borgender -kr. 240 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag 12. Oktober 1905 Erscheint tR-llch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Vletzener SomUienblätter* werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^yejstjche tcnbwfarf' erscheint monatlich einmal. Gietzener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« Universität Druckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion. Expedition u. Druckerei: Schulstr.?. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr, r Anzeiger Lieh«. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Siehe». Z>ie AcvLschrift der helstschen Regierung -ur Kcmeindesteuerreform. L benen: LS imften, x, MmIW. von Waffev, laffeu sich t Neberzteheu imb Reparaturen schnell und billij in eigener Werkslätle. ache-PumPe n Röhren und praktischer ig co. M Liter pro Mm. ängm vorrätig. il, WWch 1Ü. ufer günstige Offerte.- Hellen. Sie entern Fleischbrühe dazu vemends are und großer Lortenausmc! Neuenweg 15.A. \ff Gedanken unfi & Erinnernngt saussraVe, 2 Bände apk der K itats-Bnchhandlunq ler). ^rimarl lnländl.^Alst^ Mhe größerer-mi! , ßfletzgere n'tige ^yjunfd) fönne langer. »ul » ^uflegebr Tie Regierung hat, wie wir gestern bereits nntteilten, als Antwort auf den Bericht des Frhrn. v. Heyl über das ßjcmeindesteuergeseh der ersten Kammer eine Denkschrift zugehen lassen, in welcher sie den Darlegungen des Bericht- ecstatters in eingehender Weise entgegentritt. 76 Druckseiten umfaßt diese Denkschrift. Wir müssen uns deshalb darauf beschränken, nur den bemerkenswertesten Teil der umfangreichen Arbeit mitzuteilen. Wir geben nach dem „Mainz. Jpurn." folgendes daraus wieder: „Wenn dieser Ausschußberickt zunächst der Ansicht Ausdruck gibt, es könne nicht angezeigt erscheinen, von den in der Mehr- >ahl der deutschen Staaten akzeptierten und dort bewährten 'Grundsätzen der Besteuerung nach dem Ertrage abzuweichen und dafür das nirgends erprobte Prinzip der Besteuerung nach dem 'irund- und Gewerbevermögen ohne Abzug von Schulden zu billigen, so darf hierzu vor allem darauf aufmerksam ge- mcht werden, daß es eine Besteuerung deS Gründ- besitzes mit Abzug von Schulden für die Gemeinden in keinem größeren und wohl überhaupt iti keinem Bundes st aate gibt; eine Besteuerung des Gewerbebetriebes mit Abzug von Schulden für die Gemeinden gibt es in Preußen und Württemberg nicht, in Baden findet nur eine teilweise Berücksickstigung der Schulden bei der Gkwerbesteuer insofern statt, . . . *— Daß sich die Grundsätze der Besteuerung nach dem Ertrag dort, wo diese besteht, bewährt hätten, läßt sich wohl kaum beweisen; zum wenigsten sprich« hierfür nicht das in Badern und Württemberg vielfach laut erhobene Verlangen, das Ertragssteuersystem mindestens zunächst fftr den Staat abzuschaffen, und dafür zu dem preußischen und nuef) in Lessen bereits eingefüh-rten System der allgemeinen Einkommen- und Vermögenssteuer überzugehen. In Preußen ist den Gemeinden von Ministerien anempfohlen worden, von dem an sich gesetzlich 'bestehenden System der Besteuerung des Grundbesitzes und Gewerbebetriebes nach dem Ertrag im Wege der Autonomie abzugehen. — In Baden ist die Grundsteuer für landwirtschaftliches Gelände sowohl, wie für Gebäirde eine Steuer vmi den mittleren Kaufwerten dieser Objekte. Auch das neueste diesbezügliche badische Gesetz vom 9. August 1900, die Einschätzung der Grundstücke und Gebäude betreffend, ordnet eine Neueinschatzung der Grundstücke und Gebäude nach ihrem lau - s en den Werte an. Die badische Gewerbesteuer endlich ist eine Steuer vom Betriebskapital, abgesehen von der teilweisen Berücksichtigung der Schulden genau aufgebaut wie die l^werbsteuer des vorliegenden Entwurfs. Wenn der Ausschußbericht sodann auf die von Miguel und Wchler aufgestellten Steuerrefvrmgrundsätze hinweist, die noch ruf lange hinaus als die maßgebenden Zielpunkte angesehen werden müßten, so darf zunächst darauf hingewiesen werden, daß Mr Miguelschen Grundsätze bei der Staatssteuerreform in Lessen rort Finanzrninister Kücbler soweit berücksichtigt worden sind, als dies nach den finanziellen Bedürfnissen des Landes möglich war. Der Miguelsche Grundsatz der Staatssteuerreform — Be- ibnerung nach Leistungsfähigkeit — ist aber von Miquel selbst nicht nur für die Gemeindebesteuerung nicht übernommen, sondern ffrr diese direkt verworfen worden. Der Miouelsche Grundsatz fh die Gemeindebesteuerung ist „Gemischtes System aus Besteuer- rnn nach Leistungsfähigkeit (Einkommensteuer^ und nach Leistung imb Gegenleistung (Realsteuer)". Diesem Miguelschen Grundsatz für den richtigen Aufbau eines Gemeindesteuersystems entspricht vorliegende Entwurf in dem gleichen Maße, in dem die di'ische Staatsbesteuerung dein Miguelschen Grundsatz für den ritfitigen Aufbau eines Staatssteuersystems — Besteuerung nach Leistungsfähigkeit — gerecht wird." Die Denkschrift stellt dann richtig, was hinsichtlich der Grundsteuer in den Eingaben bezw. Resolutionen der Ober- ’x bi'irgermerster Hessens, des Landesgewerbevereins, mehrerer I Handelskammern und des Bundes der Landwirte in Wahrheit gesagt ist: „Die Resolution des Oberbürgermeisters Verwirft in keiner Seife die Grundsteuer nach dem gemeinen Wert, sie empfiehlt sie vielmehr mit den Worten: „Die Vorteile der Grundsteuer nach dem gemeinen Wert und nicht nach dem Ertrag sind durch 'omgjährige öffentliche Erörterungen erwiesen." Die Resolution des Landesgelverbevereins sagt aus- cwiicklich: „Die Besteuerung der Liegenschaften nach dem gemeinen Wert lellt einen Fortschritt und eine Verbesserung dar, dem 'kitherigen System der starren Ertragssteuern gegenüber. Die ifn-.indwertsteuer, die auch in einer größeren Anzahl Von Gemeinden in Preußen eingeführt ist, ermöglicht eine Berücksichtigung der Veränderungen in Wert und Ertrag von Grundstücken und Gebäuden, was seither entweder gar nicht oder doch in ganz unzureichendem Maße der Fall war." Von den L a n d e l s k a m m e r n hat aus dem Handelskammertag lediglich die Handelskammer Worms die Beibehaltung der seitherigen Grundsteuer empfohlen, alle übrigen Handelskammern haben den dahingehenden An- trog der Handelskammer Worms nicht unterstützt, ihn vielmehr abgelehnt. Die Handelskammer Darmstadt hat sich dieser Ablehnung auf dem Handelskcrmnrertag ebenfalls angcschlossen. . . . Vom Bunde der Landwirte mdlich hat sich allerdings eine vor kurzem in Mainz stattgehabte, nach dem fast einstimmigen Bericht der Presse und nach einer Feststellung des Vorsitzenden der Versammlung selbst schlecht besuchte Versammlung bei mehrfacher Stirnrn- mthaltung mit 21 gegen 10 Stimmen für Beibehaltung lies seitherigen Grundsteuersystems ausgesprochen. Daß diese Ll Personen die hessische Landwirtschaft oder auch nur den Hund der Landwirte vertreten sollen, wird wohl nicht be- kauptet werden können. Nicht erwähnt wird in dem Bericht übrigens die Tatsache, daß alle übrigen Handelskanr- mern sich für die Grundsteuer nach dem gemeinen Werte msgcsprochen haben, daß die offizielle Vertretung des Mischen Handwerks — die Handwerkskammer zu Larmstadt — gegen diesen Teil des Gesetzentwurfs nichts kinzuwenden hatte und daß endlich der Bericht der offiziellen Vertretung der hessischen Landwirtschaft — hessischen. Landwirtschaftsrates und seines Ausschusses pir Volkswirtschaftsrecht —, den Gutsbesitzer Oekonomierat kLade-Altenburg, also ein praktischer Landwirt, er- fattet hat, die Grund st euer nach dem gemeinen licrt warm empfiehlt, indem er nach längeren sachlichen Ausführungen erklärt: »Mit Recht setzt der Entwurf an Clelle einer starren Ertragssteuer die bewegliche Vermögens- [lener/ Schließlich wird darauf hingewiesen, daß auch die belangten, zu dem Entwurf erschienenen Broschüren, die von «*L- SÄjiSÄ- w** l?l 6314 Prof. Biermer-Dießen und die von der »Wormser Ztg." verlegte Broschüre die ©nmbfteuer nach dem gemeinen Wert durchaus billigen. Biermer sagt, Wiffcnschast und Praxis seien längst darüber einig, daß an Stelle der rasch veralteten ErtragSkataster Wertkataster, gemeßen nach dem gemeinen Wert, zu setzen seien, während eü in der Wormser Broschüre heißt: .Der der Grundsteuer im Entwurf zu Grunde gelegte Grundsatz der Besteuerung nach dem gemeinen Wert entspricht den aus dem Gebiete der kommunalen Besteuerung des Grundbesitzes gemachten Eriahrungen und stellt einen Fortschritt gegen andere Gesetzgebungen, z. B. die preußische, dar/ Air Kochzeit in Krücksburg. Glücksburg, 11. Okt. Heute mittag fand die Vermählung des Herzogs Karl Eduard von Koburg-Gotha mit der Prinzessin Viktoria Adelheid von Schleswig-Holstein statt. Kurz vor 12 Uhr war das Kaiserpaar mit dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich per Automobil vom Strandhotel nach dem Schlöffe gefahren. Die Kriegen)ereine der Umgegend bildeten Spalier. Rach der Ziviltrauung, welche durch den koburg. Minister Richter vorgenommen worden war, setzte sich der glänzende Brautzug nach der Schloßkapelle in Bewegung; in den Gemächern, welche der Zug berührte, bildeten Ehren- jungfrauen und Mitglieder der hiesigen Schützengilde Spalier. Eröffnet wurde der Zug durch den Hofchef deS Herzogs von Schleswig-Holstein mit zwei Lakaien. Es folgte sodann die Braut, geführt von dem Kaiser und dem Vater der Braut, Herzog Friedrich Ferdinand; die Prinzessin trug ein weiß- seideneS gesticktes Kleid, die Schleppe hielten die Tochter des KaiserpaareS, Prinzeß Viktoria Luise und die jüngste Schwester der Braut. Aus dem Hcncpte trug sie außer dem Myrthen- kranz ein Diamantdiadem. Der Brautschleier war mit breiter Spitzenborde versehen. Die Kaiserin hatte ein erbbecr» farbiges AtlaSkleid angelegt, um den Hals trug sie die Kette deS Schwarzen Adlerordens. Dem Brautpaar folgten die näheren Verwandten, die übrigen Fürstlichkeiten und sonstigen Delegierten. In der stimmungsvoll dekorierten Schloß- kapelle fand alsdann die kirchliche Feier statt, bei welcher Pastor Sommerfeld die Traurede hielt. Zu beiden Seiten des AltareS hatte baß Gefolge Aufstellung genommen, wäh- renb bie Gäste sich vor demselben gruppierten. Während des Ringwechsels wurden vor dem Schlöffe 21 Salutschüsse abgegeben. Nach der Trauung beglückwünschte da? Kaiserpaar bie Neuvermählten, worauf sich der Zug in derselben Weise nach dem Schlosse zurückbegab, wo eine GratulationScour abgehalten wurde. Bei dieser Delegenhett überreichten der Bürgermeister von Koburg und eine Deputation deS kob. Parlaments eine Glückwnnschadrcffe, in welcher Mitteilung von der anläßlich der Vermählung errichteten Viktoria- Luise-Stiftung gemacht wird. Um 1 Uhr fand das Festmahl statt. Bei der Tafel saß baß neuvermahlte Paar in der Mitte der LangStafel, rechts von der Braut der Kaiser, weiter die Herzogin von Holstein- Glücksburg und Fürst von Teck. Links von dem Bräutigam bie Kaiserin, der Herzog von Holstein-Glückßburg und bie Herzogin Sophie Charlotte von Olbenburg, bie Braut Eitel Friedrichs. Die Tafelmusik bei dem Hochzeitsmahl stellte die Kapelle des Füsilier-RegimentS „Königin". Der Saal, in dem die Festtafel stattfand, war mit Gobelins geschmückt. Die Tafel zierte prachtvolle? Porzellan und ein reicher Blumenflor, besonders Maiglöckchen. Nach der Suppe erhob sich der Herzog Friedrich Ferdinand zu Holstein- Sonderburg-Glücksburg, dankte den Majestäten flir ihr Erscheinen und trank auf ba§ Wohl be§ Kaisers und der Kaiserin. Im Verlaufe bes MahleS erhob sich ber Herzog zum zweiten Male unb brachte ein Hoch auf bie Neuvermählten aus, worauf Salut geschossen wurde. Nach der Tafel wurde Cercle gehalten. Um 3% Uhr begaben sich die Neuvermählten im Automobil nach Luisenlund. Das junge Paar begibt sich nach einem Aufenthalte von einigen Tagen in Luisenlund auf einige Wochen nach dem Schlosse des Herzogs von Coburg, Greinberg an der Donau in Niederösterreich. Der Einzug in Coburg wird am 5. November erfolgen. Das Hochzeitsgeschenk des Königs und der Königin von England besteht in kostbaren Möbeln und einem Brillantschrnuck für die Braut. Der Prinz unb bie Prinzessin von Wales schenkten einen silbernen Pokal, bie Herzogin von Albany einen Brillantschmuck. Der Kaiser besichtigte heute nachmittag ben Turbinen- bampfer „Kaiser" unter Führung des Direktors Gramme unb des Generalbirektors Rathenau. An Borb ber „Hohen- zollern" fand Familientafel für bie in Glücksburg anwesenden Fürstlichkeiten statt. Die Verlobung des Prinzen Eitel-Friedrich mit ber Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg ist selbst für dem Berliner Hofe nahestehenden Kreise völlig überraschend gekommen. Gleichwohl hat sie bereits vor ungefähr drei Wochen auf dem oldenb. Schlosse Lensahn stattgefunden. Prinz Eitel Friedrich lernte seine Braut gelegentlich der Hochzeit seines älteren Bruders, des Kronprinzen, im Funi dieses Jahres kennen. Die Herzogin, die damals mit ihren Eltern in Berlin weilte, hatte während der Festtage im Haufe ihrer Großmutter, der PrinLessin Friedrich Karl, Wohnung genommen. Der Prinz und die Herzogin trafen bann einige Wochen später zur Kieler Woche wieder zusammen. Auch im Laufe des Sommers batte das Paar mehrfach Gelegenheit, sich von der wachsenden Neiaung zu einander zu überzeugen, zuletzt während des Jagdaufenthalts des Prinzen in Prerow in den letzten Tagen des September. In dieser Zeit erfolgte auch im Einverständnis mit feinen EaiferL Eltern die Verlobuna des Prinzen, die eigentlich erst am Geburtstag der Kaiserin verössenllicht werden sollte. Auf Wunsch des Prinzen erfolgte die Bekanntgabe der Verlobung, die doch ivährend der Festtage in Glücksburg nicht mehr fyatte geheim gehalten werden können, bereits am Dienstag abend. Es ijt ein Lieblingswunsch des Prinzen Eitel-Fritz gewesen, daß an dem Verrnählungstage seines intimsten Freundes, des jungen Herzogs von Koburg-Gotha, seine eigene Verlobung veröffentlicht werde. Politische Tagesschau. Zu Delcasse'8 Enthüllungen. Es gibt BehauptZ'.ngenr, denen man bis auf den Grund gehen muß, die bis in die kleinste Einzelheit Aufllärung erfordern. Zu diesen Behauptungen gehören die Enthüllungen Delcaffs'S über den von England angebotenen Be i st a n d v o n h u n - derttausend Mann in einem deutsch-französisch. Kriege. Nun hat man gefragt, ob denn auch wirklich von Delcassö die Preisgabe des Geheimnisses ausgegangen sei.^ Wahr-, sclzeinlich, beim im anderen Falle würde sich Delcasss wohl längst öffentlich verwahrt haben gegen die ihm zugeschobene Verantwortung. Die „Tägl. Rundsckäru" meldet, daß die deutsche Regierung bereits - im Sommer, unmittelbar nach dem Sturz Delcassö's, sowie auch in den letzten Tagen nochmals in loyalstes Weise vom Londoner Kabinett dahin verständigt worden sei, daß niemals derartige Verabredungen getroffen oder auch mir geplant gewesen seien. Sehr schön. Wenn biefl in der „Nvrdd. Allg. Ztg." zu lesen stünde, wäre es fteilichi noch glaubwürdiger. Im Sommer war doch noch nicht das Mindeste von der Tclcasfä'schen Enthüllung bekannt. Man verteidigt sich gewöhnlich nicht gegen Anschuldigimgen, die gavnicht erhoben sind, die nicht existieren! Und wenn die englische Regierung ungesäumt in Berlin hätte wissen lassen, nachdem, die neue Bombe Delcassö's geplatzt war: „Die Behauptung ist nichts als Schwindel", unsere offiziösen Organe mürben sicherlich unverzüglich von biefer Friedenskundgebung, die zugleich Delcaff6 verdientermaßen bis aus die Knochen blamierte, Mitteilung gemacht haben. Nein, die englischen Staatsmäimer schweigen, weil sie offenbar befürchten müssen, den gestürzten Minister des Lleußeren — der einen Zorn im Busen trägt auch deshalb, weil die englische Regierung nichts getan hat, den Sturz zu verhindern — durch Widerspruch zu noch peinlicheren „Enthüllungen", wahr ober unwahr, zu reizen. Delcasss ist Fahre hindurch ber intimste Vertraute der britischen Staatsmänner gewesen, König Eduard, der Friedreickze, sogar hat ihm sein Herz erschlossen, ihn fteilich späterhin kühl fallen lassen, als Del- cassä's Stern zu verbleichen begann — also, Delcaffö kennt die verborgensten Faden der englischen Politik und er wird auch sehr genau Bescheid wissen, daß diese Fäden von dem einen Punkt ausgingen, Deutschland in ein Netz so einzu- spinnen, daß es sich nicht mehr rühren könne. Delcasss hat zweifellos Schriftstücke oder Abschriften, möglicherweise gar Photographieen von Dokumenten in der Hand, die beweiskräftig genug find, manche seiner ehemaligen englischen Freunde und Gesinnungsgenossen zu kompromittieren. Daß Delcasss sich feder Waffe bedient, die ihn heraushauen kann, ist ebenso zweifellos. Die „Voss. Ztg." bemerkt m entern Artikel „Schweigsame Minister": „Sowohl Rouvier wie Balfour und Lord Lansdowne find sonst nicht so schweigsam, daß man ihre Zurückhaltung gegenüber Mitteilungen, die überall nachhaltiges Aussehen erregen, als natürlich ansehen sollte. Wollen sie also nicht, daß man an die Richtigkeit der Enthüllungen glaube, so werden sie sich bequemen müssen, sie klar und bündig in den Bereich der- Fabel zn verweisen." Wahrscheinlich wird in diese Angelegenheit nicht eher Licht kommen, als bis die Liberalen eine Interpellation im englischen Parlament an die Regierung gerichtet haben werden. An dem weiteren Verbleiben Balfours auf feinem Posten! wird man erkennen, wie weit die Behaupttingen des „Matur" zuvettäfsig sind. Das Eine steht fest: die Leitung unfeter auswärtigen Politik ist von den Machenschaften rechtzeitig unterrichtet gewesen. Der Gegenfchlag konnte dadurch mit ebensoviel Wucht wie Treff-, sicherheit geführt werden. Der „Newyork Herald", der seit einigen Wochen feint frühere deutschfeindliche Haltung nt eine eher deuts chf reund°> l i ch e gewandelt hat, publiziert einen entrüsteten Artikel gegen! Delcasse. Das Blatt sagt: „Die Enthüllungen des „Mättn", die Rouvier verletzen sollten, bewiesen, wie groß die Gefahr war, der Delcafss Frankreich ausgesetzt hatte. Die Behauptung Delcasses, daß England ihm militärischen Beistand versprochen habe, fei durch die ganze englische Presse dementtert worden. Delcafsä sei entweder des Hochverrates schuldig oder in verbrecherischem Maße unfähig. Der neulich Hingerichtete Raubmörder Pozzi habe nur eine alte Frau getötet: Delcasse aber habe kaltblütig Tausende von Menschenleben und das Heil des Staates aufs Spiel gesetzt." Dieser amerikanisch derbe Artikel wird vom Pariser „Figaro^ an der Spitze wiedergegeben. In einer Fußnote wendet sich bet „Figaro" gleichfalls gegen ben „Matin" unb seine „Enthüllungen", bie Englanb eine deutsche Preßkampagne auf den Lals gehetzt und Frankreichs englische Freunde in eine peinliche Lage gebracht hätten. An der Spitze des „Matin" verteidigt sich der Chefredakteur dieses Blattes, Stephan Lauzanne, der Neffe des früheren. „Time^-KOrresvondenten Blowitz, gegen all diese Angriffe. Er versucht, Delcassä reinznwaschen, und erklärt, daß Delcaffß an jenen Enthüllungen absolut unbeteiligt fei. (?) Der phrasenhafte Artikel ist wieder mit allerhand Ausfällen gegen Deutschland gespickt. Die „Matin"-Enthüllungen haben in London stark abkühlend gewirkt. Die „Times" erflärt, England wünsche, die Entente cordiale mit Frankreich gegenwärtig nicht in eine Bündnis zu verwmideln, und zu einer Verständigung mit Rußland sei Zeit erforderlich. Die Wünsche der ftanzös. Freunde könnten: durch Entfaltung von Uebereifei' nur vereitelt werden. Angeblich aus Petersburg will der Londoner „Daily Expreß'^ erfahren haben, daß eine anglo-russifche Verständigung ans der Basis in Aussiäü sei, daß! England Rußland die Errichtung eines Hafens im Persischen Meerbusen erlaube, wogegen Rußland den Vorstoß an ber türke st anisch en Grenze aufgeben werde. Auch stimme England der Errichtung einer großen Zahl von Filialen der Russisch-Persischen Bank in Persien zu. (Diese Nachricht verdient keinen Glauben.) Russische Demgkeiterr. Aus Moskau meldet bi?, offiziöse Petersb. Tele^ graphenagenttir vom 11. d. M.: Die Unruhen tragen keinen wirsschaftlicherr, sondern einen vtolitischen Charakter, da die Arbeiter au der Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 7607 Fleischnot. Deutsches Reich. 92671, 11333 57688 78373 13358 15779 61081 62633 84663 90150 17648 20695 20759 35638 68983 69877 76972 76727 92617 99445 95916. (Ohne 86171 11031 47007 77627 die beiden Parteien gemeinsam Vorgehen für die Stabtverord- Gewähr.) " Zur aus Alt-Wiedermu§, Kr. Büdingen, Lehrerstellen an der Musterschule zu Friedberg; dein SchulamtSaSpiranten Adam Berg au§ Kröckelbach, Kr. Heppenheim, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hetschbach, Kr. Erbach, mit Wirkung vom 29. Oktober; dem Schulamtsaspiranten Johann Bert aus Wembach, Kr. Dieburg, eine Lehrerstelle an der Gemeinde, schule zu Brensbach und dem Schulamtsaspirantcn Philipp Lederer aus Nordheim, Kreis Bensheim, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Amöneburg (Gemeinde Kastel). ’* Personalien. Wie unS on§ Darmsta dt tele. graphisch gemeldet wird, hat S. K. H. der Großherzog die Wahl deS Beigeordneten Dr. Göttelmann zum Bürgermeister der Stadt Mainz bestätigt. Der KreiSamtmann vom KrciSamt Bensheim Nikolaus Rein, hart wurde zum Ministerialsekretär in: Ministerium des Innern ernannt. Der Lehrer an der landwirtschaftlichen Winterschulc zu Büdingen Gg. Ludw. Lintz wurde an die landwirtschaftliche Winterschulc in Mainz versetzt. ** Ordenssache. Se. M. der König von Preußen hat folgenden Personen die Erlaubnis zur Anlegung hessischer Orden erteilt, und zwar des KomturkreuzcS 2. Klasse deS Berdienitordens Philipps deS Großmütigen dem Oberstleutnant v. Zastrow, Abteilungschef im Militärkabinett, des Ehren- kreuzeS desselben Ordens dem Major v. Heydcbreck im Militärkabmelt und dem Geheimen expedierenden Sekretär Hofrat Hintze im Kricgsministerium, beschäftigt im Militärkabinett, des Ritterkreuzes 1. Klasse desselben Ordens dem Geheimen expedierenden Sekretär Schütz im Kriegsministerium, beschäftigt im Militärkabinett. ** Erledigte Lehrer st elle. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerslelle an der Gemeindeichule zu Storndors, Kreis Alsfeld. Mit der Stelle ist Orgaiüstendlenst verbunden. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Die morgige Aufführung von „Monna Vanna* dürfte da- durch besonders interessant werden, daß Frl. Maurice sich dem Publikum in der Tielrolle präsentieren wird und Herr । Otto Steinmann aus Mamz, der erste Held des Ensembles, der durch Privatverhältnisse am früheren Eintreffen verhindert war, in der Partie des Guido zum ersten mal vor das Publikum tritt. " Hessisch-Thüringische StaatS lotterie. In der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 150 000 Mk. auf Nr. 70221 (nach Oldenburg), ein Ge. winn von 100 000 Mk. auf Nr. 83524 (nach Alzey), Ge> winne von je 10 000 Mk. auf Nr. 30141 94699, Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 10480 19860 21374 46993 72637 Ausland. Stockholm, 11. Oktober. Heute ist der Befehl erteilt, die wehrpflichtigen Marinemannschaften möglichst schnell, spätestens bis zum 18. Oktober heimzu senden, sowie die nach der West grenze entsandten Truppen zurü ckzuz iehcn. Madrid, 11. Oktober. Die Thronrede, welche der König bei der Eröffnung der Kammer verlesen wird, bezeichnet die Beziehungen Spaniens zu den fremden Mächten als herzlich und für die Ausarbeitung von Handelsverträgen günstig. Tie Rede kündigt eine Reihe von Gesetzentwürfen an, darunter Gesetze betreffend die Reform d^es Wahlgesetzes, die Schaffung einer neuen Flotte und Beschaffung von Kriegsmaterial. — Der Intendant des Palastes erhielt Befehl, Vorbereitungen für die Abreise deS Königs nach Deutschland, die am 3. November erfolgen soll, zu treffen. Wie es heißt, wird der König vom 6. bis 12. November in Berlin bleiben. Proßnitz, 11. Oktober. Anläßlich der Briinner Vorfälle fand gestern abend eine Volksversammlung statt. Nach Schluß derselben warfen die untersten Schichten der tschechischen Bevölkerung die Fenster in deutschen und in israelitischen Wohnungen ein. Die Gendarmerie wurde mehrfach mit Steinen beworfen, und die Ruhe wurde erst wieder hergestellt, als Kavallerie gegen die Auftührer vorging. Dabei wurde eine Person schwer, mehrere wurden leicht verletzt. Salonik, 11. Oktober. Die Dörfer Kurchowitza und Crnicany im Morihowogebirge (Wilajet Monastir) wurden von einer griechischen Bande überfallen und teilweise niedcrgebrannt. Mehrere Personen wurden getötet und eine Anzahl Kinder kam in den Flammen um. Washington, 11. Okt. Schatzsekretär Shaw befürwortete in einer Rede bei dem hier tagenden Bankierkongreß die Gewährung von Staatsunterstützungen zum Ausbau der Handelsflotte, sodaß die Vereinigten Staaten mit den europäischen Völkern erfolgreich in Wettbewerb treten könnten. Wir teilten gestern in der - politischen Tagesschau die Antwort mit, welche die Vieh, und I Schlachthofdirektion Gießen auf die Umfrage der Allgemeinen - Fleischerzeitung wegen der Viehnot und Fleischverteuerung i gegeben hat. Heute lassen wir die von der städt. Sch la cht- 1 Hofdirektion in Darmstadt erteilte Auskunft folgen: Es herrscht Mangel an Schlachtvieh, namentlich an Großvieh undSchweinen. Qualität und Gewicht haben abgenommen. DerFleischverbrauch hat abgenommen soweit solcher durch den Ankauf in Metzgerlädcn gedeckt wird.! Die Freguenz auf den Freibänken hat sehr zugenommen. Durch die hohen Viehpreise sind Metzger in ' eine sehr schwierige Geschäftslage versetzt. Betriebseinstellungen sind nicht bekannt geworden, wohl aber Betriebs eins chrän- k u n g c n. Bei Fortdauer der Viehteuerung ist sowohl eine Verschlechterung der Lage der Metzger als auch de§ Publikum? zu erwarten und je länger, desto mehr. Abhilfe kann nur geschaffen werden durch zeitweilige Ocffnung der Grenzen fü Schlachtvieh, um in Zeiten, wie die gegenwärtige, Nachfrage und Angebot in vernünftiger Weise regeln zu können. Barbarossas Erwachen. Die zur vorläusigeii Besprechung der Frage, ob das zuletzt in Darmstadt aus- geführte patriotische Festspiel „Barbarossas Erwachen', „Deutschlands Erhebung und Einigung« von Werning auch in Gießen zur Darstellung gelangen soll, gestern abend in der Restauration Feidel unter dem Vorsitz deS Stadto. Fabrikant Gabriel tagende Versammlung war von den Vorstand?- I Mitgliedern deS Kriegervereins, des Veteranen- I Vereins, der Kriegerkameradschaft, des Garde-, I Pionier- Marine- und des Artillerie-Vereins recht" zahlreich besucht. Nach angeregter Besprechung einigte man ’ dahm, die geplanten Aufführungen gemein-I schaf lich zu veranstalten und mit den einleitenden schritten dazu einen aus den Vorsitzenden der sieben Vereinen und deren Stellvertretern sowie Landgerichtsrat Wiener nnb tfcirn D'ckorS bestehenden Ausschuß zu bestellen, der zunächk d,e Verhandlungen mit dem Festspielleiter Werning und mi dem Turnverein wegen Uebelassung der Turnhalle, Festsetzung b, ber Sp'eltage usw. führen soll. DeS weiteren wurde beschlossen, emen Ehrenausschuß sowie einen Haupt- und verschiedene Unterausschüsse zu bilden. Der etwa erzielte Ueberschuß soll zu Unterstutzungszwecken Verwendung finden und zwar sollen zunächst die in Südwestafrika kämpfenden Truppen be- Nicksichtigt und die verbleibende Summe den beteiligten Vereinen zu Unterstützungszwecken für Veteranen und Kameraden sonne deren Witwen und Waisen überwiesen We oTsr Ür btC Aufführungen wurde der November m Aussicht genommen. Nach dem lebhaften Interesse, da? 3U 2ogc trat, ist ein glanzvoller Verlauf der Aufführungen zu erwarten. 1Qn9 Cn« t r^t.6 Lesehalle. Im September wurden L^ur 960 Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 960, Zeitschriften 402, Jugendschriften 240, x-flnto- und Völkerkunde 26, Kulturgeschichte 11 VerS- nrnnMpn" «^roturgeschichte 13, Geschichte und Bio- [I Tcc£no[oöi7ß'l ^"""S-sch'chte 6, Naturwissenschaft und “)no(o9ie 64' Heer- und Seewesen 8, Gesundheitslehre 7, roiRcntoüft"- 17' Staats,vissenschait 6, Sprach tomÄbe8"mbfPtad51i" meldet: Wie verlautet, wrrd der Kaiser den König von Sachsen am 25. Oktober rn Dresden besuchen. — Me Meldung, wonach im preußischen Ministe- emm des Innern an einer Neueinteilun a der tags Wahlkreise gearbeitet wird, bestätigt sich. Indessen wird diese Novelle zum Wahlgesetz sich in sehr engen Grenzen bewein. Es soN sich lediglich darum YMtdeln, die unerträglich -gewordenen Verhältnisse in Wahlkreisen zu verbessern. Es werden wahrschemltch dre großen Industriekreise Bochum,Essen ^harlottenburg in je zwei Kreise mit zwei Abgeordneten zerlegt werden, wodurch die Ab ge» ordnetenmandate um8bis 10 vermehrt werben ~ Die Ehefredaktion der „Staatsbürger-Zta" W am DienstagDr. Ernst Wächter, ber frühere Chef- redcckteur der „Weimarischen Zeitung übernommen. Dr. Sohn deS Oberstaatsanwalts am Kammer- 5512^ Srbrll?' /-Staatsbürger-Ztg." mitteilt, an» gelegen sein lassen, die Zeitung zu einem „nationalen Tage- 7^" vown.ehmen Stils" auszubauen, in allen politischen, wirtschaftlichen^ imd ftterarfich-künstlerischen Fwagen die nationalen Geftchtspimkte zu den bestimmenden zu erheben £Ca ^Cn1^ Zeitström-llngen Stellung zu nehmen. Mvt daS ettr» ein Mlenken von der bisherigen Bahn des absolutm Antisemitismus? Dr. W., der sehr tun ft- ^5ier. Bergtheaters, ist wenigstens alS 9b1 hfront biSher noch Nickt hertwrgetreten D Red ) Senate der freien Hansestädte wiesen ihre Vertreter tnt BiindeSrat an, „für die Oeffnuna der Grenzen zur Linderrmg de- Fleiscknot" einzutreten - Zur Dckampgung der Fleischnot bat die königl Eiscnbahnhaupttvrrkstatte in Kar 1hau5 ^Westpr.) See» f1 f e in größeren Mengen kommen und zum Selbst« kostenpreis an die Arbeiter abgeben lassen. — Zwischen dem nationalliberalen Verein und dem Verein der Fortschrittspartei ist eine Vereinbarung beschlossen worden, wonach künftig bei Stadtverordnetenwahlen Die .Christlichsozialen haben Aus Stadl und KauS. Gießen, 12. Oktober 1905. ' Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzoq haoen dem Pfarrer Jakob Fischer zu Reichelsheim i. d W dre evangelische Pfarrstelle zu Alten-Buseck und dem Pfarr-' Verwalter Arthur R ö m h e l d zu Wingershausen, Dekanat schotten, die eoang. Pfarrstelle daselbst übertragen; den von dem Grafen Emil Friedrich von Schlitz, genannt von Görtz auf die eoangel. Pfarrstelle zu Queck, Dekanat Lauterbach präsentierten Pfarrverwalter Ludwig Wahl daselbst für diese stelle bestätigt. — Dem israelitischen Religionslehrer David Hausmann zu Dieburg wurden die Rechte eines definitiv angesstllten Volksschullehrers verliehen. — Uebertragen wurden dem Schullehrer Johannes Wirthwein zu Langenhain, Kr. Friedberg, und dem Schulamtsaspiranten Friedrich Wiltheiß netenwahlen mit der Zentrumspartei ein Kompromiß abgeschlossen. — Einer weiterenBelastung des Tab ake wird, wie man dem „V. T." aus Dresden schreibt, die sächsische Negierung keinen Widerstand entgegensetzen, obwohl in Sachsen eine sehr bedeutende Tabak- und Zigarettenindustrie besteht. Im vorigen Landtag habe der Finanzminister Dr. Rüger leinen Zweifel darüber gelassen, daß ihm der Tabak als Steuerobjekt außerordentlich sympathisch ist. Dresden, 11. Okt. In der Sitzung des konserv. Vereins wurde dem Wunsche Ausdruck verliehen, daß auch die konservative Partei sich im Landtage gegen Dchiffahrtsabgaben wenden möge. Stuttgart, 11. Okt. Im Alter von 65 Jahren is gestern abend einer der hervorragendsten Industriellen Württembergs, Geh. Kommerzienrat Dr. v. Siegle, hier gestorben. Siegle vertrat den ersten württembergischen Reichstagswahlkreis während dreier Wahlperioden und gehörte der nationallb. Fraktion an. Er war einer der Haupt- teilhaber der badschen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen. München, 11. Okt. Der Reichstaasabg. und bayerische Landtagsabg. Dr. Weißenhagen (Ztr.) ist gestorben. — (Abgeordnetenhaus.) Ter Ministerpräsident verteidigt die letzte Wohlkreiseinteilung, indem er sagt, die Regierung konnte nicht olle Nachteile beseitigen. sie konnte nur innerhalb der gesetzlich gezogenen Grenzen in einigen Wahlkreisen die Teilung in kleinere Wahlkreise durchführen. Segitz (Soz.) meint, daß sich die Verkehrtheit des jetzigen W a h l s y st e m s bei den letzten W-ahlen deutlich gezeigt habe. Ter sozialdemokrat. Antrag schließe auch das :'-r a u en w a h lr e ch t ein; er beseitige die Vorbedingung ue§ Steuerzahlens. Niemals mehr werde seine Partei dem Gedanken zustimmen, daß die Wahlkreiseinteilung durch eine königl. Ver- ordnung zu regeln sei Dentsch-Südostafrika. Die „Düsseld. Ztg." veröffentlicht einen Privatbrief aus Kilwa. Danach sind die Zustände dort gefährlicher, als die „Deutschostafr. Ztg." sie darzustellen sich bemüht. Der Aufstand dehne sich auch auf den nördlichen Teil deS Bezirkes Lindi aus. Die Kilwaleute ziehen henim und zwingen die Eingeborenen zum Aufstand. Im ganzen Lande bilden sich Banden, die die friedlichen Ansiedler beunruhigen. Im ganzen Bezirk Kilwa wurden die Häuser aller Nichteingeborenen eingeäschert und die Baumwollpflanzungen verwüstet. 15 Araber, eine Menge Suahelileute und sonstige Händler in Kilwa wurden er in or bet. Tausende von Eingeborenen wandern nach dem portugiesischen Gebiet aus wegen ihrer unüberwindlichen Ab- neigungen gegen ständiges Arbeiten. Die Cholera. Der preuß. „Staatsanz." meldet: Vom 10.—11. Oktober mittags sind im preußischen Staate feine choleraverdächtigen Erkrankungen und kein Todesfall an Cholera, sondern nur ein Bazillenträger auf dem Rittergute ^tolp im Kreise Niederbarnim neu gemeldet worden. Letzterer lt ein ungarischer Feldarbeiter. Die Gesamtzahl der Choleraalle beträgt bis jetzt 274, von denen 9 tötlich verlaufen sind. Im Gouv. Lomscha wurden vom 9. bis 10. b. Mts. itnr Cbolerafalle gemeldet, von benen zwei tötlich verliefen. ben/'rt#t,£l 10 e<0 ®f. i ,«« z l-! b,c L M Gfliifcrf’örfi)' ' 72232 6736« MN liAi«0’4;3", jammen Hy0 339080 U Ui qcfomf im W «erben. * Senoffensämten Händen und zwo Zeiten und 19b ^feifung. 3 ® SaS höchste im jnl ßteuerlormnis verzeichnet (wohl Hessen bezahle, fammenfieuer. AlSfeld, qiSkirche, bei porter Dr. L- stürle nu§ dem eifrige Forscher i wird die Papiere und ba§ Erqebni cerein unterbreite auf dem Knopi t Johann Lbnstia eine SReparatu >m Jahre 1785 Offenbai zwei weqen E wollte, kamen । zu befreien, roi einen Revolv aber glücklichen auf ber Brust fi Säler finb ®eorc fifnqel unb Z vormittag verha M ^Kleine 5 «achbarstaate Irrrg, ber in be 3ug fiel, in - Ln ^vvenh ■HtcbboiMa den ifriebbof§De nahm sie fest. - werk der Herren Weder in V Me a(fe in, bet Küche n brühte sieb 5(bmer ffnegeruete lladt miUost - ►ettgin * Ein M ^at big ygx skßm. tzr hatt deshalb von be pS« eine An sollte sich s, 'hn der g(QQ|. Einstellung be ba§ b?n Zotenie QI,Mertiqfe C Strafantri ^chmadlkes f StaatSanivalih i’gt sie bereits tz^^Ileine LdL LZS g^'bere (nörbt einen me6rere entflleih q" beim, k;0 n ntcn 5k a5P«anten ■??,"*"? l H d,°7"°d! V !°'"i ife *■ "5""> >4r 4 ZM * Heydebreck ic n Ä* Sekrch )U^ !mRt>e9§niini|teriur. SHebigt ist eine mit eine, ittsLn" ^°meinde!chü Estelle ist Organistendirr Stadttheater^ " na Banna« dürfte b? M Frl. Maurice fii lentieren wird und ßP erste Held des Ensemble! beren Eintreffen vechmbn ersten mal vor tez Staatslotterie, ff K. Klasse fiel ein Gewi' nach Oldenburg), ein & 33524 '(nach Alzey), G c. 30141 94699, Gewini 3860 21374 46993 726; 2000 M. auf Nr. 76! 548 20695 20759 356! 983 69877 76972 767! 617 99445 95916. (C.i ir teilten gestern in k ct mit, welche die Vieh-« >ie Umfrage der Allgeweik' hnot und Fleischverteiikm *e von der städt. Sch lach ; erteilte MiiSfunft folge ^toieE), namenflifiu uflfifät und Scrcvty V ud) hat ab^enommti Metztznladen gedeckt mir! n W genommen. nb Metzger in eine W BetriebseiMMgen N der LetriedtznMrar riehteuemng ist fawodl» bqcr als auch desPublika« to mehr. Abhilfe kann r e Oeffnung der Grenzens die gegenwärtige, Nachgc ife regeln zu tonnen. _ en. Die zur vorlaW zuletzt in Darinstadt Barbarossas Erwach- ging' oonto«» con gestern abend m -rsihbes Stobt«. 5«to- „ar »on dm M« ins, d-S M‘tln -adich-ft, » •«* «Irtitl»1'“®":""! . irr B-,P--chu«g '«anau feierte sein ^'ahrzges Ar- 5 c 11 § inbiläuIN bei her W"tth-r n Co. Peter Cgold. Vom reutzischen Webcrstreik. Gera, 11. Okt. In sämtlichen hiesigen Webereien ist heute durch die Ortsgruppe Gera des Verbands sächsisch-tbüringe- scher Webereien durch Anschlag bekannt gegeben worden: Nachdem bei vier Firmen Kündigungen seitens der Arbeiter in großem Umfange voraekommen sind, geben wir hierdurch bekannt, daß wir uns genötigt sehen, am 13. Okt. d. I. gegenüber al le n unseren S t u hl a r b e i t e r n die K ü n d i g u n g für den A?. Oktober auszusvrechen, falls nickt bis Donnerstag abend m den vier Betrieben eine genüaende Zahl von Arbeitern sich zur Fortsetzung des ArbeitsverhälMisses bereit erllärt hat. , Greiz, 11. Okt. Gestern abend fanden in Grerz und in Rennebnrg stark besuchte Arbeiterversammlungen statt. Fn beiden Versammlungen wurde der Lohntaris abermals als un- "nnebmbar bezeichnet. Zn Greiz spr"cken die Arbeiter in enter Resolution ihr Einverständnis mit dem Vorgeben der Geraer Arbeiterschaft aus und beschlossen, die weitere Behandlung des Lohnkampfes vertrauensvoll in die fiünhc des deutschen^ Tertil- arbeiterverbandes zu legen. Hi-w und da auftretende stimmen für die Annahme des neuen Lohntarifes und andere für die sofortige Arbeitsniederlegung wurden wie in den Organisationsorganen immer unter dem Hinweis daraiif be- schwicktigt, daß alle Maßnahmen von dem flentralbureau in Berlin auszugehen hätten und man sich nickt übereilen solle. Dse Rel"l"^if>n Tt PYt "Ulwnammcn, Hamburg - Amerik. Paketf. 168.60 - ' . 220.50 Vcrmifdytc»« * Ein Muster von einem Polizeis erqeanten hat bis vor kurzem das ostpreußische Städtchen Rhein be- isesien. Er hatte etwas auf dem Kerbholz sitzen und erhielt deshalb von der Staatsanwaltschaft seines frliheren Wohnsitzes eine Anklage. Schmadtke, so heißt der Würdiqe, stellte sich selbst einen Totenschein aus und sandte vhn der Staatsanwaltschaft ein. Darauf erfolgte natürlich Einstellung des Verfahrens. Der Ordnung halber wurde das den Totenschein begleitende und gleichfalls von -Lrchmadtke ousgefertigte Schriftstück der Polizeiverwaltung Menden, die den Strafantrag gestellt hatte, zugestellt, und diese erkannte Schmadtkes Handschrift. Nicht lange daraub ordnete die Staatsanwaltschaft die „Ausgrabung der Leiche" an. Jetzt sitzt sie bereits hinter schwedischen Gardi'.ien. ^Kleine TageSckronik. TasReuterscheBureau meldet: Der b ri t i s ch e Dampfer „Leech" stieß am 30. September >30 Meilen von dem Leuchtturme von Schantung aus eine treibende Mine. 15 Personen werden vermißt, darunter zwei frembe Ingenieure. — Aus Salzburg, Gmunden, Sterermark und dem Böhmerwald werden kolossale Schneefall e und sinkende Temperatur bis 7 Grad unter Null gemeldet. —, In G e - feit, in Thüringen, wütete während der letzten Nacht ein großes Feuer. Wie der „Vogtl. Anz/ meldet, sind das Hotel „Zum Schwan , die frühere Posthalterei, das Wirtschaftsgebäude von dem bwstbaus ,Zum grünen Baum", sowie die fetzige Posthalterei imd weitere zwei Bauerngescha'ste völlig niedergebrannt. — Ein in Sillein (nordl. Ungarn) aus Trentschin eingetroffener Perionenzug stieß ans einen nach Oderberg verkehrenden Lastzug. Die Maschine und mehrere Paffagiere wurden verletzt. — Am Mittwoch nachmittag entgleiste am der Strecke Schwerte-Westhofen aus noch nicht aufgeklärtem Grunde der Packwagen des Zuges Nr. 76. Beide hauptqleise waren vier Stunden gesperrt. Der Verkehr wurde Wir empfehlen als anerkannt vorzügliches und billigstes Brennmaterial unsere vraunlohlen-Pretzsteine, sog. Prcßklötzc von der Großh. Hessischen Grube LudwigShoflnung am Bahnhofe m Wölfersheim. Bei den meisten Kohlenhandlnngen zum Preise von 9s Pfa- per Zentner erhältlich. Großh. Hessische Bergwerksdirektion Grube Ludwigshoffnung. . . 100.75 . . 89.50 . . 100.90 . . 89.15 . . 100.00 1. Tag. Vorabend 5."0 Uhr. Vormittags 8.00 Predigt. Nachmittags 4.00 Uhr. 2. Tag. Vorabend 6.15 Uhr. Vormittags 8.00 Uhr. mittags 4.00 Uhr. Festesausgang 6.15 Uhr. Wockengottesdienft: nwraeiw 6.30 Ubr, abends 5.00 Ubr. Äriqinas-DratjlMi^nnqen. Berlin 12 Okt. Vertreter der deutschen Staatsbahnverwaltungen' traten im Arbeitsministerium zusammen zur Weiterberatung der Betrieb smittelgemein- schaft zunächst der von Bayern vorgelegten neuen Vor- chläge Minister v. Bnd^' b'frv'te d-e Erschienenen. 4 % Oesterr. Goldrente. . 47(5 % Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 4% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen „ III 4X°/9 russ. Staatsanl. 1905 4^°'n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 verstärken. Eisenach, 12. Okt. Die größeren tbürinaischen Städte be- chlossen, wegen der F l e i s ck t e n e r u n g die Abhaltung regel- mäßiger Kaninchenmärkte. _ ,e . Helsingfors, 12. Okt. Dw Flucht Hohcnthals, des Mörders des Prokurators Iohnssen, erfolgte früh 6 Uhr. Ein Mitgefangener, welcher die Flucht beobachtete, berichtet folgendes: Nachdem fiohenthal das Fcnstergitter durchgefeilt hatte, kletterte er mittels einer Strickleiter aus seiner im zweiten Stock gelegenen Zelle in den Hof hinab und von da aus mit Hilfe einer von einem Helfershelfer h-er- beigeschafften Holzleiter über die Gefängnismauer. Der Gefängnisaufseher befand sich zu dieser Zeit auf einem Rundgange auf der anderen Seite des Gebäudes. Auf dem Korridor vor Hohentbals Zelle war ständig ein Posten ausgestellt. Bis fetzt fehlt sowohl von dem Flüchtling, als auch von seinen Helfern sede Spur. E h r i ft i a n i a , 12. Okt. In der Sitzung der Metnz. Gesell, schäft teilte Dr. Geirsvold mit, daß es ihm gelungen sei, den B a - zillus der Rückenmarkskrankheit (Pobiomyelrtis) zu entdecken. „„ . Pari?, 12. Okt. Der Frgaro veröffenistcht einen Brief Delcassös an den Leiter des Blattes, worin der frühere Minister erklärt, daß er, nachdem er das auSwärttge Amt verlasien habe, systematisch nicht nur Beleidigungen unbeantwortet gelassen habe, sondern auch die Verdrehungen seiner Absichten und Handlungen. Kandia, 12. Okt. Infolge der Ermordung dreier Muhamedaner in der Nähe von Canea haben die dorttgen Muhamedaner die Großmächte um Hilfe gebeten. Tar-es-Salaam, 1. Okt. Hauptmann Nigmann erreichte Mathenge. Tie in Mathenge und in I>ringa zusammen gezogen en Kompagnien zersprengten die einschließenden Eingeborenen. Auch die Aufftändischen tn der Gegend von Kindju wurden zersprengt. Matrosen halten Kindfu'besetzt. „Henneberg-Seide“ v. Mk. 1.10 ab! — zollfrei I Muster an Jedermann! Nur direkt v. SeidenfabrkL Henneberg, Zürich Handel und Merkelir. Volkswirtschaft. Paris, 11. Okt. Die Emission der russischen Anleihe ist für den 7. November in Aussicht genommen Der Uebernohmekurs für die französische Grupps wird zwischen 87 und 88 Prozent betragen und noch m dieser Woche sollen in Paris die Verhandlungen mit den auswärtigen Bankgruppen attfinden, von deren Resultat es abhängen soll, ob außer er französischen Anleihe auch ein internationales rrissischeS Anlehen auf den frembeu Mätzen gleichzeitig mit den französischen zur Ausgabe gelangen soll. „ Neues Schiffahrtsunternehmen Unter die Firma Süddeutsche Sveditions- und Schiffahrtsgesellschaft, m. b. D. hat sich mit dem Sitz in Würzburg und Ageirturen m Mannheim, Mainz und Frankftirt ein neues Unternehmen konstruiert, das einen Schiffahrtsdienst auf dem Main und Rbem emrichten will Die DarmstädterBank und die Bayrische Bant haben Vereinbarungen getroffen, um eine dauernde Verbindung herbei zu fttbren. Die Bavriscke Bank soll nunmehr Baprische Bank für Handel und Industrie firmieren Dann wird die Bank das Geschäft des Münckener Bankhauses Gulleben und Weibert aufnehmen. Zur Durchführung wird den Aktionären der Bavriscken Bank vorgescklagen, das Kapital auf 8 Mül. Mark herab' "setzen und den dadurch entstehenden Buckgewinn sowie den Gewinnvortrag den Reserven zumflihren.. Dann soll das Kapital d"rch Ausgabe von 12 000 Aktien zu ie 1000 Mark auf 20 Mill Mk. erhöbt werden. Bon neuen ?lktien werden sogleich 7 Mill' voll gezahlt, davon 6 Mill. Mk. als Kaufpreis mr das laufende Geschäft von Gutleben und Weidert verwanist, wahrend die Darmstädter Bank 1 Mill. Mk. Aktien zu 110 Prozent feiert Berlin 11. Oktober. Wegen Beleidigung des säck- s i s ch e n K r i e g s m i n i st e r i n m s hatte sich gestern der Redakteur Karl S ch n e i d t vor der 7. Straikammer zu verantworten. Zn der Sache war seiner Zeit auf Freisprechung erkannt worden. Auf die vom Staatsanwalt eingelegte Revision beim Reichsgericht hob dieses das Urteil auf und im gestrigen Termin verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten zu e i n e m M o n a t G e f a n g n i s. Bamberg 10. Oktober. Tie Strafkammer ueurteute heute den Direktor der Aktiengesellschaft für Korbwarenindustrie Lichten- fe(a ferner den Inhaber der Korbwarenervortftrma Zinn, 5korb- warenbändler Panfon und eine Reihe Lieferanten und Korbmachern aus bavrisch°thüring. Zndustrieorten wegen m e h r f a h r \ p e r Postvortodefraudationen, zu Geldstrafen von 50 bi? 1 1 0 0 M a r k. __T.l _ gejucht. 106830 Lamm Bleichstr. 4, p. 5216 j Näheres im ßaben. L&den etc. an billiges Geld decken. Bahnhofstraße 58. mieten. Bahnhofstraße ZV Lindenplah 1Z gebucht. 5285 Schell - Fische per Pfund Per Pfund do. kopflos per Pfund in tert ontlv Wer reiche druöetti' Auktion, w., erh.sof.gr.Ausw. v. Demen m. 3 bi§ A den für reisende Damen Kochlehrfräulein gesucht. Hotel Victoria. 16262 'ÄM die ö»! 220000 M. 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Ztg. zuerst m Äsz oreitet werden.- -‘fr* IW fi»* km. bi L?Mr £" ”* mi 7,en- ä.#™ sind, H 4 baraui ufa ung befanb. & -«ich herben ™ diesem । 3 äußerten, mit ragen Revanche >'.nd also durch aiz [q^ Tüchtiger Buchbinder1 Junger ÜiNff».«* sucht f. einige gewandter vtl-lllltt Wochen Aushilfe, da Eintritt in Südirankreich verschoben. Offert, an H. Becker, verSrod._______________[06796 Gebild. Fräulein mit oonügL Zeugn., gut franz, spr^ 4J. im AuSt. gew., sucht St. als Erz. ob. Gesellsch. Schriftliche Anerbieten u. 06882 an den Gießener Anzeiger erb. Daß er seit vielen langen Jahren — In dichterischer Freiheit so zu sagen — Mauch' wch'ge Geschichte zum Besten Sieben, sie — vorkommt und nicht — im menschliche» Leben, Die, sei sie erlebt oder gar erfunden, Nicht immer genau an den Urtext gebunden. Und um sich zu rein'gen von all' seinen Sünden, Beschlteßt er, der Jugend die Wahrheit zu künden. Gr nünmt den Anfang bei Inseraten, Die ihm in den Kram nicht paffen taten Und will nun mit falschen Zitaten erzwingen, Emen seiner Kollegen in den Himmel zu bringen; Vielleicht auch sonst wo ein Stühlchen zu rücken, Sei'S nur, um das Stadtoberhaupt zu entzücken, Obwohl er genau weis als älterer Mann, Daß 'ne neue Firma man eintragen kann Und daß auf dec hiesigen Gerichtsschreiberei Der Gießener Seefisch-Markt längst zu finden sei. Wer möchte trotzdem den Dank ihm versagen Für seine Belehrung betreffs Wiegen und Bahren? Für ihn jedoch wäre es angemessen, Den schönen Grundsatz nicht zu vergeßen: Wer da handelt in einem Notwehr-Akt, Die EelegenheU schleunigst beim Schopfe paät 06884s Schöne 2--Zimmerwohng. ofort zu verm. Ebelstrabe 2. Beim 2. Bataillon Jnf.-RegtS. Kaiser Wilhelm Nr. 116 soll die Lieferung der im Kuchenbetriebe erforderlichen Viktualien für die Zeit vom 1. November 1905 bis 31.Oktober 1906 vergeben werden. Vertragsbedingungen pp. liegen auf dem diesseitigen Geschästs- zirmner zur Euisicht auf. Angebote sind verschlossen mit eut- sprecheuder Aufschrift versehen der Küchenverwaltung zum 17.Oktober 1905 emzureichen. [D10/w n. Bataillon Inl. Reqts. Kaller Wilhelm Nr. 116 Oer Gießener Seefisch - Markt ist eine seit zwei Wochen zu Recht bestehende, handelsgerichtlich eingetragene, und zu unserem Schutz dem geplanten Städtischen Seefisch-Markt gegenüber gewählte einwandsfteie Bezeichnung unseres Fischgeschäftes. Das wird auch Jedermann so aufgefaßt haben, der nicht von des Koukurrenz- gedankens Bläffe angekränkelt ist. — Als anerkannt größtes Fischgeschäft am Platze, wehren wir uns einer drohenden städtischen Konkurrenz gegenüber unsrer Haut und können nicht vorher bei der Konkurrenz anftageu, ob ihr unsere Maßnahmen angenehm sind, oder ob sie nicht etwa wieder einmal Veranlassung habe, uns zu schulmeistern. Wer bei uns Fische kaust, ist weder getäuscht noch irregeführt, sondern «hält für verhältnismäßig Seefisch per Pfund 29 Pfg. Rotzungen, SchoUen, Tafelz&nder Step harrstr. 29, 2 Treppen 1 möblierte» sowie [5315 2m» m3 bl. Zimmer zu verm. wozu der Lärm? war steht dem Herrn zu Diensten? ' ein Mann bekam auf seine alten Tage ActWllc »Ser üagenoom sowie auch zwei große gewölbte Keller sind am alten Lahnstein zu vermieten. 5186 Birkenstock & Schneider. . R. WOLF maqdebubrugc-kAU fahrbare eii feststehende Satttonpf- and Patent- IMHk Heissdampf- Lokomobilen bis zu 500 Pferdestärken. Wirtschaftlichste, dauerhafteste und zuverlässigste Betriebs- ■ 5maschinen der Neuzeit 1 Leichte Wartung. Verweadtmg J«!« Brennmaterials. Verwerteng des Abdampfes. Grosser KraMberachuss. Bügelkursus I Glanzbügeln kann man binnen 4 Woch. gründ!, erl. Auf Wunsch nachm. Walltorstraße 10, II. ue&TBj Eingang durch den Laden. Perfekte Schneiderin nimmt noch Ktmden in und außer dem Hatise auch nach auswärts an. 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