Nr. 89 •rfOeiet tfleiiQ au feer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hrsfifche« Landwirt die Siebener Familien. Glätter viermal In der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'fchen Unweri.-Buch-u.Stem- hrucferei. 9L Bangt. Redaktion. Gxrebtnon und Druckerei: Gchulstratze 7. Adresse für Tepeld)eit: Anzeiger Gtetze«. FernsprechanfchlnßNr 61. Grftes Blatt. 155. Jahrgang Freitag 14. April 1903 Amts- Md Anzeigeblatt für den Meis Gießen E GietzeilerAnzeiger ** General-Anzeiger VeragSpret», monatlich76 Giertet* jährlnü Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzelc» 'n die Tr rsn'irnnrer s vo-mittags 4 ■’cbt, ; c' 'envrerS: .jfu. 12 auswärts -Mi J'j. ^erantroox♦ l’cö sine den polit. und cj ,e. x. Lei! P. Wtttlo; für „Stabt und Canb* und „Gerichtsstal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Bech । Ale heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. Politische Tagesschau. Mit den Wanderrednern des Bundes der Landwirte find nicht alle sog. Mittelstandspolitiker einverstanden. So schreibt die konservative „Schles. Morgen-Ztg." auf Grund der Zuschrift eines Handwerksmeisters: „Wir möchten die verantwortlichen Herren im Bund der Landwirte darauf aufmerksam tnachen, diejenigen Redner, die die Berliner Bundesleitung schickt, doch recht auf die Art und den Wert ihres Auftretens zu prüfen und wenn solcher Herr sich für die betreffende Gegend und ihre Bevölkerung nicht eignet, einfach mit der nächsten Diligence nach Berlin abzuschicken, wie dies erst vor kurzem die verantwortlichen Vertreter der Landwirte in einem mittelschlesischen Kreise getan haben. Solcher Wanderredner kann in vier Wochen, die er sich in einem Kreise aufhält, viel mehr schaden, als in vier Jahren wieder gut gemacht werden kann. Bajuvarisches Draufgängertum paßt nicht für die eigenartigen politischen Verhältnisse unserer Heimatprovinz. Wenn man durch ungeschickte, über das Ziel weit hinausschießende Reden in Versammlungen des Bundes der Landwirte die anderen Berufe vor den Kopf stößt, kann man sich nicht wundern, wenn dann in den Provinzen das Gegenteil von dem erreicht wird, was man in Berlin will/ ♦ Die Marokkofrage in der Losung. Nach her Auffassung, der wir an unterrichteten Stellen be- -egnet sind, scheint die Marokko-Angelegenheit, soweit die französische Regierung in Betracht kommt, einer friedlichen Lösung nähergerückt. Dem deutschen Botschafter in Paris, Fürst Rado- lin, ist seitens des Präsidenten Loubet eine Aufmerksamkeit erwiesen worden, durch Einräumung der Präsidentenloge in der gestrigen Vorstellung der Großen Oper, und heute ist Minister Delcassö beim Botschafter zu Gast. In der immerhin gespannten Situation, die der Marokko-Konflikt zwischen den beiden Regierungen geschaffen hat, sind solche gesellschaftlichen Höflichkeiten doch von einiger Bedeutung. Die „Nordd. Allg. Ztg." nimmt heute nicht Stellung gegen die famose Zirkulardepesche Delcassss an die Mächte, wonach Deutschland sogar vorzugsweise von dem englisch-französischen Marokko-Vertrag, vor dessen Veröffentlichung, in Kenntnis gesetzt worden fei. Die „Nat.-Ztg." bezweifelt heute abend die Existenz einer derartigen Depesche, weil der Inhalt in einem handgreiflichen Widerspruch zur Wirklichkeit stehe. Das Letztere ist richtig, und es würde unserem Auswärtigen Amt leicht fallen, die Haltlosigkeit der Behauptung von einer Vorzugsbehandlung Deutschlands zu beweisen — aber die Depesche Delcasses ist tatsächlich vorhanden, sie wurde u. a. dem östreichischen Minister des Aeußern Grafen Goluchowski durch den französischen Geschäftsträger in Wien mitgeteilt. Die Sache verhält sich ganz einfach so: Wenn unsere Regierung formell von der französischen Regierung von dem Vertrag in Kenntnis gefetzt worden wäre, dann hätte die französische Regierung nach diplomatischem Brauch mindestens eine ebenso formelle Empfangsbestätigung erhalten. Nun, wo ist die Empfangsbestätigung? Delcasss wird sie nicht herbeizaubern können. Aber dem weichenden Gegner soll man goldene Brücken bauen. Es kommt darauf an, daß dem Konflikt die Spitze genommen wird, und lenkt Del- casfe ein und tut er seinerseits den ersten Schritt, das Versäumte nachzuholen und mit Berlin in Verhandlungen einzutreten, so kann man die Erzeugnisse französischer Phantasie mit milder Heiterkeit auf fick» beruhen lassen. Kaiser Wilhelms Weerfahrt. Messina, 13. April. Die „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord, ist um 7 Uhr abends, von Korfu kommend, im hiesigen Hafen eingelaufen. London, 13. April. Die „Times" meldet aus Athen, die Griechen seien enttäuscht (??) weil der deutsche Kaiser in Korfu keine bedeutungsvolle Rede gehalten hat. Der praktische Erfolg des Besuches wird wahrscheinlich die Bestellung von Geschützen und sonstigem Kriegsmaterial bei Krupp und anderen deutschen Firmen sein. London, 13. April. Das britische Mittelmeergeschwader kehrte heute nach Malta zurück, woraus geschlossen wird, daß Kaiser Wilhelm Malta besuchen wird._____________ In Sachen der Tabakfabritatsteuer bemerkt die „Germania" zu den Auslassungen der „Rationallib. Korresp.", die eine Wiederholung des in den 90er Jahren abgelehnten Projektes für ausgeschlossen erklärt hatte: „Damit freilich ist noch nicht gesagt, daß nicht andere Pläne bezüglich einer höheren Besteuerung des Tabaks bestände. Die „Germ." weist bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß vielleicht eine höhere Besteuerung importierter Zigarren in Frage kommen werde. (??) PeutlÄ-Lüdwestafrika. Berlin, 13. April. Ein Telegramm aus Windhuk -neldet: Reiter Gustav Freudenreich ist im Lazarett Swakop- mund am Typhus gestorben. Im Gefecht in der Gegend von Hurub gefallen: Gefreiter Wilhelm Meyer. Berlin, 13. Avril. Die „Norddeutsche" schreibt: Infolge der Inangriffnahme neuer Bahnbauten in unseren Kolonien, des Ausbaues und der Verbesserung des Hafens in Swakopmund sowie der geplanten Ausführung wichtiger Bahnarbeiten bieten sich dem Vernehmen nach für jüngere mittlere Baubeamte günstige Aussichten zur Verwendung im Kolonialdienste. Bevorzugt werden technische mittlere Beamte der Eisenbahn- oder der allgemeinen Bauverwaltung, welche die für den heimischen Dienst oorgeschriebenen Prüfungen abgelegt haben. Die Annahmebedingungen sind folgende: Verpflichtung zu einer anderthalb bis dreijährigen Dienstzeit je nach den klimatischen Verhältnissen des betreffenden Schutzgebietes; 5400 Mark jährliche Remuneration nebst freier Wohnung, reichliche Ausrüstungs- und Reisegelder, freie ärztliche Behandlung im Schutzgebiete Die Bewerber müssen 25 bis 30 Jahre alt, unverheiratet, völlig gesund und im Besitze guter Zeugniffe sein, sowie ihrer Militärpflicht genügt haben. Meldungen mit Lebenslauf und Personalpapieren sind an die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin zu richten. Kiel, 13. April. In WriedtS Etablissement fand gestern abend die offizielle Begrüßung des aus Deutsch- Südwestafrika zurückgekehrten Transportes vom 1. Seebataillon statt. Die Afrikaner hatten sich mit der Kieler Bürgerschaft zum Festesten mit Kommers vereinigt. Prinz Heinrich wohnte dem Kommers bei. Rußland in Sturm und Drang. Ein russisches Streikgesetz. Die russische Regierung überrascht das Land mit einer Arbeitergesetzgebung nach westeuropäischem Muster. Das soeben vom Finanzministerium vollendete neue Streikgesetz muß für russische Zustände ideal genannt werden. Während die Arbeitseinstellung früher als ein schweres Vergehen gegen die öffentliche Ordnung galt, ist sie dem neuen Gesetz zufolge der Arbeiterschaft völlig sreigestellt, außer für solche vereinzelte Fälle, wo durch diese Selbsthilfe wichtige kommunale Interessen schwer geschädigt würden. Streikangelegenheiten dürfen auch nicht mehr durch das administrative Verfahren entschieden werden, sondern werden wie jede andere bürgerliche Angelegenheit den Zivilgerichten unterbreitet. Vor das Kriminalgericht gehören nur beim Streik begangene Gewaltakte und Bedrohung der Person und des Eigentums. Das ist ein großer Schritt vorwärts. Das Finanzministerium dringt darauf, daß das neue Gesetz baldmöglichst in Wirksamkeit gefetzt werde. Aus dem Lande. Petersburg, 13. April. Gestern brannten die staatliche Patronenfabrik und ein Naphtha-Reservoir bei Tula, offenbar infolge nihilistischer Brandstiftung, nieder. Abgesehen von dem Materialschaden ist der Brand gegenwärtig ein empfindlicher Schlag sürdas Kriegsmini st eri um, das wohl neue Bestellungen im Ausland wird machen müssen. Krakau, 13. April. Nach einer Meldung der „Re- forma" soll gestern in Sosnowice der Pulvermagazin durch Dynamit in die Luft gesprengt worden sein. Aus Warschau ist Militär und Gendarmerie dorthin abgegangen. Warschau, 13. April. Im Publikum kursiert auf hekto graphisch en Abzügen ein Brief des Generalgouverneurs Maximowitsch an den Minister für Schulangelegenheiten, Glasow, in dem er diesem die Schließung der hiesigen Universität empfiehlt, um einige hundert Studenten loszuwerden. — Am letzten Montag hat in einem Torfe bei Warschau ein sozialdemokratisches Meeting stattgefunden, an dem ungefähr 700 Personen teilnahmen. Es wurde beschlossen, die revolutionäre Propaganda weiter zu führen und sich wegen des für den 1. Mai geplanten Ausstandes und eventueller Demonstrationen nach den Beschlüssen des Petersburger Komitees zu richten. Petersburg, 13. April. Wie verlautet, ließen die Altgläubigen der Regierung zu Kriegszwecken ein zinsfreies Darlehen von einer Milliarde cm- bieten. Petersburg, 13. April. Blättermeldungen über die Vertagung der Kirchenreform sind nach Mitteilungen von zuständiger Seite richtig. Pobjenoszew hat dem Kaiser mit dem Projekte der Synode über die kirchlichen Reformen, die Einberufung des Sabors und die Wahl eines Patriarchen folgende Resolution vorgelegt: „Einverstanden, wünsche der Kirche eine Blütezeit in ihrer neuen Lage, halte die Einberufung des Sabors jedoch für unzeitgemäß." Der Kaiser ist, wie man sagt, mit der Resolution einverstanden. Petersburg, 14. April. lPetersb. Telegr.-Ag.) Ein kaiserliches Reskript an den früheren Minister des Innern Goremkin ordnet die Einsetzung einer Spezialkommission unter dem Vorsitze des Genannten an, die sich mit der Frage der gesetzlichen Feststellung der Bestimmungen befassen soll, die für die Regelung des bäuerlichen Grundbesitzes zu gelten haben, der die Hauptgrundlage des nationalen Wohles bedeute. Es sollen Maßnahmen getroffen werden, um den Bauern bessere Mittel zur Benutzung ihrer Ländereien an die Hand zu geben, und um solchen, die geringen Besitz haben, die Möglichkeit zu geben, nach anderen Gebieten auszuwandern oder mit Hilfe einer „Bank für Bauern" ihren Besitz zu erweitern. Ebenso soll der bäuerliche Besitz und der Besitz anderer Grundbesitzer genau abgegrenzt werden, um das Vertrauen des Volkes in die Unverletzlichkeit jedes Privateigentums zu st ä r k e n. __________________________________________________ 5>er Kneq. Vor der Entscheidung. In der Preste aller Länder herrscht die Auffassung, daß der bevorstehende Zusammenstoß z w i sch e n R o sch d- festwenski und Togo die entscheidende Wendung des Krieges herbeiführen wird. Die Entscheidung gilt aber im Grunde nicht sowohl dem Kriege, als vielmehr dem Frieden. Die Wahrscheinlichkeit des Friedensschlusses erscheint sogar in jedem Fall nähergerückt. Unterliegt das russische Geschwader, dann hat Rußland militärisch nichts mehr einzusetzen, da durchgreifende Erfolge seiner Landarmee als ausgeschlossen gelten, müssen. Gelingt es umgekehrt dem russischen Admiral, seinem Gegner eine Niederlage beizubringem dann ist es für Japan daA Vorteilhafteste, selbst unter für Rußland günstigeren Be-! dingungen Frieden zu schließen, denn das Fnselreich würde! sich bei solcher Sachlage der Möglichkeit beraubt sehen, seine mandschurischen Siege voll auszunutzen, da es eine neue kriegstüchtige Flotte nicht in kurzer Zeit schaffen kann. Tie ungeheuren Kosten der Fortf'chruug des Krieges würden ledenfalls weder für Japan noch für Rußland im Verhältnis stehen zu etwa noch erreicl'baren Erfolgen. Sehr interessant ist es nun, jetzt, da in jeder Stunde, die Würfel fallen können, die Stellungnahme der öffent* lichen Meinung Englands zu beobacbten. Naturgemäß wäre! es doch, wenn man dort dem japanischen Verbündeten einen1, vollen Erfolg wünschte. Ein derartiger Wunsch wird aber/ soweit sich übersehen läßt, nicht laut. Man zollt im Gegen-! teil dem Unternehmen Nofchdjestwenskis, trotz aller Strcr- pazen dem Feinde die Stirn zu bieten in einer Weise Anerkennung, die deutlich verrät, daß man einen Erfolg des russischen Admirals nicht ungern sähe. Es zeigt sich eben wieder der „Doppelboden" der politischen Moral Englands. Man will nicht, daß Japan „zu groß" wird, daß es die Herrschaft über die ostasiatische See und damit über den wichtigsten Teil des Pacific erlangt. Tie Führung dort soll vielmehr dem Union Jack verbleiben, und wenn noch einer anderen Flagge der gleiche Einfluß auf dem Großen Ozean zugestanden wird, dann dem Sternenbanner. Man reklamiert ja die Oberhoheit über die Weltmeere als ein politisches Naturrecht der beiden englisch sprechenden Nationen. Die englisch sprechende Hoch- sinanz ist wohl auch nicht geneigt, den Japanern für die Fortführung des Krieges immer neue Kredite zu eröffnen. Deshalb erhofft man von einem Mißerfolg Togos! gegen das baltische Geschwader eine Geneigtheit Japans zur Beendigung der Feindseligkeiten^ Schließlich mag in England als „Unterströmung" die Erwägung einhergehen, daß es zur p o li tisch en Jso lier- ung Deutschlands beiträgt, wenn die öffentliche Mein--, ung Englands ein gewisses Wohlwollen gegenüber) Rußland bekundet. Eine Liebe ist der anderen wert, und so drückten vor einigen Tagen die Petersburger „No? wosti" den Freunden an der Themse die Hand, indem sie schrieben: „Die von Kaiser Wilhelm in Marokko herausbeschworene mohammedanische Gefahr muß am Ende zu einem KriegzwiscbenDeutsch- tand und England führen". Das ist der Dank der russischen Presse für die dem Zarenreiche w o hl w o l l e n de Neutralität Deutschlands im ostasiatischen Kriegen Japan braucht nicht zu befürchten, daß ihm, wie nach denn Kriege mit China, irgend eine Macht in den Arm fällt;| wenn es sich anschickt, die Früchte seiner kriegerischen ÄÄ strengungen einzuheimsen. Tas besorgt diesmal Englands sein Bundesgenosse, weit diplomatischer durch Quertreiberei. Mit seinem Feinde Rußland konnte Japan ehrenvoll undj erfolgreich sich messen. Vor seinem Freunde England sich zu bewahren, dürfte ihm kaum möglich sein: Die nächste Zulunft schon wird zeigen, inwieweit diese Vermutungen durch Tatsachen Bestätigung finden. „Taily Mail" veröffentlicht ein Telegramm aus Su-> rayalou auf der Insel Java, wonach eine deutsche Jacht mit zwei Offizieren an Bord nebst vier Kohlenschrfsen dort eingetroffen sei. Diese meldete gerüchtweise, daß eine SeeschlachtimGange sei, bei welcher die R u s s e u die Angreifer waren. Die Japaner sollen angeblich vier weitere Kriegsschiffe verloren haben. Eine Lloyd-Depesche aus Singapore meldet: Dek, Tampfer „Nubia" berichtet, er sei am 1. April unter 8 Grap nördlicher Breite und 108 Grad 55 Min. östlicher Langes an der russischen Flotte vorbeigefahren. Dieselbebestand aus 42 Schiffen und fuhr mit einer Schnelligkeit von acht bis zehn Knoten nord-nord-östlich. Tas Amsterdamer „Handelsblad" erhält von feinem, Korrespondenten in Batavia die Depesche: Heute (Donnerstag) nachmittag 1 Uhr 15 Min. wurde eine Flotte von 451 Schiffen unter 8 Grad 37 Min. nörl. Breite und 108 ©ra^ 35 Min. östl. L. gesehen. Aus der Mandschurei. Petersburg, 13. April. (Petersb. Telegr.-AgenturJ In einem Telegramm des Generals Lene witsch an den Kaiser vom 12. April heißt es: Am 11. April eröffnete die Artillerie einer unserer Abteilungen Feuer gegen das Dorf Ranchendzy, das von den Japanern besetzt war. Rach einstündiger lebhafter Beschießung des Dorfes wurde dasselbe von denJapanern geräumt und von unserer Abteilung besetzt.---Am 8. April wurde auf dem linken Flügel unsere Kavallerie-Vorpostenabteilung bei Taouangou von den Japanern, die durch Chunchusen verstärkt waren, bis Ransanchendzy zurückgeworfen. Rach Gewehrfeuer zogen sich die Japaner südlich zurück und Ransanchendzy wurde von'neuem von uns besetzt. Paris, 13. April. Der Kriegskorrespondent des „Matin^ berichtet aus Kwuangsonnse: Ich komme soeben von der Front, wo ich Gast des Generals Kaulbars war. Mein Eindruck ist der, daß die russische Armee, nachdem fte sich wieder erholt hat, bereit ist, eine neue Schlacht anzunehmen. Ueberall auf der ganzen Gefechtslinie manöverieren Die Truppen fortgesetzt, um Gefechtsformationen auszuführen. Die Kavallerie des Generals Mischtschenko unternimmt unausgesetzt Erkundigungen, welche sich bis nach Eschengtllfung erstrecken, wo es wahrscheinlich zu mehreren^ Gefechten kommen wird. Die japanische Kavallerie wagt sich nur 10 Kilometer von der Infanterie und verweigert jeden Kampf. Sie zieht sich bei jeder Gefahr hinter die Infanterie zurück- Wieder eine russische Anleihe. 23. Telephonischer Kursbericht, 13. April, 2' 4 Uhr mittags. I' uiikhr* a l'tir k en lose . ,Des ’^ber 4% 40/. 3»L 10/ un- den . 101.75 . 91 — . 101.85 . 91.05 . 100 SO . 99.00 372% 3 71 SV.o/o o/o 372o/n 37. % Reicheanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen eine Mk. . 98.30 . 67.80 . 67.80 . 88.85 . 136.20 go/„ Mexikaner 4Vji/r. Chinesen Electric. Sol uckert Nordd. Lloyd . , Kreditaktien . . Diskonto-Kommandü Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsgeg Oesterr. Staatsbahn Lombarden Gotthardbahn . . Laura^btte . , Bochum . . . Marpener . . . . 35 80, . 96.48 . 139.80 . 122.70 .208 70 190 20 . 143.85 . 157.10 . 169 00 . 141.60 . 16.40 . 277.50 . 252.25 . 21100 . 100.60 Mniversttäls-Hlachrlchlen. — Der ordentliche Professor der Mineralogie an der Universität Greifswald, Dr. Emil Cohen, ist am 13. d. M. an Herzlähmuna auf der (5 t r c ü e vlöhlich aestorben. glaubliche Meldung, daß die Üntersuchungskommifsion ^General Stössel wegen der Nebergabe von Port Arthur rum Tode mittelst Erschießens verurteilt habe. Krieflmllen -er Redaktion. (Shtontnnc Anfraaeu bleiben nnberücksichtigttt B. Ihre Frage wurde bereits in unserer Nr. 70 vom aufzunehmen. Stössel zum Tode verurteilt? Der Krakauer „Czas^ bringt aus Petersburg die Ans Stadt und Land. Gießen, 14. April 1905. ** S. K. H. der Großherzog hat den Mitgliedern Stadtverordnetenkollegiums in Darmstadt mit Ausnahme beiden Sozialdemokraten Cramer und Stephan aus Anlaß Zu den Kosten der am 7., 8. mib 9. Mai in den Schulen hier stattfindenden Schillerfeier haben sich die Stadtverordneten in geheimer Sitzung nach eingehender Debatte bereit erklärt, für die entstehenden Kosten bis zu dem Betrag von 38 00 Mk. aufzukommen: der Antrag des Schiller-Komitees aus glatte Bewilligung von 4000 Mk. wurde abgelehnt Außerdem wird die Stadt an die höheren Klassen 4 200 Schillerbücher und an die niederen Klaffen ca. 5000 Schillerbretzeln zur Verteilung bringen lassen; die hierfür entstehenden Kosten werden bewilligt. Erbach (Rheingau), 13. April. Der Regent von Braunschweig, Prinz Albrecht von Preußen, ist heute mittag auf seiner Besitzung ReinhardShausen eingetroffen. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Am 4. Juni hält der Turnverein in Nie- der-Wöll stabt ein größeres Turnfest ab, verbunden mit der Gauturnfahrt des Gaues föeffen. — In Homberg a. Ohm fand am 11. d. M. unter dem Vorsitze des Steuerkommisiars Kähler eine öffentliche Versammlung zur Erörterung der Wohnungsfrage statt. Der Gründung einer gemeinnützigen Bau-Genoffenschaft wurde allseitig zuaestimmt und ein Komstee z-ur Vor- beratung der Stattiten aewabtt. OeriHLslaal. Bei einer SchwurgerichtSverhandlung in Würzburg rief die Charakterisierung eines Angeklagten durch seinen Verteidiger als eines „dummen Bauernlackels" der „Augsb. Abendztg." zufolge ein interessantes Intermezzo hervor: Ein Bauer aus der Reihe der Geschworenen erhob sich sofort, nachdem der Ausdruck „dummer Dauernlackel" gefallen war, und richtete an den Vorsitzenden die Worte: „Der Herr Rechtsanwalt spricht da von einem dummen Bauernlackel, das ist eine Beleidigung: es sind eine Reihe von Bauern hier anwesend. Wenn der Sohn eines Rechtsanwalts auf der Anklagebank säße, würde man auch nicht von einem dummen Rech tsanw al ts- lackel sprechen." Das beleidigte Standesbewußtsein des bäuerlichen Geschworenen suchte der Verteidiger hierauf wieder ms Gleichgewicht zu bringen, indem er entschuldigend bemerkte: „Dann regiere ich freu SBnirr und es bD-ifit iwh der Lackel". London, 13. April. Wie die „Times^ aus Petersburg meldet, hat die russische Regierung die Absicht, neue innnere Anleihe von 2 50 Millionen März beantwortet. P. in G. Bei den deutschen Gesandtschasten gibt es nur deutsche Beamte. Für die höhere Laufbahn ist akademische Bildung — abgeschlossenes Studium der Rechts- und Staatswissenschaften — unerläßlich. Daran schließt sich informatorische Beschäftigung im Auswärtigen Amt und bei Gesandtschasten — nur diätarische Entlohnung — und diplomatisches Facheramen. Für die mittlere lKanzlei)-Laufbahn wdrden nur junge Leute mit Abiturienten- zeugnis und guten Sprachkenntnissen angenommen, die in der Regel aus anderen Verwaltungen, zumeist Wohl aus der Justiz, in den auswärtigen Dienst übertreten. Wenn oiitß die Gehaltssätze höhere sind als im inneren Dienst — wobei die teurere Le- benshalttmg im Auslande zu berücksichtigen ist —, so bietet diese Laufbahn wegen der verhältnismäßig geringen Zahl der etats- mäßigen Stellen und des großen Andrangs dem Bewerber keine Was Urteil werde jedoch weder vollstreckt noch publiziert werden. Englisch-japanisches Schuh- und Tnrtz Bündnis. London, 13. April. Der von Tokio aus lancierte zrnd von Chamberlain warm befürwortete Gedanke einer Ausdehnung und Befestigung der englisch-japanischen Allianz Zu einem Schutz- und Trutz-Bündnis wird von der Re- ^gierungspreffe im Allgemeinen willkommen geheißen. Die auffällige körperliche Leistungsfähigkeit der Japaner iift, wie Reisende bestätigen, auf ihre mäßige Lebensweise zurück- laufübren. Ihre Ernährung (hauptsächlich Reisl ist einfach, aber I gesund. Im Trinken halten sie sich in erster Linie an das Wasser. Sie nehnien nicht nur täglich nur ein Bad, sondern halten auch das Wasier als Getränk für das wirksamste Mittel zur Erhaltung der Gesundheit und für eine unfehlbare Waffe gegen Krankheiten. Die japanischen Athleten trinken täglich 4 1 /, Liter Wasser. Es ist interessant, wie diese Anschauung der Japaner begründet wird: Waffer reinigt das Blut wirksamer als jedes andere Mittel. Aeußerlich wird es hauptsächlich in Form örtlicher ^Umschläge verschiedener Art und als Reinigungsmittel gebraucht. Da Lungen, Nieren und Haut ständig große Mengen Waffer aus- scheiden, muß dieser Verliist durch Aufnahme von 11/8 Liter Wasser täglich ersetzt werden, denn sonst verändert sich die normale Struktur unserer Gewebe und macht sie für den Angriff von Krankheiten prädisponiert. Eine genügende Menge Wasser ist aber auch zur Erhaltung des richtigen Verhältnisses der Flüssigkeiten in unserem Körper nötig. Ter Japaner silcht durch reichlichen Wassergenuß die Bildung von Gallen- und Nierensteineii zu verhindern, ohne eine Zuflucht zu Arzeneien nehmen zu müssen. Gicht und Rheumatismus sind in Japan unbefaunte Krankheiten, was ,’man gleichfalls dem Wassergenuß zuschreibt. Ebenso kennt man in Japan nicht das bei rms so verbreitete Leiden der Verstopfung, 'weil vieles und häufiges Waffertrinken den Magen- und Darm- rnhalt günstig beeinflußt. Unsere Gewebe und Organe verlangen 'nicht mir Wasser, weil sie zum wesentlichen Teil darails aufgebailt .sind, sondern auch, weil Waffer die Assimilationsvorgänge vollständiger macht und für eine richtige Entfernung verbrauchter Ästaffen nötig ist. Die Japaner übertreffen alle andern Völker im -Gebrauch des Waffers und leisten habet Erstaunliches, wie schon bisher ihre Lern- und Leistungsfähigkeit auf allen Gebieten erwiesen jhat und wie neuestens ihre Erfolge auf dem Kriegsschauplätze in 'Schlachten und auf Märschen zeigen. 4-6 Grieoh. Monopo’.-Anl. 4‘/ °L äussere Argentiner 45.70 11 19 j Märkte. )( Grünberg, 13. April. So stark wie heute war bet Oft er mar ft lange nicht. Der Viehmarkt zeigte eine erstaunliche Ausdehnung cm Jungschweinen. Ungeachtet der starken Auffahrt war doch die Nachfrage lebhaft, und so entwickelte sich bald ein flotter Handel bei hohen Preisen. Diese Übersteigen wieder die Herbstpreise um fast die Hälfte. Im Durchschnitt tvurde das Paar Ferkel mit 60 Mark bezahlst geringere Sorten etwas billiger, die besten mit 70 Mark. Läufer kosteten pro Paar 80 kns 90 Ma-rk und 90 bis 100 Mark. Auch der Rindviehmarkt zeigte verhältnismäßig gute Besetzung. Der Zentner Schlachtgewicht stellte sich auf 64 bis 66 Prg. Kälber waren fast gar nicht aufgetrieben. Der Preis von 45 Pfg. für das Pfimd Lebendgewicht läßt das Angebot rasch abgehen. fc. Frankfurt a. M., 14. April. iOrig.-Telegr. des „Gieß. Anz.st V i e h m a r k t. Zum Verkauf standen 752 Kälber, 83 Schafe und Hümmel, 296 Schweine. Kälber 1. Qual. 83—85 Pfg., Lebendgewicht 49—51 Pfg., 2. Qual. 77—82 Pfg., Lebendgewicht 46-48 Pfg., Schlachtgewicht 60-64 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 72—74 ' Pfg., 2. Qualität 63-66 Pfg. Schweine 1. Qualität 65-66 Pfg./ Lebendgewicht 52.50 Pfg., 2. Qual. 64—00 Pfg., Lebendgewicht 51—00 Pfg., 3. Qualität 58—60 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Kleinvieh gut, Ueberstcmd unbedeutend. 0 Marburg, 13. April. Auf dem heutigen Schweine- markt gingen bei sehr lebhafter Nachfrage die Preise, besonders für kleine Ware, sehr in die Höhe. Man bezahlte z. V. für 4—6 Wochen alte Saugferkel 34—46 Mk., für 3—5 Monate alte Läuf-r 60—90 Mk. und für ältere Schlachtschweine je nach Größe und Qualität 100—120 Mk. pro Paar. Die Zufuhr belief sich auf 730 Stück. Dermifcbtes- * Else Kassel endlich gefunden! Bei den am Donnerstag nachmittag in dem Hause Bindestraße 1 zu Hannover, in welchem am Montag die kleine Erna Schaare ermordet wurde, an gestellten wlizeilichen Nachforschungen wurde beim Nachgraben im Keller des Mörders (Postschaffner Büther) gegen abend etwa 40 bis 50 Zentimeter unter der Erdoberfläche das Skelett eines Kindes gefunden. Das Skelett, das mit Packleinwand u.mhüllt war, wurde an den Haaren als das der am 18. August 1901 aus dem Nachbarhause ver- chwundenen Else Kassel erkannt. So ist endlich das Dunkel gelichtet, das geheimnisvolle Verschwinden des unglücklichen Kindes aufgeklärt. Nicht von Zigeunern flt Else Kassel geraubt und entführt worden, auch sie ist vielmehr einem Verbrechen zum Qpfer gefallen. Wahrscheinlich wurde auch sie vor nunmehr 3Vs Jahren in derselben schrecklichen Weise und unter gleichen Umständen hingeschlachtet, wie jetzt die kleine Erna Schaare, und die Vermutung liegt nahe, daß den Urhebern des neuen Verbrechens auch die Ermordung der Else Kassel zur Last zu legen ist. Es mag darauf hingewiese.n werden, daß der Schuhmacher Paul, als vor zwei Jahren eine falsche Else Kassel den Eltern der verschwundenen Else vorgeführt und von diesen nicht erkannt wurde, alles aufgeboten hat, den Eheleuten Kassel klar zu machen, die fremde Kleine sei doch ihr Kind. Auch suchte er die angebliche Else durch die oft wiederholte Frage: „Kennst Du denn Deine Eltern nicht mehr?" zu einer bejahenden Mitwort zu bestimmen. * Der Londoner „Jack der Aufschlitz er" entdeckt? Jn Newvork hat ein Mann Namens Charles Hermann das Geständnis abgelegt, vor 15 Jahren die schauerlichen Mordtaten in dem Londoner Stadtteil Whitechapel verübt zu haben. Die Mordtaten lassen nach Ansichit des Arztes darauf schließen, daß der Mörder unter religiösen Wahnvorstellungen litt. (Die Meldung bedarf wohl noch der Bestätigung. D. Red.) * Kleine Tageschronib Kaiser Wilhelm und König Eduard sandten dem Könige von Spanien anläßlich der Madrider Wasser-Katastrophe in herzlichen Worden gehaltene Beileids-Telegramme. — In Innsbruck wurde während einer Vorstellung im Theater die PrinzessinMathilde von Ko bürg, eine Tochter des Prinzen Ludwig von Bavern, in der Hosloge von schweren Herzkrämpfen befallen. Ihr Zustand ist bedenllich. — Aus Ster zing am Brenner wird gemeldet: Die beiden Münckencr S t u d e n t e n L e n n e r und M a i r l unternahmen eine Besteigung der Landes- buter Hütte und darauf von dort nach der D o r u-S P itz e. Etwa 2000 Meter unterhalb des Zieles wurde Mairl von einem durch eine Schneelawine losgelösten Stein erfaßt unb etwa 40 Meter tief abgeschleudert. Der Verunglückte erlitt einen Rip- venbruch und einige andere lebmsgefährliche Verletzunaen. — In Bunzlau wurden die Bankiers Georg und Max Schüller wegen betrügerischen Vankerotts und Depotnnterschlagung in Untersuchungshaft genommen. — Durch das Erbeben in Indien wurde auch die Stadt M a n d i zerstört. Der Staatspalast, die Tempel und alle anderen Gebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht. Die Stadt Sultan Pur hat in älmticher Weise gelitten. Etwa 1000 Personen wurden an diesem £rte getötet. — In Bottrop bei Essen wurde der Bergmann Knura erwürgt aufgefunden. Ein Liebhaber seiner Frau wurde als der Tat verdächtig verhaftet. — In Hudmezoe-Vasarhely ^Ungarn) wurde bei dem Millionär Nagy-Totb ein Einbruch verübt, wobei den Dieben Wertobjekte in Höhe von zwei Millionen Kronen in die Hände fielen. — Die amtliche Statistik betreffend die Wafserwerkskatastrovhe in Madrids ergibt, daß an dem Unglückstage 145 Arbeiter auf der Arbeitsstätte waren. Von diesen Arbeitern sind 28 getötet, 38 verletzt unb 3 verschwunden, die übrigen 76 find unverletzt geblieben. — Die letzten Meldungen aus Madagaskar berichten von einem Jtt den letzten Tagen niedergegangenen C p kl on, der ungeheuren Schaden angerichtet hat. Die ausgetretenen G^birgsflüffe zerstörten mehrere Dörfer. Viele Drücken sind abgerissen, mehrere hundert Eingeborene sind n m a e k o m m e n. Landwirtschaft. Die Haltung und Zucht der Schafe in der Provinz Ob er Hessen ist mehr und mehr zurückgegangen, was ja, wie man und schreibt, bei der in den letzten Jahr-eyuten inten* siver betriebenen Bodenbewirtschaftung feine Erklärung findet. Trotzdem verschließt man sich in landwirtschaftlichen "reifen nicht der Einsicht, daß >ur Hebun- der Schafzucht in Oberhessen mehr cü4 seither geschehen müsse. Man verwaist dar-mf, daß ^sonders im Vogelsberg für ba5 im Futter recht genügsame Tier sich hinlänglich Weide befindet, nnb will, um datz letzt gelmltene Landschaf zu verbessern und besonders als Mffchiler massiger zu gestalten, einen Versuch mit englischen Bocken machen 0^ wohl zu erwarten, daß der Provinmalvernu Mittel bereit stellt, um einen Versuch -ur Rcrffeverbesferung unseres Schafes vornehmen zu können. seiner Vermählung eine von ihm selbst entworfene Er- »nnerungsmed aille verliehen, die auch zahlreiche andere ^Persönlichkeiten, besonders Beamte, Militärs und Mitglieder 'des Hoftheaters erhielten. I” ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn jvon 150 000 Mk. auf Nr. 62789 (nach Mainz), Gewinne ,üon 5000 Mk. auf Nr. 18339 33848 41859 44498 51067. j(Ohne Gewähr.) ** Jubiläum. Gastwirt Georg Euler und Frau (feiern am 14. April d. Js. ihre silberne Hochzeit, sowie ihr LöjährigeS Geschäftsjubiläum. *• Die Gastwirte-Versammlung, die gestern abend im Hotel Schütz stattfand, war von ca. 70 Gastwirten (besucht. Nach der Erledigung der Vorstandswahl hielt der 'Verbandspräsident einen längeren Vortrag über die Ziele und -Bestrebungen des Verbandes, wobei auch das Hess. Stempel- 'gesetz und das Gemeindesteuergesetz besprochen wurde. Eine 'Diskussion fand nicht statt. *§ Die Eier gehören zu den Frühlingserscheimmgen. /Sie spielen zu Ostern dieselbe Rotte wie die Nüsse zu ^Weihnachten. Darum will keine Familie die Ostereier entbehren, wie sie die Weihnachtsnüsse nicht ntiffen mag. Und hoie das Ei das Symbol vom Ursprünge des Lebens im -attgemeinen, so ist das Osterei das Symbal des neuerwachten /'Frühlingslebens im besonderen. Als Ostereier werden fast -nur Hühnereier benutzt, die wenigen Eier von Enten und jEnsen, die als solche verwendet werden, können kaum in Betracht kommen. Eine gute Legehenne produziert im Lause Jahres ihr Schock Eier. Alte Hühner legen zuweilen kauffällig kleine Eier, in denen sich kein Dotter, sondern .nur Eiweiß befindet. Man nennt diese Art der Eier Hexeneier und ihren Produzentinnen wird als Hexen möglichst bald der Hals umgedreht, worauf sie in den Kochtopf gesteckt werden. Außergewöhnlich geformte Eier, wie solche mit Auswüchsen, Anhängen, Fremdkörpern und mehreren Dottern sind in den Eierfammlungen dec Museen ^-usammengebracht. Es wird behauptet, daß sich die hessischen Bäuerinnen auf Erzeugung solcher Eier unter An Wendung gewisser Geheimmittel beim ^Füttern der Tiere sehr gut verstehen sollen. Tatsächlich gibt es Eier solcher Art fast nur bei uns in Hessen. Von den natürlichen Ostereiern sind die imitierten, aus Zucker, Schokolade, Marzipan, Papiermasse, Seide und Metall fabrizierten Eier zu unterscheiden. Mit diesen Kunsteiern bringt man gewöhnlich den Osterhasen insofern in Verbindung, als man ihn entweder als Träger und Ueber- bringer erscheinen oder als Häschen aus einer solchen -Eischale hervorschauen läßt, damit das alte Naturgesetz symbolisierend, wonach attes Lebende aus einem Ei entsteht. § Großen - Linden, 14. April. Die Linden- 'Apotheke ging zum Preise von 145 000 Mk. in den Besitz des Apothekers Schlich über. sd. Darm stadt, 13. April. In der heutigen S ta dt- verordnetensitzung machte Bürgermeister Dr. Glassing die Mitteilung, daß die Bürgermeisterei in gemeinschaftlicher ,Sitzung mit dem Finanz- und Hochbau-Ausschuß beschloffen habe, den Antrag Bormet, welcher verlange, daß alle öffentlichen Arbeiten, welche aus Anlaß von Festlichkeiten notwendig werden, nur an hiesige Meister zu vergeben, abzulehnen. Dagegen wurde nach eingehenden Darlegungen und Beratungen folgende Resolution angenommen: Bei Vergebung vsn Arbeiten an? Anlaß von iestlichen Veranstaltungen sollen in er ft er L i n t e auf Grund des Vor - , n f eh l a g S die hiesigen Geschäftsleute berücksichtigt werden, Zommt aber eine Einigung nicht zu stände, dann soll auf Grund -es Voranschlags weitere Ausschreibung erfolgen. 4 % Oesterr. GoTdrcnte . . 102 20 4V0 % Oestorr. Silberrento 101.80 Unerar. Goldrento . . 100.15 Italien. Rente . Portugieser I Nottnssiottt'n. III Enif. Türken . . besonders günstigen Aussichten. ___________________________ Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag „den 15. April 1905: Zeitweise wolkig, andauernd trocken, tagsüber etwas ärmer. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Hriginal-Dratilmesdungkn. Berlins H- April. Die Berggesetz-Kommission des Abgeordnetenhauses hat bei der Gesamtabstimmrmg die ganze umgestaltete Vorlage in zweiter Lesung gegen das Zentrum und die Freisinniaen angenommen. In der ersten oder Zweiten Woche des Mai wird die Kommission „eine Reise in das Ruhrgebiet unternehmen, um sich persönlich über den Stand der Dinge überzeugen zu können. 1 Leipzig, 14. April. Der Restaurateur 2 öJ e r verletzte seine Ehefrau im Verlauf einer Eifersuchtsszene durch drei Revolversckmsse tödlich un^> e r s ch o ß s i ch dann. Messina, 13. April. Gestern abend hatten alle im Hafen von Korfu liegenden Kriegsschiffe illuminiert. Das englische Flaggschiff „Bulwack" ließ ein Bombardement von Leuchtkugeln steigen. Die deutschen Schiffe gingen völlig illuminiert in See. Auf der „Hobenzollern^ strahlte die Kaiserstandarte aus elektrischen Glühperlen. Heute war bei schönem Wetter und etwas bewegter See die Fahrt über daS jonische Meer prächtig. In der Nachmittagssonne zogen die schluchtenreichen Berge Calabriens in mannichfaltigen Abtönungen vorüber. Üm 5 Uhr lag Taormina vor uns. Vom Schiffe aus gesehen bildet die Stadt ein wunderschönes Panorama : Die Stadt am grünen Bergabhang, darüber das Kastell und das alte Bergnest Mola, dahinter der Aetna, unten die Bucht bei Giardini. Die beabsichtigte Ausbootung unterblieb wegen der starken Brandung. Die Fahrt wurde an her abwechslungsreichen Ostküste Siziliens hinauf nach Messina fortgesetzt, wo die Schiffe um 7 Uhr anlangten. Wien, 14. April. Die Genickstarre verbreitet sich in Galizien weiter. Sie erstreckt sich jetzt über 14 galizische Bezirke. Petersburg, 14. April. Mau spricht hier von einem Entwurf eines ReichswahlgesetzeZ für eine Volksvertretung. als dessen Verfaffer neben Minimer Bulpgin genannt werden: Jermolow, Schtsckerbatow, Merscklscherski, Scheremetzen und llrussow. Der Entwurf sieht einen Staatsbeirat imb eine Staatsversammlung vor. Der Staatsbeirat werde von 120 Mitgliedern gebildet: er werde halb von den Adelsversammlungen gewählt und halb vom Zaren ernannt. Die Staatsversammlung! bestehe aus den gewählten Vertretern aller Glmvernements, ferner der Großstädte und der Geistlichkeit zusammen etwa 650 Mitgliedern. Die Wahlen erfolgen durch die Adelsversammlungen, die Semstwoversammlungeu unb die Dumas bezw. Gemeinde- versammfimgeu. Die Gesetzentwürfe gehen nach ihrer Annahme in die Staatsversammlung zur Begutachtung in den Staats- beirat und von dort zur Genehmigung au den Zaren. Tanger, 14. April. Die Entfchließrmg Deutschlands, eine Gesandtschaft nach Fez unter dem Grafen Tattenbach zu entsenden, wirkt auf die Eingeborenen und Ausländer begeisternd und Hoffnung erregend ein, auf die Franzosen verblüffend. Man erachtet das Vorgehen Deutschlands als korrekt und unerschrocken. Die Gesandtschaft soll abgehen, sobald die vom Sultan cm^ebotenen Reit- und Packtiere und hie große Eskorte eintreffen. Tokio, 14. April. Die japanischen Zeitungen bezweifeln die A rl f r i ch t i g k e i t der d e u t s ch e n Marokko- Politik und stehen auf Seiten Frankrei ch s. ^ie Reise Kaiser Wilhelms nach Tanger sei eine Demonstra- tion gegen die englisch-französische Entente zut Gunsten Rußlands gewesen. ) Sta atschntzseheine . Tendenz; fest. Todes-Anzeige. Statt jeder besonderen. Anzeige. Freunden und Bekannten zur Nachricht, dass heute früh 6'/i Uhr unsere teure Mutter und Grossmutter im Alter von 73 Jahren nach längerem Leiden sanft entschlafen ist. Im Hamen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Dr. Anna Schellhaas«, geb. Zeisse. Giessen, den 14. April 1905. Grünbergerstrasse 54. icoaor SS33S M M -M.'. i .-E»! u w- M ■I Er W H'.W .W-- ■ >Mf ■ ZU'W ■ ■ ,.;1; Ml. - ->.W \ ____ ■ V ■ . r ■; ... • ■ 2067 nach jahrelangem Leiden am 11. April 1905 aus dem Leben geschieden ist. fidele Weicker Statt besonderer Anzeige teile ich Freunden und Bekannten mit, dass mein guter Vater Welckei Die Beerdigung findet statt: Sonntag nachmittag um 4 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofs aus. Blumenspenden im Sinne der Verstorbenen dankend verbeten. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn und den zugezogenen Teilen der Gemarkung Heuchelheim. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntnis. Gieß en, den 14. April 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. M ecum. L Kclmnntmachung. Betr.: Wie oben. Dienstag, den 18. April l. IS. findet die Versteigerung -der Massegrundstücke an Ort und Stelle statt. Zusammenkunft vormittags 8V, Uhr an der Ecke der NodHeimer- und Schützenstraße, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen bekannt gegeben werden. Friedberg, den 11. April 1905. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: gez.: Spanier, Kreisamtmann. Alice-Schale. Der Unterricht für Weißnähen, Sticken und Schneidern -beginnt Freitag den 28. April, der Kursus für Hand- arbeitslehrermnerr, Kunstarbeiten, sowie die Kochschule den 1. Mai. Die Aufnahme der Schülerinnen findet Donnerstag bett 27. April, vormittags 10 Uhr, im Schullokale statt. Auskunft und vorherige Anmeldung auch für die Kochschule ^bei Frl. L. Moeser, Oberlehrerin, Gartenstr. Nr. 30, v14/4 Höhere Bürgerschule zu Grimberg. Das neue SÄuyabr beqinnt Montag »eit 1. Mai, not> 9 llhr Die Ausnahme neu emtretender Schuler und Schülerinnen geschieht Samstag den 29. April, nachmittags von 2—5 Uhr. . Bei der Anmeldung sind nntzubrmgen: der Geburtsschein, der Jmpslckein und das Zeugnis der zuletzt besuchten Schule. Die höhere Bürgerschule zu Grünberg bereitet ihre Schüler vor für den Eintritt in die Unter-Sekunda emes Realgymnasiums vder einer Realschule. - Schüler, welche die Ober-Tertia einer höheren Bürgerschule mit Erfolg besucht haben, sind vom Besuch der Fortbildungsschule entbunden. Nähere Auskunft erteilt ' Der Leiter der höheren Bürgerschule: Rektor Berrrins. hv13A Grossh. Gymnasium Fridericianum zu Laubach. «umeldnnaen netter Schüler Samstag den 29. April, varmittaaS von 9 Nhr au, im Amtszimmer des Direktors. Vorzulegen sind Geburtsschein, Impfschein, Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule. Lanbach, 12. April 1905. Die Großherzogliche Direktion. Dr. Balser. Grosser Räumung s - Ausverkauf! Wegen Vermiettmg meines Ladens verkaufe ich von heute an aus meinem Lager im Hinterhaus den noch vorhandenen Warenbestand in 2075 Dorzissan-, Kkas-, Steingut-, ‘gö'pffmaren usw. zu sehr billigen Preisen, worauf ich ergebens! aufmerksam mache. Sonnenstraße 5 ©. 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H. ^ermögensöitanz für das Jahr 1904 GIESSEN ettereweg Etädb Wben toifittn m Uche- tu - fangen -ädM ordn Derfc ein B itolieni huptet geistige: von bt des $u lehre tx des $1 St Minister willig Minister So: stimmig, das im Gmbfa: Brü seinen 7( in Vened was auf W Di tn der teil bi ter ru Nh Dreßab timen { l Da König 1 tourbe11 broch^ ^lsr„ totkk| ®0 k-K ^'e9; fett"" enik Vlitglie- besonder Zeigten, leider 1 sions! «nffcrb1 stände J etittvürfi Äende rechts anlähliä dein in Schill weiter steuer Werte k unbebai Die Vei stücke r meinen Mslchi str an schiffe, 's durch tj| L M .^herbour P en, Antvesenj ^stoleor Deriönlii -OOllQ) » Me Der Ai ders'ch^ Äle a Drndf>rZ < Wei &• iss lyti ,e'M Die letzten Neuheiten Damen- und Kinder-Mänteln Kleider-Röcken und Blusen sind in grosser Auswahl eingetroffen. gesucht. Augenklinik Frauen-Paletots Eigenes Atelier für Massanfertigung 1913 empfiehlt Arbeiter 6. 2072 zu vermieten. 1503 per sofort gesucht. 2021 Ludwigsplatz 5. 1087 02436 Stein. 2069 mieten. 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