.45 ~ 220.25 giferßaön-jetfunfl. Berlin, 14. Okt. Die Betriebsmittel-Konferenz der deutschen Bohnverwaltungen hat zu dem Ergebnis aeführt. daß man über den einzuschlagenden Weg, insbesondere bezüglich der organisatorischen Einrichtungen, zu einer vollständigen Einigung gelangte. Märkte. Gießen, 14. Okt. Marktbericht. Aist heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter vr. Pstd. 1.10—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Mg. 2 Stck. 00—OO Bsq., Gänseeier 15—00 Ma., Enteneier 6—7 Pig., Käse vr. Stck. 6—8 Ps.,' Käsematte 2Stck. 5—6 Psg. Erhken pr.Liter 21 Plg., Linien pr. Liter 32 Psg., Taubenvr.Paar0,80- 0,90Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück I chO—2,20 Mk., Gänse vr. Pid. 60—75 Psg., Ochsenfleisch pr. Md. 72—82 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Mund 70—72 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 76—86 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch pr. Pkd. 70—80 Psg., Hammelfleisch pr. Tfimb 50—76 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 4 50—5,00 Mk., Zwiebeln pr. Zir. 5,00—6,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aevkel per Mund 10 bis 25 Psg., in Körben 00 Psg., Nüsse 100 Stück 35-40 Psg., Zwetschen per Zentner 6-7 Mk., Birnen per Zentner 8 bis 10 Mk. Weitzkraut 0.08—0.10 Mk., Marktzeit 8—2 Uhr. c , fc. Frankfurt a. M., 13. Okt. Heu- und Strohmarkt. Man notierte: Heu Mk. 3.50 bis Mk. 3.80, Stroh Mk. 2.50 bis Mk. 2 70. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest. Gießener landwirtschaftlicher Wettcrdiettst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonnlag, den 15. Oktober 1905: Meist trüb, noch Regen- und Schneeschauer, je nach der Höhenlage des Ortes, windig, kalt, besonders nachts. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Ur cül ich c Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 15. Oktober versammelt sich die konfirmierte männliche Jugend der Markusgemeinde abends 8 Uhr in dem Kotifirmandensaale bet Gemeinde. Filiale: Seltersweg 35. 5333 ausgefilhrt von der Viihk.Sd ä G Pfg. No 54. Sumatra fellx mittelstark 7 Stuck 40 Pfg. D“/i Kartoffeln Tanzunterricht für den Winterbedarf. 5283 Anfang 5 Uhr. Eintritt 40 Pfg. Ludwig Wagner. die bisher von 5346 Empfehlungsfcarfen empfiehlt billigst 4424 HM 1 Die Wirtschaft 15247 5214 * .'UH-SW." ' II II- III Uerschiedener 20 7 1 1 1 Tischdecken, Hängelampen, «arm. Kronleuchter, Eisschrank, Buffet, 1 Schrank mit Glasauffatz, Ncstanrationsherd °f AA Giessen Seltersweg 58 Ooon TriMor Btoodeg, Operngläser, Feldstecher. Bial & Freund m Breslau II. lUurtr. Prettbueh Na 58 auf Vtrlangen gvaü» und Photog. Apparate nur Marken wie Goerz, Küttig, Kodak etc. sowie alle Uten- elllen za mleeigeten Preisen. Zwiehes) prima Zittauer Winterware 50 Kilo 3 Mk. 70 Pfg. versendet uni er Nachnahme. 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