Nr. 115 tHgitch außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werben tm Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Kamilien- Mäher viermal In der Woche betgelegL ÄotQtionSbrucf u. Verlag der Brü h l'schen Univers.-Buch-u. Stein» bruderei. 8t Lange. Bebak Non, GrpebUion und Druckerei: Sch ulst ratze 1, Adresse für Depeschen: Anzeiger Bietzen. FernsprechanichlußNr 51 Erstes Blatt. 155. Jahrgang Montag 15. Mai 1805 zeigenteil: HanS Beck- Ve-ngsprstOt monatlich 75 Pf^ viertel* iäbrlich $1L 8*20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.L.—viettel» jährl. auöschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen lr die tr ^irmnntet 's vormittag- 4 'iür. Zc'envretS: cnsswärtS dSij. Verantwortlich ptze den poht und tj »e^x« teil: P. Wittlo: für .Stadl und Land" und GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Dlk veutige Kummer umfaßt 8 Seiten Bekanntmachung. Detr.: Bläschenausschlag zu Nieder-Bessinqen. Der in Nieder-Bessingen sestgestellte Bläschenausschlag ist erloschen. Gießen, den 12. Mai 1905. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________________I. V.: Dr. Fink.___________________ Gießen, den 11. Mai 1905. Betr.: Maßregeln gegen das Ueberhandnehmen rabenartiger Vögel. Das Grascherrsgliche Sreisaml Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Soweit Sie unseren Auflagen vom 6. Januar und 11. April f. Js. noch nicht entsprochen haben, werden Sie an deren Erledigung erinnert. _________________I. V.: Dr. Fink.__________________ Amtliche Nachrichten über Niehseuchen. Da unter dem Schweinebestand'e des Jakob Pfeiffer III Zu Wi esen bach (Kreis Biedenkopf) wertere Krankbeits- erscheinungen von Notlaufseuche (Backsteinblattern) nicht vor- gekommen sind, ist die Gebäftssperre ausgeboben worden. Valitische ss'aaesschau. Studentische Ausschüsie. Der außerordentliche Berban st g deutscher Hochschulen kn Weimar, mit dessen grunds"-^ich n: Kundgebungen wir übrigens nicht völlig einig gehen können, hat wieder die erfreuliche Tatsache erwiesen, daß durch die deutsche Studentenschaft ein mächtiger Einigungsdrang geht. Das ist natürlich allen Elementen, die Sonderbestrebungen verfolgen, namentlich der Zentrumspresse, höchst unerwünscht. Das „Mainzer Journal" hat sich auf unsere Abweisung noch nicht beruhigt. Mit Genugtuung und „voll Aufrichtigkeit" dankt dies Blatt uns neuerdings für das „Geständnis", daß wir in die Forderung des Verbotes der konfessionellen Studentenverbindungen nicht einstimmten. Nun, wir erklären, daß wir diese" konfessionellen Absonderungen für bedauerlich genug halten und keineswegs für ihr besonderes Gedeihen das Opfer der akademischen Freiheit bringen möchten. Daß man den „katholischen Korporationen den Garaus machen" wolle, ist unzutreffen. Gegen diesen Vorwurf hat auch der Verbanstag deutscher Hochschulen sich ausdrücklich verwahrt. Was erstrebt wir, ist die Möglichkeit es Zusammengehens der geeinigten Studentenstzaft, mit Ausschluß er konfessionellen Absonderungen, die ihre Sonderinteressen verfolgen. Und von diesem Ziel ist die Studentenschaft nicht so weit entfernt, als das „M. Journal" vielleicht, glaubt. Wenn das Blatt behauptet, man könne gelegentlich, als wahrer und begeisterter Freund der akademischen Freiheit sich bekennen, ohne den gegenwärtigen „Freiheitsrummel" mitzumachen, so erwidern wir, daß derartige Aeußernngen, die i n d i e s e n T a g e n von Gießener Professoren ausgegangen sind, nicht mißzuverstehen waren und auch nicht mißverstanden worden sind. Der Rektor hätte ja sonst auch bekunden können, daß er „Gerechtigkeit, Freiheit und Toleraüz" schützen wolle. Wir hoffen, daß das „M. I." sich nun zufrieden gibt. „Laßt es genug sein und endet die Fehde, — oder gefällts Euch, so setzet sie fort!" Wir schließen die Debatte nunmehr. deutsches Reich. Berlin, 13. Mai. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In- und ausländische Blätter geben militärische Ansprachen wieder, die der Kaiser in Wilhelmshaven und in Straßburg gehalten haben soll. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß in den fraglichen Mitteilungen die Worte des Kaisers teils tendenziös entstellt, teils vollständig erfunden worden sind. (Ob dies auch für die Wiedergabe einer Ansprache, die wir der Straßb. Post" entnommen haben, zutrifft? D. Red.) " — Die „Norddeutsche Allg. Ztg." meldet, Kardinal Fürstbischof Dr. Kopp wird sich nach Metz begeben, um dem Kaiser den Orden vom heiligen Grabe zu überreichen den das Patriarchat in Jerusalem den Kaiser gebeten hat, in Erinnerung an seinen Aufenlhalt in Palästina anzunehmen. _ f ..... . — Dem Vernehmen nach ist zum Oberprasidenten der Provinz Brandenburg der bisherige RegierungZ. Präsident in Kasse! v. Trott zu Solz und an desftn Stelle der bisherige Regierungspräsident von Potsdam, Graf von Bernstorfs, zum R-gierungsprastdenten m Kassel ernannt — Der Gesetzentwurf, betreffend die Ausgabe von Reichsbanknoten zu fünfzig und zwanzig Mark ist nunmehr dem Reichstage zugegangen. — Dem „Lokalanzeiger" äufofne fominen fcte vier neuen Militärreitanstalten nach Posen, Glogau, Bruchsal und Soltau. . — In seiner Schrift über Frhrn. v. Hammerstein erzählt Leuß: Frhr. v. Hammerstein habe m emer Versammlung der konservativen Notabeln nutgeteilt, Graf votho Eulenburg sei nach dem Abgänge Eaprims das Amt des Reichskanzlers angeboten worden. Eulenburg habe es aber nur annehmen wollen, wenn ihm die Unterstützung aller Konservativen bei seiner Absicht gewiß sei, das allgemeine Wahlrecht auf einige Jahre zu suspendieren. Demgegenüber erklärt Graf Botho Eulenburg in der „Kreuzzeitung": Ob eine solche Mitteilung seitens des Freiherrn v. Hammerstein erfolgt ist, weiß ich nicht; ihr Inhalt ist völlig unwahr. Potsdam, 14. Mai. Prinz Eitel Friedrich ist aus England heute abend 7V2 Uhr hier eingetroffen und begab sich nach dem Kabinettshause. Schwerin, 14. Mai. Der Kronprinz hat sich heute nachmittag mit der Herzogin Cecilie sowie dem Großherzog und der Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin im Automobil nach Ludwigslust begeben. Hamburg, 14. Mai. In allernächster Zeit geht der Bürgerschaft eine Senatsvorlage zu, betreffend Aenderung des Hamburgischen Wahlrechts. Düsseldorf, 13. Mai. Gestern begannen hier die Verhandlungen der 19. Tagung des Verbandes deutscher Städte statt st iker, dem die Vorsteher der hauptsächlichsten statistischen Aemter Deutschlands angehören. Die nicht öffentlichen Beratungen erstrecken sich auf die Vorbereitungen der diesjährigen Volks-, Grundstücks- und Wohnungszählung, auf die für 1907 in Aussicht genommenen Berufs- und Betriebszählung, auf die Todesursachen- und Krankheitsstatistik u. dgl. m. Das kaiserliche Statistische Amt hat zu den Beratungen die RegierungSräte Zahn nnd Leo entsendet. Erfurt, 14. Mai. Hier beginnt heute unter sehr starker Beteiligung der Verbandstag der auf Grundlage des gemeinschaftlichen Eigentums stehenden deutschen Baugenossenschaften. Die Verhandlungen werden von Professor Albrecht in Berlin geleitet. Der Verbandstag beabsichtigt in energischer Weise gegen die aus den Kreisen der Hausbesitzer gegen die Wirksamkeit der gemeinschaftlichen Baugenossenschaften erhobenen schweren Angriffe Einspruch zu erheben. Für die Verhandlungen sind zwei Tage in Aussicht genommen. Der Kaiser im Weichsland. Nrville, 14. Mair Heute morgen machte der Kaiser einen Spaziergang im Garten des Schloßes und fuhr kurz nach 10 Uhr nebst dem Gefolge zur Kirche. Prediger Hoffet hielt die Predigt über das Sabbatgebot. Später besuchte der Kaiser das Augusta Viktoria-Stift und das Wilhelmheim für alte Leute. Vor der Frühstückstafel nahm der Kaiser die Vorträge der hier eingetroffenen Minister v. Budde und v. Bethmann-Hollweg entgegen. Beide Minister wurden zum Frühstück zugezogen. An demselben nahm auch Pastor Hoffet teil. Kriegsminister v. Einem ist am 14. Mai in Metz eingetroffen. Keer und Flotte. Rathenow, 14. Mai. Hente vormittag erfolgte auf dem Ziethenplatze im Beisein des Ministers v. Podbielski, mehrerer Generale, der Garnison, der Behörden, der anwesenden Ziethenvereine und der hiesigen Kriegervereine die feierliche Grundsteinlegung zu dem Denkmal für den Reitergeneral v. Rosenberg. Minister v. Podbielski hielt eine Gedächtnisansprache. — Der 17 5. Stiftungstag des „Ziethen-Husaren-Regiments" wurde gestern unter Teilnahme der alten Herren des Regiments, zahlreicher ehemaliger Offiziere und der auswärtigen Ziethen-Vereine gefeiert. U. a. waren eingetroffen Generalfeldmarschall Graf H a e s e l e r, General der Kavallerie Graf v. Wartensleben, sowie die Generalleutnants v. Winterfeld, v. Bülow und v. d. Lanken und Generalmajor v. d. Schul en-- burg. Zur Feier des Stiftungstages finden Reiterspiele aus dem Reitplatz der Kaserne statt. Kolornalpost. — Der Zweite deutsche Kolonial-Kongreß wird in den Tagen vom 5. bis zum 6. Oktober 1905 in Berlin im Reichstagsgebäude abgehalten werden. Oesterreichische Universitäten. Dos österreichische Abgeordnetenhaus begann die erste Lesung der Vorlage betr. die Errichtung einer italienischen Rechtsfäkultät in Roveredo. Bennati verwies auf den Widerstand der italienischen Bevölkerung Oesterreichs gegen die Errichtung der Fakultät in Roveredo, sowie auf den wiederholt kundgegebenen unabänderlichen Wunsch nach der Errichtung einer italienischen Universität in Triest, wo allein die praktischen und moralischen Grundlagen für das Gedeihen derselben gegeben seien. Der Redner spricht die Hoffnung aus, daß die Rechtsfäkultät in Triest errichtet und zu einer vollständigen Universität ausgestaltet werde. (Lebh. Beifall bei den italienischen Abgeordneten sowie den zahlreich auf der Tribüne anwesenden Italienern, welche der Präsident zur Ruhe ermahnt.) Ko man czu? (Ruthene) bringt das Verlangen nach der Errichtung einer ruthenischen Rechts- sakultät in Lemberg zum Ausdruck. Lautes erklärt, daß die Slo Venen entschieden Einspruch gegen die Errichtung einer italienischen Universität in Triest oder Istrien überhaupt erheben, weil dadurch in Triest eine Festung gegen die Sloveuen errichtet würde. Der Redner tritt für die Errichtung einer slovenil.chen Universität in Laibach ein. Darauf ergreift Unterrichtsminister v. Härtel das Wort. Er erklärte, die Regierung stehe den in den letzten Jahrzehnten sich mehrenden Wünschen nach Errichtung neuer Universitäten durchaus sympathisch gegenüber, müsse jedoch auf die wiederholt dargelegtcn unentbehrlichen und notwendigen Vorbedingungen die gebotene Rücksicht nehmen. Es werde sich Gelegenheit bieten, die Frage der Errichtung einer zweiten tschechischen, einer ruthenischen und einer slovenischen Universität im Ausschüsse zu erörtern. JUbezug auf die italienische Fakultät erklärte der Minister, Die Regierung habe ihr Wohlwollen gegenüber den Italienern dadurch bekundet, daß sie von dem bisher streng eingehal- tenen Grundsaü, nur eine Universität, nicht einzelne Fakultäten zu errichten, abging. Es sei nicht Schuld der Regierung. daß die Roveredo-Vorlage nicht früher dem Parla> mente, zuging. Ter Redner verwies auf die Novemberereignisse in Innsbruck, deren Folgen die Regierung mit allen Mitteln für die italienischen Studenten weniger fühlbar zu machen gesucht habe, und erklärte sodann, nicht aus Uebelwollen, sondern weil zu befürchten wäre, daß sich in Triest ähnliche Ereignisse wie in Innsbruck abspielen könnten, habe die Regierung sich für eine Stadt in Südtirol entschieden. Uebrigens w^rde sich im Msschusse Ge- legenheit bieten, über den Sitz der Fakultät näher zu sprechen. (Beifall.) Nach dem Minister schwach Eon ei (Italiener) für die Errichtung ein - italienischen Hochschule in Triest. Ellenbogen (Soziattü> befürwortete die Gewährung vollständiger Autonomie für alle Nationalitäten. 9hir diese bilden eine Rettung für Oesterreich. (Lebh. Beifall von der Gallerie, deren Insassen von dem Präsidenten: nachdrücklich zur Rübe ermahnt werden.)_________________ Üinsrond. Wien, 14. Mai. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht ein kaiserliches Patent, mit welchem die Landtage von Niederösterreich und der Bukowina zum 17. Mai, der Landtag in Istrien auf den 25. Mai, die vertagten Landtage von Böhmen auf den 18. Mai, von Vorarlberg auf den 17. Mai einberufen werden. Paris, 14. Mai. Präsident Loubet ist heute morgen nach Paris zurückgekehrt. Madrid, 14. Mai. Gestern wurde von der hiesigem deutschen Kolonie unter zahlreicher Beteiligung auch von spanischer Seite eine Schillerfeier abgehalten, an deru. a. die Mitglieder der deutschen Botschaft und des deutschen Konsulats teilnahmeu. Die Festrede hielt der Direktor der deutschen Schule. Konstantinopel, 14. Mai. E§ verlautet, der Ober* kommissar von Kreta, Prinz Georg, verhalte sich ablehnend gegen den Vorschlag auf Zuweisung eines AdlatuS und beabsichtige gegebenenfalls zu demissionieren. Nach Angabe von türkischer Seite ist in Ipek die Ruhe wiederhergestellt. Konstantinopel, 12. Mai. Die Pforte machte in Athen ernste Vorstellungen wegen des zunehmenden Heber» trittes griechischer Banden auf türkisches Gebiet. — Generalinspektor Hilmi-Pascha erließ an alle KaimakanS seiner drei Vilajets ein Zirkular des Inhalts, daß den fremden Gendarmerieofsizieren die Besichtigung der Gefängniffe gestattet ist, daß sie jedoch keine Untersuchung über die Gefangenen, die den Gerichten obliegt, zu führen haben. Petersburg, 13. Mai. Im Laufe des April wurde in Kusenk, Aschabao und Zarizvn je ein Cholerafall amtlich sestgestellt. Im Hinblick auf den von Dag Tag zu erwartenden Wiederausbruch der Cholera sind folgende Maßregeln getroffen worden: Vorlesungen über die Cholera sollen durch Aerzte, Geistliche, Lehrer und das untere Krankenpflegerpersonal gehalten werden. Für den Fall, daß die örtlichen Mittel für die zu treffenden Vorkehrungen nicht ausreichen sollten, werden aus Staatsmitteln außer zu günstigen Bedingungen leihweise gewährten Mitteln 200 000 Rubel bewilligt, welche nicht zurückgezahlt zu werden brauchen. Ferner ist die Errichtung von insgesamt 59 sanitären Stationen an den Hauptwegen des Wolga-Don-Bassins geplant. Ein großer Teil der für diese Stationen bestimmten Aerzte befand sich bereits im Winter an Ort und Stelle. Außerdem sind tm April noch 36 Aerzte und 50 Heilgehilfen in den Kaukasus abgesandt worden. Washington, 14. Mai. Der internationale Eisenbahnkongreß wurde heute geschlossen. Der Kongreß wird nach fünf Jahren in Bern wieder eine Sitzung abhalten. Gestern abend wurde zu Ehren der Teilnehmer ein Festmahl gegeben, an dem Sch.atzsekretär Shaw und Kriegssekretär Taft 'teilnahmen. In einer Msprache kam der Schatzsekretär cmf die Handelspolitik zu sprechen und sagte, die Vereinigten Staaten tadelten keine Nation deswegen, weil sie Zölle erhebe, um ihre Einnahmen zu sichern, vorausgesetzt, daß diese Zölle nicht schwerer aus Amerika lasteten als auf anderen Nationen. Amerika ver» lange nur das Recht, zu denselben Bedürgimgen auf den fremden Märkten zu raufen wie ihre Wettbewerber im Handel, sowie das Recht, auf irgend entern Markte unter ebenso günstigen Bedingungen zu verkaufen wie andere. Amerika werde wie die übrigen Mächte niemals in Zollkriege verwickelt oder zu einer Vergeltungsgesetzgebung gezwungen werden, solange die Vereinigtet! Staaten ihre gegenwärtige Politik verfolgen, und solange die übrigen Mächte Unterschiede denjenigen gegenüber obwalten lassen- die ihnen gegenüber keine Unterschiede machen. D" Knefl." Noschdjestwensky. Seit dem 9. Mai, an dem Noschdjestwensky die Van« songbucht verlassen hat, ist in Saigon keine Nachricht über den Verbleib des russischen Geschwaders eingetroffen. In PeterSburaer Marinekreisen herrscht die Ansicht, RoschdjestwenZki werde eine Seeschlacht so lange verzögern, bis zu Lande die Entscheidung zwischen Line- witsch und Oyama gefallen sei. RoschdjestwenZki werde alsdann die Transporte der Japaner von der Heimat nach dem Felde zu verhindern suchen. Siebzehn Kriegsschiffe wurden am Mittwoch abend ir einer Entfernung' von zwölf Meilen von Three-Kings gesichtet. Transportschiffe erschienen siebzig Meilen nördlich von der Kamranhbucht. Englischer MnnitionStransport. San Francisco, 13. Mai. (Reuter.) Zollaufseber entdeckten 2500 Kisten gefüllt mit gebrauchsfertigen 4,7 Zentimeter-Geschossen, welche nach Japan bestimmt waren und eben auf dem Schiffe „Deepdene" verladen wurden. Der Kapitän wurde veranlaßt, diesen Teil der Ladung von dem Schiffe zu entfernen. Maßnahmen der Japaner. In Petersburg sind Nachrichten eingetroffen, daß eine bedeutende Tungusenbande unter der Führung ihres Chefs Tuli- fan die r ü ck w ä r t i g e n V e r b i n d u n g e n des Generals Line- witsch mit 1000 Mann bedrohe. Tulisan verfüge insgesamt über 12 bis 15 000 Mann. Aus Tokio wird ferner gemeldet, Japan habe bereits vier russische Kriegsschiffe, welche im Haften von Port Arthur gesunken waren,, wieder flo tt gemacht, mit der Hebung von nenn weiteren sei man nach bückmftiot. Müßend in Stnrm und Drang. Die Stadtverwaltung in Petersburg traf Anordnung, daß am 14. Mai alle städtischen Krankenhäuser und Heilanstalten im Hinblick auf die Möglichkeit von Unruhen Aerzte in die verschiedenen Stadtteile entsenden. Die Stadt richtete auch an alle Aerzte, die Kliniken und Heilanstalten besitzen, das Ersuchen, ihr ärztliches Personal in gleicher Weise zur Verfügung zu stellen. Kontreadmiral Nas.imow wurde am 13. Mai in Petersburg von seinem Burschen erschossen. Der Mord ist ein Racheakt. Der 27 Jahre alte Bursche wurde wegen Trunkenheit entlassen und zur Sttafe in die 18. Flottonequigape versetzt. Der Bursche wollte seine Sachen abholen und ging direkt in den Salon, in dem Nasimow sich aufhielt und streckte ihn durch einen Schuß in die Schlöte nieder. Ter Admiral war auf der Stelle tot. Der Mörder feuerte noch drei Schüsse gegen ihn ab Die verstörte Dienerschaft eilte hinzu und der Täter rief ihr entgegen: „Fürchtet euch nicht, ich werde nicht mehr schießen, wen ich töten wollte, der ist tot!" Der Mörder ließ sich ruhig verhaften. , Der Petersburger Senat verwarf das Kassationsgesuch 'Ko- liajews, des Mörders des Großfürsten Sergius und bestätigte das Todesurteil. Aus Stabt unÄ AanS. Gießen, 15. Mai 1905. Unglücksfäle. Am Samstag nachmittag verunglückte ein in einem Bierwägelchen eingcspannter Esel in der Kirchstraße dadurch, daß er im Moment des Vorbeifahrens eines beladenen Sandwagens scheute und mit dem Vorderbein in die Räder sprang, wobei ihm der eine Huf vollständig vom Fuß abgefahren wurde. Das Tier wurde alsbald getötet. — An demselben Nachmittag passierte einem hiesigen Bauunternehmer ein Unglücksfall in der Gartenstraße. Sein Zugtier, ein Maulesel, kippte das Gefährt um und schleuderte so seinen Herrn auf die Straße. Der Besitzer des Fuhrwerks nahm glücklicherweise keinen Schaden. •* Verhaftet wurde ein Hausbursche, welcher nach seiner erfolgten Entlassung einem Mitbediensteten einen Geldbetrag gestohlen hatte. Das Geld fand sich bei ihm vor, er gestand auch den Diebstahl ein. * S ch l ä g er ei. Gestern ob*ud entstand in der ob wen Bahn- hofstraße^ zwilchen mehreren jungen Leuten ein Streit, der in Tätlichkeit ausartete, wobei d^r eine der Beteiligten durch Stockhiebe eine Verletzung am Kopf davontrug. ** Arbeitslose. Heute vormittag erschien eine Anzahl ausländischer Arbeiter (Kvoatier), die, von Luxemburg kommend, hierher zugereist sind, aber keine Arbeit gefunden haben, im Hofe des Großh. VolizeiamtS um dort ohne weiteres ihr Feldlager auszuschlagen. Die Leute sind aänzlich mittellos und mußten daher aus Mitteln d^r Armenkasse (23erein gegen Bettelei) unterstützt und weiter befürwortet werden. Die Leute wollen seit 6 Tagen nichts mebr gegessen haben. Man verabreichte ihnen vor der Weiterbeförderung Nahrungsmittel. /* Die Königin-Mutter von Italien. Die Königin-Mutter Margherita von Italien hat heute vor acht Tagen in Nom ihr Automobil bestiegen, um über Florenz nach Wiesbaden zu fahren. Sie macht die ganze Fahrt im Automobil. In Wiesbaden wohnt sie als Gast des Kaisers den Festspielen bei. Ihr zu Ehren wird das Offizierkorps des Iägerbataillons aus Marburg, dessen Ehef die Königin ist, vom 17. Mai bis zur Abreise der Königin nach Wiesbaden kommandiert. Die Königin wird während ihres Wiesbadener Aufenthalts die vom Hofmarschallamt auf sechs Tage gemietete Acker'sche Villa am Bismarckplah bewohnen. ** Der drohende Generalstreik im Schneider-Gewerbe. Der All gern eine Deutsche Arbeitgeberverband für das Schneideraewerbe ersuchr uns, folgendes mitz-uteilen: „Seit acht Wochen ftreifen die organisierten Schneidergobilf-n in Leipzig und Gießen und beharren auf der'Anerkennung des von ihnen der Arbeitgeberschaft unterbreiteten Lohntarifes. Die von den beteiligten Firmen gemachten Zugeständnisse und Lohnerhöhungen vermochten die 'M s ständig en nicht zur Rückkehr an ihre Arbeitsstätten zu bewegen; 'auch die Tatsache, daß , eine die Streikenden an Zahl übertreffende Schur Arbeitswilliger bereits seit Monaten zu den erhöhten Löhnen arbeitet, verfehlte jede Wirkung auf die Haltung der Organisierten. Da sich hierdurch der den bestreikten Firmen verursachte Schaden von Woche zu Woche vermehrte, ohne dabei die Aussichten der Ausständigen zu bessern, sahen sich die bestreikten Mitglieder deS 'Allgem. Deutschen Arbeitgeberverbandes, für das Schneidergewerbe genötigt, diese Korporation um ihren Schuh zu bitten. Dieser wurde ihnen in erster Linie dadurch zugebilligt, daß die übrigen, an allen, Plätzen Deutschlands befindlichen Ortsgruppen die in Leipzig und Gießen der Ausführung harrenden Aufträge übernahmen uno in ihren Betrieben anfertigen ließen. Gegen diese nichts anderes als die erklärlichste gegenseitige Unterstützung der Arbeitgeber bedeutende Maßnahme erhoben die organisierten Gehilfen sofort Widerspruch, indem sie an die 'Arbeitgeber die Forderung stellten, sich durch Unterzeichnung eines Reverses ehrenwörtlich zu verpflichten, keinerlei auswärtige Arbeit in ihren Betrieben zuzulassen. Diese in das Dispositionsrecbt d r A'bcitgcber tief eingreifende Forderung wurde, soweit sie bis heute eingereicht wurde, abgelehnt. Infolgedessen traten die Gehilfen in Würzburg, Hamburg und Nürnberg alsbald in den Ausstand. In Hamburg haben die Schneidermeister beschlossen, die Geschäfte zu schließen und sämtliche Gesellen auszusperren. In Betracht kommen 1100 Gesellen. Das Gleiche werden die Gehilfen konseguenterweise noch in zahlreichen anderen Städten tun müssen, da alle Ortsgruppen an der Anfertigung der vorhandenen Arbeit partizipieren. Auf Grund dieser außerordentlich wichtigen, das Schnerder- gewerbe ungewöhnlich interessierenden Vorkommnisse ist am gestrigen Sonntag, 14. Mai, der Große Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Arbeitgeberverbandes für das Schneidergewerbe in L e i pz i g znsammen- treten, um die notwendigen Maßnahmen zum Schutze seiner Ortsgruppen zu beschließen. Der maßgebende Standpunkt der Arbeitgeber kann dahin fixiert werden, daß sie das Recht, ihre Kollegen zu schützen und zu unterstützen, unter keinen Umständen beschneiden lassen wollen; sie verlangen damit nichts anderes, als was die Arbeiter jederzeit für sich in Anspruch nehmen. Ferner wollen sie sich auf keinen Fall in der Richtung eine Beschränkung auserlegen lassen, daß sie nicht jede Arbeit in ihren Geschäften zu tarifmäßigen Löhnen anfertigen -lassen dürften. Um jedoch die einzelnen Ortsgruppen der Eventualität, heute oder morgen unvermutet in Streik verwickelt zu werden, zu entheben, wird der Mlgememe deutsche Arbeitgeberverband seinen sämtlichen Arbeitern ebenfalls einen Revers zur Unterzeichnung vorlegen, durch den ihre Bereitwilligkeit, die ihnen zugewiesene Arbeit zu übernehmen, dargetan oder abgelehnt wird. Damit wird schon in den nächsten Tagen die Entscheidung h erb ciae führt werden. Die leitenden Kreise der Arbeitgeberschaft bedauern, daß seitens der Gehilfenschaft solche für Arbeitgeber unannehmbare Forderunngen gestellt wurden, durch die der Friede, den gerade der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Arbeitgeberverbandes durch zahlreiche int Laufe des Jahres abgeschlossene Tarifverträge zu sichern sich bemübt hatte, in der weittragendsten Weise gefährdet werden muß." ** Der Sänger vom Rhein. Man schreibt uns: Zum Besuch der hiesigen studentischen Korporationen hat sich ber Sänger vom Rhein wieder einmal eingestellt. Er hat eine vortreffliche Art, Gesellschaften zu erheitern und zu unterhalten; er ist darum besonders in Universitätsstädten ein gern gesehener Gast. (!) Bad-Nauheim, 14. Mai. Unsere Stadt steht heute im Zeichen der „Fünfzigjährigen Sprudelseier des Friedrich Wilhelm-Sprudels Nr. 12", der im Volksmund unter dem Namen der großeSprudel bekannt ist. Heute sind cs fünfzig Jahre, daß diese weltberühmte Heilquelle nach langen Bohrungen zutage trat. AuS Anlaß dieses bedeutungsvollen Ereignisses haben die Badedirektion, die Stadtverwaltung und die gesamte Bevölkerung für heute und morgen eine große Sprudelfeier veranstaltet. Schon heute vormittag wurde der Sprudel mit prächtigen Kränzen geschmückt. Nachmittags war auf der Terrasse vor dem Kurhaus Militärkonzcrt der Kapelle des Leib-Garde-NegimentS Nr. 115 aus Darmstadt, und gegen abend fand im KurhauS musikalische Soiree statt. Abends 8 Uhr versammelten sich die hiesigen Vereine und Klubs vor dem neuen Postgcbäudc zum Fackel zug. Voran fuhren per Wagen drei alte Herren, die bei der Erbohrung des Sprudels tätig waren: Schier, Reich und Fleischhauer, erner der Bürgermeister Dr. Kayser und der Stadtvorstand. Mit ein brechender Dunkelheit bewegte sich der Zug, dem sich eine große Menschenmenge anschloß, mit Musik durch die Frankfurter-, Beneck-n-, Küchler- und Nitterhaussiraße, um vor dem Sprudel Aufstellung zu nehmen. Eine tausend- köpfige Zuschauermenge batte sich hier eingesunden. Fast die ganze Stadt und die Umgebung des Sprudels waren aufs schönste illuminiert und der Sprudel hoch gestellt. Tas Ganze bot einen herrlichen Anblick. Die vereinigten hiesigen Gesangvereine trugen unter Leitung des Lehrers Becht h o l d s- Heimer die Beethoven'sche Hymne vor: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" Mächtig und ergreifend durchbrauste der Chor der c< 150 Sänger die Stille des Abends. Hierauf hielt Stadtpfarrer W i s s i g die Weiherede, wobei er der Geschichte des Sprudels gedachte. Nach dem gemeinsamen Gesang des Chors „Nun danket alle Gott" wurde der Sprudel ca. 10 Minuten beleuchtet. Der Zug setzte sich dann durch die Stadt in Bewegung und an den Salinen wurden die Fackeln zusammengeworfen. Kürz nach 10 Uhr versammelten sich die Festteilnehmer wieder in Langsdorfs Sprudelhotel, wo der Festkommers stattfand. Bürgermeister Dr. Kayser wieS in seiner Ansprache auf die hohe Bedeutung des Friedrich-Wilhelms-Sprudcls für Bad-Nauheim, unser engeres Vaterland und die gesamte Menschheit hin. Bei Gesangs- und Musikvorträgen und Toasten nahm der Kommers einen schönen Verlauf. — Die heutige Sprudelfeier hatte zahlreiche Festgäste aus nah und fern herbeigelockt. Sämtliche Eisenbahnzüge waren überfüllt und brachten Hunderte von Gästen, auch aus Gießen, Frankfurt und Homburg. Die Stadt zeigt reichen Flaggenschmuck. Morgen ist Festvorstellung im THeater, abends Feuerwerk auf der Terrasse und bengalische Beleuchtung des Sprudels. R.-B. Darmstadt, 15. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Der 51 Jahre alte Werkführer Schiller hat sich nu§ unbekannten Gründen in der vergangenen Nacht erhängt. Gestern abend befand er sich noch in der besten Stimmung. Er hinterläßt eine Frau und neun unversorgte Kinder. li. Frankfurt a. M., 13. Mai. Der Kronprinz hat seinen für die nächsten Tage in Aussicht gestellten Besuch in Frankfurt a b g e s a a t. vernrrsäsres. * Die Gräfin Montignoso. Der König von Sachsen empfing, wie aus Dresden gemeldet wird, den Justizminister Dr. Otto in der Angelegenheit der Gräfin Montignoso und genehmigte den neuen für die Gräfin vielfach günstigeren Vertrag. Die Sanktionierung des Vertrags erfolgt Dienstag durch die Unterschrift des Königs und des Kämmereramts. .....- Märkte. fc. Frankfurt a. M., 15. Mai. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierunqeit der heutigen Frnchtmarktpre is e. Weizen Mk. 18.25—00.00, Kurhessischer Mk. 18.25—18.00, La Plata Mk. 18.25—19.25, Kanias Mk. 18.25—19.25, Roggen (hiesiger) Mark 14.75—15.25, Gerste (Wetterauers Mk. 17.75—18.00, Franken- ielder Mk.00,00—00,00, HaserMk. 14.50—15.00, Mais Mk. 12.25—12.50 Weizenmehl 0 Mk. 26.00—27.00, 2. Qualität Mk. 24.50 bis Alk. 24.75, 3. Qualität Mk. 21.25—21.50, Roggenmehl 0 Mk.21.50—22.00,1. Qualität Mk. 19.00—19.25, Weizenkleie Mk. 10.25 bis Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.25-11.50, Maiskeime Mk. 11.50 bis Mk. 11.75, Franken, Pfälzer, Ried Alk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 15. Mai. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."s. Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 543 Ochsen, 240 aus Oestreich, 61 Bullen, 2 au5 Oestreich, 832 Kübe, Fersen, Stiere und Rinder 0 ans Oestreich, 250 Kälber, 208 Schake und Hämmel, 1375 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Cchaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pstmd Schlachtgewicht Ochsen 1.Qualität 71—73Mk., 2. Qual 65—66 Mk., 3. Qual. 59-62Mk.; Bullen l.Qual. 62 bis 64 Mk., 2. Qual. 59—61 Mk.; Kühe 1. Qual. 68—70 Mk., 2.Qual. 60—62 Mk., .3. Qual. 49—51 Mk, 4. Qual. 42—44 Mk., 5. Qual. 00—OOMk. Kälber: 1. Qual. 87—9OPfg., Lebendgewicht 52—54 Pf., 2. Qual. 82—86 Pfg., Lebendgewicht 19—51 Psg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 60—64 Pfg., Schafe: l.Qual. 72—74, 2 Qual. 64—66 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 67—68 Pfg., Lebendgew. 53.50 Pfg., 2.Qual. 66 Pfg., Lebendgewicht 52—00 Pfg., 3. Qual. 60—62 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh nut, kein Ueberstand. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 16. Mai 1905: Wolkig nach etwas milderer Nacht. Tagestemperatur keine Aenderung. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Hriqinal-^raljimetöungen. Toulon, 14. Mai. Man ist noch immer ohne Nachricht von dem Boote „Quand Meme", das an der Wettfahrt Algier- Toulon teilnahty und 11 Personen, darunter den Herzog von Decazes, an Bord hat, ebenso von dem Torvedojäger „Arbalete", der die Quand Meme eskortierte. Man hofft, daß es ihnen gelungen ist, Korsika zu erreichen. Petersburg, 14. Mai. Der Sonntag ist ruhig verlaufen. Zwei unbedeutende Versuche, auf dem Preobrajens- koje-Kirchhof, wo die am 22. Januar Gefallenen begraben sind, Kundgebungen zu veranstalten, schlugen fehl. Auch ben auS aus Moskau, Saratow, Mait, Kronstadt, Rostow, Kischinew, Jeka- terinodar, Tomsk, Tiflis Kiew und Wologda eingegangenen Meldungen zufolge herrscht den Tag über Ruhe. Saigon, 14. Mai. lAg. Hav,) Ein Agitator namens O n g m e, der sich als Abgesandter Buddhas bezeichnet, griff mit etwa 40 bewaffneten Individuen ein Dorf mitten tm Walde bei Bienb^a an. Es entspann sich ein kurzer Kampf mit fran- zösischen Schützen; ein französischer Hauptmann wurde verwundet, ch Schütze getötet und zwei andere verwundet. Sechszchn Angreifer wurden getötet, darunter angeblich auch Ongme. Zehn wurden verwundet und der Rest gefangen genommen. Man glaubt, daß es sich um Räuber handle. Die Ruhe ist wieder her- gestellt. MÄizsoldaten verhafteten heute abend den Agitator Ongme, von dem man glaubte, daß er gefallen sei. Öngme, der nur verwundet ist, ist ein Schwärmer. Er behauptet, die Gottheit Vuddl>a§ gab ihm den Auftrag, die Kranken zu heilen und die Völker zu beftejen. Menschen gebrauchen zur Haut- und ’ Schönheitspflege nur die an Milde, Sein- SÄ®'1, Myrrholinseife. bV„ Bekanntmachung. Betr.: Abhaltung von Viehmärtten. Wir machen ausdrücklich auf die nachstehenden Veltimm- hngen der Viehmarktordnung aufmerksam unter Hinweis darauf, daß Zuwiderhandlungen zur Anzeige gebracht und bestraft werden. § 4. Das Handeln mit Vieh, ausschließlich der Pferde, außerhalb des Marktplatzes ist im Stadtbezirk Gießen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen an den Markttagen und während der vier vorhergehenden Tage verboten. Unter Handeln wird jede auf Kauf, Verkauf, Tausch, Besitzübertragung, oder anderweite Festsetzung eines bereits vereinbarten Kaufpreises gerichtete Tätigkeit verstanden. § 6. DaS Durchtreiben der Tiere durch die Stadt nach den Stallungen und dem Marktplatze bat auf dem kürzesten Wege und ohne Aufenthalt unterwegs zu erfolgen. Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen innerhalb ber Stadt ist das Aufstellen und Stehenlassen von Vieh, sowie jede Verkehrsstörung verboten. Gießen, den 12. Mal 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Kelranntmachung. Betr.: 9lbhaltung der Viehmärkte. Vom 16. Mai l. Is. ab bis auf weiteres beginnt der Auftrieb von Vieh auf dem Viehmarktvlatz am jeweiligen ersten Viehmarkttage um 6 Uljr vormittags, am jeweiligen zweiten Viehmarkttage um 7 Uhr vormittags. Gießen, den 12. Mai 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Tik NachttagS-Heberolle über die Beiträge zur land- nnd fsrsiwirtschaftlichen BcrufSgenoffenschaft für das Jahr 1904 liegt von heute an während vierzehn Tagen ans ber unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen, nach Tlblauf der OffenlegunqSfrist, kann der in der Heberolle als beitraqSpsiichliq in Anspruch Genommene gegen die Beitrags- bercchnung bei dem Vorstande der land- und forstwirfichaftlichen Bernfs« genoffenschajt Einspruch erheben ls. § 15 der Verordnung v. 31. Mai 1902). Gießen, den 11. Mai 1905. B18/6 Großherzoalie' e Bürgermeisterei Gießen. I. V.: C u r f ch m a n n. MMMmler- mH WeitzöilldergeWst Belitz, Mttnlchci! Steinftraße 65. Gießen. 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Daher Stand der Mitglieder Ende 1904 . . 67 Die Rechnung liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Jntereffenten auf dem Bureau des Rechners offen. -er Kreisgruppe Gießen des Deutschen Flottenvereins statt, wozu alle Mitglieder des Deutschen Flotten-VereinZ ergebenst emgeladen werden. Tages-Ornung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Entlastung des Rechners für die Jahresrechnung 1904. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Sonstige Vereinsangelegenheiten. Im Interesse des Vereins wird um recht zahlreiche Beteiligung gebeten. 6pir= und VorschchLmin io Mur (Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht). Wlanz am 31. Dezember 1904 Erdarbeiter gesucht. 2660) I. Hofmann, Steinstr. 49. n verkaufen Generalversammlung Sonntag, den 28. Mai, nachmittags 3 Nhr im hies. Aathaussaale. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage pro 1904. 2. Ergänzung des Aussichts- rate. 3. Verteilung des Reingewinns. 4 Verschiedenes. Für den Aufsichtsrat L. Seipp 4. Aktiva. uft $ 1 AuSgelieh. 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