Nr. 189 ZLveires Blatt. 155. Jahrgang KßMsUAV yttnietget viermal wöchentlich betgelegl. Der UV F U U. Ufh U, D RT^ M, Jkll I R W T, U UA JL .HrjAlch-IflBöetet* «scheüu»vvaMch einmal V Xr | W ®k\r w w V Freitag 16. Juni 1 SOS Rotationsdruck und Verlag der Brühl Ich« UnwersttLtSdruckerei. R. Lang», Gieße» Redaktion, Expedition u. Druckerei r Schulstr.A. Del. Str. 6L Teiegr^Ldr., Lngei-« Gieße» General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. Mehr noch als die Dichtung schlingt Liszts Musik daS verknüpfende Band um diesen Lebenslauf. Es sind Leitmotive und Lettmelodien, die an poetisch hervorragenden Punkten der Darstellung wiederkehren; die Art und Weise, in der sie LiSzt in der Heiligen Elisabeth verwendet, ist eine durchaus bescheidene, frei von jeder Aufdringlichkeit und jedem Schablonentum. Ihre Wahl ist durchaus glücklich und volkstümlich: LiSzt hat sich an vorhandene Themen gehalten, die schon seit langem mit diesem oder ähnlichen Stoffen verknüpft waren. Gleich das Hauptthema der Orchestereinleitung, die einen poetischen und musikalischen Ueberblick gibt, der das Leben der Heiligen in seinen gewaltigen Wandlungen in wenige anschauliche Formeln faßt, ist eine Hymne, die unter den Gesängen deS 16. und 17. Jahrhunderts für die Kirchen-' feste der heiligen Elisabeth besonders beliebt war. Liszts Variationskunst an einem gegebenen Thema zeigt sich hier in der herrlichsten Weise; seine Jnstrumentationskunst erlaubt ihm, dies Thema vom stillen Klageton zum Festklang begeisterter Anbetung emporzuführen. Diese Melodie aus jener Hymne geht durch das ganze Werk; die rythmischen Umwandlungen sind unerschöpflich und geben auch den magyarischen Charakter wieder, dem Liszt durch seine Herkunft ja besonders nahe stand. Die Jagdszene im zweiten Bilde des Oratoriums vermeidet alle hergebrachten Jägerchöre re., aber die Romantik der Szene ist so wunderschön und reich zum Ausdruck gebracht, besonders in den Melodien und Motiven der Hörner, daß man diese Behandlung als die denkbar vornehmste anerkennen muß. Den Höhepunkt hat diese Szene in dem bekannten Rosenwunder. Die Musik bemüht sich, diesem geheimnisvollen Wunder dadurch gerecht zu werden, daß sie in den allerzartesten Klangfarben angelegt ist. Die Elisabethsmelodie ist vorherrschend, bis die Posaunen ein Motiv bringen, das uralt ist und auf dem der Teil des Oratoriums ausbaut, der „Die Kreuzritter" betitelt ist. Dem Kreuzrittermarsch hat LiSzt e(u< Melodie am Grunde gelegt, wie er erklärt: „ein altes Pilgerlied aus der Zeit der Kreuzzüge*. In den letzten Jahrhunderten war diese Melodie sehr beliebt. Kraft und Frische verleihen ihr größte Wirkung. Das vierte Bild ist von Leid und Trauer durchdrungen. Die Skala des Schmerzes durchlaufen die Instrumente in chromatischen Tonreihen getragenen Charakters. Als Gegensatz hierzu stoßen die Hörner rauhe Motive heraus und es fahren die Bäsie unwirsch drein, um die harte Landgräfm Sophie zu charakterisieren. Das Ganze wird zu einem Jn- strumentalgemälde, das die Schrecken der empörten Natur: die fürchterliche Nacht schildert, in die die verstoßene Fürstin hinausziehen muß. DaS folgende Bild: Elisabeths Tod, führt zu dem rührend einfachen Chorsatz: „Hier wohnt sie unterm Hütten- dache*. Liszt hat hier wiederum ein Thema aus der Kirchenmusik benutzt, eine Art Choral, der aus Ungarn stammt, wo er an Elisabethfesten gebräuchlich war. Der kurze Satz, den die Frauen nach dem Tode der Elisabeth anstimmen: „Der Schmerz ist aus, die Bande weichen* bildet eine der aller- schönsten Partien des an Schönheiten reichen Werkes. Wunderbar wirken die schlichten Weisen in der Wiederholung durch das hinzutretende Orchester, seine Harmonien und Farben. Das letzte Bild bringt eine reiche Szene. In ihrem Reichtum ist weltliches und liturgisches, ungarisches und deutsches vereint; die Motive der Kreuzritter tönen wieder und das letzte bedeutende Wort gebührt, wie zu erwarten, der Elisabethhymne. Wir haben uns bemüht, an der Hand des H. Kretzsch- marschen Führers die bevorstehende Aufführung ein wenig einzuführen. Hoffentlich haben wir damit erreicht, daS In- tereffe am Werk zu wecken, wo es noch schlief, auf daß alle Anteil nehmen und zur Aufführung eilen, denen die Pflege erhabener Chorwerke am Herzen liegt. Weltliche und weihevolle kirchliche Melodien hat hier die Meisterhand LiSzt's zu einem unsterblichen Ganzen verwoben, voll Charakter, Kraft, Frische, Naivität und Erhabenheit! Gießen, den 13. Juni 1905. Betr.: Die Herstellung einer amtlichen Handausgabe über die staatliche Schlachtviehversicherung im Großh. Hesien. Das GrMensgllche Krelsrmtt Meßen *u die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinde« des Kreises. Soweit Sie mit Erledigung unserer Austage vom 18. Mai l. Js. (Kreisblatt Nr. 65) noch im Rückstände sind, werden Sie an deren Erledigung mit Frist von 3 Tagen erinnert. N V.: Hechler. Hessischer Landtag. Zweite Kammer. R. B. Darmstadt, 15. Juni. Präsident Haas eröffnet die heutige Sitzung um •y4 Uhr. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist der Antrag Noack, betr. die Organisation des Zeichenunterrichts. Der Antrag bezweckt, den Zeichenunterricht an den Volksschulen, Mittelschulen und höheren Bürgerschulen, den Seminarien, Präparandenanstalten, Real- und Oberrealschulen, Realgymnasien, Gymnasien sowie an den höheren Töchterschulen ähnlich zu organisieren, wie dies bereits in anderen deutschen Bundesstaaten geschehen ist, mit Rücksicht auf die außerordentliche Wichtigkeit des Zeichenunterrichts als allgemeines Bildungsmittel, und insbesondere als Grundlage für die gesamte gewerbliche Fachbildung der Heranwachsenden Jugend. Der Ausschuß beantragt, die Angelegenheit für erledigt zu erklären mit der Motivierung, daß der Umwandlung der seitherigen und Ausstellung von neuen Lehrplänen in den höheren Lehranstalten und Seminarien Im Sinne des Antragstellers Rechnung getragen worden sei. Für die Ausbildung tüchtiger Zeichenlehrer auf den Seminarien seien bereits im Budget für 1905 8000 Mk. mehr bewilligt worden. Nachdem der Antragsteller seinen Antrag näher motiviert, wird der Ausschußantrag einstimmig angenommen. Die Regierungsvorlage betr. den Handel mit Giften wird nach den bereits von uns mitgeteilten Abänderungsvorschlägen deS AuSschuffeS ohne Debatte angenommen, nachdem Ministerialrat Weber die Zustimmung der Regierung erklärt hat. Die Vorstellungen der Drogisten in Mainz und Gießen und die der Handelskammer zu Gießen werden für erledigt erklärt. Bezüglich einer Vorstellung des Wärters Emig zu Gadern (Heppenheim) über feine Dienstentlassung auS dem LandeShoSpital Hofheim schließt sich das Hau« dem Ausschußantrag an, dem Petenten auS der Hauptstaatskaffe eine einmalige Prämie von 500 Mk. auszuzahlen. Der Antrag Reh und Genoffen, die hessische AuS- führungSanweisung zu dem ReichSviehseuchengesetz vom 28. Juni 1880 und 1. Mai 1894 betreffend, will durch ein besonderes Ausschreiben festgestellt wiffen, was unter einer „wandernden Schafherde" zu verstehen sei. Die Regierung hat inzwischen ein solches Ausschreiben erlassen und der Antrag wird daher für erledigt erklärt. Bezüglich einer Rückäußerung der ersten Kammer über den Antrag Köhler bezüglich des Braunkohlenbergwerks bei Münster beschließt das HauS, auf seinem früheren Beschluß zu beharren, wonach die Regierung um baldige Vorlage eines Entwurfs behufs Besteuerung der unbenutzten Grubenfelder ersucht wird. Die Vorstellung der KreiSgeometer um anderweitige Festsetzung ihrer Vesoldungsvordienstzeit wird ohne Debatte dem Ausschußantrag entsprechend für erledigt erklärt, ebenso die Vorstellung der Straßenwartrr beS Großherzogtums, betr. die definitive Anstellung, Witwen- und Waisengehalt und Gehaltserhöhung. Gleichzeitig ersucht aber die Kammer die Regierung, bei den Kreisverwaltungen darauf hinzuwirken, daß die Löhne der Straßenwärter dem Verdienste eines guten Arbeiters mindestens gleichkommen und fernerhin die Errichtung von „PensionS- kaffen für Kreisarbeiter" nach dem Vorbild bereits bestehender ähnlicher Einrichtungen anzuempfehlen. Die Vorstellungen des Gastwirts Weife in Frankfurt um Ersatz seiner Stempelabgabe und deS Vorstandes des Gesangvereins „Sängerrunde Mainz" um Befreiung von der Klaviersteuer werden für erledigt erklärt. Eisenbahnen. Bei Besprechung der Rückäußerung der ersten Kammer inbetreff der Errichtung einer Haltestelle für Hühnlein und Langwaden bemängelt Abg. Präsident Haas, daß die erste Kammer auf feinen Antrag nicht eingegangen sei, ohne die Verhandlungen der zweiten Kammer über diesen Antrag überhaupt gelesen zu haben. DaS HauS beschließt, auf seinem früheren Beschluß xu beharren. Ein Antrag der Abgg. Heidenreich und Breimer lautet: Die Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, dem Landtag alsbald eine Vorlage zugehen zu laffen, welche die Erbauung und den Betrieb einer normalspurigen Nebenbahn von Hirschhorn nach Wald-Michelbach im Anschluß an die Nebenbahn Wahlen—Wald-Michelbach—Mörlenbach einerseits und der Vollbahn Heidelberg—Eberbach—Würzburg anderseits auf Kosten befl Staates bezweckt. — Hieraus gab die Regierung den Bescheid, btr Bau und Betrieb der Bahn durch den Staat sei als auSgeschloffen zu betrachten, fie sei jedoch nicht abgeneigt, bei den Landständen die Bewilligung der üblichen Staatsbeihilfe zu beantragen, so bald die Finanzierung des Unternehmens gelungen sei. Der Ausschuß beantragt auf Grund dieses Bescheides, den Antrag für erledigt zu erklären. In der sehr umständ- lichen Debatte hierüber wünscht Abg. Haas, den Ausschußantrag dahin abzuändern, daß die Negierung ersucht wird, den Bahnbau in Erwägung zu ziehen. Finanzminister Gnauth erklärt auf eine Anfrage deS Abg. Häusel, eS würden zur Zeit Erhebungen darüber an- gestellt, in welcher Weise sich die Entwickelung der von Bahnen durchquerten Gegenden im Gegensatz zu den bahnfteien Gegenden darstelle. DaS jetzige System eines gesetzlichen StaatSzuschuffeS zu dem Bau von Nebenbahnen verdiene jedenfalls den Vorzug vor dem Verlangen, die Bahnen auf Kosten deS Staates zu bauen. Bezüglich der Bahnstrecke Höchst-Aschaffenburg könne er Mitteilen, daß die Regierung mit Bayern Verhandlungen angeknüpft habe über den Bau dieser Linie und eine Vereinbarung in dem Sinne zu erwarten sei, daß Hesien einen Staatszuschuß von 80 Prozent leiste. Eine diesbezügliche Vorlage werde alsbald noch diesem Landtage zugehen. Die Kammer nahm nach weiterer Debatte den abgeänderten Ausschußantrag an, die Regierung zu ersuchen, den Bahnbau in Erwägung zu ziehen. Die Vorstellung der Gerichtsdlenersubstituten erledigte die Kammer dahin, daß der Vorstellung keine Folge gegeben werden soll, die Regierung aber ersucht werde, die Verträge der Gerichtsdienersubstituten durch die aufsichtführenden Richter revidieren zu lassen. Persönlicher. Nach einer kurzen Pause verteidigt sich zunächst Abg. Hirschel in persönlichen Bemerkungen gegen die gestrigen Angriffe des Abg. Ulrich und fordert diesen auf, seine unschicklichen Bemerkungen als nicht — wie von verschiedenen Seiten angenommen wurde — gegen Hirsche! persönlich gerichtet zu bezeichnen. Abg. Ulrich erklärt, er habe mit seinen Bemerkungen nur die deutschen Studenten treffen wollen, nicht Abg. Hirschel persönlich. Präsident Haas bemerkt, auch er habe in den Bemerk» ungen Ulrichs keinen persönlichen Angriff gegen Hirschel erblickt. Er ersuche aber die Mitglieder, in Zukunft doch die Würde des Hauses und das Ansehen desselben so hoch zu halten, daß derartige Szenen sich nicht wiederholen und ähnliche Redensarten unterbleiben. Solche Reden gehörten auf die Gasse und nicht ins Parla> ment. (Beifall.) Abg. Dr. David bezeichnet es als objektiv unwahr, daß er, wie in mehreren Blättern bemerkt wurde, einer Aeußerung des Abg. v. Brentano zufolge das Stenogramm seiner gestrigen Rede korrigiert habe. Die Reden würden den Mitgliedern erst nach der Sitzung zur Korrektur vor- gelegt. Nunmehr verliest Staatsnrinister Rothe auf die dringliche Anfrage des Abg. Reinhart über die Ausbildung und Anstellung der israelitischen ReliaionS- l e h r e r eine Regierungserklärung, die auf Antrag des Abg. Reinhart gedruckt werden soll. Die Gemeindesteuerreform. Das HauS tritt darauf in die Beratung deS Gesetzentwurfs, die Gemeindeumlagen betr., ein. Dor Beginn der Generaldebatte erllärt Staatsminister Rothe, er wolle nicht unterlassen, dem Ausschuß und namentlich auch dem Ausschußberichterstatter Dr. Gutfleisch seinen Dank auszusprechen für die Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit, mit der sich dieselben in langen Sitzungen Über die Vorlage schlüssig gemacht haben. Die Regierung begrüße mit großer (Genugtuung, daß sich die überwiegende Mehrheit des Ausschusses durchgänKg auf den Boden der Regierungsvorlage gestellt habe. Dieselbe habe in der Heranziehung des Einkommens, wie des Kapitalvermögens eine weitgehende Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit des Steuerzahlers vorgesehen, und sie sei mit der Vorlage weiter gegangen, als irgend ein anderer deutscher Staat. Der Entwurf stelle die Besteuerung der Gemeindeangehörigen auf Grund der Leistungsfähigkeit auf, wolle aber auch auf die Gegenleistung der Gemeinden durch Heranziehung des Bruttovermögens der Steuerzahler gebührend Rücksicht nehmen. DaS ganze Gemeindesteuerwesen erhalte durch den jetzigen Entwurf eine wesentliche Vereinfachung und gerechtere Verteilung der Lasten und er hoffe, daß auch baS Haus den Beschlüssen des Ausschusses zustimmen und damit der Gemeindesteuerresorm einen ähnlichen Erfolg bereiten werde, wie dies vor sechs Jahren bei Beratung der Staatssteuerreform der Fall war. (Beifall.) Abg. Möllinger, auf der Tribüne fast gänzlich int* verständlich, bespricht die Vorlage im allgemeinen und die Gemeindesteuer in ihrer geschichtlichen Entwickelung. Der Entwurf schließe sich nach Möglichkeit an die Staatssteuer an, lasse aber gleichzeitig auch den besonderen Erfordernissen oer Gemeinden eine entsprechende Berücksichtigung widerfahren. Abg. Ulrich erllärt in der Einleitung seiner mehr als Ihr stündigen Rede, daß er ein Gegner der Besteuerung der Schulden sei. Der Mchtabzug der Schulden sei der größte Fehler der Regierungsvorlage. Es würde hier für die Gemeinden das Dovpelprinzip der Besteuerung eingesührt, eine Vereinigung oer Grundsätze von Leistung und Gegen- Die Legende von der heiligen Klisaöelh. Oratorium von F. LiSzt. Wiederum darf sich, so schreibt man unS, der Konzert- Verein rühmen, ein Werk zur Aufführung zu bringen, das unseres Wissens hier in Gießen zum ersten Male zur Aufführung kommt, dazu ein Werk, besten Ruhm gerade in unserer Zeit enschieden im Ausstieg begriffen ist. Und bas mit Recht! Sagt doch der größte Musikhistoriker unserer Zeit, Hermann Kretzschmar, von LiSzt'S Oratorien, Liszt sei insbesondere in der musikalischen Ausführung seiner Oratorienstoffe so geistvoll, neu und schöpferisch verfahren, daß ihm nur Verblendung einen hervorragenden Platz in der Geschichte des neueren geistlichen Oratoriums bestreiten könne. A ,r, Dies gilt ganz besonders auch von ferner „HeiNgen Elisabeth". Das Werk ist als Festmusik zur Einweihung der restaurierten Wartburg komponiert und gemahnt uns alle Qn diese Stätte deutschester Dichtung und Sage. Niemand kann sich diesem Zauber entziehen, den auch daS Hasten und Jagen unserer modernen Zeit niemals gänzlich übertäuben möge Die Dichtung ift fein Drama; sie schildert vielmehr in einer Reihe von Bildern den Lebenslauf der Heiligen Elisabeth, und Otto Roqnette, der Dichter, hat es verstanden, seinen romantischen Stofs künstlerisch zu gliedern, fo, daß die ganze Darstellung eine auf- und absteigende Linie bildet, die sich um einen Höhepunkt bewegt, der das Ganze zusammen- hält. Elisabeth als Kind in der Wiege, nach altem Brauche bereits dem jungen Fürsten im Thüringerlande verlobt — Elisabeth im Glück der Ehe, als Wohltäterin der Armen und Elenden, ein Liebling der himmlischen Mächte, die ihr Tun und Wirken durch Wunder schützen — Elisabeths Abschied von ihrem Gemahl, der in den Kreuzzug zieht Elisabeth als Dulderin und Leidende, die von der harten Landgräfm Sophie bet Nacht und Unwetter aus der Wartburg vertrieben wird - Elisabeth der Heiligen Tod — Elisabeths Reisetzung im Dom- zu Marburg. letfhing. Gr gebe zu, vaß sich ftt elnz einen Gemeinden Mly- Verhältnisse yerauSacstellt haben, die auch den Kommunal- verbänden mit zur Last fallen. Diese Mißverhältnisse hätten aber durch Sonderbestimmungen in der Dorlage beseitigt werden können und man hätte nicht bad Prinzip der Leistungsfähigkeit durch Verquickung nrtt dem Grundsatz von Leistung und Gegenleistung beschweren sollen. Durch das Verbot des Schuwenabzugs werde gerade der kleine Mann schwer getroffen, die Besteuerung des Bntttoverrnögens belaste ihn ungleich schwerer, als den kapitalkräftigen Steuerzahler. Am schwersten werde die Bruttobesteuerung beim Gewerbebetrieb und dem Grundbesitz empfunden und das sollte doch wohl nicht der Zweck einer gesunden Steuerreform sein. Er bleibe bei seiner Meinung, daß die $e= meindesteuerreform am einfachsten und gerechtesten geregelt worden wäre durch das Prinzip der Zuschläge ^u oen Staaissteuern. Man hätte dabei die besonderen Verhältnisse, durch welche den Gemeinden ungewöhnlich hohe Lasten auferlegt werden, sehr wohl durch Sonderbestimmungen im Gesetz erfassen können. Dem Einwurf, daß nach dem System von Zuschlägen zur Staatssteuer eine ungewöhnlich hohe Belastung em getreten wäre, hatte sich durch eine höhere progressive Besteuerung der größeren Kapitalien leicht abhelfen lassen tund der Schuldenabzug hätte sich dann in der Gemeindesteuer zur Durchführung bringen lassen, ohne daß die Gemeinden eine Schädigung ihrer Steuereinnahmen erlitten hätten; nach der amtlichen Statistik betrage die Schuldbelastung in Hessen nur ca 13 Proz. Die Vorlage könnet« natürlich nicht eine allgemeine Steuererleichterung zur Absicht haben, sie müsse vielmehr als Hauptzweck verfolgen, die Lasten gerecht iu. verteilen. Redner wendet sich darauf gegen verschrobene EinzelbestimmunHen der Vorlage, so geaen Art. 35, in welchem dem auswärtigen Kapitalisten eine dreftährige Steuerfteiheit zugebilligt wird; Derartige „Schönheitsfehler" im Gesetz sollten unter allen Umständen beseitigt werden. Dann wendet sich Redner in umständlicher Weise zu der Kritik, welche in der ersten Kammer besonders vom Frhm. v. Heyl an der Vorlage geübt wurde. Derselbe habe die Befürchtung ausgesprochen, daß sich die hessischen Steuerverhältnisse durch die Vorlage noch ungünstiger gestalten würden. Aber die Begründung dieser Auftassung erscheine ihm sehr bedenklich. Frhr. v. Heyl habe gegen die Vorlage scharf zu machen versucht, auch gegen den Finanzminister und gegen ihn, den Redner. Er behaupte, daß nicht durch die damalige Rede des Finanzministers, sondern durch die Klagen im anderen Hause über die hohe Besteuerung der „armen Reichen" das monarchische Bewußtsein im Volke erschüttert werde. Das Land habe die Erklärung des Finanzministers mit Freude begrüßt und die Scharfmacherei des Fehrn. v. Heyl habe ja auch eine offizielle Abfuhr erhalten. Die Kundgebung der Regierung in dieser Sache könne man als einen Beweis dafür ansehen, daß sich im modernen Staatsleben auch mehr und mehr ein sozialpolitisches Pflichtbewußtsein der Regierung geltend mache. Die Regierung befinde sich mit der Vorlage aus dem Wege, Die Mißstände zu beseitigen. Der Weg sei aber zu kurz abgebrochen worden, und wenn auch nicht ein Hohlweg, so doch ein sehr holpriger Weg geworden. Er hoffe aber, daß sich derselbe noch glätten und bessern werde. Die Gemeinden müßten dazu bekehrt werden, oaß nicht die Armen, sondern die Reichen in stärkerem Maße zu den Gemeindelasten heran gezogen werden. Die Sitzung wird hierauf um V22 Uhr abgebrochen; Fortsetzung der Beratung morgen früh 9 Uhr.____________ Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 15. Juni. Anwesend die Beigg. Curschmann, Georgi und Heyligen- staedt und die Stadtvv. Brück, Dr. Ebel, Eichenauer, EmmeliuS, Euler, Gabriel, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, Keller, Kirch, Leib, Löber, Orbig, Schaffstaedt und Wallenfels. Oberbürgermeister Mecum befindet fich noch in Urlaub, und Beig. Georgi, der die Sitzung einberufen hat, eröffnet die Verhandlungen, indem er bemerkt, daß Beig. Curschmann ihn darauf aufmerksam gemacht habe, daß einige Angelegenheiten der Erledigung harrten und eine Sitzung des Kollegiums notwendig sei. Beig. Curschmann, der diese Dinge bearbeitet hat, trägt sie der Versammlung der Reihe nach vor. Es handelt sich dabei um nichts sehr Wichtiges. Das Erste ist die Mitteilung, daß die bei der Beratung des Voranschlags hervorgetretene Klage, Kinder der Volksschule hätten Bücher und Hefte, zu deren Beschaffung die Stadt Mittel zur Verfügung gestellt hat, in die Lahn geworfen, insofern auf Tatsachen beruht, als eS sich dabei um Hefte und Papier handelt. Es wird wohl darauf geachtet werden, daß dergleichen nicht wieder vorkommt. Sodann wird der Stadtverordnetenversammlung die bekannte Resolution des Bürgerverein9 wegen des Submissionswesens bekannt gegeben. Die Angelegenheit wird der Baudeputation zur Kenntnis überwiesen. Der verstorbene Rentner Ernst Balser hat der Stadt 6 0 00 Mk. vermacht, von deren Zinsen diese die Gräber des Ehepaars Balser unterhalten und den Rest für mildtätige Zwecke verwenden soll. Die Stiftung wird in diesem Sinne angenommen. Am Krogmannschen Haus Bahnhofstraße 30 ist reit vorigem Jahre eine Markise angebracht worden, was von der Stadtverordnetenversammlung genehmigt worden war. Sie hängt aber 15 Ctm. niedriger als die vorschriftsmäßige Höhe ist und ist beanstandet worden. Der nachgesuchte Dispens wird nicht erteilt, da die Baudeputation an Ort und Stelle die Markise als mißständig befunden hat. Es wird also dem Besitzer überlassen, sie höher zu hängen. Das Baugesuch des K. Nikolaus für die Steinstraße, wo Nikolaus zwei Häuser auf einem Bauplatz errichten will, wobei die vorgeschriebene Zufahrt nicht vorgesehen werden kann, wird nicht genehmigt, da man in dem Vorhaben eine unzulässige Ausnutzung deS Grundstücks erblickt. ES wird dem Gesuchsteller anheimgegeben, anstatt zwei Häuser eines zu erbauen. Aehnlich verhält es sich mit einem Baugesuch des E. H. Müller für die Ecke Stein- und Weserstraße. Keines der beiden dort geplanten Häuser würde den vorgeschriebenen Hof besitzen. Aus diesem Grunde wird auch dieses Gesuch abgelehnt mit dem Bemerken, Müller möge ein Haus errichten. Die Firma A. Kröll Söhne hat hinter dem Biebertal- Bahnhof einen Lagerplatz gepachtet und bittet, einen die Einfahrt störenden Pappel bäum entfernen zu dürfen. Da der Baum nicht mehr viel taugt, ist die Versammlung damit einverstanden, wenn die Gesuchstellerin die Kosten der Entfernung übernimmt. Der EsiendahnVeMedStnfpeMon wird rotOerrufTtct) gegen eine kleine Anerkennungsgebühr gestattet, den Wetzlarer Weg durch eine Fernsprechleitung zu kreuzen. Der Stadtgärtner bedarf eines 35 Meter großen Gummischlauches zur Sprengung, wofür 140 Mk. bewilligt werden. Der Ventilbrunnen im Hofe der Stadtmädchenschule, der untauglich geworden ist, wird mit dem Einverständnis der Versammlung durch einen Zapfständer, der 125 Mk. kosten soll, ersetzt werden. Gelegentlich einer Schulvisitation in der Stadtmädchenschule ist e§ beklagt worden, daß in einzelnen Räumen die Lüftung ungenügend sei. Um dem abzuhelfen, hat das Hochbauamt vorgeschlagen, unter Aufwendung von 280 Mk. Kosten Lüftungsklappen am Oberlicht Herstellen zu lassen. Stadtv. Jann bemerkt hierzu, daß ähnliche wie die geplanten Vorrichtungen in der Realschule zu Klagen Anlaß gegeben hätten. Wegen des Zuges, der die Kinder von oben her treffen würde, sei es verboten worden, im Winter diese Fenster überhaupt zu öffnen. Stadtv. Jann empfiehlt daher Vorsicht und nochmalige Prüfung, und da er hierin von einigen anderen Stadtverordneten unterstützt wird, beschließt man, die Sache nochmals der Baudeputation zur Erwägung zu überlassen. Für die Volksschule sind zwölf neue Schulbänke nötig geworden. Es wird die freihändige Vergebung an die Firma Fuhrmann u. Hauß in Frankenthal beschlossen. Die Kosten betragen 510 Mk. Der hiesige Zweigverein vom Roten Kreuz hat um Anschaffung einer Tragbahre durch die Stadt nachgesucht. Da die Polizei und die Kliniken schon solche Tragbahren haben, die für den Transport Verunglückter benutzt werden können, hat die Baudeputation vorgeschlagen, die Kosten hierfür im Betrage von 195 Mk. nicht zu bewilligen. Aus dem Jahre 1903 sind zwei Rechnungen noch nicht genehmigt: für 8 zweisitzige Bänke in der höheren Mädchenschule 264 Mk. und für einen Drehkrahnen an einem Schlammwagen 285 Mk. Sie werden genehmigt; ebenso einige Hand ab gab en und «Verkäufe. Der Waldwirtschaftsplaufür 1906 wird gleichfalls nicht beanstandet. Er sieht eine Fällung von 7310 Meter vor, 810 Meter mehr als im Vorjahr. Wesentlich höhere Einnahmen werden sich daraus aber nicht ergeben, da es sich meist um minderwertiges Holz handelt. Für Kulturen werden vorgesehen 7789 Mk„ für Wegbau und Unterhaltung 11 722 Mk., für Grenzherstellungen rund 280 Mk. Ueber den bevorstehenden Ausbau der Roon- straße zwischen Moltkestraße und Großer Steinweg berichtet Beig. Curschmann, daß die Sielbauarbeiten fertig seien und nach der Herstellung der Hausanschlüsse dem Ausbau der Straßenstrecke, welcher 6500 Mk. Kosten verursacht, nichts mehr im Wege stehe. Außerhalb der Tagesordnung teilt Berg. Curschmann mit, daß das Grund st ück der St ohr scheu Erben, das in die Roonstraße fällt, für 10 000 Mk. in den Besitz der Stadt übergegangen sei. Es sind wieder Umpflasterungsarbeiten notwendig geworden, wozu drei Angebote eingegangen sind. Man vergrbt die Arbeiten an die Firma Jph. Hofmann in Gießen, welche dafür 5800 Mk. verlangt. Punkt 20 der Tagesordnung, Kauf mit H. Schaumberger, wird ausgesetzt. Für den Verputz des vorm. Attigschen Hauses Seltersweg 9 wird eine K'rediterhöhung von 30 Mk. bewilligt. Das wiederholt gestellte und bereits früher abgelehnte Gesuch des Friedr. Kopp hier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bismarckstraße 30 wird wiederum, da die Bedürfnis frage verneint wird, abgelehnt. Dagegen wird das Wirtschaftsgesuch des Gottfried Abel hier für Wolfstraße 9 genehmigt, da diese Wirtschaft, der „Mainzer Hof", schon seit Jahren betrieben wird und keinen Anlaß zu Bedenken gegeben hat. Der Fortschritt der Bauarbeiten an der höheren Mädchenschule hat die Lieferung der eisernen Träger nötig gemacht. Diese Lieferung wird außerhalb der Tagesordnung vergeben. Außerhalb der Tagesordnung werden auch die Arbeiten für den Ausbau der Henselstraße vergeben, nämlich an Wilh. Such an von Krofdorf für 2196 Mk. Die Feldbereinigung rechts von der Lahn hat einige Herstellungsarbeiten nötig gemacht. 11. a. muß der Hühenweg auf die Hardt chaufiiert werden. Die Kosten werden auf die Stadt übernommen.. Zum Schluß der Tagesordnung zurückkehrend, hat die Versammlung nichts dagegen einKuwenden, daß die Ferien Der Stadtverordneten!) ersammlun g wie gewöhnlich vom 1. August bis Mitte September stattfinden sollen. Stadtv. Kirch wendet sich zum Schluß an die Versammlung mit einem Hinweis auf die Frage des zu errichtenden Zuchtvieh Marktes und einen im Gießener Anzeiger (Nr. 124) veröffentlichten Bericht über eine AuL- schußsitzung deS landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen, die sich mit der Sache befaßt hatte. Herr Kirch fällt ein scharfes Urteil über diese „recht häßliche Kritik" des Viehmarktplatzes an der Nodheimerstraße. Er bemerkt, daß man einen derartigen Bericht nicht ruhig hinnehmen könne. (In dem Bericht war indessen ausgesprochen, daß die kritischen Bedenken in der Ausschußsitzung durch das Gutachten des Kreißveterinärarztes unterstützt worden waren. Eine solche Kritik durfte u. E. nicht unterdrückt werden, selbst wenn sie vielleicht etwas scharf sich äußerte. D. R.) Stadtv. Ki^ch meinte, unsere unschuldige Lahnbrücke werde gewiß kein Boden der Ansteckung für baS Zuchtvieh fein, und die österreichischen Ochsen, sowie anderes Schlachtvieh, die hin und wieder die Brücke passierten, würden in dieser Hinsicht sicher kein Unheil anrichten. Er verweise auf einen Artikel in der „Hess. Landw. Zeitschrift" Nr. 23, worin die öfters angezogenen Einrichtungen des Marktes in Radolfzell als vortrefflich bezeichnet seien. Der Markt dort wisse aber, wie aus dem Artikel gleichfalls hervorgehe, gar nichts von so übertriebenen Forderungen, wie sie in der Ausschußsitzung deß landw. Provinzialvereins erhoben worden seien. Die dortige Zentralmarkthalle stehe auch zur Verfügung der Stadtgemeinde Radolfzell. Diese ist berechtigt, ihre gewöhnlichen 25 Vieh- und Schweinemärkte in der Halle ab zu halt en und dabei Platzgelder für die aufgeführten Tiere zu erheben, welche zur Deckung der Unterhaltungskosten der Zentralmarkthalle dienen. Er (Kirch) |et der Ansicht, das; di Stadt Gießen unter solchen Umständen besser tue, die gema sie Offerte überhaupt zurückzuziehen. — Stadtv. Helfri / ist in diesem letzten Punkte anderer Meinung. Die Ange genheit wird der vereinigten Markt- und Verkehrskommissio zugewiesen. Die Kasjentro le in Lauöach. H. Benutzung der n a Hi ichen nÜchsten Kräfte. Die Kohlenverteuerung k I' zu dem Bestreben führen, sich Kräfte nutzbar zu machen, i stabilere Verhältnisse aufweisen und durch die man unabhäng von wirtschaftlichen und sonstigen Krisen wird. Allerdings bart man sich dabei nicht auf das Ga? als allein seligmachend/s Licht versteifen. Gas ist trotz der Vervollkomnmung, die an bisher versucht hat, schon jetzt eine veraltete D'leuchtungserr und wird bei den epochemachenden Erfindungen und Entdeckim 1 n, die sich in unserem wirtschaftlichen und technischen Zeit :cr, namentlich auf dem Gebiet der Elektrizität, förmlich überst 1-3en, in Zukunft erst recht veraltet sein. Hier gilt es aber nicht von heute auf morgen zu sorgen, sondern für viele Jahrzehnte. Man hat behauptet, die Schweiz werde einmal das Kraft» Zentrum für ganz Europa abgeben. Man denkt dabei an die zahlreichen Wasserfälle und Gewässer der Berge, die eine kolossale „Energie" enthalten. Der Gedanke ist gar nicht absurd. .Heute schon sucht man die Rheinstromschnellen, die Niagarrafälle „ein- zufangen", die Kraft der bewegten und stürzenden Wassermassen abzuleiten auf elektrische Leitungen. Was die Schweiz für Europa, kann der Vogelsberg in kleinem Maßstab, wenn nicht für ganz Oberhessen, so doch für einen Bezirk, wie hier in Betracht kommt, fein oder werden. Der Wasserreichtum im Vogelsberg, namentlich im Niddatal, ist bekannt. Gleich bei Ruddingshain sind schon respektable Gewässer. Wie leicht lassen sich ©Innungen anlegen. Mit welchen großen Mitteln legte man in der Rheinprovinz und in Westfalen, in den Vogesen Talsperren an. Ich sah im Grödental (Süd-Tirol), wie eine Heine Abzweigung eines Baches, die auf 10 Meter Sturz gebracht war, Jn- dustriewerke und Lichtanlage, sämtlich elektrisch, mit Doppelturb inen-Anlage, aber sonst geringfügigen und primitiven Einrichtungen, doch vortrefflich in Tätigkeit setzte. Ob nicht der staatliche Generalkulturplan des Vogelsbergs auch einen Vorteil von solchen Anlagen hätte, kann ich nicht beurteilen, ich halte es aber für wahrscheinlich und deshalb für nötig; baS auch der hessische Staat sich für die Stau- und Sammelanlagen interessiert und mit möglichst reichlichen Zuschüssen die hier beteiligten Gemeinden und damit das Werk selbst unterstützt. Man wende nicht ein, die Wasserkraft sei auch nicht stabil. Im Frühjahr und Herbst möge ja das Wasser am Vogelsberg „ans allen Knopflöchern" sprudeln, im Sommer könnten aber Dürren eintreten, daS lehre der Sommer 1903. Das ist bis zu einem gewissen Grad richtig; jeder Müller rechnet mit wechselndem Wasserstand. Er hat aber keine genügenden^ Stau- vorrichtungen und Sammelanlagen. Schließlich war der Sommer 1903 ganz abnorm und kann hier, weil Ausnahme, nicht herangezogen werden. ?lber auch ohne dies ist ein.Schaden nicht zu befürchten. Im Sommer braucht man wenig Licht; desto mehr könnte bann in dieser Zeit die vorhandene Wasserkraft zu industriellen und technischen Zwecken ausgenutzt werden. Dieser Gedanke der Stauvorrichtung liegt so nahe, daß er in Schotten und Nidda schon längere Zeit wiederholt aufgetaucht ist. Man begnüge sich aber im Prinzip nicht mit kleinen, nur lokalen und vereinzelten Wünschen gerecht werdenden Anlagen, sondern fasse das allgemeine, umfassende Bedürfnis stets ms Auge, lege auch solche Anlagen nicht in die Städte und Gemeinden selbst oder ihre unmittelbare Nähe,. sondern weiter entfernt, und zwar aus technischen und Schönheitsgründen. Aus technischen Gründen, weil man zu großen Anlagen AusdehnungSmög- lichkeit und freie Hand haben muß, also ein großes Terrain nötig hat, auch den Boden des Weichbilds nicht verschlechtern und zugleich verteuern läßt. Aus Schönheitsgründen; denn weshalb soll man den Reiz schön gelegener Orte zerstören durch prosaische GaSanlagen? Wozu die Eifersucht der Kreisstadt Schotten auf Laubach als geplante Gaszentrale? Man denke sich in der Nähe Laubachs jene großen Gasbehälter, riesigen umgestülpten Töpfen gleichend, der richtige Hintergrund. für eine Sommerfrische ! Soll Schotten auf diese landschaftliche Dekoration, die sich stündig, namentlich aber bei Wetterumschlägen, auch den — Nasen der Nachbarn sehr fühlbar macht, neidisch fein? Und die paar Beamten oder Angestellten, das bischen Verkehr, das es alsdann für den Zentralort vielleicht mehr gibt., wiegen doch den enormen Nachteil nicht auf. Je mehr die erstklassigen Luftkurorte sich überftillen und je intensiver sie mit allen Schikanen die Fremden anlocken, desto mehr werden bescheidene Lutkurorte, wie Laubach, Schotten ufto1. von wirklichen Naturfreunden und Erholungsbedürftigen aufgesucht. Deshalb weit fort mit einem großen Werk, irgendwohin in einen abgelegenen stillen Winkel. Das läßt sich natürlich bei elektrischer Anlage besser machen, als bei Gas. Zn Gas hat man ja auch in manchen Orten, z. B. Schotten, Nidda usw. anscheinend überhaupt keine Lust. (SMnß folgt.) ___________ Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Hottesdlenff. I« der Stadtkirche. Trinitatis, den 18. Juni: Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten auS der Marknsgemeinde. Vormittags 9 üus B Giessener Konzert-Verein Zehntes Konzert Zweiter Chorabend in der Turnhalle, Steinetrasse 3 empfiehlt bei grösster Auswahl in allen neuen Formei Aufforderung. Be 1 r.: Reinigung der Straßen. Bei der gegenwärtig heißen Witterung fordern wir hiermit auf Grund des § 3 des Lokalreglements rubr. Betreffs vom 10. November 1879 alle Hansdefitzer, bezw. deren Stellvertreter auf, morgens zwischen 6 und 8 Uhr und nachmittags zwischen 12 und 2 Uhr das vor ihrem Hause belogene Bankett nebst Flußrinne mit reinem Wasser begieß« zu taffen. Wer eS unterläßt, dieser Aufforderung nachzukommen, hat die gesetzliche Strafe zu gewärtigen. Gießen, den 16. Juni 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. MkMn Srsiiß-Dmi» Die letzte Klavierprobe zur , Heiligen Elisabeth" findet Armtag, den 18. Juni, vormittags 11 Uhr in der großen Ma statt. Um vollzählige« Erscheinen wird gebeten. v«7e Der Borstand. JJenu Petter I ®M|e JU eti{ Potit^ Ne 'n§ sri tze Wtif, ;■<«’ sö Casseler Schirm-Fabrik Th. Budde & Co.,Giessen, Seltersweg 9 empfehlen Sonnen-Seliirme in «tofttr Anrwah Bem Billigsten Ml zmn Besten. Entoutcas >u ®eü>t Mld Halbfride. Tonrlsten-Schirme Begea-Schirme cak für wen, Herren mtb Kinder Sonntag, den 18. d. Mts. im Licherwald erste Schneise rechts. Abmarsch um 2l/t Uhr vom Ludwigsplatz auS. Bei ungünstiger Witterung Casä Leib._________________ Alice-Sclmle Der Unterricht beginnt Montag, den 19. Junt. v18\ Anmeldungen bei Frl. L. Moeser, Oberlehrerin, Gartenstr. 30. Mittwoch dem 21. Juni 1903, abends B1/^ XThx präzise Hauptprobe am Dienstag dem 20. Juni 1903, abends S’/.XThr präzise Die Leoeniis von to heiligen Elisabeth Dichtung von Otto Roqnette, in Musik gesetzt von Franz Liiet, Mitwirkende a Dirigent: Herr Universitäts-Musikdirektor G. Trautmann. Solisten: Fräulein Marie Bnsjaeger (Sopran) aus Bremen, Frau Professor Mathilde Schmidt (Mezeo- sopran) aus Halle a. d. 8., Herr Otto Süsse (Bass-Bariton) aus Wiesbaden. Ihor: Der Akademische Gesangverein. Orchester: Das Verelnsorchester (Kapelle des Infanterie-Regiment® „Kaiser Wilhelm* (2. drossln Hess.) No. 116, verstärkt durch auswärtige Kräfte). Gültigkeit haben blaue und rote Karten, ungültig sind gelbe und rot-weisse Karten. Äfl sind in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Ohalller (Rudolph’e Nacht), IllUU 11100x01 IvU für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork und Abends an der Kasse zu haben. /tun Konzert: Sperrsitz Mk. 4.—, Eintrittskarte Mk. 8.—, Studentenkarte Mk. 1.—. Zur Hauptprobe: Eintrittekarte Mk. 1.50, Studentenkarte Mk. !•—, Schülerkarte Mk. 0.50. jedoch lvortet ein 6d ihn ou tnS lin gehoben unglüd Laufes rtchtsst richtsa Ueoerf % fchet Oi Nlglül nm ft eine § an bet schon se Sohne? unsnei niasbes % Kadett burgis mann zu bei einen unten von L den Ui ssrlindk ganjilt langte beitun Reichs Deuts, aus b bliebe mann trupv Wstei Lager Mptyl genor mit j auch 1 beton] Kartoffeln magnnm bonum, prima Ware, empfiehlt billigst J. Weisel, Lonrrenstraße 6. ________Telephon 235. 3040 Zur Massage nnd Krankenpflege empfiehlt sich 02^67