155. Jahrgang Erstes Blatt. Die heutige Kummer rirntaht 8 Seiten. Politische Tagesscha geben worben. Wladiwostok. Gchulstrab- 7. Ndresie für Deveschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanichluß Nr 51. Ruhrrevier Hervorrufen. Es tft bererrs an oen y)Tayt:n Bülow das Ersuchen gerichtet worden, den Gesetzentwurf zurückzuziehen und dafür dem Reichstag ein Retchsbe r age s e tz zu unterbreiten. So kurz und bündig kann aber ote preuß. Regierung nicht verfahren, sie wird abwarten müssen, wie die Dinge sich werter gestalten, und ob es nicht gelingt^ das Plenum des Abgeordnetenhauses umzustimmen. Rach der „Tägl. Rundsch." beschäftigte sich heute eine Konferenz unter Vorsitz des Handelsministers Möller mit der Stellungnahme der Regierung gegen die Beschlüsse der Berggesetzkommission, die ebenfalls heute ihre Arbeiten wreder ausnahm. Insbesondere hat Graf Bülow durchs ^vet große Einführungsreden im Abgeordnetenhause so «ehr für die Vorlage sich eingesetzt und die Notwendigkeit emer Bewilligung des berechtigten Teils der Arbeiterwunsche so entschieden betont, daß die Regierung unmöglich eine derartige Verschlechterung des Entwurfs hinnehmen mnn, wie sie von der Kommissionsmehrheit beschlossen wurde, Richt minder ist die gesamte deutsche Industrie daran interessiert, daß diese Beschlüsse rückgängig gemacht werden. Denn ein etwaiger neuer Generalstreik würde ganz enorme wirtschaftliche Nachteile im Gefolge haben. Rur um Palitischer Bedenken willen, wie sie auf Seiten der Rechten obwalten: daß der Entwurf die Organisation der Arbeitet und dadurch die Macht der Sozialdemokratie stärke, darf eine solche Gefahr nicht heraufbeschworen werden. Im äußersten Fall bleibt allerdings nichts weiter übrig, als dem Reichstag die Reform zu überantworten. Dort sind Zentrum und Linke stark genug, den Widerstand der Rechten zu überwinden und außerdem für die erforderliche schleunige Erledigung zu sorgen. Der Kaiser aus Korsu. Korfu, 12. April.. Bei der gestrigen Abendtafel brachte der König in deutscher Sprache einen Trinkspruch aus, in dem er zunächst in seinem und in seines Hauses Namen für den freundlichen Besuch dankte, der ihm hohe Freude bereitet habe. Besonders dankte der König auch für die ihm erteilte Ehre eines Admirals L la suite der kaiserlichen Marine, eines Ehrenamtes, dessen er stets bestrebt sein werde würdig zu bleiben. Eine große Ehre und Freude sei der griechischen Marine dadurch zuteil geworden, daß der Kaiser die Stelle eines Ehrenadmirals der griechischen Flotte angenommen habe. Der griechischen Flotte werde dies ein Ansporn sein, stets etwas Tüchtiges zu leisten. Der König schloß mit einigen Worten in griechischer Sprache, welche Glück- und Segenswünsche für den Kaiser enthielten. Der Kaiser antwortete ebenfalls deutsch. Er sprach seinen herzlichsten und innigsten Dank für den freundlichen und glänzenden Empfang seitens der königlichen Familie und der Bevölkerung des von der Natur so reich gesegneten Eilandes aus. Es bereitete ihm große Freude, die Gelegenheit zu diesem Besuche zu nehmen und namentlich ihn zu einer Zeit ausführen zu können, wo auf althistorischem Boden in der Hauptstadt des Landes eine Zusammenkunft erleuchteter Männer aller Länder stattftndet, die gekommen sind, um aus dem ewig unerschöpflichen Born des klassischen Wissens und Könnens zu schöpfen. (Der Archäologenkongreß tagt zurzeit in Athen. D. Red.) Es gebe keinen deutschen Mann von Bildung, der nicht von jenen großen, am klassischen Altertum genährten Idealen erfüllt sei und sie heilig halte und glücklich sei, deren Geburtsstatte zu schauen. Eine große Freude und Ehre sei es für den Kaiser, einer Flotte anzugehören von so ruhmreicher und glänzender Vergangenheit. Zu dem gestrigen Diner waren außer den deutschen und griechischen Würdenträgern auch die Admirale und Kommandanten des englischen Geschwaders geladen. Vor dem Palais wurde ein Riesenfeuerwerk abgebrannt. Heute nahmen der Kronprinz Konstantin und die Kron- vrinzessin Sofia am ersten Frühstück auf der „Hohenzollern" General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen Der Krieg. Die feindlichen Flotten. Schneller, als man erwartet hatte, soll es nach etnett kurz vor Schluß der Redaktion uns ^gegangenen holländischen Drahtnachricht zu einem Zusammenstoß zwischen der japanischen Flotte und dem durch die Malakka-Straße gefahrenen Teil des russischen Geschwaders gekommen sein. Allerdings darf man von dieser Mel-, düng vorläufig nur mit allem Vorbehalt Notiz nehmen, da bei der großen Erregung, die das Erscheinen. Roschdjestwenskis naturgemäß unter der Jnselbevölkerungs Hervorrufen mußte, nur zu leicht ganz unbegründete Gerüchte entstehen können. Das Amsterdamer „Handelsblad" meldet aus Batavia, daß ein Seegefecht auf der .Höhe der ^pambas- Jnseln begonnen habe. Es sei bis jetzt noch nicht ersichtlich, ob es sich um ein Vorpostengefecht handelt oder ob das gesamte japanische Geschwader die Russen angreifen werde. Sollte es sich nur um ein Vorpostengefecht handeln, so wäre der Plan Roschdjestwenskis, dre Japaner mit einem Teile seiner Flotte aufzuhalten und selber nut dem Gros nach Wladiwostok zu entkommen, geglückt. In russischen Marinekreisen werde erklärt, daA selbst wenn Admiral Enquist mit seinem Geschwader gänzlich vernichtet würde, der Hauptplan der Russen gelungen Ware, da Roschdjestwensi'i in Wladiwostok noch mehrere neue Kriegsschiffe vorfinden würde, durch welche er verstärkt emen Kampf gegen Togo aufnehmen könne. Die zum niederländischen Besitz gehörige Anamvas- Gruppe liegt nahezu auf der direkten Linie Stngapore-- Hongkong, etwa 150 Seemeilen von ersterem Orte entfernt. Sie besteht aus mehreren kleinen, schön bewaldeten Snfent; die von einigen tausend mohammedanischen Malaien bewohnt sind. Die Rilssen haben hier Station gemacht, we« sich zwischen den Inseln Ankerplätze befinden, tue gegen jeden Wind Schutz gewähren. Außerdem haben die Inseln keine telegraphische Verbindung, durch welche die Anwesenheit der russischen Schiffe sofort nach ihrem Eintreffen dort hätte gemeldet werden können. Run sollen also die japanischen Aufklärungsschiffe schnell genug Fühlung bekommen und sogleich den ersten Angriff angesetzt haben. Der französische Hafen Saigon, den -mfzusuchen für etwa flüchtende russische Schiffe von besonderem Vorteil sein würde, ist etwa 400 Seemeilen von den Anambas-JNseln entfernt, also auch bei nur acht Knoten Fahrt schon utz rund zwei Tagen zu erreichen. „ Heute wird nun durch Reuter „aus guter Quelle Batavia gemeldet, daß keine russischen Kriegsschiffe sich bei Muntok-Banko befinden. Demnach scheint die ganze Meldung sehr in Frage gestellt^ Weitere Nachrichten lauten: Singapore, 12. April. (Lloyds Ageney.) Dierussi.sche Flotte, die eint 8. April hier vorüberkam, bestand ans sieben Scblacbtscbiffen, zwei Panzerkreuzern, fünf ungeschützten Kreuzern, drei Hilfskreuzern, lieben Torpedobootszerstörern, siebzehn Dam-, pfern. und einem Bugsierdampfer. . London, 12. April. „Daily Kail" meldet ans Batavia: Ein Teil der russischen Flotte unter Admiral Enguiest hegt immer noch bei den Anambas-Jmeln vor Anker. Der Korrespondent glaubt zu wissen, daß die Flotte ihren Kurs nach Saigon die Post Mk.2.— oiertel» jährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeior« ür die Tr rSN'irrmrer 's vormittag- 1HrtC, Z-, ^enoretS: ..ok'UZZPK» auswärts 29 Verantwortlich für den poltt und Teil: P. Witiko; für „©tobt und ßonir und „ Gerichts aal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck, Wr. 8S Vrlchetst tü-ttch außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt di« Gießener Kamillen« Mtter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Nnwers.-Duch-u. Stein- druckerei. 9L Lang«. Donnerstag IS.April 19O5P «--agSP*«r»r M monatlich 7 b Ps^ viertel- ▼ jährlich Mk. 8.20; durch X 4k vtfikA Abhole- u. Zweigstellen k /Päälk monatlich 65 Pf.; durch Herzog ebenfalls dafür eintritt. Die Klippen, an denen der Entwurf scheitern kann, liegen auf einem anderen Eem ei. Die Regierung sah bekanntlich eine Vermehrung der stadttschen Mandate von 10 auf 15 in der Weise vor, daß sie den Städten Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen ;e em neues Mandat gewährte; die Zahl der ländlichen Abgeordneten aber ließ sie bei den seitherigen 40. Die zweite Kammer sckmmte der Vermehrutra der Städtevertreter zlvar zu, machte tedoch aus den lädtiswen Mandaten der sog. privilegierten Städte Wagen, 7m eo» berg und Alsfeld durch Hinzufügung einer Anzahl Landorte ländliche Mandate. Dazu bepackte sie den Entwurf noch nut einer Wahlkreiseinteilung, die nicht mit Unrecht von vielen Seiten als nur den Zentrums und den sozialdemokratischen Bor- tell wahrnehmend bezeichnet wird, während die Regierung ganz richtig die Wahlkreiseinteilung einem späteren Gesetz Vorbehalten möchte. Auch die von der Regierung vorgesehene A u f T r t s w * ung der ersten Kammer kam nur teilweise zu stände, indem die Volksvertretung zwar den Eintritt eines Vertreters der Techn. Hochschule Darmstadt genehmigte, es aber ablehnte, dte Berufung dreier Bürgermeister von Städten nut Stadteordnung zu bewilligen. Trotz all dieser Veränderungen der ursprünglichen Vorlage rechnet man allgemein auf das Gelingen des Reformwerks. Wie die Sache aber auch .ausfällt,an der hälftigen Erneuerung der Kammer im Herbst dieses Jahres vermag die Vorlage nichts zu ändern. Es scheiden 2o ländliche Abgeordnete aus, und zwar 10 aus der Provinz Starkenburg, 8 aus Oberhessen rmd 7 aus Rhemhessen. Der Parteistellung nach sind es 8 N a t t o na l liberale, 8 Antisemiten und diesen nahestehenden Bauernburld- l e r, 5 Zentrumsmänner, 2 den Freisinnigen nahestehende „Wilde und 2 Sozialdemokraten. ____________________ Die Belchluffe der preuß. Berggesehkommisfion. —tt. Berlin, 12. Slhrrl. Von mehreren Seiten wird heute abend berichtet, daß die Beschlüsse der Kommission zur Abänderung des preutz. Berggesetzes eine tiefgehende Unzufriedenheit rm hrrevier Hervorrufen. Es ist bereits an den an den Staatssekretär von Richthofen erfolgte Schließlich wird betont, daß in dieser Frage Deutschland von Seit em Frankreichs eine bevorzugte Behandlung er.*) fahren habe. t ,_,, Die Uebernahme der Geschäftsleitung der deutschen Giüandt* schäft in Tanger durch den Grafen Tattenbach nregt Aufsehen» Man erblickt darin eine a n ti-fr an z ö n s ch e Wemon-h st r a t i o n. __________ Neider überall. Zu den Staaten, die von Mißgunst gegen D e u tg ch- kand und Mißachtung des Deutschtums erfüllt sind, gehört bekanntermaßen auch Ungarn, unfc es verrat deshalb nicht überraschen, daß gerade jetzt die Magyaren auf der Bildfläche erscheinen, um Für Verdächtigung Deutschlands ihr Teil beiz.utragen. Die „Nationalztg." sorgt durch Abdruck aus den Mitteilungen des Allg. Deutschen S ch ul- Vereins in dankenswerter Weise dafür, daß dieser magyarische Vorstoß von der Tagespresse ausgenommen und nach Gebühr gekennzeichnet werden kann. Em Budapester Matt, der „Hirlap", veröffentlichte unlängst einen an gehässigen Entstellungen reichen Artikel über Deutschlands Stellung in der europäischen und asiatischen Türkei, augenscheinlich zu dem Zweck, bei den im östl. Mittelmeer interessierten Mächten Deutschland in Mißkredit zu setzen. Es soll wohl besonders die Aufmerksamkeit Frankreichs erregt werden, das ja mit der Pforte auf ziemlich gespanntem Fuße lebt und überdies um sein Protektorat über die katholische Christenheit des Orients ängstlich besorgt ist, obwohl in der Republik selbst mit der Kirche und, ihren Dienern von Regierungswegen nicht gerade glimpflich umgegangen wird. Auf eine Spannung zwischen Frankreich und Deutschland auch der östlichen Mittelmeer-Jnteressen wegen hm- zuarbeiten, hält das magyarische Blatt natürlich jetzt für besonders aussichtsvoll, da die Entwickelung der,M a r o k k o- asfäre den Boden empfänglicher für dahinzielende Verdächtigungen macht. Es heißt also in diesem Artikel, von allen europäischen Staaten stehe Deutschland im besten Einvernehmen mit der Türkei. Die deutsche Sprache habe dre französische und italienische in Kleinasien verdrängt. Die wirtschaftliche Okkupation der Halbmond-Länder durch das Deutschtum werde in aller Stille, aber erfolgreich fortgesetzt. Die politische Okkupation reife von selbst heran — wobei zwischen den Zeilen angedeutet wird, daß die Besuchsfahrt KaiserWilhelms in der Levante der Kräftigung auch des politis chen Einflusses Deutschlands dient. Es wäre wirklich ein Wunder, wenn man in Paris diesen Wink mit dem Zaunpfahl übersehen sollte. Tatsächlich erstrebt Deutschland politischen Einfluß in Kleinasien ebensowenig wie in Marokko, aber die Gegner und Neider Deutschlands finden sich in der Unterstellung politischer Absichten wie auf Kommando zusammen, wenn sie in der kulturellen, wirtschaftlichen, industriellen und kaufmännischen Tüchtigkeit nicht mit Deutschland Schritt halten können. Tas ist des Pudels Kern. Aber der ungarische Deutschenhaß erstreckt sich nicht nur auf das politische Gebiet, sondern auch auf das der Kunst Tas offiziöse Organ der ungarischen Negierung, der „Magyar Nemzet", veranstaltete erst am Mittwoch eine kleine Teutschenhetze, indem es gegen das für die nächsten Tage angekündigte Gastspiel des Berliner Lessing- th'eaters unter der Leitung des Direktors Brahm agitierte und betonte, daß die planmäßigen Wiederholungen der Berliner und deutschen Gastspiele eine Herausforderung bedeuteten, die nicht geduldet werden könne'.! " Die hessische Wahlrechtssrage. S. W. K. Darmstadt, 12. April. Von den demnäckftigen Kammerverhandlungen wird es ab- fiängen, ob die im kommenden Herbst stattyndenden hessgchen Landlagswahlen nach dem seitherigen indirekten oder nach dem direkten Verfahren sich vollziehen. Die zwecke Kammer hat sich mit großer Mehrheit für die direkt e W a h l ausgesprochen und auch die erste Kammer dürfte diesem Wahlsystem die Zustimmung nicht verjagen, da bekanntlich S. K. H. der Groß- richten wird. Ä , Singapore, 12. April. (Reuter.) Dem e n g l. K o h l e dampf er „Hindoo", der in Tandjongpandan auf Bcklckonl 4200 Tonnen Cardisfkohle an Bord genommen hat, wurde hrev die Ausklarierung nach Saigon verweigert, wenn der Kapitän nicht die Verpflichtung eingehe, daß dte Ausfolgnng! der Ladung in Saigon durch die Vermittlung des brttijchenKvnsuls! erfolge. Es ist eine Abteilung Sikhs als Wache an Bord (je** wil. Der Kaiser hörte heute morgen noch mehrere Vorträge. Ein Ausflug, an dem die gesamte königliche Familie teil- nahm, führte zunächst nach Pcleka, dann wurde das Schloß Achilleon besucht, dessen Kunstschätze und Anlagen der König dem Kaiser zeigte. Die königliche Familie geleitete den Kaiser darauf zur Landungsstelle, wo der Kaiser von dem König und den anderen Mitgliedern des königlichen Hauses herzlichen Abschied nahm. Di- deutschen Schiffe gingen heute abend nach Messina in See. Der Kaiser spendete für die Armen der Stadt 2000 Francs. ____________________ Marokko-Streiflichter. Der deutsch-m-rot k anisch- S andelsv ertrag ist durch cin^n Nrtcuwechsel zwischen $r. Kublmann m Tanger und der marokk-inii'ch-n Reqiernna in Fez zustande aekommeir Ter x-and P- und Freundschastsver rag schlieft gcw.ße letzt An kerte Rechte in Bezua ans Wst-nschisfahrt, die weiterer 3(uS« bÄ WB E «n. Trotzdem bisher Klagen ans diAcm Kebiete nicht Vorlagen, schien der neue Vertrag notwendig, weil gewisse Monopol-Bestrebungen Frankreichs nach dieser Richtung mwerkennbar waren Der Vertreter der „Times" IN Langer erfahrt aus angeblich znverlchsiger Quelle, d-r Maghzen beabsichtige, die sranzösische Miision »ur Rückkehr von Fez nach Tanger auszufordcrn, wo dieser dE die -ndgiltige Weigerung des Sultans aus die vorgeschlaaenen Reformen einzugehen, amtlich ^Au? Paris "erhält das „N. Wien. Tagcbl." die Meldung, datz die stirkulardepesche Telcassös über da? englisch -rauzösische Mkommen auch L Mitteilung entha das, gleichzeitig mit der Bekanntgabe an den Fürsten Rad mgehettde njorma- Üonen an die französische Botschaft in un behufs V? tteUung Tokio, 12. April. (Reuter.) Wie verlautet, nehmert die Russen in Wladiwostok mit sechs Unterseeboten/ sämtlich im Auslande gebaut, Hebungen vor; darunter befinden sich Boote von fianzösischem, engltschem und amerikanischem Typ. Die Lage in der Mandschurei tft unverändert. Im russ. Generalstab wird sie als befriedigend angesehen. Die japanischen Bewegungen serest unentschlossen. Es fehle den Japanern vollständig a n M u n i t i o n. Nach Reutermeldungen cuts der, Mandschurei fahren die Russen fort, ihre Streitkräfte zu- sammenzn-iehen und ihre Stellungen auf der Lmte Tschangtschun-Kirin zu befestigen. Die Abteilung Madrikows behält beständig Fühlung mit dem japanischem linken Flügel. Häufig finden Scharmützel statt. Es dürfte möglicherweise zu einem größeren Gefecht kommen. Es heißte die Russen hätten die Gefangenen auf Sachalin! bewaffnet und denjenigen Geld und Freiheit versprochen, die tapfer kämpften. Dadurch ist die Garnison auf insgesamt 3000 Mann gebracht worden,, doch wird daran gezweifelt, ob die Russen versuchen werden,, die Insel zu halten. t Ein Korb. London, 12. April. (W. B.) Dem „Daily Telegraph" wird aus Kobe telegraphiert: Ter russische Gesandte Lessar verlanngte, einer Pekinger Meldung zufolge, von China die pachtweise U e b e r l a s s u n g eines Hafens. China schlug das Ersuchen entschieden a.b^ Reue russische Gewehre. Die russische Regierung hat eine Anzahl Maschinengewehre nach einem Modell, welches unlängst in der dänischen Armee erprobt wurde, in England bestellt. Das Maschinengewehr wiegt nur acht Kilogramm und kann ein sehr mörderisches Feuer abgeben. Das Geschütz gestattet 3 00 Schüsse in der Minute abzugeben. Die letzten Versuche, welche mit demselben angestellt worden sind, haben ergeben, daß von den 300 abgegebenen Schüssen 225 als Tr e f f er betrachtet werden können. Kußland in Sturm und Irang. Damenpolitik. Ein Tclegrannn ans Petersburg besagt: Diejenige junge Dame, die sich kürzlich aus politischen Aründen vor einen Eisenbahnzug warf und s i ch ü berfahreu ließ, ist ein Frl. T r e p o w. Die Fanülie der Dame, ebenso wie der gleichfalls durch S e l b st m o r d geendeten F ü r st i n Tenischein behaupten, das; cs sich um einen Unfall handele, während tatsächlich Selbstmord vorliegt. Beide waren intime Kreundinnen der in den letzten Tagen verhafteter; Tochter des Generals L e o n t i e w. Diese war seit ihrer Rückkehr arrS der Schweiz eifrige Anhängerin der anarchistischen Ideen geworderr. Ihre Freundinnen scheirren sich diesen Ideen angeschlosserr zu haben. Angesichts des Ernstes ihrer Lage infolge der Verhaftung der Leontiew begingen sie Selbstmord. In der Stadt herrscht große Aufregung. Es wird behauptet, daß die Terroristen Verbindungen bis in die „höchsten Kreise" hinein besitze,;. Die Schics. Zig. meldet aus Petersburg, daß auch der Vater und die beiden Brüder der verhafteten Studentin Leontiew verhaftet wurden. Der alte Leontiew war früher Gouverneur in Wladimir. Seine beiden Söhne nahmen in Petersburg hohe Militärposten ein. In der Wohnung Leontiews fand man eine große Menge Sprengmaterial. In Helsingfors ist die Gattin des bekannten Moskauer Arztes Dr. Koutmantel verhaftet und von Gendarmen nach Petersburg gebracht worden, wo sie sofort in der Peter Paul-Festung interniert wurde. Die Verhaftete soll mit der finnländischen revolutionären Anarchisten-Partei m Verbindung gestanden haben. Aus Polen. Im Gouvernement Radom wurden neuerdings zahlreiche Bauern verhaftet wegen Agitation für die polnische Sprache in den Gemeinde-Vertretungen. — Wie aus Sosnowice gemeldet wird, ist der bei dem Born den - Ansch lag verwundete Polizeimeister gestorben. In der Fabrik Schön ermordeten die dort stationierten Soldaten den befehligenden Leutnant. Ausland. London, 12. April. „Daily Expreß" berichtet aus Pmns, das englische Köuigspaar werde nach der Rückkehr von seiner Kreuzfahrt in Paris einen 48stündigen Aufenthalt nehmen. Die Ankunft werde am 1. oder 2. Mai erfolgen und aus diesem Anlaß verschiedene Festlichkeiten stattfinden. Das Königspaar wird in der englischen Gesandtschaft Wohnung nehmen. Paris, 12. April. Zwischen Fr an kr e i ch und Ruß- Land schweben Verhandlungen zwecks Abschlusses eines Handelsabkommens. Kabinettschef Rouvier hat den Generaldirektor der Zölle beauftragt, ihn bei den Verhandlungen zu vertreten. — Senat. IN der heutigen Vormittagssitzung wurde vfe Erörterung des Marinebudgets fortgesetzt. Der Marineminister erläutert das Programm von 1900 bezüglich der Flottenneubauten, die 1907 beendet sein sollen. Der Marrneminister legt dann die Notwendigkeit dar, nach Erledigung des Flottenprogramms von 1900 mit dem Bau neuer Kriegsschiffe fortzufahren, denn sowohl die englische wie die amerikanische Flotte seien der französischen Flotte überlegen und die deutsche Flotte komme ihr fast gleich. Frankreich beschränke sich darauf, seine alten Schiffe durch neue zu ersetzen. Frankreich besitze eine Flotte von Torpedo- und Unterseebooten, die allen anderen sehr überlegen sei. Vorauszusehen sei, daß es nötig werden würde, den Tonnengehalt der Unterseeboote zu vergrößern, um gewisse Verbesserungen zu erreichen. Der Minister bemerkt sodann, daß für Neubauten im Budget für 1905 121 Millionen vorgesehen seien. Mit Aufwendungen fortzufahren, sei notwendig, denn nur so werde es möglich sein, die veralteten Schiffe zu ersetzen. — Kammer. Nach Ablehnung einiger Abänderungs- anträge nahm die Kainmer mit 422 gegen 45 Stimmen >en ganzen Artikel 1 betr. die Trennung von Kirche und Staat an; dieser sagt Gewissensfreiheit und freie Ausübung der Kulte zu. Wien, 11. April. Abgeordnetenhaus. Der soeben verurteilte Graf Sternberg befragt den Präsidenten, ob die Unterdrückung der die Wahrheitsliebe des «g. Kramarez belastenden Momente in den Berichten der Wiener Zeitungen auf den Einftuß der Regierung zurückzuführen seien. Und was er zu tun gedenke, nm die böhmischen Abgeordneten vor verleumderischen Denunziationen tschechischer Führer zu schützen. Der Präsident erteilte Sternbery einen Ordnungsruf und erhärte, daß er auf Zeitungsberichte keinen Einfluß habe .Kramarez bezeichnet Sternberg als einen Berufsskandalmacher, der ihn nie und nirgends beleidigen könne; er glaube, daß jeder, der ihn kenne, zugebe, daß er sich 'm seinen Aussagen durch keinerlei Rücksichten leiten lasse. Sternberg ruft: „Sie haben gelogen. Sie sind ein Lügner!" und fragt den Präsidenten, ob er geneigt fei, das Bureau einzuberufen, um derartige Unzukömmlichkeiten m der Säulenhalle des Parlaments in Zukunft hintanzuhalten. Ritter v. Strozynski beantragt als Ob- mcmn des Jmmunitätsausschusses, daß als erster Punkt auf die Tagesordnung der Bericht des Jmmunitätsausschusses über verschiedene JUimunitätsangelegenheiten gesetzt werde. Der Antrag Strozynski wird abgelehnt. (Lebhafte Proteste, Lärm bei den Alldeutschen und seitens Lechner Rufe: „Wozu war die Obmännerkonferenz? Das ist eine Blamage!" „Das Haus kann sich schämen!" Schönerer ruft: „Die Italiener sind in der Obmänner» konferenz ausgesesjen!" Andauernde Unruhe.) Ans Stadt und Kw'd. Gießen, den 13. April 1905. *• Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog /oben den Oberlehrer an der Realschule zu Michelstadt Prof. Hainebach auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. — Dem Pfarrer Eckstein zu Allendorf a. d. Lda. wurde die evangelische Pfarrstelle zu Lengfeld, Dekanat Reinheim, über- tragen. ** Iustizrat Weidig wurde zu seinem Jubiläum durch eine Deputation, bestehend aus Landgerichtspräsident K u l l m a n n. den Landaerichtsdirektoren Güngerich und Bücking, sowie Lanogerichtssekretär Löwer, ferner Oberstaatsanwalt Theobald, Geh. Justizrat Gebhardt (der für das Amtsgericht erschienen war) und Geb. Justizräte B a i st und Tr.J ö ck el - Friedberg, Just'zrat Metz, den Rechtsanwälten Dr. Spohr und Dr. Rosenberg (die namens der Kollegenschaft Oberhessens sich einfanden) beglückwünscht. Landgerichtspräsident Kullrnann überbrachte die Ernennung zum Justizrat; außer ihm sprachen noch Geh. Justizrat (^bhardt und Justizrat Metz. Der Vorstand der Anwaltskammer hatte schriftlich gratuliert. ** Zu dem Jubiläum des Kirchenrats Dr. Nauniann ist noch nachzutragen, daß auch Provinzial- bireftor Geheimcrat Dr. Breidert nebst Bureauvorsteher Schi ff nie am 11. April zu dem Jubilar gekommen war und ihm namens des Großh. Kreisancks und des Vorstandes der Mathildenstiftung für Oberhessen, deren 2. Vorsitzender D.r N. ist, die herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen hat. "Fünfzigjähriges Jubiläum der Gießener freiw. Feuerwehren. Ter geschäftsführende Ausschuß für das 50jährige Jubiläum der beiden freiwilligen Feuerwehren hielt am Mittwoch abend in; Cafe Ebel eine Sitzung. In derselben wurde der Voranschlag durchberaten; er balcmziert in Einnahme und Ausgabe mit 13 400 Mk. Das Fest findet, wie bereits bekannt, am 15., 16. und 17. Juli auf Oswalds Garten statt. Kommerzienrat Gail hat in dankenswerter Weise einen Teil seines anstoßenden Gartens zur Vergrößerung des Platzes zur Verfügung gestellt. Die Festhalle, räumlich der im vorigen Jahr aus Anlaß des Sängerwettstreits errichteten entsprechend, wurde an einen hiesigen Unternehmer vergeben. Für Karrussells, Schießbuden und andere Schaustellungen ist das Gelände des ehemaligen Viehmarktplatzes an der Burkschen Mühle in Aussicht genommen. Das in der letzten Stadtverordneten-Versammlung behandelte Gesuch des Gießener Radfahrervereins von 1885 um Ueberlassung von Oswalds Garten zur Feier des 20jäh- rigen Stiftungsfestes am 2. und 3. Juli gab dem Geschäits- iührenden Ausschuß Veranlassung, in; Hinblick auf die Bedeutung des Feuerwehrfestes für die gesamte Gießener Einwohnerschaft dem Radfahrer-Verein nahe zu legen, das Gesuch zurückzuziehen, da die Stadtverordneten-Versammlung ohne Zweifel die Genehmigung zur Abhaltung des Radfahrerfestes aus Oswalds Garten nicht erteilen werde. ** Ein eigenartiger Unfall ereignete sich gestern nachmittag in der Bahnhofstraße. Das Pferd eines dor haltenden Fuhrwerks hatte sich mit der Rüster in einen Haken am Geschirr festgehängt. Die Rüster war förmlich durchstochen und das Pferd hing fest. Es gelang dem Eigentümer, das Pferd aus der gefährlichen Lage zu befreien, ohne daß eS größeren Schaden nahm. ** Diebstähle. In einer Werkstätte der Walltorstraße vermißten die Gesellen in letzter Zeit mehrfach kleine Geldbeträge aus den Kleidern, die im gemeinschaftlichen Kleiderschrank hingen. Gestern wurde der Dieb in der Person eines Lehrlings einer benachbarten Werkstätte abgefaßt, als er ein Portemonnaie aus dem Schrank stahl. Der Bursche gestand mehrere Diebstähle ein, für die gestohlenen Beträge kaufte er sich Kuchen und Bier. — Aus einem Hausflur der Plock- straße wurde am Montag mittag ein Fahrrad von unbekanntem Täter gestohlen. Es ist dies das dritte Fahrrad, das hier innerhalb acht Tagen entwendet wurde. Darum Vorsicht beim Hinstellen der Räder. ** Besitzwechsel. Das Ph. Bäuerische Haus in der Bahnhofstraße wurde für 68 000 Mk. an den Wirt Rühl in Lollar verkauft. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn von je 20 000 Mk. auf Rr. 3474 46763 75833, Gewinne von je 10 000 Mk. auf Rr. 37025 46140, Gewinne von 5000 Mk. auf Rr. 31297 33228 49925 54021 96357. (Ohne Gewähr.) ** Hudde. Die in unserem gestrigen Artikel enthaltene Mitteilung. Hndde und sein Genosse Walter seien durch Vorlage inhaltlich falscher Zeitungsartikel bestimmt worden, ihnen zur Last fallende Diebstähle einzugestehen, ist falsch. Die Staatsanwaltschaft teilt uns mit, daß sie ein solches Verfahren als unlauter und verwerf lieh 'erachten nriirbe und daß diese Mitteilung von Anfang bis zu Ende erfunden sei. Wir bedauern diese falsche Mitteilung umsomehr, als sie uns von einem Juristen zugetragen worden ist, der nach der Meinung der Staatsanwaltschaft als solcher wissen mußte, daß es fick; hierbei um ein verwerfliches Verfahren handeln würde, und der wahrscheinlich wider besseres Wissen uns die Mitteilung gemacht habe. Einer Einwirkung auf die Angeschuldigten hat es, wie uns die Staatsanwaltschaft mitteilt, überhaupt nicht bedurft, da .Hudde gleich nach seiner Festnahme die Diebstähle unumwunden eingestanden hat. Das bezüglich eines dritten Mordverdachts gestern Mitgeteilte bewahrheitet sich. R.-B. Darmstadt, 13. April. (Eigener Drahtbericht.) Der Oberlehrer an der Real- und Wirtschasts- schule in Groß-Umstadt, Friedr. Franz, wurde nut Wirkung vom 1. Mai zum Oberlehrer am Gymnasium zu Laubach ernannt. Wiesbaden, 12. April. Den 39. Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden beschäftigte u. a. auch die Lahnkanalisierung. Landeshauptmann Sartorius referierte. Mitte der 1890er Jahre wurde den Negierungsbaumeistern a. D. Havestadt und Eontag zu Wilmersdorf die Aufstellung eines Projektes übertragen. Dieses Projekt wurde geliefert, es bezog sich auf die Strecken von der hessischen Grenze bis Weilburg (36,4 Km.) und von Weilburg bis zur Mündung (95,2 Km.). Die Baukosten der ersteren Strecke waren zu 9, die der letzteren zu 22 Millionen Mark, zus. 31 Millionen Mk., veranschlagt. Der Lahnkanalverein hat erklärt, daß er an Stelle der früher für den Verkehr auf der Lahn verlangten Schiffe von 400 Tonnen sich mit solchen von 300 begnügen wolle, und daß ein dafür auszuarbeitendes neues Projekt mit einem Kostenaufwand von etwa 10 bis 12 Millionen Mark auszuführen fein würde. Die Kosten der Vorarbeiten zu diesem von Baurat Röder auszuarbeitenden neuen Projekte betragen 10 000 Mk. Der Kanalverein hat um einen Zuschuß von 3000 Mk. hierzu gebeten. Durch die Ermöglichung des KohlentranSportes auf der Lahn von Ruhrort her, und die daraus resultierende Der- ■ billigung der Fracht wird erhofft, die Lahnerze an der Lahn selbst verhüttungsfähig zu machen und eine Industrie zu gründen, die für Mitteldeutschland qünftig belegen sein würde, wobei die Weiter-führung der Lahnkanalisierung bis zu dem Eisenbahnknoten^ punkt Gießen den besten Erfolg versprechen würde. Auf Antrag des LandesauSschuffes werden die 3000 Mk. für die Vorarbeiten bewilligt und auf Antrag des Abg. Schmidt folgende Resolution beschlossen: „In Erwägung, daß der preußische Landtag die Königliche Staatsregierung um Prüfung der Zweckmäßigkeit und Durchführbarkeit der Regulierung auf der Lahn ersucht hat, spricht der Kommunallandtag die zuversichtliche Hoffnung mt5, daß diese Prüfung bald vorgenommen und ein die Regulierung der Lahn fördernder Gesetzentwurf dem vreußischen Landtag alsdann umgehend vorgelegt wird, da in; Interesse des Erwerbslebens weiter Kreise dieselbe dringend nötig erscheint." * Kleine Mitteilungen aus Hessen und ben Nachbarstaaten. Aus Langen wird berichtet: Im Walde in der Nähe der Märzenmühle wurde der bejahrte Arzt Dr. Weicker aus Dreieichenhain erhängt aufgefunden. Es liegt Selbstmord vor. Vermischtes. Hannover, 12. April. Wie gemeldet, hat dö. Luft Mörder Postschaffner Büther heute sein Verbrechen eingeftanden. Der dem Trünke ergebene Mann hat die siebenjährige Erna Schaer vergewaltigt. Darauf sei ihm, weil er geglaubt habe, das Kind werde den Vorgang erzählen, der Gedanke gekommen, das Kind zum Schweigen zu bringen. Er habe das Mädchen auf den Fußboden gelegt, bei den Haaren ergriffen und mit seinem Taschenmesser den Hals durchschnitten. Nachdem dann das Kind verblutet war, habe er das Blut von dem Fußboden gewaschen und die Leiche entkleidet. Daraus habe er den Kopf ganz abgeschnitten, auch Arme und Beine von dem Rumpfe getrennt und den Leib der Leiche aufgeschnitten, um die Eingeweide zu entfernen, die er in Papier gewickelt habe. Den Kopf und die Gliedmaßen habe er auf den Herd gelegt, um sie zu verbrennen; weil dadurch aber ein zu starker Geruch entstanden sei, habe er die Körperteile in eine Schachtel gelegt, diese umschnürt und beiseite gestellt. Den Rumpf habe er im Küchenschrank verborgen und die übriges Leichenteile in ein im Keller befindliches Loch geworfen, die Kleider verbrannt. Als er dann abends zum Dienst nach der Post gegangen sei, habe er die Schachtel mit dem Kopf usw. mitgenommen und bei der Rampe an der Brüderstraße über die Bahneinfriedigung geworfen. Nach diesem Scheusal wurde der ebenfalls verhaftete Hauseigentümer; Schuhmacher Paul vernommen, der alles leugnet, arrch nichts davon wissen will, daß er schon Unsittlichkeiten mit dem Kinde getrieben und dasselbe zu dem Büther hinaufgeschickt habe. Beide Verhaftete, die auch schon zusammen in diesem .Hause wohnten, als am 18. August 1901 Else Kassel aus dem Nachbarhause verschwand, leugnen hartnäckig jeden Anteil an dem Verschwinden dieses Kindes. .......... * Ei« moderner Blaubart vor Gericht. S. u. H. München, 12. April. (Dritter Tag der Verhandlung gegen Dr. med. Braunstein.) Der Ängellagte sieht heute etwas niedergeschlagen aus. Sein bisheriger zur Schau getragener Gleichmut scheint ihn verlaffen z u haben. Gegen 8V2 Uhr vormittags eröffnet ber Vorsitzende, Land« gerichtsdirektor Federkiel die Sitzung und erteilt sogleich das Wort, dem Staatsanwalt Diemrvth. Dieser bemerkte u. a.: Dr. Braunstein steht unter der schweren Anklage des Gatten-! Mordes. Die gerichtliche Entscheidung hierüber steht noch aus. Aus diesem Grunde konnte der Verdacht, der Ängellagte habe seine Fran auf der Hochzeitsreise vergiftet, nicht Gegenstand der Beweiscmfnahme sein. Ich bin daher aus pro-essualen Grün-' den genötigt, mich einer Erörterung über den Gattenmord zu enthalten, ich kann des Mordes nur erwähnen, soweit er mit den! zur Verhandlung stehenden Straftaten in Verbindung steht. Allerdings sind die Straftaten, deren der Ängellagte heute beschuldigt ist, in unmittelbarem Zusammenhänge mit dem Morde, desien ihn die Anllagebehörde beschuldigt, begangen worden. Die Verhandlung hat, so fuhr -der Staatsanwalt fort, ein Bild aus dem Leben eines Arztes, eines Offiziers, eines akademisch gebildeten Mannes gegeben, daß selbst diejenigen, deren Beruf es ist, die Schattenseiten des menschlichen Lebens täglich vor sich zu sehen, in Staunen und Entrüstung versttzt worden sind. Die Verhandlungen haben ein so grauenhaftes Bild entrollt, daß nüldernde Umstände vollständig ausgeschloffen sind. Es kommt hinzu, daß der Ängellagte wegen Diebstahls, Betruges und Unterschlagung vorbestraft ist. Ich beantrage eine Gesamtstrafe von acht Jahren Zuchthaus, 6000 Mark Geldstrafe, eventuell nod) 400 Tage Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ans die Dauer von 10 Jahren, und endlich, dem Angellagten die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Nach der Rede des Verteidigers Justizrat Bernstein-München, der den Antrag auf Einstellung des Verfahrens wegen Betrugs und der Urkundenfälschung stellte, sowie die Freisprechung, ct>J die Aussetzung des Urteils bis nach Entscheidung der Anllage wegen Mordes beantragte, verkündete nach kaum halbstündiger Beratung des Ge;-ichtshofes der Vorsitzende unter großer Spannung der zahlreichen Zuhörer, folgendes Urteil: Der Gerichtshof hat den Angellagten der Urknndenfälschung in zwei Fällen für schuldig erachtet und ihn deshalb zu sieben Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre verurteilt. Dem Angellagten sind außerdem die Koster; des Verfahrens anferlegt worden. Der Gerichtshof ist nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung! gelangt, daß der Angeklagte wider Wissen und Willen seiner ver-^ storbenen Frau gehandelt hat. Die Frau hat in den Tagen, an! denen der Ängellagte ihre Handschrift nachgeahmt, an Verwandt^ und Bekannte geschrieben, sie war also in der Lage selbst yt schreiben. Nach dem ganzen Charakter der Frau und ihren mehrfachen Erllärungen ist es ausgeschlossen, daß sie mit den Fälfchrmgen emverstanden war. Der Gerichtshof hat die Ueberzeugung erlangt, daß der Ängellagte nicht nur obrektiv rechtswidrig, sondern auch sn rechtswidrigenr Bewußtsein gehandeft hat. Der Ängellagte hatte augenscheinlich die Absicht, sich im den Beir^^e^^m^e^^ermögens seiner ^^^u^setze;;. Arbeiterbewegung. w “ m Leipziger S chn eiderstrei k. Der Verband der Arbeitgeber für das Schneidergewerbe in Leipzig hielt abermals eine Versammlung ab. Der Vorsitzende, Friedr. Meyer, konstatierte, daß inzwischen eine bedeutende Besserung! m der allgemeinen Sage ein getreten sei. Im ganzen arbeiteten heute bei Verbandsmitgliedern 400 Gehilfen, worunter em großer Teil der früheren Streikend en sich wieder aei~ ihren früheren Arbeitgebern befänden. Es meldeten sich außerdem täglich neue Arbeitswillige. Im übrigen unrttoniere der ganze Apparat, einschließlich Anfertigung der nach auswärtigen Verbandsplätzen gegebenen Arbeit, tadellos Hierbei verlas der Vorsitzende mehrere von verschiedenen Verbanden eingegangene Sympathiekundgebungen, worin zum Au Z.- Ha rr en aufgefordert und Hilfe angeboten wurde Daß hlervon, soweit nötig, auch ferner Gebrauch zu machen sei, da-. ™t vor dem Feste keine Störung in der Lieferung emträte, ga^ als selbstverständlich. Hande! und Uerkehr. Dolkswittschast. 3^/. p roz. neue G l e ß e n e rS ta d t - Anleih e Die^arn,- tadter Bank hier gibt heute bekannt, das; die definitiven Stücke erschienen sind und bet ihr m Empfano benommen werden können. Danksagung Familie Zadoclc Hann W8 Statt jeder besonderen Anzeige Herr Jakob Vaiapel Gendarm i. P. im Dresden A. Liebe Wiapie *inWürfe/nk Giessen Maus bürg 10 02427 W Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme an dem uns betroffenen herben Verluste sagen wir unsern innigsten Dank. D Mittwoch vormittag 10 x/4 Uhr verschied sanft nach kurzem Leiden unser lieber Vater und Grossvater Versteigerung. Freitag, den 14. -lpril d.J., nachm. 3 Uhr versteuere ich zu Dollar gegen Barzahlung: [2048 1 Stemm-Maschine. 3 geschnittene Eichenstäimuc. Bersanunlung vor dein Oiathaus. Born, Gerichtsvollzieher. Statt jeder besonderen Anzeige Recha Katz Albert Popelik Verlobte. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Sack I. Wwe., geb. Vaupel, und Kinder. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Gatten, unseres guten 5801616 Kcrril Heinrich Laval sowie für die zahlreichen Blumenspenden und für die Teilnahme der Krieger-Kameradschaft und des Eo. Arbeitervereins sagen wir unseren herzlichsten Dank. 02415 Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 13. April 1905. Gießen, 13. März 1905. Grosch. CVvgcitcbt Gros. Statt besonderer Anzeige. Gestern nachmittag 2% Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Frau Mama WinkSer geb. Zöll im vollendeten 20. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Familie Winkler. Familie Zöll. Gießen (Riegelpfad 38), Erfurt, Wiesbaden, 13. April 1905. Die Beerdigung findet Samstag, den 15. ^ss. Mts., nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 02414 Giessen (Grosse Mühlgasse 5), 13. April 1905 /« Teller wohlschmeckender Suppe herstellen. Sie enthalten bereits alles Erforderliche; man darf weder Fleischbrühe dazu verwenden noch Salz hinzufügen. In Irischer Ware und gr^er Sorten ans wähl StMe bcl Carl Schwaab. üoiiieieraiiL Komme doch wieder nach Hause und wichse die Schuhe mit Filo. K. 75/04. Donnerstag, 27. April 1905, nachm. 3 Uhr, werden die vor dem Namen des Carl Buß und Ehefrau stehende Liegenschaften: . l/516l/10 = 126 qm Hofratte am dem Marktplatz, . 1,516V.. — 97qrn Hofratte daselb,t, l/5167/10 = 18 qm Hofraitegrund daselbst r Die Beerdigung findet Freitag den 14. April, nachmittags 4l/2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes ans statt. 2055 MMM WKZMM I Kllnzös. KogM-Wil. 1. Railges mit gut organisierter Filiale in Deutschland la. Vertreter» in Gieße» und anderen Plätzen, wo nicht vertreten. Offerten unter D. 3757 an Haasenstein & Vogler, A.'G-, Frankfurt a. M. hv" , ... ,a MMMWMMMMWWWWZMM Bequem und rasch, nur durch Zusatz von Wasser, lassen sich mit ,“7 Aufforderung. Alle diejenigen, welche eine Forderung oder Berichtigung an- den Nachlaß des verstorbenen i Herrn Heinrich Keßler zu Lollar' haben, wollen sich bis zum 17. d. Mts. mittags 12 Uhr bei derm Unterzeichneten melden. [2052 Lollar, den 13. Älpril 1905. Heinrich Geißler VII. 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Mts. verstorbenen Frau Reut-, meister Flach Witwe werden' ersucht, ihre Rechnungen binnen zwei Wochen an mich einzusenden.j 'Später geltend gemachte An^ spräche fönnen bei der Nachlaß-- regulierung keine Berücksichtigung finden. 2046 Gießen, den 12. April 1905. Justizrat Dr. Gutfleisch, Rechtsanwalt. KM MMMK- _______ et gemeinsam mit der Regierung gepflogenen Beratungen soeben die Kreuzer Suttley" ist yter angerommen tino meroer, Yniversttäls-Yachrichtrn. ffddirtaijll! »gememiam rrni oer znegieiung gepflogenen -oeiuuuiyeri |ocoen ote rxreuzer „ouuitt) in. ijivl uiigciuuiiHcii unv vv*u *- erste Lesung beendet, und nennensiverte Meinungsverschiedenheiten die russische Flotte, einschließlich sieben Schlachtschiffe, vH mä* li.« eröffnet.. An dein Kon- rin( roi(t bie Regicrunq dem Ausschuß noch Ostern vorleqe». Peters burc,, 13. April. Aus Guntschuün wird ge- Berlin. 13. April. Das im Reichsschaßamt ausae- meldet: Einem Gerücht zufolge formiert Japan noch 13. April. Das im Reichsschatzamt ausge- Berlin, schneiden. . . 101.60 Tendenz : träge. 4% Oesterr. Goldrente . 4';n% Oesterr. Silberrento 4% 4«L . 35.60 . 96.50 . 139 50 . 122.00 . 209 10 . 199.80 . 143.60 . 157 30 . 169 70 . 141.60 . 16.45 Ungar. Goldrente Italien. Rente , Portugieser I i’ortugiesen. ITT Unif. Türken 1°/ 4% Reichsanloiho do. Konsole do. . . Hessen Oberhesson 372°/o 3'Vo 37,% 3°/0 372% 37,% Türkenloso...... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 47,% äussere Argentiner arbeitete Reichssteuerprogramm ist dem preußischen Staatsministerium zugegangen. Von dessen Stellungnahme wird es abhängen, in welcher Fassung das Steuerprogramm an den Bundesrat gelangen wird, lieber seinen Inhalt wird Stillschweigen beobachtet, jedoch verlautet zuverlässig, daß von einer neuen finanziellen Abgrenzung zwischen dem Reich und den Einzel st aatcn nicht die Rede ist. Diese Abgrenzung ist durch die sog. Ler Stengel als end- giltig gezogen zu betrachten. Der Reichstag wird sich in der Herbstsession mit der neuen Steuer-Vorlage zu befassen haben. Lodz, 13. April. Hier wurden drei Cholerafälle festgestellt. . 91.— . 101.35 . 90.95 . 100.50 . 99.00 . 102.25 101.30 . 100.05 . 98.45 . 67.70 . 67.60 . 88.75 . 135.20 6 Division en, welche dazu bestimmt seien, gegen Wladiwostok und Sachalin ztl operieren. Chinesen versichern, die Dalu-Armec beivege sich, von der Armee des Generals Rogi unterstützt, den Ü)a(n entlang in jener Richtung; ein 30 000 Manu starkes Detachement sei dazu bestimmt, die russische Verbindung mit Wladiwostok abzu- TeSegsfrnonischeD* (Kursbericht fr’.rttnkiKrs a 12. April, 2% Uhr mittags. Nach dem Waschen W L" ni?5oeÄwn Myrrholinglycerin. bV„ Bom Kriege. London, 12. April. „Daily Mail" meldet au8 Surabaja (Java): Eine Jacht mit zwei rnfftschen Offizieren an Bord, so« toie vier Kohlendampfer, die in Batavia angekommen find, bringen die anderweitig nicht bestätigte Meldung, daß eine See- schlacht stattgefunden hätte, in der die Russen die Japaner angegriffen hätten. Die letzteren hätten vier Schiffe verloren. Washington, 12. April. (Reuter.) Dem Marme- departement ging keine Bestätigung des heute an der New-Yorker Börse verbreiteten Gerüchts zu, nach welchem die Russen drei Schiffe in einem See gefecht mit den Japanern an der Küste von Java verloren hätten. Singapore, 12. April. (Reuter.) Der englische Wiesbaden, 12. April. U— —— Hofrates Prof. Dr. Erb-Heidelberg wurde heute hier der 22. Kongreß für innere Medizin eröffnet., greß nehmen über 300 Aerzte teil, darunter Prof, v Hansemanm Berlin, Prof. Krauß-Berlin, Prof. Naunyn-Baden-Baden, Prof. Kisch-Prag, Prof. Häring-Prag, Prof. Schleunger-Wlen, Prof. Voit- Erlanget, Hofrat Prof. Turban - Davo^, Dr Sa- strki - Japan, Prof. Poehl > Petersbiirg, Prof. Grunbaum-Leeds. Nach Begrüßung der Erschienenen durch Vertreter der Regierung und her Stadt erstattete Prof. Z regier-Jena das erste Referat über den derzeitigen Stand der Vererbungslehre und der Biologie Das zweite Referat hielt Prof. Dr. Martins- Rostock über die Bedeutung der Vererbung und der Disposition rn der Pathologie mit besonderer Bernckuchtigung her £uber^ kulose ~ Der Kongreß dauert bis Samstag. _ 1 Märkte. fc Frankfurt a. M., 13. April. (Tetegr. Ong.-Bericht des Gieß Anz.".) Amtliche Notierungeii der heutigen V i e b m a r k t° preise. Zum Verkaufe standen: 15 Ochsen, 0 aus Oesterreich 0 Bullen, 00 aus Oesterreich, 51 Kühe, Fersen, Stiere und Ohnber, -0 nit§ Oester., 739 Kalber, 93 Schafe u. Hämmel, 104 Schaflämmer, Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 73 bis 75 TFtt. 2. Qual. 66—68 Alk., 3. Qnal. 59—60 Mk.; Bullen 1 Qual. 61—63, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 66—68 All., 2* Quall 59—61 Mk., 3. Qual. 47—49 Mk., 4. Qual. 37—39 Mk., 5* Qiial. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 80—82 Pfg., Lebendgewicht 48—50 Pfg., 2. Qualität 75—78 Psg., Lebeiidgewicht 45 - 47 Pfg., Schlachtgew. 58—60Pfg.; Schafe: 1. Qual. 72—75 Pfg., 2. Qual. 66—70 Psg. Geschält mittelmäßig, Ueberstand unbedeiUelid. Gießener Landwirtschaftlicher Wetterdienst. Borausfichtliche Witterung in Hessen für Freitag den <4. April 1905: Fortdauernd trocken, am Tage wärmer. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kriginal-ArayUneloungen. sä. Darmstadt, 13. April. ^Eigener Drahtbericht.) Ter Sonderausschuß zur Beratung der Regierungsvorlage über das Gemeindesteuergesetz hat nach dreitägigen, 32051 wer erteilt Unterricht in Babelsberger Stenographie? Offerten m. Preisangabe unter 2300 a.d. Expedition d. vl. erd. Provliinns-Rcijeiiiie z. Vertrieb des pat. Desiufektions- mitlels ^Sanatol" gesucht, [hv12/* Ernst Gust. Grüne, Hannover. evang. Schwesternhaus, tiöessen, Johannesetr. 1« für reisende Damen tm Französin sucht Stellung 51t Kindern. Off. unter 02341 an die Exp. d. Bl. es -kS vi btt ®nn tum un^ es aus d ist, in? schm ua Blätter ( lne > veranlaßt ober nich schalt wi Bemerket Berliner feier sür admiral wendic Denn Tü Er brau weiß, dc aus allc WM fein, bo wachu geme: weißen unbedit lichen! ist wohl ttnt in | hinauszi von Prc verbreite Reise sei fällig zu ichwere ' Lehrling mit guter Schulvorbildung in mein Bankgeschäft gesucht. 2047 Ludwig Rackö. Dienstmädchen*5 XaisbBrsthe zuverlässig und ordnungsliebend, für geschäftliche Arbeiten, bei gutem Lohn gesucht. 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