155. Jahrgang ganz auf sich Verwandten. Geschwistern logar Jahre unter sogar Cft weiß man nicht, wie eS den Litern und ergeht. Geschwister haben 9)?onate, vielleicht lang nichts von einander gehört, ja sind nut«’ für einander so „gut* wie verschollen. Nicht Nr. 260 Erscheint täglich auRet Sonmaqs. Dem Aiebenei 'ttiizeiger werden tm Wechsel mit dem hesfischea Landwirt die siebener ZamUien- tztüNer viermal in der Woche beigeleflL Notanonsdruck u. Verlag der Brüt, lachen Hnrvers.-Buch-u. Liem- drriclerei. -DL Lange. Redakiion, Trvedllur« und Tnicferci: Oivulftrahe 7. Medaknon e=j 'Armeekorps zusammengesetzten 'Armee-Abteilung und dem VI. (Schlesischen) Armeekorps statt. Bei jeder Partei wird eine selbständige Kavallerie-Tivision aufgeflcUt. Eine Festungskriegsübung, ähnlich der im September ausgefallenen Hebung bei Thorn, ist für das kommende Jahr nicht bcab* -.ichtigt, da die sehr großen Vorbereitungskosten für die der Cholera wegen abgesagte Hebung die verfügbaren Mittel verschlungen haben. Eine Notwendigkeit, derartige Hebungen un Hinblick auf die in Port Arthur gewonnenen Erfahrungen abzuhalten, hegt um so weniger vor. als es bereits feststeht, daß der Krieg in Ostasien weder für die Verteidigung, noch für den Angriff auf permanente 'Beteiligungen irgendwelche neue Lehren zutage gefördert hat. Tie c'nschlägigen Gebiete des HeerwefenSi liehen in unserer Armee schon längst auf einer wesentlich! höheren Stuse, als dies bei den Kriegführenden in drH Mandschurei der Fall war. Karlsruhe, 10. sJIod. Wie die ,Bab. Tagespost" au5i zuverlässiger Qelle erfahren haben will, soll seitens einiger BezirksfommandoS gegen einige Offiziere des BeJ urlaub tenlianbeB, die für die Wa h l eines sozial^ üemokratlschenKandidaten agitiert haben, dienstlichs emgeschrltten werden. London, 10. Nov. Der .Standard" meldet, daß die> britischen Flotten-Manöver im nächsten Jahrei größeren Umfang haben werden als die diesjährigen. E» werde der Gedanke zu Grunde gelegt, daß die japanische Flotte daran teil nehme und sämtliche Seegrenzen aller britischen Besitzungen von einer feindlichen Koalition bedroht würden. r Teilcrwaren f Kordel und Bivdsadev ’i Louis Lony L nr r Individuen. Auch da§ Heim gar manchen Städters gibt vhm nicht das, was anderwärts der Mensch hat. Er Hal ferne gesamte Einrichtung aus einem unserer großen Gießener, Tarmstädter oder Frankfurter Möbelgeschäfte; es fehlt der Urväter Hausrat, e5 fehlen die alten, gemalten, mit Namen und Jahreödaten versehenen Truhen, die uralten, 'weren Tische, die großen massiven Schränke. Besonders auch fehlen die Familienbezie Hungen. Wie viele Familien in einer Aufblühenden Universitäts- und Industriestadt wie Gießen nut fortwährend lebhaft fluktuierender Bevölkerung sind selbst gestellt und ohne Zusammenhang mit Hannover, Lu. l-luj. ^cl ftuqvi:, der König von Spanien, sowie der Kronprinz sind um 8 Uhr 20 Min. vormittags nach Springe ab gereift, mit ihnen das Gefolge und der Ehrendienst. In Springe schloffen sich als Jagdgäste des Kaisers an Staatsmintstcr von Pod- bielski, Fürst zu Inn- und Knyphausen, General von Stünzner und Oberstleutnant Frhr. v. Lützow vom Regiment der Königsulanen. Saupark ch.i Springe), 10. Nov. Ter Kaiser verlieh dem König von Spanien die Hofjagduni- f o r m. Tie Jagd war von dem besten Wetter begünstigt. Ter König erleg.c beim ersten Jagen 30 Stück Schwarzwild. Berlin, 10. Nov. Ter König von Spanien verlieh dem Fürsten Bülow den Orden des Goldenen Vließes. — Tem „Militärwochenblatt" zusolae ist der Fürst zur Lippe, Oberleutnant ä la suite der Armee, unter Belassung in diesem Verhältnis mit der Berechtigung, die Uniform des ersten Garde-Ulanenregiments zu tragen, anläßlich seiner Uebermchme ter Regierung des Fürstentums zum Oberstleutnant befördert worden. — In der gestrigen Sitzung des Bundesrats wurden die Gesetzentwürfe betreffend die Pensionierung der Offiziere und betreffend die Versorgung der Unterklassen des Reichsheeres, der Marine und Der Schutztruppen, sowie der Entwurf von Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über Wetten bei öffentlichen Pferderennen den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Angenommen wurden die Entwürfe der Etats für die Verwaltung der Reichseisenbahnen, der Reichsjustizverwaltung, Die Etats für den Reichskanzler und die Reichskanzlei, und Die Etats für den Rechnungshof des Teurfchen Reiches. — Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl in der ersten Abteilung wurden sämtliche 17 Liberale gewählt. — Umfangreiche Sitzungen veranstaltet die Hauptstelle Deutscher Arbeitgeberverbände in Berlin am 7. und 8. Tezember, eine Ausschußsitzung und die alljährlich abzuhastende Verbandsversammlung der Mitglie- ocr der Hauptstelle. Neben den rein geschäftlichen und internen Angelegenheiten werden sich die Versammlungen mit der Festsetzung der Mitgliedsbeiträge und der Grundsätze für die Gewichrung finanzieller Unterstützung bei Streiks aus dem bei der HauchMle cmgefammelten Fonds zu beschäftigen haben. Tcs ferneren soll eine Vertreterin sprech- ung Derjenigen Verbände, die nach von vornherein bestimm- ren Grundsätzen feste Unterstützungen an ihre von einem unberechtigten Streik betroffenen Mitglieder gewähren, stattfinden und hierbei die bereits eingeleitete Beratung über einen engeren Zusammenschluß dieser Verbände zu gegenseitiger finanzieller Hilfe fortgesetzt werden. — Zn den i^er sichren über die bevorstehende Verlobung des Königs Alfons mit der Herzogin Marie Antoinette von Mecklenburg erfährt die „Tägl. Rundsch." von unterrichteter Seite, daß es sich bei Dem Besuch der jungen Herzogin an dem Hose Der Kron- prinzesjtn allerdings darum yauöclte, (jXiegeiiyeit zu einer gegenseitigen Bekanntschaft zu geben. Aber König Alfons wird seine B r a u t f q a u zunächst noch weiter in Munden und Wien fortsetzen und >tch erst dann über feine Herzensneigung klar werden. mit sct®iedeel$?' Rohren. 300 LW u MUi* ie ycnLige YnRrrrrer umfaßt 13 Sctt ynlitifdie (LiiijrjlrijiiiL Ter König Alphons und Kaiser Wilhelm. Man schreibt uns: Wer scii der Am'unst des Königs Alphvns von Spanien, in Berlin Gelegenheit butte, ihn im Zusammensein mit feinem kaiserlichen Wine Wnhrlm II. zu sehen, Der tonnte wal/rnehmen, daß sich seriell zwischen den beünn Lionaa-^n ein Freund- schaftsverhaltnis herausgibädet H.I, tx'.S diesem Besuche ein viel herzlicheres Gepräge verleiht, als f»ld>en Entrcvuen von StaaiS-berhä upterti funji wohl eigen ist. In der Umgebung des Kollegs begegnet m.m d.r Aeuucrung, daß der Kaiser seinen G a st „förmlich bezaubert" h.be. Andererseits ist gewiß der Euidruck, Den Aisons XIII. am Berliner Hofe hervorgerufen h..t, nicht nur au^roroentiich synipathisch gewesen, juitteni bie|ct cuiDrud h t auch die Erwartungen, Dec inan hegte, in jeder Hinsicht übertroffen. Man ist h.er übenüf^t gewesen — uxnn es erlaubt ist, der Schule zu plaudern — daß der König bei aller femen Jahren angemessener jugendlicher Fc.sa-e, doch einen Ernst bet Au sich'jung, eine Reife des Urteils uick) eine Dieiseit.gteit der Kenntnisse zeigt, wie sie in seinen Iahten nicht häufig anzuitesicn sind. Vielleicht ist bas beim etsien Anblicke ja ein wenig ungciuit erscheinende Aeu^re des König» Du ran schuld, daß man sia- ihn unwillkürlich etwas schüchtern und unRhosien vorsiellt. ^Ibcr biifc vorgefaßte Meinung icfyvin- Dct, sowie man ihn in der Unterhaltung und in der Erfüllung seiner königlichen Pflichten beobachtet. Da ist niä-ts von irgend welcher Unsichetl-cit zu spüren und an chre Stelle tritt vielmehr eine eigene, seht liebenswürdige Mischung von berechtigtem Selbst- bewußtscin und ritterlicher £)cf'.id>rzit, bet jeder h-f.sche Zwang fehlt. Alan darf hossen, daß "Der Besuch b.s Königs am Hose von Denin weit über die Er.nzen eines Aktes bloßer Courtoisie wirken und auch für die Zukunft, für das poliusu^ Verhältnis der sp..niscl)-en Vlonarchie zum Teutsc!).n ilicu/e werwolle Früchte 1 r-9in PJiri3- München, 10. Roo. Tte Kammer Hut in ilyrer heutigen Sitzung die erste Beratung der Wahlgesetz-, an träge beenoct. Bei Artikel 8 betreffend dte Bildung Der Ur-wahlbczirke zieht Der Abg. Gerstenberger (Zentrum) Den Abänderungsainrag zurück. Vor der Schlußabstimmung über Den ganzen Zentrumsantrag erklären die Vertreter Der Liberalen und Der freien Vereinigung, daß sie heute Diesem Anträge zuslimmten, aber sich die enbgitttge -2Gb* Itimmung für Die ztveite Lesung oorbeyiclten in der sicheren Erwartung, daß das Zenirnrn bis dahin ihren Wünschen indezug auf Art. 14 betreffend die absolute Mehrl)eit Itech- nung tragen werde. Hierauf wurde Der Zentrums* an trag e i n ft i m m i g angenommen. Zu der Peti>i non über das Frauenstimmrecht bedauert Abg. von Voll mar (Soz.), daß das Frauenstimmrecht zurzeit noch aussichtslos sei, cs sei aber schon ein Fortschritt, daß man wenigstens bei Besi rwortung Des Frauenstimmrechts nicht mehr ausgelacht iverDe. Tr. Heim (Zentr.) erklärt namens eines kleinen Teiles feiner Freunde, daß er für Da» Frauenstimmrecht fei. Ter Antrag Heims, dis Petition Der Regierung zur Würdigung zu überweisen, wurds gegen Die Stimmen Der Sozialdemokraten, einiger Liberalen und einiger Zentrumsmitglieder ab gelehnt. Hierauf wurde die Peiiuon gemäß dem Anträge oes Ausschuffes 1 ur er le Digt crHurt. vmmiitft fu Bukpglw VT« vmIIHo-Zdüi1 Paddlng-Pelvi Mr ätupft Fructin btrta EruU kv Honig. Samstag 11. November 1905 Vezn gSpreisi mo*inihct)7bi:'., DifrlA fäbrhtb 2.20, burd Woderncs Jcßtn und Keimaigejüyt. Mit Spannung sehen wir der Volkszählung, Die in wenigen Wochen slattsinden soll, entgegen; Denn in Den toten Zahlen, die die stalislischcn Aemter uns m laugen Reihen Darbieten werden, stecken ungemein reichhaltige Angaben über Das innere und äußere Leben unseres Volkes. Wir zweifeln nicht daran, daß auch Die diesjährige Volkszählung uns rrchi Erfreuliches über die Entwicklung unserer Stadt foivohl luie unseres engeren und unseres weiteren Vaterlandes Mitteilen wird, aber ebensoivenig können wir uns verhehlen, daß sich dabei auch weniger Erfreuliches herautzstellen wird. Sicher werden wir erfahren, daß Die grögeren Städte wieder erheblich gewachsen sind, daß jedoch die Bevölkerung in verschiedenen unserer Heinen oberhesi. Landsiädtchen sowie in manchen Türfern, Die ab'cüs von allem Verkehr liegen, abgenommen hat, Daß also Der Zug von Dem Lande nach der Stadt noch immer fortdauert. Tiefe Cniwicklung mag in mancher Hinsicht segenSvoll sein, zur Kräftigung des Herma t« ge fühl es trägt sie entschieden nicht bei. Verschiebungen in innerer Bevölkerung sind freilich nicht erst für die Gegenwart zu verzeichnen. Unfcre Vorfahren haben auch oft die Wohnsitze gewechselt. Im Diutelallei ging ununtcrbiodjen der Zug nach Dem Open. Aus unterem Hessen und aus Thüringen zogen Die deutschen Kolonisten nach Preußen und Polen unö siedelten sich dort an. Sie mögen im "Anfang oit sehnsüchtig wenwärts geblickt haben „ach den grünen Bergen, da ihre Heimat lag. Aber je festeren Fuß sie in Dem fremden Lande faßten, um,omehr lräftigte sich auch ihr Heiinatgefühl. Tas Land, in Dem sie lebten und kämpften, in Dem ihre Kinder geboren und ihre Toten begraben wurden, wuchs ihnen allmählich an Das Herz und wurde ihnen zur zweiten HeiNiat. Tie erste Gene- i-ation nach ihnen wußte kaum noch, woher emst Die Vater gekommen waren. Tem modernen Menschen, den Millionen der An- gcftclUe» innerhalb Der Deutschen Industrie, Dem Fabril- erbcitcr, Den zahllosen Privatbraipten wird die Erringung Lcv HkimatgefuhlS o;t sehr ich wer. Wie können z. B. Familien Hc.matgefühl haben, Deren Ernährer Der Reihe nach bei Der Stadterwetterung von N.amz in den 70er Jahren, Dann bei Dem Bau Der GoilharDbahn, hierauf am sJlorD- ofticclanal arbeiteten, und Die heute vielleicht in irgend einer Fabrik Westdeutschlands beschäftigt sind? Nlancher Industrie. enbeiler flammt au6 Cftclbien, wo er zuerst auf entern iKiilir« gute Pserdelnecht war. Tann verheiratete ec sich, zog mit feiner Familie nach Nietz, wo er auf Der Schanze arbeitete, um Dann der Reihe nach in verschiedenen Fabrikortcn zu ivolmcn. Laß solche Leute irgendwo wirklich Heimatsinn gewinnen, ist ausgeschlossen. Hnd wie muß da, wo der Lliensch keine Heimat hat, das Gemütsleben veröden und verarmen 1 Während der datier oft noch von Geschehnissen weiß, die sich in den Tagen, da fein Hrgroßvater jung war, zu- getragen haben, verlieren viele Stadtbewohner den Kontakt mit Der Vergangenheit, sie werden zu geschichtslosen Zlujstjche gteuißlieiten. Tie „Nordd. Allg. Z^g." schreibt: Aus Petersburg wurdet vor einigen Tagen berichtet: Lediglich die Zarin tvirb das Anerbieten des deutschen Kaisers, an Bort» Des Kreuzers „Alübed" Rußland zu verlassen^ aunehmen, und zwar wegen ihres unbefriedigenden Gesundheitszustandes." Ter Kaiser ljat kein derartiges Anerbieten machen lassen, und der Kreuzer ^übeck^ hat den Hafen von Memel nuyt verlassen. Tas Kabinett Witte qr jetzt nahezu vollständig.. Ter Minister des Aeußern Graf Lamsdorfs und der Justizminister Manucyin behalten ihre Poften. Ter^ Semsrwoabgeordnete Schrpow, der den Antrag erhalten/ hatte, in das Kabinett als Generalkontrolleur einzutreten^! hat diesen Antrag abgelehnt und wie folgt begründet: In dem gegenwärtigen Zeitpunkt hätte der Eintritt von,' Vertretern verschiedener sozrale». Gruppen in das Kabinett, in dem Falle eine große Bedeutung haben können, nxnm Diese Venreter unter anderem sich über das Programms verständigt hätten. Wenn man aber nur einen einzigen von ihnen nimmt, der noch dazu zur Rechten gehört, foj ist es unmöglich, daß dieser Vertreter für das Kabmett irgendwie von Nutzen sein kann, umsomehr, als die Reichs-- [entrolle eine mir gänzlich fremde Sache ist. Großsürst Nikolai dcikolajewitsch, der Nachffolger des Großfürsten Wl-d^mir als Gardekommandant, bekleidete bisher Das Amt eines Vorsidenden Des Landesverteidigungsrats, der gegen Ende des ostasiatisa^n Krieges geschaffen wurde. Er ist der älteste Sohn Des Großfürsten stonfudum, Bruders Alexanders IL, und rouro: Mute Der 70 er Jahce schlecl/ter,Streiche wegen gewissermaßen aus der Zarensamilie ausgestoßen. Er lebte nach Eingehung einer mißliebigen Heirat in Taschkent, der Haupt statt von 3cussifch-Turkeju.n, in einer Art von Verbannung ohne jeg- tidje Dienliche Stellung od.r Würde. Nach der Ermordung Alexanders II. 1881 kam er überrasa, gesetzten waren den Revvltanten gegenüber machtlos. Tie :7. Flottenequipage beteiligte sich an dem Aufstande mit Gewehren und Patronen. Als die Munition verschossen war, wurden die Gewehre zerbrochen und ins 'Wasser geworfen und ein Steinhagel begann. Tie Marine-Ingenieurschule war mit das Hauptziel des Angriffes, doch gelang es der total betrunkenen Menge nicht, dorthin vorzudringen, da die zu dem Schulgebäude führende .Brücke sofort ausgefahrcn wurde. Dagegen wurde das Offizierkasino vollständig zerstört. Eme Menae betrunkener Weiber aus dem Pöbel waren behilflich, den Matrosen immer neuen Branntwein zu schaffen. Ter in wenigen Stunden angcrichtete Schaden beträgt viele .Millionen Rubel. Petersburger Meldungen bezeichnen als Ursache der Matrosenrevolten in Kronstadt die schlechte Behandlung, welche die Mannschaften der Kriegsmarine erfahren. Tie Matrosen verlangen die Herabsetzung ihrer Tienstzeit von sieben auf fünf Jahre, einen monatlichen Lohn von acht Mark, genügende Nahrung und anständige Kleidung, die Erlaubnis, politische Versammlungen abzuhalten, sowie bessere Behandlung seitens der Offiziere. Marineminister Admiral B i r i l e w begab sich nach Kronstadt. Heber Kronstadt ist der Kriegszustand verhängt worden. Ein Londoner Blatt meldet aus Petersburg, daß heftige Straßen kämpfe auch in der Hauptstadt staltgefundcn haben. Am Donnerstag abend kamen bei den Straßenunruhcn hundert Personen ums Leben. Graf Witte läßt alle Beamten, denen eine Mitschuld an Straßenexzessen nachgetviesen wird, den Gerichten übergeben. — In Wilna wurden durch einen Bombenwurf der Polizeimeister schwer und ein Oberschutzmann leicht verwundet. Zwei Schutzleute blieben tot. Ter Täter, ein 12jähriger Knabe, entkam. — In Saratow drangen Revolutionäre in einen Pulverturm ein, ermordeten den Posten, der dort Wache stand, und bemächtigten sich des im Turme befindlichen Pulvers. Nach Meldungen nu5 Kiew wurde während der Unruhen der Sohn des Millionärs Brodsky auf die schrecklichste Weise ermordet. Baku wird augenblicklich bombardiert. Mehr als 20 Häuser sind bereits zerstört, 100 Personen getötet und verwundet. Tie Läden sind geschlossen. Man befürchtet Metzeleien. Die Bahnverbindung mit Moskau ist neuerdings unterbrochen. Nach einer aus Warschau eingegangenen Nachricht hat das dortige Streikkomitee die SchiffahrtaufderWeichsel, welche bisher unbehindert war, verboten. Die Pontonbrücken in ■Plock und Wloelaivek sind von den Beamten verlassen und von Streikenden besetzt. Mit den Brücken besitzen diese die Macht, das Verbot durcheil führen. Die Dampfer aus Danzig und von hier ^unterlassen dal^r einstweilen die Mfabrt nach Warschau. Anstand. Paris, 10. Nov. Der Kriegsminister Berteaux Hat heute nachmittag seine Demission eingereicht. — Der Courier Europöe richtete an zahlreiche Deutsche 4tnb andere Ausländer eine Rundfrage, ob es Deutschland gelingen werde, die von ihm angestrebte Weltrolle ijju spielen und ob die Entwickelung der deutschen Macht -einem allgemeinen Fortschritt der Gesittung günstig oder fchädlich sei. Die in der heutigen Nummer zu Wort kommenden ^Deutschen, darunter die Dichter Adolf Wilbrandt und Heysc, sind der deutschen Zukunft sicher und weisen :zum Teil die ungehörige Form der Fragestellung entrüstet zurück. Die Ausländer dagegen, Italiener, Russen, Ungarn, Engländer, Franzosen äußern sich mit * i n e r einzigen Ausnahme feindselig. — Die heutige Kammerdebatte war ungemein lebhaft. Nach langem Hin und Her gelangte man zur Abstimmung über die Tagesordnung, welche die zweideutige Politik der Regierung verurteilen sollte. ,Die Kammer lehnte jedoch die Priorität für diese Tagesordnung mit 372 gegen 126 Stimmen ab. Darauf wurde die Tagesordnung der Führer der Mehrheitsparteien mit 310 gegen 147 Stimmen angenommen. Sie rechnet auf die Negierung für die Durchführung der Trennung von Kirche und Staat vor Iahresschluß und mit ausschließlicher Unterstützung der alten Mehrheit. Die Krise ist vorläufig vermieden, dagegen wird die weitere Existenz der Regierung von der Art abhängen, wie Nouvier die durch die plötzliche Demission des Kriegsministers Berteaux -eingetretene Teilkrise lösen wird. Bl»da pest, 10. Nov. Eine Deputation der U nioersitäts Hörer forderte vom Rektor Lang, er solle die sozialistischen Stlldenten, die gegen Apponyi demonstrierten, von der Unlvers'ltät ausschließen. Der Rektor lehnte sein Einschreiten ab. Als er hierauf im Flur der Universität erschien, wurde er mit stürmischen Pereat- rufen empfangen. Daß er tätlich insultiert und sogar bespeit wurde, wird offiziös geleugnet. Die Polizei zerstreute die Studenten. Infolge der Unruhen wurde die Universität geschlossen. New-Pork, 9. Nov. Der Staatsanwalt hat eine Untersuchung wegen der hier vorgekonunenen Bürgermeisterwahl-Fälschungen eingeleitet. Gegen den Polizeichef Maeadoo liegen etliche eidlich bekräftigte Anklagen vor, weil er den erbetenen Schlitz gegen die Vergewaltigunneu seitens der Tammanuien verweigert balte. Icutlck-AfliLanisch s. Berlin, 10. Nov. (Amtlich.) Gouverneur Graf Hoetzcn telegraphiert unterm 10. dS., daß am 8. November während einer Meldung der Station Kllofsa über einen gegen dieselbe gerichteten Angriff die telegraphische Verbindung unterbrochen worden sei. Eine Bestätigung liege bis jetzt nicht vor. In und bei Kilossa befinden sich heute Bezirks, amtmami Lambrecht, Feldwebel (Solberg, Unteroffizier Ernst und etwa 60 ASkaris. Ein Teil der Marineinfanterie ist gestern von Mrogoro auf Kilossa marschiert. Don Langen- bürg meldet daS dortige Bezirksamt via Kapitadt, daß die Aufständischen bei Songea in fünf Gefechten geschlagen wurden und große Verluste erlitten. Tie vereinigten Ab- teilungen deS Bezirksamtmannes Richter, Hauptmanns Nig- ntann und Leutnants Klinghardt haben am 21. Oktober bei Npamabongo-Songea ohne eigene Verluste 4000 W an -- goni geschlagen. Der Feind hatte schwere Verluste. Berlin, 10. Nov. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Am 2. November im Patrouillengefecht bei Ganms bei KiriiS-Ost gefallen: Gefreiter Heinrich Reineck, geb. in Kirchditmold; Reiter 6)corg Schöller. — Verwundet: Reiter Eduard Schulz. — Verunglückt: Reiter Hermann Müller, geb. zu Fürstenau, früher Jnf.-Rcgt. Nr. 22, am 1. Nov. in Windhuk durch Unvorsichtigkeit eines Kameraden mit dem Zielgewebr leicht verwundet, Schuß in die reckte Halsgegend. Hbeihtsfllchcr KtstSirLtsvernn Güßen. Gießen, den 10. Novemger. Mit einer gut besuchten Mitgliederversammlung nahmen die Winterveranstaltungen des Vereins gestern ihren Anfang. In Vertretung deS Vorsitzenden elstattete Herr Landgerichtsrat Dr. Schäfer den Geschäftsbericht, in dem noch einmal dem Konservator des Museums, Hauptmann Kramer, und den treuen Förderern der (Sammlungen, Kommerzienrat Gail-Gießen und dem verstorbenen Kommerzienrat Gciil- Baltiulore, der Dank des Vereins ausgesprocken wurde. Nack Entlastung des Rechners wurde der Vorstand wiedergewählt. Er wird sich durch Zuivahl von Geh. Hofrat Dr. Haupt und Oberstabsarzt a. D. Dr. Siegert ergänzen. Sodann hielt Geh. Schulrat Direktor Dr. Schädel einen auf eingehendster Kenntnis des 17. Jahrhunderts bc« ruhenden, außerordentlich lehrreichen und fesselnden Vortrag über Landgraf Ludwig V. Der Vortragende erörterte zunächst die Bedeutung seines Themas und machte Mitteilungen über feine archivalischen Quellen. Dann zeigte er, wie sich in der Katastrophe von Llidwigs V. Gefangenschaft die Fäden seiner hessischen und deutschen Politik verschlingen, und wie er gerade durch dies Leid bie Krönung seines steten Strebens erreichte, die Linie Darmstadt neben .Kassel" ebenbürtig hinzustetten. Seine hessische Politik ging aus den Gewinn ganz OberhessenS aiis, seine deutsche war ihm hierbei Tliltcl und kennzeichnet aufs schroffste den Standpiinkt der foifcrtreucn sog. Neutralisten. Hierfür traf ihn in der mehrwöchigen Gefangenschaft die Rache der evangelischen Aktionspartei; aber da er vor wie nach ihr die tlebergnbe von Rüsselsheim verweigerte, entschied er damit über den AuSaang der rheinischen Epoche deS 30jährigen Krieges und der Dank des Kaisers hob Hesien-Darmstadt in die Reihe mit den Herzogtümern. So ift Ludwig der Getreue (dem Wachstnmsgefetz seines HauseS getreu (!) der eigentliche Gründer des Großherzogtums, das allein den berühmten Hesiennamen noch trägt, der einzigen selbständigen politlschen Bildung deS glorreichen fränkischen Stammes geworden. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen AuS- führungen, die hoffentlich auch in der Vereinszeitschrift zur Veröffentlichung kommen werden, berichtete Hauptmann Kramer über Ausgrabungen an der Lindener Mark und auf dem Trieb, und zum Schluß ergriff noch Obeibibliothekar Tr. Heuser das Wort und teilte einige fürstlichen Erlasse aus dem Ende deS XVII. Jahrhunderts mit, aus denen man ersah, daß jene Zeit eine für die Stadtväter Gießens ganz glückliche gewesen sein muß. Nicht als ob die Reinlichkeit der Straßen damals so sehr viel bester gewesen wäre — es kam auch bamal§ genug vor, daß Wagen im Schmutz stecken blieben, und man hielt einen Menschen, der ohne 9lot bei Nacht durch die Straßen Gießens wandelte, obwohl es im Laufe der Woche einmal geregnet hatte, schon damals für einen Toren, — aber einmal war die Beleuchtung ganz anders, wie heute, es nahm bekanntlich ein jeder, der auSging, sich feine Laterne einfach mit und war deshalb — ganz anders wie beute — nie in der Lage, jemand anderem die Schiild zu geben als sich selbst, wenn er nichts sah, dann aber — und das war die Hauptsache in den Aktenstücken, griff ja der Landesfürst selbst ein, und erließ die nötigen Verfügungen und machte — ein glorreicher, vielleicht der Neuzeit wieder enipfehlenswert erscheinender Ausweg — die Universität mit verantwortlich. Was es den Straßen genützt hat, wissen wir nicht genau. Tie Stadtväter haben die Edikte jedenfalls vor viel Spott und Angriff bernährt, indem eine höhere Instanz die Verantwortung mit übernahm. Ans HüiSi iinö Lli'ch. Gießen, 11. November 1905. Rentner Ludwig Bücking, einer der ältesten iind verdientesten Bürger unserer Stadt, feierte vergangenen Mittwoch seinen 9 0. Geburtstag, wozu ihm Oberbürgermeister Mecum im Namen der Stadt deren Glückwünsche aussprach, da auf besonderen Wunsch der Familie von der Entsendung einer besonderen Deputation abgesehen werden mußte. Nunmehr ist dem Oberbürgermeister Mecum folgendes Schreiben des früheren langjährigen Gemeinderatsmitgliedes und Beigeordneten der Stadt Gießen zugegangen: Gießen, den 8. November 1905. „Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister! Erfüllt von dem Gefühl der Dankbarkeit dafiir, daß es mir vergönnt irrar, meinen 90 jährigen Geburtstag gesund zn feiern, möchte ich gerne auch zu dem Wohlergehen anderer etwas beitragen. Ich 'beabsichtige deshalb, der Stadt als Stiftung den Betrag von 50 000 Mark mit der Bestimmung zuzuwenden, daß die Erträgnisse dieses Kapitals zur Förderung der Ernährung und Kräftigung der Gesundheit unbemittelterSchulkinder verwendet werden sollen; vor' behältlich näherer Regelung durch rtatutarifd*c Bestimmungen im Einvernehmen mit der städtischen Verwaltung. Mit Hochachtung verbleibe Ihr ergebenster Ludwig Bücking." Wir erinnern angesichts dieses neuesten Beweises uneigennützigen Bürgerfinnes und glänzender WohltätigkeitSpflege unseres verdienten Mitbürgers daran, daß Herr Bücking bereits vor Jahren anläßlich deS Ablebens seines Vaters eine Stiftung für hiesige Bedürftige ohne Unterschied der Kon- session gemacht bat, und glauben der Zustimmung der getarnten Bürgerschaft und aller Einwohner gewiß zu sein, wenn wir dem Wunsche Ausdruck geben, daß sich Herr Bücking noch lange Jahre an den Früchten seines schönen WohltätigkeitssinneS erfreuen möge. -Die B ee rdigung des OberlandesgenchtSprÜst. i. P. Wirk!. Geheimrats Dr. Ludwig Knorr Ex. fand gestern nachmittag 3 Uhr auf dem hiesigen alten Friedhof statt. Es hatte sich dazu in der Friedhofskapelle eine große Anzahl Leidtragender eingefunden, darunter Geheimerrat Brcidert. LandgerichtSpräsident Kullmann, zahlreiche höhere richterliche Beamte, Mitglieder deS hiesigen Offizierskorps und zahlreiche Rechtsanwälte aus dem ganzen Lande. Nach, dem Pfarrer D. Schlosser die ergreifende Trauerrede ge- halten hatte, in der er die Verdienste des Entschlafenen als Beamter, Mensch und Bürger schilderte, setzte sich unter Vor- antritt der einen Trauermarsch intonierenden Regimentskapelle der Trauerzug nach dem Familiengrabe in Bewegung, wo der Verstorbene an der Seite seiner ihm im Tod vorauSge» gangenen Gattin seine letzte Ruhestätte fand. Pfarrer D. Sch loff er nahm hier die Einsegnung der Leiche vor und sprach ein Gebet, worauf LandgerichtSpräsident Kullmann im Namen der Beamten des Landgerichts dem Verstorbenen ehrende Worte des Gedächtniffcs widmete und einen Kranz niederlegte. Das gleiche geschah von Justizrat Metz im Auftrag der oberhessischen Rechtsanwälte. Choralvorträge der Negimentsmusik eröffneten und schloffen die erhebende Trauerfeier. " Geniälde-AiiSstellung am Brand. Wie bereits kurz erwähnt, bat die Ausstellung im Laufe dieser Woche wieder eine durchgreifende Aenderung erfahren. Außer den beiden zur Ausstellung gelangenden Koloffalgemälden von E. Da eien-Düsseldorf ist noch die Kollektion von H. Rath-Berlin durch 10 weitere Bilder vervollständigt worden. Ferner können mir unseren Kunstfreunden mit- teilen, daß auf die an dieser Stelle erschienene Notiz bezüglich der Jahrhundertausstellung zu Berlin eine große Anzahl Gemälde bedeutender Künstler früherer Zeit aus Privatbesitz zu einer Lokalausstellun g überlassen worden sind. Tie Ausstellung ist von morgen Sonntag an wieder geöffnet. •• Der Verein der Detaillisten hält nächsten Mittwoch, den 15. d. M., abends 9 Uhr, im Staufmänni- schen ' Vcreinshai'se seine Generalversammlung ab. Die Tagesordnung enthält außer den sonst üblichen Punkten, wie Jahres- und Kassenbericht usm., auch eine Besprechung über die von der städtischen 9)larftfommiiüon angeregte Aushebung der seit Jahren hier abgehaltenen Krämer- Märkte. Da diese? Thema für die hiesigen Gewerbetreibenden von besonderer Wichtigkeit ist, dürste mit einem regen Besuche der Versammlung seitens der Mitglieder zu rechnen sein. •* Das Gießener Stadttheater beging gestern abend den GedächtniStog von Schillers Geburt durch eine Aufführung ferner gewaltigen Tragödie ,9)1 a r i a Stuart'. Die sehr zahlreich namentlich von der reiferen Jugend besuchte Vorstellung verlies im allgemeinen gut, wozu vor allem die vorzügliche Darstellung beitrug, die Frau Bayr- hämmer der Titelrolle angedeihen ließ. Begünstigt durch ihre anmutige Erscheinung, bot sie durch Spiel und Deklamation eine recht feine Charakterzeichnung der Königin von Schottland, die namentlich im 3. Aufzug, bei der Begegnung mit der glücklicheren Rivalin, auf voller Höhe stand. Nicht gleichwertig war die Darstellung der Königin Elisabeth durch Frau Millar. Schon äußerlich zeigte diese Elisabeth trotz lostumetlen Prunkes wenig Königliches, und auch das Spiel war bei allem realistischen Bemühen vielfach unnatürlich. Eine im großen ganzen recht befriedigende Leistung war der Mortimer deS Herrn Lüttjohann, wenn auch durch die sehr überstürzte Sprechweise vieles verloren ging. Packend war namentlich seine Darstellung des in LiebeSraserei befangenen Jünglings bei feinem Zusammentreffen mit Mari- nach deren Begegnung mit Elisabeth. Von den andern Darstellern sind die Herrn Witt mann und Mendel zu nennen, die als Talbot und Cecil die Charaktere der beiden PeerS in wirkungsvollem Gegensatz erscheinen ließen. Dem Grafen von Leicester deS Herrn Steinmann fehlte dagegen bei aller schauspielerischer Kunst die innere Herzenswärme, die diesen nicht einwandfreien Charakter allein unS etwas sympathischer machen kann. Die Herren Lippert iPaulat) und Stauf (Melvil) trugen daS ihrige zu dem Gelingen der Vorstellung bei und auch die übrigen kleineren Rollen waren entsprechend vertreten. Ein Wort der Anerkennung gebührt noch der Regie für die treffliche äußere Ausstattung deS Stückes, blos störte in dem Zimmer der Maria ein moderner Stuhl da? einheitliche Gesamtbild. E. H. △ Wiescck, 11. Nov. Der Steindruckereibesitzer Ludwig Bramm erwarb vor einem Jahre von dem Weichensteller Eckhard von hier ein Stück Land an der Gießener Straße für 2 5 00 Mk. Gestern verkaufte Herr Bramm dasselbe für den Preis von 5 5 00 Mk. Nieder-Ofleiden, 10. November. Morgen ift ein freudiger Tag für unfern Herrn Bürgermeister SB öcfn er und die ganze Gemeinde. Sind e? doch 2 5 Jahre, daß daS Großh. KreiSamt Alsfeld ihn als Bürgermeister verpflichtete. Er hat während dieser Zeit sein Amt treu und gewissenhaft verwaltet. Möge eS dem Jubilar vergönnt fein, noch recht viele Jahre in unserer Mitte zu verleben. (A. O. Ztg.) (:) Kinzenbach, 10. Nov. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, im nächsten Jahre eine neue Schule mit zwei Klassen und einer Lehrerwvhnunb zu bauen. Es n>ar jedoch schwierig, für den Neubau einen geeigneten Bauplatz zu finden, und man wußte, daß dieserhalb imfcrt Gemeinde tief in den Säckel greifen müsse. In der Tat hat der nunmehr abgeschlossene Kaufvertrag den Preis für Baugelände in die Höhe fetrieben, denn der Quadratmeter wird mit 2,95 Mk. bezahlt. Die neue Schule kommt in die Bahnhofitraße zu stehen. Wetzlar, 9. Nov. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer gestrigen nichtöffentlichen Sitzung, zu den K o st e n der BahnhofScrweiterung und des Umbaue- des Bahnhofsgebäudes einen Beitrag von 50 000 Mark statt der vom Fiskus berlangten 100 000 Mk. zu leisten. Tie Gesamtkosten des ProiektS belaufen fidi auf 4 Millionen. Geplant wird, eine Ueverführung herzustellcn, welche den Passanten -und Fuhrverkehr über bie Gleise der Bahnhofsanlage hinweg zur Station und die Fortsetzung der Bahnhofitratze hinüoerführt. Tie lieber* führung hebt neben der rechten Seite der Bahnhofstr. in der Nähe deS Hotels Kaltwasser an und findet ihr End« unweit des Portlandzementwerks Wetzlar. Ferner sei erwähnt, daß beabsichtigt ift, den Zugang zu der Station durck einen Per- tonentunncl zu bewcrHtelligen uuo day sich der Pevi Giessen Die' . H»ntt ?PJne liebe Wester h ‘® Alte, v • Berlin, 10. ! •Oearg Engel fuhr stsMe vom Lchcnifp! :JVitfvtttfte fließ das einen Straßenbo Kopfe bei dem Znj iluto§ und trug ein cM'ürhmgen an de Wmann .Hermann einem Zweirade da kreuzen wollte, von griffen, geriet mit MMW. B.» der Mn dm MM <\V ' Tn nnM <5 auf MM Täfle üug mit einer IRa MMinen und ein sich über drei ®cb Tclearc.pbenflcmgel Leipzig—Halle wa Materialschaden ij verlebt. . * Kleine Ta, Guter Wtt M lie tinwef 10- No» n fwnefp tznratsl Hm-nmiwtifl! M', Pmonen um Jucji’v? und ff-n . Stettin, 10 poff. der!tfn?n fr b-utevon' nnb Untreue -'n zwei L : ri"r .MntHf ,m >> 191? mi «i« toeiBlidj f;n,W'9 ömttfe fjc Lotter des n vnb cin( 7 b-j brn & ft 000 von -u , i aeit'1"9, । j 5 b f e o rtaniiai «m Lnffl 23 die a# ^'n5 drirck i-SgS*» Heber »yb sfftgsi rrbnimü- ,Mr q verband deuE ; U Vorredners an u Berliner an- S'w Marburg, y- in einet ßeftern^ d-m°bW°n ‘“ff.?. .recbbarstaaten. V :k,r 46 ?l’re üste eti st mmt Mb ,cvk ^eiio der rat i|t i Acbtundvier ■Brrein rheinucbe t (n nr'rb feine naminj b !!?n. - Frankl ,(Wiriirtc§erittettti!nnei b ' ü1 'M* etlOtlöi Die hiesige deutschnationalc Stu- Jena. 10. Nov. deuten schäft setzt ihre Feindseligkeiten gcaen d i c russischen Studierenden fort. einer encn Persamm- '^zen $( Handel des 3% 112.10 . 97.95 Berliner Börse, 11. Nov., Anfangskurse im Alter von 56 Jahren. veranschlagt zu rd. 4500.— Mk. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: sollen im Wege schriftlichen Angebot 5828 einzig nnd allein bei D iehm. B1*/.- 5826 Erdarbeiten Kanalarbeiten Ebanssierarbeiten 4 % Öesterr. Goldrente. . 41/ß?» Oestcrr. Silberrente 4% 4% . 100.55 . 88.95 . 100.80 . 88 85 . 99.60 . 245.25 . 138.80 Berliner Handelsges. . Darm Städter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatshahn . . Prince-H enri-Eisenbahn Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bers-werk . Hamburg- Amerik. Paketf. Hnrpener Bergwerk. . . Lnnrahtitte...... Nordd. Lloyd..... Oberschles. Eisen-Industrie Canada F. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union 0. Dresdner Bank . . Tendenz: fest. . 24.40' . 143.25- . 126.00) Wft Wl. . 174.50 . 149.45 . 241.40 . 181.00 . 189.40 . 164.75 . 211.20 8°/0 Mexikaner . 4X6/e Chinesen . Aktien: Bochum Guss . . Buderus E. W. . Tendenz: fest. H. Strohbacb, Bleichftraße 3. Lerlikbiinß non ArchnkiMbciicrl. Die zur Herstellung von Los 1 zur Erbauung einer Krcisstraße von Garbenteich nach Lich erforderlich werdenden Arbeiten und Lieferungen und zwar: Bom österr. Eisenbahucrstrcik. Prag, 10. Nov. Durch die Eisenbahner-Obstruktion leidet auch die Ausfuhr von Glaswaren nach Deutschland. Tas diesige Arbeiterblatt veröffentlicht eine Zuschrift von Genossen aus dem Brister Kohlenrevier, wonach die ganze Bergarbeiterschaft auf das Zeichen Marte, um d°u Betrieb auf allen Bergwerken z u m S1 i l l st a n d zu bringen Wien, 10. Nov. Der Obstruktion der Eisenbahner haben sich nun auch die in Wien domizilierten Arbeiter der Südbahn angeschlossen. Sie erklärten einstimmig den Anschluss an die passive Resistenz der Staatsluihnbedicnsteten mit Geltung von heute ab. Tas östreichische Eisenbahnministerium kündigt ein Entgegenkommen ans die Lohnerhöhnngswünsche an unter der Voraussetzung, bafc der ordnungsmäßige Dienst alsbald wieder ausamammen werde. 139.50' 131.95 Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für nnd Industrie, Giessen. Fr.-Mikfarter Börst*. 11. Nov.. 1.15 Uhr. Familie Schreiner. Familie Anerswald. Giessen (Wiesecker Weg 19), den 10. November 1905. Die Beerdigung findet Montag, den 13. November, mittags 121/, Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. lnng wurde abermals eine Eingabe den Senat mit einem Protest gegen deren anmaßendes Anftrei i beschlossen. Die Opvo- sition aus der „Wildensckwst" drang nicht durch. Tas Senats- mitglicd Geheimrat Linck warnte vor „nationaler Engherzigkeit und pharisäerischcr Stimmung" und hielt auch die Angriffe größtenteils für unberechtigt, ^kf. Zig.' — Prokefior Krehl in Straßburg wurde als Nachsolaer 229.80 167 50 21650 257.50 127.30 136.30 4%°'o russ.Staatsanl. 1905 japan. Staatsanleihe 1 °6 Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4 % Griech. Monopol-Anl. . -1% äussere Argentinier . 100.70 100.70 96.25 105.30 67.50 67.70 94.20 94.75 90 00 136.20 53.00 90.50 . 173.70 . 149.60 . 241.40 . 99.00 . 165.10 Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in dessen für Sonntag, den 12. November 1905: Vorwiegend trüb, Negenfätle, windig, etwas wärmer. Nähere? durch die Eienener Wetterkarte. 327c 3% 3^7C Todes-Anzeige H>ute nachmittag P/4 Uhr verschied sanft nach kurzem Leiden meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Frau Elisabeth Schreiner geb. Pilgram Familien Nachrichten. Verlobte: Elise Schäfer, Alsfeld, Heinrich Nau, Leusel. Gestorben: Herr Konrad Wörner, Ostheim. Wtw. Schmiede- meister Karl Keiner, Maadalene geb. Kräuter, A^lar. n 200.- „ „ 15000.— , mn Dienstag den (Acriififsfiiat. Köln. 10 Nov. Die Strafkammer verurteilte die inter- ti 'tiongle Heiratsschwindlerin Gundermann, die an- g'b. Mi^ienmparrien vermitteln zu können, und dabei zahlreiche adlige Personen um Hobe Summen vrelltc, zu zwei Jahren Zuch'h'ns rnd fi'nf'ährigkm Ehrverlust. Stettin, 10 Nov. Ter Rechtsanwalt Max Eickhofs, der wegen blutender Unterschlagungen veliafstt worden ist fm-rb' heute von der ersten Strafkammer wegen Unterschlaguna und Untreue in zwei Jollen zu 1 Jahr 3 Mo n o ten Gef.öngn,? vwurteilt. str"glich ist, ob die um 150000 Mark geschädigte «C'inb’T.n'r notb^kenbank wieder zu ihrem Gelde kommt, ^obzwar sich eine in Libeu wohnende Verwandte erboten hat, die eurnme im st 'bre 1912 zurückzuzahlen. Ein weiblicher Kirchenr« ube r. Tic Strafkammer zu D a n z i g verurteilte die 29 iäbrige Helene Gronkowskt, eine"Tochster i>'s n-rstorbenen Vmunternehmers gleichen Namens, d>e' unter dem fingierten dtamen einer Frau Dr. Slanv aus nfchau !'nd eines Fräulein von der Scbulenkmrg. Tochter d's Maiors b^i b^u ersten Leibb"sarcn. verschiedene Hochstapeleien in' der dortiaen Nmgeoend verübt und schließlich nachts in der fr.-rtin-n f ^^o-stben fi'itd’v zu Zovvot lvn Ovftrkasten nnd Dertnitoto. • Berlin, 10. Nov. Der bekannte Bühnknschriststeller Georg Engel fuhr gestern abend mit einer Automobildroschke vom SLauspielhausc nach seiner Wohnung. In der Keithstraste stieb das Automobil mit aller Kraft gegen einen S tra ste n b a.h nm a gen. Engel stiest mit dem Stopfe bei dem Zusammenprall gegen die Polsterecke des Autos und trug eine blutende Verlegung, sowie Hant- abichürsungen an der rechten Körperseite davon. — Der Klinsmann Hermann Bley wurde gestern abend, als er mit einem Zweirade das Strastenbahngeleise vor seinem Hause kreuzen wollte, von einem Straßenbahnwagen u m - gerissen, geriet unter den Wogen und wurde eine Strecke mitgeschleist. B.> der einen Schädelbruch erlitten hatte, wurde unter dem Wagen als Leiche hervorgezogen. • Ter netteste Eisenbahnunfall. Am Freitag stiest auf Bahnhof Schkeuditz ein von Halle kommender Güter- zug mit einer Rangierlokomotive zusammen. Beide Maschinen und einige Wagen entgleisten. Ter Güterzug legte fi.tf) über drei Geleise und zerstörst durch seinen Anprall die 2 elearapbenstangen. Ter Personen- und Telegraphenverkehr Leipzig—Halle war auf mehrere Stunden unterbrochen. Der Materialschaden ist bedeutend. Ein Bremser wurde schwer v«e r l e tz t. * Kleine Tagcschronik. In Germersheim wurde brr 9fH'-nft Gutermann. Rechner der Freisbacker Spar- und T-r'ebns^s''" wegen eines Fehlbetrages von 16 000 Mark in der Ä 'sse nrrh^Tf' _____________________ Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Wolkengasse von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 10. November 1905. Groß!). T.'.r/i . t G.eßen. Herberg. Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie T . Portugiesen „ III Onllin^s-Draüimosbttnqen. Berlin, 10. Nov. Der König von Spanien verlieh dem Fürsten Bülow den Orden des Goldenen V l i e st e s. Berlin, 11. Nov. Wie der „Vorwärts" mitteilt, hat der Porteivorstand beschlossen, dem Anträge der Breslauer Sozialdemokraten, noch welchem Straßen- kundgebnngen gegen das Dre i kl a ss en Wahlrecht veranstaltet werden sollten, nicht beizutreten, da schon der preußische Parteitag einen Vorschlag gleichen Sinnes mit übergroßer Mehrheit nbgelehnt hat. Der Partei- Vorstand erachtet jedoch den Zeitpunkt für gekommen, in eine energische Agitation für die Erlangung des allgemeinen Landtags Wahlrechtes einzu- treten, und wird deshalb mit der vom Preußischen Parteitage bezeichneten Körperschaft zur Vorbereitung dieser Agitation in Verbindung treten. Göttingen, 11. Nov. Das Pferd eines Wagens scheute vor einem vorbeifahrenden Gü terz ug e bei Wends- h(Ulfen, eine Besitzerstochter wurde durch einen Hufschlag getötet. Göttingen, 10. Nov. Der Postillon Hillemann ermordete seine Ehefrau durch Axthiebe und tötete sich selbst durch einen Revolverschust. Paris, 11. Nov. Die Demission Berteaux' ist eine Folge der tiefgehenden Verstimmungen wegen der scharfen Maßregelungen von Offizieren. Auch nahm man es Berteaux übel, daß er kürzlich einem Bankett von Theater-Sekretären präsidierte, um diese Herren zur Veranstaltung von Gratis-Vorstellungen iu den Kasernen zu ge- roinnen. Unter diesen Umständen scheint der Wunsch der obersten Kriegsleitung, wieder einen General als Krieg? - Minister zu haben, begreiflich. Schon spricht man on General LangloiS, welcher kürzlich einen viel besprochenen aaenverkehr auf 4 Bahnsteigen, ähnlich wie in Gießen rc. erllziehen soll. Auch der Kreis leistet n. d. W. A. einen Zuschuß von 20000 Mk. Darmstadt, 10. November. Die amtliche Darm- stLdter Zeitung, die seither zweimal täglich erschien, mich vom 1. Januar k. I. ab nur noch einmal täglich, nnd zwar nachmittags auSgegeben werden. — Der 72jährige 'Lnvatier Heinrich Dahm er, welcher, wie bereits mitgeteilt, nn Mittwoch nachmittag in der PallaSwiesenstraße von einem Notorwagen der elektrischen Straßenbahn umgestosten und am Kopfe verletzt wurde, ist heute nacht im Städtischen Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Wiesbaden, 10. Nov. Tie heutige VormittarfSsitzung der deutschen Arbeitsnachweiskonferenz war fast ganz mit einem Referat von Tr Franz Ludwig-Lübeck anS- q,'füllt, das die schwere ausbeuterische Schädigung des Iolksvermögeus durch die gewerbliche Stellenvermittlung auf den verschiedenen Arbeitsgebieten und die Verhältnisse s im Seemannsgewerbe auf ®runb von Hamburger StaatS- nkten an Hand der Literatur nnd eigenen Engueten behan- bette. Tie Reform Vorschläge des Referenten fordern ent» * lieber Aufhebung jeder gewerblichen Stellenvermittlung bei t kutschädiginw der Vermittler, ungefähr nach dem Vorbild | be5 französischen Gesetzes t om 14. März 1904 oder eine | jwnzessionieruno nur nach strengerer Prüfung der Bedürf- E tzisfrage und Veränderung des 8 31 der Reichsgewerbe- J ordnnng. Als Gegenreferent schloß sich Hugo Poetsch-Berlin :> (Verband deutscher Gastwirtsgehilfen 1 den Ausführungen , des Vorredners an und führte namentlich auf dem Gebiet de? Berliner SteNenvcrmittlungs-Unwesens eine Reihe Einzelbeispiele an, wodurch auch große Gastwirtsbetriebe an den Mißständen beteiligt sind. Marburg, 9. November. Der Studenten-AuSschuß beschloß in einer gestern Abend abgehaltenen Sitzung, am nächsten Mittwoch dem abgegangenen Rektor der Universität, Professor Korschelt, einen Fakelzu g darzubieteu. (H. Ldsztg.) * Kleine Mitteil " a c n ans Dessen und den Nachbarstaaten. Im Walde bei Sprendlingen hat sich der 46 Jahre (alte Schneidermeister Wilhelm Ohly, der aus M bel stimmt und zuletzt in Sprendlingen wohnte, erhängt. Das Motiv der Tat ist unbekannt. — In Darmstadt wurde ein alter Achtundvierziger und wobl einer der letzten der ,schwarten Schützen" in der Person des 1819 geborenen früheren Schönfärbers Eduard Eimer zur letzten Ruhe bestattet. — Der Verein rheinischer Vinnensckiffahrisinteresscn- t f n wird seine nächstiährige Hauptversammlung in Worms ab- bitten. — In Frankfurt a. M. ist eine junge Dame unter N'raiitunaserstheinnnaen er fr an ft, was darauf zurückgeführt wird, des, sie arat's zu Re^^mew-ckm v-wtestte Kräutrrvillen einnahm. Rarpener Bergwerk . . 216 30, r.anrah<>tte..... 257.70 Lombarden E. B ... 24.20 Nordd. Lloyd..... 128 00 Türkenlose......186.70 28. November l. F., vormittags 10 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten (Landgraf Philipp-Platz 3), wo auch Pläne, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, vergeben werden. Gießen, den 8. November 1905. Ter Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Artikel über die Errichtung eines dem Präsidenten der Nepu-> blick beizugebenden militärischen Komitees veröffentlichte. LangloiS gilt als der beste Taktiker der französischen Armee. Haag, 10. Nov. In seiner Eröffnungsrede in der Kommission für die Revision der Verfassung führte I der Minister deS Innern auS, die Hauptaufgabe sei die Prüfung und Abänderung der Zusammensetzung der Ersten Kammer, der Proportionalvertretung, der Legislaturperiode und der Entschädigung der Mitglieder der Generalstände. Wien, 10. Nov Eine stark besuchte Versammlung bet deutschnationalen Studentenschaft nahm einen So scklußautrag an, her t mcgen Einspruch erhebt, daß der Studentenschaft Lehrer irem der Nationalität ausgedrängt werben, und die Zurücknahme, der Relegierung der sechs Studenten vertougt. Im Lause d'r Versammlung erflärtc der Aba Wolf, er könne auf Grund einer Unterredung mit dem Leiter de? Unterrichtsministeriums mittcHen, daß die Releamrunq wahrscheinlich zurückae-oaen und durch eine mildere Strafe ersetzt, sowie, daß die Universität demnächst wieder eröffnet werden würde. Voraussetzung hierfür sei jedoch, daß die dauernden Ktindgek^ ungen avfhören, was er auch, obgleich er ohne Mandat hierzu aetveien sei. dem Leiter des Unterrichtswesens versprochen habe. — Die nichtrussischen und nickstd?utsckmati'malen Studenten mtt Ausnahme der sozialistischen, hielten gleichfalls eine Versammlung ab, in her dagegen Verwahrung eingelegt wurde, daß bie deutsch-nationalen St"d?" n einen Terrorismus ausubten. Warschau, 11. Nov. Heute früh reisten 32 Vertreter aller Stände und Parteien nach Petersburg als Vertreter^ einer beim Grafen ZamopSki abgehaltenen Versammlung, da-> runter Träger historischer Namen. Der Zweck der Reise ist, an maßgebender Stelle volle Autonomie für Polenj mit einer gesetzgebenden Körperschaft in Warschau jw erlanaen. Petersburg, 11. November. Daß es dem Grafen Witte nicht gelungen ist, ein Kabinet zu bilden, ohne sich auf Untergebene der früheren Minister zu stützen, wird allgemein Ungünstig kommentiert. Die gemäßigten Liberalen gestehen offen ein, daß die Ausständigen einen großen Fehler begangen haben, indem sie den Streik vor dem Zusammentritt der ReichSduma proklamirt hätten. Petersburg, 10. Nov. (Petersb. Telegr.-Ag.) Es ist beschlösset!' worden, die ganzen Gebiete des Königreichs Polens in den Krieej§5uftanh zu erklären. — Eine Mitteilung der R egierun g ruft den vernünftigen und besonnenen Teil des russischen Volke? auf, ihr bei ihrem R e f 0 r m w e r k z u Hilfe zu kommen. Die ernste Anwendung der Reformen sei nur bei der Beruhigung der Gemüter und bei dem Eintritt der Ruhe möglich Die Regierung erklärte nachdrücklich, daß sie ihre Maßnahmen lediglich zur Wiederherstellung der Ordnung tmb des Friedens getroffen Trabe. Indessen sprachen zahlreiche Mitteilungen von einem provokatorischen Vorgehen, der Polizei. Tie Regierung werde sorgfältige Untersuchungen über alle an gegeben'm Fälle veranstalten und die Schuldigen bestrafen. Der Mini st er rat, der heute in Tätigkeit getreten ist, werde alle seine Bemühungen darauf richten, das Manifest des Kaisers zu verwirklichen, und fordere den ganzen besonnenen Teil der Bevölkerung auf, ihm bei der Durchführung dieser Aufgabe zu helfen. — Ein kaiserlicher Ukas ist erschienen, welcher die Ernennungen folgender Minister enthält: Schi- p0ff für Finanzen. Timitsaseff für Handel, Neme- schacff für Verkehrswege, Fikissofoff als Reichskontrolleur und Kuttler für Ackerbau. Dem Vizepräsidenten der Ktinstlerakademie Grafen Tolstoi wurde der Ab-- schied bewilligt. "timtet ® ’S j*6* % ‘«■fe r°hbent Kull.» ^oralvorkz, * erhebe Brand. § ''n Lause run9 erfahren. Am- öen KolossalMäl^ * Kollektion t 8,‘ber BereoaitQnKr . »unstsreunden tr-, Notiz beM "Mro&e Anza« r l^herer Zeit 0, n 9 überlassen roork 11 Sonntag an roitk Versteigerung. Montag bett 13. d. MtS.» nachmittags 2V. Uhr, fotlrn ba- hier Darmstäbter HauS fWallkor- straße 6> HauS. u. Küchrngträte aller Art, 1 Pfrrb, 1 Wagen, 1 Biolinc mit Zubehör, 2 Fabrräber, 1 Partie Scfiubwaren n. v. A. zwangsweise gegen bar versteigert werben. 5825 Gießen, ben 11. November 1905- ? p j n <• f, 0tz'ri^-^^g'iet>?r Beste und bill. Bezuosquelle für Nähmaschinen aller Art den Sakrifteischrairk erbrochen hatte, zu ein und dreiviertel Jahren Gesämmis. ^IniverlitäLs-Machrichten. lliten halt nächstü llhr, im Äaufmänr- Versammlung oi onft üblichen Punlln nid) eine Bespreche tfommiiüon angen-: gehaltenen Kräma> >e hiesigen Geiverk- ili, dürste mit cim 's der Mitglieder f eater beging qe|l?r Geburt durch e« : »Maria Ctnari'L r reiferen Jugend deinen gut, wozu k ug, die Frau Äai>:- lieg. Begünstigt bur: urch Spiel und wng ber Königin v?. g, bei der Begegr: r höhr \^nb, in\oi\x\ M <> diese , und auch bti :vA 1 vielfach imnW jenbe Leistung roor te wenn auch durch V ?doren ging. Parier e§ in Liebesraserei bi imentreffen mit Mar 23on den andern Tc Mendel zu nenne rte der beiden Peer? ließen. Dcm n fehlte dagegen! ere Herzenswärme, > illein unS etwas is Lippert iPaulah-- m dem Gelingen « kleineren Rollen W r Anecknnung 8«“J ußere Ausstattung ^ L "*» ^00 Morgen M 95 flahre, 608 :r9° J1 0 Ztg.l ben- (^^rhxtHr ie Sch»>. einencue^e ’°^nUnJnen daßd^derv n uiusse- ^el6 p- » Ml- W* HSö etnfr । j; tiitf" Le ,no doS rr be5 ProicssorS Nothnagel nach Wien berufen und hat die Be- rufuna anaenonnnen. jfrcnbc* urd Perkesir. Volkswirtschaft. Türkische StaatSschuldenverwaltung. In der letzten Sitzung der türkischen Staatsschuldenverwaltung wurde seitens der deutschen, ftanzösisck'en und englischen Delegierten energisch Protest eingelegt gegen die stcht der Recgierung in der Ein heb tnp der zugunsten der Ei' .igaranticn verpfändeten Zehnten eine Aendenmg cintretcn ;u lassen. Die Delegierten vertreten folgenden Standpunkt: Tie türkisch« Regierung habe bei Ausnahme ihrer Anleihe und bAi GM'ährung d^r kilometrischcn Ökrranticcn an die Eisenbahnen ihre Reckte b?t Selbswerwaltung gewisser Einkünfte eingeschränkt. Sie könne hierin ohne Zu- ftinrmung des M'tkontrahenten nicht einseitig eine Aenderiing cintretcn lassen Wenn die Grotte auf ihrem Vorhaben bestehe, würde das zweifellos in Deutschland ungünstiam Eindruck machen, da auch die deutsch-t'^rkiscken Eisenbahnen (Anatolische, Baadad- B^hn, Salonik-Monastir> bircli davon betroffen werden. Man würde dadurch in Deutschland zu der Meinuna kommen, daß es die Türkei mit der Einhaltung ihrer Vervflichtung nickt aenau nehme und das würde die sinanzielle Beurteilung der Türkei zweifellos schädig-'n. Demgegenüber macht die türkische Regierung geltend, daß der Pforte jederzeit das Recht zustehe, eine Aender- ung bei der Erhebung des Zehnten vorzimehmen. Uebrigens sei d"s neue Stiftern einstweilen nur als Versuch 'anzusehen. Auf das Resultat dieses Streites, dem die ausländischen Delegierten eine ziemlich weitgehende Bedeutung beizumessen scheinen, darf man gespannt sein. 4936 liefert «Krabben Seo finden te?L Landbrot billig, wohibclimeckend, darcbgeüni-rl I ■*/.. Käufer oder 2" Teilhaber ftr Jede Art hiesiger oder auswar- tlgerGeschäfte, Fabriken,Grund- stfleke,Güter u.Gewerbebetriebe rasch und verschwiegen ohne Provision, da kein Agent, durch E. Kommen KöIn Bh. U. IVUIlllllCil, Kreuz gaste 8, L Verlangen Sie kostenfreien Besuch iXVecks Besichtigung und Rücksprache, Infolge der, auf meine Kosten, in 417 Zeitungen erscheinenden Inserate bin stets mit ca. 1500 kapitalkräftigen Reflektanten aus ganz Deutschland und Nachbarstaaten In Verbindung, daher meine enormen Erfolge, glanzenden Und zahlreichen Anerkennungen. Altes Unternehmen mit eigenen Bureaux L Dresden, Lelpzl ?, Hannover and KAIn. 07696] Stoff z. Anzug u. getrag. 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