Nr. 61 «e«4 *Ü »sSnab«* 'M »amta«*. ftte .»*»«8« JäaffinrtQttcr- swtben ber ,Sr|rtr. ourmc eh6auy<$ teteelegi. D» JjtfUty ÜB* tP9 «toeto- toffststiüb Montag, 13» März 11)05 Eichener Anzeiger 155. Jayrg. fertnftanfltaatf «■» eecto§ 6* GrÄ-NA-W O^^BcxniaiStotitdKreL U. S««g«. Btetxrftu», t$p<*tSäe u. Dnsdnet r tcL ftL AI. ÄÄUsx4Sta.i IniHoR At«-» General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Sieben. Parlamentarische Verhandlungen. RachdruL ehse BeLeiVbsru«- nicht gestattet. Deutscher Reichstag. 161. Sitzung vom 11. März. 1 Uhr. DaS Haus ist sehr schwach besetzt. Am Bundesratstisch: Dr. Nieberding u. a. Zunächst werden ohne Debatte die Gesetzentwürfe betreffend Aenderung des § 113 des G e r i ch t s v e r f a s s u n g s g e s e tz e s (Erweiterung des Kreises der Personen, aus denen Handelsrichter genommen werden können) und betreffend Aenderung des Gesetzes über die Beurkundung des Personen st andes und die Eheschließung (Ersetzung des Wortes „Tag" durch „Wochentag") in dritter Beratung definitiv ohne Debatte angenommen. Hierauf setzt das Haus die zweite Beratung des Etats des Reichsamts des Innern beim „Gehalt des Staatssekretärs" fort. Abg. Kulerski (Pole): Der Staatssekretär Graf Posadowsky hat gefterr hier erklärt, daß meine Behauptung, daß das neue preußische Ansiedelungsgesetz unter Verfasiungsbruch zustande gekommen sei, nicht richtig sei. Hätte Herr von Hammerstein dies behauptet, so wäre ich nicht weiter erstaunt, aber vom Grafen Posadowsky, den ich für einen sehr logisch denkenden Mann halte, hätte ich eine andere Antwort erwartet. Tatsächlich ändert die Behauptung des Grafen Posadowsky nichts an der Taffache, daß ein Verfassungsbruch bei dem Ansiedelungsgesetz begangen ist. Es fft dies so klar wie zweimalzwei gleich vier ist. Ausdrücklich steht in der preußischen Verfassung, daß jeder Preuße vor dem Gesetz gleich sein solle. Weshalb macht man denn bei den preußischen Untertanen eine Ausnahme? Auch Redner anderer Parteien haben den Verfasiungsbruch zugestanden. Das ganze Ansiedelungsgesetz ist aber auch ein Schlag in das Gesicht der Reichsgesetzgebung. Auf diese meine Behauptung hat Graf Posadowsky überhaupt nicht ge- entwortet. Ich hoffe aber noch, eine Antwort zu bekommen. Unterstaatssekretär Wermuth: Der Staatssekretär ist zu feinem Bedauern verhindert, anwesend zu sein, und deshalb nicht in der Lage, auf die Worte des Vorredners unmittelbar zu erwidern. ES wäre mir auch einigermaßen zweifelhaft, ob er Gelegenheit genommen haben würde, eingehend eine solche Erwiderung vorzunehmen, beim wenn der Vorredner bei seiner vorigen Rede den Versuch gemacht hat, seine Ausführungen, seine eingehenden tatsächlichen Darlegungen mit der Mittelstandspolitik und mit der Sozialpolittt in Verbindung zu bringen, so hat er jetzt diesen ziemlich aussichtslosen Versuch aufgegeben, und er beschränkt sich lediglich darauf, zu deduzieren, daß das Anfiedelungsgesetz der preußischen Verfassung widerspreche. Der Beweis dafür, daß eine solche Verletzung vorgelegen hat, ist ihm jedoch mißlungen. Ich glaube auch nicht, daß es ihm gelingen wiro, den Nachweis führen zu können. Wir haben eS hier übrigens mit einer preußischen Verfasiungs- frage zu tun, die mit dem Etat deS Reichsamts des Innern, mit dem Gehalt des Staatssekretärs des Innern, nur in einem sehr losen Zusammenhang steht. Ach beschränke mich deshalb darauf, die wiederholte Behauptung oes Vorredners, daß es sich beim preußischen Ansiedelungsgesetz um einen Bruch, um eine Verletzung der Verfassung gehandelt hat, mit allem Nachdruck zurückzuweisen. Abg. Zuseil (Soz^: Es ist mir ganz unerfindlich, daß Herr Mugdan fast in jedem Satze meiner Rede eine objektive Unwahrheit sieht. Ich habe niemals gesagt, daß Herr Mugdan Kassenarzt gewesen ist, Herr Mugdan berichtigt also etwas, was ich nie behauptet habe. Im Falle des Kasienrendanten Kaufmann in Lichtenberg gebe ich gerne zu, daß mir Irrtümer unterlaufen sind. Ich habe gesagt, Herr Kaufmann sei eine freisinnige Leuchte, er ist aber eine konservative Leuchte. Da die Konservativen jedoch Herrn Mugdan hier Beifall gespendet haben, steht Herr Kaufmann Herrn Mugdan doch nicht so fern. f&rcEjcn.) Taß Herr Kaufmann gestohlen oder betrogen hat, habe ich auch nicht behauptet, ich habe nur behauptet, datz, toerm er noch länger im Amte geblieben wäre, er feinen Abschied bekommen hätte. Herr Kaufmann hat es vorzüglich ver- ftonben, in seinem Interesse zu wirken und feine Penfionierimg : durchzufetzen. Zur Charakterisierung diene auch noch die Tatsache, ■ daß er, während bereits die Sache mit seiner Pensionierung schwebte, । noch einen Eisenbahnassistenten als Krankenkassenkontrolleur auf Lebenszeit anstellte. Auch dieser Herr klagte dann später auf die Erfüllung feines lebenslänglichen Kontraktes. Herr Mugdan beliebt es. Ihnen wieder zu sagen, daß er nicht weiß, ob Grauer überhaupt befähigt sei, me Kasse zu leiten. Die einzige Tatsache, die er wüßte, sei, daß unter seiner Amtsführung eine Erhöhung der Beiträge hätte stattfinden müsien. Das ist wieder so eine der , Darstellungen des Herrn Dr. Mugdan. In Wirklichkeit liegt die Sache anders. Der jetzige Vorstand hat die Verhältnisse der Kaffe total umgewandelt. Kmher bestanden vier Klaffen, jetzt- bestehen sechs Klaffen. Da ist es erklärlich, daß die höchste Klasse gesteigert ist. Dafür ist aber auch ihre Leistung erhöht. Durch den jetzigen Rendanten ist also nicht eine Erhöhung zum Schaden sondern zum Besten der Mitglieder erzielt worden. Es ist ferner die Zahl der Aerzte von drei auf sechs erhöht, der Reservefonds ist verstärkt worden. Das alles sind Proben genug für me Tüchtigkeit des neuen Rendanten. Herr Mugdan hat keinen Anlaß, andern Leuten Un- wahrhaftigkeit vorzuwerfen, solange er selbst lauter Unwahrheiten berichtet. Ich sollte überhaupt meinen: Wer seinen Glauben wechstlt, wie man ein schmutziges Hemd auszieht, der ist am wenigsten berufen . . . Präsident Graf Ballestrem (unterbrechend): Haben Sie mit diesen Worten den Herrn Dr. Mugdan gemeint? Sie schweigen. Ich nehme also an, daß Sie Herrn Abg. Dr. Mugdan wirklich gemeint haben. Das ist ungehörig und unparlamentarisch. Ich rufe Sw deshalb zur Ordnung. (Lebhafter Beifall.) Abg. Zubeil: Wenn ich etwas unrichtiges öffentlich vorbringe, dann widerrufe ich auch öffentlich. Von Ihnen, Herr Dr. Mugdan, wird man das kaum erwarten, daß sie Ihre Unwahrhaftigkeiten . . . Präsident Graf Balleftrem: Das sind wieder Bemerkungen, die gegen die Ordnung des Hauses verstoßen. Ich rufe Sie deshalb zum zweiten Male zur Ordnung. (Beifall.) Abg. Dr. Mugdan (freff. Vp.): Sie werden von mir wohl kaum erwarten, daß ich auf diese Ausführungen des Herrn Zubeil noch eingehe. Durch Schimpfen wird eine Sache nicht aus der Welt geschafft. Präsident Graf Balleftrem: Schimpfen ist auch ein unparlamentarischer Ausdruck. (Heiterkeit.) Abg Dr. Mugdan: Also die starke Sprechweise des Herrn Zubeil (Heiterkeit) ist ein Beweis dafür, daß meine Ausführungen vollständig berechttgt waren. Damit verlasse ich Hmn Zubeil. Herr Sn c-idemcmn hat gestern dw Verhaltmffe m der Solinger Ortstrankenlajse mit herangezogen. Ich merne, diese Verhältnisse sind gerade ein '.' -weis für die unheilvolle Wirksamkeit der Sozialdemokratie in der Ortskrankenkaffe; beim die Sozialdemokraten haben dort die ganze Misere verschuldet, indem sie an Stelle der freien Arztwahl das Distriktsarztsystem einführten. Redner legt den Solinger Fall in ausführlichster Weise dar. Nach seiner Ansicht widerlegt dieser Fall die Behauptung,, daß die Verwaltung der Sozialdemokraten eine vortreffliche sei. Die Sozialdemokraten hätten dort im Gegenteil alles verpfuscht. Dies über Solingen. Doch genug von alledem! Die Tatsache, daß mir 4% sozialdemokratische Redner — wenn ich Herrn Zubeil heute nur zur Hälfte rechne —• Heiterkeit) aegenübertraten, beweist, wie schwer das zu widerlegen ist, was ich ausgeführt habe. Es nützt Ihnen (zu den Soz.) alles Reden nichts, es bleibt doch die Tatsache bestehen, daß sämtliche Stellen bei den Krankenkaffen vom Portier bis zum Rendanten heutzutage eine Belohnung für sozialdemokratische und politische Tätigkeit sind. Komisch ist es, daß man in der sozialdemokratischen Partei sich nun auch gar auf Aeußerungen des Herrn v. Gerlach beruft zum Beweise dafür, daß ich nicht im freisinnigen Geiste gesprochen habe. Ich meine, es ist bekannt genug, daß zwischen den Anschauungen des Herrn v. Gerlach und denen der freisinnigen Volkspartei namentlich gegenüber der Sozialdemokratw eine große Differenz besteht. Aber ganz abgesehen davon, wie kommen die Herren Sozialdemokraten dazu, sich aus Herrn von Gerlach zu berufen? Haben Sie ganz vergeßen, was das sozialdemokratische Parteioraan vor nicht allzulanger Zeit über Herrn v. Gerlach schrieb« Da hieß es: „Herr v. Gerlach. hält sich für einen großen Politiker, ist aber nichts als ein kindisch herausge- putzter, eitler Schwätzer. (Heiterkeit rechts.) Das ist Herr von Gerlach nach Ihrer Beurteilung (zu den Soz.), und den. wollen Sie mir jetzt entgegenhalten. Nun komme ich, was man bei sozialdemokratischen Reden immer noch tun muß, auf Persönliches. Herr Scheidemann hat es gestern für gut befunden, persönlich Gegner zu verunglimpfen, ihnen persönliche Motive vorzuwerfen. Das ist es ja eben: Sie (z. d. Soz.) können sich nicht vorstellen, daß ein Gegner aus reinster Ueberzeugung handelt. Sie tun das wahrscheinlich doch auch. Weshalb setzen Sie das nicht beim Gegner voraus? Diese Methode konnte man am besten beim Vorgehen des Herrn Sckeidemann gegen Herrn Dr. Becker sehen. Ich trete hier für Dr. Becker ein, ohne Auftrag, lediglich als Standesgenoffe und weil ich der Ueberzeugung bin, oaß alles, was Herr Sckeide- mann gegen ihn vorgebracht hat, unrichtig ist. Ich bin dieser Ueberzeugung nicht nur geworden durch eine Depesche des Herrn Dr. Becker, die heute eingetroffen ist und die sämtliche vonHerrn Scheibemann behauptete Tatsachen als nicht vorhanden bezeichnet (Abg. Hoffmann-Berlin ruft: „Sehr summarisch!"^, ich habe auch noch andere Gründe dafür. Herr Dr. Becker bat in seinem Wahlkreise in schwerem Wahlkampfe über den bisherigen ■ Abg. Ullrich gesiegt, der sich einer außerordentlichen Beliebtheit erfreute. Diese Taffache allein, daß ein parlamentarffcker Neuling über jenen alten, beliebten Parlamentarier siegte, beweist zur Genüge, daß Herr Dr. Becker ein untadelhafter Charakter ist, dem man auch nicht im geringsten etwas anhaben kann. (Lebhafte Zustimmung.) Ich sehe vollständig davon ab, daß es nickt ritterlich war von Herrn Scheidemann, gegen einen Abgeordneten borzugehen, der vor vierzehn Tagen einen so schweren Verlust erlitten hat. Es war aber auch unvorsichtig von Herrn Scheibemann, denn er mußte wissen, daß seine Behauptungen nur kurze Beine haben würben. Aber auch das wundert mich bei Herrn Scheidemann nicht,. das ist ja die richtige Methode, die die Sozialdemokraten immer wieder anwenden: Nur dreist behaupten, wenn es auck am nächsten Tage schon widerlegt fft. Den besten Beweis für diese Methode finden Sie in dem Bericht des heutigen „Vorwärts" über meine gestrige Rede, in der dieser Bericht überschrieben ist: „Mugdans Mukden". (Große Heiterkeit.) Der Titel ist etwas mysteriös (Heiterkeit), wenigstens im „Vorwärts"; denn das kann dock der allergünstigfte Kritiker des Herrn Zubeil nicht behaupten, daß Herr Zubeil die Schlacht gewonnen hat. Ich nehme also an, daß der Artikelschreiber gemeint hat, ich hätte gestern die Sozialdemokraffe besiegt. In diesem „Vorwärts"-Entresilet kommt nun zum Schluß eine der erbärmlichsten Verleumdungen vor die je in einem Blatte gestanden hat. Da heißt es: „Weit schlimmer als die einzelnen Unrichtigkeiten, die Dr. Mugdan bei allerlei untergeordneten Punkten dem Genossen Zubeil vorwarf, fft es politisch genommen, baß ein freisinniger Ab- georbneter auch heute wieder den Grafen Posadowsky anzustacheln suchte, bei der bevorstehenden Vereinheitlichung der Versicherungszweige die Selbstverwaltung der Versicherten möglichst einzu- schränken." Das ist eine ganz infame Lüge des „Vorwärts". Ich habe mit keinem Wort den Grafen Posadowsky anzustacheln gesucht, ich habe nur gesagt, daß auch die Sozialdemokratie tote jedermann der Meinung sein müffe, daß bei der bevorstehenden Vereinheitlichung des Versicherimgstoesens die Selbstverwaltung der Krankenkassen in der bisherigen Form doch nicht, aufrecht erhalten werden kann. Wundem tue ich mich über diese Methode allerdings nicht. Als ich vor einiger Zeit durch einen Zwischenruf meinem Kollegen Lenzmann, der gegen den Abg. Ledebour polemisierte, zu Hilfe kam, stand am Tage darauf im „Vorwärts": „Durch unangenehme Zwischenrnfe tut sich besonders Herr Mugdan hervor, dieser Abgeordnete, deffen Wahl sicher kassiert wird und der sich deshalb seinen Mählern empfehlen will. (Dbg. Bebel ruft: „Das stimmt!) Herr Bebel, Sie tun mir viel zu leid, als baß ich Sie auf diesen Zwischenruf festnageln wollte. Dazu ist Ihr parlamentarisches Ansehen mir viel zu hoch stehend. Was Sie ba riefen, das glauben Sie ja selbst nicht (Oho! bei den Soz.); denn an der Gültigkeit meiner Wahl konnte ja kein Zweifel sein. Das hat sich dann auch erwiesen. In Summa, ich werde, und wenn auch sechs Redner gegen mich auftreten, in meinem Kampfe gegen die Sozialdemokraffe nicht Nachlassen. Solange Sie (zu den Soz.) Ihre Kampfesweise nicht aufgeben, die vergiftend auf unser gesamtes politisches und bürgerliches Leben wirkt, halte ich es für die Pflicht eines Volksvertreters und zumal eines liberalen, dagegen aufzutreten; denn der Liberalismus kann nicht florieren, solange Sie alle seine Forderungen durch Ihr Auftreten und Ihre Agitation unmöglich machen. Abg. von Dirksen (Reichsp.) wünscht noch schärfere Maßnahmen gegen den internationalen Mädchenhandel, ba 10 Prozent aller verhandelten Mädchen Deutsche seien. Vor allen Dingen müßten die Agenten, die Dienstmädchen, Gouvemanten usw. vermittelten, von den Heimatsbehörden streng überwacht werden. Aber auch die Gesetzgebung müsse eingreifen, der Begriff „Mädchenhandel" müße genau festgestellt, und dann müßten scharfe Strafen dagegen erlassen werden. Der Staat müßte alles tun, um dem schändlichen Unwesen endlich ein Ende zu machen. Dbg. Graf von Mielczynski (Pole) erklärt, daß der Abgeordnete Kulerski nur mit Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses darauf verzichte, den Nachweis zu führen, daß das Ansiedelungsgesch der Verfassung widerspreche. Abg. Stadthagen (Soz.) bringt einen Fall zur Sprache, in dem ein Arbeiter Albrecht sein Ehrenamt im Kasienvorstand verloren habe, weil er von seinem Arbeitgeber entlassen sei. Gegen solche Praxis muß man energisch protestieren, denn sonst könnte kein Arbeiter mehr ein Ehrenamt als Gewcrbegerichtsbeisitzer oder als Kasienvorstand, ober sonst irgend ein Amt übernehmen, da eS die Unternehmer ja in der Hand hätten, jedem Arbeiter sein Amt wieder zu nehmen. Redner wendet sich dann den Ausführungen des Dbg. Dr. Mugdan zu, die er im einzelnen zu widerlegen sucht. Er wirft ihm vor, das Gegenteil der Wahrheit behauptet und Verdächtigungen ausgesvrocken zu haben. Er ruft ihm zu: Wozu sagen Sie die Unwahrheit? Wer ist Ihr Gewährsmann? Oder ist das alles freie Phantasie? Sie sagten: „Herr Grauer wurde als Agitator nach Licktenberg gesetzt." Unwahr! Man hat nie dort einen Agitator hingesetzt. Sie sagten: „Herr Grauer bekam zwei Kneipen.*' Unwahr! Er bekam sie nicht, sondern war nur so frei, von der Gewerbeordnung Gebrauch zu machen und ein Restaurant zu eröffnen. Sie sagten: „Die Kneipe ging nicht." Unwahr! Die Kneipe ging sehr gut! (Heiterkeit.) Weshalb verdächtigen Sie einen Mann, er sei nickt fähig, ein Restaurant zu führen, wenn Sie gar nicht als Gast hinkamen? (Heiterkeit.) Gewiß, es wäre Herrn Grauer lieber gewesen, die Kneipe wäre noch besser gegangen, Herr Mugdan hätte sich ja bemühen können, den Verkehr noch mehr zu heben. (Heiterkeit.) Aber die Kneipe ging auch so sehr gut. (Heiterkeit.) Man sieht: jeder Satz unwahr, jeder Satzteil eine Unwahrheit, jede Periode ein KnÄenstock der Unwahrheit. (Große Heiterkeit.) Und so geht es weiter. Ich glaube, Herr Dr. Mugdan, Sie können gar nicht so recht unterscheiden, was wahr ist und toa§ das Gegenteil von wahr, was Anstand ist und was das Gegertteil von Anstand! Ich nehme Ihnen daher Ihre starken Ausdrücke ebenso wenig übel, wie die Grobheit und Wahrhaftigkeit, die Sie auszeichnet. Niemand hier im Hause wird also den Eindruck haben, daß die Ausführungen des Abg. Mugdan den Eindruck gemacht haben oder machen'konnten, den sie machen müsien, wenn sie von Personen vorgetragen werden, von denen man gewohnt ist anzunehmen ober vorauszusetzen, daß sie nur solche Ausführungen' machen, die bei allen, die sie hören, den Eindruck machen müsien., daß jemand sie gemacht hat, der gewohnt ist, nur solche Sachen vorzutragen, von denen man sofort den Eindruck hat, daß sie auf vollständiger und guter Information so aufgebaut sind, daß der Be- treffende jederzeit in der Lage ist, den Beweis dafür, antreten zu können. Redner befürwortet dann die sozialdemokraffscke Resolu- ffon, die für Unternehmer, die ihre Arbeiter maßregeln, Gefängnisstrafe fordert. Die Arbeiter sind ebenso gut Menschen wie die Unternehmer, deshalb muß die Verrufserllärung der Reichsten gegen die Aermsten schwer bestraft werden. Vizepräsident Dr. Paasche: Herr Stadthagen, Sie haben nach Ausweis des stenographischen Berichts gesagt: „Das sind starke Redewendungen, die ick dem Abg. Dr. Mugdan ebenso wenig übel nehme, wie die Gradheit und Wahrhaftigkett, die ihn auszeicknet." Das ist eine beleidigende Aeußerung. Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung. , . _ Abg. Dr. Müller-Sagan (freif. Vp.) fordert nochmals, haft das Reichsgesundheitsamt die Verhältnisse in den Glasfabriken untersuche. Hiermit schließt die Debatte. Persönlich bemerkt . Abg. Scheidemann (Soz.), daß er von dem, was er über den Abg. Dr. Becker gesagt habe, nichts zurücknehme, da er das Beweis-- material in Hänoen Babe. „ _ . ' Ter Titel „Gehalt des Staatssekretärs wmd nach zwölftätiger Debatte bewilligt. Die A b st i m m u n g über die 28 Resolutionen, ine zu diesem Tttel vorliegen, wird auf Antrag des Dbg. Groeb« (Zentr.), der auf die schwache Besetzung des Hauses hinweist, einstweilen ausgesetzt. , Eine große Reihe von Ttteln wird ohne Debatte be* willigt. v ,, Beim Titel „Zur Förderung der Hochseefischerei macht Abg. Held snatl.) darauf aufmerksam, daß unsere deutschen^ Heringsfischer sehr durch die englischen Fischdampfer geschädigt! würden. Er bitte deshalb den Staatssekretär, von Septembers bis November einen Kreuzer zur Verfügung zu stellen, her unsere; Fischer begleite. Wenn dies geschehe, würden die Engländer wohli nicht so rücksichtslos vorgehen. Ferner bitte er den Staatssekretärs die Förderung der Hochseefischerei fortgesetzt im Auge zu behalten.- Abg. von BShlendorff (kons.) klagt über die Raubfisckerer dec- Dänen in der Ostsee und beschwert sich über polizeiliche Chitonen gegen unsere Fischer. , : Abg. Gothein (freff. Vp.) meint, die letzten Beschwerden deS, Vorredners gehörten ins Abgeordnetenhaus, da ^Polizeivorschnften^ Landessache feien. Bedauerlich sei es, daß unsere Küstenfischereri in der Ostsee so zurückgegangen sei. Staatssekretär Graf Posadowsky: Auf die Klagen unge*1 nügenben Schutzes der Hochseefischerei weise ich hin, daß schon letzt) ein Torpedoboot und zwei Kanonenboote zum Schutze dieser Fffcherer in Dienst sind. Ich will mich aber gern mit dem Reichs-Manne-, amt in Verbindung setzen, um zu sehen, ob noch ein meitereg Ze- schehen kann. Was die Unterstützung der Hochfeefischerei^betrifft, so muß ich allerdings sagen, daß die elementaren Ereigmpe dieses! Jahres die Hochfeefischer und auch die Heringsfischer besonders an ihren Fangnetzen erheblich geschädigt haben. Es wird eine Kommission aus Vertretern der großen HeringsfanMeselllchasten gu» fammentreten, bei welcher Gelegenheit die Verluste an Netzen nAe^ erörtert werden. Die gutachtlichen Beschlüsse der Kommrnron^ werden mir Anlaß geben, aus dem Fonds wettere Mittel gur fügung zu stellen, um so weit wie möglich die schwer gezchadigten Fischer zu enffchädigen und ihnen die Möglichkeit SUgebeu, ihre Netze wieder zu ersetzen. Ebenso wie die Nordseefischerei bm ich selbstverständlich auch gern bereit, die Osffeeftscher zu unterstützen. Die Polizeivorschrfften sind Landessache.,, Ich bm ledoch gern bmtf, die Wünsche, die hier geäußert worden sind, dem preußischen ^.and-, wtttsckaftsminffter mitzuteilen. Ich will diesen Horen und bamt^ seine Auffassung den übrigen Regierungen mitteilen, um wellens eine einheitliche Handhabung dieser Fischereipolizei längs unserer deuffchen Grenze herbeizuführen. _ «—.- Der Titel wird bewilligt. Ebenso eine Reche weiterer Tttel, Beim Kapitel „Reichskommiffariate" klagte Abg. Graf Bernstorff (Welfe) darüber, daß das Fleischbeschaugesetz dadurch umgangen werde, daß die großen Schifiahrtsgesoll- schaften viel ausländisches Fleisch als Proviant rnttfuhrten. Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, daß die fick-' bentionierten Damvfer verpflichtet seien, nach Möglichkeit deuffcheS- Fleisch als Proviant mttzunehmen, in Wirklichkeit sei auch nur Jrenig fremdes Fleisch verwandt worden. DaS Fleischbeschaugesetz könne nicht auf jedes Schiff angewandt werden, sonst müßte auf jedem Schiff ein eigener Beamter angestellt werden. Abg. Äckhoff (freif. Vp.) verbreitet sich über die deutschen Schulen im Auslande und geht dann auf die Schulen in Mecklenburg ein. Er unterzieht die Verfaffung dieser Schulen einer abfälligen Kriffk. Das Reich resp. die Reichsschulkommiffion sei durchaus kompetent, hier, einzugreifen. Die Zustände an einzelnen Schulen sind derart, daß ein Oberlehrer gesagt hat: die Schüler der oberen Klaffen müßten eigentlich alle sitzen bleiben; aber man könnte die Schüler doch nicht dafür strafen, was Dilettanten an »nen verpfuscht baden I (Hört! Hört!) Bei seinen weiteren AnS- Führungen ist Redner bei der großen Unruhe des Hauses nahezu Völlig unverständlich, so daß Präsident Graf B a l l e st r e m sich veranlaßt sicht, die sich jout unterhaltenden Abgeordneten folgenderinaßen zu apostrovhreren: Ich muß Sie doch wirklich um Ruhe bitten. Zur Ferienstimmung ist noch nicht Zeit. (Heiterkeit.) Abg. Eickhoff: Wie es in mecklenburgischen Schulen aus- ^eht, ersteht man am besten ans einer vor einiger Zeit erschienenen Schrift vor» Dr. Heinrich Schröder. (Redner zitiert dieselbe mehr- fach.) Auch der Abg. Büsing hat, wenn er auch die Schroder sche Schrift nicht völlig billigte, doch mehreres über das mecklen-- burgische Schulwesen zum besten gegeben, was nicht zu dessen Ruhm spricht. „ __ ... Meckl. Bevollm. Dr. Langfeld weist die Angriffe auf die mecklenburgischen Schulverhältnisse zurück. _ r . Abg. P auli (Rchsp.) meint, wenn an den Schulen die -Lebrerverhältnisse nur halb so lögeu, wie Schröder sie darstelle, so Musse daä Haus den Reichskanzler bitten, hier emzuschreUen. Abg. Pachnicke (irs. Bg.) sicht als Grund des Uebels, daß «L m Mecklenburg an einer eirlheitlichen Verwaltung fehle. Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Eickhoff und des /Staatsrats L a n g f e l d bemerkt _ , , Abg. Büfiiiq (nO, die höheren mecklenburgischen schulen /feien nicht so schlecht, wie Schröder sie schildere, aber die Bolts- Ichulen lägen im Argen. Hierauf wird das Kapitel genehmigt. — Montag 1 Uhr Fortsetzung. Schluß 6.15 Uhr. Politische Wochenschau. Tie iozia^olckischc Debatte im R e ich s t a g nahm in der versoffenen Woche ihren Fortgang. Staatssekretär Graf Posadowsky entwickelte in großzügiger Rede ein Programm zur Vereinheitlichung der drei großen Reichsversicherungs- Gesetze und zur Schaffung eines gemeinsamen Unterbaues für die deutschen sozialpolitischen Arüeiterversicherungs-Jnstitute. Im Laufe der Debatte empfahl Tr. Mugdan, die Studierenden der Medizin mit der A r b e i t e r schu tz g e s e tz g e b - ung bekannt zu machen und beklagte, daß das Posadowskysche Reformwerk wieder eine Fülle neuer Beamter über Deutschland ergießen werde. Das wird aUerdings unvermeidlich sein, ist aber kein Grund, sich gegen die Reform einnehmen zu lassen. Einen bedeutsamen Fortschritt würde man darin erblicken müssen, wenn in Verbindung mit der Posadowskrischen Reform auch ein neuer Stab höherer Beamten aus den VolkswirtsckZaftlern gebildet würde, für die es bis jetzt eine Karriere im Reichs- und Staatsdienst mxh nicht gibt. Der Zlnttog Auer zur Errichtung eines Reichs- Arbeitsamts wurde auf Antrag Trimborn der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Die Treuenselsschen Anregungen, einige bezüglnh der Haftung des Tierhalters die bäuerliche Bevölkerung belastende Bestimmungen zu mildern, gingen an eine Kommission von 14 Mitgliedern. Ein Redner der Linken befürwortete, das Kinderschutzgesetz dadurch wirksamer zu mache,:, daß man die Lehrer und Sck)ulen zur Beauffichtigung heranzieht. Zubeil begründete einen sozial- demokratitzchen Gesetzentwurf, der fordert, Arbeitgeber, die den Gebrauch des Kvalitionsrechts durch Arbeiter maßregeln illusorisch machen, mit dve: Monaten Gefängnis zu bestrafen. Die freisinnigen und polnischen Anträge auf Neueintcilung der Reichs tags wähl kreise wurden von dem mit der Rechten verbündeten Zentrum abgelehnt, desgleichen ein Aittrag Paasche, der die Materie der Regierung zur „Erwägung" hatte überweisen wollen. In der Samstags-Sitzung des Seniorenkonvents des Reichstages, dem nur die Sozialdemokraten nicht beiwohnten, wies Präsident Graf Ballestrem auf die Pflicht des Reichstages hin, den Etat bis zum L April zu erledigen und führte aus, es werde schwer halten, bis dahin die Etatsberatung durchzuführen, toenn nickst alle Fraktionen sich einzuschränken suchten. Tie Senioren waren der Meinung, daß die Innehaltung des verfassungsmäßigen Endtermins sehr -vvhl zu verwirklichen wäre, ivenn sich die Fraktionen dahin einigten, daß für jeden nock) ausstehenden Etat die Höchstzahl der Sitzungstage kontingentiert würde. Das Bureau des Reichstages soll einen entsprechenden Kontingentierungsplan aufstellen, und die Senioren sollen alsdann nochmals zu einer vertraulichen Verständigung eingeladen werden. In der zweiten hessischen Kammer gelangte die Anfrage der Abgg. v. Brentano und Genossen über den Ausgang der gegen den Gießener Gymnasialdirektor Geheimrat Dr. Schädel eingeleiteten Untersuchung zur Besprechung. Staatsminister Rothe erklärte, daß die Untersuchung ein negatives Resultat ergeben und keinerlei Veranlassung der Regierung biete, imt gegen den verdienten Schulmann irgendwie emzuschrecken. ,Abg. Tr. Tavid beharrte gleichwohl auf seinen Angriffen und fand für diese seine Haltung im Hause allgemeine Verurteilung. 9ckrmentlich der Abg. Tr. Schmitt kennzeichnete unter dem Beifall der Kammer scharf die sozialistische Kampfes- weise; er bezeichnete es als nobile officium der Volksvertreter, Gießener Sladttyealer. Die Haubenlerche. Schauspiel in 4 Akten von Ernst v. Wildenbruch. Die Fabel des Stückes ist einfach, aus der weltfremden Träumerei hervorgegangen, wie wir sie in den Volksmärchen finden. Denn nur in diesen Landen der Illusion begegnen wir den trauten Kindern aus dem Volke, die durch die Zaubermächte der gütigen Mythe auf Königsthrone gehoben oder aus Anspruchslosigkeit und Armut zu glänzendem Besitze geführt werden. Es umwebt diese Märchengestalten all die Wundermacht der frommen Gläubigkeit, der wir uns gern hingeben, wenn wir der rauhen Wirtlichkeit entfliehen und in das Reich der unumschränkten, fröhlichen Möglichkeiten zurückkehren wollen, das aus der Kinderzeit noch immer verheißungsvoll winkt. Schon einmal hatten uns in diesem Winter in unserem Stadttheater diese reizvollen Märchenmächte dieselbe Begebenheit hervorgezaubert, die gestern abend nur in etwas anderer Umkleidung wiederkehrte: damals war es der arme Korbflechter, der, unzufrieden auf seinem Arbeitsstühlchen, vor allem die Genüsse leckeren Königsmahles sich wünschte und, nachdem seine Wünsche in Erfüllung gegangen waren und er mit seinem zierlichen Töchterlein in den Palast und fürstliche Reichtümer versetzt worden war, sich in Sehnsucht verzehrte nach dem stillen Glück seiner Hütte. Ludwig Fulda ist in seinem „Talisman" keinen Schrill aus seiner Träume Wunder-, garten herausgegangen. Seme Muse, eine leichtfüßige Fee, erzähll uns alles, alles stammt aus dieser Welt, deren Freud und Leid sie uns vorhält. Aus der Vergleichung mit Fuldas kunstvollem Märchenspiel mögen die Vorzüge und Nachteile des Wildenbruchschen Dramas deutlich hervorgehen. Auch hier haben wir ein Kind aus dem Volk, die „Haubenlerche", ein munteres, trällerndes Mädchen, das von einem reichen Manne gefreit und tn eine ungewohnte, glänzende Umgebung geführt, ein unbezwingbares Sehnen nach seiner alten Heimat fühlt. Die ersten Akkorde echt menschlichen Empfindens, des Heimwehes nach dem Atten, in der Seele Gewurzelten werden auch hier angeschlagen, allein der reiche Freier ist von völlig anderer Art, ein moderner Fabrikbesitzer, der nicht nur selbst soziale Versuche anstellt, sondern dessen Gestalt die Zuhörer des Dramas zwingt, Betrachtungen, bie alles andere denn märchenhafter Art sind, in den Anschauungskeeis der Dichtung das Recht der parlamentarischen Jmnnmität nicht zu unbegründeten Vorwürfen gegen Beamte zu mißbrauchen. Die Besprechung der Interpellation endete mit einer empfindlichen Niederlage der Sozialdemokraten, die auch dadurch nicht wett gemacht wurde, daß der Abg. Ulrich seinen Genossen in Scljutz nahm. Ferner gelangte die Interpellation bell, das Kohlenkontor zur Bespreck»- ung. Ter Staatsminister gab dem Hause Kenntnis von dem Resultat der Umfrage bei den Handelskammern über die sckäd- lick^en Wirkungen des Kohlensyndikats und des Kohlenkontors. Danach wird allgemein eine u n g ü n ft i g e E i n- wirkung des Kohlenkontors auf die Lage der Kleinhändler soivie auf die Verteuerung der Kohlen festgestelll. Ter Minister erklärte weiter, daß der Erlaß eines Syndikatsgesetzes von Rcichswegeir vorerst noch nicht geplant sei. Tie Gesetzentwürfe bett, das B e e r d i g u n g s w e s e n und die staatliche Be- auffichtigrmg der technischen P r i va t a n ft a l t e n wurden an die zuständigen Ausschüsse zurückverwiesen. Die sozialdemo- kratisckM Interpellation bett, die Stadtverordnetenwahl des Mainzer freireligiösen Predigers brachte den Herren von der äußersten Linken gleichfalls eine kräftige Abfuhr. In bezug auf die st a a t- liche Schiachtviehversicherung blieb das Haus bai) seinem früheren Beschluß, wonach die Grenze der Versicherung auf lö anstatt 25 Mark festgesetzt wird und die Regierung erllärte sich damit einverstanden. Zum Anttag Schönberger über die Ent- sMdigung für an Maul- und Klauenseuche gefallenes Rindvieh lag u. a. ein Anttag Stöpler vor, demzufolge die Rück- wirkungsgrenze der Entschädigung für gefallenes Vieh auf den 1. Okt. 1901 festgesetzt werde. Der Aus-sckmß beantragte, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, die im vorigen Landtag nid# zustande gekommene Regierungsvorlage mit einer Anzahl naher präzisierter Aenderungeu lvieder der Kammer vorzulegen. Ter Antrag stöpler sowie der Ausschußanllag lvurden mit großer Mehrheit angenommen. Im preußischen Abgeordneten hause kam der Eis e n b a hn e tat zur Erledigung. Minister v. Budde erklärte die Reick?sbettiebsmittel-Gemeinichaft für gesichert. Nur die Personentarifreform will keinen Schritt von der Stelle. In der B u d g e t ko m m i s s io n des Reichstags trug sich ein bemerkenswerter Vorgang zu. Angeblich wegen der letzthin bekannt gewordenen Aeußerungen des deutschen Kaisers über den Klerikalismus — daß dies der wahre Grund sei, glauben wir nid)t — hat das Zentrum die von der Regierung geforderte Vermehrung der Kavallerie auf 510 Eskädrons abgelehnt. Es wollte nur 500 Eskädrons bewilligen. Bei der Abstimmung über die letztere Ziffer stimmten indes die Reckte und die National- liberalen vereint mit der Linken gegen das Zentrum, so daß die ganze Position fiel, unb nun die gesamte Kavallerie seltsamer- weise nicht bewilligt ist. Natürlich ist diese Abstimmung nicht entscheidend. .Es wad eine zweite Lesung nötig, zu der bereits das Zentrum seine Naebgiebigkeit durd; einen von ihm einge- biadtien Antrag bekundet hat. Die Mehrforderung von zwei Batterien Fußartillerie wurde in der Konliuission genehmigt, desgleichen das Friedmspräsenzgesetz mit der gesetzlichen Feltlegung der zweijährigen Tienstzeit. Ein Seitenftück zu dem Fall Fameck ist im elsaß-lothringischen Landesausfdmß zur Sprache gekommen, wo der Abg. Blumenthal bekannt gab, daß der Friedlwf von Langenberg in Lothringen durd- den Bischof von Metz seit 15 Jahren mit dem Interdikt belegt ist. Tie zweite preußisMe Berggesetznovelle ist dem Abgeordnetenhause zugegangen. Zwar werden nidyt alle Forderungen der Arbeiter erfüllt, aber sie bringt einen erheblichen Fortschritt gegen früher. Die Siebenerkommission der Bergarbeiter» verbände hat zum 28. März nach Berlin eine preußische Bergarbeiter-Konferenz einberufen, um Stellung zur Berggesetznovelle zu nehmen. In S ü d w e st a f r i k a ist der Aufstand immer nock- nicht unterdrückt. Tie offiziösen Blätter kündigen neue Nadckrags- nnd Ergänzungsforderungen in Höhe von insgesamt 60^2 Mill. Mark an. Wie dabei das Reickrsdesizit beseitigt werden soll, wird immer unklarer. U. a. Forderungen des Kolonialdirektors findet sich die auf Einrichtung von Konzentrationslagern für die Hereros. Von einer Konzenttierung der versprengten Hottentotten ist aber bis jetzt ivenig zu merken. Bei jeder neuen Attacke werden sie vielmehr stets wieder in alle vier Winde auseinander getrieben, io daß es nock Iahte lang dauern kann, bis die zu Stäubern und Viehdieben degradierten Eingeborenen in ruhige Bahnen einlenken werden. In Oesterreich wurde Gra« W e l s e r s h e i m b vom Poften eines Larrdesverteidigungsministers enthoben und Feldzeugmeifter Schönaich zum dtachfolger ernannt. Graf Welsersheimb eiflärte, um den Grund der Temission gefragt, die neue Zeit erfordere neue Männer. Er mit seinen alten Traditionen Passe nidjt in diese Epoche. Man hat dm Eindruck, daß Welsersheimb wegen der bevorfteheitden Konzessione:: an Ungarn m Militärfragen zurück- llete, weil er diese nicht vertteten wolle. Er soll auch von „schlechten Tiensten", die von gewissen Leuten dem Kaiser durch mannigfack-e Ratschläge erwiesen werden, gesprochen haben. Es gehen ferner Gerüchte von einer weiteten Umbildung des öslleichi- fchen Ministeriums. Ter Obmann der deutschen Volkspartei Tr. Terfchatta soll Eisenbahnminister werden, als Finanzminister wird einzuführen. Dies ift dem Werke nicht nützlich. Wir spüren eine Disharmonie von vornherein. Und gehen wir den Gestalten der Dichtung weiter nach, so bemerken wir in dem Geschwätz des Ale Schmalenbach eine deutliche Kritik sozialdemokratischen Anhängertums, die wie ein Keil sich in die Dichtung zwängt, und ferner in der Person des jungen Hermann, des Bruders des Fabrikbesitzers, ein sehr auffälliges Kapitel über die Probleme der modernen Jugend. Dem Stimmungszauber einer einheitlichen Dichtung wird damit natürlich nicht gedient. Trotz allem i)t auch dieses Stück Wlldenbvuchs groß angelegt; es enthält Stellen von packender Wirkung, andere aber auch, schon die erste Szene, von epischer Breite. Denn die 'Art, wie hier die Grmtdlinien des Dramas gelegt werden, das Schäkern des jungen L^ermann mit Lene, der „8dauben- lerche", der Zwiespalt der Brüder, die Redierei zwischen dem sozialdemokratischen Lumpenfaktor der Papierfabrik, Ale Schmalenbach, und dem Büttner gesellest Paul Ileseld, hört sich eher wie die Eürleitung zu einem Roman an. August Langenthal, der Besitzer der Papierfabrik, ist diejenige Person des Stückes, mit der man trotz der idealen Prinzipien, die dieser Mann versolgt, sich am wenigsten befreunden kann Und die Ungewißheit, mit der wir uns' über den Eharakter dieser .Hauptperson des Stückes im Anfang längere Zeit befinden, trägt auch nicht dazu bei, dem Drama eine unmittelbare, frische Wirkung zu schaffen. Diese Fignr des August Langenthal, die rrach drei Seiten ihren Eharakter offenbart, nämlich im Verhältnis znm Bruder, zu seinen Arbeitern, und zu dem Weib, das er zu lieben glaubt, stellt dem Schauspieler eiue schwierige Anßgabe. Herr Sandorfs war dem Brnder 5^ermann gegenüber allzu schroff und polternd und setzte sich damit zu sehr in Widerspruch mit der wohlwollenden 'Art der Behandlung seiner Angestellten. Der Fabrikbesitzer empfindet zunächst dem Bruder gegenüber nwhr Gleichgiltig?- teit, als er ihm Schroffheit zeigt. Das Liebeswerben der „Haubenlerche" gegermber hätte ebenfalls etwas schlicht natürlicher sein können. Herr Sandorss vermochte die eigenartige dtatur dieses Mannes, der trotz sonstiger Energie von seinen Angestellten fortgesetzt zu seinem Nacyteil jich „Herr Auiustt' anreden lägt, uns nicht liäher zu rücken. Die „Haubenlerche", die Tochter der Fabrikarbeiters-^ Wittve Schmalenbach, wurde von einem fremden Gast, Frl. ^ora Schütz, gespielt. Diese Rolle des munteren Mädchens, dessen Lieder in der Gefangenschaft ihrer so unfaßbaren- Verlobung verstumiuen und dereli Wangen in Heim- und Liebcsweh — sie liebt den einfachen Büttgesellen — erber Generalgouverneur 'der 43ejier''ci?a?nia^nngaTnn)cn zotrnr m- linski genannt. Der Obmann des Tschechenklubs Tr. Pacak soll den bisherigen tschechischen Lcmdsmannmmister Randa ersetzen und Dr. Forscht das Handelsportefeuille bekommen. In Ungarn haben die letzten Audienzen on Politikern beim Kaiser Franz Jofeph immer nody kein faßbares Resultat in der Mimsterkri.se ergeben. Man hofft jedoch, daß die (Sntroirrung jetzt ielleicht dadurch erleichtert werde, daß die gegenseitigen Ansichten genau bekannt sind. In Italien, wo bekanntlich der siegreiche Pollliker Gio- litti mit seinem gesamten Kabinett zurücktrat,strebt Fortis, der zum Prenriermiillster bestimmt ist, eine Versöhnung mit der Linken an und hofft die radikal-konstitutionelle Opposition auf seine Seite zu bringen. Aber aucy dort verzögert sich die Lösung der Atinifterkrise, weil nach dem letzten Eisenbahnerausstand niemand das Eiseubahnministerium anzunehmen gewillt ist. Ter Besuck) des ehrgeizigen, nach der Unabhängigkeit Bulgariens und der Königskrone sttebenden Fürsten Ferdinand in Berlin und London und letzt in Paris, legt die Vermutung nahe, daß wichtige diplomatische Abmachungen von ihm wenigstens versud-t worden such. Ter Zar zahlte im Laufe der vergangenen Woche an England die Entschädigung für die Beschsießung der Hüller Fisck)er- flotte in Summe von 1300 000 Mark. Im Innern des russi- sckjen Reiches dauern die Wirren fort. Im Kaukafus, zumal in Baku, feierte der Aufwand unerhörte Blutorgien. In Polen, namentlich in Warschau ist die Lage höchst sdpoierig. Gesindel terrorisiert die Bevölkerung. Tie ohnehin unter dem Drucke der Verhälttrisse leidenden Hausbesitzer erhalten Drohbriefe mit der Förderung, die Mieten herabzusetzen. Selbst bedeutenderen Firmen lvird es schwer, bei der ungünstigen wirtschaftlichen Lage die Miete zu entrichten. In P e t e r s b u r g hat sich erst am letzten Samstag eine Dy na m it ex p l o s io n zugetragen. In dem Hotel garni „Bristol", gegenüber dem Ackerbaumllllsterium und neben der d e u t s ch e n B o t s ch a f t sand die Explosion einer Bombe in einem von einem Englmlder und einer Frau bewohnten Zimmer des zweiten Stockwerts statt. Die Explosion verursachte soioohl im zwecken Stockwerk als auch in den anderen Stoawerken beDeutende Beschädigungen. Mehrere Fensterrahmen wurden zertrümmert. In einem Laden im ersten Swckwerk stürzte die Stuttatur von der Decke, im dritten Stockwerk wurden die Scheiben von fünf Fenstern zerttümmert. In dem 3immer, in dem die Explosion iiattfanb, war alles zerschlagen. Tie Tielen unb Wände waren zerstört, uni) verbogene Fensterrahmen wurden auf der anderen Seite der Straße gefuirden. Zwei vorübergehende Studenten wurden niedergeworfen. In dem b^ackcharz^mmer wurden zwei Frauen durd) die Holzstücke einer abgerissenen Wand verwundet. Der im Expivsionszunmer wähnende Alaun wurde in Ile ine Stücke zerrißen; nur ein Bein wurde gefunden. Tie Wände mären mit Blut und Gehirn bespritzt. Der Name des Ncannes ist Koulon, nach anderen Berichten Lincoln; er sprach schlecht russisch. In 'einem Reisekoffer fand man noch zwei Bomben. Was der Mann mit den Bomben vorhatte, wird man wohl nie ermitteln. Auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz aber hm Feldmarschall Oyama mit feinen fünf japanischen Armeen die gewaltige Heeresmacht Kuropattms in der zwölftägigen Schlacht bei Mulden besiegt. Seine Truppen verfolgen den Feind nick größtem Nachdruck. Kuropatkin meldet unterm 10. März selber: Seit heute nachmittag vollzieht sich der sehr gefährliche Rückzug. Es ist besonders sckMierig für die von der Mandarinensttaße entfernten Storps. Die Japaner bedrohten unsere Truppen, aber dank der äußersten Ansttengung sind unsere Armeen außer Gefahr. Der Feind besckwß unsere Rückzugslinie von Ost nach West. Die Niandarineustraße wurde von Osten von zwei Orten bei Tavan und Poukje beschossen. Unsere Truppen hielten sich sehr tapfer. Die Japaner drängen deshalb so leicht von Süderi her vor, weil der Hunho, der unsere Stellung bei Mulden deckte, heute gefroren war. General Zerpizky wurde verwundet, blieb aber bei der Front. Der Kriegsminister Japans soll erklärt haben, Obama habe besckckossen, mit Mukden als Operationsbasis, mit einem großen Teil seiner Armee nach Norden in der Rick)tuug von E Harbin vorzudrängen, um seine große Aufgabe zu erfüllen, und die wahrhaft niederschmetternde Niederlage Kuropatkins auszunutzen. Die Niederlage bei Mukden gab natürlich reichen Stofs zu Vermutungen über Friedensverhandlungen. Die „Pe- tersb. Tel.-Ag." ist aber ermäcbitigt, kategorisch zu erklären, daß alle Meldungen über Absichte n der russischen 3tegierung, Vorverhandlungen über den Frieden zu beginnen, vollständig unbegründet sind. Alle diese Nachrichten kommen nicht aus gut unterrichteten russischen Quellen, sondern sie sind lediglich Vermutungen. Die „Petersb. Tel.-Ag." erfährt^ daß I a p a ii gegenwärtig mit englischen und amerikaui- schen Bankiers über eine Anleihe verhandele, außerdem über eine neue Anleihe von 100 Millionen Pen mit der Standard Oll Company unter Verpfändung der Naphthalager im Norden von bleichen, fft äußerst üauidar. ^ri. spieire aber ziemlich mittelnräßig, nnd wir glanben oe,timmt, daß Frl. Ruf, die außerdem für die Rolle ein entspnechienderes Aeußeres mitbringt, mit dieser Aufgabe mehr zu bieten gewußt hätte, als die Fremde. Deu Hermann Laugenthal, einen jungen Taugenichts, der beit Liebesbenrühungen seines Bruders mit einem dummen Stteich ins Handwerk Pfuscht und unbeabsichtigt die beste Lösung des unmöglichen Verhältnisses ztoiichen Fabrikbesitzer und lArbeitevin herbeiführt, spielte Herr Andreas in der gewähnten gefälligen Weise. Fräulein E h r i st o p h c r s e u war eine sympathische Cousine Juliane. Famose Gestalten waren die Witwe Schmalenbach der Frau Fischer und ihr „Ale", der von Herrn Lippert mit sehr guter Komik wiedergegeben wurde. Herr Krey- l in g wnßte sich mit feinem Büttgesellen Jlefeld gleichfalls genügend zu befreunden. Tas sehr gut besuchte Haus naljm die Darbietung des interessanten Werkes mit freundlichem Interesse auf. M G. — Die Kunst. Monatshefte für freie und angewandte Knnst (Verlagsanstalt F. Brullmann A.-G. in München). Preis vierteljährlich (i Mk. März-Heft 1905. — Drei ausgezeichnete Künstlermonographien enthält dies Heft: Adolf Hengeier, Adolf Menzel und Bruno Paul. Das Hauptinteresse nimmt natürlich der Teil in Anspruch, der Adolf Menzels Gedächtnis gewidmet ist. Was die „Kunstt" aus Max Jordans Feder über den Altmeister bringt, gehört! zum Wertvollsten, was auS Anlaß von dessen Tode geschrieben wurde. Daß der Nekrolog, dem sich noch interessante Menzelerinnernngen von Franz Wolter anjchließen, von wertvollen Illustrationen begleitet ist, zum Teil sogar Doppelbildern, ist bei der „Kunj^ selbstverständlich. Ter schöne Menzelaufsatz ist auch als Sonderheft zum Preise von 1 Mk. zu beziehen. — 'Das neue dramatische Werk von Hermann Bahr „Sanna" ist soeben bei S. Fischer, Verlag, Berlin in' Buchform erschienen. —■ Gustav greii ff en arbeitet an einem großen Roman, der den Titel fuhren wird: A u s e i n e r k l e n e w Stadt. Frensfen foll an seinem Jörn Uhl eine Viertele Million Mark verdient haben. — In Wien ift am 12. d. M. der Maler Rudolf Alt, 93 Jahre alt, gestorben. (Alt war ein seiner Cha- rakteristiker als Porträtist und außerordentlich subtll als Städtebildmaler. Sehr bekannt ist sein Gemälde des Wiener Stesansdomes. D. Red.) Japan. Die hierbei wtereffierten Parteien unterstützen, wie jettf von ruffischrr Seite offiziös behauptet wird, die Friedensgerüchte, um sich den Erfolg der Anleihen zu sichern, durch Beseitigung von Befürchtungen, die wegen der Ungewißheit über die Dauer des Krieges bestehen. — Der russische Botschafter in Washington erklärte • Abermals wird die Antwort Rußlands die Entsendung großer Verstärkungen sein. Der Botschafter äußerte ferner, daß er feit mehreren Wochen Kenntnis von dem unwiderruflichen Entschluß des Kaisers habe, den Krieg fortzusetzen, bis die Russen siegreich wären, ohne Rücksicht darauf, wie lange dies bauern könne. Es wurde bereits die Entsendung neuer Truppen zur Verstärkung der Armee Kuro- patkius vorbereitet. Auch der japanische Gesandte in Washington erklärte, die Einnahnren von Mukden würde keinen Einfluß auf die Fortsetzung des Krieges ausübeir. Die Eröffnung der Friedens- -verhandlungen müßte von Rußland kommen. Und doch liegt gewiß nicht auf dem Gebiete äußeret Expansion, sondern auf dem Felde innerer Reform der Weg, der land retten kann. Aus Stad! und Kam). Gießen, 13. März 1905. •* Personalien. Uebertragen wurde dem Schullehrer Hartmann zu Froschhausen, im Kreise Offenbach, die Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Hainmelbach, im Kreise Heppenheim, dem Schulamtsaspiranten Kaiser aus Kaichen, im Kreise Friedberg, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Erlenbach, in demselben Kreise. — In den Ruhestand versetzt wurden: der Weichensteller in der Hess.-Preuß. Elsenbahngemeinschast Simon zu Alsfeld und der Bahnwärter in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschast Moller zu Rimlos. ** Hessische Vereinigung für Volkskunde. Unter Hinweis auf das bereits veröffentlichte Inserat wollen wir die Freunde der Volkskunde auch an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, daß der nächste Mitgliederabend heute, Montag, den 13. März, abends 8»/^ Uhr, abgehalten wird und zwar im Hotel Großherzog, weil der untere Saal des (£af6 Edel anderweitig vergeben ist. Rentaintmann Schäfer wird über Hexenprozesse in der ehemaligen Grafschaft Hessen-Bingenheim, Professor Dr. Wünsch über Hexen- glauben im Altertum sprechen. Frankfurt a. 2?L, 11. März. Am 6., 7. und 8. April findet hier im Römer und neuen Rathause ein großes Künstler fest statt, das von der hiesigen Künstlergesellschaft sowie vom Architekten- und Ingenieur-Verein zur Feier ihres Einzuges in das Steinerne Haus und des altstädtischen Straßendurchbruchs veranstaltet wird. Der erste Tag bringt ein lebhaftes mittelalterliches Markttreiben sowie den Einzug fremder Gesandtschaften, der zweite Tag den Kaiserzug, an dem über 300 Personen Mitwirken und der sich durch sämtliche Festräume bewegt. Daran schließt sich em Fackelzug als Ueberleitung zum Festball. Alle Mitwirkenden erscheinen in -her Tracht des 16. Jahrhunderts. Wetzlar, 10. Marz. Unter dem Vorsitz des Regier- .-mrgspräsidenten hat hier -eine Besprechung djer Vertreter -der beteiligten Behörden und Interessenten stattgejnndeir mber die Regulierung der untreren 'Dill in bm Gemarkungen Wetzlar und e SahniA Turper.tin-seife, i«t5hsöi«i frei von V Sn [lord und Söd.In Olf und Well Gilt »Kavalier» nur als das ßelfl Zu haben Irr ollen eln»^t v khlägigen Geschüttet DDW . : R ■<■ ?; VoTzügtichlte üederpu^eieme ivalier L Kein tägliches Sdiuhpufjen mehr! Völlig iuurcfrci! Das ßeit.e fürs keder ! OS umsonst tu portofrei. Hämmen-6räfra$, Sonngen No. M und Porto 20 Pi Einsendung des bei 3 St. portofrei geg. Nachnahme od. vorher, träges. — Gross, illustr. Katalog üb. 3000 Nrn., auch Neuheiten von Wäsche und Weisswaren Friedrieh Wilhelm Eagets, Stahiwarentorlk, und erfreut über meine wundervolle Kaiser Friedrich-Scheere. Ich sende dieselbe v. prima geschmiedet. Stahl, hochglanz poliert, vernickelt und vergoldet, zur Probe, nrit 2 beliebigen Buchstaben zu nattirl. Grüsse. 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